241029 · Beschlussvorlage
Rheingärten – Vorstellung des finalen Konzeptes
Kerndaten
- Nummer
- 241029
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 25.06.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 241029 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Rheingärten – Vorstellung des finalen Konzeptes Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 03.07.2024 Empfehlung Bezirksvertretung Bonn 27.08.2024 Anhörung Rat 29.08.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Das vorliegende Planungskonzept "Rheingärten" mit Maßnahmenliste wird als Grundlage konkreter Einzelplanungen beschlossen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, passende Förderanträge zur Umsetzung der Maßnahmenliste zu stellen. 3. Die konkreten Planungen einschließlich der Finanzierung der Einzelmaßnahmen werden zur weiteren Beratung und Beschlussfassung zukünftig den politischen Gremien vorgelegt. Begründung Der Ortsauschuss Auerberg reichte im Mai 2022 einen Bürgerantrag mit dem Titel „Errichtung einer ‚Rheinaue-Nord‘ zum Zwecke der Klimaschutzes und als Naherholungsgebiet“ ein. Diesem folgend beauftragte der Rat die Verwaltung am 09.02.2023 in Zusammenwirken mit der Stadt Bornheim entsprechende Maßnahmen in den bestehenden Landschaftsschutzgebieten Klosteracker und Herseler Rheinaue zwischen L300/ Kölnstraße und Rheinufer zu prüfen, zu planen und auf Grundlage der Planung die Realisierung vorzubereiten (DS 221009). Im Oktober 2023 informierte die Verwaltung in einer Mitteilungsvorlage über die geplante Vorgehensweise (DS 231720). Für die Erstellung des Konzeptes wurde das Planungsbüro bgmr Landschaftsarchitekten GmbH beauftragt, das den Landschaftsraum in der Bearbeitung des Bonner Freiraumplans bereits als Lupenraum betrachtet hat. Die Bearbeitung startete Anfang 2024. Anfang Februar 2024 konnten in einem ersten Beteiligungsworkshop die Belange der Landwirtschaft mit den im Planungsraum wirtschaftenden Landwirten besprochen werden. Am 10.04.2024 nahmen rund 100 interessierte Bürger*innen, darunter auch Jugendliche, an der zweiten Beteiligungswerkstatt zum Projekt in der Turnhalle der Bernhardschule teil. Die Ergebnisse wurden in die erste Konzeption eingearbeitet und zudem den Bürger*innen auf bonn- macht-mit.de zur Verfügung gestellt. Bilaterale Abstimmungen mit weiterenSeite 1 von 65 Seite 2 Akteur*innen im Gebiet wie dem Ortsausschuss Auerberg, dem NABU, der Biostation und der IG Lausacker fanden statt. Verwaltungsintern konnte die Abstimmung sowohl über bilaterale Gespräche zwischen den Fachämtern sowie zwei ämterübergreifende Arbeitsgruppentermine mit beiden Städten und die Arbeit mit Stellungnahmen erreicht werden. Die Namensgebung des Konzeptes von "Rheinaue- Nord" zu "Rheingärten" wurde, dem Auftrag aus der geänderten Beschlussvorlage DS 221009-02 folgend, im Rahmen der Bürgerwerkstatt am 10.04.2024 abgestimmt. Ziel der Initiative des Ortsausschusses war die Aufwertung und Sicherung eines landschaftlich genutzten, hochwertigen Gebietes in direktem Wohnumfeld der drei Bonner Stadtteile Graurheindorf, Auerberg und Buschdorf. Das Projektgebiet ist Teil der Landschaftsschutzgebiete „Rheindorfer Bach“ und „Auf dem Klosteracker und Lausacker“ innerhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes Kottenforst. Es umfasst das Rheinufer sowie vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen nördlich von Graurheindorf sowie einen Teil der gärtnerisch genutzten Flächen zwischen Graurheindorf und Auerberg. Vernetzende Gehölzbestände und eine geomorphologisch interessante Hangkante gliedern das Landschaftsbild. Der Raum weist eine wichtige bioklimatische Funktion in der Nacht auf, tagsüber entsteht eine hohe bis mittlere Wärmebelastung. Der Planungsbereich überschneidet sich mit dem der Neutrassierung des Mündungsbereichs des Rheindorfer Baches, welche zum Zwecke des Hochwasserschutzes und zur Entsprechung der EU- Wasserrahmenrichtlinie, derzeit im Planfeststellungsverfahren, angedacht ist. Das Projekt berücksichtigt diese Planung, die Verantwortlichen befinden sich in enger Abstimmung mit dem zuständigen Fachamt. Das interkommunale Projekt „Rheingärten“ wurde aufgrund seines Modellcharakters für den Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen an Siedlungsrändern wachsender Städte als Zukunftsprojekt im Rahmen des Agglomerationsprogramms der Region Köln/ Bonn e.V. aufgenommen. Inhalt des Konzeptes: Mit dem Konzept Rheingärten werden Entwicklungspotenziale und Handlungsvorschläge aufgezeigt, um den wertvollen Landschaftsraum zu erhalten und weiterzuentwickeln. Das Konzept greift hier unter anderem Entwicklungsziele des Landschaftsplanes Kottenforst auf. Zu Beginn des Berichts wird der Anlass und der Erarbeitungsprozess dargelegt und nachvollziehbar gemacht. Hier werden auch die Ergebnisse der Beteiligungswerkstatt vorgestellt. Deutlich wird, dass die Themen Wegeverbindungen, Umweltbildung und Aufenthaltsqualität den Bürger*innen besondere Anliegen waren, ebenso wie das Thema Verkehr. Es schließt ein Teil der inhaltlichen Einführung in das Plangebiet an, der eine Orientierung über den Raum gibt und bestehende Qualitäten wie die regionale Landwirtschaft, die Wegeverbindungen Grünes C, den Landschaftsschutz und historische Landschaftsmarker hervorhebt.Seite 2 von 65 Seite 3 Mit den Themenfeldern „Produktive Landschaft“, „Biologische Vielfalt“, „Lebensqualität“ und „Klimaresilienz“ wird der Ist-Zustand analysiert und Herausforderungen sowie Chancen formuliert. Deutlich wird hier die Notwendigkeit, die verschiedenen Ansprüche, die sich aus der Vielfalt der Nutzung und dem Landschaftsschutz ergeben, abzuwägen und nach Synergien zu suchen. Als Herausforderungen werden u.a. die Rücksichtnahme auf den Langsamverkehr, der Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen, die Hitzebelastung des Gebietes bei Tag, die Förderung der Biodiversität in Form von Rückzugsorten für Tiere und das begrenzte Flächenangebot genannt. Das vierte Kapitel stellt die Entwicklungspotenziale in Form von Maßnahmenblättern vor. Dabei liegen die ersten 4 Maßnahmen auf Bornheimer Stadtgebiet und werden seitens der Stadt Bornheim federführend betreut, 11 Maßnahmen sind auf Bonner Stadtgebiet verortet und weitere 3 Maßnahmen sind stadtgebietsübergreifend. Einige Maßnahmen integrieren Themen der Naherholung oder die Förderung der Artenvielfalt. Sie wurden von den Bürger*innen im Beteiligungsformat positiv bewertet und erweitert. Die räumliche Verortung ist im Maßnahmenplan des Konzeptes zu erkennen. Es handelt sich vor allem um punktuelle, kleinräumige und lineare Maßnahmen, die die aktuelle Kernnutzung als landwirtschaftliche Fläche berücksichtigen. Das Konzept dient als Grundlage zur Bewerbung auf Fördermittel. Die Maßnahmen können thematisch gebündelt und somit unterschiedliche Fördertöpfe zur Umsetzung genutzt werden. Bei Stadtgrenzen übergreifenden Maßnahmen wird die Kooperation mit der Stadt Bornheim fortgesetzt. Eine Bewerbung auf Programme, die das gesamte Konzept fördern könnten, wird nicht ausgeschlossen. Gegenstand der Förderungen sind vertiefende Planungen der jeweiligen Maßnahmen sowie deren Umsetzung. Die Verwaltung informiert die Politik über die Ergebnisse der Fördermittelsuche und die weiteren Bearbeitungsschritte. Die konkreten Planungen einschließlich der Finanzierung der Einzelmaßnahmen werden zur weiteren Beratung und Beschlussfassung zukünftig den politischen Gremien vorgelegt. Anlage/n 1 Bericht (öffentlich) 2 Maßnahmenplan (öffentlich) 3 Bestandskarte. (öffentlich)Seite 3 von 65 RHEINGÄRTEN BONN/BORNHEIM INTERKOMMUNALES PROJEKTSeite 4 von 65 Seite 5 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten3bgmr Landschaftsarchitekten Auftraggeberin Bundesstadt Bonn Amt für Umwelt und Stadtgrün Berliner Platz 2 53111 Bonn Ansprechpersonen: Sandra Paul, Sara Faßbender und Stadt Bornheim Amt 12 – Amt für Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün Rathausstr. 2 53332 Bornheim Ansprechpersonen: Dr. Wolfgang Paulus, Irmgard Mohr Auftragnehmerin bgmr Landschaftsarchitekten GmbH Prager Platz 6, 10779 Berlin www.bgmr.de Konzepterstellung und Projektbearbeitung Antje Bachmann Arno Walz Berlin, Juni 2024 Redaktionelle Anmerkungen Alle Bilder, Grafiken und Pläne, deren Urheberschaft und Urheberrecht nicht beim Büro bgmr Landschaftsarchitekten GmbH, der Bundesstadt Bonn oder der Stadt Bornheim liegt, sind direkt im Text mit entsprechender Quellenangabe gekennzeichnet. Titelbild Schrägluftbild der Rheingärten (© Irmgard Mohr - Stadt Bornheim)Seite 6 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten4bgmr LandschaftsarchitektenSeite 7 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten5bgmr Landschaftsarchitekten INHALTSVERZEICHNIS 1. Anlass 1.1 Herangehensweise 1.2 Dialog 2. Einführung Rheingärten 3. Analyse 3.1 Zusammenfassung: Stärken und Herausforderungen 4. Maßnahmen 4.1 Kostenschätzung und Umsetzungshorizont Anlagen Bestandskarte Rheingärten (M 1:2.500) Maßnahmenplan Rheingärten (M 1:2.500) Dokumentation Beteiligungswerkstatt Seite 06 06 06 10 14 32 34 58Seite 8 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten6bgmr Landschaftsarchitekten 1. ANLASS Der Landschaftsraum zwischen Bonn (Auerberg, Graurheindorf und Buschdorf) und Bornheim (Hersel) soll als interkommunales Projekt von den beiden Städten gemeinsam entwickelt werden. Im Rahmen der Entwicklung und Umsetzung des Grünen C´s wurden bereits Wegeverbindungen, der Ortsrand Hersel und die Mondorfer Fähre aufgewertet. Mit dem hier vorliegenden Konzept soll nun der gesamte Landschaftsraum in den Blick genommen werden. Damit tragen die Kommunen auch dem Bürgeran- trag „Errichtung einer „Rheinaue-Nord“ zum Zwecke des Klimaschutzes und als Naherholungsgebiet“ Rechnung. Gleichzeitig wurde ein Freiraumkonzept für die „Rheingärten“ als Teil der Starken Landschaf- ten im Freiraumplan Bonn angeregt. Der Projektti- tel „Rheingärten“ wurde in der Bürgerwerkstatt am 10.04.24 abgestimmt. Dabei liegt der Fokus für die Weiterentwicklung des planungsrechtlichen Außen- bereichs auf den Belangen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung, der Steigerung der Biodiversi- tät sowie der Funktion als wichtiges Naherholungs- gebiet. Besonders zu berücksichtigen sind die vielen unterschiedlichen Belange die in und auf den Raum wirken unter Berücksichtigung der bestehenden Flä- chennutzungen. Dazu gehören: Klimatische Funktion, Natur- und Artenschutz, Landwirtschaft, Freizeit und Erholung sowie der Gewässerrenaturierung und dem Hochwasserschutz. Das Freiraumkonzept Rheingärten bildet die Grund- lage für mögliche gemeinsame Förderaufrufe der Städte Bonn und Bornheim. Entsprechend war die Realisierbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen mit Hinterlegung einer Kostenschätzung von besonderer Bedeutung. 1.1 HERANGEHENSWEISE Grundlagenermittlung und Analyse Es wurde eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der stan- dörtlichen und ökologischen Rahmenbedingungen durchgeführt. Dafür wurden vorhandene Unterlagen zu Boden, Wasser, Klima, Biotopen und Artenvorkommen, Erholung sowie landwirtschaftlichen Nutzung gesichtet und ausgewertet und in einer Bestandskarte und in the- menspezifischen Analysekartenkarten zusammenge- führt. Unterstützend wurden mehrere Ortsbegehungen vorgenommen und Fachgespräche mit der Landwirt- schaft geführt. Die Erkenntnisse wurden in Form eines „landscape mapping“ zu den Analysethemen: + Produktive Landschaft, + Lebensqualität, + Biologische Vielfalt und + Klimaresilienz zusammengefasst. Erarbeitung eines Planungskonzeptes im Dialog Im Rahmen des Planungskonzeptes wurden die qualita- tiven und räumlichen Besonderheiten, Potentiale und Entwicklungsperspektiven der einzelnen Analysethe- men überlagert und abgewogen. Resultat sind Maß- nahmenvorschläge mit Synergieeffekten zwischen mehreren Einzelthemen. Die herausgearbeiteten Maß- nahmen wurden in mehreren unterschiedlichen Betei- ligungsformaten (siehe Absatz Dialog) besprochen und diskutiert. Final konnte dadurch ein breit abgestimmter Maßnahmenplan erstellt werden. Kostenschätzung Basierend auf dem Konzeptentwurf wurde für einzelne Maßnahmen eine Grobkostenschätzung erstellt, die als Grundlage für mögliche Förderanträge dienen kann. 1.2 DIALOG Im Rahmen des Erarbeitungsprozesses fanden, neben der regelmäßigen Abstimmung mit dem Projektteam (Stadt Bornheim: Amt 12 – Amt für Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün, Bundesstadt Bonn: Amt für Umwelt und Stadtgrün, Landschafts-, Freiraumplanung und bgmr Landschaftsarchitekten GmbH), auch Abstimmungen mit den verschiedenen Fachämtern der Stadt Bornheim und Bonn, eine Gesprächsrunde mit den betroffenen Landwirten am 01.02.2024 und eine Beteiligungswerk- statt vor Ort mit rund 100 Anwohner*innen statt. Die Städte Bonn und Bornheim nahmen sich zwei Stun- den, um mit den interessierten Bürger*innen intensiv an Thementischen die bereits geplanten Maßnahmen zu diskutieren und neue Vorschläge aufzunehmen. Im Anschluss gab es ein Voting zu den vorgestellten Maß- nahmen sowie zur Namensfindung des Projektes. Die ausführliche Dokumentation der Bürgerwerkstatt kann online eingesehen werden unter: (https://bonn-macht-mit.de/meldungen/ beteiligungswerkstatt-rheingaerten-ergebnis). Die wesentlichen Erkenntnisse aus den Diskussionen und Auswertungen der Arbeitsphase an den Thementi- schen können wie folgt zusammengefasst werden:Seite 9 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten7bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 1 Der Prozess interkommunales Projekt Rheingärten Abb. 2 Impressionen aus der Beteiligungswerkstatt am 10.04.2024 Grundlagenermittlung 1. Schritt2. Schritt3. Schritt Kostenschätzung Erarbeitung Planungskonzept Sichtung und Auswertung fachlicher Grundlagen Ortsbesichtigungen Grundlagenkarte MaßnahmenkarteTextliche und bildliche Darstellung Konzepterstellung Entwurf BONN Analyse und Bewertung der Bestandssituation End- fassung BONN Beteiligungswerkstatt 10.04.2024 Information Politik 03.07.1024 Gesprächsrunde mit Landwirten 01.02.2024 Abstimmung mit Fachämtern 04.03.2024 Dialog Abstimmung mit Fachämtern 15.05.2024Seite 10 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten8bgmr Landschaftsarchitekten + Großer Bedarf an Durchwegung und punktuellen Angeboten für die Naherholung + Wertschätzung der biologischen Vielfalt und Wunsch nach Erhalt und Stärkung + Naherholung und Begrünungsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen müssen im Diskurs mit Belangen der landwirtschaftlichen Flächen erfolgen, Abwägungen sind notwendig, um die Produktion regionaler Lebensmittel zu erhalten + Das nachhaltige eigene Gärtnern in Einklang mit der biologischen Vielfalt ist gelebte Praxis und Wunsch nach Stärkung insbesondere im Gartenland + Entzerrung des großen Verkehrsaufkommens: Trennung Fuß- und Radverkehr, Entschleunigung PKWs, Parkproblem lösen + Mehr naturverbundene Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen Interkommunales Projekt Rheingärten 12 bgmr Landschaftsarchitekten VOTING MASSNAHMEN Blaues Klassenzimmer „Wasserlandschaft“ (18) Erstellung eines qualitativen Wegenetzes zwischen Graurheindorf und Auerberg (Durchwegung Grüner Korridor) (9) Potentialflächen Selbsternte oder ökologische Aufwertung (7) Wiederherstellung der Allee an der Kölnstraße (7) PIK-Maßnahmen/ Ökokonto (7) Ausbau Auerbergweg (5) Ausbau Auenweg zum klimagerechten Fuß- und Radweg (4) Sanierung und Verlängerung Leinpfad (4) Aufwertung Brachfläche Klosteracker + Grüne Klassenzimmer (4) Aufwertung Gehölzbestand Klosteracker (4) Aufstellung von Nistkästen (3) Öffentliche Grünfläche mit Calisthenic-Anlage (3) Ergänzung der Baumreihe am Engländerweg (3) Aufwertung Verkehrsinseln Ecke Milchgasser- und Engländerweg (3) Wegverbindung durch KGA (1) Bootsrampe mit Platz und Sitzstufen (1) Infopunkte zu Geologie, Landschaftsschutz, Landwirtschaft & Klima Abb. 4 Voting der Maßnahmen Abb. 3 Voting der MaßnahmenSeite 11 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten9bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 4 Impressionen von den ThementischenSeite 12 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten10bgmr Landschaftsarchitekten 2. EINFÜHRUNG RHEINGÄRTEN LAGE UND REGIONALE VERFLECHTUNG Das ca. 155 Hektar große Projektgebiet der „Rhein- gärten“ umfasst den bedeutenden Landschaftsraum zwischen Bonn - Graurheindorf, - Auerberg, - Buschdorf und Bornheim - Hersel sowie den Grünen Korridor „Rheindorfer Bach“ zwischen Auerberg und Graur- heindorf. Im Nordosten ist der Landschaftsraum durch den Rhein mit seinen Uferbereichen begrenzt. West- lich endet der Landschaftsraum an der Kölnstraße/ L300. Die Stadtgrenze zwischen Bonn und Bornheim verläuft am Engländerweg mittig durch das Plangebiet. Das Gebiet unterliegt größtenteils dem Landschafts- schutz und ist durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Von Relevanz ist zudem die Kleinteiligkeit der Eigentumsverhältnisse auf Bonner Stadtgebiet. Das interkommunale Projekt „Rheingärten“ hat zur Zielsetzung: Den Erhalt und die Entwicklung des bedeutenden Landschaftsraumes zwischen Bornheim und Bonn. BLICK ZURÜCK Deep Time: Erlebbares Rheinrelief In der letzten Eiszeit hat der Rhein mit seinen Über- schwemmungsbereichen den Raum in seine jetzige Form geprägt. Noch heute ist die Terrassenkante erkennbar und in der Landschaft gut ablesbar. Dieser Standort ist der einzige Ort in Bonn, wo dieses Relief unbebaut erlebt werden kann. Der Rhein hat fruchtbare Niederterrassenböden in die Ebene eingetragen, die heute noch größtenteils ackerbaulich genutzt werden. Frühe Siedlungsentwicklung Die Anfänge der Siedlungsentwicklung am Rhein sind heute noch in den historischen Ortsbereichen von Hersel, Buschdorf und Rheindorf (heute Graurheindorf) erkennbar und insbesondere in den zahlreichen Verbin- dungen, die heute noch als Straßen, Wege oder land- wirtschaftliche Wirtschaftswege, wie der Auenweg und Leinpfad oder der Auerbergweg, sowie Wege durch den Abb. 5 Projektgebiet Lausacker, erhalten sind (vgl. Abbildungen 3,4 und 6). Besondere Wegeverbindungen waren damals die Pätt- kes, Fußwege entlang der Felder zur Kirche. Ein noch heute erhaltener Pättkes ist der Buschdorfer Kirchweg, quer übers Feld von Buschdorf nach St. Margarethen in Graurheindorf. Der Rheindorfer Bach, der im südlichen Teil des Plange- bietes fließt, wurde bereits vor ca. 500 Jahren umgelegt. Damals mündete der Rheindorfer Bach weiter nördlich in den Rhein und das ursprüngliche Bachbett lag in mitten des Landschaftsraumes den wir hier betrachten. Um diesen wiederum für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, erhielt er seinen heutigen Verlauf. Die Schienenführung einer alten Werksbahn von 1924 ist in einem Graben entlang der Saarbrückener Straße und am dort anschließenden Grünstreifen, der sich nach Bonn hineinzieht, noch heute ablesbar. Bornheim- Hersel Bonn- Buschdorf Bonn- Auerberg Bonn- Graurheindorf Auenterrassen Rhein k… Bonn-Auerberg Projektgebiet Grenze Bonn/Bornheim Bonn- Graurheindorf Bonn-Buschdorf Bornheim- HerselSeite 13 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten11bgmr Landschaftsarchitekten 1836-1850 Preußische Kartenaufnahme (https://www.tim-online.nrw.de/tim-online2/) 1801 - 1828 Kartenaufnahme der Rheinlande (https://www.tim-online.nrw.de/tim-online2/) 1801 - 1828 Kartenaufnahme der Rheinlande (https://www.tim-online.nrw.de/tim-online2/) Blick zurück… • Ehemalige Dörfer (Rheindorf, Hersel, Buschdorf) • Wichtige Verbindungswege Abb. 6 1801 - 1828 Kartenaufnahme der Rheinlande (https://www. tim-online.nrw.de/tim-online2/) Abb. 7 1836-1850 Preußische Kartenaufnahme (https://www.tim- online.nrw.de/tim-online2/) Abb. 8 Historische Wegespuren ungen ischen (heute Kölnstraße) (heute Auerbergweg) (heute Auenweg) (heute Weg durch den Lausacker) historische Ortsverbindungen/Wegebeziehungen (vgl. Kartendarstellungen unten - Abb. 7 und 6 vermutetes Bodendenkmal: Straße, römisch (Quelle: https://stadtplan.bonn.de, Kartenthema: Denk- malauskunft Bonn, abgerufen am 30.05.2024) ehemalige WerksbahnSeite 14 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten12bgmr Landschaftsarchitekten BLICK NACH VORN In jüngster Zeit sind die „Rheingärten“ im Rahmen des Bonner Freiraumplans in den Fokus genommen worden, unter der Zielstellung „Entwicklung als Teil der Starken Landschaften unter der Prämisse der Freiraum- sicherung und Entwicklung.“ Folgende Entwicklungs- schwerpunkten wurden benannt: + Erhalt und Schutz der Landschaft + Inwertsetzung für die Erholung + Stadt-Landschafts-Ränder gestalten + Schwammlandschaften entwickeln + Steigerung der Biologischen Vielfalt + Mehrfachnutzung von landwirtschaftlichen Randbereichen + Bildungs- und Naturerfahrungsprojekte Schon Jahre vorher wurde die Bedeutung dieses Land- schaftsraumes durch diverse Projekte, Anträge und Planungen immer wieder deutlich gemacht. Allen gemeinsam sind die Prämissen des Erhalts und der Qualifizierung dieses Raumes: Übergeordnete Landschaftskonzepte: + Grünes C (umgesetzt) + Rheinlandschaften (Weiterentwicklung des Grünes C - Zielsetzung für die Landschaftsentwicklung und kommunale Zusammenarbeit) + Regionalplan (Teil eines ausgewiesenen regionalen Grünzuges) + Masterplan Rheinaue Bornheim (konkrete Maß- nahmenplanung, Teilbereiche bereits umgesetzt) + Bürgerantrag Rheinaue Nord Bonn (Forderungen nach Erhalt und Aufwertung) Abb. 9 Zusammenfassung übergeornete Landschaftskonzepte ird…. cklung en esetzt) Grüne n Grünes C: Landschaft Rheinaue Konzept der Rheinlandschaften Teil eines regionalen Grünzuges Rheinaue Bornheim Grüner Korridor Rheindorfer Bach Starke Landschaft Rhein Starke Landschaft Produktive Landschaft Grüne WegeSeite 15 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten13bgmr Landschaftsarchitekten + Bonner Freiraumplan (Starke Landschaften Rhein und Produktive Landschaft, Grüner Korridor Rhein- dorfer Bach, Grüne Wege) Gewässerrenaturierung und Hochwasserschutz: + Tiefbauamt: Hochwasserschutz Graurheindorf, Neutrassierung des Rheindorfer Baches (in Planung) Städtebauliche Entwicklungen und Konzepte im Umfeld: + Stadtplanung: Baulandpotentialflächen und laufende Bauleitplanverfahren südwestlich der Kölnstraße in Buschdorf (in Planung) + Stadtplanung + Amt für Soziales und Wohnen: Integriertes Entwicklungskonzept für Auer- berg 2018 (Formulierung von u.a. wichtigen Wegeverbindungen durch den Grünraum zwischen Auerberg und Graurheindorf sowie Wohnraumpotentialen) + Spielleitplanung Auerberg (2023) + Integriertes Entwicklungskonzept für Buschdorf 2024 (ohne explizite Zielstellung hinsichtlich Rheingärten, bzw Verknüpfung zum Rhein) Initiativen und Vereine vor Ort: + IG Lausacker (Zielsetzung: Landschaftspflege, öko- logische Aufwertung und Bildung) Abb. 10 Zusammenfassung Planungen und KonzepteSeite 16 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten14bgmr Landschaftsarchitekten 3. ANALYSE Im Folgenden wird der Landschaftsraum zwischen Bonn und Bornheim sowie der grüne Korridor im süd- östlichen Bereich des Plangebietes, zwischen Bonn- Auerberg und Bonn-Graurheindorf, in seinen Stärken, Potentialen und gleichzeitig auch Herausforderungen betrachtet. Ein besonderes Augenmerk kommt auch den Akteur*innen im Raum zu, unter der Fragestellung: Wer lebt im Raum? Wer wirtschaftet im Raum? Wer transformiert den Raum? Wer nutzt den Raum? Die Analyse erfolgt in vier Themenbereichen: Abb. 11 Verkleinerung der Bestandskarte (Darstellung des Ist-Zustandes der Grünen Infrastruktur im Plangebiet), Originalkarte im Anhang im Maßstab 1:2.500 Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Selbermachen und Identität Klimaresilienz Überflutungsvororge und Klimaanpassung Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmit- telproduktion, Selbermachen und Identität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewe- gung und Mobilität Klimaresilienz Wasser und Hitze Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz chaft ktion, entität Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz chaft ktion, entität Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Selbermachen und Identität Klimaresilienz Überflutungsvororge und KlimaanpassungSeite 17 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten15bgmr LandschaftsarchitektenSeite 18 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten16bgmr Landschaftsarchitekten PRODUKTIVE LANDSCHAFT Wer wirtschaftet im Raum? Die landwirtschaftliche Nutzfläche macht ca. 95 Hektar (zeichnerisch ermittelt) des insgesamt 155 Hektar großen Projektraumes aus. Das heißt rund 61% der Projektfläche sind dem regionalen Obst-, Gemüse und Getreideanbau vorbehalten. Die fruchtbaren Böden der Niederterrasse und das milde Klima der Rhei- nischen Bucht bieten dafür gute Bedingungen. Die ortsansässigen Landwirte bewirtschaften den Raum überwiegend bereits in mehreren Generationen und vermarkten ihre Produkte direkt vor Ort oder in den nah gelegenen Siedlungsbereichen. Damit tragen sie wesentlich zur Identität des Landschaftsraumes bei und bedienen den großen Bedarf an gesunden und regiona- len Lebensmitteln. Durch die stark raumprägende Nutzung der Landwirt- schaft ist eine Vielzahl der Wege als befestigte Wirt- schaftswege gekennzeichnet und genutzt. Teilweise sind diese nur bedingt durchlässig für Anlieger und Erholungssuchende. Die Stadt Bonn hat auf die Gesamtstadt bezogen nur einen sehr geringen Anteil an landwirtschaftlicher Fläche, umso wichtiger ist der Erhalt der verbleibenden Flächen. Die Weiterentwicklung der Flächen ist gleich- zeitig, mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen: Klimaanpassung, Artensterben und biologische Viel- falt, unumgänglich. Ziel ist es eine klimaresiliente und biologisch vielfältigere Landschaft weiter zu gestalten. Dazu ist eine enge Abstimmung mit den Landwirten unabdingbar. Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Selbermachen und Identität Klimaresilienz Überflutungsvororge und Klimaanpassung Fotos von oben links nach unten rechts: Abb. 12 An der Ecke Kölnstraße/Weg Grünes C Bornheim, Blick Richtung Gehölzgruppe (ehemalige Hausmüldeponie) Abb. 13 Blick nach Süden von Milchgasserweg/Mondorfer Fähre Abb. 14 Blick vom Stadtrand Bornheim-Hersel Richtung Rhein Abb. 15 Blühfeld am StadtrandBornheim-Hersel Abb. 16 Blick vom Auenweg Richtung Hersel Abb. 17 Blick vom Auerbergweg Richtung RheinSeite 19 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten17bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 18 Übersicht landwirtschaftlich genutzte Flächen und regionaler Direktverkauf Fotos von oben links nach unten rechts: Abb. 19 Obsthof Klein Abb. 20 Auerbergweg Richtung Bonn Abb. 21 Stadtrand Bonn Graurheindorf Abb. 22 Blick vom Milchgasserweg Richtung Terrassenkante Abb. 23 Blick von Bonn Richtung Obsthof KleinSeite 20 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten18bgmr Landschaftsarchitekten Fotos von oben links nach unten rechts: Abb. 24 Impressionen der gärtnerischen Flächen am Stadtrand Bonn Abb. 25 Impressionen der gärtnerischen Flächen am Stadtrand Bonn Abb. 26 Impressionen der gärtnerischen Flächen am Stadtrand Bonn Abb. 27 Impressionen der gärtnerischen Flächen am Stadtrand Bonn Abb. 28 Impressionen der gärtnerischen Flächen am Stadtrand Bonn Abb. 29 Lausacker zwischen Graurheindorf und Auerberg Neben der landwirtschaftlichen Nutzung werden auch im kleinen Flächen für die Selbstversorgung mit Nahrungsmit- teln, bis hin zur Tierhaltung (Eigenbedarf) bewirtschaftet. An den Siedlungsrändern Bonns nutzen Anwohner*innen und gärtnerisch Interessierte die Flächen für den Anbau von Obst-, Gemüse- und Zierpflanzen sowie zur Hühner- haltung. Teilweise mischen sich auf diesen Flächen die Erholungs- und gärtnerische Nutzung. Diese Nutzungs- form beruht unter anderem auf der Kleinteiligkeit der Eigentumsverhältnisse auf dem Bonner Stadtgebiet. Im Grünen Korridor zwischen Graurheindorf und Auer- berg engagiert sich die Interessensgemeinschaft „IG Lausacker“, die mit Unterstützung der Biostation, des Nabu und des BUND fachlich fundierte Maßnahmen zum Schutz der Natur und Stärkung der biologischen Vielfalt auf verschiedenen Teilflächen im Lausacker umsetzt. Die IG Lausacker setzt auf Nachbarschaft und vernetzt die Gärtner*innen im Gebiet. In der Nähe des Planungsbereichs, westlich von Busch- dorf, gibt es eine Fläche, die durch Landwirte professio- nell vorbereitet wird und für den Gemüseanbau gemietet werden kann (Mietgärten). Damit wird auf die große Nach- frage nach dem eigenen Gärtnern reagiert.Seite 21 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten19bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 30 Übersicht gärtnerisch genutzter Flächen (Kleingarten, Mietgarten, Grabeland) Fotos von oben links nach unten rechts: Abb. 31 Lausacker zwischen Graurheindorf und Auerberg Abb. 32 Gärtnerische Nutzung am Rheinufer Abb. 33 Gärtnerische Nutzung am Rheinufer SiedlungskanteSeite 22 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten20bgmr Landschaftsarchitekten LEBENSQUALITÄT Wer nutzt den Raum? Die Rheingärten sind bedeutender Freizeit- und Nah- erholungsraum für die angrenzenden Ortsteile Grau- rheindorf, Auerberg, Buschdorf auf Bonner Seite und Hersel in Bornheim und gleichzeitig Ankommensort oder Durchgangsraum für Besucher*innen der Fähre, Radfahrer*innen und Wander*innen. Das Gebiet ist durch den Link des Grünen C´s sowie durch einen Radfernweg (EUROVELO 15) durchquert, welche wichtige interkommunale und überregionale Rad- und Wegeverbindungen darstellen. Zudem ist die Mondorfer Fähre eine Verbindung über den Rhein, die besonders von Fußgänger- und Radfahrer*innen genutzt wird. Im Zuge des Projektes Grünes C wurde der Siedlungsrand in Hersel qualifiziert sowie der Anle- ger der Mondorfer Fähre erneuert und Wegeverbin- dungen zwischen Siedlungsgebiet, Agrarlandschaft und Rhein-Ufer geschaffen. Die Wegestruktur durch die landwirtschaftlichen Flä- chen definiert sich mehrheitlich aus asphaltierten Wirt- schaftswegen, welche gern von Fahrradfahrer- und Spaziergänger*innen genutzt werden, gleichzeitig aber in ihrer Beschaffenheit nicht dafür ausgelegt sind. Im Lausacker gibt es unbefestigte Fußwege zur Erschlie- ßung der Parzellen und zur Durchquerung. Die mei- sten Bestandswege haben einen historischen Ursprung (vgl. Abb. 40) und zeigen bis heute die wichtigen Ver- bindungslinien zwischen Auerberg und Graurheindorf sowie die Erschließungsfunktion des Lausackers selbst. Die hier eingetragenen Wege im Lausacker befinden sich alle auf städtischen Flurstücken und sind damit in der Verantwortung der Stadt Bonn. Fotos und Karten von oben links nach unten rechts: Abb. 34 Wirtschaftweg Blick Richtung Klärwerk Abb. 35 Wegekreuzung Auenweg, Engländerweg, Milchgasserweg Abb. 36 Weg Grünes C - Ortsrand Hersel Abb. 37 Milchgasserweg Abb. 38 Weg an Siedlungskante im Lausacker Abb. 39 Engländerweg mit Fahrradstreifen Abb. 40 Ausschnitt Lausacker: 1836-1850 Preußische Kartenaufnahme (https://www.tim-online.nrw.de/tim-online2/) Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz tive Landschaft ftsschutz, smittelproduktion, chen und Identität silienz ngsvororge aanpassungSeite 23 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten21bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 41 Analyseplan: Straßen- und Wegetypen Straßen mit Radstreifen/Fahrrad- weg an Straße Wirtschaftsweg (Asphalt) Fuß- und Radwege befestigt Fußwege unbefestigt Straßen Bäume entlang von Straßen oder Wegen Teilweise findet hier in Bachnähe eine unerlaubte Mül- lentsorgung statt. Zur verkehrlichen regionalen Vernetzung trägt die hoch- frequentierte L300 (Kölnstraße) am süd-westlichen Rand des Landschaftsraumes bei. Das Gebiet selbst und insbesondere die Mondorfer Fähre werden durch den Engländerweg und den Milchgasserweg verkehrlich erschlossen und gleichzeitig zerschnitten. Die Fähranle- gestelle ist zudem an die Buslinie 605, jedoch nur aus Bonn kommend, angeschlossen. Eine weitere Qualität im Landschaftsraum stellt das Rheinufer dar, welches im Teilbereich Bonn über die Hauptradwegeroute und auf Bornheimer Stadtgebiet über den Leinpfad (Fußweg) erlebbar ist. Der Bonner Abschnitt des Eurovelo für Radreisende ist gerade wegen seiner Rheinnähe sehr attraktiv. Die hohe Frequentierung durch Fuß- und Radverkehr führt nicht nur zu Konflikten mit der landwirtschaftli- chen Nutzung, sondern auch untereinander und ins- besondere am Rheinufer. Das zeigte sich auch in der Bürgerveranstaltung am 10.04.2024, auf welcher der Wunsch nach einer Trennung von Fuß- und Radverkehr deutlich geäußert wurde. Eine Besonderheit stellt die eiszeitlich geprägte Terras- senkante in der Landschaft dar, welche am Tor Herse- ler Süden des Grünen C´s am Siedlungsrand von Hersel sowie auf dem privaten Wirtschaftsweg bis zur Kläran- lage und in Bonn entlang des Auerbergweges erlebbar ist und Landschaftsbild prägend. Im Bonner StadtgebietSeite 24 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten22bgmr Landschaftsarchitekten ist dies der einzig verbleibende Landschaftsraum, wo diese noch erlebbar ist. Der Landschaftsraum ist über das bestehende Wege- und Straßennetz bereits gut durchquerbar, begehbar und durchfahrbar. Attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten gibt es wenige, an der Mondorfer Fähre, in Graurhein- dorf am Bach, für Familien auf dem Spielplatz Grünes C in Hersel, an den gestalteten Eingängen des Grünen C´s. An den Rändern und im Umfeld liegen Zielorte und wichtige Verknüpfungspunkte. Die Auerberger Mitte, die zu Beginn der 2010er Jahre als Ortszentrum neu- gestaltet wurde, ist Startpunkt für einen Spaziergang zum und dann entlang des Rheindorfer Baches bis zur Burg Graurheindorf. Der Sportplatz mit seinem Umfeld in Bonn oder der Siedlungsrand mit Spielplatz in Hersel sind Anlaufpunkte für Kinder und Jugendliche. In der Beteiligungswerkstatt wurde klar aufgezeigt, dass dies nicht genügt und es einen größeren Bedarf an naturbe- zogenen Spielorten für Kinder und Aufenthaltsmöglich- keiten für Jugendliche gibt. Ein erwarteter Zuzug in den Siedlungsgebieten auf Bonner Stadtgebiet würde diese Bedarfe weiter beför- dern. Bereits jetzt zeigt sich ein erhöhter Nutzungs- druck auf die freie Landschaft in Form von erhöhtem Parkvorkommen, informellen Wegen sowie Vermüllung in der Landschaft. Um ökologische Bestände zu wahren und Nutzungs- konflikte mit der Landwirtschaft zu vermeiden, ist eine gezielte Besucher*innenlenkung unabdingbar. Mittels Informationstafeln kann gleichzeitig auch auf schutz- würdige Landschaftsteile, geschichtliche und geolo- gische Hintergründe und auf lokale Produktion und Produzent*innen sowie auf die klimatische Bedeutung hingewiesen werden. Die Wege durch die „Rheingärten“ sind viel mehr als nur schnelle und effiziente Verbindungen von Bonn nach Bornheim und darüber hinaus. Sie sind die Linien, entlang derer die Landschaft erlebt werden kann. Die Gestaltung, An- und Einbindung der Wege in die Rhein- gärten bestimmen maßgeblich dessen Attraktivität. Zukünftig werden in der wachsenden Stadt und Region mehr Menschen nach Orten für Outdoor-Sport, Gärt- nern, Bewegung, Spiel und Entspannung suchen. Die Landschaftsräume bilden dabei einen gemeinsamen Freiraum mit den Nachbarkommunen. Deshalb sind interkommunale Abstimmungen zu einer nachhaltigen Entwicklung eines landschaftsbezogenen Wegesystems zentral. Fotos von oben links nach unten rechts: Abb. 42 Mondorfer Fähre Abb. 43 Sitzbank am Leinpfad Abb. 44 ehemalige Sitzgruppe Rheinufer Bornheim-Hersel Abb. 45 ehemaliges Sportfeld an der Bootsrampe Hersel Abb. 46 Spielplatz Ortsrand Hersel Abb. 47 Spielplatz und Sportplatz Bonn AuerbergSeite 25 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten23bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 48 Analyseplan: Ausgewiesene oder durch Nutzer entstandene Wegerouten und Freizeit- und Erlebnisorte Radrouten NRW Strecken genutzt mit Rennrad und Mountainbike (Quelle: All-Trails) ausgewiesenes Wegenetz von Grünen C Strecken genutzt von Wanderern (Quelle: All-Trails) Jakobsweg Köln - Bonn - Bingen vorgeschlagene Spazierroute aus der Spielleitplanung Auerberg Freizeit und Erholungsorte (Sport- platz, Grünanlage, usw.) Spielplätze Bootsanleger Ausblicke Eingänge in die Landschaft (Grünes C)Seite 26 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten24bgmr Landschaftsarchitekten Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz e Landschaft sschutz, ittelproduktion, en und Identität lienz gsvororge npassung Fotos von oben links nach unten rechts: Abb. 49 Gehölgruppe auf dem Klosteracker Abb. 50 Graben mit Gehölzen (ehemalige Werksbahntrasse) Abb. 51 Wiesenflächen im Lausacker Abb. 52 Hangkante mit Gehölzen Abb. 53 Rheindorfer Bach Abb. 54 Fasan auf dem Acker südlich Milchgasserweg BIOLOGISCHE VIELFALT Wer lebt im Raum? Der gesamte Projektraum ist Teil der Landschaftsschutz- gebiete „LSG LP-Bornheim“ und „LSG-Rheindorfer Bach und Auf dem Klosteracker und Lausacker“. Das bedeu- tet, für den Betrachtungsraum gelten die jeweiligen Schutzverordnungen, sowie die Gebote und Festset- zungen gemäß den Landschaftsplänen „LP Kottenforst“ (2013) und „LP2-Bornheim“ (2005). Ein Großteil der konventionell bewirtschafteten Land- wirtschaftsflächen wiesen bei Ortsbegehungen im Jahr 2024 geringe biologische Vielfalt auf. Von Wert sind die angrenzenden Hecken- und Gehölzstruk- turen, die als Habitat für heimische Vogelarten und Kleinsäugetier-Arten, wie der Haselmaus und Fle- dermäusen dienen. Kleine Gehölzbestände entlang und innerhalb der landwirtschaftlichen Nutzflächen werden dabei als Trittsteinbiotope sowie als Nistplatz von Gebüschbrütern genutzt. Diese Bereiche sind sen- sibel gegenüber freilaufenden Hunden und erhöhtem Besucher*innenaufkommen. Eine besondere Fläche ist die Herseler Rheinaue, die durch Schafbeweidung eine naturschutzfachliche und artenunterstützende Pflege erhält. Um die beschriebenen ökologischen Bestände zu erhal- ten, wird zukünftig eine gezielte Besucher* innenlen- kung notwendig sein. Das artenarme Grünland, die Staudensäume und der gering vorkommende Trittrasen im Gebiet stellen die Lebensgrundlage für z.B. Feldsper- ling und diverse Insektenarten dar. Die offene Feldflur bietet Potential für die Feldlerche, die Wiesenschaf- stelze oder den Turmfalken. Diese können mit speziel- len Maßnahmen wie Lerchenfenstern oder Nisthilfen gefördert oder etabliert werden. Das kleinparzellierte Acker- und Gartenland (Lausacker) zwischen Graurheindorf und dem Rheindorfer Bach ist weitgehend gärtnerisch genutzt, gleichzeitig gibt es aufgelassene Flächen, Mahdflächen, verwilderte Obst- wiesen und verkrautete Randstreifen. Besonders am Bach und siedlungsnah befinden sich zahlreiche Gärten mit Obstgehölzen, Sträuchern und Hecken. Die unbefe- stigten Wirtschaftspfaden auf dem Lausacker sind von ökologischer Bedeutung für Rauch- und Mehlschwal- ben und für diverse Insektenarten. Zusammenfassend sind folgende prägende und glie- dernde Elemente von Bedeutung: + das Rheinufer mit Lebensraum typischen Gehöl- zen, in Bornheim geschützter LB + eine geomorphologisch bedeutende Hangkante einschließlich ihrer VegetationSeite 27 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten25bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 55 Analyseplan Biologische Vielfalt + Niederterrassenkante zwischen Spielplatz und Bayerhof in Bornheim (geschützte Landschaftsbestandteil) + vorwiegend landwirtschaftliche Nutzflächen der Niederterrasse + Vernetzende Gehölzbestände (z.B. ehemalige Hausmülldeponie oder Gehölzfläche auf dem Klosteracker) + Graswege am westlichen Stadtrand von Bonn + der Rheindorfer Bach einschließlich seiner Uferbereiche + auf dem Lausacker: die Gartenflächen prägen den korridorartigen Freiraum zwischen Graurheindorf und Auerberg + gesetzlich geschützte Alleen am Engländerweg und an der Kölnstraße + die Weidefläche Rheinaue Bornheim Landschaftspläne Für den Projektraum gelten die Landschaftspläne „LP Kottenforst“ für Bonn und „LP2“ für Bornheim. Die in den Landschaftsplänen dargestellten Zielstellung und Festsetzungen wurden beachtet und weitgehend in das Maßnahmenkonzept übernommen. Zielstellungen: LP Kottenforst: Anreicherung bzw. ökologische Aufwer- tung einer im Ganzen erhaltungswürdigen Landschaft- mit naturnahen Lebensräumenund mit gliedernden und belebenden Elementen. Gehölzflächen Weidefläche „Rheinaue Hersel“ BK - schutzwürdiges Biotop (Biotopkataster NRW) BK „Hofland Auf dem Lausacker“ LB - geschützter Landschaftsbe- standteil Grünland-/Wiesenflächen gesetzlich geschützte Allee Grenze Landschaftsschutzgebiet kartiertes Artenvorkommen gemäß Artenschutzkonzept Bonn Nord-West gesetzlich geschütztes BiotopSeite 28 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten26bgmr Landschaftsarchitekten LP2-Bornheim: Erhaltung prägender Landschaftsteile sowie Anreicherung und ökologische Aufwertung mit naturnahen Lebensräumen und gliedernden und bele- benden Elementen. Festsetzungen: LP Kottenforst: − Anpflanzung/Ergänzung einer Baumreihe am Engländerweg − Anpflanzung/Ergänzung einer Baumreihe an der Kölnstraße − Brachfläche am Klosteracker: Pflege der Flächen entsprechend eines zu erstellenden Pflegeplanes, Ziel: offen halten von mind. 50 % der Fläche − Gehölzbestand Klosteracker: Punktuelle Auslich- tung im Gehölzinneren und Pflege des dichten und gestuften Strauchsaumes − Gesamtfläche: Entwicklung der Fläche vorrangig mit Brachen, Ackerrandstreifen und Säumen; nachrangig mit Hecken, Baumreihen oder Obst- wiesen. Zur Erhöhung der Strukturvielfalt sind Maßnahmen linienhaft oder punktuell als Vernet- zungselemente anzuordnen. Mindestausstattung an Strukturen mit dem Ziel der Erhaltung und För- derung von Tierarten der offenen Feldflur sowie von Ackerwildkräutern geschaffen werden. LP2-Bornheim − LB Rheinufer: Pflege des Landschaftsbildes, Sicher- stellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushal- tes und des Uferschutzes − LB Rheinniedertressenkante südlich Hersel: Pflege des Landschaftsbildes, Sicherstellung der Lei- stungsfähigkeit des Naturhaushaltes (Inselbiotop) − 1 Walnußbaum, südlich des Bayerhofs − Aufforstung eines Laubwaldes mit bodenständi- gen Gehölzen wie Buche, Stieleiche, Hainbuche, Vogelbeere, Salweide, Weißdorn, Hasel, Hunds- rose, Schlehe; Oberhalb der Niederterrassenkante (südlich Bayerhof) − Gehölzpflanzung aus überwiegend niederwüchsi- gen Sträuchern (Kläranlage Hersel) − Anlage von extensiv zu nutzendem Grünland mit einzelnen anzupflanzenden Bäumen (Vogelbeere, Speierling, Haferpflaume); zwischen Kläranlage Hersel und Terrassenkante − Rheinaue Hersel: keine Ackernutzung; Entwick- lung eines Konzepts zur naturnahen Entwicklung des Auenbereichs (extensive Grünlandnutzung ohne Düngung; natürliche Entwicklung; Bepflan- zung) - bereits umgesetzt; Ersetzen der Pappeln am Rheinufer bei Hiebreife bzw. Abgang durch Weiden) Artenschutz und -förderung 2022 wurde die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft e.V. von der Stadt Bonn mit einer Analyse zum Natur- und Artenschutzpotential und Bewertung zu ökologischen Aufwertungspotentialen im Bonner Teil des Betrach- tungsraums beauftragt. Die erarbeitete „Ökologische Potentialanalyse für Gebiete in Graurheindorf“ waren Teilprojekt im Rahmen im Rahmen des Projekts „Arten- schutzkonzept Bonn-West“. In der Potentialanalyse wurden für den Betrachtungs- raum folgende Zielarten benannt, die gut förderfähig sind: − Brutvögel: z.B. Feldlerche, Goldammer, Blut- hänfling, Schwarzkehlchen, Feldsperling, Dohle, Turmfalke, Star − Amphibien: Wechselkröte, Teichmolch, Grünfrösche − Reptilien: Zauneidechse − Säugetiere: Gartenschläfer, Haselmaus, Zwergfle- dermaus, Wasserfledermaus Die Stadt Bonn erstellte dann im Folgenden das Arten- schutzkonzept Bonn Nord-West. Hier wurden folgende Arten im Betrachtungsraum erfasst: − Feldlerche und Bluthänfling (Ackerflächen zwi- schen Milchgasserweg und Terrassenkante) − Fledermäuse (Rheinufer, Bereich Mondorfer Fähre) − Haselmaus (Auf dem Lausacker) Für den Artenschutz und die Artenförderung sind die strukturgebenden Landschaftselemente, Gewässer und deren Ufer sowie die zusammenhängenden Ackerflä- chen von großer Bedeutung. Zusammenfassend heißt das: + zusammenhängenden Ackerflächen bieten poten- tiell Lebensraum für die Arten der offenen Feldflur + mehrere streifenförmige Gehölzstrukturen und Wäldchen bieten Deckung, Vernetzung und Nahrung + Insbesondere für Fledermäuse haben diese lini- enförmigen Strukturen gemeinsam mit den noch relativ naturnahen Bereichen des Rheinufers eine Bedeutung als Leitstrukturen + der Rhein selbst bildet mit seinen mehr oder weni- ger naturnahen Uferbereichen eine Leit- und Ver- netzungsstruktur von überregionaler Bedeutung für Zug- und Wasservögel und viele Fischarten + Graswege innerhalb der Ackerflächen sind wich- tige Strukturen für Feldvögel, insbesondere Reb- hühner und FeldlerchenSeite 29 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten27bgmr Landschaftsarchitekten 3. Bewertungen und Maßnahmenvorschläge Abbildung 1: Im Rahmen der Potentialanalyse berücksichtigte Biotope Teilgebiet Graurheindorf Nord Abbildung 2: Im Rahmen der Potentialanalyse berücksichtigte Biotope Teilgebiet Graurheindorf Süd Abb. 56 Abbildung aus der „Ökologische Potentialanalyse für Gebiete in Graurheindorf“ der Biologische Station Bonn/Rhein-Erft e.V.Seite 30 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten28bgmr Landschaftsarchitekten Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Selbermachen und Identität Klimaresilienz Überflutungsvororge und Klimaanpassung Abb. 57 MUTABOR: Hitzebelastung Tag (Zukunft), Ausschnitt KLIMARESILIENZ Wasser und Hitze Im Bereich der Klimaresilienz spielen Grün- und Land- schaftsräume im Sinne der Klimaanpassung für den Kaltluftaustausch, die Kaltluftentstehung und als Hitze- ausgleichsraum für die Bewohner*innen eine tragende Rolle. Gleichzeitig haben nicht umgebrochene Grün- landflächen als Kohlenstoffsenke für den Klimaschutz eine Bedeutung. Die hier gezeigten Karten aus den Forschungsvorhaben zur Stadtklimaanalyse Bonns: ZURES - Stadtklimaana- lyse für die Stadt Bonn (2018) und MUTABOR - Unter- suchung zur Anpassungskapazität der Stadt Bonn bei Hitzestress (2023) zeigen zusammenfassend für den Projektraum der Rheingärten, die Bedeutung: + des Grünkorridors in Bonn als nächtliches Kalt- luftentstehungsgebiet und in Teilen Ausgleichs- raum am Tag + der wenigen schattigen Siedlungsrandbereiche und gehölzbestandene Flächen als Ausgleichsraum für Hitzebelastete Siedlungen am Tag + der Gewässer (Rhein und Rheindorfer Bach) als kühlender Raum am Tag + des offenen Landschaftsraums als nächtliches Kaltluftabflussgebiet Gleichzeitig zeigen die Karten die Herausforderungen: + der freien Ackerflächen, die bei Tag extrem hitze- belastet sind, mit Strahlungswirkung in angren- zende Bereiche + die geringen Möglichkeiten, schattige Ausgleichs- räume in siedlungsnähe zu erreichen Weiterhin tragen die nicht als Ackerland genutzten Brach- und Gehölzfluren zu einer Reduktion der Hit- zebelastung bei Tag bei und sind daher unbedingt zu erhalten. Ein weiteres zentrales Thema bei der zukünftigen Aus- richtung des Projektraumes ist die Hochwasservorsorge. Neben dem Überschwemmungsgebiet des Rheins ent- lang der Uferbereiche wird auch die Umverlegung des Rheindorfer Bachs entlang eines ehemaligen Altarms als ebendiese begriffen. Gleichzeitig bietet sich hierbei die Möglichkeit, Maßnahmen des Hochwasserschut- zes, mit Maßnahmen der Gewässerrenaturierung und weiteren Maßnahmen der biologischen Vielfalt sowie einer naturverträglichen Naherholung zu bündeln. Die Planung zum Rheindorfer Bach wurde im Rahmen dieses Projektes nachrichtlich, mit dem Planstand von August 2021 übernommen. Die Umsetzung der Bachumlegung ist für die zukünftige Entwicklung des Landschaftsraumes prägend, da durch die Umverlegung große Teile der landwirtschaftlichen Fläche aufgegebenSeite 31 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten29bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 58 MUTABOR: Hitzebelastung Nacht (Zukunft) , Ausschnitt Abb. 59 Stadtklimaanalyse Bonn: Kaltluftvolumendichte 2018, AusschnittSeite 32 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten30bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 60 Analyseplan: Wasser Abb. 61 Überflutung Rhein Abb. 62 Rheindorfer Bach Überschwemmungsgebiet Rhein Planung zur Umverlegung Rheindorfer Bach Starkregengefahr extremes Ereignis (Starkre- gengefahrenhinweiskarte NRW)Seite 33 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten31bgmr Landschaftsarchitekten werden müssen und eine neue Qualität (Renaturierter Gewässerverlauf) im Raum hergestellt werden wird. Der jetzige Planungsstand wird bei der Benennung von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen für die Rheingär- ten beachtet und wo möglich vorausschauend darauf reagiert. Gleichzeitig werden sich mit einer Umverle- gung Nebenflächen ergeben, auf denen die jetzige Nut- zung nicht oder schwer aufrechterhalten werden kann. In einer langfristigen Perspektive entstehen hier Poten- tialflächen für den ökologischen Ausgleich des Eingrif- fes durch die Bachumlegung oder Nutzung der Flächen im Sinne der Naherholung, gärtnerischen Nutzung, neue Wegeanschlüsse und einer weiteren naturnahen Gestaltung sowie ökologischen Aufwertung. Dafür ist eine enge Abstimmung im Planungsprozess des Rhein- dorfer Bachs zwischen Renaturierung und Zielsetzun- gen für die Aufwertung und Gestaltung der Rheingärten zielführend. Mit der Umverlegung und Renaturierung des Rheindorfer Baches werden Flächen im Sinne der Schwammlandschaft geschaffen, die zum Wasserrück- halt, zur Kühlung und Biodiversität beitragen. Abb. 63 Mögliche Flächenpotentiale, die durch die Bachumlegung entstehen E F A Bestand: Landwirtschaftliche Fläche >> Bewirtschaftung nicht wirtschaftlich, zu klein B Bestand: Landwirtschaftliche Fläche >> Bewirtschaftung eingeschränkt, bisher zusammen bewirtschaftete Flächen werden durch Umlegung zerschnitten C Bestand: Gärten/Grabeland >> möglicherweise zu kleinteilig D Bestand: Gärten/Grabeland >> Neustrukturierung oder Nutzungsaufgabe E Bestand: öffentliche Grünfläche >> zerschnitten durch neue Wegeführung, Lage und Gestaltung prüfen F Bestand: derzeitiger Bachverlauf >> wird aufgegeben >> Potential für neue naturnahe Grünanlage A A A B C C D D DSeite 34 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten32bgmr Landschaftsarchitekten Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Selbermachen und Identität Klimaresilienz Überflutungsvororge und Klimaanpassung Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Gärtnern und Identität Stärken + regional produzierte und vermarktete Lebensmittel, Beitrag zur gesunden und nachhaltigen Ernährung + hohe Bodenwertzahlen + ortsansässige Landwirte, die die Produkte Vorort vermarkten >> schafft Identität und Verbundenheit + Freihalten des Raumes und Erhalt des Charakters des Landschaftsraumes durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung + Möglichkeiten des individuellen Gärtnerns im Grünen Korridor Rheindorfer Bach + Positivbeispiel im Umfeld (Grünes C): Prinzip der Mietflächen zum Gemüse ernten (Gemeinschafts- acker) angeboten durch Landwirte + Naturverträgliche Pflege durch Schafbeweidung der Rheinaue Hersel zugunsten offenlandliebender Arten Herausforderungen − zunehmende Siedlungsentwicklung in den Randsiedlungen Bonn >> Zunahme von Freizeitsuchenden − Klimawandel: Trockenperioden, Starkregenereignisse und Überschwemmungen (Hochwasser) − Bachverlegung Rheindorfer Bach zerschneidet teilweise landwirtschaftliche Flächen und erschwert so die Wirtschaftlichkeit und Bearbeitung − PIK oder Kompensationsmaßnahmen auf landwirtschaftlicher Bewirtschaftsform abstimmen >> z.B. führen Blühstreifen durch Sameneintrag zu Konflikten beim Gemüseanbau, Gehölzpflanzungen hinge- gen eignen sich gut, Blühstreifen sind bei Getreideäckern sinnvoll − Bewirtschaftung braucht Zufahrten und oft die gesamte Wegelänge für das Ernten >> Herausforderung für die Anordnung von Gehölzergänzungen − Nachfrage an gärtnerischer Nutzung steigt >> Flächenangebot ist begrenzt − gärtnerische Nutzung ist beschränkt auf eine kleine Gruppe an Nutzer*innen − Regelungen zum Grabeland fördern, da Zäune und Bauten sehr provisorisch sind >> eingeschränkte Ästhetik, Grabeland bildet in Abschnitten den Ortsrand 3.1 ZUSAMMENFASSUNG: STÄRKEN UND HERAUSFORDERUNGEN Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Produktive Landschaft Landschaftsschutz, Nahrungsmittelproduktion, Selbermachen und Identität Klimaresilienz Überflutungsvororge und Klimaanpassung Klimaresilienz Wasser und Hitze Stärken + Planung zur Umverlegung Rheindorfer Bach >> Gewässerrenaturierung und Hochwasserschutz + Bedeutung Grünkorridor Bonn als Kaltluftentstehungsgebiet und ergänzender Ausgleichsraum für die Anwohner*innen der angrenzenden Siedlungen + Bedeutung Landschaftsraum für Kaltluftstromabfluss + Bedeutung Randbereiche und gehölzbestandene Flächen als Ausgleichsraum für Hitzebelastete Siedlungen Herausforderungen + Überschwemmungsgebiete >> Neue Wegebeläge und Angebote müssen darauf abgestimmt sein + offene landwirtschaftliche Flächen sind bei Tag extrem hitzebelastet mit Strahlungswirkung in angrenzende Bereiche + wenig Flächenpotentiale für großräumige Beschattung + Baum- und Gehölzergänzungen für Beschattung an Wegen im Einklang mit der landwirtschaftli- che NutzungSeite 35 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten33bgmr Landschaftsarchitekten Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz tive Landschaft ftsschutz, smittelproduktion, chen und Identität silienz ngsvororge aanpassung Biologische Vielfalt Stadt-Natur, Naturerfahrung und Artenschutz Stärken + Bestand an Gehölzflächen und Baumstrukturen an den Ortsrändern, Rheinufer, in den land- wirtschaftlichen Flächen + Überschwemmungsbereiche am Rhein – Grünlandbereiche, Herseler Rheinaue + ehemalige Hausmülldeponie in Pflege des BUND >> Potentiale für weitere Aufwertung, Naturerfahrung, Bildungsangeboten + Grünlandflächen am Siedlungsrand Auerberg + Alleebestand Engländerweg + Rheindorfer Bach mit begleitenden Gehölzstrukturen Herausforderungen + Klimawandel und Artensterben + Wegeführung zerschneidet Lebensräume + Freizeitdruck durch den Menschen und freilaufende Hunde + zukünftige Anreicherung der Landwirtschaft mit Randstreifen/Blühflächen >> Zufahrten gewähren, Bereiche für Be- und Entladung freihalten + Umlegung Rheindorfer Bach >> Potential für neuen, erweiterten Lebensraum, naturnahe Gestaltung, Nutzung des alten Bachbettes Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Biologische Vielfalt (Stadt)Natur, Naturerfahrung und Artenschutz ve Landschaft sschutz, ittelproduktion, hen und Identität ilienz gsvororge npassung Lebensqualität Naherholung und Freizeit, Bewegung und Mobilität Stärken + Bestand an Wirtschaftswegen und Fuß- und Radwegen + Vielfältiges Landschaftserleben: Rhein mit Auenbereichen, Landwirtschaft, Obstplantage, klein- teilige Gartenstrukturen, Offener Blick über Terrassenkante + Rheindorfer Bach + Ortsrand Hersel mit Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten (Maßnahme Grünes C) + Highlight Mondorfer Fähre Herausforderungen + Pkw-Aufkommen >> Zugeparkte Straße und Radwege (am Engländerweg), Randbereiche; zu schnell fahrende Autos + Qualität der Bestandwege >> Wirtschaftswege überwiegend sanierungsbedürftiger Asphalt + Wegebreiten oft zu gering für hohen Aufkommen an Rad und Fußverkehr >> Konflikte + Wenig bis fehlende Anbindungen an ÖPNV, insbesondere aus Bornheim kommend + wenig Aufenthaltsmöglichkeiten im Landschaftsraum/wenig Schatten an den Wegen + keine Angebote für Jugendliche und Kinder im Betrachtungsraum auf Bonner Stadtgebiet + Anziehungspunkt Mondorfer Fähre: intensive Nutzung auch in den Abendstunden, Umfängliches Grillen am Rheinufer, starke Vermüllung + Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr >> Wunsch nach Entzerrung von Fuß- und RadverkehrSeite 36 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten34bgmr Landschaftsarchitekten Aus den thematischen Analysen, den Diskussionen mit den Anwohner*innen und Abstimmungen mit den Fachämtern ist ein Maßnahmenpool mit der überge- ordneten Zielstellung „Die Eigenart der Kulturlandschaft weiterentwickeln und in Bezug auf Biodiversität, Artenschutz, Land- schaftsbild und Erholung qualifizieren.“ entstanden. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten, ökologischen Ausprägung, Lage und Akteursbezogenheit wurden die Maßnahmen vier räumlichen und thematischen Ziel- stellungen zugeordnet: + die Schaffung einer Vielfältigen Wasserlandschaft am Rheindorfer Bach und Rhein + die Aufwertung zu einer Strukturreichen Feldlandschaft + die Entwicklung des Grünen Korridors zu einem „Naturnahen Gartenland“ + die behutsame Entwicklung einer naturverträgli- chen Erholungslandschaft 4. MASSNAHMEN SYNERGIEN SCHAFFEN! MASSNAHMEN BÜNDELN! Grüner Korridor „naturnahes Gartenland“ Vielfältige Wasserlandschaft Strukturreiche Feldlandschaft Terrassenkante Erholungslandschaft Abb. 64 Räumliche und thema- tische ZielsetzungSeite 37 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten35bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHMENLISTE 01) Ausbau Auenweg zum klimagerechten Fuß- und Radweg 02) Sanierung Leinpfad mit Verbindungsweg 03) Öffentliche Grünfläche mit Calisthenic-Anlage und Verlängerung Leinpfad 04) Zufahrt Bootsrampe mit Sitzstufenanlage, Platz und Multifunktionsfläche 05) Aufwertung Auerbergweg als Terrassenkantenweg 06) Ergänzung Baumreihe am Engländerweg 07) Wiederherstellung der historischen Allee an der Kölnstraße 08) Blühende Verkehrsinseln Milchgasserweg und Kreisel Mondorfer Fähre 09) Infopunkte zu Geologie, Landschaftsschutz, Landwirtschaft & Klima 10) Ökologische Aufwertung Brachfläche Klosteracker + Grünes Klassenzimmer 11) Ökologische Aufwertung des Gehölzbestandes Klosteracker 12) Anreicherung der biologischen Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen (Suchraum) 13) Aufstellen von Nistkästen 14) Blaues Klassenzimmer „Wasserlandschaft“ 15) Qualifizierung des Wegenetzes zwischen Graurheindorf und Auerberg 16) Potentialflächen Selbsternte und ökologische Aufwertung (Suchraum) 17) Wildnis-Spielorte für Kinder 18) Aufenthaltsangebot für Jugendliche potentille (langfristige) Maßnahmen in Abhängigkeit mit anderen Projekten/Planungen P1) Lückenschluss der Wegeverbindung von Bonn nach Bornheim entlang der Terrassenkante (Ver- längerung des Auerbergwegs Richtung Hersel - Wegeführung noch festzulegen). P2) Ökologische Aufwertung des aufgegebenen Bachabschnitts in Graurheindorf nach der Umle- gung des Rheindorfer Baches. P3) Ökologische Aufwertung der durch die Bachumlegung entstehenden Einzelflächen aus vorheri- ger landwirtschaftlicher oder gärtnerischer Nutzung. Abb. 65 Verkleinerung Maßnahmenplan (nächste Seite), Original als AnlageSeite 38 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten36bgmr LandschaftsarchitektenSeite 39 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten37bgmr LandschaftsarchitektenSeite 40 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten38bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 01 Ausbau Auenweg zum klimagerechten Fuß- und Radweg Kurzbeschreibung Aufwertung und Ausbau des Auenwegs zum durch- gängigen, komfortablen, klimaangepassten Fuß- und Radweg von Bonn nach Bornheim unter Berücksich- tigung ökologischer, klimatischer, gestalterischer und funktionaler Aspekte. Ausbau zu einem durchgängigen Radweg mit einheitlicher Wegebreite, begleitet durch eine Baumreihe und einzelne Sitzelementen. Der Auen- weg soll die Funktion als Wirtschaftsweg weiterhin beibehalten. Hintergrund Der Auenweg stellt eine wichtige Radwegeverbindung zwischen Bornheim und Bonn dar und ist Teil des NRW Radwegnetzes. Zudem ist er ein Teilabschnitt des inter- nationalen Radfernwegs am Rhein (Euro Velo-Route 15). Der Ausbau des Auenwegs trägt zur Entschärfung des Nutzungskonfliktes zwischen Fuß- und Radverkehr am Leinpfad und Auenweg bei. Zwischen Engländerweg und Rheindorfer Straße ist der Auenweg bereits 4,00m breit und wurde im Zuge des Grünen C´s hergestellt. Ab der Rheindorfer Straße bis zur Bayerstraße weist er größere und kleinere Oberflächenschäden und Kan- tenabbrüche auf. Zudem fehlen Verschattung und Auf- enthaltsmöglichkeiten entlang des Weges. Hinweis: Die Maßnahme beruht auf dem Masterplan Rheinaue der Stadt Bornheim von März 2016. Einzelmaßnahmen 1. Verbreiterung bestehender Asphaltweg zwischen Rheindorfer Straße und Bayerstraße von 3,00m auf 4,00 m (ca. 680m); Erneuerung des kompletten Belages, einschl. Tragschichten 2. Pflanzung von Bäumen südwestlich des Weges, inkl. 1,50 m Randstreifen vom Feld zur Verschat- tung des Weges und der Aufenthaltsorte (Vorrau- setzung: Möglichkeit des Grunderwebs) 3. Schattige Bankstandorte in Randbereichen süd- westlich des Weges 4. Erneuerung Asphaltdeckschicht zwischen Englän- derweg und Rheindorferstraße Hinweis Aufgrund der Trassenführung des überregionalen Rad- wegs auf dem Auenweg wäre perspektivisch eine Ver- breiterung des bestehenden Anschlussstücks zwischen Auenweg und Estermanufer an der Stadtgrene Bonn/ Bornheim von derzeit 3,00 m auf 4,00 m zu prüfen. Das Anschlussstück wurde im Förderrahmen zum Grünen C hergestellt. Eine Verbreiterung hat damit eine langfri- stige Zeitperspektive. Im Zuge von Sanierungsarbeiten könnte auch der Anschluß an den Leinpfad ausgerundet werden. Abb. 66 Verortung Maßnahme 01 Abb. 67 Bestandsbild und mögliches Zukunftsbild AuenwegSeite 41 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten39bgmr Landschaftsarchitekten Kurzbeschreibung Sanierung einer wichtigen Fußwegverbindung entlang des Rheins und Ergänzung in seinem historischen Ver- lauf (Fortführung über den ehemaligen Sportplatz). Lückenschluss im Fußwegenetz und Sperrung für den Radverkehr. Aufwertung des Verbindungsstücks zwi- schen Auenweg und Einlassbauwerk am Rhein. Hintergrund Der Leinpfad ist derzeit für den Rad- und Fußverkehr freigegeben. Durch seine geringe Breite (2,50m) führt dies zu Nutzungskonflikten zwischen Fuß- und Radver- kehr. Zudem ist die bestehende Asphaltdecke durch starken Wurzeldruck sowie durch die Lage im Hoch- wasserbereich des Rheins stark beschädigt. Der Wirt- schaftsweg vom Auenweg/Rheindorfer Straße zum Einlassbauwerk Rhein wird als „Trampelpfad“ genutzt und ist entsprechend ausgetreten. Hinweis: Die Maßnahme beruht auf dem Masterplan Rheinaue der Stadt Bornheim von März 2016. Einzelmaßnahmen 1. Abbruch schadhafte Asphaltdecke 2. Erneuerung des Wegebelages durch wasser- und luftdurchlässiger harzgebundener Wegedecke auf 2,50m Breite (Bestandsbreite) 3. Altbaumbestand mit Schadwirkung (Pappeln) nach Prüfung fällen, Ersatz durch Neupflanzung mit größerem Abstand zum Leinpfad 4. Herstellung Verbindungsstück als Fußweg in wasser- und luftdurchlässiger harzgebundener Wegedecke auf 2,50m Breite (mit Kleingerät befahrbar), inkl. Baumpflanzung Abb. 68 Verortung Maßnahme 02 MASSNAHME 02 Sanierung Leinpfad mit Verbindungsweg Abb. 69 Bestandsbild (oben) und mögliches Zukunftsbild Leinpfad (unten)Seite 42 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten40bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 03 Öffentliche Grünfläche mit Calisthenic-Anlage und Verlängerung Leinpfad Kurzbeschreibung Schaffung von einem öffentlichen Erholungsangebot in Borheim-Hersel, aufgrund fehlender Angebote im Siedlungsraum. Herstellung eines schattigen und kli- maangepassten parkähnlichen Ausgleichsraumes mit Bewegungselementen. Hintergrund Die Fläche des ehemaligen Sportfeldes am Ortsrand von Hersel ist derzeit brachliegend. Zur Kompensation der fehlenden Angebote im Siedlungsraum stellt diese Fläche ein großes Potential als wichtiger Naherholungs- ort und Ausgleichsraum am Rhein dar. Der südliche Teilbereich ist Ausgleichsfläche und wird bereits als Wiesenfläche hergestellt, die Baumpflanzung entlang des zukünftigen Leinpfadverlaufs sind ebenfalls bereits erfolgt. Eine Boulebahn ist bereits angelegt. Hinweis: Die Maßnahme beruht auf dem Masterplan Rheinaue der Stadt Bornheim von März 2016. Einzelmaßnahmen 1. Herstellung Fußwege: zwischen Auenweg und Leinpfad am östlichen Rand der Grünfläche, Ver- längerung Leinpfad bis Ecke Bayerstraße, Abzweig zur Bootsrampe, Ausführung in wasser- und luftdurchlässiger harzgebundener Wegedecke auf 2,50m Breite 2. Entfernung des Bestandsweges parallel zum Sport- feld (Entsiegelung) 3. Anlage extensive Wiesenfläche nördlich des Weges 4. Anlage Rasenflächen mit Sitzmöglichkeiten am Leinpfad und Calisthenic-Anlage (Fitnessmöglich- keiten zur Freizeitnutzung) Abb. 70 Verortung Maßnahme 03 Abb. 71 Bestandsfoto ehemaliger SportplatzSeite 43 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten41bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 04 Zufahrt Bootsrampe mit Sitzstufenanlage und Multifunktionsfläche Kurzbeschreibung Ertüchtigung der Zufahrt Bootsrampe am Leinpfad und Herstellung einer Platzsituation mit gesteigerter Auf- enthaltsqualität am Rhein mit Sitzstufen. Hintergrund Mit der Maßnahme soll die kritische Parkplatzsitua- tion entschärfen werden und eine Verbesserung des zu Wasserlassen der Boote und der Einstiegssituation erreicht werden. Derzeit befindet sich im Kreuzungs- bereich eine große, schadhafte Asphaltfläche. Zudem sollen andere öffentliche Nutzungsaktivtäten mit der Bootsrampe an einem Ort gebündelt werden. Ziel ist mehr Aufenthalt am Rhein mit Blick zur Niederkasseler Werth und zur Bootsrampe herzustellen und die unde- finierte Fläche westlich der bestehenden Zufahrt als multifunktional nutzbare Fläche anzulegen. Hinweis: Die Maßnahme beruht auf dem Masterplan Rheinaue der Stadt Bornheim von März 2016. Einzelmaßnahmen 1. Verbreiterung der Zufahrt Bootsrampe auf 5,00m mit beidseitig Parkplätzen 2. Erneuerung Asphaltbelag 3. Erweiterung bestehende Bootsrampe um 10,00m (Asphalt) 4. Herstellung Platz mit Sonnenliegen und Sitzstufen- anlage aus Leg- und Stellstufen 5. Aufwertung Kreuzungsbereich: Erneuerung Asphaltbelag und mittig angeordnete, runde Pfla- sterfläche zur Verkehrsberuhigung 6. Anlage Multifunktionsfläche: Erneuerung mit wassergebundener Decke, Anlage eines 2,00 m Schotterweg zum Rhein Abb. 72 Verortung Maßnahme 04 Abb. 73 Bestandsfoto BootsrampeSeite 44 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten42bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 05 Aufwertung Auerbergweg als Terrassenkantenweg Kurzbeschreibung Sanierung des Auerbergwegs entlang der Terrassen- kante am Rhein und Ergänzung von schattigen Sitz- gelegenheiten und Aussichtspunkten. Ökologische Aufwertung durch Ergänzung des bestehenden Gehölz- streifens in Richtung Obsthof. Hintergrund Der Auerbergweg ist im Stadtgebiet Bonn ein beste- hender Wirtschaftsweg, der durch die Bewitschaften- den des Obsthofes und der angrenzenden Ackerflächen über die Zufahrt vom Engländerweg genutzt wird. Gleichzeitig wird der asphaltierte Weg für den Fußver- kehr von Erholungssuchenden intensiv genutzt. Der Weg verläuft entlang der eiszeitlich geprägten Ter- rassenkante, welche auch am Tor Herseler Süden des Grünen C´s am Siedlungsrand von Hersel sowie auf dem privaten Wirtschaftsweg bis zur Kläranlage. Gleichzeitig ist der Auerbergweg eine historische Wegeverbindung von Bonn nach Hersel. Die Asphaltdecke des Weges ist in die Jahre gekommen. Mit der Sanierung des Weges wird ein Teilstück eines nachhaltigen landschaftsbezo- genen Wegesystems wiederhergestellt. Dabei spielt auch die ökologische Aufwertung an den Rändern eine bedeutende Rolle. Der bestehende Gehölzsaum am Knick zum Buschdorfer Kirchweg soll entlang des Weges bis zum Obsthof verlängert werden. Das dient ebenfalls der Verschattung des Weges und der Sitzmöglichkeiten an heißen Sommertagen. Einzelmaßnahmen 1. Erneuerung des bestehenden Belages in Asphalt o. Wassergebundene Wegedecke bei Erhalt und Ergänzung von Wegrainen 2. Ergänzung von zwei schattigen Sitzgelegenheiten (Blickpunkte zum Rhein) in die Wiesenfläche bzw. am Randstreifen des Weges 3. Weiterführung der Heckenstruktur auf der Hang- kante, auf westlicher Seite entlang des Weges bis zum Obsthof Abb. 74 Verortung der Maßnahme 05 Abb. 75 Ausschnitt Maßnahmenplan - Gehölzpflanzungen Abb. 76 Vision AuerbergwegSeite 45 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten43bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 06 Ergänzung der Baumreihe und des Strauchbestandes am Engländerweg Kurzbeschreibung Aufwertung und Ergänzung des straßenbegleitenden vorhandenen Gehölz- und Baumbestandes am Eng- länderweg im Sinne einer Steigerung der biologischen Vielfalt und der Artenförderung. Hintergrund Die Gehölze und Baumreihe entlang des Engländerwe- ges bilden ein wichtiges strukturgebendes Element im Landschaftsraum, gleichzeitig bieten sie eine schattige Radwegeverbindung und sind Lebens-, Nahrungs- und Brutraum für Vögel. Der Bestand zeigt eine lückenhafte Baumallee und schat- tige, struktur- und artenreiche Gebüsche im westlichen Abschnitt. Der östliche Abschnitt der Gebüschsäume ist noch lückig und artenarm. Mit einer Aufwertung könne große Potentiale für gebüschbrütende Vögel ange- boten werden. Im nördlichen Abschnitt am Klärwerk sind ca. 197m als gesetzlich geschützte Allee nach § 41 LNatSchG eingetragen. Einzelmaßnahmen − zu pflanzende Baumart: Hainbuche und Vogelbeere − Ergänzung von bis zu zehn Bäumen am südlichen Ende Nähe Kölnstraße − Ergänzung von drei Bäumen am nördlichen Ende − Ergänzung Gebüschsäume im östlichen Abschnitt mit heimischen, beerentragenden Gehölzen Hinweise Im weiteren Planungsverlauf bedarf es noch Abstim- mungen mit den Versorgungsträgern und Beach- tung von ggf. Anforderungen aufgrund der Lage im Überschwemmungsgebiet. Abb. 77 Verortung Maßnahme 06 Abb. 78 Engländerweg Blick Richtung Obsthof Abb. 79 Gehölzbestand entlang der ObstplantageSeite 46 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten44bgmr Landschaftsarchitekten Kurzbeschreibung Wiederherstellung der historischen Allee entlang der Kölnstraße durch beidseitige Ergänzung des vorhan- denen Baumbestandes. Dadurch wird zum einem ein historisches Landschaftselement und strukturgebendes Element wieder hergestellt und zum anderen eine klare Raumkante zwischen Landschaft und Ortsteil Busch- dorf, insbesondere mit Blick auf zukünftige bauliche Entwicklungen südliche der Straße, angelegt. Gleich- zeitig ermöglicht die Allee eine Verschattung des beste- henden Radweges zwischen Bonn und Bornheim. Hintergrund Die Kölnstaße ist eine 4,5 km lange Ausfallstraße vom Bonner Stadtzentrum bis zur Stadtgrenze im Ortsteil Buschdorf und verläuft von dort weiter durch Born- heim-Hersel als Elbestraße in Richtung Köln. Sie bildet die südliche Grenze des Landschaftsraumes der Rhein- gärten zu Buschdorf. Auf Bonner Stadtgebiet ist die bestehende Allee auf einer Länge von ca. 2.300 m als gesetzlich geschützte Allee nach § 41 LNatSchG einge- tragen. Im Projektgebiet ist die historische Allee kaum noch vorhanden. Vorherrschende Baumarten sind Win- terlinde und Baumhasel. Ausführung − zu pflanzende Baumart, gemäß Landschaftsplan Kottenforst: Winterlinde − Abstände in Anlehnung an die bestehende Allee Hinweise Im weiteren Planungsverlauf bedarf es noch Abstim- mungen mit der Verkehrsplanung sowie den Straßen- baulastträger (Land NRW), um z.B. die Einhaltung von Sichtdreiecken an Einmündungen zu berücksichtigen. Es bedarf auch einer Abstimmung mit den aktuellen Stadtentwicklungsvorhaben auf der siedlungszuge- wandten Seite und ggf. Privateigentümern. MASSNAHME 07 Wiederherstellung der historischen Allee an der Kölnstraße Abb. 80 Verortung Maßnahme 07 Abb. 81 Vision Allee an der KölnstraßeSeite 47 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten45bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 08 Blühende Verkehrsinseln Milchgasserweg und Kreisel Mondorfer Fähre Kurzbeschreibung Das bestehende Verkehrsgrün an der Ecke Milchgasser- und Engländerweg (zwei Teilflächen, je ca. 70 m²) und der Kreisel an der Mondorfer Fähre (Buswendeschleife, ca. 300 m²) sollen durch eine Erneuerung der Vegeta- tion und eine Extensivierung der Pflege biodiverser und artenreicher werden. Hintergrund Die drei bestehenden Flächen sind derzeit als Verkehrs- grün (Rasenfläche) angelegt und gepflegt. Eine Auf- wertung der Flächen könnte im Rahmen des bereits praktizierten und erfolgreichen Wiesenprogramms der Stadt Bonn oder durch eine insektenfreundliche Stau- denmischung durch die städtische Grünpflege erfolgen. Um diese Flächen als Lebensraum für Insekten, wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen zu nutzen, soll- ten sie mit heimischen Wildpflanzen bepflanzt werden (z.B. Kornblume, Klatschmohn, Margerite oder Malve). Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Pflanzung eines großkronigen Baums auf der östlichen Fläche der Verkehrsinsel Ecke Milchgasserweg. Mögliche Ausführung − extensive Wiesenflächen mit heimischen ausdau- ernden Arten − insektenfreundliche Staudenmischung − „Baumscheibenmischung Typ Bonn“ − Pflanzung eines großkronigen Baums Hinweis: Bei Pflanzung eines großkronigen Baumes müssen die ggf. notwendigen Anforderungen (Lichtraumprofil, Abstand zum Fahrbahnrand, ect.) aufgrund der Gewähr- leistung der Zufahrtsmöglichkeit für landwirtschaftliche Fahrfuge berücksichtigt werden. Abb. 82 Verortung Maßnahme 08 Abb. 83 Beispiel Blühende Verkehrsinsel Abb. 84 Bestandsituation VerkehrsinselnSeite 48 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten46bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 09 Infopunkte zu Geologie, Landschaftsschutz, Landwirtschaft & Klima Kurzbeschreibung Informationssystem in Form von einfachen, sich in die Landschaft einfügenden Schildern oder Tafeln mit Informationen zu den Besonderheiten der Landschafts- schutzgebiete. Der Informationsfokus soll auf den geologischen, historischen und Landschaftlichen Gege- benheiten des Ortes liegen sowie auf die Schutzauswei- sung und Verhaltensregeln hinweisen. So können die Eigenarten der Landschaft im Sinne der Natur-, Umwelt- und Landwirtschaftsbildung vermittelt werden. Die Informationsschilder Um dem Landschaftsschutz zu entsprechen sollen nur punktuell Schilder und diese minimalinvasiv aufgestellt werden. Hintergrund Zur Wertschätzung und dem Bewusstsein eines sensib- len Umgangs mit der Landschaft gehört ein einfaches Kommunikationskonzept mit „beiläufiger“ Wissensver- mittlung direkt vor Ort. Als Kommunikationselemente sollen einfache landschaftsverträgliche Schilder Infor- mationen transportieren. Als Zielgruppe sollten die Menschen aus der direkten Nachbarschaft, die sich hin- und wieder oder regelmäßig in der Fläche bewegen sowie Besucher*innen, die über die ausgewiesenen Radrouten in die Landschaft kommen. Mögliche Ausführung − Infoschild Feldlandschaft am Auerbergweg (Terrassenkante) − Infoschild Wasserlandschaft (erst nach Fertigstel- lung Rheindorfer Bach – am Mündungsbereich) − Infoschild Gartenland (Wegekreuzung) − Infoschild Rheinaue Hersel am Auenweg − Nutzung innovativer Pfostenverankerungstechnik „Wurzelpfähle“ für einen minimalinvasiven Einbau − Infobänke: Kurzinformationen auf besonderen Bänken Abb. 85 Verortung der Maßnahme 09 Abb. 86 Beispiel Infobank Abb. 87 Beispiele InfoschilderMit Blick auf die RheinaueRheingärten Bonn-BornheimSeite 49 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten47bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 10 Ökologische Aufwertung der Brachfläche Klosteracker + Grünes Klassenzimmer Kurzbeschreibung Ökologische Aufwertung der ehemaligen Hausmüll- deponie. Entwicklung zur Halboffenlandschaft, z.B. als Streuobstwiese und Integration eines Grünen Klassenzimmers. Hintergrund Es handelt sich um eine strukturreiche Gehölzfläche auf dem ehemaligen Hausmülldeponiegelände. Teilberei- che wurden durch den BUND Bonn als Naturschutzflä- che gepflegt. Aus Kapazitätsgründen konnte die Pflege lange Zeit nicht umfänglich getätigt werden, sodass die zentrale Wiesenfläche und die Obst-/Nussgehölze einen starken Pflegerückstand haben. Gemäß BUND sind aktuell nur ein Obstbaum plus natur-ausgesäte Walnussbäume auf der Wiesenfläche vorhanden. Es dominieren Hartriegelbüsche und Brombeeren. Der Landschaftsplan Kottenforst setzt das Ziel minde- stens 50% der Fläche offen zu halten. Eine Aufwer- tung/ Neuherstellung der Wiesenflächen und des Obst-/Nussbaumbestandes gemäß den Ausführungen der ökologischen Potentialanalyse Graurheindorf der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft e.V. ist auch aus Sicht des BUND wünschenswert. Die Brachfläche Klosteracker ist gleichzeitig ein poten- tieller Standort für ein Grünes Klassenzimmer. In Kooperation mit dem BUND könnte so ein Lernort zur Natur und Landwirtschaft für Kinder und Jugendliche entstehen. Einzelmaßnahmen − Aufwertung/ Erneuerung Streuobstwiese mit Einsaatstreifen zur Förderung der Blüh- und Insektenvielfalt − Ergänzung von Nisthilfen für den Feldsperling, z.B. Nistkästen an 2 m hohen Stecken, (siehe Maß- nahme 13) − Anlage eines Grünen Klassenzimmers aus Baum- stümpfen (Beachtung: keine großen Bodenein- griffe möglich aufgrund Schadstoffbelastung – max. 30 cm) − Maßnahmen zur Verhinderung unsachgemäßem Zugangs und Nutzung der Fläche, z.B. Wildtierge- rechte Einzäunung mit Freibord zum Boden oder dornige schwer durchdringliche Ränder − Erstellung eines Pflegeplans Abb. 88 Verortung der Maßnahme 10 Abb. 89 Beispiel Grünes KlassenzimmerSeite 50 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten48bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 11 Aufwertung Gehölzbestand Klosteracker Kurzbeschreibung Sensible und naturnahe Aufwertung des „Wäldchens“ im „Auf dem untersten Klosteracker“. Hintergrund Die Gehölzfläche ist eine der wenigen strukturgeben- den Elemente in der sonst offenen Feldlandschaft. Die Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft e.V. bewertet in ihrer ökologischen Potentialanalyse Graurheindorf (2022) das „Wäldchen“ als wichtiges Trittsteinbiotop für verschiedene Tierarten mit gleichzeitig fehlen- den Strukturen als Reproduktionsraum für Höhlen- bewohner. Zudem kann die Fläche als Leitstruktur für Fledermäuse relevant sein. Vorherrschend sind Laub- baumarten wie Birken, Pappeln, Kiefern, Bergahorn, Roteiche und Traubeneiche. Maßnahmen − Punktuelle Auslichtung im Gehölzinneren und Pflege des dichten und gestuften Strauchsaumes gemäß Festsetzungen im Landschaftsplan − Anbringen von Unterschlupfkästen für Haselmaus und Gartenschläfer − Anbringen von Nistkästen für Brutvogelarten wie Mönchsgrasmücke, Zaunkönig und weitere (siehe Maßnahme 13) Abb. 90 Verortung der Maßnahme 11 Abb. 91 BestandSeite 51 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten49bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 12 Anreicherung der biologischen Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen Kurzbeschreibung Integration von ökologische Aufwertungsmaßnah- men in landwirtschaftlich genutzten Flächen, die zur Erhöhung der biologischen Vielfalt und des Arten- schutzes beitragen. Diese Maßnahmen bedürfen einer engen Abstimmung mit, bzw. Initiative von Flächennutzer*innen und -eigentümer*innen. Hintergrund Um die natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser zukünftig intensiver zu schützen und die biologische Vielfalt sowie den Artenschutz zu fördern, ist es wich- tig, Landwirtschaft verstärkt auf eine ökologische Land- bewirtschaftung umzustellen. Produktionsintegrierte Maßnahmen sind ein zentraler Ansatz, um die land- wirtschaftliche Nutzung fortzuführen und gleichzeitig eine Optimierung im Sinne des Naturschutzes, der Kli- maanpassung und der landschaftsbezogenen Erholung zu ermöglichen. Dieser Prozess zieht sich in Abhän- gigkeit zu den jeweiligen betrieblichen Möglichkeiten über einen längeren Zeitraum hin. Durch verschiedene Formen der produktionsintegrierten Maßnahmen können Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam profitieren, sofern das Vorgehen mit dem Betriebskon- zept des landwirtschaftlichen Betriebes vereinbar ist. Mögliche PIK-Maßnahmen − Pflanzung von dauerhaften Strukturen, wie Ein- zelbäumen, Baumreihen, Kleingehölzgruppen, Hecken oder Wegrainen − Einsaat von Blühstreifen (einjährig/permanent) in Abstimmung mit Anbauart auf dem Acker − Feldlerchenfenster − Doppelter Reihenabstand im Getreide − Verwendung von Regiosaatgut − Extensivierung zu Dauergrünland − Reduzierung der Bodenbearbeitung − Anpassung von Mahdterminen − Verlängerung der Stoppelbrache bei Getreideanbau Hinweis Produktionsintegrierte Maßnahmen werden über die GAP gefördert und werden durch die Landwirt*innen freiwillig umgesetzt. Im Projektraum bietet sich auf- grund der Flächenverhältnisse vornehmlich diese Art der Finanzierung an. Für eine fachliche Unterstützung sollte hier die Landwirtschaftskammer NRW hinzuge- zogen werden. Zusätzliche Möglichkeiten Eine Anreicherung der biologischen Vielfalt auf land- wirtschaftlichen Flächen kann auch über Kompensati- onsmaßnahmen nach der Eingriffsregelung erfolgen. Flächenpotentiale für Kompensationsmaßnahmen nach der Eingriffsregelung werden jedoch derzeit als gering eingeschätzt. Ein finanzieller Ausgleich könnte z.B. über ein Kompen- sationskataster erfolgen. Gleichzeitig braucht es hier die Unterstützung landwirtschaftlicher Fachleute wie der Landwirtschaftskammer, mit der im Rahmen dieses Projektes bereits Kontakt aufgenommen wurde. Abb. 92 Suchraum Maßnahme 12 Abb. 93 Beispielbilder für ökologisch angepasste LandwirtschaftSeite 52 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten50bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 13 Mit-Mach-Aktion(en): Aufstellung von Nistkästen für die Artenvielfalt Kurzbeschreibung In Form einer Kinder- und Jugendaktion können „Nistkä- sten“ als Artenschutz-, Artenförderungs- und Umwelt- bildungsmaßnahme aufgestellt werden. Bestandteile sind der Bau, die Aufstellung und die Unterhaltung/ Pflege von Nistkästen in einem Kooperationsmodell mit den lokalen Schulen, Kitas und oder Vereinen. Hintergrund Die Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft e.V. hat in ihrer ökologischen Potentialanalyse Graurheindorf (2022) viele Potentiale für Nisthilfen benannt, um ver- schiedene Vogelarten, Fledermäuse oder Haselmaus und Gartenschläfer im Gebiet zu unterstützen und zu fördern. Vor dem Hintergrund diverser Schulen und Kitas sowie engagierter Bürger*innen und Vereine in den angren- zenden Quartieren bietet sich eine Aktion zum Bau und der Aufstellung von Nistkästen an. Einzelmaßnahmen − Kooperationspartner in Schulen, Vereinen, Firmen und Einrichtungen für Aktion finden − Organisation und Bereitstellung von Bausätzen für Nistkästen an Akteur*innen, die bereit sind, diese anzufertigen, aufzustellen und zu betreuen − Anprechpartner*in in der Verwaltung Abb. 94 Nisthilfe (CC BY-SA 4.0 Deed; Dmitry Ivanov) Abb. 95 Verortung Maßnahme 13Seite 53 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten51bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 14 Blaues Klassenzimmer „Wasserlandschaft“ am Rheindorfer Bach Kurzbeschreibung Herstellung eines „Blauen Klassenzimmers“ als Lernort für Schulklassen und Kitagruppen mit Bezug zum Rhein- dorfer Bach. Der Fokus liegt hier auf der Umweltbildung vor allem für Kinder und Jugendliche. Hintergrund Das „Blaue Klassenzimmer“ ermöglicht den Kindern und Jugendlichen ein hautnahes naturverträgliches erleben und erkunden des Gewässers. Damit entsteht ein Freiluftlernort, der Kindergarten- und Schulkindern ermöglicht, das Ökosystem Bach mit all seinen Facetten aus der Nähe zu erfahren. Mit der Fertigstellung der Umlegung des Rheindorfer Baches gibt es die Möglichkeit, dass ein durchgängiger Weg entlang / in der Nähe des Rheindorfer Baches von der Jahnschule bis zum neuen Mündungsbereich ent- steht. Am Rheindorfer Bach treffen Hochwasserschutz, Klimaanpassung, Bachrenaturierung und Naturerleben aufeinander, welches entlang der bestehende Wege an verschiedenen Orten (ohne zusätzliche Maßnahmen) sichtbar und erlebt werden kann. Dadurch entstehen langfristig weitere Potentiale der Umweltbildung. Ein „Blaues Klassenzimmer“ könnte Startpunkt für einen Informationsspaziergangs entlang des Rheindorfer Baches sein. Mögliche Anhaltepunkte entlang des Weges sind z.B.: der neue Mündungsbereich, der neue Verlauf in der ehemaligen Altarmrinne des Rheins, die Wasserübergabestation, die Retentionsflächen gegen- über dem Haus Müllestumpe. Ausführung „Blaues Klassenzimmer“ Die Ausführung des „Blauen Klassenzimmers“ in Gewäs- sernähe oder direkt am Bachbett soll naturverträglich mit minimalen baulichen Eingriffen erfolgen. Ein Treff- punkt und Aufenthaltsbereich kann mit einfachen Find- lingen, Steinquadern oder Holzstümpfen oberhalb der Böschung oder in einem Aufweitungsbereich bzw. Sei- tenarm eingerichtet werden. Ein Zugang zum Wasser kann mit Trittsteinen ermöglicht werden. Grundsätzlich ist eine Anlage so zu errichten und betreiben, dass keine schädlichen Gewässerveränderungen zu erwarten sind und die Gewässerunterhaltung nicht erschwert wird. Ein blaues Klassenzimmer wäre im bestehenden Verlauf an der Jahnschule denkbar. Nach Abstimmungen mit der UNB und dem TIefbau- Abb. 96 Beispiel „Blaues Klassenzimmer“ amt kommt voraussichtlich lediglich der Standort an der Jahnschule infrage. Angedacht war ein Standort an der zukünftigen Bachumlegung. Eine Einrichtung an er Jahnschule erscheint auch wegen der räumlichen Nähe zu Kita und Schule sinnvoll. Im Verlauf der nächsten Jahre kann über eine Ausweitung des Blauen Klassen- zimmers nachgedacht werden. Für ein Blaues Klassenzimmer bietet es sich an zwei phy- sische Orte einzurichten: Zum einen den Zugang zum Bach oder ein Ort in Sichtweite des Baches und zum anderen einen Ort für weiterführende Untersuchun- gen. Für die Untersuchung von Wasserproben oder Mikroskopierung von Pflanzen kommen schulische Bio- logieräume infrage sowie eine Kooperation mit mobi- len Angeboten, wie dem „Lumbricus - Der Umweltbus“ der Natur- und Umweltschutzakademie NRW. Für die Durchführung des Klassenzimmers können Kooperatio- nen mit örtlichen Umweltverbänden sein, die Fachwis- sen zu der Ökologie von Bächen mitbringen.Seite 54 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten52bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 98 Beispiel naturverträglicher Zugang zum Wasser Abb. 97 Verortung Maßnahme 14 und bestehender, bzw. geplanter (Bachumlegung) Weg entlang des Rheindorfer Bachs Hinweise Eine Abstimmung und Entscheidung zur Realisierung eines Blauen Klassenzimmers muss mit der UNB und UWB erfolgen. Beispiele für Blaue Klassenzimmer gibt es in verschiedenen Gemeinden. Hier kann sich ggf. Unterstützung zur Planung und Umsetzung geholt werden. Mündungsbereich Deep Time - Verlauf im ehemaligen Rheinarm Wasserübergabestation Retentionsfläche - dem Bach Raum geben Blaues KlassenzimmerSeite 55 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten53bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 15 Qualifizierung des Wegenetzes zwischen Graurheindorf und Auer- berg (Durchwegung Grüner Korridor Rheindorfer Bach) Kurzbeschreibung Ertüchtigung der bestehenden Wege zu einem qualita- tiven Fußwegenetzes durch den Grünen Korridor zwi- schen Auerberg und Graurheindorf. Aufwertung der Wegeverbindung in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung für eine naturverträgliche Besucherlenkung und der sensiblen Erschließung des wichtigen grünen Korri- dors für den dicht besiedelten Stadtteil Auerberg und Graurheindorf. Hintergrund Der im Bonner Freiraumplan (2023) benannte Grüne Korridor Rheindorfer Bach stellt einen bedeutenden grünen Verbundraum innerhalb der Siedlungsgebiete dar. Dieser Raum hat eine große Bedeutung für die bio- logische Vielfalt und ist gleichzeitig ein wichtiger klima- tischer Ausgleichsraum für die Anwohner*innen. Hier liegen verschiedene Freiraumnutzungen dicht neben- einander: gärtnerische Nutzung, Kleingartenanlage, Rheindorfer Bach, u.a.. Im Lausacker gibt es bereits einige historisch begründete unbefestigte Wege (in städtischer Zuständigkeit), die der Erschließung der Par- zellen dienen. Gleichzeitig sind sie wichtige bestehende Verbindungsstücke von der Auerberger Mitte bis zum Rhein und von der Birkheuser Straße zum zukünftigen (nach Bachumlegung) Anschlussstück zur Straße „An der Rheindorfer Burg“. Die Wegeverbindung von der Auerberger Mitte zum Rhein wurde bereits im IEK Auer- berg als wichtige fußläufige Verbindung herausgestellt. Eine Aufbereitung der unbefestigten Wege würde die Begehbarkeit barrierearm machen. Einzelmaßnahmen − Aufwertung des bestehenden unbefestigten Weg (in der Breite des Bestandsweges) für Fußverkehr inklusive Wegweiser zwischen Auerberger Mitte und Rheinufer (Anlage in wassergebundener Wegedecke) − Ertüchtigung bestehender Weg durch den Lausak- ker von Birkheuserstraße Richtung Burg Graurhein- dorf (Aufbereitungsgrad prüfen und abwägen) − Wegeverlängerung über Rheindorfer Bach (nach Fertigstellung Rheindorfer Bach) − Vereinbarung eines Öffnungskonzeptes für eine öffentliche Durchwegung der Kleingartenanlage mit KG-Verband „Burgsiedlung“ − Treppenanlage zwischen Kleingartenanlage und der Straße „An der Rheindorfer Burg“ zur Fußläufi- gen Überwindung der Böschung Abb. 99 Bestandsweg und Vision im Lausacker Abb. 100 Verortung Maßnahme 15Seite 56 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten54bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 16 Potentialflächen Selbsternte oder ökologische Aufwertung Kurzbeschreibung Potentielle Schaffung von Selbsternteflächen und Gemeinschaftsackern für die Bewohnerschaft von Auer- berg und Graurheindorf. Alternativ ist eine ökologische Aufwertung von Einzelflächen (städtischen Flächen) zur Steigerung der biologischen Vielfalt im Grabeland denk- bar (vgl. Maßnahme 12). Hintergrund Die Nachfrage nach Flächen für gärtnerische Nutzung steigt, auch in Bonn und Bornheim. Das Konzept des Gemeinschaftsackers bzw. der Selbsternteflächen gibt einer Vielzahl von Personen die Möglichkeit eigenes Gemüse auf einer gemeinschaftlich genutzten Parzelle anzubauen. Dadurch ist der Flächenbedarf pro Nutzer*in deutlich geringer als bei einer Kleingartenparzelle. Dies fördert zudem das Verständnis für Natur, Lebensmit- telproduktion und Landwirtschaft und schafft darüber hinaus einen Raum für Begegnung und soziale Vernet- zung. Auf dem Lausacker hat Bonn bereits Flächen an die Interessengemeinschaft IG Lausacker abgegeben, die dort im Sinne der Biodiversität, der Nachhaltigkeit und der Gemeinwohlorientierung Flächen ökologisch aufwertet. Für das Konzept des Gemeinschaftsackers bzw. der Selbsternteflächen bedarf es neben der Fläche auch eine Organisator*in und Betreiber*in. Der Betrieb von Selbsternteflächen kann durch eine Einzelperson, z.B. einer lokalen Landwirt*in, durch einen Verein oder einer Organisation erfolgen. Einzelmaßnahmen − Flächensuche für Kooperationsmodelle − Flächensicherung/ Ankauf − Konzepte und Anträge von Initiativen bzw. Grup- pen oder Einzelpersonen aus der Zivilgesellschaft einholen, die als Betreiber*in agieren können − Verträge zur Flächennutzung schließen − Bereitstellung von Mitteln zur Herstellung klein- räumiger Habitate für Nützlinge und zur Förderung der Biologischen Vielfalt (Steinhaufen, Sandarien, Anlage Staudenbeete, Ansitzstangen und weitere) am Rande und zwischen den Beetflächen Abb. 101 Verortung Maßnahme 16 Abb. 102 Selbsterntefläche in BonnSeite 57 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten55bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME 17 UND 18 Angebote für Jugendliche, Wildnis – Spielort / Naturerfahrungsraum für Kinder Kurzbeschreibung Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche durch Sitz- gruppen oder Ähnliches schaffen. Naturbezogener Wildnis-Spielplatz als aktiver Naturer- fahrungsraum und alternatives Angebot zu den her- kömmlichen Spielplätzen. Hintergrund In der Spielleitplanung Auerberg wurde eine der- zeitige Spielflächenversorgung von etwas über 6m²/ Kind < 15 Jahre ermittelt. Damit liegt Auerberg an der unteren Versorgungsgrenze. Gleichzeitig wurde in der Bürgerbeteiligung am 10.04.2024, bei der auch junge Menschen beteiligt waren, mehrfach der Bedarf an naturbezogenen Spiel- und Aufenthaltsflächen und Auf- enthaltsmöglichkeiten für Jugendliche geäußert. Natur- bezogene Spiel- und Aufenthaltsorte können in den Biotopverbund eingebunden werden und spielerisch eine Naturerfahrung ermöglichen und die Wertschät- zung fördern. Bei der Standortauswahl sollte ein Kompromiss zwi- schen Abgeschiedenheit und Einsehbarkeit gewählt werden, um Konflikte zu vermeiden. Möglicher Standort (Suchraum) Durch eine „Neusortierung“ und Anreicherung der Flä- chen am Sportplatz Auerberg und unter Einbezug der städtische Grünfläche an der Brunsgasse entsteht ein Suchraum für die Implementierung von Aufenthaltsange- boten für Jugendliche und einem naturbezogenen Spielort für Kinder. Hinweis Abstimmungen mit dem Sport- und Bäderamt sowie Amt für Kinder, Jugend und Familie. Abb. 103 Verortung Maßnahmen 17 und 18 (Suchraum)Seite 58 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten56bgmr Landschaftsarchitekten MASSNAHME P1, P2 UND P3 Potentielle (langfristige) Maßnahmen in Abhängigkeit mit mit ande- ren Projekten/Planungen Aufgrund der Umlegung und Renaturierung des Rhein- dorfer Baches und der geplanten Schließung des Klär- werks in Bornheim entstehen Flächenpotentiale für Wegeverbindungen und ökologische Aufwertungen. Da diese Potentiale an die Umsetzung anderer Pla- nungen gebunden sind, werden sie hier als mögliche langfristige Maßnahmen benannt. Für eine Konkreti- sierung und Planung bedarf es weiterer Abstimmungen mit anderen Fachämtern. Dennoch sollen sie an dieser Stelle kurz erläutert werden, da dies Maßnahmen- und Flächenpotentiale einen wesentlichen Anteil bei der Entwicklung und Aufwertung des gesamten Land- schaftsraumes haben. Kurzbeschreibung P1) Lückenschluss der Wegeverbindung von Bonn nach Bornheim entlang der Terrassenkante (Verlängerung des Auerbergwegs Richtung Hersel - Wegeführung noch festzulegen). P2) Ökologische Aufwertung des aufgegebenen Bach- abschnitts in Graurheindorf nach der Umlegung des Rheindorfer Baches. P3) Ökologische Aufwertung der durch die Bachumle- gung entstehenden Einzelflächen aus vorheriger land- wirtschaftlicher oder gärtnerischer Nutzung. P1 Eine Besonderheit im Landschaftsraum stellt die eiszeit- lich geprägte Terrassenkante dar, welche am Tor Herse- ler Süden des Grünen C´s am Siedlungsrand von Hersel sowie auf dem privaten Wirtschaftsweg bis zur Kläran- lage und in Bonn entlang des Auerbergweges erlebbar ist und das Landschaftsbild prägend. Im Bonner Stadt- gebiet ist dies der einzig verbleibende Landschafts- raum, wo diese noch erlebbar ist. Der Auerbergweg in Bonn verläuft entlang dieser Terrassenkante bis zum Engländerweg. Zwischen dem Klärwerk am Englän- derweg und dem Spielplatz am Ortsrand Hersel an der Rheindorfer Straße ist die historische Wegeverbindung von Graurheindorf und Auerberg nach Hersel unter- brochen. In Hersel besteht lediglich ein kleines Stück privater Wirtschaftsweg. Für eine durchgängige Fuß- wegeverbindung entlang der Terrassenkante wäre ein Lückenschluss in Bornheim eine langfristige Perspek- tive. Eine genaue Wegeführung muss noch abgestimmt und festgelegt werden. Vor dem Hintergrund, der Pla- nungen zur Schließung des Klärwerks bis 2030, wäre eine mögliche Verlaufsvariante über den Damm des Klärwerks, wenn dieser nach Aufgabe erhalten bleibt. P2 Mit der Umlegung des Rheindorfer Baches wird der bestehende Abschnitt von der Burg Graurheindorf bis zur derzeitigen Mündung in Graurheindorf vom neuen Bachlverlauf abgetrennt. Dieser Abschnitt sollte als Naturraum erhalten bleiben. Bei der weiteren Planung zur Bachumlegung wird daher angeregt den Bacharm weitgehend zu erhalten und als „Feuchtbiotop“ zu ver- sorgen und zu pflegen. Die IG Lausacker hat in diesem Bereich brütenden Eisvögel kartiert und sogar das Vor- kommen der im Tiefland extrem seltenen Krusten-Rot- alge Hildenbrandia rivularis bestätigt. Gerne würde die IG Lausacker in Renaturierungsmaßnahmen den Bach betreffend (im Bereich des Lausackers) eingebunden werden. P3 Der neue Abschnitt des Rheindorfer Baches verläuft zukünftig über derzeit landwirtschaftlich genutzte Flä- chen und durch gärtnerisch genutzte Flächen. Dadurch entstehen kleinere Einzelflächen, die zukünftig nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können und auch die gärtnerische Nutzung neu sortiert werden muss. Diese Flächen bieten deshalb das große Poten- tial einer ökologischen und artenfördernden Auf- wertung. Damit nehmen leisten sie einen großen Anteil an der ökologischen Aufwertung des gesamten Landschaftsraumes.Seite 59 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten57bgmr Landschaftsarchitekten Abb. 104 Verkleinerter Ausschnitt des Maßnahmenplan - enstehen- de Einzelflächen aufgrund der Bachumlegung (P3) Abb. 105 Verkleinerter Ausschnitt des Maßnahmenplan - zukünftig abgetrenter Bacharm (P2) Abb. 106 Verkleinerter Ausschnitt des Maßnahmenplan - mögliche Wegeführung Maßnahme P1Seite 60 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten58bgmr Landschaftsarchitekten 4.1 KOSTENSCHÄTZUNG UND UMSET- ZUNGSHORIZONT Die nachfolgende Übersicht zu den Maßnahmen stellt die zeitliche Perspektive sowie eine überschlägige Kostenschätzung dar. Die zeitliche Perspektive gibt einen groben Rahmen vor, ob eine Maßnahme in näherer Zukunft umge- setzt werden soll oder eine längerfristige Perspektive aufweist. Dies kann durch z.B. andere Planverfahren oder Eigentumsverhältnissen der Fall sein. Die Kosten- schätzung basiert auf dem Konzeptentwurf und gibt eine Ersteinschätzung zu den überschlägigen Bauko- sten plus den anzusätzenden Planungskosten für die Ingenieursleistungen (brutto) an. Als Kostenansatz für die Ingenieursleistungen wurden im Durchschnitt 20% der anrechenbaren Baukosten angesetzt. Dies ergibt sich , bezogen auf die HOAI 2021, aus dem Lei- stungsbild der Freianlagen in der Honorarzone III bei Mindesthonoraratz. Nicht in der Kostenschätzung enthalten sind weitere ggf. anfallende Kosten für den Grunderwerb von Flä- chen, für Gutachten oder Kartierungen (z.B. Boden- gutachten oder Faunistische Kartierungen) sowie alle weiteren Kosten für Beteiligungsformate. Maßnahme Stadtgebiet (Bonn/ Bornheim) Zeitliche Perspektive überschlägige Kosten- schätzung Baukosten + Planungskosten (Inge- nieursleistung), brutto, gerundet 01) Ausbau Auenweg zum klimagerechten Fuß- und Radweg 01a) Anbindung Übergang Stadtgrenze Bonn/ Bornheim Bornheim mittel langfristig 1.260.000 € 116.705 € 02) Sanierung Leinpfad mit Verbindungsweg Bornheim mittelfristig 2.040.000 € 03) Öffentliche Grünfläche mit Calisthenic-Anlage und Verlängerung Leinpfad Bornheim mittelfristig 985.000 € 04) Zufahrt Bootsrampe mit Sitzstufenanlage, Platz und Multifunktionsfläche Bornheim mittelfristig 1.420.000 € 05) Aufwertung Auerbergweg als Terrassenkantenweg Bonn mittelfristig 625.000 € 06) Ergänzung Baumreihe am Engländerweg Bonn kurzfristig 100.000 € 07) Wiederherstellung der historischen Allee an der Kölnstraße Bonn/Bornheim langfristig 465.000 € 08) Blühende Verkehrsinseln Milchgasserweg und Kreisel Mondorfer Fähre Bonn kurzfristig 10.305 €Seite 61 von 65 Interkommunales Projekt Rheingärten59bgmr Landschaftsarchitekten 09) Infopunkte zu Geologie, Landschaftsschutz, Land- wirtschaft & Klima Bonn/Bornheim mittelfristig 8.570 € 10) Ökologische Aufwertung Brachfläche Klosterak- ker + Grünes Klassenzimmer Bonn kurzfristig 55.770 € 11) Ökologische Aufwertung des Gehölzbestandes Klosteracker Bonn kurzfristig 89.205 € 12) Anreicherung der biologischen Vielfalt auf land- wirtschaftlichen Flächen (Suchraum) Bonn/ Bornheim - keine Angaben 13) Aufstellen von Nistkästen (30 Bausätze) Bonn kurzfristig 1.285 € 14) Blaues Klassenzimmer „Wasserlandschaft“ Bonn mittelfristig 37.100 € 15) Qualifizierung des Wegenetzes zwischen Graur- heindorf und Auerberg Bonn mittelfristig 200.000 € 16) Potentialflächen Selbsternte und ökologische Aufwertung (Suchraum) Bonn - keine Angaben 17) Wildnis-Spielorte für Kinder Bonn mittelfristig 85.000 € 18) Aufenthaltsangebot für Jugendliche Bonn mittelfristig 45.000 € Potentielle (langfristige) Maßnahmen in Abhängigkeit mit anderen Projekten/Planungen P1) Lückenschluss der Wegeverbindung von Bonn nach Bornheim entlang der Terrassenkante (Verlän- gerung des Auerbergwegs Richtung Hersel - Wege- führung noch festzulegen). Bornheim langfristig keine Angaben P2) Ökologische Aufwertung des aufgegebenen Bachabschnitts in Graurheindorf nach der Umlegung des Rheindorfer
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de