240487 · Mitteilungsvorlage
Bonner Klimaplan 2035: Jahresbericht 1 (2023)
Kerndaten
- Nummer
- 240487
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 18.04.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Hauptausschusses Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 240487 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Bonner Klimaplan 2035: Jahresbericht 1 (2023) Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 06.06.2024 Kenntnisnahme Hauptausschuss 11.06.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 19.06.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 26.06.2024 Kenntnisnahme Rat 29.08.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Der Rat der Bundesstadt Bonn hat im März 2023 den Zielbeschluss Bonner Klimaplan (DS 222006) gefasst und die Verwaltung u.a. mit der Umsetzung des „Arbeitsprogramms Klimaschutz“ beauftragt. Die Verwaltung soll über die Umsetzung, Zielerreichung und Wirksamkeit des Klimaplan 2035 jährlich berichten. Hiermit legt die Verwaltung den Jahresbericht 1 für das Jahr 2023 vor. Der Beschluss zum Bonner Klimaplan umfasst die Klimaneutralitätsstrategie (Band 1) sowie das Arbeitsprogramm Klimaschutz (Band 2). Das Arbeitsprogramm Klimaschutz definiert Maßnahmen der Kernverwaltung der Stadt Bonn als direkter und indirekter Beitrag zur Klimaneutralität 2035. Das Arbeitsprogramm besteht aus sieben Handlungsfeldern mit insgesamt 66 beschlossenen Aktivitäten (Steckbriefen) mit vorgesehenem Start im Zeitraum von 2023-2025. Mit der Initiierung der beschlossenen Aktivitäten und der Einleitung der Stellenbesetzungsverfahren hat die Verwaltung zum Zeitpunkt der Genehmigung der Haushaltssatzung 2023/24 sowie des Stellenplans ab Ende Juni 2023 sukzessive begonnen. Dabei wurde das folgende schrittweise Vorgehen gewählt: 1. Integration der Änderungsbeschlüsse und Ergebnisse aus dem Mitwirkungsverfahren Bonn4Future in das Arbeitsprogramm 2. Operationalisieren der Aktivitäten-Steckbriefe in konkrete Projekte und ggf.Seite 1 von 250 Seite 2 Herbeiführen von Umsetzungsbeschlüssen 3. Umsetzen der konkreten Projekte 1. Integration der beschlossenen Änderungsanträge sowie der Ergebnisse des Mitwirkungsverfahrens „Bonn 4 Future“ in das „Arbeitsprogramm Klimaschutz“ Mit dem Beschluss über den Klimaplan 2035 wurden zahlreiche Änderungsanträge beschlossen. Zudem erging ein Beschluss über die Ergebnisse des Mitwirkungsverfahrens Bonn4Future (DS 230261). Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob und ggf. wie bis zur Umsetzung von Aktivitäten aus dem Klimaplan bereits kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden können, um Empfehlungen aus dem Bonn4Future-Verfahren zu realisieren, oder wie diese Maßnahmen bei der Fortschreibung des Klimaplans berücksichtigt werden können. Darüber hinaus wurde die Verwaltung beauftragt, auch alle weiteren Ergebnisse aus dem Bonn4Future-Verfahren bei der Umsetzung des Arbeitsprogramms Klimaschutz zu prüfen und soweit sinnvoll und möglich zu berücksichtigen. (Anlage 1) Die Verwaltung hat deshalb in das Arbeitsprogramm Klimaschutz alle beschlossenen Änderungsanträge und die Empfehlungen aus dem Mitwirkungsverfahren Bonn4Future integriert und somit ein vollständiges Arbeitsexemplar erstellt (Anlage 2), das der Verwaltung als Arbeitsgrundlage bei der Umsetzung dient. Zusätzlich hat die Verwaltung eine Stellungnahme des mit dem Klimaplan beauftragten Konsortiums (Jung Stadtkonzepte, Gertec Ingenieurgesellschaft GmbH und Wuppertal Institut) zu den beschlossenen Änderungsanträgen eingeholt. Das Konsortium hat bis auf eine Ausnahme alle beschlossenen Änderungsanträge als Konkretisierung des Klimaplans eingeordnet. Lediglich hinsichtlich des Änderungsantrags 222006-84 AA, der das Zusammenlegen der stadtweiten Mitmachinitiative (Aktivität 2.1.2.1) mit den Beteiligungs- und Mitwirkungsformaten zur Begleitung des gesamtstädtischen Transformationsprozesses (Aktivität 1.3.1.1.) vorsieht, kann nach Aussage des Konsortiums nicht ausgeschlossen werden, dass insbesondere die Aktivierung von Privathaushalten und damit verhaltensbezogene THG- Reduktionspotenziale nicht in ausreichendem Maße erfolgt. 2. Operationalisieren der Aktivitäten-Steckbriefe in konkrete Projekte und ggf. Herbeiführen von UmsetzungsbeschlüssenSeite 2 von 250 Seite 3 Die Bearbeitung der beschlossenen Aktivitäten-Steckbriefe wurde im Rahmen von Workshops mit den federführenden Fachdienststellen angestoßen. Im Rahmen dieser Workshops wurden die Steckbriefe erörtert, die Integration der politischen Änderungsbeschlüsse geprüft und die Einarbeitung der Ergebnisse aus dem Bonn4Future Prozess festgelegt. Ebenso konnten inhaltliche und methodische Konkretisierungen vorgenommen werden. Mit folgenden federführenden Dienststellen wurden Workshops durchgeführt: · Referat Stadtförderung (I-1) · Referat Vergabedienste (II-2) · Dezernat IV - Dezernat für Sport und Kultur (Dez. IV) · Amt für Wirtschaftsförderung (03) · Personal- und Organisationsamt (Amt 10) · Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit (Amt 13) · Stadtplanungsamt (Amt 61) · Amt für Umwelt und Stadtgrün (67) · Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement (OB-21) · Stabsstelle Bürgerbeteiligung (OB-22) · Programmbüro Klimaneutrales Bonn 2035 (OB-23) · Städtisches Gebäudemanagement (SGB) · Bonner Energie Agentur (BEA) · Stadtwerke Bonn (SWB) · Bonnorange AöR Zum Monitoring und Controlling der konkreten Projekte der einzelnen Aktivitäten hat die Verwaltung gemäß Steckbrief 1.1.2.1 ein Projekt zur Beschaffung, Auswahl und Einführung einer Projektportfoliomanagement Software realisiert. Mit der Einführung der Software wird das Ziel verfolgt, Projektübersichten auch für die Aktivitäten des Bonner Klimaplans aufzubauen und die Steuerung der zahlreichen parallelen Projekte und Aktivitäten im Sinne der jeweils formulierten Ziele zu ermöglichen. Auf Basis einer Leistungsbeschreibung wurde ein Vergabeverfahren durchgeführt (siehe DS 230799) und die Software der Firma Sciforma ausgewählt. Das Projekt befindet sich in der Implementierungsphase. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2024 geplant. Der Aufbau der Projektportfolios der gesamten Projektlandschaft wird Schritt für Schritt weitergeführt, so dass weitere Projekte der strategischen Ziele, weiterer Organisationseinheiten und des Städtischen Gebäudemanagements in die Software überführt und Übersichten dieser Projekte bereitgestellt werdenSeite 3 von 250 Seite 4 können. 3. Status der Aktivitäten-Steckbriefe Obwohl mit der Bearbeitung der Aktivitäten-Steckbriefe zum überwiegenden Teil erst nach der Genehmigung des Haushalts sowie der Schaffung der personellen Voraussetzungen begonnen werden konnte, sind 38 Aktivitäten, die einen geplanten Start im Jahr 2023 hatten, bereits in Bearbeitung (in Konzeption/Umsetzung). Dies entspricht 79% der ursprünglich für 2023 zu startenden Aktivitäten. 10 Aktivitäten (21 %) sind noch ausstehend/in Vorbereitung. 3 der 15 in 2024 zu startenden Aktivitäten sind ebenfalls bereits in der Bearbeitung (in Konzeption/Umsetzung) (Stand Februar 2024). 3 weitere Aktivitäten sind für einen Start ab 2025 vorgesehen. Insgesamt befinden sich damit 42 der 66 Steckbriefe in der Bearbeitung (64 % der Aktivitäten des gesamten Arbeitsprogramms). Eine Aktivität - 7.1.1.3. Förderprogramm Obstbäume - konnte im Herbst 2023 bereits abgeschlossen werden. Differenziert nach Handlungsfeldern sind folgende Aktivitäten in Bearbeitung (in Konzeption/Umsetzung/abgeschlossen): · Governance: 10 von 11 (91%) · Gesellschaft: 5 von 8 (63 %) · Wirtschaft: 3 von 6 (50%) · Gebäude: 5 von 14 (35%) · Energie: 7 von 11 (64 %) · Mobilität: 10 von 12 (84%) · Kompensation: 2 von 4 (50%) Eine ausführliche Darstellung des Status der Aktivitäten differenziert nach geplantem Startjahr sowie nach Handlungsfeld ist Anlage 3 zu entnehmen. 4. Stand der Stellenbesetzungen Zur Umsetzung des Arbeitsprogramms Klimaschutz wurden durch den Rat der Bundesstadt Bonn 52,5 VZÄ beschlossen. Diese werden im Stellenplan in insgesamt 57 Stellen (z.T. in Teilzeit) umgesetzt.Seite 4 von 250 Seite 5 Die beschlossenen Personalstellen des Klimaplans wurden nach einer Empfehlung des Lenkungsausschusses Klimaneutrales Bonn priorisiert, sodass eine systematische Abarbeitung der Bewerbungs- und Einstellungsprozesse durch das Personal- und Organisationsamt erfolgen konnte. Zum Stichtag 18.03.2024 ist folgender Sachstand zur Stellenbesetzung zu berichten: · Besetzt: 23 Stellen (40%) · im Besetzungsprozess: 3 Stellen (5%) · im Auswahlprozess/ ausgeschrieben: 12 Stellen (21%) · Angestoßen: 6 Stellen (11%) · Noch offen (einschl. 2024): 13 Stellen (23%) Eine graphische Darstellung ist Anlage 4 zu entnehmen. 5. Finanzen Zur Umsetzung des Arbeitsprogramms Klimaschutz wurden im Doppelhaushalt 2023/24 konsumtiv insgesamt 22,2 Mio. € und investiv insgesamt 27,6 Mio. € angemeldet. Anteile der Finanzierung des Arbeitsprogramms Klimaschutz wurden durch die Fachämter bereits für den Doppelhaushalt 2023/24 eingestellt. Daher hat die Verwaltung die darüberhinausgehenden Mittel zur Umsetzung des Arbeitsprogramms Klimaschutz wie folgt in den Doppelhaushalt 2023/24 eingestellt: Konsumtiv: 17,2 Mio. €, davon 7,35 Mio. € in 2023 und 9,85 Mio. € in 2024. Investiv: 12,5 Mio. €, davon 7,50 Mio. € in 2023 und 5,00 Mio. € in 2024. Die Verausgabung der für 2023 vorgesehenen Mittel konnte aufgrund des politischen Beschlusses im März und der Genehmigung des Haushalts zur Mitte des Jahres und der notwendigen personell-organisatorischen Vorbereitungen erst verzögert begonnen werden. Da sich ein wesentlicher Anteil der Aktivitäten-Steckbriefe mittlerweile in der Konzeption bzw. Umsetzung befindet, wurden in Abstimmung mit der Kämmerei konsumtive Mittel in Höhe von 5,87 Mio. € sowie investive Mittel in einer Gesamthöhe von 5,56 Mio. € auf das Jahr 2024 übertragen. Durch die Fachämter wurden 870.000 € für Steckbriefe des Klimaplans abgerufen (Stand 26.03.2024).Seite 5 von 250 Seite 6 Zur Finanzierung der Aktivitäten aus dem Bonner Klimaplan müssen Fördermöglichkeiten durch entsprechende Programme des Bundes und des Landes akquiriert werden. Der Klimaplan enthält daher bereits Verweise auf mögliche Fördermittelzugänge. Seit Beschlussfassung vor einem Jahr haben sich an der Fördermittel-Landschaft Änderungen ergeben. In einer durch den Region Köln-Bonn e.V. moderierten Fördermittelwerkstatt konnte ein Austausch zu den aus dem Bonner Klimaplan resultierenden Bedarfen und den Beratungsangeboten zu Förderprogrammen des Region Köln-Bonn e.V. stattfinden mit dem Ziel, passgenaue Förderzugänge zu erschließen. Weitere Werkstätten zur konkreten Projekten sind durch den Region Köln-Bonn e.V. gemeinsam mit der Verwaltung in Vorbereitung. Anlage/n 1 Anlage_01_Überblick über Bonn4Future-Ergebnisse und Transfer in den Klimaplan (öffentlich) 2 Anlage_02_Überarbeitung_ArbeitsprogrammKlimaschutz (öffentlich) 3 Anlage_03_Übersicht Status Steckbriefe (öffentlich) 4 Anlage_04_Aktueller Stand Stellenbesetzung (öffentlich)Seite 6 von 250 BONN4FUTURE – WIR FÜRS KLIMA So kann die Transformation zur lebenswerten und klimaneutralen Stadt gelingen - Die Empfehlungen von Bonner:innen für den Klimaplan Das Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ stammt aus dem Herzen der Bonner Zivilgesellschaft. Es begann mit einem Bürgerantrag von Bonn im Wandel e.V. und zahlreichen Unterstützer- organisationen. Dieser Antrag wurde im Frühjahr 2020 eingereicht, kurz nach dem Ratsbeschluss, dass Bonn bis spätestens 2035 klimaneutral werden soll. Dort hieß es: „Die Transformation betrifft nahezu jeden Lebensbereich. Um sie zu meistern, braucht es eine neue Art der Mitwirkung der Bürgerschaft.” …. „Eine positive Vision und aktives Engagement der Menschen sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Transformation der Stadt.” (DS 200292) Aus dem zweiseitigen Bürgerantrag wurde ein zweieinhalbjähriges Mitwirkungsverfahren, das mit Förderung und in Kooperation mit der Bundestadt Bonn von Dezember 2020 bis April 2023 durchgeführt wurde. Konzeption und Umsetzung lagen in den Händen des gemeinnützigen Vereins Bonn im Wandel e.V. Das Verfahren wurde von Beginn an in besonderem Maße von der Stadtverwaltung unterstützt, federführend von dem Programmbüro Klimaneutrales Bonn 2035 und der Stabsstelle Bürgerbeteiligung, aber auch von vielen anderen Ämtern, die ihre Expertise im Laufe des Verfahrens eingebracht haben. „Bonn4Future war das umfangreichste und das intensivste Bürgerbeteiligungsverfahren, dass wir je hatten. Und das erste, das aus der Stadtgesellschaft heraus initiiert wurde.“ (Dirk Lahmann, ehemaliger Leiter der Stabsstelle Bürgerbeteiligung Quelle https://www.bonn4future.de/de/artikel/stimmen-zu-bonn4future ) KLIMASCHUTZ IST TEAMWORK Eine Abschätzung der Stadt Bonn zeigt, dass die Stadtverwaltung und die städtischen Betriebe maximal 44 % der Treibhausgas-Emissionen reduzieren können. Über 50 % der Reduktion muss die Stadtgesellschaft bewältigen, d.h. die Unternehmen, Institutionen und Behörden und die privaten Haushalte (Vortrag Joachim Helbig, Leitung ehem. Leitstelle Klimaschutz, Quelle https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum1). Die Stadtgesellschaft muss also einen ganz erheblichen Teil dazu beitragen, dass Bonn unabhängig wird von Öl, Gas und Kohle. Das gelingt nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Ergebnisse aus demSeite 7 von 250 Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ ergänzen nun das Arbeitsprogramm des Bonner Klimaplans. So vereint der Bonner Klimaplan zwei Expertisen – Top Down und Bottom Up. Das sind die Fachexpertise von Gutachter:innen, Wissenschaftler:innen und Verwaltung und die Alltags- und Umsetzungsexpertise von Bürger:innen und Akteur:innen aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Sie haben in vier großen Bonn4Future-Klimaforen mit Unterstützung von zahlreichen Expert:innen aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung an den Fragen gearbeitet: Wie kann die große Transformation gelingen? Wie schaffen wir es, siebenmal schneller als bisher unsere Treibhausgase zu reduzieren? Und was brauchen die Bürger:innen, damit sie an der Transformation mitwirken? Über 320 zufällig ausgewählte Bürger*innen, wichtige Bonner Akteur*innen sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung und städtischen Betriebe haben teilgenommen. Ausführliche Informationen zu den Inhalten, Zielen, Ergebnissen finden Sie unter https://beteiligung.bonn4future.de VIER ERGEBNISBERICHTE FÜR DEN BONNER STADTRAT Der „KLIMA-AKTIONSPLAN DER BÜRGER:INNEN“ enthält die Empfehlungen der Teilnehmenden nach vier Bonn4Future-Klimaforen. In sieben Handlungsfeldern haben die Bürger:innen insgesamt 37 Aktionspläne für eine lebenswerte und klimaneutrale Stadt erarbeitet und zwar für Wohnen, Mobilität, Wirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft, für Natur und natürliche CO2-Senken, für „Bildung und Beteiligung“ sowie für „Kulturwandel und Aufbruch“. Jeder der 37 Aktionspläne beschreibt die Ziele, die wir bis zum Jahr 2035 erreichen müssen, die Meilensteine für 2025 und die ersten wichtigen Schritte. Das vollständige Dokument mit allen Aktionsplänen und Empfehlungen der Teilnehmenden finden Sie auf der Bonn4Future Beteiligungsseite https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum4 "KLIMANEUTRAL UND GUT LEBEN IN BONN - ERGEBNISSE VON BONN4FUTURE (PDF, 700KB), ist das zentrale Abschlussdokument des Verfahrens. Bonn im Wandel e.V. hat dafür die Empfehlungen der Teilnehmenden mit dem Arbeitsprogramm der Verwaltung abgeglichen und für Politik und Verwaltung aufbereitet. Dieser Ergebnisbericht enthält eine Kurzfassung jedes Aktionsplans, seine Verortung im Klimaplan und dazu jeweils eine Begründung. Gut 30 Empfehlungen sind soziale Innovationen, sie kamen bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Arbeitsprogramm der Verwaltung vor. Sie sind in dem Dokument mit einem Glühbirnchen markiert. Zusätzlich hat das Bonn im Wandel-Team alle Aktionspläne inhaltsanalytisch untersucht. Dabei wurden sechs große Hebel der Veränderung identifiziert – die „Gamechanger“ (siehe unten). Die gesamte Beschlussvorlage für den Bonner Stadtrat mit allen Anhängen findet sich hier DS230261. Zeitgleich mit den Ergebnissen lag dem Stadtrat der ENDBERICHT DER WISSENSCHAFTLICHEN EVALUATION vor. Er wurde von dem Institut für Geographie der Universität Bonn und Promediare erarbeitet. Die Wissenschaftler:innen hatten das Verfahren zwei Jahre lang prozessbegleitend evaluiert, Teilnehmende, Akteur:innen aber auch Bonner Bürger:innen befragt und an vielen Veranstaltungen beobachtend teilgenommen. Ihre Empfehlungen für künftige Mitwirkungsverfahren und die Umsetzung der Ergebnisse finden sich in der Mitteilungsvorlage DS230309. Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und weitere wissenschaftliche Arbeiten über Bonn4Future finden sich hier https://beteiligung.bonn4future.de/de/wissenschaftSeite 8 von 250 Auch der BONN4FUTURE-PROZESSBEIRAT hat Empfehlungen entwickelt. Sie wurden ebenfalls dem Stadtrat vorgelegt und sollen laut politischem Beschluss berücksichtigt werden (DS230261). DER POLITISCHE PROZESS NACH BONN4FUTURE - TRANSFER DER ERGEBNISSE IN DEN KLIMAPLAN Die Empfehlungen der Bürger:innen wurden ernst genommen. Der Bonner Stadtrat hat im März 2023 mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Empfehlungen aus dem Mitwirkungsverfahren bei Umsetzung von Maßnahmen „zu prüfen und soweit sinnvoll und möglich zu berücksichtigen sind“ (DS 230261). Gemäß den Leitlinien Bürgerbeteiligung ist das Ergebnis der Prüfung öffentlich darzustellen. Eine Reihe von Empfehlungen spiegeln sich bereits in politischen Änderungsanträgen und Beschlüssen zum Bonner Klimaplan wider. So soll es ein Klima-Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr geben, das für fünf Personen gültig ist und weniger als 10 Euro kostet. Beschlossen wurde ein Förder- und Umstellungsprogramm der städtischen (verpachteten) landwirtschaftlichen und gärtnerischen Flächen auf biologische Bewirtschaftung sowie die Förderung von Solidarischer Landwirtschaft. Auch den Wunsch nach einer gemeinwohlorientierten Stadt und Wirtschaft haben die Politiker:innen aufgegriffen: Sie haben den Auftrag an die Stadtverwaltung erteilt, Aktivitäten zur Unterstützung einer Gemeinwohlökonomie zu entwickeln. Auch die vier Klimaquartiere, die nun federführend von der Stabsstelle Bürgerbeteiligung organisiert werden folgen einer zentralen Empfehlung der Bürger:innen: Sie haben in allen vier Klimaforen deutlich gemacht, dass sie für die Klimatransformation Unterstützung und Anlaufpunkte vor Ort benötigen. WIE BEGEISTERN WIR DIE MENSCHEN FÜR DIE GROßE TRANSFORMATION? Sechs Hebel der Veränderung – die Gamechanger „Ihr habt eine technische Frage gestellt und eine soziale Antwort bekommen“ (Celia Schütze, Geschäftsführerin der Bonner Energie Agentur) Die Transformation zur klimaneutralen Stadt ist nicht nur ein technischer Prozess, es ist vor allem ein gesellschaftlicher Lern- und Veränderungsprozess. Das haben die beteiligten Bürger:innen schon im ersten Bonn4Future-Klimaforum „Zukunftsbilder einer lebenswerten klimaneutralen Stadt“ deutlich gemacht: Es braucht einen Aufbruch – klimaneutral muss einfach und normal werden und Freude machen. Und der Prozess soll sozial gerecht sein (siehe Kurzfilm Zukunftsbilder https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum1) . Diese Motive zogen sich durch alle vier Klimaforen. In einer umfangreichen Analyse der einzelnen Klima- Aktionspläne hat Bonn im Wandel e.V. sechs zentrale Hebel identifiziert, die von den Teilnehmenden besonders häufig genannt wurden. Sie beantworten die Frage: „Wie können wir viele Menschen erreichen und für die Transformation begeistern?“Seite 9 von 250 1. Kommunikation: ehrlich, positiv und verständlich - Worte und Bilder die Mut machen Alle Bonner:innen müssen erfahren, was auf sie zukommt. Dafür brauchen wir eine ganz neue und verständliche Kommunikation – von Politik und Verwaltung, in den Medien, in den Schulen und in allen Einrichtungen. Und es muss deutlich werden: Wer muss was tun damit die Klimaneutralität gelingt? 2. Bildung und Mitwirkung vervielfachen: Alle wissen, worum es geht und bekommen die Chance mitzumachen Alle Bonner:innen müssen an den Veränderungen mitwirken können. Nur so können sich gute Erfahrungen verbreiten und positive Wirkungen vervielfachen. Um mehr Menschen zu erreichen als bisher, braucht es mehr Orte der erfahrungsbezogenen Bildung, Multiplikator*innen und Netzwerke des Erfahrungsaustausches. 3. Transformation im Quartier: Loslegen vor der Haustür - das Zentrum des Wandels liegt im Viertel Alle Menschen müssen in ihrer Nachbarschaft mit dem Wandel beginnen können. Dort, wo sie leben und alle Themen zusammenfließen: Wohnen, Unterwegssein, Arbeiten, Einkaufen, Ernährung. Denn alle Stadtteile sollen klimaneutral und lebenswert werden. Schon jetzt sollte es daher Unterstützungsmöglichkeiten für selbstorganisierte Stadtwandelorte geben. Am besten dort, wo die Menschen leben und arbeiten: in den Quartieren. 4. Soziale Gerechtigkeit: Eine Stadt, die für alle bezahlbar, lebenswert und gerecht ist Bonn muss auf dem Weg zur Klimaneutralität gerechter werden. Strom, öffentliche Verkehrsmittel und gutes Essen sollen für alle bezahlbar sein. Niemand soll durch die Veränderungen zur klimaneutralen Stadt in finanzielle Not gebracht, benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Damit bei der bevorstehenden Transformation niemand auf der Strecke bleibt, sollte geprüft werden, inwieweit der Klimaplan ausreichend Antwort auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit gibt. Kurzfristig sollten niederschwellige Angebote zum Dialog und zur Selbstorganisation geschaffen werden. 5. Kokreation: Menschen zusammenbringen, etwas Neues schaffen Die klimaneutrale Stadt braucht neue Formen der Zusammenarbeit – auf allen Ebenen, quer durch unsere Stadtteile, gesellschaftlichen Schichten und Themenbereiche. Damit die Kooperation gelingt, braucht es einen guten Rahmen und Unterstützung. Die Stadt Bonn kann die Klimaneutralität nicht allein herbeiführen. Hierfür braucht es die Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Akteur*innen auf vielen Ebenen. Zahlreiche Bonn4Future-Projektvorschläge lassen sich hierfür niederschwellig anbahnen. 6. Neue Kooperationen: Starke Partner:innen für den Wandel finden und fördern. In Bonn gibt es viele Organisationen, Initiativen und Vereine, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Das ist eine große Chance, mehr Menschen zu erreichen und mehr zu bewirken. Um das Potential zu heben, sollten Fördermittel etabliert bzw. geöffnet werden.Seite 10 von 250 Die „Gamechanger“ oder auch Hebel der Veränderung verstehen sich als übergeordnete Empfehlungen. Sie wurden daher nicht den einzelnen Steckbriefen zugeordnet, sind aber bei der Umsetzung des Klimaplans zu prüfen und soweit möglich zu berücksichtigen. Die Gamechanger unterstützen die strategische Ausrichtung der Maßnahmen. Daher übernimmt die Strategische Programmsteuerung (OB- 2) mit Ihren Programmbüros die Federführung für ihre Berücksichtigung. Dafür findet ein enger Austausch mit den zuständigen Fachämtern statt. ENGAGEMENT FÖRDERN Klima-Aktionstag, Workshops und Trainings für den Wandel Prozessbegleitend hat Bonn im Wandel e.V. im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens Formate entwickelt, die bürgerschaftliches Engagement fördern und sichtbar machen. Dazu gehören der erste Bonner Klima-Aktionstag https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaaktionstag Trainings für Transformative Kommunikation https://beteiligung.bonn4future.de/de/kommunikation Das Transition-Training „Skills4Transformation“ Eine Bonn4Future-Jugendwerkstatt, in der modellhaft ein Kommunikationskonzept für Jugendliche erprobt wurde https://beteiligung.bonn4future.de/de/jugend. Die Erfahrungen werden bei der Umsetzung der Klimaplan-Kommunikationsstrategie (Steckbrief 1.1.3.1) berücksichtigt. ENGAGEMENT SICHTBAR MACHEN „BONN4FUTURE – WIR MACHEN WANDEL“ Mit www.bonn4future.de wurde die lokale Bonner Nachhaltigkeits- Plattform aufgebaut. Sie folgt den Prinzipien des konstruktiven Journalismus und erzählt die Nachhaltigkeitsgeschichte der Stadt Bonn. In einer Karte der Initiativen haben über 100 engagierte Gruppen ihre Steckbriefe eingetragen. Es gibt einen Mitmach-Terminkalender, den über 300 Initiativen und Institutionen nutzen. Seit April 2022 wurden über 900 Termine eingetragen und über den Bonn im Wandel-Newsletter , die „Stadtwandelnews“ und Social Media verbreitet (Stand März 2024). Die Website „Bonn4Future – Wir machen Wandel“ bietet außerdem zahlreiche leicht verständliche Artikel zu den Themenfeldern Wohnen, Mobilität, Wirtschaft, Ernährung und Klima sowie über 40 Filme. Die sechs Gamechanger und die zentralen Empfehlungen aus dem Mitwirkungsverfahren finden Sie zusammengefasst in dieser kompakten und leicht lesbaren PDF-Broschüre“Es geht nur zusammen“ (2,1 MB).Seite 11 von 250 Sie führen ein in die Herausforderungen und zeigen gute Beispiele und Ansätze für eine nachhaltige, klimafreundliche und lebenswerte Stadt. Wenn man freundlich und klar die Herausforderungen der Klimakrise erklärt und aufzeigt, welche Ziele wir nach dem Stand der Wissenschaft erreichen müssen, und wenn man dann einen guten Rahmen schafft für die gemeinsame Suche nach Lösungen, dann sind die meisten Bürger:innen bereit, sich zu engagieren und wollen, dass es schneller geht. (Maschkowski et al 2023, Ergebnisbericht Klimaneutral und gut leben in Bonn). Text: Dr. Gesa Maschkowski, Projektleitung Bonn4Future und Vorstandsmitglied Bonn im Wandel e.V. Blick auf www.bonn4future.de (Stand Nov 2023)Seite 12 von 250 Bundesstadt Bonn Band ͮ : Klimaplan ͮͬͯ ͱ für die Bundesstadt Bonn - Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Stand März 2024 - Fortschreibung inklusive Ergänzungen aus politischen Änderungsanträgen sowie Empfeh- lungen aus dem Mitwirkungsverfahren Bonn4Future Quelle: Pixabay/TeroVesakainenSeite 13 von 250 2 Band 2: Klimaplan 2035 für die Bundesstadt Bonn - Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Inhaltsverzeichnis 1 Governance ....................................................................................................................... 6 2 Gesellschaft .................................................................................................................... 40 3 Wirtschaft ....................................................................................................................... 69 4 Gebäude ......................................................................................................................... 99 5 Energie...........................................................................................................................137 6 Mobilität ....................................................................................................................... 168 7 Kompensation .............................................................................................................. 211Seite 14 von 250 3 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Der Klimaplan2035 für die Stadt Bonn besteht aus einer Klimaneutralitäts-Strategie für die Gesamt-Stadt Bonn sowie einem Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung mit dem Planungshorizont 2023 bis 2025. Das Arbeitsprogramm Klimaschutz zeigt auf, wie die Kernverwaltung der Stadt Bonn direkt oder indirekt handeln kann. Das Klima-Portfolio des Arbeitsprogramms Klimaschutz besteht aus sieben Handlungsfeldern mit insge- samt ca. 74 Aktivitäten. Das hier vorliegende Dokument beschreibt Aktivitäten, die entweder eine große direkte Reduktionswirkung von Treibhausgasen haben (Hebelwirkung), die Reduktion in einem hohen Maße mittelbar beeinflussen oder struktu- relle Voraussetzungen schaffen, um die Rahmenbedingungen der Akteure in Bonn zu verbessern. Abbildung ͭ Struktur Klimaplan ͮͬͯ ͱ Die Aktivitäten werden in Form von Steckbriefen dokumentiert und übersichtlich dargestellt. Neben der allge- meinen Beschreibung der Aktivität (Ziel und Strategie, Ausgangslage, Beschreibung, erste Handlungsschritte) umfassen die Steckbriefe die folgenden bewertenden Kriterien: Akteure Zielgruppen Dauer der Aktivität Synergieeffekte Zielkonflikte Handlungsfelder (Leitlinien) Handlungs- schwerpunkte (strategische Ziele) M aßnahmen (M arktakteure* innen, Stadt Bonn inkl. Beteiligungen) 1. 2. 3. Aktivitäten Kernverwaltung Stadt Bonn (operative Ziele) 4. Klimaneutralitäts- Strategie Arbeitsprogramm Arbeitsprogramm Klimaschutz: Stadt Bonn kann direkt oder indirekt handeln, Planungshorizont 2023 bis 2025. Klimaplan 2035 = Strategie + ArbeitsprogrammSeite 15 von 250 4 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Erfolgsindikatoren/Meilensteine Zeitaufwand Sachkosten, unterteilt in konsumtive und investive Kosten und Finanzierungsansatz THG-Einsparung Nachfolgend werden die drei Bewertungskriterien Zeitaufwand, Sachkosten und THG-Einsparung näher be- schrieben: Zeitaufwand Über dieses Kriterium wird der Zeitaufwand für die Umsetzung einer Aktivität in Vollzeitäquivalenten abgebildet. Der Zeitaufwand kann durch neue Aufgabenverteilungen mit bestehenden Personalkapazitäten gelöst werden oder durch zu schaffende Personalstellen. Es wird dabei nicht berücksichtigt, ob dieser Zeitaufwand verteilt an mehreren Stellen anfällt, z. B. bei der städtischen Verwaltung, städtischen Töchtern oder Dienstleistern. Die Ge- samtarbeitszeit weiterer Akteur*innen, sofern deren Mitarbeit Voraussetzung für die Umsetzung der Aktivität ist, wird hier nicht berücksichtigt. Sachkosten Die Sachkosten beziffern die für die Umsetzung der Aktivität aufzubringenden Kosten. Unterschieden werden dabei Investive und Konsumtive Kosten. THG-Einsparung Für jede Aktivität wird geprüft, ob eine Energieminderung zu quantifizieren ist, um darauf aufbauend die THG- Minderungspotenziale zu berechnen. Dies erfolgt nach heutigem Kenntnisstand und aktuell geltenden Rahmen- bedingungen. Grundlage für die Quantifizierung bilden Ergebnisse aktueller Studien, Evaluationen sowie eigene Erfahrungen. Die THG-Einsparungen werden in zwei Varianten quantifiziert. Zum einen wird die Minderung des jährlichen Emissionsniveaus bei vollständiger Aktivitätenumsetzung angegeben. Zum anderen wird die kumu- lierte THG-Einsparung beziffert, welche mit der Laufzeit der jeweiligen Aktivität eine zeitliche Komponente be- inhaltet. Zudem sind im Rahmen der Überarbeitung des Arbeitsprogramms folgende Ergänzungen am Ende des jeweiligen Steckbriefes vermerkt: Maßgaben aus den politischen Beratungen Der Klimaplan der Stadt Bonn wurde im Dezember 2022 in einer ersten Lesung in der Sitzung des Stadtrates vorgestellt und folgend in allen relevanten Ausschüssen beraten. Am 23.03.2023 wurde der Zielbeschluss Bonner Klimaplan mit einer Vielzahl von Änderungsanträgen, die im Verlauf der Beratungen eingebracht wurden, im Rat beschlossen. Am Ende jedes Steckbriefes ist zu erkennen, durch welche etwaigen politischen Änderungsanträge der Steckbrief berührt ist. Bonn4Future | Anregungen von zufällig ausgewählten Bürger*innen Parallel zur Entwicklung des Bonner Klimaplans hat zwischen Dezember 2020 und April 2023 das zivilgesellschaft- lich initiierte Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ stattgefunden. In insgesamt vier KlimaforenSeite 16 von 250 5 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung haben zufällig ausgewählten Bürger*innen und Akteur*innen aus der Stadtgesellschaft zahlreiche Anregungen, Empfehlungen und konkrete Projektideen entwickelt. Der Rat der Stadt Bonn hat die Verwaltung damit beauftragt, diese Anregungen vor Umsetzung von Maßnahmen des Klimaplans zu prüfen (DS 230261). Sie wurden auf Vorschlag von Bonn im Wandel e.V. und in Rücksprache mit den betreffenden Fachämtern durch das Programmbüro Klimaneutrales Bonn 2035 den einzelnen Steckbrie- fen zugeordnet. Mehr Informationen zu Bonn4Future und weitere Ergebnisse des Verfahrens finden sich in einem gesonderten Anhang und werden Teil der strategischen Steuerung der Klimaplan-Umsetzung.Seite 17 von 250 6 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltungͭ Governance Governance bezeichnet hier das Steuerungs- und Regelungssystem einer politisch – gesellschaftlichen Einheit. Der stadtgesellschaftliche Transformationsprozess zur Klimaneutralität lässt sich durch die Kernverwaltung der Stadt Bonn aktiv gestalten und beschleunigen, aber im komplexen Gesamtprozess nicht in Gänze steuern. Die Transformation der Stadtgesellschaft muss als eine systemische Aufgabe sowie als agiler Prozess begriffen wer- den, in den Stadt, Bürger*innen und Beteiligte wie z. B. Unternehmen, Verbände oder Interessensvertretungen eingebunden sind. Für die Umsetzung kann die Stadt Bonn die Transformation aktiv gestalten, indem sie die Rah- menbedingungen für Veränderung schafft. Dazu gehört: Die Überwachung und Nachjustierung des Prozesses. Der fachübergreifende und koordinierte Einsatz kommunaler Steuerungsinstrumente im Rahmen der kommunalen Selbstbestimmung. Die Förderung von Investitionen und Innovationen. Die gezielte strategische Entwicklung von Innovationsräumen über alle Handlungsfelder. Im Mittelpunkt des Verwaltungshandelns stehen daher die folgenden Handlungsschwerpunkte: Transformation als Managementaufgabe der Stadt. Transformation als Organisations- und Planungsaufgabe im Konzern Stadt Bonn. Transformation in zivilgesellschaftlicher Verantwortung. Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe im Klimaschutzprozess. Die folgende Abbildung zeigt die Struktur des Handlungsfelds mit seinen Handlungsschwerpunkten, Maßnah- men und Aktivitäten. Innerhalb des Handlungsfelds sind die Aktivitäten der Kernverwaltung auf der vierten Glie- derungsebene dargestellt (weiße Kästen).Seite 18 von 250 7 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Abbildung ͮ Übersicht Handlungsfeld GovernanceSeite 19 von 250 8 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Diese Aktivitäten sind mit einem Steckbrief beschrieben Nr. Aktivitätentitel Seite 1.1. Transformation als Managementaufgabe der Stadt Bonn 1.1.1.1. Bürger*innenbefragungen zur Klimaneutralität durchführen 9 1.1.2.1. Instrumente des Multiprojektmanagements entwickeln und etablieren 12 1.1.2.2. Fördermittel(kredit)management – Koordination der Akquisetätigkeiten 14 1.1.2.3. Monitoring, Controlling und Reporting des Klimaplans auf Basis von Wirkungsindika- toren entwickeln und anwenden 16 1.1.2.4. Prozess zur Steuerung des Klimaschutzprozesses implementieren 19 1.1.2.5. Klima-Fonds als Instrument zur Finanzierung von Klimaschutzaktivitäten aufsetzen und implementieren 21 1.1.2.6. Innovationsraummanagement für ein klimaneutrales Bonn2035 einführen 24 1.1.3.1. Kommunikationsstrategie Klimaplan 27 1.2. Transformation als Organisations- und Planungsaufgabe im Konzern Stadt Bonn 1.2.1.1. Programm klimaneutrale Stadtverwaltung etablieren 30 1.2.1.2. Etablierung einer Klimaschutzrelevanzprüfung zur Priorisierung von klimarelevanten Beschlüssen (bereits laufend) 32 1.2.3.1. Verwaltungsinterne Kommunikation und Vernetzung fördern 34 1.3. Transformation in zivilgesellschaftlicher Verantwortung 1.3.1.1. Beteiligungs- und Mitwirkungsformate zur Begleitung des gesamtstädtischen Trans- formationsprozesses 37Seite 20 von 250 9 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Bürger*innenbefragungen zur Klimaneutralität durchführen Governance / 1.1.1.1. Bürger*innenbefragungen zur Klimaneutralität durchführen Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig Einflussbereich Kommunikation, Steuern Ziel und Strategie Ziel dieser Aktivität ist es, durch wissenschaftlich begleitete Bürger*innenbefragungen 1. die Einstellungen der Bonner Stadtgesellschaft zum Thema Klimaschutz sichtbar zu machen, 2. herauszuarbeiten, was die Men- schen brauchen, um das Ziel der Klimaneutralität zu unterstützen, sowie 3. die grundsätzliche Akzeptanz ein- zelner Maßnahmen und Ansätze zu eruieren. Gemeint sind sowohl Maßnahmen im Rahmen des Mitwirkungs- prozesses als auch Maßnahmen, die auf das Ziel der Klimaneutralität einzahlen. Ausgangslage Die Befragung der Bonner Bürger*innen im Hinblick auf ihre Ziele und Wünsche mit Bezug auf die Klima- schutzaktivitäten in Bonn erfolgt im Rahmen einer wissenschaftlichen Erhebung durch ein entsprechendes Institut bzw. eine Hochschule und über vielfältige qualitative und quantitative Instrumente. Beschreibung Die Transformation der Stadt Bonn auf dem Weg zur Klimaneutralität ist ein langfristiger Prozess. Dieser Pro- zess erfordert ein kontinuierliches Nachjustieren der Maßnahmen und Aktivitäten sowie die Entwicklung ziel- gruppengerechter Ansprachen. Auf diesem Weg ist es erforderlich, Bedürfnisse und Anforderungen sowohl der Bürger*innen als auch der Unternehmen und anderer Akteur*innen in der Stadt regelmäßig zu erfassen und die Wirkung von städtischen Maßnahmen und Angeboten zu testen. Außerdem ist es erforderlich, Zielgruppen zu identifizieren und deren Anforderungen mit Blick auf eine passgenaue Ansprache als Basis für die strategische Steuerung und die Kommunikation des Gesamtprozesses herauszuarbeiten. Darüber hinaus muss im Vorfeld überlegt werden, wie und mit welchen Formaten die unterschiedlichen Zielgruppen gleichermaßen mobilisiert werden können, auch im Sinne von niederschwelligen Teilhabemöglichkeiten. Die Aktivität gliedert sich in mehrere Teilaktivitäten: Im ersten Schritt soll ein externer Dienstleister gefunden werden, der gemeinsam mit der Stabsstelle Bürgerbeteiligung ein entsprechendes Befragungs- und Evaluationskonzept entwickelt. Zunächst ist eine ͬ -Befragung durchzuführen, um die grundsätzliche Einstellung der Bonner Stadtgesell- schaft zum Thema Klimaneutralität zu erheben und den Bekanntheitsgrad städtischer Aktivitäten zu eru- ieren. Dazu gehören z. B. Erkenntnisse über die Bekanntheit städtischer Angebote und die Wirkung der bisher gewählten städtischen Kommunikationsangebote. Die Befragung soll repräsentativ erfolgen; die Teilnehmenden sollen sowohl digital als auch analog teilnehmen können. Zudem kann es sinnvoll sein, Fokusgruppen (z. B. in den Quartieren mit Klimavierteln* (Synergie mit ͮ .ͭ .ͭ .ͭ ) zu etablieren. Die Fokusgruppen erlauben es, in Kleingruppen die Akzeptanz und Möglichkeiten zur Akzeptanzerhöhung städtischer Initiativen zu erfragen. In der Stadt Bonn werden bereits jetzt vielfältige Formate der Bürger*innen-Befragung durchgeführt. Die Ergebnisse bestehender Bürger*innen-Befragungen sollen im Hinblick auf ihre Relevanz für klima- schonendes Verhalten ausgewertet und, wo sinnvoll, zukünftige Befragungen um Aspekte des Klima- schutzes erweitert und ausgebaut werden. *Die Bezeichnung wurde auf Grundlage des Änderungsantrags (222006-85 AA) bereits im gesamten Dokument überarbeitet.Seite 21 von 250 10 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Erste Handlungsschritte Das Befragungs- und Evaluationskonzept sollte durch ein mit Energie- und Klimaschutzfragen erfahrenes Insti- tut entwickelt und von diesem durchgeführt werden. Erste Handlungsschritte sind daher: Formulierung eines Anforderungsprofils/einer Leistungsbeschreibung Ausschreibung und Vergabe der erforderlichen Leistungen Entwicklung des Konzepts Umsetzung Analyse und Bewertung, Herausarbeiten strategischer Empfehlungen (Synergie mit Multiprojektma- nagement und Kommunikationskonzept) (Perspektivische Einrichtung eines städtischen Online-Panels) Akteure Zielgruppe Federführung: OB-22 Stabsstelle Bürgerbeteili- gung Beteiligte: alle Programmbüros, Statistikstelle Amt 23 Bürger*innen, Unternehmen, gesellschaft- liche Gruppen Zeitaufwand Dauer der Aktivität 0,25 Vollzeitäquivalente 2023 bis 2035 Sachkosten Finanzierungsansatz Konzeptentwicklung: 10.000 € Analoge und digitale Befragung ca. 25.000 € Durchführung von bis zu 6 Fokusgruppen ca. 15.000 € Summe 2023/24: 50.000 Haushaltsmittel THG-Einsparungen Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Keine Minderung quantifizierbar Kumulierte THG-Einsparung (t): Keine Einsparung quantifizierbar Synergieeffekte Zielkonflikte Strategische Grundlage für Multiprojektma- nagement und Kommunikationskonzept keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Anzahl der ausgefüllten Befragungsbögen (evtl. prozentuale Vertei- lung auf die unterschiedlichen Zielgruppen; Nutzbarkeit der Erhebungen für weitere strategische ÜberlegungenSeite 22 von 250 11 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag 222006-82 AA: Das Arbeitspaket 1.1.1.1 wird wie folgt ergänzt: In “Ziel und Strategie” wird im Punkt 2 nach “Klimaneutralität zu unterstützen” eingefügt: “und was sie bei Ver- änderungen hin zur Klimaneutralität behindert”. In “Beschreibung” wird nach “... Angeboten zu testen.” einge- fügt: “Darüber hinaus sollen konkrete Hürden und Schwierigkeiten erfasst werden, auf die Akteur*innen beim Versuch gestoßen sind, sich hin zur Klimaneutralität zu verändern.” Der erste Bullet in “Beschreibung” wird ergänzt um: Für die Entwicklung, Umsetzung und Auswertung der Bür- ger*innenbefragungen ist prioritär eine Zusammenarbeit mit den regionalen Hochschulen (z.B. Universität Bonn, FH Bonn-Rhein-Sieg, Alanus-Hochschule) zu prüfen. Nach dem zweiten Bullet in “Beschreibung” wird als neuer Bullet eingefügt: Die Umfrage sollte in regelmäßigen Abständen durchgeführt und Ergebnisse in die Weiterentwicklung des Klimaplans aufgenommen werden.Seite 23 von 250 12 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Instrumente des Multiprojektmanagements entwickeln und etablieren Governance / 1.1.2.1 Instrumente des Multiprojektmanagements entwickeln und etablieren Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurz- bis langfristig Einflussbereich Steuern Ziel und Strategie Die Weiterentwicklung von projektorientierten Arbeitsweisen schafft günstige Rahmenbedingungen, um Pro- jekte und Aktivitäten erfolgreich(er) umzusetzen und so strategische Ziele zu erreichen. Ein Multiprojektma- nagement ermöglicht die zielgerichtete Steuerung einer großen Anzahl von Projekten und Maßnahmen bei wechselnden politischen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen. Das Verfahren behält - in Abgren- zung zum Projektmanagement für Einzelprojekte - das Gesamtergebnis aller Vorhaben im Blick. Für die Umset- zungsphase ist die Entwicklung und Einführung eines digitalen Monitorings und Controllings notwendig. Ge- sucht wird ein digitales Organisations- und Managementinstrument mit Datenbankanbindung zur Abbildung des Klima-Portfolios. Es soll im Rahmen des Multiprojektmanagements bei der Stadt Bonn einsetzbar und über frei konfigurierbare Eingabemöglichkeiten und Ausgabemöglichkeiten in Text und Grafik verfügen, um ein au- tomatisiertes Reporting zu ermöglichen. Ausgangslage Die Stadt Bonn hat mit dem Geschäftsbereich Strategische Programmsteuerung eine Aufbauorganisation ein- gerichtet, die u. a. die strategische Koordination des gesamtstädtischen Klimaschutzprozesses übernimmt. Hier werden Strategieprozesse initiiert und fortgeschrieben, inhaltlich zusammengehörige Projekte miteinander ver- zahnt und Transparenz über Fortschritte und Ergebnisse geschaffen. Beschreibung Multiprojektmanagement im kommunalen Klimaschutz bedeutet, ein Portfolio von Maßnahmen, Projekten und Aktivitäten im Sinne der formulierten kommunalen Klimaschutzziele zu managen und zu steuern. Im Unter- schied zum Projektmanagement legt das Multiprojektmanagement den Fokus auf das gesamte Portfolio der Klimaschutzprojekte und verfolgt übergeordnete und langfristige kommunale Klimaschutzziele. Hierzu soll ein Prozess beschrieben werden, der definiert, wie Maßnahmen Teil des Portfolios werden. Möglichkeiten der Kom- munikation und transparenten Darstellung des Portfolios, Statusberichte sowie Verfahren zur Erfolgs- und Pro- zessevaluation sollen entwickelt werden. Zu den Aufgaben gehört: Wirkungsmonitoring und Erfolgskontrolle auƟauen: Einheitliche Datenstruktur, Transparenz über ge- speicherte Daten, Informationen und Wissen, AuƟauen einer wirkungsorientierten Steuerung. Entwickelt und unterstützt die Prozesse zur Förderung neuer Maßnahmen- und Projektideen. Begleitet auf Prozessebene den Weg von der Idee bis zur Aufnahme ins Portfolio. Methodische Beratung und Unterstützung in der Start- und Umsetzungsphase strategisch bedeutsamer Projekte des Klimaplans. Erste Handlungsschritte ͭ . Instrumente des Multiprojektmanagements entwickeln, umsetzen und einführen (z. B. Klima-Portfolio als Werkzeug und zentrales Organigramm des strategischen Maßnahmenplans, Monitoring und Con- trolling). ͮ . Digitales Monitoring- und Controllingsystem auswählen und einführenͯ . Schrittweise Implementierung und Verankerung der InstrumenteSeite 24 von 250 13 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Ͱ. System evaluieren und fortschreiben Akteure Zielgruppe Federführung: Stabsstelle Projekt- und Pro- grammmanagement (OB-21) Beteiligte: alle Programmbüros, Dez. III-St (Stabsstelle Dezernatskoordination), Refe- rat für Stadtförderung und strategische Pro- jekte (Dez. I-1) Stadt Bonn Zeitaufwand Dauer der Aktivität 2 Vollzeitäquivalente über die gesamte Laufzeit fortlaufend Sachkosten Finanzierungsansatz Kosten 2023/24: 260.000 € für die Auswahl und Einführung eines Portfoliomanage- ment-Systems sowie Lizenzkosten. Haushaltsmittel THG-Einsparungen Quantitative Schätzung mithilfe von Annahmen (ggf. Angabe des Zieljahres) Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Nicht quantifizierbar – keine direkte Einspa- rung Kumulierte THG-Einsparung (t): Nicht quantifizierbar – keine direkte Einspa- rung Synergieeffekte Zielkonflikte Synergien in alle Handlungsfelder keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Implementierung einer Portfoliomanage- ment-SoftwareSeite 25 von 250 14 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Fördermittel(kredit)management – Koordination der Akquise Tätigkeit Governance / 1.1.2.2. Fördermittel(kredit)management – Koordination der Akquisetätig- keiten Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig bis mittel- fristig Einflussbereich Finanzierung Ziel und Strategie Die Umsetzung der städtischen Aktivitäten des Klimaplans kann nicht allein mit städtischen Haushaltsmitteln finanziert werden. Die systematische Akquise von Fördermitteln bzw. Förderkrediten ist Voraussetzung, um kommunale Projekte der Daseinsvorsorge stemmen zu können oder um Wirtschaftlichkeitslücken bei investiven Projekten zu schließen. Ausgangslage Die Akquise von Fördermitteln bzw. Förderkrediten erfolgt anlassbezogen in den jeweiligen Stellen der Verwal- tung. Beschreibung Die Aktivität zielt darauf ab, die nationale und EU – weite Förderlandschaft zur Umsetzung von Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmaßnahmen systematisch zu erfassen und geeignete Förderprogramme vor dem Hintergrund des Klima-Portfolios der Stadt Bonn zu sondieren. Das Fördermittelmanagement bzw. das Schuldenmanage- ment für die Förderkredite erfasst die Rahmenbedingungen zur Fördermittelbeantragung und unterstützt die Dezernate und Ämter bei der Beantragung von Fördermitteln/Förderkredite. Die Verantwortung der ordnungs- gemäßen Umsetzung liegt bei den beantragenden Stellen. Erste Handlungsschritte Screening Fördermittel- und Kreditlandschaft Identifikation geeigneter Programme in Bezug zum Klima-Portfolio Interne Beratungsangebote (weiter-)entwickeln und einführen Einführung einer Software für Fördermittelmanagement Akteure Zielgruppe Federführung: Referat für Stadtförderung (Dez I) und Amt 20 Beteiligte: alle Programmbüros Konzern Stadt Bonn Zeitaufwand Dauer der Aktivität 0,5 Vollzeitäquivalente (bei Dez I) 2023 bis 2035 Sachkosten Finanzierungsansatz Keine HaushaltsmittelSeite 26 von 250 15 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung THG-Einsparungen Keine Minderung quantifizierbar Synergieeffekte Zielkonflikte Querschnittswirkung über alle Handlungs- felder keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Eingeworbene Fördermittel absolut und re- lativ/ aufgenommene FörderkrediteSeite 27 von 250 16 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Monitoring, Controlling und Reporting des Klimaplans auf Basis von Wirkungsindikatoren entwickeln und anwenden Governance / 1.1.2.3. Monitoring, Controlling und Reporting des Klimaplans auf Basis von Wirkungsindikatoren entwickeln und anwenden Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurz- bis langfristig Einflussbereich Steuern Ziel und Strategie Die Strategie zum Erreichen der Klimaneutralität wird durch ein Klima-Portfolio beschrieben. Das Klima-Portfo- lio besteht aus vier Ebenen: Handlungsfelder, Handlungsschwerpunkte, Maßnahmen und Aktivitäten. Das Klima-Portfolio ist kein starrer Plan, sondern bildet einen laufenden Prozess ab – Aktivitäten kommen hinzu, abgeschlossene Aktivitäten werden aus dem Portfolio entfernt. Es ist daher besonders wichtig, dass Aktivitäten in den Handlungsfeldern und Handlungsschwerpunkten dokumentiert, der Status anhand von Indikatoren er- fasst und die Umsetzungserfolge transparent evaluiert und dargestellt werden können. Ausgangslage Das Ziel der Klimaneutralität 2035 erfordert ein passgenaues Monitoring- und Controlling-System auf unter- schiedlichen Ebenen, um den Prozess transparent zu gestalten und aktiv steuern zu können. Die Stadt Bonn hat mit dem Geschäftsbereich Strategische Programmsteuerung und den angegliederten Stabstellen und Pro- grammbüros eine Aufbauorganisation eingerichtet, die die strategische Ausrichtung des gesamtstädtischen Kli- maschutzprozesses übernimmt. Ziel ist es, Abläufe so zu gestalten, dass sie zu einer Vereinfachung der Verwal- tungsabläufe dienen. Hier werden Strategieprozesse initiiert und fortgeschrieben, inhaltlich zusammengehörige Projekte miteinander verzahnt und Transparenz über Fortschritte und Ergebnisse geschaffen (Monitoring, Con- trolling und Reporting). Beschreibung Die Aktivität lässt sich durch drei elementare Bausteine beschreiben: Den Zielkorridor festlegen: Es wird ein Verfahren vereinbart, das regelt, wie Ziele formuliert und verein- bart werden. Übergeordnete Klimaschutzziele und Teilziele werden möglichst spezifisch und präzise auf der gesamtstädtischen Ebene, der Ebene der Handlungsfelder und der Maßnahmenebene formuliert. Den Prozess beobachten: Der jeweilige Prozessstatus auf dem Weg zur Klimaneutralität wird durch ein passgenaues System von Indikatoren und Kennwerten beschrieben. Die Auswahl der Indikatoren erfolgt nach den Kriterien der Relevanz und Verfügbarkeit. Das Indikatorensystem ist analog zum Zielkorridor in vier Ebenen aufgeteilt. Die Wirkung überprüfen: Durch den regelmäßigen Abgleich der Indikatoren mit den formulierten Zielen und den Entwicklungspfaden zur Treibhausgasreduktion können Basisinformationen als Grundlage für die Prozesssteuerung über das Multiprojektmanagement abgeleitet werden. Ein automatisiertes Repor- ting behält die Zielerreichung zu jedem Zeitpunkt im Blick.Seite 28 von 250 17 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Erste Handlungsschritte 1. Übergeordnete Klimaschutzziele (Leitziele) definieren und Subziele operationalisieren. 2. Systematisierung der Begrifflichkeiten: Vereinbarung eines einheitlichen Vokabulars für das Indikato- rensystem der Klimaneutralitäts-Strategie. 3. Indikatorensystem einführen 4. Mindestens zweijährlich Bilanzierung nach dem BISKO-Verfahren durchführen und Bilanzierungssys- tem mit BISKO-Bilanz und Nebenbilanz implementieren und verstetigen. Eine jährliche Bilanzierung wird angestrebt. 5. Instrumentarien und Verfahren zum Abgleich und der Darstellung der Ergebnisse entwickeln. 6. Indikatoren kontinuierlich erfassen und Soll-Ist-Werte in einem automatisierten Reporting abgleichen. Akteure Zielgruppe Federführung: Programmbüro Klima-neut- rales Bonn 2035 (OB-23) Beteiligte: alle Dezernate Stadt Bonn Zeitaufwand Dauer der Aktivität 2 Vollzeitäquivalente über 3 Jahre zur Entwick- lung und Umsetzung des Systems, anschlie- ßend 1 Vollzeitäquivalent (fortlaufend) fortlaufend Sachkosten Finanzierungsansatz 50.000 € für externe Fachberatung, 120.000 € für Entwicklung und Einführung Indikatorensys- tem und Dash-Board. Summe 170.000 2023/24 Haushaltsmittel THG-Einsparungen Quantitative Schätzung mithilfe von Annahmen (ggf. Angabe des Zieljahres) Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Nicht quantifizierbar – keine direkte Einspa- rung. Kumulierte THG-Einsparung (t): Nicht quantifizierbar – keine direkte Einspa- rung. Synergieeffekte Zielkonflikte Synergien in alle Handlungsfelder keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Anzahl definierter Ziele und Teilziele, Ent- wicklung und Umsetzung Indikatorensys- tem, Anzahl entwickelter Instrumente und VerfahrenSeite 29 von 250 18 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Bonn4Future | Anregungen von zufällig ausgewählten Bürger*innen Zu diesem Steckbrief gibt es laut Ratsbeschluss DS 230261 folgende Empfehlungen aus dem Beteiligungsver- fahren Bonn4Future, die vor Umsetzung geprüft und soweit sinnvoll und möglich berücksichtigt werden müs- sen: „Einrichtung eines transparenten und guten Monitorings der Maßnahmen im Klimaplan. Die Verwaltung kann als Vorbild für andere Institutionen wirken, in dem sie ihren eigenen Prozess reflektiert und eine Blaupause schafft, die es auch anderen Institutionen ermöglicht, eigene Klimapläne zu entwickeln. Gerade der Aspekt der Partizipation und Beteiligung braucht hier eine besondere Aufmerksamkeit. Es braucht Bera- ter*innen und Multiplikator*innen. Diese sollte die Stadt Bonn gezielt ausbilden.“ [vgl. Steckbriefe 4.1.1.1 und 4.5.2.1] Die Ergebnisumsetzung sowie die Begründung, falls Ergebnisse nicht berücksichtigt werden können, sind ge- mäß der Leitlinien Bürgerbeteiligung gegenüber der Öffentlichkeit darzustellen.Seite 30 von 250 19 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Prozess zur Steuerung des Klimaschutzprozesses implementieren Governance / 1.1.2.4. Prozess zur Steuerung des Klimaschutzprozesses implementieren Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurz- bis langfristig Einflussbereich Steuern Ziel und Strategie Die Stadt Bonn kann den Prozess zur Klimaneutralität nicht in Gänze steuern, sie kann ihn aber im Hinblick auf die Zielerreichung kontrollieren und mit geeigneten Maßnahmen, wie zum Beispiel durch einen Lenkungsaus- schuss, direkt oder indirekt auf den Prozess einwirken. Hierzu kann sie die richtigen Rahmenbedingungen mit interner wie externer Wirkung setzen. Externe Rahmenbedingungen: Die Aktivität bündelt Teilaktivitäten zum Nachjustieren und Steuern Ansätze zur Nachjustierung sind: Gestaltung der rechtlichen, planerischen und finanziellen Rahmenbedingungen durch die Stadt Bonn. Aktive Steuerungsmöglichkeiten des Klima-Portfolios mit einer Top-Down und Bottom-Up Strate- gie. Interne Rahmenbedingungen: Ziel ist es, gute Rahmenbedingungen für die Umsetzung zu schaffen. Nur mit ei- ner ausreichenden personellen Ausstattung kann die Stadt Bonn die Aufgaben erfüllen. Ausgangslage Zur Steuerung des Prozesses gehört der gezielte Ressourceneinsatz. Erforderlich ist daher ein passgenaues Monitoring- und Controlling-System auf unterschiedlichen Ebenen, um den Prozess transparent zu gestalten und durch passende Rahmenbedingungen aktiv steuern zu können. Beschreibung 1. Einführung eines verbindlichen Mechanismus zur Nachsteuerung Die Einführung eines verbindlichen Mechanismus zur Nachsteuerung ist Grundlage für den Steuerungsprozess: Soll-Istwert Abgleich für die sektorspezifischen COͮ -Emissions- und Budgetziele auf Basis der COͮ - Bilanz Fall ͭ : Maximale Jahresemissionsmengen eingehalten = kein Nachsteuerungsbedarf. Fall ͮ : Jahresemissionsmengen in einem oder mehreren Sektoren überschritten => Nachsteue- rungsbedarf. Die Programmbüros innerhalb des Geschäftsbereichs Strategische Programmsteuerung empfeh- len Maßnahmen zur Nachjustierung. Dezernate und städtischen Beteiligungen legen Aktivitäten zur Nachsteuerung mit direktem oder indirektem Einfluss vor. Kommunikation und ggf. Beschluss im Rat der Stadt Bonn. 2. Benchmark Beispiele Benchmarks sind ein Instrument zur Steuerung. Es wird ein Benchmarksystem über alle Handlungsfelder einge- richtet. Ziel ist es, Vergleichswerte für den klimaschonenden und ressourcenschonenden Umgang über alle Handlungsfelder und insbesondere im Bereich Konsum und Ernährung zu erfassen und damit den „Wettbewerb“ zu fördern.Seite 31 von 250 20 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung 3. Interne Ressourcenplanung: Es erfolgt eine regelmäßige Personal- und Ressourcenplanung zur Bereitstellung der erforderlichen Mittel. Akteure Zielgruppe Federführung: Programmbüro Klima-neut- rales Bonn 2035 (OB-23) Beteiligte: alle Dezernate Unternehmen, Organisationen, Initiativen, Stadtgesellschaft Zeitaufwand Dauer der Aktivität 1 Vollzeitäquivalent (fortlaufend) fortlaufend Sachkosten Finanzierungsansatz Summe 2023/2024: 20.000 € THG-Einsparungen Quantitative Schätzung mithilfe von Annahmen (ggf. Angabe des Zieljahres) Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Keine Kumulierte THG-Einsparung (t): Keine Synergieeffekte Zielkonflikte Synergien in alle Handlungsfelder keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Prozess zur Nachsteuerung ist definiert, Pro- zess ist verankert, Reporting ist aufgebaut Entwicklung und Einführung von Bench- marksSeite 32 von 250 21 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Klima-Fonds als Instrument zur Finanzierung von Klimaschutzaktivitäten aufsetzen und implementie- ren Governance / 1.1.2.5. Klima-Fonds als Instrument zur Finanzierung von Klimaschutzaktivi- täten aufsetzen und implementieren Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2024 Wirkungsentfaltung Kurz- bis langfristig Einflussbereich Steuern Ziel und Strategie Kommunen finanzieren Klimaschutzprojekte vor allem durch Eigenmittel und Förderungen von EU, Bund und Ländern. Die Mittel reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um in der notwendigen Geschwindigkeit Klimaschutz- maßnahmen in Angriff zu nehmen. Daher sind innovative Finanzierungsmöglichkeiten wie Klimafonds ein Weg, um Mittel für den Klimaschutz in der Kommune zu erschließen Der KlimaFonds Bonn fördert über alle Handlungsfelder Investitionen und Innovationen zur Treibhausgasreduk- tion und Klimaanpassung in Bonn. Die Höhe der Förderung für Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion orien- tiert sich an der Höhe eingesparter oder kompensierter Emissionen. Dadurch ergeben sich Vorteile mit einem guten Verhältnis zwischen Investitionen und Einsparungen. Zudem wird durch die Kopplung der Förderhöhe an den CO2-Preis eine direkte Konsequenz des eigenen Handelns deutlich. Ausgangslage Ein lokaler Klima-Fonds wird aktuell in mehreren Kommunen (z. B. Bottrop) erprobt. Auf dem Bonner Stadtge- biet kann der Klimafonds zum PV-Ausbau des Bürgervereins Vilich-Müldorf eine Anregung sein: https://www.bv-vilich-mueldorf.de/klimafonds-so-funktioniert-der-vmk/ Beschreibung Der Klima-Fonds sollte eine Förderkomponente und eine Akquise-Komponente umfassen. Förderung von CO2-Einsparungen durch Mittel aus dem Klima-Fonds CO2 Einsparprämien für Investitionen: Bonner Bürger*innen, Unternehmen und Organisationen erhalten für jede nachweislich eingesparte Tonne CO2 pro Jahr eine Prämie in Höhe von 195 €/Tonne. Das Prämienprogramm fördert Investitionen in den Klimaschutz, die zu einer Reduktion der jährlichen Emissionen im energetischen Bi- lanzrahmen der Stadt Bonn führen. Die Prämie orientiert sich an den Empfehlungen des Umweltbundesamtes in Bezug auf die ersparten Schäden für Mensch und Umwelt. Unternehmen weisen die Treibhausgaseinsparung auf Basis eines (vereinfachten) Energiemanagementsystems am Ende eines Jahres nach, verbunden mit der Be- schreibung der dafür umgesetzten Maßnahmen. Privathaushalte mit Wohnsitz in Bonn können das Prämienpro- gramm durch den Nachweis der durchgeführten Maßnahme auf Grundlage eines Maßnahmenkatalogs - unter Beachtung einer Bagatellgrenze - nutzen. Sofern Maßnahmen nicht im Katalog abgebildet sind, werden diese separat berechnet. Durch die Kopplung an den CO2-Preis werden investive Maßnahmen in einer Bandbreite von ca. 3 % bis 10 % der Investitionssumme gefördert. Um eine hohe Dynamik bei der Inanspruchnahme zu errei- chen, soll die Förderung in einem noch festzulegenden zeitlichen Rahmen sinken. Die Förderung könnte z. B. 2023 mit 195 €/Tonne starten und sich dann jedes Jahr bis 2035 um 10 % verringern. Die Höhe der Investitions- förderung soll als Steuerungsinstrument in Abhängigkeit der Ergebnisse des Monitorings flexibel anpassbar sein. Sie soll dem Prinzip folgen: Je höher der Reduktionsbedarf pro Jahr, desto höher die Investitionsförderung für das Folgejahr. Um schnell eine hohe Reduktion an Treibhausgasen zu erzielen und so das CO2-Budget Bonns zu schonen, wäre für das erste Jahr ein Aufkauf von 10.000 Tonnen CO2 entsprechend 1.950.000 €, empfehlenswert. Im zweiten Jahr könnte geschätzt eine maximale Summe von 20.000 Tonnen CO2 (3.510.000) aufgekauft wer- den.Seite 33 von 250 22 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Perspektivisch könnten die bereits existierenden Förderprogramme (z. B. PV) an der obenstehenden Logik aus- gerichtet werden. Eine Doppelförderung ist in jedem Fall auszuschließen. Mittelakquise für den Klimafonds Insbesondere zu Beginn wird der Klima-Fonds im Schwerpunkt durch den städtischen Haushalt zu finanzieren sein. Perspektivisch könnte ein Kompensationsangebot für Bonner Unternehmen aber auch für Bürger*innen geschaffen werden. Die eingenommenen Mittel können durch Sponsoring erhöht werden. Es werden aus- schließlich lokale (Innovations-)Projekte zur CO2-Einsparung gefördert. Der Umfang des Fonds wird jeweils zu Jahresbeginn festgelegt und bestimmt sich aus den Projekten, die für das jeweilige Jahr bei dem Fonds „ange- meldet“ werden. Gegen Ende eines jeden Jahres können Sonderaufrufe zur Unterstützung einzelner Projekte gestartet werden, die bis dahin noch nicht „ausfinanziert“ sind. Der Preis für ein Kompensationszertifikat orien- tiert sich an Marktpreisen (z. B. Atmosfair) und wird bei der Förderung von Projekten auf z. B. 195 € pro Tonne durch die Stadt aufgestockt. Akteure Zielgruppe Federführung: Programmbüro Klima-neut- rales Bonn 2035 (OB-23) Beteiligte: Unternehmen, Organisationen, Initiativen, Stadtgesellschaft Zeitaufwand Dauer der Aktivität 1 Vollzeitäquivalent (fortlaufend) fortlaufend Sachkosten Finanzierungsansatz 5.500.000 € für KlimaFonds (in den ersten beiden Jahren), davon 1.950.000 € in 2024 Haushaltsmittel THG-Einsparungen Quantitative Schätzung mithilfe von Annahmen (ggf. Angabe des Zieljahres) Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): 10.000 Tonnen CO2eq im ersten Jahr. 15.000 Tonnen CO2eq im zweiten Jahr. Kumulierte THG-Einsparung (t): Synergieeffekte Zielkonflikte Synergien in alle Handlungsfelder keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Einführung eines KlimaFonds, Anzahl Teil- nehmende, Anzahl finanzierter Innovations- projekte Entwicklung und Einführung von Benchmarks Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag 222006-84 AA Bei der Konkretisierung und Beschlussvorlage des Steckbriefes wird auf eine unbürokratische Abwicklung und sozialverträgliche Ausgestaltung geachtet. Reboundeffekte sollen verhindert werden. Die Förderung von Bon- ner Nachhaltigkeitsinitiativen soll besonders beachtet werden. Die Haushaltsmittel werden auf 1.000.000,- Euro reduziert. Die freiwerdenden Mittel werden u.a. der Maß- nahme "Projektförderung für sozial und ökologisch nachhaltige zivilgesellschaftliche Vorhaben" bereitgestellt.Seite 34 von 250 23 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Änderungsantrag 222006-90 AA: Ggf. nicht benötigte Mittel kommen dem Steckbrief 1.1.2.5. (Klima-Fonds) zugute. Bonn4Future | Anregungen von zufällig ausgewählten Bürger*innen Zu diesem Steckbrief gibt es laut Ratsbeschluss DS 230261 folgende Projektvorschläge, die über das bisherige Arbeitsprogramm Klimaschutz hinausgehen. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und ggf. wie bis zur Umsetzung von Aktivitäten bereits kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden können, um diese zu realisie- ren, oder wie sie bei der Fortschreibung des Klimaplans berücksichtigt werden können. „Aufnahme der Förderung bereits vorhandener Initiativen und Netzwerke in den Klimaplan, die das Gemein- wohl, Commoning, Tauschen, Teilen und die Unterstützung von Engagement ermöglichen. Auch die Schaffung von neuen Begegnungs- und Erfahrungsorten für den Wohlstandswandel wird mehr Finanzmittel erfordern.“ [siehe auch Projektvorschläge zu 3.5] Die Ergebnisumsetzung sowie die Begründung, falls Ergebnisse nicht berücksichtigt werden können, sind ge- mäß der Leitlinien Bürgerbeteiligung gegenüber der Öffentlichkeit darzustellen.Seite 35 von 250 24 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Innovationsraummanagement für ein klimaneutrales Bonn2035 einführen Governance / 1.1.2.6. Innovationsraummanagement für ein klimaneutrales Bonn2035 ein- führen Themenschwerpunkt Transformation als Ma- nagementaufgabe der Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurz- bis langfristig Einflussbereich Steuern Ziel und Strategie Gesellschaftliche Transformation im Sinne der Klimaneutralität wird von Innovationen jeglicher Art begünstigt. Daher zielt die Aktivität darauf ab, systematisch über alle Handlungsfelder hinweg Räume für Innovationen, die auf das Ziel der Klimaneutralität einzahlen, zu identifizieren und zu fördern. Ein Innovationsraum hat den Zweck, ein „Brutkasten“ für kreative Ideen und Lösungsansätze zu sein und neue Perspektiven auf komplexe Zusammenhänge zu eröffnen. Ein Ort, an dem an neuen Ideen, Projekten, Strategien und Veränderungen ge- arbeitet werden kann. Grundsätzlich zielen die Innovationsräume darauf ab, lokale Akteur*innen aus Wissen- schaft, Wirtschaft, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft zusammenzubringen, um gemeinsam an neuen An- sätzen für die Erreichung der Klimaneutralität zu arbeiten. Hierzu führt die Stadt Bonn ein sogenanntes Inno- vationsmanagement ein. Ausgangslage Es braucht kreative Räume, um Antworten auf die komplexen Fragen zu finden, wie das Ziel der Klimaneutralität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in Bonn erreicht werden kann. An vielen Orten in Bonn wird bereits an Lö- sungen gearbeitet, viele Menschen in der Stadt haben gute Ideen. Diese müssen gebündelt und sichtbar ge- macht werden. Und wo Räume fehlen, müssen neue geschaffen werden. Beschreibung Die Umsetzung der Aktivität gliedert sich in die drei Phasen: Phase 1: Zunächst muss definiert werden, für welche Themenfelder Innovationsräume benötigt und wo diese geschaffen werden können. Innovationsräume können sich in Unternehmen, wissenschaftlichen Instituten, pri- vaten Wohnräumen und städtischen Einrichtungen befinden. Dies geschieht im Rahmen von verwaltungsinter- nen ämterübergreifenden Workshops zur Identifizierung der Räume und notwendigen Akteur*innen. Phase 2: In den Innovationsräumen quer über die Stadt verteilt werden Lösungen, die zur Klimaneutralität bei- tragen, getestet, evaluiert und verbessert (Synergie: Klimaviertel im Quartier, 2.1.1.1). Zudem werden sie auf einer Innovationsplattform gebündelt und sichtbar gemacht. Ein zentraler Aspekt dabei ist, die Klimaneutralitäts-Strategie mit Leben zu füllen: Vor dem Hinter- grund der strategischen Entwicklungsziele werden Leitprojekte und mögliche Innovationsräume zu- sammengeführt. Hierzu werden Innovationsräume gezielt identifiziert (z. B. Innovationsraum Sanie- rungssatzung mit KfW Ͱͯͮ , Innovationsraum autofreies Quartier, Quartiersstrom …“.) In den Innovationsräumen sollen sich „Verbündete“ treffen: Projektpaten aus der Verwaltung, der Wis- senschaft und der Stadtgesellschaft bringen Träger*innen und Beteiligte möglicher Innovationspro- jekte frühzeitig zusammen, Ideen werden entwickelt und konkretisiert. Hier wird eine kraftvolle Vision entwickelt: Vor dem Hintergrund der Ideen werden erste Prototypen entworfen, die Machbarkeit geprüft und die Wirksamkeit der Innovationen eingeschätzt. Projekte, die in die Umsetzung gelangen, können z. B. durch den KlimaFonds Bonn gefördert werden (Synergie: KlimaFonds, ͭ .ͭ .ͮ .ͱ).Seite 36 von 250 25 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Phase 3: Schließlich müssen die erarbeiteten Lösungen für alle gleichermaßen erreichbar werden. Dafür ist eine zielgruppenspezifische Kommunikation und Ansprache erforderlich (Synergie: Kommunikationskampagne, 1.1.3.1). Damit möglichst viele Personen der Bonner Bevölkerung von diesen Maßnahmen und Angeboten pro- fitieren können, muss bereits im Vorfeld überlegt werden, wie und mit welchen Formaten unterschiedliche Ziel- gruppen – auch im Sinne niedrigschwelliger Teilhabemöglichkeiten – angesprochen werden können. So wird die Aktivität in geeigneter Art und Weise der „(Dach-)Kommunikationsstrategie Klimawende“ sowie dem daraus resultierenden „Kommunikationskonzept Klimawende“ zugeordnet – sodass eine eindeutige Wiederkennung der Einzelaktivitäten gewährleistet wird. Vor Veröffentlichung werden sie mit den relevanten Stellen abge- stimmt. Innovationsraumideen sind: Ein möglicher Innovationsraum ist z. B. die Klima-Akademie der VHS Bonn (analog zur digitalen Akademie): vorgestellt werden Best Practice-Beispiele aus Wirtschaft, Wissenschaft, Startups, Unternehmen, Bildungs- einrichtungen, Verwaltung, die sich mit Projekten und Initiativen auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt be- fassen. Es soll ein Dialog quer über Interessengruppen und Zielgruppen sein. Die allgemeine und die Fachöf- fentlichkeit ist ebenso angesprochen wie die interessierte Bürgerschaft. Das Programm speist sich ebenso aus einschlägigen Projekten und Initiativen der Stadtverwaltung wie aus besten Beispielen von Externen. Eine Freistellung für die Mitarbeitenden der Stadt ist – wie bei der digitalen Akademie – gewünscht. Proak- tive Zulieferung aus allen Ämtern, die Projekte umsetzen oder die in Bereichen vernetzt sind, in denen zivil- gesellschaftliche und/oder wirtschaftliche, behördliche Initiativen entstehen oder entstanden sind, sind un- bedingt gewünscht (ggf. einmal pro Semester eine ämterübergreifende Planungsrunde einberufen). Eine weitere Innovationsraum-Idee ist „Vor Ort klima-aktiv“: Exkursionsprogramm innerhalb Bonns zu inte- ressanten Klimainitiativen von Privatpersonen, von Wissenschaft und Wirtschaft sowie der Verwaltung, ent- weder im Bereich der Ökologie, der Energiesicherung oder im Bereich interessanter Mobilitätskonzepte (so- weit der Vor-Ort-Besuch direkte Erkenntnisse bringt). Auch hier sollten die Beispiele, die besucht und vorge- stellt werden, aus ämterübergreifendem Wissen zusammengesetzt werden. Wenn viele Ämter involviert sind, wissen auch viele um die vorzeigbaren guten Beispiele. Die VHS übernimmt die praktische Organisa- tion. Die Stabsstelle Bürgerbeteiligung steuert das Innovationsmanagement und übernimmt die Konzeptentwick- lung, Initiierung und die strategische Steuerung der Innovationsräume. Die operative Entwicklung, Planung und Umsetzung der Innovationsräume erfolgt querschnittsorientiert auf Ebene der Fachämter, durch bürger- schaftliche Initiativen und Organisationen sowie weiterer Akteur*innen. Akteure Zielgruppe Federführung: OB-22 Stabsstelle Bürgerbe- teiligung Beteiligte: Amt für Wirtschaftsförderung (03), Amt 43 (VHS), Amt 50, BEA Bürger*innen, Unternehmen, Organisatio- nen, Initiativen Zeitaufwand Dauer der Aktivität 0,5 Vollzeitäquivalent (fortlaufend) fortlaufend Sachkosten Finanzierungsansatz 25.000 €/a (verwaltungsinterner Workshop, Anmietung von Räumen, Kosten für die In- novationsplattform), 50.000 in 2023/24 Haushaltsmittel THG-Einsparungen Keine Quantifizierung möglichSeite 37 von 250 26 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Synergieeffekte Zielkonflikte Synergien in alle Handlungsfelder keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Anzahl Innovationsräume, Realisierung kon- kreter Lösungen, Anzahl aller Beteiligter Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag 222006-84 AA: Der Steckbrief 1.1.2.6. "Innovationsraummanagement für ein klimaneutrales Bonn 2035 einführen" wird zu- nächst nicht umgesetzt. Die freiwerdenden Mittel und Stellen werden für andere Aktivitäten im Arbeitspro- gramm zur Verfügung gestellt. Bonn4Future | Anregungen von zufällig ausgewählten Bürger*innen Laut Ratsbeschluss DS 230261 gibt es folgende Projektvorschläge, die über das bisherige Arbeitsprogramm Klimaschutz hinausgehen. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und ggf. wie bis zur Umsetzung von Aktivitäten bereits kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden können, um diese zu realisieren, oder wie sie bei der Fortschreibung des Klimaplans berücksichtigt werden können. „Wir empfehlen die Prüfung, inwieweit der Nachhaltigkeitshub den Aufbau eines Multi-Akteurs-Netzwerks Nachhaltiger Konsum unterstützen kann. “ „Wir empfehlen außerdem die Prüfung, inwieweit der Klimaplan um eine Strategie zur Online-Vermarktungen von regionalen Nachhaltigkeits-Produkten/Dienstleistungen Repair und Share-Angeboten ergänzt werden kann (…). Die Empfehlungen der Bürger*innen sollten bei der Konzeption berücksichtigt werden. Das heißt u.a., dass die Plattform auch mit nichtkommerziellen Angeboten verknüpft ist, z. B. mit einer Tauschbörse, Wohnungstauschbörse und Charity Shops.” Die Ergebnisumsetzung sowie die Begründung, falls Ergebnisse nicht berücksichtigt werden können, sind ge- mäß der Leitlinien Bürgerbeteiligung gegenüber der Öffentlichkeit darzustellen.Seite 38 von 250 27 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Kommunikationsstrategie Klimaplan entwickeln Governance / 1.1.3.1. Kommunikationsstrategie Klimaplan Themenschwerpunkt Kommunikation des Transformationspro- zesses Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig Einflussbereich Kommunikation Ziel und Strategie Die Kommunikationsstrategie für den Klimaplan zielt darauf ab, eine authentische Wiedererkennung für die Kli- maschutzstrategie aufzubauen, die die Vision einer klimaneutralen Stadt Bonn kommuniziert. Das zu entwi- ckelnde Konzept bündelt die Kommunikationsaktivitäten der Stadt, motiviert Menschen in Bonn und der Region zum aktiven Mitmachen und bildet eine Klammer für die Kommunikation. Wichtiges Ziel ist dabei, die allgemein verständliche Kommunikation der Inhalte des Klimaplans und die Bedeutung für die Stadt und die Menschen in Bonn. Ausgangslage Es gibt vielfältige Kommunikationsaktivitäten des Konzerns Stadt Bonn über alle Handlungsfelder. Eine Heraus- forderung ist die abgestimmte, begleitende Berichterstattung zum Klimaplan und seinen Umsetzungsfortschrit- ten. Dabei ist auf Partizipations- und Teilhabemöglichkeiten zu achten. Beschreibung Die Kommunikationsstrategie soll dafür Sorge tragen, dass die Kommunikation über den Klimaplan und die Ak- tivitäten in abgestimmter Form erfolgt. Dabei sollen alle Akteur*innen gleichermaßen informiert, motiviert und aktiviert werden, um einen Beitrag zum Gelingen des Klimaplans leisten zu können. Insofern müssen bestehende und neue Aktivitäten unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit in das Kommuni- kationskonzept integriert werden. Dabei besteht eine Herausforderung darin, die Handlungsmöglichkeiten in ihrer Wirkung zu bewerten und entsprechend in ihrer Kommunikation zu gewichten. Erste Handlungsschritte Entwicklung eines Kommunikationskonzeptes Entwicklung von Kommunikationsmaßnahmen und -formaten für den Klimaplan Gestaltung und Produktion von Materialien Umsetzungsbegleitung, Konzeptsteuerung und Erfolgskontrolle Akteure Zielgruppe Federführung: Programmbüro Klima-neut- rales Bonn 2035 (OB-23) Beteiligte: Alle Programmbüros, Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit (Amt 13) insbesondere Menschen in Bonn und der Region, Bonner*innen, Pendler*innen, Mul- tiplikator*innen, Arbeitgebende etc. Zeitaufwand Dauer der Aktivität 1 Vollzeitäquivalent 1 JahrSeite 39 von 250 28 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Sachkosten Finanzierungsansatz 220.000 € in 2023/24 für Konzept und Umset- zungsbegleitung 10.000 € in 2023/24 investiv Haushaltsmittel THG-Einsparungen Keine Quantifizierung Synergieeffekte Zielkonflikte Querschnittsförderung alle Handlungsfelder Erfolgsindikatoren/Meilensteine Reichweite der Social Media-Posts, Aufruf- zahlen der Website, Besucherzahlen und bei Veranstaltungen Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag mdl. AA im AUKLA, siehe Punkt 6.23-1: Die Kommunikationsstrategie wird auf unterschiedliche Zielgruppen passgenau zugeschnitten. Zur genauen Be- stimmung und Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen werden die konsumtiven Sachkosten auf 270.000 Euro aufgestockt. Bonn4Future | Anregungen von zufällig ausgewählten Bürger*innen Zu diesem Steckbrief gibt es laut Ratsbeschluss DS 230261 folgende Empfehlungen aus dem Beteiligungsver- fahren Bonn4Future, die vor Umsetzung geprüft und soweit sinnvoll und möglich berücksichtigt werden müs- sen: „Ergänzung um Kommunikationsmaßnahmen, die Verständnis für weniger Neubau und die Wertschätzung für den Bestand fördern.” „Kommunikationskonzepte im Klimaplan prüfen: Enthalten sie Appelle oder auch Informationen über konkrete Ziele, Notwendigkeiten und Positivbilder (…)?” „Die inklusive und handlungsorientierte Kampagne zu „Nachhaltigkeit als Lebensqualität“ und Wirtschaften für das Gemeinwohl sollte (…) aufgenommen werden und durch prominente Vorbilder aus allen Gesellschaftsberei- chen inspiriert werden.” [vgl. Bonn4Future-Aktionsplan 4.2 (PDF, 7,5MB)] „Prüfung/Anpassung der Kommunikationsmaßnahmen im Klimaplan, ob/dass sie aktivierend/transformativ gestaltet sind. Ein weiteres Element kann dafür (ein) Klimabarometer sein, (dass über das noch vorhandene CO2-Budget und den Fortschritt der Transformations- maßnahmen informiert)” Ergänzung um „die Möglichkeit, eigene Lösungsansätze zu teilen, selbst initiativ zu werden, Mitstreiter*innen zu gewinnen und sich zu vernetzen.” [vgl. Ansatz von bonn4future.de] „Klimaplan und Nachhaltigkeitsstrategie sollten abgeglichen werden. Die Bürger*innen wünschen sich einen verlässlichen und nachvollziehbaren Gesamt-Plan.” Darüber hinaus gibt es folgende Projektvorschläge, die über das bisherige Arbeitsprogramm Klimaschutz hinausgehen. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und ggf. wie bis zur Umsetzung von AktivitätenSeite 40 von 250 29 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung bereits kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden können, um diese zu realisieren, oder wie sie bei der Fort- schreibung des Klimaplans berücksichtigt werden können. „Wir empfehlen die Erweiterung der Kommunikationsstrategie (um den Aspekt), dass viel mehr Menschen als bisher, aber auch Entscheidungsträger*innen, durch Naturerfahrung die Chance bekom- men, zu begreifen was die Klimakrise für uns und für Bonn bedeutet und WARUM wir möglichst schnell aus der fossilen Energienutzung aussteigen müssen.” Ergänzung um „eine niederschwellig gestaltete Online-Plattform, die zum einen die Ausgangslage aber auch das Klimaneutralitäts-Ziel, die Klimaplan-Maßnahmen und deren Umsetzungsstand erläutert sowie ermuti- gende Best Practices präsentiert” [vgl. Ansatz von bonn4future.de] Die Ergebnisumsetzung sowie die Begründung, falls Ergebnisse nicht berücksichtigt werden können, sind ge- mäß der Leitlinien Bürgerbeteiligung gegenüber der Öffentlichkeit darzustellenSeite 41 von 250 30 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Programm klimaneutrale Stadtverwaltung etablieren Governance / 1.2.1.1 Programm klimaneutrale Stadtverwaltung etablieren Themenschwerpunkt Transformation als Or- ganisations- und Pla- nungsaufgabe im Kon- zern Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig Einflussbereich Verbrauchen Ziel und Strategie Mithilfe einer Strategie und der Begleitung des Umsetzungsprozesses soll die Stadtverwaltung bei der Errei- chung der Klimaneutralität unterstützt und so ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Ausgangslage Der Transformationsprozess zu einer klimaneutralen Stadtgesellschaft in Bonn bedarf einer deutlichen und au- thentischen Vorbildfunktion der Stadtverwaltung, hier in einem ersten Schritt durch die Stadt Bonn direkt be- einflussbar die Kernverwaltung. Beschreibung Als unmittelbare Sofortaktivität wird vorgeschlagen, eine Strategie für die klimaneutrale Stadtverwaltung Bonn entwickeln und begleiten zu lassen. Inhaltliche Merkmale sind: Start mit klarer Entscheidung von Politik und Verwaltungsvorstand zur Unterstützung. Vorgehen in mehreren Phasen (von einzelnen Bereichen der Kernverwaltung sukzessive Erweiterung auf alle Bereiche) Betrachtung der v. a. relevanten fachlichen Bereiche (Energie, Mobilität, Beschaffung.) Verbindliche Entscheidungsleitlinien für Investitionen entwickeln. Externe Begleitung des Implementationsprozesses in den ersten Ͱ Jahren. Erste Handlungsschritte Identifikation und Definition der Programmkomponenten (Projekte, Maßnahmen, etc.) Entwicklung der Strategie Initiierung der Programmkomponenten Evaluation und Monitoring Akteure Zielgruppe Federführung: Programmbüro Klimaneutra- les Bonn 2035 (OB-23) Beteiligte: alle Dezernate und Fachämter Stadt Bonn Zeitaufwand Dauer der Aktivität 2 Vollzeitäquivalent (fortlaufend) fortlaufendSeite 42 von 250 31 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Sachkosten Finanzierungsansatz 120.000 € für Strategieentwicklung und ex- terne fachliche Begleitung (4 Jahre á 30.000 €), davon 60.000 € in 2023/24 Haushaltsmittel THG-Einsparungen Quantitative Schätzung mithilfe von Annahmen (ggf. Angabe des Zieljahres) Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Noch keine Quantifizierung. Kumulierte THG-Einsparung (t): Noch keine Quantifizierung möglich. Synergieeffekte Zielkonflikte Alle Aktivitäten der Maßnahme 3.1 keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Definition eines Programms klimaneutrale Stadtverwaltung; Entwicklung und Umset- zung von Leitlinien und Instrumenten (bspw. Leitfaden für Nachhaltige Beschaffung) Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag 222006-85 AA: Das Programm zum klimaneutralen Konzern ist als Teil des Plans "Klimaneutrale Stadtverwaltung" zu sehen. Die neu zu schaffenden VZÄ decken beide Arbeitsbereiche ab.Seite 43 von 250 32 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Etablierung einer Klimaschutzrelevanzprüfung zur Priorisierung von klimarelevanten Be- schlüssen Governance / 1.2.1.2. Etablierung einer Klimaschutzrelevanzprüfung zur Priorisierung von klimarelevanten Beschlüssen (bereits laufend) Themenschwerpunkt Transformation als Or- ganisations- und Pla- nungsaufgabe im Kon- zern Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig Einflussbereich Finanzierung Ziel und Strategie Die Aktivität zielt darauf ab, Maßnahmen und Aktivitäten im Rahmen der Haushaltsplanung im Hinblick auf ihre Klimawirkung zu bewerten und entsprechend zu priorisieren. Ausgangslage Der Haushaltsplan ist die Grundlage für die Haushaltswirtschaft der Stadt Bonn und ist verbindliche Grundlage für die Haushaltsführung. Bereits heute besteht die Möglichkeit, innerhalb des Bonner Ratsinformationssystems Allris eine SDG-Zuordnung vorzunehmen. Zudem ist die Einführung der Klimaschutzrelevanzprüfung bereits Beschlusslage. Dabei stellt die Klimaschutzrelevanz einen von mehreren entscheidungserheblichen Belangen dar. Dem Text der Beschlussempfehlung geht ein Abwägungsprozess unter allen relevanten Belangen voraus. Im Fall von Zielkonflikten müssen diese Zielkonflikte benannt und zunächst verwaltungsseitig einer transparen- ten Abwägung unterzogen werden. Beschreibung Bei Hochbauprojekten, insbesondere bei der Alternativenprüfung Bestandssanierung vs. Neubau muss dem Umgang mit der "Grauen" Energie Rechnung getragen werden. Zudem ist eine Gegenüberstellung der langfris- tigen Energiebedarfe erforderlich. Die Ermittlung der Auswirkungen, insb. die Berechnung der CO2 -Bilanz ist hoch komplex und benötigt neben viel Erfahrung auch Kenntnisse über die gesamtstädtisch angewandte Me- thodik. Die Berechnung findet in den Ämtern statt. Daher werden einheitliche und einfach anzuwendende Me- thoden als Standard an die Hand gegeben. Die Ämter werden zudem vor der Einführung geschult. Die Abwä- gung muss seitens der Verwaltung transparent dargelegt und ein Priorisierungsvorschlag muss ebenfalls seitens der Verwaltung gegenüber den politischen Gremien in der Vorlage jeweils inhaltsspezifisch erfolgen. Erste Handlungsschritte Entwicklung Methoden zur einheitlichen und einfachen Bewertung Einführung und Test Anpassung Rats-Informationssystem Dauerhafte Verankerung Akteure Zielgruppe Federführung: Programmbüro Klima-neut- rales Bonn 2035 (OB-23) für Einführung, Um- setzung in den Dezernaten und Ämtern Konzern Stadt BonnSeite 44 von 250 33 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Zeitaufwand Dauer der Aktivität 0,5 Vollzeitäquivalente bei OB-23, weitere Zeit- anteile in den Dezernaten und Ämtern 2023 bis 2035 Sachkosten Finanzierungsansatz 5.000 €/a für Anpassungen im Ratsinforma- tionssystem, Kosten 2023/24: 10.000 € Haushalt THG-Einsparungen Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Minderungspotenziale auf Ebene der Maß- nahmen und Aktivitäten Kumulierte THG-Einsparung (t): Minderungspotenziale auf Ebene der Maß- nahmen und Aktivitäten Synergieeffekte Zielkonflikte Synergien mit allen Aktivitäten Zielkonflikte: z.B. im Straßenbau, bei Versie- gelung, bei Spiel- und Sportanlagenbau oder bei Investorenprojekten. Diese müssen trans- parent dargestellt werden. Erfolgsindikatoren/Meilensteine Anzahl von Projekten und Maßnahmen mit hoher KlimaschutzwirkungSeite 45 von 250 34 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Verwaltungsinterne Kommunikation und Vernetzung fördern Governance / 1.2.3.1. Verwaltungsinterne Kommunikation und Vernetzung fördern Themenschwerpunkt Transformation als Or- ganisations- und Pla- nungsaufgabe im Kon- zern Stadt Bonn Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig Einflussbereich Vernetzung und Transparenz Ziel und Strategie Die Aktivität zielt darauf ab, den fach- und projektbezogenen Austausch zu fördern und Synergieeffekte zu er- zielen. Verwaltungsinterne Informationsveranstaltungen und Kommunikationsformate schaffen Transparenz und dienen der Aktivierung sowie Vernetzung. Beschäftigte werden informiert, wie sie mit der beruflichen Tä- tigkeit verbundenes Handeln möglichst nachhaltig und klimaschonend gestalten können. Ausgangslage Klimaneutralität ist eines der strategischen Ziele der Stadt Bonn. Die Ausgangsvoraussetzungen für eine wirk- same Umsetzung in der Verwaltung sind günstig, da bereits eine ganze Reihe an Maßnahmen durchgeführt wer- den. So adressiert der Maßnahmenkatalog zum 2019 ausgerufenen Bonner Klimanotstand schon Bereiche durch entsprechende Maßnahmen. Einer der Schwerpunkte ist die klimafreundliche Durchführung von Dienst- reisen, die Attraktivierung des Job-Tickets und die Fortführung der Antriebswende in den Flotten der Verwal- tung und der kommunalen Unternehmen. Auch die Beschaffung von Büroausstattung und Dienstkleidung soll sich weiterhin an klima- und ressourcenschonenden Kriterien orientieren. Bisher fehlen jedoch konkrete verwal- tungsinterne Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten über Klimaschutzthemen. Über spezifische In- formations- und Vernetzungsangebote, die dem Austausch zwischen den Fachbereichen und Gesellschaften dienen, soll dies geändert werden. Beschreibung Regelmäßige verwaltungsinterne Austausch- und Informationsveranstaltungen sollen die Transparenz über die projektbezogene Zusammenarbeit hinaus fördern. Als ein Instrument für eine verwaltungsinterne Informations- veranstaltung wird eine regelmäßige Veranstaltungsreihe eingeführt. Diese Veranstaltungsreihe soll die Mitar- beiter*innen in einem informellen Rahmen zusammenbringen. Sie werden über die Klimaschutzaktivitäten der Stadt Bonn informiert und eingeladen, eigene Ideen zu entwickeln und (ähnlich dem innerbetrieblichen Vor- schlagsmanagement) einzubringen. Hier ist zu beachten, dass verschiedene Kanäle zur Information über diese Veranstaltungen genutzt werden, da nicht alle Mitarbeitenden einen städtischen Intranet Zugang haben. Vorbildliche Projekte und Initiativen können präsentiert und Aktionen zur Aktivierung und Mobilisierung durch- geführt werden. Neben der Integration klimafreundlichen Verhaltens in den jeweiligen spezifischen Arbeitsbe- reich, geht es auch um die Ausbildung von Beratungskompetenzen innerhalb der Verwaltung. Die Veranstal- tungsreihe ist eine Möglichkeit, Verbündete für Klimaschutzthemen in den Organisationseinheiten zu identifi- zieren (Change Agents) und damit den Prozess zu verankern. Zudem werden die Beschäftigten der Bonner Ver- waltung und der kommunalen Unternehmen zum Beispiel durch Schulungen, Wettbewerbe und die Schaffung von Angeboten in die Lage versetzt und motiviert, energiesparende Geräte effizient anzuwenden und auch ihr eigenes Verhalten im Rahmen der Arbeit klimaschonender zu gestalten. Erste Handlungsschritte Entwicklung eines Unterweisungskonzept Konzepts: „Anleitungen für nachhaltiges und klimaschonendes Handeln im beruflichen Kontext“ für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Entwicklung einer Kommunikations- und Informationskampagne auf Basis der Kommunikationsstrate- gie (siehe Punkt ͭ .ͭ .ͯ .ͭ . Kommunikationsstrategie Klimaplan entwickeln) zur Sensibilisierung der Be- schäftigten der Verwaltung und der kommunalen UnternehmenSeite 46 von 250 35 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Format für Informationsaustausch, verwaltungsinterne Kommunikation bzw. Vernetzung entwickeln (bspw. Klimasalon) Relevante Akteur*innen in der Verwaltung identifizieren und akquirieren im Abgleich mit den unter Punkt ͭ .ͭ .ͮ .Ͳ. „Programm klimaneutrale Stadtverwaltung“ definierten Leitlinien und Instrumenten Format für Informationsaustausch in die Umsetzung bringen und verstetigen unter der Voraussetzung, dass die inhaltliche Konzeption, Themen und Ziele der Veranstaltung sowie ErgebnisauƟereitung in der Verant- wortung anderer Fachbereiche liegen Abhängigkeiten: Die Umsetzungen der ersten Handlungsschritte seitens der Stabsstelle Interne Kommunikation sind zeitlich abhängig von einzelnen Aktivitäten des Klimaplans ͮͬͯ ͱ unter Punkt ͭ Governance, beispielsweise der Ent- wicklung der Kommunikationsstrategie (ͭ .ͭ .ͯ .ͭ .) Die interne Verbreitung von Informationen ist abhängig von den bestehenden Kommunikationskanälen (In- tranet, E-Mail etc.) des Konzerns Stadt Bonn Akteure Zielgruppe Federführung: Stabsstelle interne Kommu- nikation (Amt 13) Beteiligte: Personalrat, Amt 10, OB-23 und Fachämter für inhaltliche Zulieferung Konzern Stadt Bonn Zeitaufwand Dauer der Aktivität 0,25 Vollzeitäquivalente 2023 bis 2035 Sachkosten Finanzierungsansatz 5.000 € pro Jahr für Veranstaltung, 1.000 € pro Jahr für Materialien etc., in Summe 12.000 € für 2023/24 Haushaltsmittel THG-Einsparungen Minderung des jährlichen Emissionsniveaus (t/a): Keine Minderung quantifizierbar Kumulierte THG-Einsparung (t): Keine Einsparung quantifizierbar Synergieeffekte Zielkonflikte Kommunikationskonzept, Innovationsraum- management keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Informationsverbreitung intern: Anzahl Artikel und Zugriffszahlen im Intranet, Themenaufbe- reitung im Intranet-Newsletter; Anzahl Flyer o. ä. auch an MA ohne PC-Arbeitsplatz; Ent- wicklung und Durchführung von Formaten zum Austausch und zur Vernetzung, Anzahl Teilneh- mendeSeite 47 von 250 36 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag 222006-85 AA: Die vorgesehenen Mittel sind zur internen Kommunikation der Verwaltung zu nutzen. Die Verwaltung wird ge- beten, einen Vorschlag für ein effizientes Programm zu erarbeiten, das der internen Kommunikation innerhalb der Stadtverwaltung zu Klimamaßnahmen dient.Seite 48 von 250 37 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Beteiligungs- und Mitwirkungsformate zur Begleitung des gesamtstädtischen Transformationspro- zesses Governance / 1.3.1.1. Beteiligungs- und Mitwirkungsformate zur Begleitung des gesamt- städtischen Transformationsprozesses Themenschwerpunkt Transformation in zivil- gesellschaftlicher Ver- antwortung Einführung 2023 Wirkungsentfaltung Kurzfristig Einflussbereich Wissensvermittlung Ziel und Strategie Der stadtgesellschaftliche Transformationsprozess im Sinne klima- und ressourcenschonender Entscheidungen lässt sich durch die Stadt Bonn aktiv gestalten und beschleunigen, aber im komplexen Gesamtprozess nicht in Gänze steuern. Es ist daher erforderlich, den gesamtstädtischen Veränderungsprozess durch aktivierende Mit- wirkung der Bürger*innen auf eine breite Basis zu stellen. Ziel ist es, bisherige partizipative Prozesse zum Thema Klimaneutralität 2035 zu beleuchten, Schwächen und Stärken zu identifizieren und Mitwirkungsprozesse der Stadtgesellschaft als festen Bestandteil der Umsetzung des Klimaplans zu etablieren. Die Zahl der Menschen, die erreicht werden, soll weiter erhöht und eine Veranke- rung in den Quartieren aber auch stadtweit erreicht werden (Synergie zu 2.1.1.1). Infolgedessen soll das bereits erfolgreich etablierte Format der gesamtstädtischen Klimaforen aus dem Bonn4Future-Prozess weiterentwickelt und u. a. in möglichst viele Quartiere getragen werden (nicht nur in die geplanten Klimaquartiere). Gemeinsam mit möglichst repräsentativ ausgewählten Bürger*innen und weiteren Akteur*innen der Stadtgesellschaft sollen auch in Zukunft im Rahmen von Mitwirkungsformaten die Schwer- punktthemen aus dem Klimaplan diskutiert werden. Die konkreten Formate müssen sich dabei nach den Erfordernissen richten und zwischen Verwaltung, Politik und Akteur*innen aus der Stadtgesellschaft passend zur Zielsetzung erarbeitet werden. Zentral bei der Auswahl der beteiligten Zielgruppen sind die Fragen: Wer hat besonders großen Einfluss auf die Transformation der Stadt- gesellschaft (z. B. große Unternehmen) und wer ist in der Stadt besonders betroffen von den Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität? Ausgangslage Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Initiative Bonn im Wandel e.V. und der Stadt Bonn wurde der zivil- gesellschaftlich getragene Prozess zur Mitwirkung Bonn4Future durchgeführt. Der Prozess umfasste unter an- derem vier große Klimaforen, in denen auf kreative Art und Weise Ideen für den Klimaschutz in Bonn entwi- ckelt worden sind. Darüber hinaus förderte Bonn4Future den engen Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft und gilt in der Beteiligungslandschaft über Bonn hinaus als Vorzeigeprojekt. Daher sol- len die Qualitätskriterien, die Gesamtergebnisse und die Evaluation des Bonn4Future-Prozesses für die folgen- den Mitwirkungsmaßnahmen zur Begleitung des gesamtstädtischen Transformationsprozesses als Grundlage dienen. Beschreibung Partizipative Prozesse bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Gruppen der Stadtgesellschaft mit Ihren indivi- duellen Herausforderungen, Bedürfnissen, Lösungsstrategien sowie ihrem Wissen mit in die Entwicklung und Durchführungen von konkreten politischen Vorhaben einzubeziehen. So werden Räume für Kokreation geschaf- fen und Mitwirkungsprozesse aktivierend und zugleich für die Beteiligten bedürfnisorientiert mit einer hohen Relevanz erfolgreich gestaltet. Hierdurch soll insbesondere die Initiierung von Projektideen ermöglicht werden. Diese Ideen können im nächs- ten Schritt in den geschaffenen Innovationsräumen weiterentwickelt (Synergie zu 1.1.2.6) oder in Kooperation mit dem Quartiers-Hub in den Klimaquartieren realisiert werden (Synergie zu 2.1.1.1).Seite 49 von 250 38 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Durch gezielte fachliche und kommunikative Impulse im Rahmen der Mitwirkung können Menschen und Orga- nisationen aktiviert, Räume der Zusammenarbeit geschaffen, der Prozess begleitet, Akteur*innen vernetzt und gute Rahmenbedingungen für die Transformation geschaffen werden. Erste Handlungsschritte Auswertung abgeschlossener Mitwirkungsprozesse zum Thema Klimaneutralität Konzeptionelle Weiterentwicklung der Mitwirkungsprozesse für die Umsetzung und Akzeptanzerhö- hung des Klimaplans (Wo sind neben den Formaten in den Klimaquartieren gesamtstädtische Mitwir- kungsmaßnahmen sinn- und wirkungsvoll?) Abstimmung über Verfahren und Integration der Mitwirkungsergebnisse in die Umsetzung der einzelnen Aktivitäten des Klimaplans durch die Fachämter Verstetigung der Mitwirkung der Stadtgesellschaft Regelmäßige Evaluation des Prozesses, um die Aktivitäten und Formate den Bedarfen anzupassen Diese Aktivität umfasst sowohl die Konzeption von Formaten (in Kooperation mit dem Quartiers-Hub) als auch die Umsetzung von Mitwirkungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit anderen Akteur*innen aus der Verwal- tung der Stadtgesellschaft. Akteure Zielgruppe Federführung: OB-22 Stabsstelle Bürgerbe- teiligung Beteiligte: OB-25, OB-23, OB-24 Alle Akteur*innen der Bonner Stadtgesell- schaft Zeitaufwand Dauer der Aktivität 3 Vollzeitäquivalent (VZÄ) 2023 bis 2035 Sachkosten Finanzierungsansatz 200.000 €/a in Summe 400.000 (2023/2024) Haushaltsmittel THG-Einsparungen Keine Quantifizierung möglich Synergieeffekte Zielkonflikte Initiierung neuer Projektideen für die Umset- zung, Akzeptanzförderung und Verankerung des Klimaplans keine Erfolgsindikatoren/Meilensteine Anzahl der Teilnehmenden, Anzahl der initiier- ten Projekte und Initiativen, Verstetigung der Vernetzung zwischen Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung Maßgaben aus den politischen Beratungen Änderungsantrag 222006-84 AA: Die Steckbriefe 1.3.1.1. Beteiligungs- und Mitwirkungsformate zur Begleitung des gesamtstädtischen Transfor- mationsprozesses und 2.1.2.1 Stadtweite Mitmachinitiative klimaneutrales Bonn werden zusammengelegt.Seite 50 von 250 39 Inhalte des Arbeitsprogramm Klimaschutz für die Kernverwaltung Die zusätzlichen Personalstellen werden auf 0,5 VZÄ reduziert. Für die Umsetzung werden insgesamt 400.000,- Euro 2023/2024 eingeplant. Der Fokus soll auf Beteiligungsformaten liegen. Die frei werdenden Mittel werden für das 24-Stunden-Klimaticket (bis zu 5 Personen) bereitgestellt. Bonn4Future | Anregungen von zufällig ausgewählten Bürger*innen Zu diesem Steckbrief gibt es laut Ratsbeschluss DS 230261 folgende Empfehlungen aus dem Beteiligungsver- fahren Bonn4Future, die vor Umsetzung geprüft und soweit sinnvoll und möglich berücksichtigt werden müs- sen: „Entwicklung aktivierender Kampagnen, die zielgruppenspezifisch sind und Anknüpfungsmöglichkeiten für ei- genes Engagement und Selbstwirksamkeit bieten (oder Anpassungen vorhandener Kommunikations- und Be- teiligungskampagnen im Klimaplan)” „Ergänzung von zielgruppenspezifischen Konzepten für Menschen unterhalb der Armutsgrenze (…). Dafür ge- ben die Teilnehmenden einen klaren Fahrplan vor: Es braucht (1) Bedarfsermittlung, (2) Konzepte und Kostenkalkulationen, wie Maßnahmen gemeinsam mit der Zielgruppe und Expert*innen entwickelt werden können und (3) Anlaufstellen im Quartier. Konkret heißt das, dass die Stadtverwaltung partizipative Prozesse und Verfahren entwickeln muss, um gemein- sam den Stadtwandel zu gestalten. Zentral sind hierfür die Quartiersbüros (2.1.1.1 und 4.3.1.1), die schon im Kli- maplan vorgesehen sind, aber nochmal hinsichtlich ihrer spezifischen Ausrichtung auf Menschen unterhalb der Armutsgrenze geprüft werden müssen.” „Prüfung/Anpassung der Kommunikationsmaßnahmen im Klimaplan, ob/dass sie aktivierend/transformativ ge- staltet sind. Ein weiteres Element kann dafür (ein) Klimabarometer sein, (das über das noch
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:45 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de