240952 · Beschlussvorlage
Evaluation und Weiterfinanzierung der Hebammen Ambulanz Bonn e.V.
Kerndaten
- Nummer
- 240952
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 29.05.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Empfehlung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Untergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (17.234 Zeichen)
Beschlussvorlage öffentlich 240952 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 53 Gesundheitsamt Dezernat: Dez. II Evaluation und Weiterfinanzierung der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 18.06.2024 Empfehlung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 19.06.2024 Empfehlung Rat 20.06.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Die Evaluation zur Nutzung der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. wird zur Kenntnis genommen. 2. Dem Verein Hebammen Ambulanz Bonn e.V. wird für die Jahre 2025 und 2026 jeweils ein Zuschuss von 79.300 € gemäß des vorgelegten Finanzplans gewährt. Begründung Zu 1.: In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit am 22.11.2023 wurde über den Start der Bonner Hebammenambulanz berichtet (DS 231685). Zuvor hatte der Rat mit Verabschiedung der Haushaltssatzung für den Doppelhaushalt 2023/2024 beschlossen, die Einrichtung einer Hebammenambulanz im Stadtgebiet Bonn in den Haushaltsjahren 2023 mit 30.000 € und 2024 mit 60.000 € zu fördern. Hintergrund war der dringende Appell des Runden Tisches Geburtshilfe im März 2022, Lösungsmöglichkeiten zu suchen, um die geburtshilfliche Situation in Bonn zu verbessern. Mit Hilfe einer Förderbekanntmachung vom 05.07.2023 wurde ein Anbieter für eine Hebammenambulanz gesucht. Ziel einer Hebammenambulanz sollte es sein, die Engpässe in Bonn zu vermindern, die in der vor- und nachgeburtlichen Betreuung von schwangeren Frauen und deren Kindern durch Hebammen vorliegen. Der Verein Hebammen Ambulanz Bonn e. V. hat sich in dem Verfahren als geeigneter Anbieter durchgesetzt und für die Jahre 2023 / 2024 einen Förderbescheid erhalten. Die Einrichtung der Hebammenambulanz in Bonn begann am 01.10.2023 im Gesundheitszentrum St. Johannes Hospital in der Kölnstraße 54. Terminbuchungen waren ab Mitte November 2023 möglich.Seite 1 von 8 Seite 2 Wie im Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit am 22.11.2023 angekündigt, wird im Weiteren über die Inanspruchnahme der Bonner Hebammenambulanz seit Mitte November 2023 berichtet. Das Gesundheitsamt hat eine erste Auswertung zur Nutzung der Hebammenambulanz erstellt. Die Auswertung bezieht sich auf den Zeitraum 13. November 2023 bis 9. April 2024. Die Evaluation soll aufzeigen, ob sich in den ersten fünf Betriebsmonaten Hinweise ergeben, ob die Hebammenambulanz dazu beitragen kann, die geburtshilfliche Versorgung in Bonn zu verbessern. Der Evaluationsbericht ist als Anlage beigefügt. Weitere belastbare Zahlen und Rückmeldungen werden erneut nach einer längeren Laufzeit der Hebammenambulanz evaluiert. Zusammenfassend lässt sich aufgrund der ersten Evaluation folgendes feststellen: Die Hebammen Ambulanz Bonn e.V. hat täglich, außer sonntags, geöffnet. Die Öffnungszeiten sind jeweils von 10 bis 12 Uhr, mittwochs von 14 bis 16 Uhr. Insgesamt wurden 67 Frauen im Zeitraum vom 13.11.2023 bis 09.04.2024 an 169 Einzelterminen mit 226 Leistungen versorgt. Die Hebammenambulanz wurde von Beginn an auch von Frauen genutzt, die bisher keine Hebammenversorgung hatten. Die Hälfte der Nutzerinnen hätte ohne die Hebammenambulanz keine Versorgung erhalten. Die Nutzung der Hebammenambulanz betrifft alle 6 Wochentage, wobei die höchste Anzahl an Dienstleistungen an Samstagen erbracht werden. Auch die Wochen um Weihnachten und Silvester zeigen einen sehr hohen Auslastungsgrad. Die Anliegen betreffen Fragestellungen und medizinische Versorgungsleistungen während der Schwangerschaft als auch der Wochenbettversorgung. Der größte Anteil der Frauen kommt aus Bonn, wobei es auch einen größeren Mitversorgungseffekt für Frauen aus dem Rhein-Sieg-Kreis gibt. Die qualitative Befragung der Frauen zeigt eine sehr große Zufriedenheit mit der Leistungserbringung. Perspektivisch lässt sich sagen, dass sich die Auslastung der Hebammenambulanz in den nächsten Monaten steigern wird. Hier ist die Anschaffung eines Gerätes für die Ermittlung von Bilirubinwerten von Neugeborenen von Bedeutung. In der Hebammenambulanz können ab Mitte Mai 2024 die Werte überprüft werden und damit zusätzlich die Kliniken und die Kinderarztpraxen entlasten. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten ist möglich. Die Öffnungszeiten können aufgrund der Bedarfslage auch flexibel geändert werden. Eine erste Rückmeldung in der Arbeitsgruppe Geburtshilfe am 24.04.2024 von Vertretungen der niedergelassenen Gynäkolog*innen und der Geburtskliniken ergab, dass die Hebammenambulanz als Bereicherung in der angespannten Versorgungssituation empfunden wird und die Information zum Angebot an interessierte Frauen weitergegeben wird. Zu 2.:Seite 2 von 8 Seite 3 Dem Gesundheitsamt liegt ein Antrag der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. auf weitere Finanzierung für die Jahre 2025 / 2026 vor. Der Finanzplan sieht für die Jahre 2025 und 2026 jeweils 79.300 € an Personal- und Sachkosten vor. Der Verein begründet dies damit, dass eine Finanzierung durch die erbrachten Hebammenleistungen alleine derzeit nicht möglich ist. Jede geleistete Tätigkeit wird von der Hebamme individuell mit den Krankenkassen nach § 134a SGB V abgerechnet. Die offengelegte Einnahmesituation durch die erbrachten und abgerechneten Hebammenleistungen für die ersten 5 Monate der Laufzeit der Hebammenambulanz in Höhe von 6.179,27 € belegen diese Aussage. Inhaltlich wird dies damit begründet, dass sich das Projekt vom Grundkonzept her deutlich von einer Hebammenpraxis unterscheidet. Die Hebammen Ambulanz Bonn e.V. bietet eine differenzierte Hebammenhilfe vor allem durch die Dienstleistung in den Randzeiten (Mittwochsnachmittag, Samstag, Feiertagsöffnung). Ebenso kann das Angebot von Frauen sehr kurzfristig und in Akutsituationen aufgesucht werden. Das Konzept sieht außerdem vor, die Urlaubszeiten von Hebammenpraxen und gynäkologischen Praxen durch das Angebot der Hebammenhilfe fachlich zu überbrücken. Mit der Anschubfinanzierung für die Hebammen Ambulanz Bonn e.V. hat die Stadt Bonn ein Beispiel für ein hervorragendes Bindeglied zwischen Geburtskliniken, niedergelassenen Gynäkolog*innen und freiberuflichen Hebammen geschaffen. Die Evaluation der ersten 5 Monate hat gezeigt, dass die Hebammenambulanz von Beginn an sofort von schwangeren Frauen und von Frauen mit Neugeborenen im Wochenbett genutzt wurde. Außerdem stellte sich eine sehr hohe Zufriedenheit der Nutzerinnen zur Leistungserbringung heraus. Die Evaluation zeigte auch als positiven Effekt auf, dass ein hoher Anteil von Frauen, die keine Hebammenanbindung in der Schwangerschaft in Anspruch nehmen würden, den Weg in die Hebammenambulanz gefunden haben. Mit der Schaffung der Hebammenambulanz hat die Bundesstadt Bonn einen erheblichen Beitrag geleistet, dass sich die angespannte Lage der geburtshilflichen Versorgung verbessert. Die Verwaltung empfiehlt den Zuschuss zur Finanzierung der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. für die Jahre 2025 und 2026 zu verlängern und Haushaltsmittel der Bundesstadt Bonn in Höhe von 79.300 Euro p.a. zu bewilligen. Ziel soll es sein, dass sich die Hebammenambulanz nach der gelungenen Startphase auch in den beiden Folgejahren als Angebot in der Stadt Bonn weiter etablieren kann. Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel sind nicht im Budget des Gesundheitsamtes enthalten und müssen zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Finanzielle Auswirkungen: Haushaltsjahr 2025 Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.53.00 Gesundheitsförderung 1.53.00.07.01 Gesundheitsförderung Investive Kosten der MaßnahmeSeite 3 von 8 Seite 4 Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 79.300,00 EUR 1.53.00.07.01/ 73.1000 79.300,00 EUR Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 79.300,00 EUR Haushaltsjahr 2026 Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.53.00 Gesundheitsförderung 1.53.00.07.01 Gesundheitsförderung Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 79.300,00 EUR 1.53.00.07.01/ 73.1000 79.300,00 EUR Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich 79.300,00 EUR Anlage/nSeite 4 von 8 Seite 5 1 20240430 Evaluation der Bonner Hebammenambulanz (öffentlich)Seite 5 von 8 Gesundheitsamt Bonn 30.04.2024 Evaluation der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. 1 Ziel der Förderung Die Hebammen Ambulanz Bonn e.V. soll die Engpässe in Bonn vermindern, die aktuell in der vor- und nachgeburtlichen Betreuung von schwangeren Frauen und deren Kindern durch Hebammen vorliegen. Das Angebot soll sich an alle Familien aus Bonn richten, die trotz des Bedarfs keinen Zugang zu einer Hebammenunterstützung haben. Ergebnisse Mit Stand 18.04.2024 wurden im Zeitraum vom 13. November 2023 bis 09. April 2024 in der Hebammenambulanz 67 Personen an 169 Einzelterminen mit 226 Leistungen versorgt. Die Gesamtsumme der mit den Krankenkassen abgerechneten Gebühren nach § 134a SGB V beläuft sich auf 6.179,27 €. Von den 67 Frauen kamen 28 ausschließlich in der Schwangerschaft, 34 ausschließlich im Wochenbett und 5 in Schwangerschaft und Wochenbett. Die Klientinnen sind im Durchschnitt 32 Jahre alt (AM = 32,31; SD = 6,22 32; Md. = 32). Die Alterspanne liegt zwischen 19 und 47 Jahren. Alle Klientinnen liegen im gebärfähigen Alter (15 bis 49 Jahren)1 sowie im Durchschnitt in NRW (31,60)2. Ca. zwei Drittel (59,70 %) stammen aus Bonn. Die restlichen Klientinnen verteilen sich in absteigender Reihenfolge auf die Wohnorte Rhein-Sieg-Kreis (n = 23, 34,33 %), Remagen (n = 2, 2,99 %) und Neuwied sowie Hofgeismar (jeweils n = 1, 1,49 %). Der Großteil der Termine (49,70 %) und Leistungen (47,09 %) wird von Bonnerinnen in Anspruch genommen, wobei zu beachten ist, dass die Nachfrage aus dem Rhein-Sieg- Kreis (Termine 43,20 %, Leistungen 46,90 %) auf einem ähnlichen Niveau, trotz geringerer Klientinnenanzahl liegt. 74,36 % der Bonner Klientinnen (n = 39) stammen aus dem Stadtbezirk Bonn (n = 29). Des Weiteren zeigt sich, dass die höchste Anzahl an Klientinnen, bezogen auf die einzelnen statistischen Bezirke, ebenfalls aus dem Stadtbezirk Bonn (134 Auerberg, n = 4; 131 Alt- Tannenbusch, n = 3) mit Ausnahme von 374 Beuel Süd (n = 2) – Stadtbezirk Beuel – stammen. Ansonsten liegt die Klientinnenanzahl pro statistischen Bezirk bei n = 1. 1 Statistisches Bundesamt (2024), Geburten _ Gebärfähiges Alter, Link: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft- Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/Glossar/gebaerfaehiges-alter.html, abgerufen am 02.05.2024 2 Statistisches Bundesamt (2024), Geburten _ Daten zum durchschnittlichen Alter der Mutter bei Geburt insgesamt und 1. Kind nach Bundesländern, Link: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/Tabellen/geburten-mutter-alter- bundeslaender.html, abgerufen am 02.05.2024 Bundesstadt Bonn Statistischer Bezirk Stadtbezirk Stadtbezirk Statistischer Bezirk Anzahl Prozent Anzahl Prozent Bonn 111 Zentrum Münsterviertel 1 2,56% 29 74,36% 112 Wichelshof 2 5,13% 113 Vor dem Sterntor 2 5,13% 115 Ellerviertel 2 5,13% 117 Baumschulviertel 1 2,56% 118 Bonner Talviertel 1 2,56% 119 Vor dem Koblenzer Tor 1 2,56% 120 Neu-Endenich 2 5,13% 121 Alt-Endenich 2 5,13% 123 Kessenich 1 2,56% 127 Röttgen und Kottenforst 1 2,56% 128 Ückersdorf 2 5,13% 131 Alt-Tannenbusch 3 7,69% 132 Neu-Tannenbusch 1 2,56% 133 Buschdorf 1 2,56% 134 Auerberg 4 10,26% 135 Grau-Rheindorf 1 2,56% 137 Lessenich/Meßdorf 1 2,56% Bad Godesberg 261 Neu Plittersdorf 1 2,56% 2 5,13% 268 Obermehlem 1 2,56% Beuel 372 Vilich/Rheindorf 1 2,56% 5 12,82% 373 Beuel Ost 1 2,56% 374 Beuel Süd 2 5,13% 384 Li-Kü-Ra 1 2,56% Hardtberg 492 Finkenhof 1 2,56% 3 7,69%494 Brüser Berg 1 2,56% 491 Duisdorf Zentrum 1 2,56% Summe 39 100% 39 100,00% Tabelle 1: Leistungsempfängerinnen mit Wohnort in Bonn bezogen auf die StadtbezirkeSeite 6 von 8 Gesundheitsamt Bonn 30.04.2024 Evaluation der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. 2 Der Durchschnitt der Termine pro Person liegt bei 6,70 (AM = 6,70, SD = 11,05). In Einzelfällen werden jedoch bis zu 14 Termine (n = 1) pro Person abgerufen. Von den 169 Terminen werden die meisten Termine samstags (23,08 %) vereinbart, siehe Abbildung 1. Der zweithäufigste genutzte Wochentag ist dienstags mit 18,93 % der Termine. Die restlichen Wochentage werden gleichmäßig zwischen 14,20 % und 14,79 % genutzt. 88,95 % der vereinbarten Termine werden wahrgenommen. Nur 11,05 % der Termine finden trotz Vereinbarung nicht statt. Abbildung 1: Termine nach Wochentagen Die Anzahl der Termine verzeichnet eine steigende Tendenz seit Eröffnung (y = 0,1247x + 6,5333, R² = 0,0516), siehe Abbildung 2. Die Nachfrage ist in den Kalenderwochen 51 2023, 52 2023 und 1 2024 stark erhöht. Anmerkung 1: Die Kalenderwoche 15 wurde nur bis Dienstag erfasst und deshalb in der Abbildung nicht abgebildet. Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Anzahl 24 32 25 24 25 39 Prozent 14,20% 18,93% 14,79% 14,20% 14,79% 23,08% 0,00% 5,00% 10,00% 15,00% 20,00% 25,00% 0 10 20 30 40 50 Prozent Anzahl Termine nach Wochentagen Anzahl Prozent y = 0,1247x + 6,5333 R² = 0,0516 0 2 4 6 8 10 12 14 16 46 47 48 49 50 51 52 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Anzahl Kalenderwochen 2023/2024 Anzahl der Termine nach Kalenderwoche Termine Gesamt Linear (Termine Gesamt) Abbildung 2: Anzahl Termine nach KalenderwochenSeite 7 von 8 Gesundheitsamt Bonn 30.04.2024 Evaluation der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. 3 Die Inanspruchnahme der Leistungen wurde heterogen genutzt. Ein Drittel der Leistungsempfängerinnen nahm die Leistung einmal wahr. 71,64 % beanspruchten mindestens zwei Leistungen. Einzelne Frauen beanspruchten sogar 8, 9, 12, 15 und 17 Leistungen. Der Online-Fragebogen wird den Leistungsempfängerinnen nach dem ersten Termin empfohlen und kann über das Internet aufgerufen werden. Der Fragebogen wurde von 22 Personen beantwortet, womit sich die Rücklaufquote auf 32,84 % (N = 67) beläuft. 40,91 % (n = 9) der Leistungsempfängerinnen wurden durch Hebammen über die Hebammenambulanz Bonn informiert. Die zweithäufigsten Informationsquellen sind Familie oder Freund/in sowie Krankenhäuser mit jeweils 18,18 %. Weitere Informationsquellen sind Frauenarzt/-ärztin (9,09 %), Sonstiges (9,09 %) und das Internet (4,55 %). 50 % der Klientinnen gaben an, dass sie keine andere Anlaufstelle zur Versorgung (z. B. Krankenhaus, Kinder- oder Frauenarzt) aufsuchen würden, wenn es die Hebammenambulanz Bonn nicht geben würde. 100 % der Leistungsempfängerinnen sind mit der Betreuung zufrieden (n = 1, 4,55 %) bis sehr zufrieden (n = 21, 95,45 %). Des Weiteren gaben 100 % (n = 21) der Frauen an, dass sie die Hebammen Ambulanz Bonn e.V. weiterempfehlen würden. Diskussion und Fazit Die analysierten Daten der ersten fünf Monate nach Eröffnung der Hebammen Ambulanz Bonn e.V. zeigen, dass in Bonn ein großer Bedarf an Hebammenversorgung besteht. Dies betrifft auch das Umland. Die Leistungsempfängerinnen sind Schwangere und Frauen im Wochenbett zwischen 19 und 47 Jahren, wobei sowohl jüngere als auch ältere Frauen die Leistung wahrnehmen. Die Bonner Leistungsempfängerinnen stammen aus allen Stadtbezirken. Zu beachten ist, dass die Nachfrage in sozial schlechter gestellten statistischen Bezirken, wie z. B. Tannenbusch und Auerberg, erhöht erscheint. Der Bedarf an Versorgungsleistungen zeigt sich an der Anzahl der Terminvereinbarungen und den erbrachten Leistungen. Nur ca. 10 % der vereinbarten Termine wurden von den Frauen nicht wahrgenommen. Wenn die Termine wahrgenommen wurden, wurden in über 50 % der Fälle eine Leistung im Rahmen der Wochenbettbetreuung oder in ca. 30 % Hilfe für Beschwerden und das dazu benötigte Material in Anspruch genommen. Des Weiteren fällt auf, dass die Termine und Leistungen, unabhängig vom Wohnort, vorzugsweise zum oder am Wochenende wahrgenommen werden. Gerade diese Zeiten waren in der Vergangenheit problematisch und konnten über das bestehende Versorgungssystem nur ungenügend abgedeckt werden. Eine Hebammenanbindung bedeutet, unabhängig in welcher Phase sich die Schwangerschaft befindet, dass weniger Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft zu erwarten sind und die Geburten entspannter verlaufen. Da 50% der Frauen laut eigenen Angaben keine andere Anlaufstelle in Anspruch nehmen würden, wenn es die Hebammenambulanz nicht geben würde, entlastet die Hebammenambulanz das bestehende Versorgungssystem auch in diesem Punkt. Auch die Häufigkeit der wahrgenommenen Termine pro Patientin zeigt sowohl den Bedarf als auch die Zufriedenheit mit der Ambulanz. 100 % der Frauen stufen die Betreuung als zufrieden bis sehr zufrieden ein. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Hebammen Ambulanz Bonn e.V. dazu beiträgt, die Versorgungsleistung in Bonn zu verbessern. Viele Frauen aus sozial schlechter gestellten Verhältnissen haben nun die Möglichkeit, eine adäquate, zufriedenstellende Versorgung während und nach der Schwangerschaft zu erhalten.Seite 8 von 8
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de