240632 · Antrag
Eingabe aus der Bürgerschaft zur derzeitigen Verkehrspolitik der Ratsmehrheit
Kerndaten
- Nummer
- 240632
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 02.04.2024
- Letzte Änderung
- 22.10.2026
Orte
- Bertha-von-Suttner-Platz Hauptort
- Rathausgasse
- Stockenstraße
- Franziskanerstraße
- Rheinufer
- Stadthaus
- Adenauerallee
- Markt
- Bornheimer Straße
- Kaiserstraße
- Endenich
- Bonn
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
Dateien
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Volltext
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Antrag öffentlich 240632 Antragsteller/in: BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn Marcel Schmitt 28.03.24 Eingabe aus der Bürgerschaft zur derzeitigen Verkehrspolitik der Ratsmehrheit Beratungsfolge Rat 18.04.2024 Entscheidung Inhalt des Antrags Der Stadtrat nimmt folgende an ihn gerichtete Eingabe eines Bürgers inhaltlich wohlwollend zur Kenntnis: „Die Verkehrspolitik in Bonn und Ideologie, oder der Zweck heiligt die Mittel...? Sehr geehrte Damen und Herren, die Begrenzung der Online-Bürgerbeteiligung auf 1500 Zeichen, beschränkt die Beiträge auf einzelne Aspekte und lässt einer -dem Thema angemessenen- komplexeren Argumentation keinen Raum. Daher sende ich Ihnen meine „Bonn-macht-mit-Meinung“ hiermit per E-Mail. Ich schreibe Ihnen als Bonner Bürger, geboren in Bonn und wohnhaft in Bonn. Ich bin leidenschaftlicher Radfahrer, bin sehr viel zu Fuß unterwegs und ich fahre Auto. Ich betone dies, da ich seit Jahren den Eindruck habe, dass die Bonner Verkehrspolitik völlig aus den Augen verloren hat, dass ein wesentlicher Anteil der Bürger der Stadt mehrere „Rollen“ als Verkehrsteilnehmer einnimmt. Und dies täglich mehrfach. Es wäre in Ihren Augen bestimmt zu weit gegriffen, wenn man die aktuelle Verkehrspolitik als gegen die Mehrheit der Bürger oder als politischen Klientelismus bezeichnet. Doch genau dieser Eindruck drängt sich geradezu auf. Seit Jahren beschneiden Sie wichtige und wesentliche Verkehrswege innerhalb Bonns; sei es die Kappung des Cityrings und damit die Trennung des Hauptbahnhofs vom Individualverkehr sowie der Verkehrsadern unter den Schienen in Richtung Endenich bzw. wieder retour in Richtung Stadt. Oder seien es die Hauptverkehrsachsen Rheinufer und Kaiserstraße (mit bereits zuvor schon bestehenden und funktionierenden Radwegen, die auch ebenfalls noch genutzt werden von vielen Radfahrern, denen sich die verquere/uneindeutige Verkehrsführung wohl ebenfalls nicht erschließt). Ebenso die Verengung des Bertha-von-Suttner-Platzes und in der Verlängerung die Bornheimer Straße. Hinzu kommt Sperrung vieler Nebenstraßen und eine daraus resultierende völlig unverständliche und teils gefährliche Verkehrsführung, wie beispielsweise am Rheinufer, u.A. in Höhe des Theaters. Oder Rathausgasse in die Stockenstraße und wieder in dieSeite 1 von 4 Seite 2 Franziskanerstraße… Es gibt unzählige Beispiele für mangelnde Plausibilität der Verkehrsführung und der tatsächlichen Gefährdung von Verkehrsteilnehmern! Die teilweise Sperrung der Adenauerallee ersetzt nun bei dem Satz: „Verkehrspolitik aus ideologischen Gründen?“ das Fragezeichen durch ein Ausrufezeichen. Insbesondere die Art und Weise der „Argumentation“, wie beispielsweise der falsche Verweis auf angeblich gültige Gesetze oder Rechtsnormen bei der Neugestaltung nach der Kanalsanierung, ist in höchstem Maße irritierend und verspielt letztlich jegliches, noch verbliebenes, Vertrauen der Bürger in die Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit ihrer Vertretung. Ebenso unglaublich ist der Verweis auf des Nadelöhr „Koblenzer Tor“ bei der Diskussion um Staubildung („am KT hätte es angeblich schon immer Stau gegeben, daher wäre die einspurige Verengung keine Verschlechterung…“). Diese Angaben sind ebenso schlicht falsch. Der Rückstau am KT entstand vor allem mit der neuen Verkehrsführung am Bertha-von-Suttner-Platz, bei dem sich die sabbieger (Richtung Stadthaus) auf die B9 zurückstauen, durch die einspurige Führung nach BvS-Platz wegen breitem (und ebenfalls praktisch ungenutztem Fahrradweg bei den SWB) und die unmögliche/-sinnige Option, an der 2. Fährgasse schon im Voraus, oder nach dem KT nach rechts zum Rhein hin abzubiegen bzw. auszuweichen. Hier wird Ihrerseits also geradezu dreist mit vorab selbst produzierten Erschwernissen FÜR weitere handwerkliche Fehler argumentiert. Der, für eine lebendige (Innen-)Stadt, lebensnotwendige Individualverkehr wird auf wenige Strecken abgedrängt. Insgesamt ist die Bonner Verkehrspolitik der letzten Jahre vergleichbar mit einem unkundigen Mediziner, der an einen gesunden Körper Aderpresse um Aderpresse anlegt und sich dabei heimlich wundert, dass erst die Extremitäten anschwellen und letztlich der ehemals gesunde Körper seinen Puls verliert und stirbt. Sie verdichten den unvermeidlichen, weil notwendigen (niemand fährt noch aus Spaß durch Bonn) Verkehr lediglich. Sie produzieren Stau! Während auf Kaiserstraße und am Rhein geradezu lächerlich wenige Radfahrer unterwegs sind (Unabhängig von Wetter, Wochentag oder Uhrzeit!) staut sich der Verkehr auf den verbliebenen Straßen durch Bonn und die Bürger verbrennen ihren, mit teurem Geld gekauften, Sprit stehend und unter Zeitdruck. Und das soll dem Umweltschutz dienlich sein? Sie können sicher sein; mit der früheren, offenen und vernünftigen Verkehrsführung in Bonn wäre es beim kürzlich erfolgten Abbruch des „Endenicher Ei“ und der damit verbundenen Autobahnsperrung nicht einmal annähernd zu ähnlich starken Staus innerhalb Bonns gekommen, da ausreichend Ausweichstrecken zur Verfügung gestanden hätten. Stau ist ökonomisch und ökologisch in höchstem Maße schädlich! Ohne Wenn und Aber. Und was die fortschreitende Verödung der Innenstadt betrifft, leisten Sie auch mit der Höhe der Parkgebühren zusätzlich nach Kräften weiteren Vorschub. Ein Stadtbummel zum Einkaufen am Markt und in Bekleidungsgeschäften und zwischendurch die Tüten zum Auto bringen und dann noch etwas essen gehen? Das war einmal… Genau wie etwa die bürgerfreundliche „Brötchentaste“. Regelmäßig blenden mich Feierabendverkehr die riesigen Anzeigetafeln des „Verkehrsleitsystems“ mit freien Parkplätzen in der City im 4- stelligen Bereich. Kein Wunder; die Gebühren sind so unverschämt hoch, dassSeite 2 von 4 Seite 3 man für einen Abstecher in die Stadt gar keine Muße hat und man ist froh, wenn man endlich den Stau, in dem man diese Gedanken gerade wälzt, hinter sich hat! Ein weiterer Affront gegen die eigenen Mitbürger ist die exorbitante Erhöhung der Gebühren für die Anwohner-Parkausweise. Eine Vervielfachung innerhalb weniger Jahre zeigt offen die Mentalität mit der Politik inzwischen in Bonn (und ja, auch andernorts) betrieben wird; der Bürger wird auch hier rücksichtslos gemolken um die eigenen Ziele durchzudrücken. Und gleichzeitig aber werden Parkmöglichkeiten in großer Zahl abgebaut. Diese Politik ist schlicht respektlos gegenüber den Bürgern, die in dieser Innenstadt leben und sie BEleben. Eine Freundin sagte vor kurzem, angesichts des Chaos und seiner Folgen, den bemerkenswerten Satz: „Ist es nicht auch Aufgabe des Stadtoberhauptes, für Einigkeit zu sorgen? Zu verbinden, statt zu spalten?! Sollte ihre Politik nicht, statt für Aggression und Gegeneinander, für das Füreinander und Miteinander stehen?“ Ja, das sollte sie! Aber leider ist das Gegenteil der Fall, wie ich jeden Tag – unabhängig wie ich unterwegs bin – beobachten muss. Genervte Autofahrer, die sich in jede sich bietende Lücke drängen und, nur um irgendwann aus dem Stau zu entkommen auch mal Kreuzungen blockieren, aggressive Radfahrer, die jegliche Verkehrsregel missachten und sich dennoch im moralischen Recht wähnen und dies auch gern lautstark oder mit erhobenem Mittelfinger kundtun… Und das wirklich bemerkenswerte (und traurige) ist, dass sich dieses Verhalten, diese Verrohung, inzwischen zunehmend unabhängig von Geschlecht und Alter zeigt. Ich hoffe, dass viele derer, von denen ich ein ähnliches Stimmungsbild erhalten habe, ebenfalls Stellung beziehen. Vielfach ist zu hören, dass das doch nichts nützen würde. Ich hoffe auch, dass die Zweifler hier irren… Mit Freundlichem Gruß André Deutscher“ Begründung Vorstehende Eingabe zum sogenannten Verkehrsversuch Adenauerallee konnte über das Online-Portal zur Bürgerbeteiligung der Stadt Bonn, firmierend unter „Bonn macht mit“, nicht abgegebenen werden, da dieses Beteiligungsformat offenbar Begründungen zu Anliegen oder Meinungsäußerungen nur in eingeschränkter Form zulässt. Daher werden Stadtrat und Oberbürgermeisterin gebeten, die vorliegende Eingabe auf diesem Wege zur Kenntnis zu nehmen. Anlage/nSeite 3 von 4 Seite 4 KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 02:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de