240541 · Mitteilungsvorlage
4. Bonner City-Konferenz
Kerndaten
- Nummer
- 240541
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 25.03.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (9.165 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 240541 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat: Dez. OB 4. Bonner City-Konferenz Beratungsfolge Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 09.04.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: „Mehr Nutzungsvielfalt in der Bonner Innenstadt!" lautete der Titel der vierten Bonner City-Konferenz, die am 25. Oktober 2023 auf Einladung der Wirtschaftsförderung im Gustav-Stresemann-Institut stattgefunden hat. Die Ergebnisse der Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden sind in der Anlage dokumentiert. In Vorträgen, moderierten Gesprächsrunden, drei Arbeitsgruppen und der Diskussion im Plenum wurden viele Themen angesprochen, darunter Wohnen in der Stadt, Nutzungskonzepte innerhalb von Gebäuden, Nutzungsmischung in der Innenstadt, Sicherheit und Sauberkeit, Qualität von Veranstaltungen. Die Verwaltung setzt durch verschiedene Veranstaltungsformate – unter anderem die City-Konferenz – die Vernetzung der Akteure in der Bonner Innenstadt fort. So werden zahlreiche während der Konferenz angesprochene Themenbereiche in kleineren Kreisen weiter besprochen: Beispielsweise hat das Innenstadtmanagement unter Beteiligung der Wirtschaftsförderung, des Stadtplanungsamtes und BonnOrange bereits zwei Mal zum Runden Tisch inhabergeführter Geschäfte eingeladen sowie zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Eigentum in der Innenstadt“ für Immobilieneigentümer*innen. Der erste Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen für den Verfügungsfonds ist erfolgreich verlaufen. Die Wirtschaftsförderung hat eine Gesprächsrunde der Eigentümer*innen in der Minus-1-Ebene des Hauptbahnhofs initiiert und es steht die alle drei Jahre stattfindende Abstimmung der Bonner Vereinbarung über verkaufsoffene Sonntage an. Anlage/n 1 Dokumentation 4 Bonner City-Konferenz am 25-10-2023 (öffentlich)Seite 1 von 7 Mehr Nutzungsvielfalt in der Bonner Innenstadt! Dokumentation der 4. Bonner City-Konferenz am 25.10.2023 im Gustav-Stresemann-Institut, Bonn Am 25. Oktober 2023 hat die vierte Bonner City-Konferenz mit rund einhundert Teilnehmen- den im Gustav-Stresemann-Institut stattgefunden. Nach drei von der Bonner Wirtschaftsför- derung organisierten City-Konferenzen im Online-Format, die erste fand während der Covid- Pandemie im Oktober 2020 statt, trafen sich die Gäste zum ersten Mal in Präsenz. Im Mittelpunkt stand the- matisch die zunehmende Nutzungsvielfalt in der Bonner Innenstadt, die an- hand von konkreten Bei- spielen veranschaulicht wurde. Zudem wurden die sich ändernden Anforde- rungen von Kund*innen an Handel und Gastronomie diskutiert sowie die Frage, wie mehr Wohnen in den Innenstädten erreicht wer- den könnte. In ihrer Begrüßung wies die Amtsleiterin des Amtes für Wirtschaftsförde- rung, Victoria Appelbe, darauf hin, dass sich die Bonner Innenstadt – wie alle Innenstädte und Zentren – in einem permanenten Transformations- prozess befindet: „Handel ist Wandel“. Ursache sind Megatrends, gesell- schaftliche und technologische Veränderungen, wie die demographische Entwicklung, Digitalisierung, Miniaturisierung. Die Covid-Pandemie hat viele schon seit Jahren laufende Prozesse stark beschleunigt. Seit fast zwei Jahren verunsichern kriegerische Auseinandersetzungen mit der fol- genden Energiediskussion und Inflation zusätzlich die Menschen. Daraus folgen eine allgemeine Kaufzurückhaltung, sich verändernde Ausgeh- und Konsumgewohn- heiten, wie der Online-Handel, und der Trend weg vom Einkaufen hin zu Erlebnis- und Au- ßengastronomie. Für die Bonner Innenstadt ergeben sich verschiedene Ansatzpunkte, darauf zu reagieren: Aufenthaltsqualität verbessern, insbesondere durch Sitzmöglichkeiten ohne Konsum- zwang und die Erhöhung von Sauberkeit und Sicherheit Mehr Grünflächen und Fassaden-/Dachbegrünungen und Verschattungsmöglichkeiten schaffen Gemeinsam mit Partnern mehr besondere Anlässe für einen Innenstadtbesuch schaffenSeite 2 von 7 Innerstädtisches Wohnen ausbauen Attraktivität und Erreichbarkeit für alle Verkehrsmittel aktiv kommunizieren Bessere Radwege zur Erhöhung der Erreichbarkeit innerhalb der Stadt und mit dem na- hen Umland schaffen ÖPNV weiter stärken in Kooperation mit den Kommunen im Umland Die Herausforderungen sind nur in einem Dialog zwischen und mit den Akteuren zu meistern nach dem Motto „Miteinander reden – statt übereinander“. Verschiedene Gesprächspartner: - IHK, EHV, Dehoga, city-marketing bonn, ISG Friedrichstraße, - Kirchen - Innenstadt-Management Bonn - Politik und Verwaltung - Immobilieneigentümer und Gewerbetreibende - Bevölkerung Verschiedene Formate: - City-Konferenzen - thematische und räumliche Gesprächsrunden, Studienreisen Mit dem Bedeutungsverlust des Einzelhandels in den Zentren hin zu anderen Nutzungen in den Innenstädten wird immer wie- der die Forderung nach mehr Wohnen aufgestellt. Jens Imorde, Geschäftsführer des Netzwerks Innenstadt NRW stellte in sei- nem einführenden Vortrag vor allem die Rahmenbedingungen in den Vordergrund seiner Betrachtungen: Die Innenstadt der Zukunft ist wieder multifunktional! Der Einzelhandel wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen, aber nicht mehr die alleinige. Daher sind neue innovative Konzepte und Nutzungen für die Innenstadt gefragt. Es müs- sen neue Funktionen für die Innenstädte gefunden werden, darunter ist eine das Wohnen. Allerdings braucht es dafür auch eine höhere Aufenthaltsqualität. Wohnen in der Innenstadt braucht ein bedarfsgerechtes An- gebot für alle Generationen. Dafür werden konsumfreie Zonen benötigt, aber auch „pri- vate Inseln im Freien“, wie Balkone und Terrassen. Unter der Rahmenbedingung des Kli- mawandels sind Maßnahmen gegen Hitze zu ergreifen, wie z.B. Fassadenbegrünungen oder Verschattungen. Innenstädte benötigen eine wesentlich verbesserte Aufenthaltsqualität, und das sowohl für die „grüne und blaue Infrastruktur“ als auch für das Mobiliar. Zur multifunktionalen Innenstadt für alle Generationen gehören aber auch Bildungsein- richtungen und Kinderbetreuung. Allerdings darf die wirtschaftliche Leistbarkeit auch der privaten Eigentümer nicht überstrapaziert werden. Um diese Punkte alle berücksichtigen zu können, braucht es eine frühzeitige, kontinuierliche wohnorientierte Innenstadtentwicklung. Als Chance für einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung sah Imorde auch, dass auf Grund der Covid-Pandemie Themen angesprochen werden können, die vorher tabuisiert wa- ren, wie zum Beispiel die Verkleinerung von Fußgängerzonen, die seit Jahren „vom Rand her abbröckeln“, oder die Veränderung zentraler Versorgungsbereiche.Seite 3 von 7 Es folgten unter der Moderation von Thomas Schwarz zwei Gesprächsrunden: „Mehr Nutzungsvielfalt!“ diskutierten Alexander Jentsch, Eigentümer eines Spielwaren- geschäftes und Spieleparadieses, der Event-Veranstalter Sandro Heinemann von Bonn Live sowie Steven Walter, Intendant des Beethoven-Festes. Als Ergebnis der Gesprächs- runde konnte festgehalten werden, dass Nutzungsmischungen sowohl innerhalb größe- rer Gebäude als auch in der Innenstadt insgesamt stattfinden können und sollten: Spiel- waren, Café-Betrieb und Events, Lebensmittel-/Drogerie-/Textileinzelhandel, Büro- und Kulturnutzungen in einem Gebäude wurden in Bonn bereits umgesetzt. Hinzu müsse ne- ben der Flanierfunktion und der Außengastronomie im öffentlichen Raum aber auch die qualitative Verbesserung gerade auch von Open-Air-Veranstaltungen kommen. Die Frage, wie sich die Kund*innenwünsche verändern, wurde diskutiert von Tilo Hellen- bock, Chief Sales Officer GALERIA Karstadt Kaufhof, der auch über „Das Warenhaus der Zukunft“ berichtete, in dem mehr Nutzungsmischung eine wichtige Rolle spielen würde. Der Gastro-Manager Luigi Colangiuoli hob hervor, dass sich die Gastronomie extrem schnell auf Wünsche einstellen müsse. Kerstin Steingaß betreibt das Modegeschäft Kiss the Inuit, das ausschließlich fair und ökologisch produzierte Kleidung verkauft: Seit vielen Jahren ist sie mit ihrem Konzept, dass sie behutsam an die Wünsche ihrer Kundinnen anpasst, in der Bonner Innenstadt erfolgreich.Seite 4 von 7 Durchgängige Themen in den drei anschließenden Arbeitsgruppen waren die Steigerung der Aufenthaltsqualität (Wohlfühlen, Teilhabe, konsumfreie Bereiche, restriktives Vorgehen gegen Störungen, Sicherheit, Sauberkeit, öffentliche Toiletten, so- ziale Infrastruktur), die Vielfalt und Qualität des Einzelhandelsangebotes (Nutzungsmischung, Wünsche der Kundschaft, Startups, inhabergeführter Einzelhandel), die Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmer vom Fuß- und Radverkehr über Busse und Bahnen bis hin zum Autoverkehr, positive Kommunikation in das Umland (Stärken kommunizieren) Die Pinnwände aus den Arbeitsgruppen sind im Anhang dargestellt. Ansprechpartner: Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn Citymanagement Arnulf Marquardt-Kuron Thomas-Mann-Straße 4 53103 Bonn arnulf.marquardt-kuron@bonn.de 0228 / 772053 © Fotos: Stadt Bonn, Arnulf Marquardt-KuronSeite 5 von 7 Anhang: Pinnwände der drei Arbeitsgruppen AG 1: Wohnen in der CitySeite 6 von 7 AG 2: Innenstadt und Mobilität AG 3: Handel und Gastronomie im WandelSeite 7 von 7
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:35 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de