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240679-05 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Fortschreibung des Nahverkehrsplanes – Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024

Nummer
240679-05 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
13.06.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung des Rates 20.06.2024 Kenntnisnahme
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  1. 240679 Fortschreibung des Nahverkehrsplanes – Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
240679-05 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Fortschreibung des Nahverkehrsplanes –
Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember
2024
Beratungsfolge
Rat 20.06.2024 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Zu den, in den Bezirksvertretungen eingebrachten, Änderungsanträgen gibt die
Verwaltung nach Rücksprache mit der SWBV folgende Stellungnahme ab.
Zu DS 240679-01 AA:
Punkt 1:
Der Stellungnahme der SWBV in der Beschlussvorlage ist zu entnehmen, dass
bei einer Verlängerung der sonntäglichen Kurzfahrten die relevanten
Anschlüsse für die Linie 631 teilweise verloren gehen. Für Fahrgäste, die auf
diese Umsteigebeziehungen angewiesen sind, würde es dadurch zu einer
Verschlechterung des Angebotes kommen, was auf alle Fälle vermieden
werden sollte. Zusätzlich haben aktuelle Fahrgastzählungen ergeben, dass die
Auslastung der Linie 631 keine Taktverdichtung über den Status quo hinaus
rechtfertigt.
Auf dieser Grundlage kann die mit dem Änderungsantrag geforderte
Verlängerung der Kurzfahrten aus Sicht der Verwaltung und SWBV nicht
gerechtfertigt werden. Sollte die Politik dem Änderungsantrag trotzdem
zustimmen, entstünden Mehrkosten in Höhe von ca. 50.000 EUR.
Punkt 2:
Bezüglich der Nutzung der, in der Beschlussvorlage vorgeschlagenen,
Halteposition „Oscar-Romero-Allee“ für Busse aus beiden Fahrtrichtungen hat
die SWBV folgende Stellungnahme zur Verfügung gestellt:
„Eine Schleifenfahrt der Linie 634 nur im Uhrzeigersinn ab der Haltestelle
Heussallee über die neue Haltestelle Oscar-Romero-Allee bewerten wir
negativ. Aufgrund des 2x zusätzlichen Linksabbiegens in Fahrtrichtung
Uniklinikum Süd am kritischen Knotenpunkt Heussallee/B9 sind längere
Fahrzeiten zu erwarten. Aufgrund der knappen Wendezeiten auf dieser Linie
führt dies zu einem Fahrzeugmehrbedarf. Somit besteht die Gefahr von hohen
Sprungkosten, die wir angesichts der zu erwartenden Zahl an Fahrgästen anSeite 1 von 4
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der neuen Haltestelle als nicht gerechtfertigt sehen. Zudem sehen wir dieselbe
Linienführung in beide Fahrtrichtungen aus Verständlichkeitsgründen für den
Fahrgast kritisch. Auch die Beibehaltung der derzeitigen Linienführung in
Fahrtrichtung Uniklinikum Süd mit zusätzlicher Schleifenfahrt um den
Fernbushalt zur neuen Haltestelle lehnen wir ab, da dies ebenfalls zu
Verständlichkeitsproblemen und Fahrzeitverlängerungen mit der Gefahr von
hohen Sprungkosten führen würde. Darüber hinaus sehen wir die
Wendesituation im Bereich des Parkplatzes aufgrund der engen Schleppkurven
kritisch.“
Auf Basis dieser Stellungnahme empfiehlt die Verwaltung die Einrichtung der
Haltestelle nur in Fahrtrichtung Fritz-Erler-Straße, gemäß dem in der
Beschlussvorlage gemachten Vorschlag.
Bei Beschluss des Verwaltungsvorschlages kann die Einrichtung der Haltestelle
pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember erfolgen. Sollte dieser Vorschlag
abgelehnt werden, kann die Haltestelle an anderer Position, wie in der
Beschlussvorlage beschrieben, nur unter Versiegelung von Grünflächen und
Fällung von Bäumen realisiert werden. Aufgrund des deutlich größeren
Aufwandes und den limitierten Kapazitäten bei den betroffenen Ämtern, könnte
diese Umsetzung nicht mehr rechtzeitig zum Fahrplanwechsel im Dezember
erfolgen.
Punkt 3:
Bezüglich des Vorschlages zur Namensgebung der neuen Haltestelle hat die
Verwaltung keine weiteren Ergänzungen.
Zu DS 240679-02 AA:
Der Anfrage zur ÖPNV-Erschließung des Fliegerviertels stehen Verwaltung und
SWBV aufgrund der verlängerten Fahrzeiten und zusätzlichen Kosten bei einer
kurzfristigen Umsetzung ablehnend gegenüber. Der Einsatz von alternativen
Angebotsformen wird im Zuge der Neuaufstellung des Nahverkehrsplanes
untersucht. Eine ausführliche Beantwortung der Anfrage bringt die Verwaltung
zeitnah in die BV Hardtberg mit einer Mitteilungsvorlage zum ursprünglichen
Antrag (DS 240270) ein.
Zu DS 240679-03 AA:
Die SWBV hat zu dem Änderungsantrag folgende Stellungnahme abgegeben:
„Wir stehen einer Verlängerung der 614 offen gegenüber. Aus Fahrgastsicht
ergibt sich eine verbesserte Anbindung von Friesdorf durch dichtere Takte.
Zudem birgt die Verdichtung die Chance Umsteigebeziehungen in Dottendorf
zur Straßenbahn und in Bad Godesberg zur Stadtbahn in der NVZ und SVZ zu
verbessern. Wir bewerten die Verlängerung auch aus betrieblicher Sicht positiv,
da die wegfallenden Wendezeiten an der Koblenzer Straße einen
störungsfreieren Betriebsablauf ermöglichen würde. Diese würde eine
Erhöhung der Jahresnutzkilometer um ca. 128.000 km bedeuten. Da die
Verdichtung außerhalb der HVZ stattfinden würde, ergibt sich auch keine
Erhöhung des Fahrzeugspitzenbedarfs. Die Umsetzung dieser Maßnahme
würde eine Kostenerhöhung nach aktuellen MOD-Sätzen um rund 900.000Seite 2 von 4
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EUR bedeuten.“
Ergänzend zur Stellungnahme der SWBV wurden von der Verwaltung die
Fahrgastzahlen der beiden Linien 612 und 614 im betreffenden Abschnitt
untersucht. Dabei zeigt sich, dass auf der Linie 612, in den Zeiten in denen die
Linie 614 nicht bis zur Haltestelle „Loki-Schmidt-Platz“ fährt, keine zu hohe
Fahrgastnachfrage festgestellt werden konnte. Die Auslastung auf der Linie 612
lag in diesen Zeiträumen im Stadtteil Friesdorf bei maximal 40% an einzelnen
Haltestellen. Ein Großteil der Fahrten weißt für den gesamten
Streckenabschnitt eine Auslastung von unter 20% auf. Basierend auf den, in
der Stellungnahme der SWBV, beschriebenen sehr hohen Kosten für diese
Maßnahme, ist die vorgeschlagene Taktverdichtung daher, trotz der
Verbesserungen für die Fahrgäste, aufgrund der angespannten Haushaltslage
der Stadt Bonn und des bereits für den Haushalt 2025 vorgesehenen hohen
Defizitausgleiches an die SWBV, nicht zu rechtfertigen.
Ergänzend verweist die Verwaltung auch auf das Angebot der Linie 631, die
große Teile Friesdorfs an die Straßenbahn anbindet, sowie an Punkt D der
Beschlussvorlage, der anmerkt, dass die Verwaltung für den nächsten
Fahrplanwechsel alternative Anbindungen für den Stadtteil Friesdorf prüfen
wird.
Zu DS 240679-04 AA:
Die SWBV hat zu dem Änderungsantrag folgende Stellungnahme abgegeben:
„Eine kurzfristige Abbindung der Linie 16 am Hauptbahnhof und gleichzeitige
Verdichtung der Linie 63 zum diesjährigen Fahrplanwechsel ist durch die SWB
Bus und Bahn nicht möglich. Die Planungen für das zukünftige Stadtbahnnetz
befinden sich derzeit in der Abstimmungsphase. Eine kurzfristige Änderung von
Linienverläufen im Stadtbahnnetz, die ggf. einer Langfrist-Planung
entgegenläuft, betrachten wir für die Fahrgäste als nicht vermittelbar. Die
Abstimmung zwischen den betroffenen Akteuren an der Linie 16 (u.a. KVB),
Abschätzung der Betriebsleistung und suchen, einstellen und schulen von
zusätzlichem Fahrpersonal erfordern zudem eine größere Vorlaufzeit.“
Ergänzend verweist die Verwaltung auf die umfangreiche Stellungnahme von
Verwaltung und SWBV unter Punkt 6 der Beschlussvorlage, in der die
Empfehlung für das weitere Vorgehen für das neue Stadtbahnkonzept und eine
Abbindung der Linie 16 aufgezeigt wird. Wie in der Stellungnahme beschrieben,
befinden sich Verwaltung, SWBV und alle weiteren beteiligten Akteure aktuell in
der sehr umfangreichen Abstimmungsphase für ein neues Stadtbahnkonzept.
Sobald erste Ergebnisse vorliegen, werden diese den politischen Gremien
präsentiert.
Stellungnahme zu den geänderten Beschlüssen der Bezirksvertretungen:
Ergänzend zur Stellungnahme zu den Änderungsanträgen aus den
Bezirksvertretungen nimmt die Verwaltung ebenfalls Stellung zu den
geänderten Beschlüssen der Bezirksvertretungen.
BV Beuel:Seite 3 von 4
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In der BV Beuel wurden die Punkte 2 und 9 der Beschlussvorlage abgelehnt.
Eine Ablehnung von Beschlusspunkt 2 hätte zur Folge, dass, aus den in der
Vorlage beschriebenen Gründen, die Gefahr besteht, dass die
Umsteigebeziehungen am Hauptbahnhof für einige Nachtbuslinien nicht mehr
erreicht werden können. Daraus resultieren lange Umsteigezeiten und ein sehr
unattraktives Angebot für die Fahrgäste, was zu diesen Uhrzeiten unter allen
Umständen vermieden werden sollte. Ein Beschluss dieses Punktes ist aus
Sicht der Verwaltung und SWBV daher unbedingt notwendig.
Bei Ablehnung von Beschlusspunkt 9 würden 2 zusätzliche Fahrten auf den
Buslinien 606 und 607 eingeführt werden. Die Kosten für diese Maßnahme
würden ca. 50.000 EUR betragen. Fahrgastzählungen auf den Linien haben
jedoch ergeben, dass es für die relevante Uhrzeit nur eine sehr geringe
Nachfrage auf diesen Linien gibt. Aufgrund der angespannten Haushaltslage
der Stadt Bonn und des bereits für den Haushalt 2025 vorgesehenen hohen
Defizitausgleiches an die SWBV, ist es nötig die begrenzten finanziellen Mittel
für den ÖPNV möglichst effektiv einzusetzen. Dies wäre bei dieser Maßnahme
nicht der Fall, weshalb die Verwaltung empfiehlt, den Punkt entsprechend der
Beschlussvorlage anzunehmen.
BV Hardtberg:
Da es sich bei dem geänderten Beschluss der BV Hardtberg ebenfalls um den
Beschlusspunkt 9 handelt, verweist die Verwaltung auf die obenstehenden
Ausführungen zu diesem Punkt. Da der geänderte Beschluss der BV Hardtberg
nur die Einführung einer zusätzlichen Fahrt fordert, würden die Kosten für diese
Maßnahme ca. 25.000 EUR betragen. Aus den o.g. Gründen kann die
Verwaltung den Beschluss dieser Maßnahme jedoch ebenfalls nicht empfehlen.
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 02:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de