240434 · Mitteilungsvorlage
Bonner Bäche - Stand der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 240434
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 20.03.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 240434 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Bonner Bäche - Stand der Umsetzung der EU- Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 16.04.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Renaturierungsmaßnahmen zum Erreichen eines guten ökologischen Gewässerzustandes werden gemäß den Entwicklungszielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) auf der Grundlage eines 2012 aufgestellten Umsetzungsfahrplans fortlaufend geplant und umgesetzt. Im Jahr 2021 hat der dritte Bewirtschaftungszyklus der WRRL begonnen, welcher bis 2027 andauern wird. Für diesen Zeitraum wurde der Umsetzungsfahrplan als Maßnahmenprogramm fortgeschrieben. Die Maßnahmenplanung nach WRRL für Fließgewässer sonstiger Ordnung erstreckt sich ausschließlich auf die berichtspflichtigen Bäche in Bonn. Allerdings gilt die Zielerreichung eines guten ökologischen Zustandes oder eines guten ökologischen Potentials für alle Wasserkörper und ist entsprechend in den Bundes- und Landeswassergesetzen verankert. Damit gibt es eine bestehende rechtliche Verpflichtung, Maßnahmen am Mehlemer Bach, Godesberger Bach, Vilicher Bachsystem, Rheindorfer Bachsystem und Katzenlochbach umzusetzen. Zusätzlich werden auch an den nicht berichtspflichtigen Bächen, wie z.B. dem Engelsbach oder Wittgesbach, entsprechende Maßnahmen durchgeführt. 1. Berichtspflichtige Bonner Bäche Bachumlegung Graurheindorf /Rheindorfer Bach Der Mündungsbereich des Rheindorfer Baches soll verlegt werden. Hierzu wird ein naturnahes Gerinne in einem Altarm des Rheins angelegt und der Bach um die Ortslage Graurheindorf herum gelegt. Hierbei wird neuer Retentionsraum für den Rhein geschaffen und der Bach erhält eine naturnahe Mündungssituation. Die Umlegung des Rheindorfer Bachs in Graurheindorf befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Die Planunterlagen wurden bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht und es fand im Januar 2023 ein Erörterungstermin mit den Trägern öffentlicher Belange und den Anwohnenden statt. Die Untere Wasserbehörde befindet sich aktuell noch im Abwägungsprozess. Bachaufweitungen Dorotheenstraße - Kölnstraße und Mondorfer Straße -Seite 1 von 4 Seite 2 Autobahn A565 /Rheindorfer Bach Der Rheindorfer Bach soll zwischen der Dorotheenstraße und der Autobahn A565 renaturiert werden. Die Genehmigungsplanung für den Bereich Dorotheenstraße - Kölnstraße ist abgeschlossen und wurde bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht. Die Genehmigung wurde im März 2024 erteilt. Für den weiteren Verlauf bis zur Autobahn wurde eine Vorplanung erstellt. In diesem Bereich ist die Abstimmung mit Anwohnenden, der LVR-Klinik und die allgemeine verkehrliche Situation deutlich komplexer und die Planungen gestalten sich entsprechend zeitintensiver. Renaturierung einer Teilstrecke zwischen An der Josefshöhe und der Rheindorfer Burg /Rheindorfer Bach Die Bonner Hafenbetriebe planen den Ausbau des Bonner Hafens zur Erweiterung des Containerumschlagbereichs. Die Ausbaumaßnahmen finden an der Spundwand direkt am Rhein statt. Somit wird in den Flußraum des Rheins eingegriffen und der Retentionsraum entsprechend negativ beeinflusst. Die Ausgleichsmaßnahme zum Umbau des Bonner Hafens wird auf einem Teilstück des Rheindorfer Bachs nahe der Rheindorfer Burg erfolgen. Hier soll durch einen naturnahen Ausbau eines aufgeweiteten Sekundärgerinnes, mit entsprechenden Auenstrukturen der Verlust des Retentionsraums am Rhein ausgeglichen werden. Auf diesem Teilstück soll mit der vorgelegten Planung ein Strahlursprung umgesetzt werden, wie es auch das aktuelle Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der WRRL vorsieht. Die Planungen des durch die Hafenbetriebe beauftragten Planungsbüros erfolgen in Absprache mit der Unteren Wasser- und Naturschutzbehörde sowie dem Tiefbauamt. Offenlegung „Campus Endenich“ und „Vogelsang“ /Endenicher Bach Im Zuge der Neubebauungen der Flächen „Campus Endenich“ und „Vogelsang“ soll der dort verrohrt liegende Endenicher Bach durch eine Offenlegung ökologisch aufgewertet werden. Für beide Bereiche liegt eine alte Vorplanung aus den 1990er Jahren vor. Das Quartier am Vogelsang wird zurzeit baulich umgesetzt. Die Bachtrasse ist im Baugebiet als Grünfläche gesichert und muss entsprechend freigehalten werden. Da eine Offenlage im Bereich Vogelsang aufgrund der Gefällesituation nur möglich ist, wenn der Endenicher Bach im Bereich „Campus Endenich“ offengelegt wird, ist eine Umsetzung der Offenlage im Rahmen der momentan stattfindenden Bautätigkeit nicht möglich. Zudem müssen für beide Offenlagen entsprechende wasserrechtliche Genehmigungen eingeholt werden. Im Zuge einer Machbarkeitsuntersuchung wurden verschiedene Varianten einer möglichen Bachtrasse ermittelt und bewertet. Eine finale Festlegung unter Berücksichtigung der mit dem geplanten Uni-Campus Endenich verbundenen städtebaulichen Belange ist noch nicht erfolgt. Bachaufweitung Mainzer Straße /Mehlemer Bach Es sollen Aufweitungen des Gewässergerinnes und Modellierungen an der Gewässersohle, zur Verbesserung der Strukturgüte des Gewässers, durchgeführt werden. Eine wasserrechtliche Genehmigung wurde bereits durch die Untere Wasserbehörde erteilt und die Ausführungsplanung wird zurzeit erstellt.Seite 2 von 4 Seite 3 2. Nicht berichtspflichtige Bonner Bäche Offenlegung Im Wingert /Engelsbach Die Planung sieht die Offenlage des derzeit noch verrohrten Engelsbaches zwischen der Straße „Im Wingert“ und dem Clemens-August-Platz auf insgesamt 80 m Länge vor. Für einen Antrag auf Plangenehmigung bei der unteren Wasserbehörde müssen die erforderlichen Planunterlagen und naturschutzfachlichen Gutachten erarbeitet werden. Hierzu wurde ein Planungsbüro mit den Leistungsphasen 3 bis 8 nach HOAI beauftragt. Offenlegung und Bachaufweitung, Entfernung Betonschale und Becken / Venusbergbach Entlang der Bergstraße am Venusberg sind in der Vergangenheit mehrere offene Betonbecken zum Rückhalt von Abschlägen aus dem Kanalsystem errichtet worden. Die Umgestaltung des Kanalsystems am Venusberg durch den Bau eines großen Rückhaltebeckens am Hauweg hat zur Folge, dass die Betonbecken entlang der Bergstraße größtenteils hydraulisch nicht mehr benötigt werden. Daher sollen die oberen Becken bis kurz vor der Bebauung zurückgebaut werden. In diesem Bereich fließt auch ein Nebenarm des Venusbergbaches, der auf Grund des hohen Gefälles stark befestigt ist. Durch die Aufgabe der Becken wird Platz für einen Korridor geschaffen, in dem eine eigendynamische Gewässerentwicklung zugelassen werden kann. Da das umliegende Gelände ökologisch bereits sehr hochwertig einzustufen ist und Leitorganismen wie der Salamander bereits nachgewiesen werden konnten, wird sich der Bachlauf in diesem Bereich besonders positiv entwickeln. Alle erforderlichen naturschutzfachlichen Gutachten liegen bereits vor und entsprechende Planungsleistungen für die technische Planung wurden Ende 2023 an ein Fachbüro vergeben. Renaturierung Wittgesbach Im Rahmen der Anpassung an die DIN 19700 muss das Hochwasserrückhaltebecken Wittgesbach umgebaut werden. Dabei sollen auch ökologische Defizite beseitigt werden und eine ökologische Durchgängigkeit des Gewässers soweit dies möglich ist, wiederhergestellt werden. Hierzu sollen die technischen Einbauten des Vorbeckens entnommen und der Dauerstau im Becken selbst aufgegeben werden. Des Weiteren soll ein naturnahes Gewässerbett im Becken angelegt werden, sodass der Wittgesbach das Becken im Hauptschluss durchfließen kann und genügend Raum hat, um sich eigendynamisch zu entwickeln. Das Gewässer soll im Ausbauzustand auf seiner ursprünglichen Gewässersohle fließen, sodass der heutige Absturz im Mönchbauwerk auf die abgehende Gewässersohle aufgegeben werden kann. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung zur Umgestaltung des Beckens wird zurzeit erstellt. Renaturierung Holtorfer Bach Die ökologische Durchgängigkeit des Holtorfer Baches wird durch die Aufgabe des Dauerstaus und das neue Durchlassbauwerk am Ende des Hochwasserrückhaltebeckens „Holzlarer See“ wiederhergestellt. Zudem wird ein, dem Leitbild des Baches entsprechendes, Umgehungsgerinne angelegt, sodass das Hochwasserrückhaltebecken in Zukunft im Nebenschluss betrieben wird. Die Maßnahme ist bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen.Seite 3 von 4 Seite 4 3. Gewässerunterhaltung Zusätzlich werden im Rahmen der Gewässerunterhaltung laufende Arbeiten an allen Bonner Bächen zur Umsetzung der WRRL durchgeführt. Hierzu gehören u.a. das Anlegen von Gehölzsäumen und die Gehölzpflege an Gewässern, das Einbringen und Beobachten von Totholz in Bächen und die Entfernung nicht standortgerechter Pflanzen sowie Uferbefestigungen in ingenieurbiologischer Bauweise. 4. Digitale Erfassung der EU-WRRL-Projekte an Bonner Bächen Mit der Darstellung aller Maßnahmen zur Umsetzung der EU-WRRL an Bonner Bächen in einem Geoinformationssystem wurde 2020 ein Fachbüro beauftragt. Eine Veröffentlichung der vorliegenden Daten (Shape-Dateien) in den stadtinternen Geodaten der Bonner Stadtverwaltung wird angestrebt. Hierzu gab es bereits erste Abstimmungsgespräche. Im Rahmen der Kapazitäten soll ein entsprechender Kartenlayer aufgebaut und veröffentlicht werden. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:50 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de