240974-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Stellungnahme zu CDU-Dringlichkeitsantrag: Bauarbeiten Adenauerallee
Kerndaten
- Nummer
- 240974-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 19.06.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 240974-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Stellungnahme zu CDU-Dringlichkeitsantrag: Bauarbeiten Adenauerallee Beratungsfolge Rat 20.06.2024 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Zu den Auswirkungen des Beschlussvorschlags auf den bereits erteilten Auftrag zur Sanierung der Adenauerallee und die Möglichkeiten einer anderen Querschnittsaufteilung teilt die Verwaltung Folgendes mit: Die derzeitige Planung sieht die dringend notwendige Sanierung von Kanal und Sinkkästen und eine anschließende Deckenerneuerung vor, also einen Eingriff „zwischen den Bordsteinkanten“. Dies wurde sowohl gegenüber den politischen Gremien als auch der breiten Bevölkerung in den vergangenen Monaten wiederholt mitgeteilt. Zum Querschnitt der Adenauerallee Eine Veränderung des Querschnitts der Adenauerallee von Hausfassade zu Hausfassade würde zu einem deutlich längeren Planungsvorlauf, erheblich höheren Kosten, gravierenden Eingriffen und wesentlich längeren Bauzeiten führen. Daran, dass die Adenauerallee hierfür die ausreichenden Breiten besitzt, bestehen Zweifel. Im Anhang dieser Stellungnahme befinden sich Fotos der verschiedenen Abschnitte, um noch einmal besser nachvollziehen zu können, welche Schwierigkeiten für eine erfolgreiche Gesamtplanung bestehen. Die Beispiele zeigen, dass das Schaffen zusätzlicher Fahrbahnflächen einen deutlichen Eingriff in die Seitenbereiche bedeuten kann: er ginge zulasten von dort bestehenden Park- und Lademöglichkeiten, in der Regel satzungsgeschützten Bäumen, und den bestehenden Gehwegen. In DS-Nr. 230853-04 ST hat die Verwaltung bereits erläutert, inwiefern durch einen veränderten Querschnitt der Adenauerallee Platz für eine durchgängige zweispurige Kfz-Führung plus regelkonforme Radverkehrsführung pro RichtungSeite 1 von 8 Seite 2 geschaffen werden kann. Wie dort in Bezug auf den Änderungsantrag mit DS- Nr. 230853-01 AA hin dargestellt wird, stehen diesem Anliegen eine Vielzahl von Engstellen auf der Allee (U-Bahn-Abgänge, Kirchturm, Häuserfassaden, Bäume etc.) entgegen. Unter der genannten DS-Nr. findet sich eine detaillierte Auflistung der für die verschiedenen Verkehrsmittel und Nebenanlagen erforderlichen Breiten und eine Gegenüberstellung der im Straßenraum real zur Verfügung stehenden Querschnitte. Es bestehen Zweifel daran, durchgehend weitere Fahrspuren mit Radverkehrsanlage auf der Fahrbahn zu gewinnen. Der Kfz-Verkehr könnte in dem Fall immer nur abschnittsweise zweispurig nebeneinanderfahren und müsste sich dann immer wieder auf eine Spur verflechten. Eine solche Planung wäre dem Verkehrsfluss nicht zuträglich. Die Leistungsfähigkeit einer Straße wird zudem stärker an den Knotenpunkten als durch die Anzahl der Spuren bestimmt. Daher sieht die Planung vor, sämtliche Abbiegespuren beizubehalten, damit sich Fahrzeuge an Kreuzungen aufstellen können, ohne einen Rückstau zu erzeugen. Ein Umbau der Straße von Fassade zu Fassade mit Beseitigung der bestehenden Zwangspunkte und Engstellen würde einen erheblichen und drastischen Eingriff über einen langen Zeitraum hinweg bedeuten, der aus Sicht der Verwaltung weder verhältnismäßig noch notwendig ist. Für ein solches Umbauprojekt gibt es weder einen politischen Beschluss noch entsprechende Haushaltsmittel. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die immensen Kosten eines solchen Projekts keinerlei Aussicht auf Städtebaufördermittel hätten, wie z.B. beim geförderten Umbau der Bornheimer Straße, weil ein Umbau der Adenauerallee weder Teil eines ISEK noch des Masterplans ist. Die auf der Adenauerallee vorhandenen Verkehrsmengen von rund 20.000 Kfz am Tag und 1.600 Kfz in der Spitzenstunde lassen sich nach den Maßgaben der RASt 06 einspurig abwickeln (vgl. RASt 06, S. 69f). Die konkreten Ergebnisse des Verkehrsversuchs sind noch abzuwarten und werden durch die Verwaltung schnellstmöglich vorgestellt. Auch ist festzuhalten, dass der Kfz- Verkehr auf der Adenauerallee nicht steigt, sondern sinkt. Ende der 1990er- Jahre lag die Verkehrsbelastung noch bei rund 30.000 Kfz am Tag, heute sind es bereits rund 10.000 Fahrzeuge weniger. Die Einrichtung einer sicheren und komfortablen Radverkehrsanlage auf einer Hauptachse im städtischen Verkehrsnetz dient dazu, im historisch gewachsenen Straßenraum Bonns den Verkehr besser abwickeln zu können. Auch der Kfz-Verkehr profitiert davon, wenn mehr Menschen auf den ÖPNV und das Rad umsteigen, weil dann die Straßen freier sind für die notwendigen Kfz-Verkehre.Seite 2 von 8 Seite 3 Folgen des Beschlussvorschlags für den bereits erteilten Auftrag zur Sanierung der Adenauerallee Die Kanalsanierung (Hauptkanal und Sinkkästenanschlussleitungen) sowie die Schachtsanierungen in offener Bauweise sind dringend erforderlich, da das Regenwasser nicht mehr den darunterliegenden Kanal erreicht, sondern im Erdreich versickert. Eine Neuplanung von Fassade zu Fassade würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, in der die Straße nicht mit dem Risiko von Absackungen in Betrieb bleiben sollte, sofern in dieser Zeit eine Sanierung unterbliebe. Nach diesen Bauarbeiten müssen die Fahrbahnen wieder neu markiert werden. Die Arbeiten für die Kanalsanierung und für die Ertüchtigung der Fahrbahn wurden in einer Auftragshöhe von 2,9 Mio. € beauftragt. Der Auftrag beinhaltet ein Auftragsvolumen von ca. 1.375.000 € für die Kanalsanierung und von 1.526.000 € für die Ertüchtigung der Fahrbahn. Insgesamt gibt es auf der Adenauerallee in diesem Bereich 119 Sinkkästen, wovon 25 Sinkkästen inkl. der Anschlussleitungen schadfrei sind. In Summe sind also 94 SK-Leitungen sowie SK-Aufsätze zu erneuern. Die Kanalsanierung (Hauptkanal und Sinkkastenleitungen) duldet keinen weiteren Aufschub, um weitere Hohlräume und daraus resultierende Straßeneinbrüche zu vermeiden Wenn die Arbeiten nun wie geplant fortgeführt werden, müssen bei einer Querschnittsänderung später 119 Sinkkästen versetzt werden, 94 davon, die bereits erneuert wurden, ein zweites Mal. Das reine Versetzen der Sinkkästen liegt laut Angebot bei 630 € (netto) pro Sinkkasten, so dass in Summe ca. 60.000 € (netto) Zusatzkosten entstehen. Würde man stattdessen auf die Erneuerung der 94 Sinkkästen verzichten, bis deren endgültige Lage nach neuer Planung feststeht, bestünde weiter das hohe Risiko der Hohlraumbildung. Bezüglich des Bauvertrags hätte dieser Verzicht eine Kündigung zur Folge. Die hieraus entstehenden Mehrkostenansprüche der Baufirma aus Bauzeitverlängerung und gestörtem Bauablauf usw. lägen ganz erheblich über dieser Summe. Die Verwaltung schlägt daher vor, alle defekten Sinkkästen losgelöst von einer Beschlussfassung über eine Überplanung des Querschnitts sanieren zu lassen. Falls der Rat den Beschluss der BV Bonn bestätigen würde, müssten die Nebenanlagen komplett überplant werden. Die Erneuerung der Entwässerungsrinne und die Asphaltarbeiten könnten dann erst im Zuge des Umbaus der Nebenanlagen durchgeführt werden. Die neuen Sinkästen müssten später an den neuen Bordsteinverlauf angepasst werden.Seite 3 von 8 Seite 4 Für den Fall einer neuen Querschnittsaufteilung käme es zu einem Abbruch der Arbeiten der Baufirma und daraus resultierend zu einem massiven Mehrkostenanspruch aus dieser Behinderung der Leistungserbringung. Je nach Umfang der Planungen kann dies zudem einen langwierigen Planungsprozess bedeuten. Dies stünde der dringend notwendigen Sanierung entgegen, die für eine sichere Befahrbarkeit der Adenauerallee unbedingt durchgeführt werden müsste. Planmäßige Durchführung der Sanierung Den Ausführungen dieser Stellungnahme entsprechend empfiehlt die Verwaltung, die Kanalsanierung wie geplant durchzuführen. Für die Sondersitzung des Mobilitäts- und Verkehrsausschusses sowie die Sitzungen von BV Bonn und Rat nach der Sommerpause ist beabsichtigt, dass die Verwaltung die Ergebnisse des Verkehrsversuchs vorstellt und zudem eine Beschlussvorlage für die Spuraufteilung der Adenauerallee vorlegt. Anlage/n 1 Anhang_Fotos Zwangspunkte Adenauerallee (öffentlich)Seite 4 von 8 Alle straßenbegleitenden Bäume sowie alle Parkplätze und Fahrradständer müssten für eine Straßenverbreiterung entfallen. Bildquelle: CyclomediaSeite 5 von 8 Die U-Bahn-Abgänge legen in mehreren Abschnitten die Fahrbahnbreiten fest. Ein Verlegen der Abgänge ist realistisch nicht möglich, da hierfür keine Flächen vorhanden sind. Bildquelle: CyclomediaSeite 6 von 8 In einigen Abschnitten sind die Häuserzeilen limitierend für den Straßenquerschnitt; eine Verbreiterung der Fahrbahnen wären nur durch Abriss von Häusern möglich Bildquelle: CyclomediaSeite 7 von 8 Abschnitt Villa Hammerschmidt: Nur wenige Teilabschnitte der Adenauerallee weisen einen so breiten Gehweg wie hier auf. An dieser Stelle könnten unter Wegnahme der Betonquader und bei Verschmälerung des Gehweges voraussichtlich zwei Kfz-Fahrspuren neben einem Radweg/Radspur angelegt werden. Dieser Abschnitt ist allerdings lediglich 150 m lang. Bildquelle: CyclomediaSeite 8 von 8
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de