241056 · Mitteilungsvorlage
Sachstandsbericht Naturpark Rheinland und Naturpark Siebengebirge
Kerndaten
- Nummer
- 241056
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 12.06.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 241056 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Sachstandsbericht Naturpark Rheinland und Naturpark Siebengebirge Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 03.07.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Verwaltung berichtet regelmäßig zu den Aktivitäten der zwei Naturparke Rheinland und Siebengebirge, zuletzt mit der DS 220385 bzw DS 200670. Der Naturpark Rheinland, der neben Teilgebieten der Stadt Bonn auch Flächen der Stadt Köln, des Rhein-Erft-Kreises, des Kreises Euskirchen sowie die linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis-Kommunen umfasst, hat eine Gesamtgröße von 1045 km2. Verwaltet wird das Großschutzgebiet durch einen Zweckverband. Entsprechend der gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgaben hat der Naturpark sich auch in den Jahren 2022/23 verstärkt um die Themenfelder Naherholung/nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Regionalentwicklung und Naturschutz gekümmert. Die Arbeit der beiden Jahre war stark durch den erneuten Gewinn von Landesfördermitteln im Wettbewerb „Naturpark.NRW.2024“ geprägt, den das Umweltministerium alle drei Jahre für die 12 nordrheinwestfälischen Naturparke veranstaltet. Im Mittelpunkt des Wettbewerb-Beitrages des Naturparks Rheinland stand die Flutkatastrophe 2021, von der weite Teile des Naturparkgebietes betroffen waren. Mit den Fördergeldern konnte im vergangenen Jahr die bestehende Dauerausstellung im Naturparkzentrum Gymnicher Mühle um eine Ausstellung zur Flut ergänzt werden. Außerdem wird der touristisch relevante Erftradweg zu einer Themenroute ausgebaut und es werden “Blaue Klassenzimmer“ für die Umweltbildung geschaffen. Der Abschluss der Projekte ist für Ende 2024 geplant. Die Bildungsarbeit des Naturparks findet überwiegend in den vier Naturparkzentren statt, die miteinander im Netzwerk agieren und zu dem auch das Haus der Natur an der Waldau gehört. Durch die Förderung des Naturparks als „Regionalzentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Landesnetzwerk NRW“ konnte das Haus der Natur bei der Zertifizierung als „BNE-zertifizierte Einrichtung“ unterstützt und zahlreichen Schulen der kostenfreie Besuch der Einrichtung ermöglicht werden. Weiterhin unterstützt der Naturpark die Einrichtung bei der Konzeption und Durchführung von BNE- Modulen und führt Lehrer*innen Fortbildungen für die Naturparkschulen durch.Seite 1 von 4 Seite 2 Die Zahl der Naturparkschulen ist auf 13 gestiegen. Im vergangenen Jahr hat der Naturpark auch am Projekt Naturpark-Kita teilgenommen und die erste Kindertagesstätte ausgezeichnet. Jährlich erreicht der Naturpark so rund 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit seinen Bildungsangeboten. In Bezug auf einen nachhaltigen Tourismus und eine umweltverträgliche Naherholung konnte der Naturpark in enger Abstimmung mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn, dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und dem Eifelverein ein umfassendes Wegeleitsystem im Bonner Kottenforst umsetzen, dass im Mai 2024 eröffnet worden ist. Ziele des übersichtlichen Wegeleitsystems mit einer einheitlichen und eindeutigen Beschilderung sind die vereinfachte Orientierung im Kottenforst und Umgebung für Naherholungssuchende und Touristen. Gleichzeitig dient es im Sinne des Naturschutzes zur gezielten Besucher*innenlenkung, da naturschutzfachlich besonders schützenswerte Teilbereiche bei der Planung herausgenommen wurden. Das Wanderwegeleitsystem wurde ausschließlich mit dem bestehenden Wegenetz umgesetzt, neue Wege wurden dafür nicht angelegt (siehe DS 230858). Neben Markierungspfosten, Richtungswegweisern und Wegeplaketten wurden auf den Wanderparkplätzen rund 12 neue Wandertafeln zur Orientierung aufgestellt und eine neue Freizeitkarte im Maßstab 1:27.5000 mit Hinweisen zu Wanderrouten und dem richtigen Verhalten in der Natur herausgegeben. Die rund 34.000 Euro, die die Umsetzung gekostet hat, wurden mit Eigenmitteln in Höhe von 20% und zu 80% aus Fördermitteln aus dem Umweltministerium finanziert. Der Naturpark Siebengebirge hat im Jahr 2023 den Aufgabenschwerpunkt seiner Naturparkarbeit erneut auf die Themenbereiche Besucherlenkung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Regionalentwicklung gelegt. Durch die Flächenanteile der beiden Naturschutzgebiete Siebengebirge und Ennert besteht die Gebietskulisse des Naturparks zu knapp 50 Prozent aus sensiblen Schutzräumen. Daraus ergibt sich, dass Aspekte des Themenfeldes Naturschutz und Landschaftspflege in vielen Bereichen der Naturparkarbeit impliziert sind und berücksichtigt werden. Aufgrund der hohen Dichte unterschiedlichster Akteure, die auf den Flächen der Naturschutzgebiete agieren, wie beispielsweise die beiden Biologischen Stationen (Rhein-Sieg-Kreis e.V. und Bonn/Rhein-Erft e.V.), das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft oder das Naturschutzgroßprojekt „chance7“ des Rhein-Sieg-Kreises und der Bundesstadt Bonn, stellt der Naturpark Siebengebirge im Bereich Naturschutz die Schaffung qualitativ hochwertiger Angebote im Außenbereich der sensiblen Schutzräume sowie die Sensibilisierung und Aufklärung im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit in den Vordergrund seiner Arbeit. Diese Maßnahmen und deren Umsetzung zahlen auf das Rahmenkonzept des Naturparks zur Entlastung der Naturschutzgebiete ein. Als Ergänzung zum bisherigen Wanderangebot hat der Naturpark mit den „KulturlandSchleifen“ im Jahr 2023 erstmalig mit der Umsetzung einer Maßnahme zur Besucherlenkung im südöstlichen Bereich begonnen. Die vierSeite 2 von 4 Seite 3 Rundwanderwege wurden in der ersten Jahreshälfte 2024 nach der in der übrigen Gebietskulisse bereits etablierten Beschilderungsart im Sinne der Einheitlichkeit markiert. Im Bereich der Umweltbildung hat sich der Naturpark Siebengebirge 2023 erstmalig auf den Weg gemacht, im Jahr 2024 zwei Schulen (Johann- Lemmerz-Schule, Königswinter und Theodor-Weinz-Grundschule, Bad Honnef) als Naturpark-Schulen zu zertifizieren. Im Zuge der Zertifizierung, gefördert durch den LVR, werden Naturpark-spezifische Umweltbildungsangebote für Schülerinnen und Schüler durchgeführt und Fortbildungen für das Lehrpersonal angeboten. Einzahlend auf den Bereich der nachhaltigen Regionalentwicklung hat sich der Naturpark über das vergangene Jahr hinweg am Projekt des VDN „Katzensprung 2.0 – Aktiv für den Klimaschutz im Deutschlandtourismus“ beteiligt. Als einer von 18 Modell-Naturparken ergibt sich für den Naturpark Siebengebirge durch die Teilnahme an dem bundesweiten Projekt die Möglichkeit, die Strukturen seines Partnernetzwerks zu überarbeiten und zu professionalisieren. Gemeinsam mit interessierten Akteuren (z. B. aus den Bereichen Bildungseinrichtungen, Gastronomie, regionale Produkte, Kunsthandwerk oder Hotellerie) hat der Naturpark im Jahr 2023 an drei Schulungsmodulen teilgenommen. Ziel ist es zum Jahresende 2024 etwa 10 Akteure als Naturpark-Partner auszuzeichnen. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wurde der allgemeine Infoflyer überarbeitet. Besonders das Kartenmaterial hat deutlich an Qualität gewonnen. Die Grenze des Naturschutzgebietes ist erstmalig verzeichnet und die Angebote im Außenbereich sind deutlich prominenter oder teilweise erstmalig aufgeführt. Darüber hinaus ist in Kooperation mit dem Rhein-Sieg-Kreis, den Tourismus Organisationen Siebengebirge, Naturregion Sieg und Rhein-Voreifel Touristik sowie der Stadt Bad Honnef die Kampagne „Ich steig Raus! – Raus mit Bus und Bahn an Rhein und Sieg“ entstanden. Diese wirbt für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und spricht dabei vornehmlich eine jüngere Zielgruppe (Expeditives Milieu) an. Weiterhin hat sich der Naturpark Siebengebirge in den Jahren 2023 und 2024 mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn, der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft e.V. und dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft an dem gemeinsamen Infotag „Naturschutz“ im Ennert beteiligt. Ebenso hat der Naturpark im Zuge der Entwicklung des Bonner Freiraumplans an den Stakeholder-Workshops und am interkommunalen Austausch zu aktuellen Projekten der Freiraumplanung sowie am Partizipationsprozess des Aktionsprogramms Biodiversität 2030 der Bundesstadt Bonn teilgenommen. Der Verschönerungsverein Siebengebirge (VVS) wurde 1869/70 mit dem Ziel gegründet das Siebengebirge für den wachsenden Erholungsverkehr zu erschließen. Seit 1899 gehört auch der Schutz des Siebengebirges zu seinen Aufgaben. Von 1986 bis 2018 war der VVS Träger des Naturparks Siebengebirge. Inzwischen ist die Trägerschaft des Naturparks Siebengebirge auf den Rhein- Sieg-Kreis übergegangen (vgl. DS 1711858) – der Naturpark Rheinland ist mit der Geschäftsführung befasst. Der VVS ist Mitglied der Naturparkversammlung. Diese setzt sich zusammen aus Vertretern des Rhein-Sieg-Kreises, der StadtSeite 3 von 4 Seite 4 Bonn sowie allen an der Gebietskulisse des Naturparks partizipierenden Kommunen. Die Kernaufgaben des VVS bestehen darin, das Siebengebirge und seine Wälder dauerhaft vor Zerstörung und Schädigung zu schützen, sonstige Maßnahmen zum Schutz von Natur und Landschaft im Naturschutzgebiet Siebengebirge zu fördern und dabei die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, Wege und Anlagen zur Annehmlichkeit der Besucher herzustellen und zu unterhalten und Kenntnisse über Geologie, Geschichte, Tier-und Pflanzenwelt des Siebengebirges sowie Natur- und Umweltschutz zu verbreiten und für einen schonenden Umgang mit den Schätzen der Natur zu werben. Die Verwaltung wird weiterhin zu den Angeboten und Entwicklungen der beiden Naturparke berichten. Federführend für die Betreuung der Naturparke und des VVS in der Stadtverwaltung Bonn ist das Amt für Umwelt und Stadtgrün. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 00:16 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de