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240304 · Beschlussvorlage

Klimaviertel Godesberg Nord

Nummer
240304
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
29.02.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 06.06.2024 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung 15.03.2024 Empfehlung
  3. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 10.04.2024 Empfehlung
  4. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 20.03.2024 Empfehlung
  5. Sitzung des Beirates Kinder- und Jugendbeteiligung 07.03.2024 Empfehlung
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Untergeordnet

  1. 240304-01 ST Stellungnahme zu Klimaviertel Godesberg Nord

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Beschlussvorlage
öffentlich
240304
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung
Dezernat:
Dez. OB
Klimaviertel Godesberg Nord
Beratungsfolge
Beirat Kinder- und Jugendbeteiligung 07.03.2024 Empfehlung
Beirat Bürgerbeteiligung 15.03.2024 Empfehlung
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
20.03.2024 Empfehlung
Bezirksvertretung Bad Godesberg 10.04.2024 Empfehlung
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
16.04.2024 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Dem Konzept für das Klimaviertel Godesberg Nord wird zugestimmt.
Die Verwaltung wird beauftragt, eine Kooperationsvereinbarung für die
gemeinsame Nutzung der Immobilie an der Bonner Str. 17 als Impuls-
Quartiersmanagement und Klimaviertel-Mitmachzentrum zu schließen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, für die weitere Konzeption und Durch-
führung des Klimaviertels Godesberg Nord einen zivilgesellschaftlichen
Kooperationspartner mit ausgewiesener Expertise im Bereich diver-
sitätssensible Beteiligung zu beauftragen.
Begründung
Die Verwaltung hat mit der Beschlussvorlage „Mitwirkungsformate auf dem
Weg zur Klimaneutralität: Klimaviertel und Zukunftsforen“ (DS 240301) ein
Konzept für die im Klimaplan beschlossenen Klimaviertel vorgelegt. Es soll
2024 in jedem Bezirk ein Klimaviertel implementiert werden.
Eine ausführliche Analyse des zur Implementierung eines Klimaviertels im Be-
zirk Bad Godesberg vorgeschlagenen Quartiers, sowie das Umsetzungskon-
zept für das Klimaviertel Godesberg Nord finden sich im Anhang.
Anlage/nSeite 1 von 7
Seite 2
1 Konzept Klimaviertel Godesberg Nord (öffentlich)Seite 2 von 7
Klimaviertel Godesberg Nord
Unser Ansatz: Gemeinsam den Wandel im Viertel gestalten
Im Klimaviertel Godesberg Nord soll
der Schwerpunkt auf dem Ansatz
“gemeinsam den Wandel im Viertel
gestalten” liegen. Das
Umsetzungskonzept für das
Klimaviertel Godesberg Nord
konkretisiert damit das Konzept der
Klimaviertel (DS 240301) unter den
spezifischen Voraussetzungen im
Viertel.
Das Quartier
• Stat. Bezirke: Godesberg-Nord &
Godesberg-Zentrum (254 & 251)
• Lage: nördliches und zentrales
Bad Godesberg
• Einwohner*innen: 7.805
• Fläche: 1,3km²
Siedlungsstruktur. Der nördliche Teil des Bezirks Bad Godesberg setzt sich aus Gewerbeflächen,
Wohnsiedlungen unterschiedlichen Alters, Ein- und Mehrfamilienhäusern aus den ersten
Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, sowie einer Fußgänger*innenzone zusammen. Das Gebiet ist von
einem schnellen Wandel geprägt. Bereits seit 2016 gibt es größere Entwicklungsmaßnahmen auf dem
ehemaligen Haribo-Areal. Das ehemalige Betriebsgebäude der Stadtwerke wird zudem aktuell zur
neuen Al Ansar Moschee umgebaut. In der Dietrichstraße gab es größere Sanierungs-, Abriss- und
Neubaumaßnahmen durch die VeBoWAG, weitere sind geplant. Auch auf dem Gelände der
ehemaligen Michaelschule steht ein Abrissvorhaben an. Hier soll genossenschaftlich ein
Mehrfamilienhaus inklusive Kindertagesstätte gebaut werden. Darüber hinaus werden im Zuge des
Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) für die an Godesberg Nord angrenzende Innenstadt
von Bad Godesberg städtebauliche, konzeptuelle und kommunikative Maßnahmen umgesetzt.
Bevölkerungsstruktur. Die Bevölkerung in Godesberg Nord und Godesberg Zentrum ist vielfältig. Der
Anteil an Menschen ohne deutsche Staatsbürger*innenschaft liegt laut Statistikstelle mit 31,4% in
Godesberg Nord und 48,1% in Godesberg Zentrum deutlich über dem Durchschnitt (23,0% im Bezirk
Bad Godesberg; 19,2% in der Stadt Bonn). Zudem sind vor allem in Godesberg Zentrum viele
Menschen von Armut bedroht. 20,2 % der Menschen hier leben in Bedarfsgemeinschaften nach SGBII
(12,5% in Godesberg Nord; 10,3% im Bezirk Bad Godesberg; 9,3% in der Stadt Bonn). Der
Teilhabeindex liegt sowohl in Godesberg Nord als auch in Godesberg Zentrum unter dem
Durchschnitt (53,8 in Godesberg Nord; 54,9 in Godesberg-Zentrum; 59,4 im Bezirk Bad Godesberg;
60,6 in der Stadt Bonn).
Soziale Infrastruktur. In den Bezirken gibt es viele Initiativen und Vereine aus den Bereichen Sport
und Brauchtum (z.B. BG Bonn 92 e.V., Godesberger Turnverein 1888 e.V., Festausschuss Godesberger
Karneval e.V.). Zu den ansässigen Religionsgemeinschaften zählen die evangelische Thomas-
Kirchengemeinde und der marokkanische Kulturverein Bad Godesberg e.V.. Im nördlichen Teil des
Bezirks Bad Godesberg sind unterschiedliche Organisationen und Initiativen aus dem BereichSeite 3 von 7
Umwelt- und Klimaschutz unter dem Dach des Ökozentrums Bonn e.V. aktiv (z.B. Bund für Umwelt-
und Naturschutz Deutschland, Zukunftsfähiges Bonn e.V.). Mit dem Zentrenmanagement der Stadt
Bonn und dem Salon 53117 der Bundeskunsthalle wurden in Godesberg Zentrum zwei temporäre
Begegnungsorte geschaffen. Zudem befinden sich mit dem Schauspiel des Theater Bonn, dem
Kleinen Theater Bad Godesberg, den Mietern des Hansa-Hauses (Rock und Pop Zentrum Bonn, fringe
ensemble) sowie der Galerieszene Bad Godesbergs einige kulturelle Ankerpunkte im Stadtteil, die
durch etliche Kulturvereine ergänzt werden.
Der noch junge Verein Wir unter der Godesburg e.V. betreibt darüber hinaus bereits ein Urban
Gardening Projekt sowie eine Sachspendenbox (Freebox). Zukünftig sollen auch im nördlicheren Teil
des Gebiets neue Begegnungsorte entstehen, zum einen in den neuen Räumlichkeiten des
temporären Impuls-Quartiersmanagements (DS 232010) und zum anderen in der neuen Al Ansar
Moschee.
Klimaanpassung: Der Rat der Stadt Bonn fasste im Dezember 2023 den Zielbeschluss zur
Klimaanpassung (DS 231893). Dieser stellt heraus, dass mit Blick auf den fortschreitenden
Klimawandel die Aktivitäten zur Klimaanpassung verstärkt werden müssen und ein „weiter wie
bisher“ nicht ausreichend sein wird. Als Handlungsfelder werden vor allem die Vorsorge vor Hitze,
Trockenheit und Starkregen formuliert. Der Bereich Godesberg Nord weist mit Blick auf die aktuelle
Planungshinweiskarte zur Hitze in Teilen Bereiche mit Handlungspriorität 1 oder 2 auf (DS 231894). In
Abb. 1 zeigt ein Ausschnitt aus der Stadtklimaanalysekarte für den Tag die bioklimatische Belastung
in Godesberg Nord anhand des Parameters PET (physiologisch äquivalente Temperatur). Die PET
beschreibt die „gefühlte Temperatur“, welche sich aus den Faktoren Wind, Temperatur, Luftfeuchte
und Strahlungsintensität zusammensetzt. Über die Hälfte der nicht bebauten Fläche des Viertels
weist eine PET über 35°C auf, ein Drittel sogar über 40°C. Damit liegt Godesberg Nord weit über den
Vergleichswerten des Bezirks (34,9% bzw. 11,4% der Fläche >35°C bzw. >40°C) und der Gesamtstadt
38,5% bzw. 14,5%). Gerade in Gewerbegebieten in Godesberg Nord prägen sich aufgrund ihres oft
hohen Versiegelungsgrades und der verhältnismäßig geringen Begrünung Hitze-Hotspots aus. Neben
dem Gewerbegebiet ist auch das Godesberger Zentrum sehr stark bioklimatisch belastet. Die
statistischen Bezirke Bad Godesberg Zentrum/Nord wurden daher bereits im Rahmen des ZURES-
Projektes 2019 für die Durchführung einer Haushaltsbefragung zum Hitzeempfinden ausgewählt.
Abbildung 1: Stadtklimaanalyse Tag der Stadt Bonn, PET (physiologisch äquivalente Temperatur).Seite 4 von 7
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Der Ansatz:
Vor allem Godesberg Nord und der nördliche Teil von Godesberg Zentrum befinden sich seit einigen
Jahren im Umbruch. Neben den damit verbundenen Herausforderungen bietet dieser Wandel
Chancen für die sozial-ökologische Transformation. Es gilt, Einwohner*innen zu aktivieren, sich in die
nachhaltige Gestaltung ihres Viertels einzubringen. Solidarität und Zusammenhalt sind zentrale
Ressourcen für das Gelingen der Transformation und tragen dazu bei, dass die Menschen gemeinsam
an Lösungen und Visionen für eine wünschenswerte Zukunft arbeiten. Der Fokus des Ansatzes im
Klimaquartier Godesberg Nord liegt daher darauf, Menschen unterschiedlicher Lebensrealitäten
miteinander in Austausch zu bringen, Begegnungen zu schaffen und gemeinsames Engagement zur
Gestaltung des Wandels im Quartier zu fördern. Dabei ist die gleichberechtigte Einbindung der
Menschen im Quartier besonders wichtig. Engagement soll auch für diejenigen ermöglicht werden,
die bisher weniger am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnten.
Mit Blick auf den massiven Hitzestress in Godesberg Nord sind neben Bestrebungen zum Klimaschutz
auch klimaresiliente öffentliche Räume von großer Bedeutung und werden im Klimaviertel
mitgedacht.
Das Amt für Soziales und Wohnen wurde mit Ratsbeschluss vom 01.02.2024 damit beauftragt, in Bad
Godesberg Nord ein temporäres Impuls-Quartiersmanagement einzurichten (DS 232010). Um der
Forderung nach Harmonisierung von Quartiersaktivitäten zu entsprechen, ist eine enge Kooperation
bei der Umsetzung des Impuls-Quartiersmanagements und des Klimaviertels in Godesberg Nord
geplant. Dabei soll das Thema Klimaschutz und -anpassung mit den sozialen Fragen des Viertels
zusammengedacht werden.
Wie in allen Klimavierteln soll ein Mitmachzentrum die zentrale Anlaufstelle und Ausgangspunkt für
Aktivitäten sein. Geplant ist eine gemeinsame, gleichberechtigte Nutzung von Räumlichkeiten mit
dem Impuls-Quartiersmanagement. Es wurde bereits ein geeignetes Mietobjekt identifiziert, eine
aktuell leerstehende Immobilie an der Bonner Str. 17, 53173 Bonn. Es besteht die Möglichkeit, die
Räumlichkeiten im Inneren der Immobilie, sowie auch den schattigen und begrünbaren Hof für
Aktivitäten und Maßnahmen zu nutzen.
Ausgehend von diesem zentralen Punkt im
Quartier soll zudem durch Kooperationen
mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen
Engagement ins Viertel getragen werden.
Das Amt für Soziales und Wohnen sowie
die Stabstelle Bürgerbeteiligung planen,
das Quartiersmanagement und das
Mitmachzentrum personell mit je einer
VZÄ per Förderung/Beauftragung Dritter
auszustatten. Eine entsprechende
Kooperationsvereinbarung wird aktuell
erarbeitet. Für das Mitmachzentrum soll
ein*e zivilgesellschaftliche*r Partner*in
mit ausgewiesener Expertise in Bezug auf
interkulturelle und diversitätssensible
Ansätze gefunden werden.
Die Maßnahmen im Klimaviertel Godesberg Nord lassen sich gemäß des Gesamtkonzepts der
Klimaviertel in drei Bereiche gliedern: a.) Veranstaltungen und Aktivitäten, die von der Stadt, der
Zivilgesellschaft oder engagierten Bürger*innen geplant und umgesetzt werden, b.) Stärkung
zivilgesellschaftlicher Strukturen im Viertel durch die Bereitstellung finanzieller Ressourcen und
Angebote zur Netzwerkbildung, c.) Bürger*innenbeteiligung an einzelnen politischen
Abbildung 2: Innenansicht der Immobilie Bonner Str. 17.Seite 6 von 7
Entscheidungsvorbereitungen entlang des Klimaplans, um eine aktive Mitgestaltung an der
nachhaltigen Entwicklung des eigenen Lebensumfeldes zu ermöglichen. Die einzelnen Maßnahmen
sollen in kooperativen Prozessen von Bürger*innen und Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung,
Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft entwickelt werden. Dazu werden Räume geschaffen, in
denen kreativ und konstruktiv zusammengearbeitet werden kann. Dieses Vorgehen ermöglicht, dass
Maßnahmen entlang der Bedarfe und Realitäten der Akteur*innen konzipiert werden. Zudem kann
die Selbstwirksamkeit der Akteur*innen gestärkt und zeitgleich die Akzeptanz und Verstätigung der
Maßnahmen verbessert werden. Im Rahmen des beschriebenen Ansatzes des Klimaviertels
Godesberg Nord sind beispielsweise folgende Maßnahmen denkbar:
- Ko-kreative und gemeinsame Gestaltung und Renovierung der Räume und des
Außenbereichs des neuen Mitmachzentrums, auch unter Gesichtspunkten der Anpassung an
sommerliche Hitze. Dies könnte z.B. ergänzt werden um Inputs zu ökologischen
Baumaterialien etc.
- Zukunftsforum als zentrales Beteiligungsformat, das im Frühsommer kooperativ entwickelt
werden soll. Dabei kann das Oberthema des Godesberger Klimaviertels – den Wandel im
Quartier mitgestalten– im Zentrum stehen, aber auch ein anderes Handlungsfeld des
Klimaplans oder konkrete Themen aus dem Quartier.
- Die Schaffung weiterer Aufenthalts- und Begegnungsräume im Freien, ggfs. mit
Sonnensegeln, Trinkwasserspendern etc. an sommerlichen Hitzestress angepasst
- Aufstellen mobiler Bäume (z.B. Konzept Wanderbaumallee) im Viertel
- Aufbau einer Zweigstelle der Leihbar (aktuell erfolgreich umgesetzt in der Bonner Nordstadt)
- Thematisches Bühnenprogramm in der Immobilie, z.B. multilingualer Poetry Slam, Konzerte
etc.
- Interkulturelles Saatgut- und Jungpflanzentauschbörse im Hof
- Das Hosting von Foodsharing-Fairteilern sowie Marktschwärmer- und SoLaWi-
VerteilstationenSeite 7 von 7

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Datenstand: 03.11.2026, 05:58 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de