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240227 · Mitteilungsvorlage

Wohnungsmarktbericht 2023 (Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2022 in Bonn)

Nummer
240227
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
03.05.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 25.06.2024 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Rates 24.06.2024 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 18.06.2024 Kenntnisnahme
  4. Sitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 02.07.2024 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
240227
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Wohnungsmarktbericht 2023 (Bericht über die
Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2022
in Bonn)
Beratungsfolge
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 15.05.2024 Kenntnisnahme
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
22.05.2024 Kenntnisnahme
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
18.06.2024 Kenntnisnahme
Rat 20.06.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Durch die Vorlage des Wohnungsmarktbericht 2023 (Berichtsjahr 2022)
informiert die Verwaltung über die Entwicklung des Geschehens auf dem
Wohnungsmarkt und seiner Teilmärkte in Bonn. Der Wohnungsmarktbericht
2023 für die Bundesstadt Bonn stellt für das vorliegende Berichtsjahr 2022
weiterhin formell kein laufendes Geschäft der Verwaltung dar und knüpft auch
in diesem Zusammenhang an die bisher im jährlichen Turnus veröffentlichten
Wohnungsmarktberichte an.
Seit den im Jahr 2018 begonnenen Beratungen zur Einführung einer
systematischen Wohnungsmarktbeobachtung ist der Wohnungsmarktbericht
2023, nach den vorherigen Wohnungsmarktberichten aus den Jahren 2021 und
2022, der nunmehr dritte in dieser Form.
Basierend auf den Ergebnissen des Wohnungsmarktberichtes für das
Berichtsjahr 2022 lässt sich, wie bereits im vorangegangenen Berichtsjahr,
feststellen, dass die Bundesstadt Bonn weiterhin durch einen angespannten
Wohnungsmarkt gekennzeichnet ist. Signifikante Entwicklungen auf dem
Bonner Wohnungsmarkt waren im Jahr 2022 der weiterhin anhaltende und sich
verstärkende Anstieg der Angebotsmieten für Mietwohnungen, der erstmals seit
Jahren gebrochene Aufwärtstrend die Kaufpreise insbesondere für unbebaute
und bebaute Grundstücke betreffend, sowie der sich wieder rückläufigSeite 1 von 62
Seite 2
entwickelnde Wohnungsbestand im öffentlichen geförderten
Mietwohnungsmarktsegment. Insgesamt ist im Berichtsjahr 2022
wohnraumbezogen weniger neues Angebot auf dem Bonner Wohnungsmarkt
entstanden, als noch zuletzt im Vorjahr. Fertiggestellte Neubauwohnungen
waren im Durchschnitt solche mit wenigen Räumen. Die durchschnittliche
Wohnfläche pro Wohneinheit im Wohnungsneubau hat insgesamt wieder
zugenommen. Die grundsätzlich rückläufige Bautätigkeit hat im Jahr 2022 das
Delta zwischen Angebot und Nachfrage jedoch weiter anwachsen lassen. Die
Entwicklung der Nachfrageseite ist in der Bundesstadt im Jahr 2022 nach wie
vor von einem stetigen Bevölkerungswachstum und einem Anstieg der Zahl der
Haushalte geprägt. Diese Dynamik erhöht weiterhin den Druck auf dem
Wohnungsmarkt.
Inwiefern die vorerst auf niedrigem Niveau fortbestehende Bauaktivität bei
einem auch für das kommende Berichtsjahr 2023 anzunehmenden
Haushaltezuwachs zu einem weiteren Druckanstieg auf dem Bonner
Wohnungsmarkt führen wird, bleibt im kommenden Wohnungsmarktbericht neu
zu bewerten.
Anlage/n
1 Anlage 1 - Wohnungsmarktbericht 2023_Stand (04/24) (öffentlich)
2 Anlage 2 - Zusammenfassung Wohnungsmarktbericht 2023 (öffentlich)Seite 2 von 62
Wohnungsmarktbericht 2023
Bericht über die Ergebnisse der
Wohnungsmarktbeobachtung 2022 in BonnSeite 3 von 62
Inhaltsverzeichnis
1. Anlass und Zielsetzung .................................................................................................................... 1
2. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen......... 2
2.1. Baukonjunktur ......................................................................................................................... 2
2.2. Verbraucherpreisindizes.......................................................................................................... 4
2.3. Kapitalmarktbedingungen ....................................................................................................... 5
3. Wohnungsnachfrage ....................................................................................................................... 6
3.1. Bevölkerungsentwicklung in Bonn .......................................................................................... 6
3.2. Haushalteentwicklung in Bonn ................................................................................................ 9
3.3. Wohnungsgrößen und Wohnflächeninanspruchnahme ....................................................... 11
4. Wohnungsangebot ........................................................................................................................ 14
4.1. Gebäude- und Wohnungsbestand ........................................................................................ 14
4.2. Exkurs I: barrierefreier Wohnraum ...................................................................................... 17
4.3. Baurechtschaffung................................................................................................................. 18
4.4. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Jahren ................................................................... 20
4.5. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße .................................................. 21
4.6. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken ....................................................... 23
4.7. Bauintensität in den Stadtbezirken ....................................................................................... 25
4.8. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp ................................................................. 27
4.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten .......................................... 29
4.10. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse ............................................. 30
4.11. Fertiggestellte Wohngebäude und Neubauwohnungen nach Wohnfläche .......................... 32
5. Geförderter Wohnungsbau ........................................................................................................... 34
5.1. Geförderter Wohnungsbestand ............................................................................................ 34
5.2. Wohnungssuchende Haushalte ............................................................................................. 36
5.3. Bewilligte geförderte Wohneinheiten und Fördermittel ...................................................... 37
5.4. Auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen, regionaler Vergleich............................. 38
6 Grundstücks- und Immobilienmarkt ............................................................................................. 40
6.1. Anzahl der Verträge / Kauffälle ............................................................................................. 41
6.2. Flächenumsatz unbebauter Grundstücke ............................................................................. 42
6.3. Flächenumsatz bebauter Grundstücke ................................................................................. 43
6.4. Geldumsatz unbebauter Grundstücke .................................................................................. 44
6.5. Geldumsatz bebauter Grundstücke ...................................................................................... 44
6.6. Indexreihe für Baulandpreise ................................................................................................ 45
6.7. Entwicklung der Anzahl von Wohnungsangeboten .............................................................. 46Seite 4 von 62
6.8. Entwicklung der Angebotsmieten ......................................................................................... 47
6.9. Exkurs II: Regionale Einbettung der Bodenrichtwertentwicklung (2017-2021) .................... 49
7 Ausblick auf Bautätigkeiten in 2023 .............................................................................................. 50
8 Fazit ............................................................................................................................................... 53
Glossar ................................................................................................................................................... 54Seite 5 von 62
1
1. Anlass und Zielsetzung
Mit dem nunmehr für das Berichtsjahr 2022 fortgeschriebene Wohnungsmarktbericht möchte die Ver-
waltung über die Entwicklung des Bonner Wohnungsmarkt sowie seiner Teilmärkte informieren. Die
Grundlage hierfür stellt weiterhin, wie zuvor in den zurückliegenden Berichtsjahren, ein Indikatoren-
satz, der neben der amtlichen Statistik auf ergänzende Datenquellen (unter anderem externe Auswer-
tungen und Datensätze, regionale Grundstücksmarktberichte, pp.) zurückgreift und regelmäßig an die
jeweiligen Berichtsinhalte angepasst und entsprechend erweitert wird.
Der vorliegende Wohnungsmarktbericht 2023 ist damit auch in diesem Berichtsjahr einerseits als eine
Fortsetzung der in den Vorjahren vorgelegten Berichte zur Baurechtschaffung und Bautätigkeit in Bonn
zu verstehen (DS 1912457, DS 200829 und DS 230245). Er vermittelt darüberhinausgehend Informati-
onen zur Entwicklung vorgelagerter Märkte und Rahmenbedingungen, die sich auf das Bonner Woh-
nungsmarktgefüge auswirken und beschreibt anhand der Bevölkerungs-, Haushalte- und Wohnflä-
chenstatistik die Entwicklung auf der Nachfrageseite. Auf der Angebotsseite des Bonner Wohnungs-
marktes wird die Entwicklung des Gebäude- und Wohnungsbestands zusammengefasst sowie mit den
Vorjahreswerten verglichen. Bilanzierend wird zudem das Geschehen auf dem Grundstücks- und Im-
mobilienmarkt wiedergegeben und die in den Vorjahren entwickelte Zeitreihenbetrachtung weiter
fortgeschrieben.
Die kontinuierliche Wohnungsmarktbeobachtung der Bundesstadt Bonn soll auf einer beschreibenden
Ebene Auskunft über Entwicklungstrends auf dem Wohnungsmarkt geben, um darauf aufbauend vo-
rausschauend und gemeinwohlorientiert auf Marktveränderungen reagieren zu können. Sie stellt da-
mit die Grundlage für die Ableitung von Handlungsempfehlungen, um möglichst allen Akteur*innen
sowohl auf der Angebots-, als auch auf der Nachfrageseite eine bedarfsgerechte und breite Teilhabe
am Bonner Wohnungsmarkt zu ermöglichen. Ein umfangreiches kommunales Informationssystem
kann dabei als Entscheidungsgrundlage die Steuerungs- und Koordinierungsfunktion der Kommune
stärken, ihre Erkenntnisse können als Grundlagen in Planungen, Konzepte und Förderanträge einflie-
ßen. Insbesondere in sich zunehmend dynamisch und komplex entwickelnden Wohnungsmarktgefü-
gen kann sie helfen, sich auf die wesentlichen Handlungsfelder in der Stadtplanung und –Entwicklung
auf dem weiten Feld „des Wohnens“ zu fokussieren.
Da der Wohnungsmarkt der Stadt Bonn weiterhin als angespannt einzuordnen ist, ist die Bedeutung
der systematischen Analyse des Bonner Wohnungsmarktes für die zukünftige Ausrichtung der Bonner
Stadtentwicklung im Handlungsfeld Wohnen anhaltend hoch. Dass Bonn gegenwärtig einen deutlichSeite 6 von 62
2
angespannten Wohnungsmarkt aufweist, zeigen unter anderem regelmäßig vorgenommene Einord-
nungen durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Digitalisierung (MKHBD) des Lan-
des Nordrhein-Westfalen wie zum Beispiel im Zusammenhang der Wohngeldverordnung1 (WoGV) o-
der im Rahmen der Gebietskulissen-Bestimmung zur sogenannten „Baulandmobilisierungs-Verord-
nung“2. Auch weil sich die angespannte Wohnungsmarktsituation in Bonn weiterhin durch die Ver-
knappung vorhandener und mobilisierbarer Flächen für den Wohnungsbau speist, wird der kommuna-
len Wohnungsmarktbeobachtung in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufgabe zuteil.
2. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Nord-
rhein-Westfalen
2.1. Baukonjunktur
Im Verlauf des Jahres 2022 wurden bundesweit rund 296.000 Wohneinheiten und somit ein wenig
mehr Wohnungen als im vorangegangenen Jahr3 fertiggestellt4. Der Zugewinn von knapp 3.000
Wohneinheiten auf bundesweiter Ebene entsprach damit im Vergleich zum Jahr 2021 einem relativen
Zugewinn von rund einem Prozent.
Bundesweit hatte sich die Anzahl der Baugenehmigungen im Jahr 2022 hingegen deutlich rückläufig
entwickelt. Sie belief sich auf knapp 345.000 Wohnungen, was einem Rückgang von rund 35.000 Woh-
nungen oder einem Absinken um 9,1 %, bezogen auf den Vorjahreswert, entspricht.
1 https://www.mhkbd.nrw/system/files/media/document/file/mietenstufen_2023.pdf
2 https://www.mhkbd.nrw/themenportal/baulandmobilisierungs-verordnung
3 Quelle: Statistisches Bundesamt (2022)
4 Beinhaltet Neu- und UmbautenSeite 7 von 62
3
Abbildung 1: Entwicklung der Baufertigstellungen und Baugenehmigungen von Wohnungen in Deutschland und Nordrhein-
Westfalen (2001-2022; Basisjahr 2001 = 100%)
Der Vergleich zwischen der entsprechenden Entwicklung in Nordrhein-Westfalen mit der gesamtdeut-
schen Entwicklung zeigte für das Jahr 2022 auf, dass sowohl das Niveau der Baugenehmigungen als
auch das der Baufertigstellungen in NRW relativ betrachtet insgesamt unter dem gesamtdeutschen
Niveau lag (siehe Abbildung 1). Während im Jahr 2022 in Nordrhein-Westfalen ein weniger starker
Rückgang der Baugenehmigungsanzahl als auf der Bundesebene zu verzeichnen war, entwickelten sich
die Baufertigstellungszahlen auffallend gegenläufig. Neben dem bereits beschriebenen gesamtdeut-
schen Zuwachs fiel die nordrhein-westfälische Entwicklung bezogen auf die Baufertigstellungen daher
deutlich negativer aus. Im Jahr 2022 wurden in Nordrhein-Westfalen mit rund 47.000 Wohnungen
rund 4,4 % weniger Wohnungen fertiggestellt, als noch im vorangegangenen Jahr.
Die Neubaukosten von Wohngebäuden waren in Deutschland seit Ende des vierten Quartals 2021
(31.12.) bis Ende des vierten Quartals 2022 um 16,5 Prozentpunkte (Baukosten insgesamt) gestiegen5.
Die Preissteigerung lag damit fast 5 Prozentpunkte über dem Anstieg aus dem zurückliegenden Be-
obachtungszeitraum (+11,8 viertes Quartal 2020 bis viertes Quartal 2021). Den Hauptanteil der Preis-
steigerungen stellten dabei, wie bereits im zurückliegenden Berichtszeitraum, die gestiegenen Roh-
stoff- und Materialkosten dar, die einen Zugewinn von fast 20 Prozentpunkte verzeichneten.
5 Quelle: Statistisches Bundesamt (2023)
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
110%
120%
130%
140%
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Deutschland: genehmigte Wohnungen Deutschland: fertiggestellte Wohnungen
NRW: genehmigte Wohnungen NRW: fertiggestellte WohnungenSeite 8 von 62
4
2.2. Verbraucherpreisindizes
Die Inflationsrate erreichte in Deutschland im November 2022 mit 8,8 % ihren höchsten monatlichen
Stand im Jahresverlauf6. Der Verbraucherpreisindex stieg bundesweit seit Ende 2021 um insgesamt
+8,5 Indexpunkte. Im Vergleich zum Vergleichsreihenbasisjahr 2020 wuchs dieser damit, bezogen auf
den Jahresabschlusswert 2021, im Jahr 2022 doppelt so stark an und markierte im Untersuchungszeit-
raum entsprechend einen neuen Teuerungsratenhöhepunkt. Der Verbraucherpreisindex für die Index-
kategorie Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe zeichnete bis zum Ende des Jahres
2022 eine ähnliche Entwicklung gegen. Der Zuwachs war mit 7,5 Indexpunkten (2,4 Indexpunkte im
Vorjahreszeitraum bei Bezugsbasis 2015) jedoch etwas geringer ausgeprägt, als den Verbraucherpreis-
index insgesamt betreffend.
Die Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen fielen in diesem Zusammenhang mit einem Plus von +7,3
Indexpunkten für den Verbraucherpreisindex insgesamt und mit +8,4 Indexpunkten für den Verbrau-
cherpreisindex für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe im diesjährigen Beobach-
tungszeitraum abweichend aus.
Der Verbraucherpreisindex für die Nettokaltmiete, der die Entwicklung von Bestands- sowie von Neu-
und Wiedervermietungsmieten in allen Regionen Deutschlands abbilden soll, übertraf Ende 2022 mit
1,9 Indexpunkten das Vorjahresmonatsniveau und war entsprechend etwas stärker ausgeprägt, als
noch im zurückliegenden Wohnungsmarktbericht. Für Nordrhein-Westfalen war im gleichen Beobach-
tungszeitraum ein etwas geringerer Anstieg um 1,4 Indexpunkte festzustellen. Die Verbraucherpreise
für Haushaltsenergie7 stiegen bundesweit ebenfalls um +32,6 an (+1,4 Indexpunkte gegenüber dem
Vorjahresmonat Dezember 2021). In Nordrhein-Westfalen fiel der Zuwachs mit + 26,6 Indexpunkten
etwas geringer aus, befand sich aber auf ähnlich hohem Niveau. War bereits im vergangenen Berichts-
jahr 2021 aus den ähnlich gelagerten Entwicklungen abzuleiten, dass die damit einhergehende Kosten-
belastung der Haushalte sich negativ auf Teilhabe- und Konsummöglichkeiten der Daseinsgrundfunk-
tion Wohnen ausgewirkt hat, galt diese Annahme für das Berichtsjahr 2022 und die festzustellende
gesteigerte Kostenentwicklung umso mehr.
6 Die Inflationsrate wird in diesem Zusammenhang als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat
gemessen, Quelle: Statistisches Bundesamt (2022)
7 In den Verbraucherpreisen für Haushaltsenergie werden die Energieträger zusammengefasst, die zum Kochen, Heizen, für
die Beleuchtung oder den Betrieb von Haushaltsgeräten benötigt werdenSeite 9 von 62
5
2.3. Kapitalmarktbedingungen
Die Niedrigzinsphase der zurückliegenden Jahre hatte sich, wie bereits im zurückliegenden Wohnungs-
marktbericht abzusehen, auch aufgrund der global steigenden Teuerungsraten im Verlauf des Jahres
2022 dem Ende zugeneigt. Erstmals seit vielen Jahren wurde der Leitzins der Europäischen Zentralbank
(EZB) deutlich angehoben und lag zum 31.12.2022 bei 2,5 %. Wohnungsbaukredite mit Sollzinsbin-
dungslaufzeiten von 10 und 20 Jahren sind diesem Zinssprung bis zum Jahresende 2022 entsprechend
gefolgt. Zum Stichtag, dem 31.12.2022, lag der durchschnittliche Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit
anfänglicher Sollzinsbindung von 10 Jahren bei 3,78 % (+2,78 % im Vergleich zum Jahr 2021). Der Zins-
satz für Kredite mit anfänglicher Sollzinsbindung von 20 Jahren lag bei 3,95 % (siehe Abbildung 2). Diese
Entwicklung hat sich im Berichtsjahr 2022 als zunehmende Belastung kreditbedingungensensibler
Wohnungsunternehmen sowie insbesondere der privaten Kreditnehmenden ausgewirkt.
Abbildung 2: Zinsentwicklung für Wohnungsbaukredite mit 10- und 20-jähriger Sollzinsbindung8 (2014-2023)
8 Quelle: Interhyp 2023 (zuletzt abgerufen am 24.10.2023)Seite 10 von 62
6
3. Wohnungsnachfrage
3.1. Bevölkerungsentwicklung in Bonn
Das seit einigen Jahren anhaltende Bevölkerungswachstum der Bundesstadt Bonn erfuhr auch im Jahr
2022 keine Trendumkehr. Zum 31.12.2022 umfasste die Hauptwohnsitzbevölkerung der amtlichen Sta-
tistik 338.396 Personen. Der absolute Bevölkerungszuwachs betrug im Vergleich zu 2021 +2.421 Per-
sonen (+2.181 Personen im Vorjahr), was einem relativen Zuwachs von 0,72 % und somit in etwa der
Zuwachsrate aus dem Vorjahresberichtswert entsprach. Bezogen auf das Ausgangsjahr der in Abbil-
dung 3 fortgeschriebenen Bevölkerungsentwicklung hat sich die Bevölkerungszahl in Bonn seit 1991
nunmehr um 51.527 Personen, beziehungsweise um knapp +18 % erhöht.
Auf Bezirksebene entfielen Ende 2022 mit 156.991 zum 31.12.2022 auf den Stadtbezirk Bonn die meis-
ten Einwohner*innen, gefolgt von Bad Godesberg mit 77.393, Beuel mit 68.642 und Hardtberg mit
35.370 (siehe Abbildung 4).
Abbildung 3: Entwicklung der Hauptwohnbevölkerung in Bonn (1991-2022)
-1,50%
-1,00%
-0,50%
0,00%
0,50%
1,00%
1,50%
2,00%
2,50%
250.000
260.000
270.000
280.000
290.000
300.000
310.000
320.000
330.000
340.000
350.000
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2022
Entwicklung zum Vorjahr BevölkerungsstandSeite 11 von 62
7
Abbildung 4: Entwicklung der Hauptwohnbevölkerung in den Bonner Stadtbezirken (1991-2022)
Im Jahr 2022 war, verglichen mit den jeweiligen Vorjahreswerten, mit +1,36 % der prozentual stärkste
Bevölkerungszuwachs im Stadtbezirk Hardtberg (+ 475 Personen) festzustellen. Dahinter rangierten
die Stadtbezirke Beuel mit +0,83 % (+564 Personen), Bad Godesberg mit +0,63 % (+ 487 Personen) und
Bonn mit +0,57 % (+895 Personen). Der relative Bevölkerungszuwachs des Jahres 2022 machte sich
somit in den weniger dicht besiedelten Stadtbezirken bemerkbar. Kleinräumiger aufgelöste Daten zur
Bevölkerungsentwicklung auf Ebene der statistischen Bezirke sowie weitere Analysen und Grafiken
können für das Berichtsjahr 2022 dem Internetauftritt der Bonner Statistikstelle entnommen werden9.
Das gesamtstädtische Durchschnittsalter der Bonner Bevölkerung fiel zum 31.12.2022 im Durch-
schnittswertvergleich zum Vorjahr mit 42,2 Jahren unverändert aus. Auf Bezirksebene lebte die durch-
schnittlich jüngste Bevölkerung mit 40,4 Jahren im Stadtbezirk Bonn, das Durchschnittsalter lag hier
wie im vergangenen Berichtszeitraum deutlich unter dem der anderen drei Bonner Stadtbezirke. Im
Bezirk Hardtberg belief sich der Altersdurchschnitt wie im Vorjahr unverändert auf 42,9 Jahre, im
Stadtbezirk Bad Godesberg auf 44,0 Jahre und im Stadtbezirk Beuel mit dem höchsten Durchschnitts-
alter auf nunmehr 44,1 Jahre.
Bei der Differenzierung der Bevölkerungsverteilung nach Altersgruppen auf gesamtstädtischer Ebene
machte im Jahr 2022 den größten Anteil wie im vorangegangenen Jahr die Bevölkerungsgruppe der
25- bis unter 45-Jährigen aus. Ihr Anteil war im Vergleich zum Vorjahr wiederum leicht gestiegen (+0,2
Prozentpunkte auf nunmehr 29 %, 99.134 Personen), weiterhin gefolgt von den 45- bis unter 65-Jähri-
gen mit anhaltend leichtem Anteilsrückgang (-0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 25,9 %, 32.900 Perso-
nen) und den unter 18-Jährigen (anhaltend unverändert bei 16,7 %, 56.415 Personen). Während sich
9 https://www2.bonn.de/statistik/Strukturdatenatlas
0
50.000
100.000
150.000
200.000
250.000
300.000
350.000
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1991
1992
1993
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Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk HardtbergSeite 12 von 62
8
der Anteil der 65- bis unter 75-Jährigen erhöht hatte (+0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 9 %, 32.529
Personen), hatte sich der Anteil der ältesten Bonner Bevölkerungsgruppe (über 75-Jährige) an der Ge-
samtbevölkerung im Jahr 2022 leicht rückläufig entwickelt (-0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 9,5%,
64.650 Personen).
Auf der Ebene der Stadtbezirke entfiel wie im Jahr 2021 der höchste relative Anteil sowohl der unter
18-Jährigen (18,6%, 14.397 Personen) als auch der der über 75-Jährigen (11,71%, 9.060 Personen) auf
Bad Godesberg. Bad Godesberg wich in diesen Altersklassen damit von allen vier Bonner Stadtbezirken
am stärksten von den gesamtstädtischen Durchschnittswerten in Bezug auf die Verteilung nach Alters-
klassen ab. Der Stadtbezirk Bonn fiel wiederum durch überdurchschnittlich hohe Anteile in den Alters-
klassen der 18- bis unter 25-Jährigen (11,62%, 18.244 Personen), sowie der 25- bis unter 45-Jährigen
(33,13%, 52.015) auf.
Abbildung 5: Bevölkerungsverteilung nach Bonner Stadtbezirken und Altersgruppen (2022)
24.545 14.397 11.208 6.265 56.415
18.244 5.532 5.206 3.056 32.038
52.015
19.217 18.249 9.653 99.134
36.739
21.787 20.168 9.206 87.900
12.744
7.400 6.896 3.544 30.584
12.704 9.060 6.915 3.646 32.325
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Bonn Bad Godesberg Beuel Hardtberg Bundesstadt Bonn
unter 18 Jahre 18 bis unter 25 Jahre 25 bis unter 45 Jahre
45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älterSeite 13 von 62
9
3.2. Haushalteentwicklung in Bonn
Analog zur Bevölkerungsentwicklung war im Jahr 2022, wie bereits in den zurückliegenden Jahren, eine
Zunahme der Bonner Haushalte zu verzeichnen. Mit 176.539 Haushalten hatte sich zum 31.12.2022
ihre Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um rund + 0,7 %, in absoluten Zahlen um 1.199 Haushalte er-
höht10. Seit 2015 konnte die Bundesstadt Bonn den Zugewinn von mehr als 10.000 Haushalte verzeich-
nen, was unter anderem die stetige Erhöhung des Nachfragedrucks auf dem Bonner Wohnungsmarkt
in diesem Zeitraum zum Ausdruck bringt. Der prozentuale Haushaltezuwachs war in diesem Kontext
auch für das Jahr 2022 wiederum stärker als der Einwohner*innenzuwachs ausgeprägt. Im aktuellen
Berichtsjahr war diese Entwicklung für alle Stadtbezirke sowie auf gesamtstädtischer Ebene zu konsta-
tieren und lässt sich daher entsprechend auch über den im Zeitreihenverlauf weiterhin gegenzeichnen
(siehe Abbildung 6).
Abbildung 6: Prozentuale Entwicklung der Anzahl der Haushalte und der Anzahl der Einwohner*innen in Bonn (2015 - 2022)
Auch im Verlauf des Jahres 2022 war festzustellen, dass der Anteil der Ein-Personen-Haushalte in Bonn
weiter leicht zugenommen hat. In der Bundesstadt lebte bis Ende des Jahres in 51,8 % aller Haushalte
nur eine Person, was einer Zunahme um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2021 entspricht. Mit
26,0 % entfielen etwas weniger Bonner Haushalte auf Zwei-Personen-Haushalte als im zurückliegen-
den Berichtsjahr, unverändert hingegen mit 10,1% der Haushalte in der Bundesstadt auf Drei-Perso-
nen-Haushalte. Wiederum einen leichten Zugewinn von 0,1 Prozentpunkten konnte mit 12,1 % die
10 Die Diskrepanz im Berichtsjahr 2022 zwischen der Zunahme des Wohnungsbestandes in Wohn- und Nichtwohngebäuden
um 754 Wohneinheiten und dem gleichzeitigen Zugewinn von 1.199 Haushalten muss nicht zwangsläufig auf Unstimmigkei-
ten beim Datenabruf hinweisen. Die Belegung einer Wohneinheit durch mehrere Haushalte ist erfassungstechnisch möglich
und in unterschiedlichen Konstellationen denkbar (zum Beispiel im Kontext von Studierenden-Wohngemeinschaften, Ge-
flüchteten-Haushalten, u.a.).
6,4
7,1
5,1
7,6
6,4
5,6
6,6
3,4
6,7
5,5
0,0
1,0
2,0
3,0
4,0
5,0
6,0
7,0
8,0
Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad
Godesberg
Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk
Hardtberg
Bundesstadt
Bonn
Haushalte Einwohner*innenSeite 14 von 62
10
Gruppe der Bonner Haushalte mit vier und mehr Personen verzeichnen. Somit lässt sich für das Be-
richtsjahr 2022 festhalten, dass der Anteil sowohl kleiner als auch großer Haushalte Zugewinne ver-
zeichnen konnte.
Die Bevölkerungsverteilung über die statistischen Bezirke der Bundesstadt betrachtend lebte wiede-
rum im Jahr 2022 der Großteil der Bonner Haushalte im Stadtbezirk Bonn. Verglichen mit dem Vorjah-
reswert hatte sich ihre Anzahl im Jahresverlauf 2022 um 485 Haushalte auf 85.707 Haushalte erhöht,
was für diesen Bonner Stadtbezirk einem geringeren Zugewinn als noch im zurückliegenden Berichts-
jahr 2021 entspricht. Weiterhin ansteigend fiel die Tendenz des Anteils der Ein-Personen-Haushalte an
allen Haushalten im Stadtbezirk Bonn aus. Mit 56,3 % stellten sie weiterhin hier die größte Gruppe dar.
Sowohl die jeweils absolute Anzahl im Zeitverlauf (2015-2022), als auch die entsprechende strukturelle
Zusammensetzung aller Haushalte in den jeweils vier Bonner Stadtbezirken für das Jahr 2022 ist in den
nachfolgenden Abbildungen wiedergegeben.
Abbildung 7: Entwicklung der Anzahl von Haushalten in Bonn nach Stadtbezirken (2015-2022)
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Stadtbezirk Hardtberg 16.189 16.487 16.729 16.793 16.950 17.145 17.349 17.412
Stadtbezirk Beuel 33.515 33.758 33.943 34.039 34.404 34.485 34.988 35.239
Stadtbezirk Bad Godesberg 35.655 35.860 36.393 36.814 37.067 37.360 37.781 38.181
Stadtbezirk Bonn 80.555 81.938 83.007 83.605 84.488 84.490 85.222 85.707
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
160.000
180.000
200.000Seite 15 von 62
11
Abbildung 8: Haushalte nach Größe (Anteilswerte in %) und Stadtbezirk (2022)
3.3. Wohnungsgrößen und Wohnflächeninanspruchnahme
Bundesweit hat die Wohnfläche pro Kopf zwischen 2012 und 2022 von 46,4 m² um 1,0 m2 auf rund
47,4 m2 zugelegt, was einer relativen Zunahme in diesem Zeitraum von rund 1,1 % entspricht. Damit
hat sich die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf im Vergleich zum Jahr 2021 um 0,3 m2 verringert.
Die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung verharrte bis Ende 2022 mit 92,2 m² verglichen zum
Vorjahreswert auf gleichbleibendem Niveau11. Ob diese Entwicklungen Anzeichen einer Trendumkehr
mit Blick auf die Wohnflächeninanspruchnahme darstellen, bleibt in den nachfolgenden Jahren weiter
zu beobachten und entsprechend fortlaufend neu einzuordnen. Die Ausprägung der Wohnflächenin-
anspruchnahme pro Kopf bleibt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Einfluss- und Bewer-
tungsgröße der Wohnraumnachfrage und –Bedarfsentwicklung.
11 Statistisches Bundesamt (2023): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/07/PD23_297_31231.html
56,3
47,3
48,7
45,7
24,3
27,0
27,6
29,2
8,8
11,4
11,1
11,4
10,6
14,3
12,5
13,7
0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 90.000
Stadtbezirk Bonn
Stadtbezirk Bad Godesberg
Stadtbezirk Beuel
Stadtbezirk Hardtberg
Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr PersonenSeite 16 von 62
12
Abbildung 9: Durchschnittliche Wohnungsgröße (in m²) differenziert nach Bonner Stadtbezirken (2022)
Die Wohnflächenstruktur hatte sich in der Bundesstadt im Verlauf des Jahres 2022 im Vergleich zum
Vorjahr 2021 nur geringfügig verändert. Gesamtstädtisch belief sich die durchschnittliche Wohnfläche
von Bonner Wohnungen zum 31.12.2022 auf nunmehr 82,7 m² (+0,1 m2). Dabei erhöhte sich im Jahr
2022 die durchschnittliche Wohnungsgröße in Einfamilienhäusern in allen Stadtbezirken geringfügig,
die Zuwächse lagen im Schnitt bei 0,3 m2.
Auf Bezirksebene lag die durchschnittliche Wohnungsgrößenzunahme in Beuel für Einfamilienhäuser
mit +0,7 m2 über diesem Durchschnittswert. Die bereits für das zurückliegende Berichtsjahr herausge-
arbeiteten Unterschiede zwischen den weiteren Bonner Stadtbezirken sind auch im Verlauf des Jahres
2022 bestehen geblieben.
Zum Jahresende 2022 betrug die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf in der Bundesstadt Bonn 43,3
m² und war im Vergleich zum Vorjahr damit um 0,1 m2 gesunken. Sie lag damit aber weiterhin unter
dem gesamtdeutschen Durchschnittswert (47,4 m2 für 2022), für das Jahr 2022 waren es rund 4,1 m2
weniger. Der höchste Wohnflächenverbrauch pro Einwohner*in war gleichfalls Ende 2022 mit 46,0 m²
(-0,2 m2 im Vergleich zum Vorjahreswert) in Bad Godesberg zu bilanzieren, gefolgt von Beuel mit 45,3
m² (keine Veränderung zum Vorjahreswert). Der Stadtbezirk Bonn (keine Veränderung zum Vorjahres-
wert) mit 41,5 m2 und der Stadtbezirk Hardtberg mit 41,1 m2 (-0,5 m2 im Vergleich zum Vorjahr) lagen
wie bereits im Vorjahr 2021 dicht beieinander. In Hardtberg war für das Jahr 2022 gemessen am Wohn-
flächenverbrauch pro Kopf allerdings die stärkste Reduzierung des Flächenverbrauchs zu beobachten.
Bundesstadt
Bonn
Stadtbezirk
Bonn
Stadtbezirk
Bad
Godesberg
Stadtbezirk
Beuel
Stadtbezirk
Hardtberg
Durchschnittliche Wohnfläche (m²) in
Wohnungen 82,7 76,0 91,8 88,0 84,2
in Einfamilienhäusern 137,7 137,3 143,9 134,7 130,6
in Mehrfamilienhäusern 72,7 69,8 78,4 73,0 73,8
0
20
40
60
80
100
120
140
160Seite 17 von 62
13
Abbildung 10: Durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf (in m2) differenziert nach Bonner Stadtbezirken (2022)
Abbildung 11: Entwicklung der Wohnfläche pro Kopf (in m²) differenziert nach Bonner Stadtbezirken (2011-2022)
In den Stadtbezirken Bad Godesberg und Hardtberg hat sich die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf
über den Beobachtungszeitraum von 2011 bis 2022 am deutlichsten verringert (siehe Abbildung 11).
Insbesondere Bad Godesberg folgte damit auch im Jahr 2022 in diesem Zusammenhang seinem bishe-
rigen Entwicklungstrend.
41,5
46,0
45,3
41,1
43,3
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
Durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf (in m²)
Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel
Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn
41,0
42,0
43,0
44,0
45,0
46,0
47,0
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel
Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt BonnSeite 18 von 62
14
4. Wohnungsangebot
4.1. Gebäude- und Wohnungsbestand
Zum 31.12.2022 gab es in der Bundesstadt Bonn insgesamt 58.203 Wohngebäude (+98 im Vergleich
zu 2021), auf die sich wiederum 177.082 Wohnungen verteilten. Das waren im Vergleich zu 2021 661
zusätzliche Wohnungen, was wiederum nur etwa der Hälfte des Zuwachses aus dem Vorjahr ent-
spricht. Mit 39.249 Gebäuden, +42 im Vergleich zu 2021 und damit im Vergleich von 2020 zu 2021 ein
leicht erhöhter Zuwachs zu verzeichnen, entfiel nach wie vor die Mehrheit der Bonner Wohngebäude
auf Wohngebäude mit ein bis zwei Wohnungen. In 16.140 Bonner Wohngebäuden (+31 im Vergleich
zu 2021, und damit eine geringere Zunahme als noch im Vergleich von 2020 zu 2021 zu konstatieren)
gab es 3-9 Wohnungen. In 2.169 Wohngebäuden (+19 im Vergleich zu 2021, geringere Zunahme als
noch im Vergleich von 2020 zu 2021) über 10-19 Wohnungen und in 603 Wohngebäuden über 20 und
mehr Wohnungen (+6 im Vergleich zu 2021, geringere Zunahme als noch im Vergleich von 2020 zu
2021). Die Kategorie der Wohngebäude mit der höchsten Wohnungsanzahl wies, wie bereits im Jahr
2021, auch für 2022 mit nunmehr knapp einem Prozent den größten prozentualen Zuwachs auf.
Abbildung 12: Wohngebäudebestand in Bonn differenziert nach Anzahl der Wohnungen (2022)
Stadtbezirk
Bonn
Stadtbezirk
Bad Godesberg
Stadtbezirk
Beuel
Stadtbezirk
Hardtberg
Bundesstadt
Bonn
20 und mehr Wohnungen 313 121 107 62 603
10-19 Wohnungen 1.114 374 405 276 2.169
3-9 Wohnungen 8.093 3.801 2.954 1.292 16.140
1-2 Wohnungen 14.604 9.864 10.652 4.171 39.291
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
1-2 Wohnungen 3-9 Wohnungen 10-19 Wohnungen 20 und mehr WohnungenSeite 19 von 62
15
Die strukturelle Zusammensetzung des Bonner Wohnraums, differenziert über die Anzahl der Räume12
war im Jahr 2022, verglichen mit den Anteilswerten aus dem zurückliegenden Berichtsjahr, unverän-
dert geblieben. Wie im Jahr 2021 besaß der Großteil der Wohnungen in Bonn über drei (43.819 Woh-
nungen) oder vier (39.069 Wohnungen) Räume. Den stärksten prozentualen Zuwachs aller nach Räu-
men differenzierten Wohnungskategorien verzeichneten in Bonn wie bereits im vergangenen Jahr
Wohnungen mit einem Raum (+ 0,8 %). Unterschiede in der Zusammensetzung des Wohnungsbestan-
des haben sich im Vergleich zum Vorjahr auch auf der Betrachtungsebene der Bonner Stadtbezirke
nicht ergeben. Der Stadtbezirk Bonn wies im Vergleich zu den anderen Bonner Bezirken weiterhin ei-
nen deutlich höheren Anteil an Wohnungen mit nur einem Raum oder zwei Räumen auf. Wohnungen
mit einer hohen Raumanzahl (sieben Räume und mehr) waren 2022 anteilsbezogen insbesondere in
den Stadtbezirken Beuel und Bad Godesberg vorzufinden. Weitere Details zur strukturellen Aufgliede-
rung der Wohnungen nach der jeweiligen Anzahl der Räume können den nachfolgenden Abbildungen
entnommen werden (siehe Abbildung 13 bis Abbildung 16).
Im Zeitreihenvergleich der Haushaltsgrößenstruktur mit der Wohnraumstruktur lässt sich zusammen-
fassend feststellen, dass insbesondere in den Bonner Stadtbezirken mit höheren Anteilen an Wohnun-
gen mit einer größeren Raumanzahl wie Beuel und Bad Godesberg die Anzahl der größeren Haushalte
auf hohem Niveau verharrt, beziehungsweise leichte Zuwachstendenzen zu erkennen sind. Grundsätz-
lich gilt ein direkter und trivial erscheinender Zusammenhang der Wohnungsgrößenstruktur mit der
Entwicklung der Haushaltsgrößen. So war in Stadtbezirken, für die im Jahr 2022 eine Zunahme kleiner
Wohnungen zu beobachten war (Bonn +1,0 %, Beuel +0,9 %, Bad Godesberg +0,4 %) im gleichen Zeit-
raum eine Zunahme an Einpersonenhaushalten zu erkennen (Bonn +0,1 %, Beuel +0,2 %, Bad Godes-
berg + 0,2 %).
12 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfrem-
dete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toi-
letten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. Der baustatistische Begriff weicht vom
auf dem Wohnungsmarkt gebräuchlichen Begriff „Zimmer“ ab, welcher z. B. die Küche nicht mitzählt.Seite 20 von 62
16
Abbildung 13: Wohnungen nach Anzahl der Räume
im Stadtbezirk Bonn (2022)
Abbildung 14: Wohnungen nach Anzahl der Räume
im Stadtbezirk Beuel (2022)
Abbildung 15: Wohnungen nach Anzahl der Räume
im Stadtbezirk Bad Godesberg (2022)
Abbildung 16: Wohnungen nach Anzahl der Räume
im Stadtbezirk Hardtberg (2022)
15%
15%
25%
21%
11%
6%
7%
1 2 3 4 5 6 7+
7%
14%
24%
22%
13%
10%
10%
1 2 3 4 5 6 7+
6%
14%
24%
24%
14%
8%
10%
1 2 3 4 5 6 7+
7%
13%
26%
25%
14%
8%
7%
1 2 3 4 5 6 7+Seite 21 von 62
17
4.2. Exkurs I: barrierefreier Wohnraum
Abbildung 17: Barrierefreie Mietwohnungsinserate in Bonn (2019-2022)
In Fortführung der Darstellung aus dem zurückliegenden Wohnungsmarktbericht wird nachfolgend die
Entwicklung barrierefreien Wohnraums13 in Bonn beschrieben. Hierfür wurde, wie im Jahr 2021 erst-
malig, auf eine zur Verfügung stehende Datenbasis, die Marktpreisdatenbank14 der Value AG zurück-
gegriffen, die in Kapitel 6 eingehender beschrieben wird. Für die Auswertung standen nunmehr die
Daten der Jahre 2019 bis 2022 zur Verfügung. Diese setzen sich aus den jeweils innerhalb eines Jahres
zur Verfügung stehenden, inserierten Wohnungen auf dem Bonner Mietwohnungsmarkt zusammen.
Auch wenn sich 2022 der Anteil der barrierefreien Wohnungen in Bonn im Vergleich zum Vorjahr um
1,3 Prozentpunkte auf 8,1% leicht erhöht hatte, machte dieser nach wie vor nur einen Bruchteil der
insgesamt angebotenen Mietwohnungen aus. Der prozentuale Anstieg bei für das Jahr 2022 rückläufi-
gen absoluten Inseratezahlen scheint dennoch ein Hinweis auf eine strukturelle Veränderung im Miet-
wohnungsmarktsegment, die ihre Ursache im Mietwohnungsneubau zu haben scheint. Über Woh-
nungsneubau neu entstehender Wohnraum (im Jahr 2022 gab es insgesamt 360 Mietwohnungsneu-
bauinserate) ist grundsätzlich barrierefrei zu realisieren. Ob über ein anhaltendes Abflachen der Neu-
bautätigkeiten die in Ansätzen zu beobachtenden, angestoßenen strukturellen Veränderungen abseh-
bar gedämpft werden, wird sich auf Grundlage der Fortschreibung der in Abbildung 17 dargestellten
Zeitreihe im kommenden Berichtsjahr besser einordnen lassen.
13 Als barrierefrei gelten in diesem Zusammenhang Wohnungsinserate, wenn sie über die Erfassungsmatrizen der Marktpreis-
datenbank entsprechend eingestuft worden sind, also Wohnungen zum Beispiel im Erdgeschoss liegen oder bei nichtebener-
digen Verortungen im Wohngebäude zusätzlich über das Ausstattungsmerkmal Lift oder andere barriereaufhebende Merk-
male verfügen.
14 Die zugrundeliegenden Angaben und Einstufen sind im derzeitigen Datenbezugsformat weiterhin nicht ohne Weiteres fal-
sifizierbar.
410 264 363 380
5915
4669
5341
4715
6,9%
5,7%
6,8%
8,1%
0,0%
1,0%
2,0%
3,0%
4,0%
5,0%
6,0%
7,0%
8,0%
9,0%
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
2019 2020 2021 2022
Barrierefreie WE WE-Inserate gesamt Anteil barrierefreie WESeite 22 von 62
18
4.3. Baurechtschaffung
An die Beschreibungen aus den zurückliegenden Wohnungsmarktberichten anknüpfend soll nachfol-
gend zusammengefasst werden, wie viele Wohneinheiten über die Schaffung von Baurecht im Zeit-
raum von 2016 bis nunmehr 2022 in Bonn entstanden sind. Veränderungen, die sich über zwischen-
zeitliche Anpassungen in der Bauleitplanung ergeben haben, sind entsprechend in die Überarbeitung
der Zeitreihendarstellung (siehe Abbildung 18) eingeflossen.
In den Jahren 2013 bis 2016 konnte Baurecht für durchschnittlich etwa 250 Wohneinheiten pro Jahr
durch Bebauungsplanverfahren geschaffen werden. Nachdem die Anzahl der durch Bebauungsplan-
verfahren neu begründeten Wohneinheiten 2017 bei 1.856 Wohneinheiten lag, war für die Folgejahre
ein Rückgang auf 688 (2018), beziehungsweise 180 (2019) Wohneinheiten zu verzeichnen. In 2020
wurde die Anzahl auf 450 Wohneinheiten gesteigert, im Jahr 2021 sank die Zahl der Wohneinheiten
wieder auf 0 Wohneinheiten um im Jahr 2022 dann wieder auf 385 Wohneinheiten anzusteigen.
Die sich über den Zeitverlauf verändernden Entwicklungen verdeutlichen, dass die daraus resultie-
rende Bauproduktivität sowie die entsprechende Wohnungsangebotserweiterung von vielen Faktoren
abhängt und zu starken Schwankungen der jahresbezogenen Ergebnisse führt. Das lässt sich darüber
hinaus anhand der für die Folgejahre prognostizierte Zunahme der durch Baurechtschaffung absehbar
entstehenden Wohneinheiten nachvollziehen. Für 2023 liegt der voraussichtliche Umfang des auf der
Grundlage von neu geschaffenem Baurecht Wohnungsbaus bei 194 Wohneinheiten, für 2024 wird ein
absehbares Volumen von 320 Wohneinheiten erwartet. Prognosen für Kennwerte der kommenden
Jahre lassen sich anhand der aktuellen Datengrundlage (Stand: April 2024) aus dem Arbeitsprogramm
Bauleitplanung auf schätzungsweise jeweils 990 (in 2025), 2.140 (in 2026) und 200 (in 2027) Wohnein-
heiten beziffern (siehe Abbildung 18). Insbesondere die projektierten Angaben für die kommenden
Jahre sind dabei über den jeweiligen Werdegang des Planungsverlaufs Verschiebungen unterworfen
und können sich aus unterschiedlichsten Gründen verzögern und entsprechend auf spätere Planungs-
jahre verlagern, wie in der Vergangenheit bereits erfolgt. Gründe für diese Verzögerungen können sich
unter anderem durch die Abgabe ungenügender Planunterlagen (im Kontext von Bebauungsplanent-
würfen sowie im Zusammenhang grundlegender Planungen und Gutachten) durch die jeweiligen Vor-
habenträger*innen und die dadurch bedingten notwendigen und mehrmaligen Prüf- und Abstim-
mungsprozesse sein. Ein weiterer Grund für etwaige Verzögerungen stellt der grundsätzliche Fachkräf-
temangel und die damit verbundenen, längeren Bearbeitungszeiten bei beauftragten Gutachter*innen
und Planungsbüros. Auch die Berücksichtigung und Implementierung von Grundsatzbeschlüssen zur
Bauleitplanung in bereits laufenden Verfahren kann mitunter zu Realisierungsverzögerungen führen.Seite 23 von 62
19
Abbildung 18: In Bonn erreichte (2016-2023), bzw. zu erwartende Baurechtschaffung für Wohneinheiten (2024-2027, gestri-
chelte Säulen) (Stand: 04/2024)
Wie viele Wohneinheiten faktisch über abgeschlossene Bebauungsplanverfahren das Angebot auf dem
Bonner Wohnungsmarkt jährlich erweitern, lässt sich gesichert erst bei Bauantragsstellung erfassen.
Eine systematische Erfassung und statistische Auswertung, auf welcher Genehmigungsgrundlage ba-
sierend Wohneinheiten errichtet wurden (z.B. nach § 34 BauGB; „jüngere Bebauungspläne“; Bebau-
ungspläne, welche bereits länger in Kraft sind) erfolgt bislang nicht.
321
1.856
688
180
450
0
385
194
320
990
2.140
200
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027Seite 24 von 62
20
4.4. Fertiggestellte Neubauwohnungen15 nach Jahren
659 Neubauwohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden waren bis zum 31.12.2022 in der Bun-
desstadt fertiggestellt worden. Das Neubauniveau wurde, gemessen am Vorjahreswert (998 Neubau-
wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden), damit um rund ein Drittel unterschritten und er-
reichte ein ähnlich niedriges Niveau wie im Jahr 2018. Aus dem Zeitreihenvergleich der nachfolgenden
Abbildung geht entsprechend hervor, dass es sich insbesondere gemessen an den zurückliegenden
Jahreswerten um eine deutlich unterdurchschnittliche Anzahl an fertiggestellten Wohnungen han-
delte (siehe Abbildung 19).
Abbildung 19: Entwicklung fertiggestellter Wohnungen in Bonn (Neubau, 2010-2022)
Auch der Zuwachs des Wohnungsbestandes durch Umbautätigkeiten16 in Bestandsgebäuden war im
Jahr 2022 als unterdurchschnittlich einzuordnen. Mit 95 Wohnungen ließ sich bis zum 31.12.2022 ein
Rückgang von rund 72% verzeichnen. In Summe lässt sich der Wohnungszugang17 für das Jahr 2022
somit auf insgesamt 754 Wohnungen beziffern. Der Anteil der durch Umbau neu geschaffenen Woh-
nungen an allen Wohnungszugängen hat für das Berichtsjahr 2022 deutlich abgenommen. So war nur
15 Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde. Als Fertigstel-
lungs- bzw. Genehmigungsdatum für die Statistik wird zur Vermeidung von Nachkorrekturen i.d.R. das Datum der Verarbei-
tung in der Statistikstelle verwendet. Da Baustatistikbögen bei der Statistikstelle gelegentlich mit einiger Verzögerung einge-
hen, kann dies zu Verschiebungen führen.
16 Dies umfasst bspw. die Neuschaffung von Wohnungen durch Teilung oder die Umnutzung von vorher für Nichtwohnzwecke
genutzten Räumlichkeiten.
17 Neubauten zzgl. Saldo der Umbautätigkeiten, ohne Totalabgang
601 621
908
593
675
1 302
1 229 1 223
656
1 424
992 998
659
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022Seite 25 von 62
21
noch rund jede achte (12,5 %) neu geschaffene Wohnung im Jahr 2022 auf Umbautätigkeiten zurück-
zuführen (siehe Abbildung 20).
Abbildung 20: Fertiggestellte Wohnungen inklusive Zugang aus Umbautätigkeiten in Bonn (2017-2022)
4.5. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße
Für das Jahr 2022 sind bei der Betrachtung der strukturellen Zusammensetzung der Wohnungsgrößen
nach Räumen im Vergleich zum vorherigen Berichtsjahr bei fertiggestellten Neubauwohnungen in na-
hezu allen erfassten Kategorien Rückgänge zu verzeichnen. Diese Entwicklung hängt mit dem grund-
sätzlichen Rückgang der Neubautätigkeit zusammen. Die Entwicklung von Wohnungen mit 5 sowie 6
und mehr Räumen konnte sich von dieser Entwicklung jedoch ein wenig absetzen. Der relative Rück-
gang in der Kategorie der Wohnungen mit 5 Räumen fiel geringer als in allen anderen Kategorien aus.
Wohnungen mit 6 Räumen konnten im Jahr 2022 im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahreswerten so-
gar ein Plus verzeichnen (siehe Abbildung 21).
Neu gebaute Wohnungen mit ein oder zwei Räumen18 stellten auch im Verlauf des Jahres 2022 die
zahlenmäßige Mehrheit dar. Sie ließen den Bonner Wohnungsbestand um 231 Wohnungen wachsen
und machten rund 35 % aller Neubauwohnungen aus. Verglichen mit dem entsprechenden Wert aus
dem Jahr 2021 lag somit ein Rückgang von knapp 7 Prozentpunkten vor. 23,8 % (27,6% in 2021) der bis
zum 31.12.2022 neu errichteten Wohnungen verfügten über drei, 23,5 % (18,7% in 2021) über vier,
7,6 % (6,1% in 2021) über fünf und 10 % (5,3% in 2021) über sechs oder mehr Räume. Im Gegensatz
18 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete
Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten,
Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt.
1270
834
1537
1291 1333
754
1223
656
1424
992 998
659
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
2017 2018 2019 2020 2021 2022
Zunahme des Wohnungsbestandes in Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neubauten zzgl. Saldo der
Umbautätigkeiten, ohne Totalabgang)
Neubau von Wohnungen in Wohn- und NichtwohngebäudenSeite 26 von 62
22
zum Vorjahr konnten bei rückläufiger Neubautätigkeit insgesamt insbesondere Wohnungen mit grö-
ßerer Raumanzahl analog zur absoluten Entwicklung einen relativen Zuwachs verzeichnen.
Abbildung 21: Fertiggestellte Bonner Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße (Räume, 2011-2022)
Abbildung 22:Wohnungsbestand der Stadt Bonn
nach Anzahl der Räume zum 31.12.2022
Abbildung 23: Fertiggestellte Wohnungen nach Anzahl der
Räume zum 31.12.2022 (Neubau)
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
6+ Räume 194 156 151 113 179 121 152 194 183 98 53 66
5 Räume 70 95 100 107 148 102 170 62 84 72 61 50
4 Räume 111 165 125 126 286 214 167 69 186 179 187 155
3 Räume 146 220 156 116 342 359 263 133 337 277 276 157
1-2 Räume 100 272 61 213 347 433 471 198 634 366 421 231
0
200
400
600
800
1 000
1 200
1 400
1 600
25%
25%22%
12%
16%
1-2 3 4 5 6 u.m.
35,1%
23,8%
23,5%
7,6%
10,0%
1-2 3 4 5 6 u.m.Seite 27 von 62
23
Fertiggestellte Neubauwohnungen hatten im Jahr 2022 in Bonn eine durchschnittliche Wohnfläche von
106,1 m2. Der prozentuale Flächenzuwachs von rund 27% verdeutlicht den zu beobachtenden Sprung
der durchschnittlichen Wohnflächenentwicklung in diesem Wohnungsmarktsegment, der sich aber
auch auf eine deutlich reduziertere Neubautätigkeit als noch im vorangegangenen Jahr bezieht. Ur-
sächlich für den Flächenzuwachs schien im Jahr 2022 primär der durchschnittliche Wohnflächenanstieg
in neu errichteten Mehrfamilienhäusern, der den Wert für dieses Berichtsjahr insgesamt auf 93,7 m2
ansteigen ließ. Bezogen auf das Vorjahr hat sich im Jahr 2021 hingegen die durchschnittliche Größe
von neuen Wohnungen in Einfamilienhäusern rückläufig entwickelt, sie betrug im Jahr nunmehr 176,8
m2 (siehe Abbildung 24).
Abbildung 24: Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) fertiggestellter Bonner Wohnungen insgesamt und differenziert nach
Gebäudetyp (2018-2022)
4.6. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken
Im Verlauf des Berichtsjahres 2022 haben sich auf der Ebene der Stadtbezirke in der Bundesstadt wei-
tere Veränderungen hinsichtlich der Verteilung fertig gestellter Neubauwohnungen ergeben. Außer im
Stadtbezirk Beuel, für den ein Zuwachs fertiggestellter Wohnungen um rund +36 % festzustellen war,
waren in den übrigen Bonner Stadtbezirken Rückgange bezogen auf neu errichteten Wohnraum zu
verzeichnen. Mit nur noch knapp 10% des Vorjahresniveaus war der Rückgang im Stadtbezirk Hardt-
berg am stärksten ausgeprägt. Im Stadtbezirk Bad Godesberg waren 2022 nur noch knapp 42%, im
Stadtbezirk Bonn knapp 75% des Vorjahresneubauniveaus festzustellen. Die absoluten Wertevertei-
lungen können der nachfolgenden Abbildung entnommen werden (siehe Abbildung 25).
90,9
75,0
91,4
82,9
106,1
136,7
153,1
169,4
195,6
176,8
72,3
81,3 83,3 76,1
93,7
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
120,0
140,0
160,0
180,0
200,0
2018 2019 2020 2021 2022
Durchschnittliche Wohnfläche (in m²)
je Wohnung insgesamt
Durchschnittliche Wohnfläche (in m²)
je Wohnung in EFH
Durchschnittliche Wohnfläche (in m²)
je Wohnung in MFHSeite 28 von 62
24
Abbildung 25: Fertiggestellte Bonner Neubauwohnungen differenziert nach Stadtbezirken (2011-2022)
Abbildung 26: Durchschnittliche Wohnungsgröße von in Bonn fertiggestellten Wohnungen differenziert nach Gebäudetyp und
Stadtbezirk (2022)
Auf Stadtbezirksebene war auch im Jahr 2022 die durchschnittlich niedrigste Wohnfläche bei neu er-
richteten Wohnungen mit nunmehr 78,1 m² im Stadtbezirk Bonn zu verzeichnen (siehe Abbildung 26).
Dieser Wert lag im aktuellen Berichtsjahr 2022 noch deutlicher unter dem gesamtstädtischen Durch-
schnitt als im vorherigen Berichtsjahr 2021. Die durchschnittlich größte Wohnfläche entfiel in 2022
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Stadtbezirk Hardtberg 133 120 29 148 120 106 55 78 20 189 153 15
Stadtbezirk Beuel 213 174 118 100 148 232 188 213 442 248 110 150
Stadtbezirk Bad Godesberg 74 130 312 178 146 200 208 116 191 272 170 71
Stadtbezirk Bonn 201 484 134 249 888 691 772 249 771 283 565 423
0
200
400
600
800
1 000
1 200
1 400
Bundesstadt
Bonn
Stadtbezirk
Bonn
Stadtbezirk
Bad
Godesberg
Stadtbezirk
Beuel
Stadtbezirk
Hardtberg
Durchschnittliche Wohnfläche (m²) in
Wohnungen 106,1 78,1 103,3 187,7 93,1
in Einfamilienhäusern 176,8 150,7 208,8 184,0 176,3
in Mehrfamilienhäusern 93,7 69,3 81,9 189,1 72,3
0,0
50,0
100,0
150,0
200,0
250,0Seite 29 von 62
25
wiederum auf den Stadtbezirk Beuel, der Wohnflächendurchschnitt betrug hier 187,7 m2. Im Segment
der Einfamilienhäuser wurden die niedrigste Wohnfläche mit durchschnittlich 150,7 m² im Stadtbezirk
Bonn, die größte mit 208,8 m² in Hardtberg errichtet. Für das Wohnungsmarktsegment der Mehrfami-
lienhäuser wurden die kleinsten Wohnungen im Durchschnitt im Stadtbezirk Bonn (69,3 m²), die im
Durchschnitt größten Wohnungen in Beuel errichtet (189,1 m²).
Zur Einordnung der im Zeitreihenvergleich weiterhin starken Verteilungsverschiebung der Wohnflä-
chengrößen im fertiggestellten Wohnungsneubau wird im nachfolgenden Kapitel, ebenso im Woh-
nungsmarktbericht für das vorherige Berichtsjahr, die jeweilige Ausprägung der Bauintensität in den
vier Bonner Stadtbezirken beschrieben.
4.7. Bauintensität in den Stadtbezirken
Auf gesamtstädtischer Ebene fiel die Bauintensität19 in Bonn für das Jahr 2022 mit 0,4% niedriger als
im Vorjahr aus und damit auf das Niveau aus dem Jahr 2018 zurück. Die Trendlinie („linear“) flachte
sich aufgrund dieser rückläufigen Entwicklung entsprechend ab (siehe Abbildung 27).
Abbildung 27: Durchschnittliche Neubauintensität in Bonn nach Stadtbezirk (Prozent pro Jahr, 2012-2022)
19 Die Durchschnittswerte der Wohnungsbauintensität lassen Rückschlüsse auf das Bauaufkommen in einem Stadtbezirk oder
auf gesamtstädtischer Ebene zu. Zur Ermittlung werden dabei die Baufertigstellungen eines Zeitraums in Bezug zum jeweili-
gen Wohnungsbestand zu Beginn des entsprechenden Zeitraums gesetzt.
0,0%
0,2%
0,4%
0,6%
0,8%
1,0%
1,2%
1,4%
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Bauintensität in Relation zum Wohnungsbestand
Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel
Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn Linear (Bundesstadt Bonn)Seite 30 von 62
26
Zum 31.12.2022 war für fast alle Bonner Stadtbezirke im Vergleich zu den Vorjahreswerten ein Rück-
gang der Bauintensität festzustellen. Mit 0,5% war dabei der Stadtbezirk Bonn derjenige mit der höchs-
ten Bauintensität, bezogen auf fertiggestellte Wohnungen. Absolut betrachtet wurden im Stadtbezirk
Bonn bei einem Ausgangswohnungsbestand von 85.237 Wohnungen zum (31.12.2021) im Jahr 2022
423 weitere Wohnungen fertiggestellt. Wenngleich die Bauintensität im Stadtbezirk Beuel mit 0,4 %
niedrig ausgeprägt war, hat dieser Stadtbezirk als einziger seinen Vorjahreswert (0,3 % im Jahr 2021)
übertroffen. In Bad Godesberg belief sich die Bauintensität im Jahr 2022 auf 0,2 %, was gemessen am
Wert für 2021 einem Rückgang um rund die Hälfte entspricht. Der stärkste Rückgang war jedoch für
den Stadtbezirk Hardtberg zu verzeichnen. Hier lag mit 0,1% im Jahr 2022 ein Rückgang von 0,8 %
Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr vor.
Abbildung 28: Baufertigstellungen von Wohnungen nach Gebäudeart und Kreistypen in Deutschland (2005 bis 2022)
Nachdem sich die Entwicklung der Baufertigstellungen in Bonn im Zeitraum zwischen 2020 und 2021
nicht sonderlich vom bundesweit zu beobachtenden Trend abgehoben hatte, lässt sich das für das Jahr
2022 nicht mehr für alle Segmente feststellen. Aus einer für das Jahr 2022 vom Bundesinstitut für Bau-
, Stadt- und Raumforschung (BBSR) fortgeschriebene Untersuchung (siehe Abbildung 28) gehen Ab-
weichungen zu der in Bonn rückläufigen Fertigstellungen im Wohnungsbau hervor. Gleichwohl sich für
das Wohnungsmarktsegment der Ein- und Zweifamilienhäuser in großen kreisfreien Großstädten, de-
nen auch die Bundesstadt Bonn zuzuordnen ist. Für das Jahr 2022 ist in der bundesweiten BetrachtungSeite 31 von 62
27
ebenso wie in Bonn ein Rückgang zu beobachten. Ein ähnlicher Entwicklungsverlauf gilt nicht für fer-
tiggestellte Mehrfamilienhäuser. Während das BBSR auf gesamtdeutscher Ebene für Großstädte einen
starken Zuwachs in diesem Segment festgestellt hat, ist in Bonn ein deutlicher Rückgang zu verzeich-
nen. Die entsprechende Ausprägung dieses Rückgangs in Bonn soll darüber hinaus in den nachfolgen-
den Kapiteln eingehender dargestellt werden.
4.8. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp
83 Einfamilienhäuser (mit rund 60 % die Mehrheit aller Fertigstellungen im Wohnungsneubau) und 55
Mehrfamilienhäuser und damit insgesamt 138 Wohngebäude waren im Verlauf des Jahres 2022 auf
dem Bonner Stadtgebiet errichtet worden. Damit wurde der Wert aus dem Vorjahr nahezu gehalten
und lediglich um ein Wohngebäude übertroffen, das Niveau der Fertigstellungen auf Wohngebäu-
deebene blieb damit im Jahr 2022 weiterhin auf einem Tiefpunkt in der Zeitreihenbetrachtung seit
2016.
Abbildung 29: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) in Bonn nach Gebäudetyp (2016 – 2022)
Auffällig ist die Entwicklung im Mehrfamilienhaussegment. Der Anteil der fertiggestellten Wohnge-
bäude hat sich deutlich reduziert und nimmt den niedrigsten absoluten Wert seit 2016 ein (siehe
Abbildung 29). Ihr relatives Verhältnis zum Fertigstellungsniveau im Segment der Einfamilienhäuser
hat sich in etwa dem des Jahres 2019 angenähert (in diesem Jahr waren die absoluten Fertigstellungs-
zahlen lediglich höher ausgeprägt). Dementsprechend schien zumindest bis Ende des Jahres 2022 in
Bonn die Abkehr vom Einfamilienhausbau gebrochen.
111
95
163 169
109
57
83
103 102
66
101 102
80
55
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Einfamilienhäuser MehrfamilienhäuserSeite 32 von 62
28
Die mäßige Entwicklung im Bonner Mehrfamilienhausbau reihte sich 2022 im regionalen Vergleich je-
doch auch in eine für einige Städte entlang der Rheinschiene zu beobachtenden Tendenz ein. Wie in
Abbildung 30, einer Untersuchung des BBSR entnommen, zu erkennen ist, liegt die Bautätigkeit in Bonn
im Mehrfamilienhaussegment noch in einer mittelmäßigen Entwicklungskategorie, der unter anderem
Köln zuzuordnen ist. Im bundesweiten Vergleich ist dabei aber ebenso festzustellen, dass einige Groß-
städte wie Hamburg, München oder Berlin im Jahr 2022 über ein deutlich stärker ausgeprägtes Fertig-
stellungsniveau verfügten und entsprechend in den oberen Entwicklungskategorien rangierten.
Abbildung 30: Bundesweite Bautätigkeit nach Gebäudeart 2022Seite 33 von 62
29
4.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten
Absolut und relativ betrachtet war im Jahr 2022 im Bonner Stadtgebiet eine Zunahme fertiggestellter
Wohngebäude mit ein bis zwei Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Mit 92 Wohnge-
bäuden in dieser Kategorie lag eine Steigerung des Anteils um etwa 20 Prozentpunkte auf einen Anteil
von nunmehr 67% vor.
Abbildung 31: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) in Bonn nach Anzahl der Wohnungen 2011 - 2022 (absolute Werte)
0
50
100
150
200
250
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
WG mit 1-2 Wohnungen WG mit 3-9 Wohnungen
WG mit 10-19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr WohnungenSeite 34 von 62
30
Abbildung 32: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Anzahl der Wohnungen in Bonn 2011 - 2022 (prozentual)
Wohngebäude mit drei oder mehr Wohnungen waren in allen drei verbleibenden Kategorien sowohl
zahlenmäßig als auch anteilsbezogen im Jahr 2022 auf dem Rückzug (siehe Abbildung 31 und Abbildung
32). Bei einem nahezu gleichgebliebenen Niveau der fertiggestellten Wohngebäude insgesamt fiel in
diesem Zusammenhang der Zugewinn der Wohngebäude mit einer oder zwei Wohnungen im Vorjah-
resvergleich entsprechend stärker ins Gewicht.
4.10. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse
Im Jahr 2022 wurden 106 Wohngebäude in Bonn mit ein oder zwei Vollgeschossen errichtet. Mit rund
77% war der gemeinsame Anteil dieser beiden Gebäudekategorien wiederum über dem Wert für das
Jahr 2021 einzuordnen und stellte sich dem für die vergangenen Berichtsjahre zu beobachtenden
Trend entgegen. Entsprechend entwickelten sich die Anteile der Wohnungen mit drei oder mehr Voll-
geschossen im Jahr 2022 rückläufig (siehe Abbildung 34). Mit einem Sprung von rund 15 Prozentpunk-
ten auf knapp 67% hat dabei der Anteil der Wohngebäude mit zwei Vollgeschossen den höchsten re-
lativen Zugewinn verzeichnen können.
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
90,0%
100,0%
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
WG mit 1-2 Wohnungen WG mit 3-9 Wohnungen
WG mit 10-19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr WohnungenSeite 35 von 62
31
Abbildung 33: Baufertigstellungen von Bonner Wohngebäuden (WG) 2017 bis 2022 nach Vollgeschossen (VG) - absolute Werte
Abbildung 34: Baufertigstellungen von Bonner Wohngebäuden (WG) 2017 bis 2022 nach Vollgeschossen (VG) - prozentual
19
102
45
19 7 6
197
17
172
28
9 3 0
229
19
176
34
18 18
5
270
17
124
35
5
30
0
211
13
71
20 13 11 9
137
14
92
11 12 5 2
138
0
50
100
150
200
250
300
WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder
mehr VG
WG insgesamt
2017 2018 2019 2020 2021 2022
9,6%
51,8%
22,8%
9,6%
3,6% 3,0%
7,4%
75,1%
12,2%
3,9%
1,3% 0,0%
7,0%
65,2%
12,6%
6,7% 6,7%
1,9%
8,6%
62,9%
17,8%
2,5%
15,2%
0,0%
9,5%
51,8%
14,6%
9,5% 8,0% 6,6%
10,1%
66,7%
8,0% 8,7%
3,6%
1,4%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder
mehr VGSeite 36 von 62
32
4.11. Fertiggestellte Wohngebäude20 und Neubauwohnungen nach Wohnfläche
In Bonn hatte sich im Verlauf des Jahres 2022 die durchschnittlichen Wohnfläche21 der bis zum
31.12.2022 fertiggestellten Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert. Mit im Durch-
schnitt 106,1 m2 lag der Wohnflächenwert rund 23 m2 oder knapp 28 Prozentpunkte über dem Vor-
jahreswert. Festzustellen war für das Jahr 2022 dabei, dass die durchschnittliche Wohnfläche fertigge-
stellter Wohnungen in Einfamilienhäusern dabei abnahm, die der fertigstellten Mehrfamilienhäuser
hingegen zunahm (siehe Abbildung 35). Da die deutliche Mehrheit der fertiggestellten Wohnungen im
Jahr 2022 auf das Segment der Einfamilienhäuser entfiel und die durchschnittliche Wohnfläche je
Wohnung insgesamt zwischen 2021 und 2022 angestiegen ist, sind diese Wertentwicklungen entspre-
chend als plausibel zu werten.
Abbildung 35: Durchschnittliche Wohnfläche (in m²): Vergleich Bestand - Neubau - Baugenehmigungen (2021-2022)
Die im Jahr 2022 genehmigten Wohnungen fielen hingegen sowohl im Durchschnitt als auch im Einfa-
milien- und Mehrfamilienhaussegment kleiner als die im gleichen Bezugszeitraum fertiggestellten
Wohnungen aus. Da der Gesamtwohngebäudebestand umfangsbedingt grundsätzlich nur geringfügig
auf wohnflächenstrukturelle Veränderungen über den Neubau reagiert und das Neubauvolumen von
Wohnungen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr abgenommen hatte, ist die geringfügige Verände-
rung der durchschnittlichen Wohnfläche aller Bonner Wohnungen im Jahr 2022 um +0,1 m2 auf 82,7
20 Als Wohngebäude (WG) gilt in diesem Zusammenhang jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient.
21 Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundfläche der Räume, die ausschließlich zu
einer Wohnung gehören.
82,9
106,1
89,3
72,9 82,7
195,6
176,8 171,4 169,4
137,5
76,1
93,7 83,1
70,8 72,7
0
50
100
150
200
250
Baufertigstellungen
Neubau 2021
Baufertigstellungen
Neubau 2022
Baugenehmigungen
2021
Baugenehmigungen
2022
Gebäudebestand
Bonn (31.12.2022)
Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung insgesamt
Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in EFH
Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in MFHSeite 37 von 62
33
m2 umso auffälliger. Diese Veränderung scheint sich primär durch den Zuwachs der durchschnittlichen
Wohnungsgröße in Einfamilienhäusern zu speisen. Dieser Zuwachs betrug im Jahr 2022 +0,2 m2 und
belief sich zum 31.12.2022 auf nunmehr 137,5 m2. Die durchschnittlichen Größen (mit 72,9 m2 -9,8 m2
unterhalb des Bestandsdurchschnitts) der in 2022 genehmigten Wohnungen rangierten insgesamt und
im Segment der Mehrfamilienhäuser (70,8 m2 um 1,9 m2 unterhalb des Bestandsdurchschnitts) wiede-
rum unterhalb des jeweiligen Bestandsdurchschnitts. Lediglich die genehmigten Wohnungen in Einfa-
milienhäusern fielen größer aus (mit 169,4 m2 +31,9 m2 oberhalb des Bestandsdurchschnitts).Seite 38 von 62
34
5. Geförderter Wohnungsbau
Der preisgebundene Wohnungsbestand wird in der Bundesstadt Bonn weiterhin hauptsächlich durch
Wohnungen gestellt, die unter Abruf von Landesfördermitteln der NRW.BANK geschaffen wurden und
die für eine bestimmte Zeitdauer (bei Förderungen vor dem 31.12.2002 bis zur planmäßigen Ablösung
der Darlehen bzw. 10 Jahre nach vorzeitiger, außerplanmäßiger Rückzahlung; bei Förderungen ab dem
01.01.2003 laut Wohnraumförderbestimmungen NRW 20, 25 oder 30 Jahre) entsprechenden Miet-
preis- und Belegungsbindungen unterliegen. Für die Nutzung öffentlich geförderter Wohnungen ist ein
Wohnberechtigungsschein der jeweiligen Einkommensgruppe erforderlich. In Bonn betrug die Bewilli-
gungsmiete für Neubauwohnungen der Einkommensgruppe A (Haushalte, die die entsprechend defi-
nierte Einkommensgrenze für den Bezug eines Wohnberechtigungsscheins einhalten) 7,00 €/m²
Wohnfläche, die der Einkommensgruppe B (Haushalte, die die Einkommensgrenze um bis zu 40 %
überschreiten können) nunmehr 7,80 €/m² Wohnfläche. Das Bonner Mietniveau entspricht im öffent-
lich geförderten Mietwohnungsmarktsegment nach wie vor dem der Städte Köln, Düsseldorf und
Münster, für den Großteil der übrigen Kommunen in NRW galten für das Förderjahr 2022 geringere
Bewilligungsmiethöhen.
5.1. Geförderter Wohnungsbestand
Für die Beschreibung der Entwicklung des öffentlich geförderten Wohnungsmarktsegments in Bonn
werden wie im vergangenen Wohnungsmarktbericht die von der NRW.BANK für die Bundesstadt ver-
öffentlichten Datengrundlagen22 verwendet.
Zum 31.12.2022 waren in der Bundesstadt 10.665 Wohnungen dem öffentlich geförderten Wohnungs-
marktsegment zuzuordnen. Sie verteilten sich auf mit öffentlichen Fördermittel errichtetes selbst ge-
nutztes Wohneigentum und errichtete Mietwohnungen, letztere zugangsdifferenziert nach den jewei-
ligen Einkommensgruppen A und B. Nach einem Zuwachs im vergangenen Berichtsjahr war im Ver-
gleich zum Vorjahreswert im Jahr 2022 nunmehr ein Rückgang von 207 Wohnungen im öffentlich ge-
förderten Wohnungsmarktsegment Bonns zu verzeichnen. Einem geringen relativen Zuwachs von +0,6
% im Jahr 2021 stand bis Ende 2022 somit ein Rückgang von -2,0 % entgegen. Der Wert von 10.665
Wohnungen markierte damit im Zeitreihenvergleich seit 2018 den niedrigsten bisher festgestellten
Wert. Entsprechendes galt für den Anteil öffentlich geförderten Wohnraums am Bonner Wohnungs-
gesamtbestand (siehe Abbildung 36). Dieser nahm mit 6,02 % ebenfalls den niedrigsten Wert im Zeit-
reihenvergleich ein.
22 Die von der NRW.BANK erfassten Daten können dabei von den kommunalen Daten abweichen, stellen aber eine bezugsfä-
hige öffentliche Datenquelle dar.Seite 39 von 62
35
Abbildung 36: Gesamtbestand geförderter Wohnungen und Anteil am Gesamtwohnungsbestand in Bonn (2018-2022, Quelle:
NRW.BANK)
Abbildung 37: Entwicklung geförderter Wohnungsbestand differenziert nach Wohnungstypen (2018-2022,Quelle: NRW.BANK)
11.359
11.228
10.804 10.872
10.665
6,58%
6,45%
6,17% 6,16%
6,02%
5,70%
5,80%
5,90%
6,00%
6,10%
6,20%
6,30%
6,40%
6,50%
6,60%
6,70%
10.200
10.400
10.600
10.800
11.000
11.200
11.400
11.600
2018 2019 2020 2021 2022
Geförderte Wohneinheiten insgesamt Anteil geförderte Wohnungen am Wohnungsbestand
10.318 10.391 10.065 10.192 10.031
220 106 106 92 80821 731 633 588 554
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
2018 2019 2020 2021 2022
Mietwohnungen (Einkommensgruppe A) Mietwohnungen (Einkommensgruppe B)
Selbstgenutztes WohneigentumSeite 40 von 62
36
Ungebrochen war im Jahr 2022 hingegen der Entwicklungstrend die Struktur des öffentlich geförder-
ten Wohnraums betreffend. Auch in diesem Berichtsjahr machte der Anteil geförderten Mietwohn-
raum für die Einkommensgruppe A rund 94 % aus, 1 % entfiel auf Wohnraum für die Einkommens-
gruppe B. Die restlichen 5 % entfiel auf mit öffentlichen Fördermitteln errichtetes, selbst genutztes
Wohneigentum (siehe Abbildung 37).
5.2. Wohnungssuchende Haushalte
Abbildung 38: Summe aller wohnungssuchender Haushalte und Wohnungssuchende je 100 preisgebundener Mietwohnungen
in Bonn (2018-2022, Quelle: NRW.BANK)
Im Jahr 2022 hatte die Anzahl der wohnungssuchenden Haushalte mit Wohnberechtigungsschein in
Bonn weiter zugenommen, seit 2018 ist sie damit um +533 Haushalte, beziehungsweise um rund 19 %
auf nunmehr 3.314 Haushalte angestiegen (siehe Abbildung 38). Analog hierzu erreichte auch die An-
zahl der wohnungssuchenden Haushalte je 100 preisgebundener Wohnungen mit 33 Haushalten einen
neuen Höchstwert. Der Anstieg dieses Wertes war stärker ausgeprägt als der Anstieg aller wohnungs-
suchenden Haushalte im Beobachtungszeitraum von 2018 bis 2022.
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
2.500
2.600
2.700
2.800
2.900
3.000
3.100
3.200
3.300
3.400
2018 2019 2020 2021 2022
Summe aller wohnungssuchenden Haushalte
Wohnungssuchende Haushalte je 100 preisgebundene MietwohnungenSeite 41 von 62
37
5.3. Bewilligte geförderte Wohneinheiten und Fördermittel
Die Summe der Bonner Wohnungen, für die im Förderjahr 2022 Mittel der Wohnraumförderung Nord-
rhein-Westfalens abgerufen und bewilligt wurden, hatte im Vergleich zum Vorjahr wiederzugenom-
men. Mit 202 Wohneinheiten waren es 2022 fast doppelt so viele wie im Jahr 2021 (105 Wohneinhei-
ten). Die abgerufenen Fördermittel für 202 Wohneinheiten verteilten sich dabei auf 165 Neubauwoh-
nungen, 33 modernisierte Wohneinheiten und vier Wohneinheiten im Eigentumssegment. Der Anteil
der über Fördermittel realisierte Modernisierungsmaßnahmen nahm damit im Vergleich zum voran-
gegangenen Jahr zugunsten neugebauter öffentlich geförderter Wohnungen wieder ab.
Abbildung 39: Anzahl der Wohnungen für die Maßnahmen aus Mitteln der Wohnraumförderung NRW bewilligt wurden (2018-
2022, Quelle: NRW.BANK)
Mit dem grundsätzlichen Anstieg des Umfangs geförderter Wohneinheiten stieg damit ebenfalls das
Gesamtvolumen der bewilligten Wohnraumfördermittel im Jahr 2022 wieder an. Mit 38.159.000 € fiel
der Umfang der bewilligten Wohnraumfördermittel in Bonn im Jahr 2022 um 24.770.000 € fast drei-
fach höher aus als noch im Vorjahr und erreichte in der Zeitreihenbetrachtung einen neuen Höchstwert
(siehe Abbildung 40). Im Jahr 2022 machten geförderte Eigentumsmaßnahmen dabei insgesamt
662.000 € aus, 3.781.000 € entfielen auf die Modernisierung von Mietwohnungen sowie 33.716.000 €
auf den Neubau von geförderten Mietwohnungen.
0
50
100
150
200
250
2018 2019 2020 2021 2022
Bewilligte Neubauwohnungen Bewilligte Modernisierungen Bewilligte EigentumsmaßnahmenSeite 42 von 62
38
Abbildung 40: Bewilligte Wohnraumfördermittel NRW differenziert nach Verwendungszweck (2018-2022)
5.4. Auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen, regionaler Vergleich
Abbildung 41: Anteil preisgebundener Mietwohnungen in der Nachwirkungsfrist an allen preisgebundenen Mietwohnungen
in NRW (2022)
Insgesamt waren im Förderjahr 2022 auf nordrhein-westfälischer Ebene weniger außerplanmäßige Til-
gungen von Darlehen für die jeweiligen, unter Fördermittelabruf im öffentlich geförderten Segment
2018 2019 2020 2021 2022
Eigentumsmaßnahmen 970.000 465.000 140.000 146.000 662.000
Modernisierung Mietwohnungen 789.000 1.656.000 2.234.000 3.811.000 3.781.000
Neubau Mietwohnungen 13.575.000 1.738.000 18.752.000 9.432.000 33.716.000
0
5.000.000
10.000.000
15.000.000
20.000.000
25.000.000
30.000.000
35.000.000
40.000.000
45.000.000
Neubau Mietwohnungen Modernisierung Mietwohnungen EigentumsmaßnahmenSeite 43 von 62
39
errichteten Wohnungen23 zu verzeichnen, als noch im vorangegangenen Jahr. Dieser Umstand hat den
Anstieg der aus der öffentlich geförderten Bindung fallenden Wohneinheiten der vergangenen Jahre
leicht dämpfen können. Noch in den zurückliegenden Jahren und im Wohnungsmarktbericht für das
Jahr 2021 war in diesem Zusammenhang festzustellen, dass der Bestand öffentlich geförderter Woh-
nungen einem zunehmend stärkeren Rückgang unterzogen war. Zurückzuführen ist dieser Umstand
darauf, dass insbesondere Bindungen älterer Bestände durch vorzeitige, außerplanmäßige Rückzah-
lungen der Darlehen durch die Verfügungsberechtigten verkürzt wurden und der Neubau geförderter
Wohnungen diesen Rückgang nicht kompensieren konnte.
Die Daten der NRW.BANK-Wohnraumförderung lassen im vergleichenden Blick den Bonner Anteil der
in der Nachwirkungsfrist befindlichen, preisgebundenen Mietwohnungen an allen preisgebundenen
Mietwohnungen betreffend mit anderen NRW-Kommunen keine deutlichen Anteilsverlagerungen er-
kennen. Die Bundesstadt Bonn war auch im Förderjahr 2022 der leicht gehobenen Durchschnittskate-
gorie von mehr als 40 % bis 50 % zuzuordnen (siehe Abbildung 41). Die nordrhein-westfälischen Anrai-
nerkommunen Siegburg (Anteilskategorie mehr als 50 % und bis 60 %) und Troisdorf (Anteilskategorie
mehr als 60 %) übertrafen in diesem Zusammenhang den Wert der Bundesstadt Bonn. Weiterhin wie-
sen Großstädte wie Aachen, Mönchengladbach oder Düsseldorf und viele Kommunen in Ostwestfalen-
Lippe oder aber im Hochsauerlandkreis Anteile von mehr als 50 % auf und lagen damit ebenfalls über
dem Bonner Anteilswert.
23 Mietwohnungen die mit Mitteln der Wohnraumförderung Nordrhein-Westfalen errichtet werden, unterliegen grundsätz-
lich sowohl einer zeitlich befristeten Mietpreis-, als auch einer Belegungsbindung.Seite 44 von 62
40
6 Grundstücks- und Immobilienmarkt
Die Beschreibung der Entwicklungen auf dem Bonner Grundstücks- und Immobilienmarkt basieren
auch im aktuellen Berichtsjahr auf dem Grundstücksmarktbericht der Bundesstadt Bonn, der jährlich
durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte herausgegeben wird24. Eingehendere Erläute-
rungen zum Grundstücksmarktbericht können dem Bericht selbst oder dem Wohnungsmarktbericht
2021 (Berichtsjahr 2020) entnommen werden. Die Auswertungen zur Höhe und zur Entwicklung der
Angebotsmieten sind weiterhin auf der Grundlage Value AG-Preisdatenbank, die auf die Verarbeitung,
Analyse und Bereitstellung von Immobilienmarktdaten und -informationssystemen spezialisiert ist25,
erstellt worden. Die Auswertung der Datenbank erfolgt hauptsächlich durch die Statistikstelle der Bun-
desstadt Bonn und wird für unterschiedliche Verwendungszwecke aufbereitet.
Abbildung 42: Entwicklung der Preisindizes für Eigentumswohnungen differenziert nach Kreistypen (2016-2022)
Die nahezu seit 2015 anhaltende Aufwärtsbewegung für Eigentumswohnungen-Preisindizes für die in
Abbildung 42 dargestellten Kreistypen fand für die meisten Kreise ihren vorläufigen Höhepunkt zwi-
schen dem zweiten und dritten Quartal 2022. Mit dem zu beobachtenden Abflachen der Preisindizes
wird mitunter ein marktbedingter Nachfragerückgang zum Ausdruck gebracht, dessen Ursache unter
anderem in der steigenden Kreditzinsentwicklung zu finden sein dürfte. Zwischen dem jeweils vierten
Quartal in 2021 sowie in 2022 war das Absinken der Preisindizesniveaus noch moderat, in städtischen
24 https://www.bonn.de/microsite/gutachterausschuss/produkte/Grundstuecksmarktbericht.php
25 Die Marktdatenbank liefert aktuelle und umfassende Informationen zu Preisen, Mieten und Renditen des deutschen Im-
mobilienmarktes. Sie basiert auf einer umfangreichen Sammlung sorgfältig aufbereiteter Immobilienmarktdaten aus mehr
als 100 Quellen.Seite 45 von 62
41
Kreisen (-4,6 Indexpunkte) und den sieben größten Metropolen (-2,7 Indexpunkte) am stärksten aus-
geprägt. In kreisfreien Großstädten26, denen auch Bonn zuzuordnen ist, sank der Preisindex im glei-
chen Zeitraum um -1,6 Indexpunkte ab und damit um ein ähnliches Niveau wie in dünn besiedelten
ländlichen Kreisen. Lediglich ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen konnten mit einer Entwicklung
von +0,3 Indexpunkten im Vergleichszeitraum eine Stagnation verzeichnen.
6.1. Anzahl der Verträge / Kauffälle
Im Verlauf des Jahres 2022 ließen sich auf dem Bonner Grundstücksmarkt 2.431 Kauffälle, die sich über
2.205 Beurkundungen ergaben, verzeichnen. Anders als noch im vorangegangenen Berichtsjahr wies
die Auswertung aller Unterlagen zu Kauffällen, die dem Gutachterausschuss von Notaren, Amtsgerich-
ten, der Enteignungsbehörde und der Umlegungsstelle für das Jahr 2022 zur Verfügung gestellt wur-
den, rückläufige Tendenzen für alle in Abbildung 43 dargestellten Grundstücksmarktsegmente aus. Im
Zusammenhang dieser Entwicklung hatte sich die Summe aller im Jahr 2022 registrierter Kauffälle im
Vergleich zum Vorjahr um -18,8 % entwickelt und somit deutlich verringert. Besonders rückläufig hatte
sich dabei Wohnungs- und Teileigentum auf bebauten Grundstücken mit rund -24 % entwickelt.
Wenngleich auch auf niedrigem Niveau, war bei 45 Grundstücktransaktionen in Erbbaurecht im Jahr
2022 mit rund 29 % trotz des grundsätzlichen Rückgangs an Kauffällen ein einzelnes Marktteilsegment
mit positiver Entwicklung zu verbuchen.
26 Zu kreisfreien Großstädten zählen in dieser Auswertung Städte mit mehr als 100.000 Einwohner*innenSeite 46 von 62
42
Abbildung 43: Langfristige Entwicklung verschiedener Kauffallzahlen in Bonn (2009-2022, Quelle: GMB Bonn 2023)
6.2. Flächenumsatz unbebauter Grundstücke27
Im Jahr 2022 betrug der Umsatz von baureifem Land in Bonn 15,59 ha und war damit im Vergleich zum
Vorjahr um 2,39 ha gewachsen, was einem Zuwachs von rund +18,1 % entsprach. Mit knapp 56%
machte der Umsatz von baureifem Land damit mehr als die Hälfte des gesamten Bonner Flächenum-
satzes aus, im Jahr 2021 hatte dieser Anteil noch bei rund 29 % gelegen. Mit einem Umfang von 1,8 ha
hatte sich das Rohbaulandvolumen im Jahr 2022 mit 1,8 ha, verglichen mit 2021, versechsfacht und
den höchsten Wert seit 2018 eingenommen, die Summe des umgesetzten Bauerwartungslands war
mit insgesamt 0,3 ha in Relation zum Vorjahreswert nahezu unverändert geblieben.
27 Die Situation auf dem Teilmarkt der unbebauten Grundstücke wird neben der Zahl der Kauffälle auch durch den während
eines Jahres erzielten Flächen- und Geldumsatz wiedergegeben. Die folgenden Diagramme zeigen die Veränderungen dieser
Umsätze seit 2012 für baureifes Land, Rohbauland und Bauerwartungsland. Nicht dargestellt ist der Umsatz für Flächen, de-
nen im Zuge der Kaufvertragsauswertung kein Entwicklungszustand (z.B. Verkehrsflächen) zugeordnet wurde (in 2022 entfie-
len wie im vorherigen Jahr hierauf 0,54 ha)Seite 47 von 62
43
Abbildung 44: Langfristige Entwicklung des Flächenumsatzes unbebauter Grundstücke in Bonn (2013-2022, Quelle: GMB Bonn
2023)
6.3. Flächenumsatz bebauter Grundstücke
Die Entwicklung des Flächenumsatzes bebauter Grundstücke, differenziert nach Grundstücken mit Ein-
und Zweifamilienhäusern sowie Grundstücken mit Mehrfamilienhaus- und Mischobjektbebauung, ver-
lief im Jahr 2022 rückläufig. So war der Flächenumsatz der Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhaus-
bebauung um fünf Hektar auf 21 ha (-16 %) abgesunken. Grundstücke mit Mehrfamilienhaus- und
Mischobjekten machten mit einem Rückgang von 5ha auf nunmehr 10 ha nur noch knapp zwei Drittel
des Vorjahresvolumens aus
Abbildung 45: Langfristige Entwicklung des Flächenumsatzes bebauter Grundstücke (2016-2022)Seite 48 von 62
44
6.4. Geldumsatz unbebauter Grundstücke
Nach dem Preissprung aus dem Vorjahr hatte sich der Gesamtumsatz bebauter Grundstücke im Jahr
2022 wieder rückläufig entwickelt, machte mit 82 Mio. € rund zwei Drittel des Vorjahreswertes aus
und lag damit auch unter dem Geldumsatzwert aus dem Jahr 2020. Nach wie vor entfiel ebenfalls im
Jahr 2022 mit 82 Mio. € der Großteil des Geldumsatzes auf das Marktsegment baureifen Landes. Ab-
weichend im Vergleich zum Vorjahr war in 2022 der Geldumsatz für Rohbauland mit 5 Mio. € um rund
das siebzehnfache angestiegen. Der Geldumsatz für Bauerwartungsland halbierte sich hingegen im
gleichen Berichtsjahr von 0,8 Mio. € auf 0,4 Mio. €.
Abbildung 46: Langfristige Entwicklung des Geldumsatzes unbebauter Grundstücke (2013-2022)
6.5. Geldumsatz bebauter Grundstücke
Geldumsatzrückgänge waren im Jahr 2022 mit 305 Mio. € für Grundstücke mit Ein- und Zweifamilien-
häusern (knapp -3,5 % im Vergleich zum Vorjahrswert) und mit 258 Mio. € für Grundstücke mit Mehr-
familienhäusern und Mischobjekten (rund -24,1 % im Vergleich zum Vorjahrswert) zu verzeichnen. Da-
mit war im Vergleich zum vorherigen Berichtsjahr, bezogen auf den Geldumsatz bebauter Grundstü-
cke, wiederum ein Umschwenken auf das Teilsegment der Ein- und Zweifamilienhäuser zu beobachten,
die zu einem erneuten absoluten sowie relativen Überwiegen dieses Marktsegments führten.Seite 49 von 62
45
Abbildung 47: Langfristige Entwicklung des Geldumsatzes bebauter Grundstücke in Bonn (2016-2022)
6.6. Indexreihe für Baulandpreise
Die Fortschreibung der Baulandpreisindizes für das Jahr 2022 hat sich, wie in den vorherigen
Unterkapiteln in unterschiedlichen Zusammenhängen zu beobachten war, ebenfalls entgegen des
bisherigen Trends entwickelt. Diese Feststellung lässt sich darüber hinaus aus Abbildung 48 ableiten.
Insbesondere der Preisindex der Bonner Mehrfamilienhausgrundstücke hatte sich im Jahr 2022
deutlich abgeflacht und stagniert, wenngleich auch auf anhaltend hohem Niveau. Weniger stark
abflachend, aber dennoch abweichend vom bisherigen Entwicklungstrend, entwickelte sich die
Preisindexkurve für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke.Seite 50 von 62
46
Abbildung 48: Entwicklung der Indexreihen von Baulandpreisen in Bonn (2006-2022)
6.7. Entwicklung der Anzahl von Wohnungsangeboten28
Nachdem sich im zurückliegenden Berichtsjahr (2021) die Anzahl der im freifinanzierten Mietwoh-
nungsmarkt inserierten Wohnungsangebote erhöht hatte (siehe Abbildung 49), war für das Jahr 2022
ein Rückgang der Inseratszahlen festzustellen. Dieser auf das Vorjahresniveau bezogene Rückgang um
936 Inserate, der einer relativen Abnahme von rund -17 % entspricht, mündete zugleich im niedrigsten
Wert im bisherigen Zeitreihenvergleich. Wenngleich auch die Anzahl der inserierten Miet-Neubauwoh-
nungen im Jahr 2022 auf 298 zurückgegangen war, fiel die negative relative Entwicklung für dieses
Segment mit -16 % hingegen etwas geringer aus.
28 Für den Wohnungsmarktbericht 2023 wurde eine erneute, rückwirkende Synchronisierung mit durch die Statistikstelle der
Bundesstadt Bonn ausgewerteten Daten vorgenommen. Da mit dem Datenabrufzeitpunkt die jeweiligen Werteniveaus er-
fassungsmethodisch leicht variieren können, ergeben sich hierdurch leichte Wertanpassung im Vergleich zu zurückliegenden
Wohnungsmarktberichten, die jedoch zu keinen Anpassungserfordernissen der zurückliegenden Entwicklungstrendbeschrei-
bungen führen.Seite 51 von 62
47
Abbildung 49: Entwicklung der Anzahl von Mietangeboten in Bonn (2015-2022)
6.8. Entwicklung der Angebotsmieten29
Im Jahr 2022 betrug die Kaltmiete inserierter Bestands- und Neubauwohnungen im Bonner Durch-
schnitt 12,02 €/m² 30. Dieser Anstieg machte einen Zuwachs von 0,57 €/m² aus, was einem prozentua-
len Zuwachs von +5% und einer höheren Zuwachsrate als noch im Jahr 2021 entsprach (+4,4 %). Wenn-
gleich die Entwicklung der Verbraucherpreisindizes im Jahr 2022 überdurchschnittlich hoch ausfiel, lag
die Angebotsmietspreisentwicklung im Vergleich hierzu zwar weiterhin über der langfristigen, durch-
schnittlichen Entwicklung der Verbraucherpreisindizes (siehe 2.2) 31, allerdings nicht überdurchschnitt-
lich hoch ausgeprägt. Wie im vorausgegangenen Jahr ließ sich die steigende Angebotsmietpreisent-
wicklung im Jahr 2022 sowohl in allen Wohngrößenklassen, als auch über alle Bonner Stadtbezirke
verteilt nachvollziehen.
29 Angebotsmieten basieren auf veröffentlichten Inseraten aus Immobilienplattformen und Internet-Angeboten von Tages-
zeitungen für Erst- und Wiedervermietungen von Wohnungen. Sie stellen nur einen kleinen Teil des gesamten Mietmarktes
dar und liegen in der Regel über den Miethöhen langfristig bestehender Mietverhältnisse (Bestandsmieten); Quelle: Value
AG Marktpreisdatenbank
30 Nicht berücksichtigt werden:
- Wohnungen in Wohnheimen und sonstigen Einrichtungen, die nicht dem freien Wohnmarkt zur Verfügung stehen, sofern
diese identifiziert werden können.
- Wohnungen mit weniger als 25 m² oder mehr als 175 m² anrechenbarer Mietfläche. Beide Fälle sind im Mietwohnmarkt
selten, und es handelt sich i. d. R. um Ausreißer mit eher außergewöhnlichen Konditionen, wenn nicht gar um fehlerhafte
Datensätze. Da der Quadratmeterpreis von Wohnungen mit zunehmender Größe sinkt, können solche Sonderfälle das Er-
gebnis verzerren.
- Angebote, die einen Wohnungsberechtigungsschein voraussetzen (Geförderter Wohnraum). Diese sind definitionsgemäß
auf eine Untergruppe der Wohnungssuchenden begrenzt und stehen nicht dem freien Markt zur Verfügung. Bei der Analyse
ist gleichwohl zu berücksichtigen, dass für auf günstigere Mieten angewiesene Wohnungssuchende zusätzliche Angebote
zur Verfügung stehen.
31 Quelle: Verbraucherpreisindex NRW (IT.NRW)
6791 6404 6363 5902 5555
4979
5527
4591
442 496 495 458 466 261 355 298
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl von Angeboten im freien Mietmarkt davon im NeubauSeite 52 von 62
48
Abbildung 50: Entwicklung der Bonner Angebotsmieten (2015-2022)
Bei der Betrachtung des Kaltmietenunterschieds zwischen Bestands- und Neubauwohnungen fiel auch
im Jahr 2022 weiterhin keine Trendumkehr auf. Inserierte Bestandswohnungen verteuerten sich im
Beobachtungszeitraum bis zum 31.12.2022 mit 5,1 % etwas stärker als Neubauwohnungen mit 2,5%32,
entsprechend verkleinerte sich die Differenz zwischen beiden Wohnungsmarktsegmenten weiterhin.
Nach dem Überschreiten der 13€/m² -Grenze im Jahr 2021, war im Mietwohnungsneubau-Jahr 2022
erstmals das Überschreiten von 14 €/m² zu beobachten. Die durchschnittliche Miete rangierte für das
Jahr 2022 schlussendlich bei 14,15 €/m².
Abbildung 51: Entwicklung der Bonner Mietwohnungsangebote nach Preiskategorien [€/m2] (2015-2022, Anteile in %)
32 Die Aussagekraft der Daten zur Neubaumietenentwicklung war aufgrund der geringen Fallzahl in diesem Segment aber wie
bereits im Vorjahr als eingeschränkt zu bewerten.
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Durchschnittliche Kaltmiete in €
pro m² 9,15 € 9,44 € 9,77 € 10,15 € 10,51 € 10,96 € 11,45 € 12,02 €
im Bestand 9,01 € 9,32 € 9,63 € 10,00 € 10,33 € 10,85 € 11,29 € 11,87 €
im Neubau 11,09 € 10,87 € 11,35 € 11,87 € 12,50 € 12,95 € 13,80 € 14,15 €
6,00 €
7,00 €
8,00 €
9,00 €
10,00 €
11,00 €
12,00 €
13,00 €
14,00 €
15,00 €
Durchschnittliche Kaltmiete in € pro m² im Bestand im Neubau
14,9% 11,3% 7,8% 4,9% 3,9% 3,2% 2,1% 1,5%
36,0%
32,4% 29,8%
24,6% 20,2% 15,5% 10,2% 7,2%
35,2%
38,9%
39,1%
41,9%
40,5%
39,0%
36,8%
29,0%
13,9% 17,5% 23,3% 28,7% 35,5% 42,3% 50,9%
62,3%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
unter 7,50 7,50 bis < 9,00 9,00 bis < 11,00 11,00 und mehrSeite 53 von 62
49
Eine eindeutige Trendfortentwicklung war bei der Betrachtung der Bonner Mietpreisstufen zu konsta-
tieren. So entfielen 2022 mit 8,7 % nur noch weniger als ein Zehntel aller inserierten Wohnungsange-
bote auf die Preiskategorien „unter 7,5 €/m²“ und „7,5 €/m² bis < 9 €/m²“. Gleichzeitig war ein deutli-
cher Anstieg der obersten Preiskategorie („11,00 € und mehr“) zu beobachten, nachdem diese im vo-
rangegangenen Berichtsjahr bereits knapp mehr als die Hälfte aller inserierten Wohnungen ausge-
macht hatte. Auf nunmehr 62,3 % war im Jahr 2022 in dieser Mietpreisstufe auch der stärkste prozen-
tuale Zuwachs seit Beginn des Zeitreihenvergleichs zu beobachten.
6.9. Exkurs II: Regionale Einbettung der Bodenrichtwertentwicklung (2021-2023)
Abbildung 52: Bodenrichtwertentwicklung in Bonn und NRW-Anrainerkommunen (2021-2023)
Die regionale Einbettung der Bundesstadt Bonn, insbesondere die des dem Wohnungsmarkt vorgela-
gerten Grundstücksmarkts, stellt wie nachfolgend ausgeführt auch in diesem Berichtsjahr ein Exkurs-
kapitel. Zum 01.01.2023 besaß keine der in Abbildung 52 dargestellten nordrhein-westfälischen Nach-
barkommunen ein ähnlich hohes Bodenrichtwertniveau für unbebaute, baureife und erschließungs-
beitragsfreie Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau in guter Lage wie die Bundesstadt Bonn.Seite 54 von 62
50
Nach dem im letzten Bericht der vergleichende Blick auf die Entwicklung der regionalen Bodenricht-
werte zwischen dem 01.01.2017 und dem 01.1.02021 geworfen worden war, sollen nunmehr die Ent-
wicklung zwischen dem 01.01.2021 und 01.01.2023 dargestellt werden. In diesem Zeitraum war zu
beobachten, dass Bonn (mit +21 % Zuwachs) nur noch gemeinsam mit Hennef (mit +20 % Zuwachs)
der niedrigsten Entwicklungskategorie zuzuordnen war. Insbesondere die rechtsrheinischen Anrainer-
Kommunen, wiesen im Beobachtungszeitraum die höchsten Bodenrichtwertzuwachsraten auf (wie
zum Beispiel Bad Honnef, Sank Augustin und Siegburg mit jeweils + 38 %). Gründe hierfür können ei-
nerseits in dem seit nunmehr mehreren Jahren hohen Bonner Bodenrichtwertniveau liegen, für das
sich auf dem Grundstücksmarkt im regionalen Vergleich keine weiteren, ähnlich hohen Preisentwick-
lungen wie in den meisten Nachbarkommunen mehr zulässt.
7 Ausblick auf Bautätigkeiten in 2023
Auf der Grundlage der für das Jahr 2022 erstellten Baustatistik33 der Statistikstelle der Bundesstadt
Bonn lassen sich unter Einbeziehung der Statistik zu Bauüberhängen Annahmen auf die zukünftigen
Bautätigkeiten bezogen treffen. Die Statistik zum Bauüberhang34 umfasst dabei weiterhin alle bewil-
ligten, aber noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen35. Gleichwohl der reine Bauüberhang in
Bonn36 nach wie vor kein zuverlässiges Bild von in Kürze zu erwartenden Baufertigstellungen gegen-
zeichnet.So könnengültige Baugenehmigungen beispielsweise verworfen werden oder hinfällig gewor-
den sein oder sich im Fall einer Genehmigung mehrerer Planungen für ein Gebiet mitunter gegenseitig
ausschließen. Dennoch kann dieser als eine hilfsweise abrufbare Annäherung angesehen werden.
33 Die Baugenehmigungsstatistik umfasst die Gesamtheit aller bewilligten Baumaßnahmen des Vorjahres.
34 Die Gesamtheit aller bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen, Baumaßnahmen. Standardmäßig verfallen Baugeneh-
migungen in NRW nach 3 Jahren ohne Baubeginn (bzw. nach einjährigem Baustopp), können aber verlängert werden.
35 In der Regel verfallen Baugenehmigungen in NRW nach drei Jahren ohne Baubeginn, können aber verlängert werden.
36 Anzahl der ausstehenden Neubau-Wohngebäude ohne WohnheimeSeite 55 von 62
51
Abbildung 53: Baugenehmigungen von Wohngebäuden
in 2021 (192 Neubau-Wohngebäude insgesamt)
Abbildung 54: Baugenehmigungen von Wohngebäuden
in 2022 – (175 Neubau-Wohngebäude insgesamt)
Entsprechend der bereits beschriebenen Entwicklung (siehe 4.) war im Jahr 2022 in der Bundesstadt
mit 175 genehmigten Wohngebäuden insgesamt ein Rückgang der Baugenehmigungszahlen für (2021
= 192 genehmigte Wohngebäude) festzustellen. Ebenfalls geringer fiel im Jahr 2022 der Anteil der
Wohngebäude mit ein oder zwei Wohnungen aus. Dieser stellte mit nunmehr nur noch 49%, aber
damit immer noch überwiegende Mehrheit aller genehmigten Wohngebäude dar. Im Vergleich zu den
Vorjahreswerten haben alle weiteren Wohngebäudekategorien (siehe Abbildung 53 & Abbildung 54)
wiederum prozentuale Zugewinne verzeichnen können.
Der Bauüberhang belief sich 2022 auf 476 Wohngebäude, was einem Zuwachs von insgesamt rund 52
% im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Zum ersten Mal seit 2018 nahm damit die Anzahl der
Bauüberhänge wieder zu. Die Struktur des Bauüberhangs war im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahres-
wert dabei sehr ähnlich, größere Verschiebungen mit Blick auf die Wohngebäude-Kategorien waren
nicht zu beobachten (siehe Abbildung 55 & Abbildung 56).
131; 68%
34; 18%
20; 10%
7; 4%
mit 1 oder 2 Wohnungen
mit 3 bis 9 Wohnungen
mit 10 bis 19 Wohnungen
mit 20 oder mehr Wohnungen
86; 49%
41; 23%
35; 20%
13; 8%
mit 1 oder 2 Wohnungen
mit 3 bis 9 Wohnungen
mit 10 bis 19 Wohnungen
mit 20 oder mehr WohnungenSeite 56 von 62
52
Abbildung 55: Bauüberhang 2021
(365 ausstehende Neubau-Wohngebäude insgesamt)
Abbildung 56: Bauüberhang 2022
(222 ausstehende Neubau-Wohngebäude insgesamt)
Den aktuellen Vorgaben des Bonner Baulandmodells entsprechend müssen - nach der jüngsten, im
Oktober 2022 durch den Rat beschlossenen Modifizierung - bei allen Vorhaben ab einem Schwellen-
wert von 20 Wohneinheiten, beziehungsweise ab einer Bruttogrundfläche (BGF) von 2.100 m2, für wel-
che neues Planungsrecht geschaffen wird, 50% der BGF Wohnen im geförderten Wohnungsbau errich-
tet werden (DS-Nr. 220278). Bei Vorhaben mit 8 bis 20 Wohneinheiten oder einer Mindest-BGF von
850 m2 müssen 40% der BGF Wohnen als geförderter Wohnungsbau errichtet werden, jeweils mindes-
tens 75 % des geförderten Wohnungsbaus müssen dabei für die Einkommensgruppe A entstehen. Öf-
fentlich geförderter Wohnungsbau wird dabei in der Regel im Geschosswohnungsbau realisiert (siehe
5.1). Für das Jahr 2022 galt aufgrund der üblichen Verfahrens- und Entwicklungsdauer noch kein Plan-
verfahren mit durch das Baulandmodell vorgegebenen fixen prozentualen Anteilen geförderten Woh-
nungsbaus als vollständig abgeschlossen. Auch wenn sich die Bautätigkeit bereits im Jahr 2022 abge-
schwächt hatte und sich diese Entwicklung im Jahr 2023 fortlaufend verstärkt hat, wird das Bauland-
modell dennoch faktisch zu einem höheren Anteil fertiggestellter geförderter Wohnungen führen.
Die Erstellung und Umsetzung des Konzepts zur Wohnbaulandaktivierung (DS-Nr. 1912433) hatte bis
einschließlich 2022 noch direkten keinen Einfluss auf die Entwicklung der Baufertigstellungszahlen, da
für die zunächst in den Fokus genommenen größeren Wohnbaupotentiale die entsprechenden Ver-
fahren zur Baurechtschaffung erst noch durchgeführt werden müssen und einen entsprechenden zeit-
lichen Vorlauf benötigen. Eine Aktualisierung des Entwicklungsstandes wird im folgenden Berichtsjahr
erfolgen.
172; 55%83; 26%
41;
13%
18; 6%
mit 1 oder 2 Wohnungen
mit 3 bis 9 Wohnungen
mit 10 bis 19 Wohnungen
mit 20 oder mehr Wohnungen
246; 52%127; 27%
73; 15%
30; 6%
mit 1 oder 2 Wohnungen
mit 3 bis 9 Wohnungen
mit 10 bis 19 Wohnungen
mit 20 oder mehr WohnungenSeite 57 von 62
53
8 Fazit
Basierend auf den Ergebnissen des Wohnungsmarktberichtes für das Jahr 2022 lässt sich, wie bereits
im vorangegangenen Berichtsjahr, feststellen, dass die Bundesstadt Bonn weiterhin durch einen ange-
spannten Wohnungsmarkt gekennzeichnet ist. Signifikante Entwicklungen im Jahr 2022 waren der wei-
terhin anhaltende und sich verstärkende Anstieg der Angebotsmieten für Mietwohnungen, der erst-
mals seit Jahren gebrochene Aufwärtstrend Kaufpreise insbesondere für unbebaute und bebaute
Grundstücke betreffend, sowie der sich wieder rückläufig entwickelnde Wohnungsbestand im öffent-
lichen geförderten Mietwohnungsmarktsegment. Insgesamt ist im Berichtsjahr 2022 wohnraumbezo-
gen weniger neues Angebot auf dem Bonner Wohnungsmarkt entstanden, als noch zuletzt im Vorjahr.
Fertiggestellte Neubauwohnungen waren im Durchschnitt solche mit wenigen Räumen. Die durch-
schnittliche Wohnfläche pro Wohneinheit im Wohnungsneubau hat insgesamt wieder zugenommen.
Die grundsätzlich rückläufige Bautätigkeit hat im Jahr 2022 das Delta zwischen Angebot und Nachfrage
jedoch weiter anwachsen lassen.
Die Entwicklung der Nachfrageseite hat sich in der Bundesstadt im Jahr 2022 über das stetige Bevölke-
rungs- und insbesondere das Haushaltewachstum dynamisch und grundsätzlich wohnungsmarktdruck-
erhöhend gezeigt. Inwiefern die vorerst auf niedrigem Niveau fortbestehende Bauaktivität bei einem
auch für das kommende Berichtsjahr 2023 anzunehmenden Haushaltezuwachs zu einem weiteren
Druckanstieg auf dem Bonner Wohnungsmarkt führen wird, bleibt im kommenden Wohnungsmarkt
neu zu bewerten.Seite 58 von 62
54
Glossar
Begriffe und Anmerkungen
Sofern nicht anders ausgewiesen, gelten für alle Indikatoren diejenigen Definitionen, welche von
IT.NRW im Anhang des Erhebungsbogens „Statistik der Baugenehmigungen“ aufgeführt werden. Die-
ses Dokument kann unter https://www.statistik-bw.de/baut/servlet/LaenderServlet heruntergeladen
werden. Im Folgenden werden die verwendeten Begriffe kurz zusammengefasst und ggf. um indikator-
spezifische, methodische Anmerkungen erweitert.
Bauüberhang
Die Gesamtheit aller bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen, Baumaßnahmen. Beim Bauüber-
hang und den Baugenehmigungen ist aus methodischer Sicht darauf hinzuweisen, dass diese nicht un-
bedingt die Gesamtheit aller in Durchführung befindlichen Baumaßnahmen erfassen. Es ist nicht un-
üblich, dass der Genehmigungsbogen mit starker Verzögerung oder sogar zeitgleich mit der Fertigstel-
lungsbenachrichtigung bei der Statistikstelle eingeht. Gerade bei Großprojekten erfolgt die formelle
Genehmigung zudem u. U. zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Abstimmungsprozesses zwischen
Stadt und Bauherrn. Standardmäßig verfallen Baugenehmigungen in NRW nach 3 Jahren ohne Baube-
ginn (bzw. nach einjährigem Baustopp), können aber verlängert werden. In der Praxis können formell
noch gültige Baugenehmigungen verworfen oder hinfällig geworden sein, oder sich gegenseitig aus-
schließen (Beispiel: ein Bauherr hat für ein Gebiet mehrere Planungen genehmigen lassen). Aus all
diesen Gründen bildet der Bauüberhang kein zuverlässiges Bild der in Kürze zu erwartenden Baufertig-
stellungen ab.
Fertigstellung
Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbe-
hörde. Für die Statistik wird aber das Verarbeitungsdatum in der Statistikstelle als Fertigstellungsda-
tum verbucht. Dies dient der Vermeidung häufiger Nachkorrekturen.
Gebäude
Auf Dauer eingerichtete, überdachte Bauwerke, welche von Menschen betreten werden können und
geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Gegenständen zu dienen.Seite 59 von 62
55
Nichtwohngebäude
Als Nichtwohngebäude im statistischen Sinn gelten alle Gebäude, die nicht primär zu Wohnzwecken
dienen. Nichtwohngebäude (NWG) können aber sehr wohl Wohnungen beinhalten. Hauptkriterium
der Unterscheidung von Wohngebäuden bei Mischnutzung ist der zu Nichtwohnzwecken verwendete
Flächenanteil. Zu den Nichtwohngebäuden zählen auch Hotels, Gasthöfe, Pensionen sowie die soge-
nannten Anstaltsgebäude - eine vielfältige Gruppe von Gebäuden mit Sonderfunktionen, zu denen u.
A. Krankenhäuser, Pflegeheime, Kasernen, Internate, Klöster oder Justizvollzugsanstalten gehören.
Diese Gebäude können zwar durchaus ebenfalls zum Wohnen dienen, laut Gesetzgeber ist ihre primäre
Funktion aber eine andere. Im Gegensatz zu den Statistischen Bundes- und Landesämtern zählt die
Bonner Statistikstelle darüber hinaus die Kategorie der ‚Sammelunterkünfte für Flüchtlinge‘ zu den
Anstaltsgebäuden.
Räume
Eigentlich: Wohnräume. Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlaf-
räume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder
mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten, Flur und Wirtschaftsräume
unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. Der baustatistische Begriff weicht vom auf dem Woh-
nungsmarkt gebräuchlichen Begriff „Zimmer“ ab, welcher z. B. die Küche nicht mitzählt.
Umbau
Umgangssprachlicher Begriff zur Erfassung aller genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen an beste-
henden Gebäuden. Abgesehen von unter die Bagatellregelung fallenden Baumaßnahmen, zählen dazu
alle Bautätigkeiten, bei denen Wohn- bzw. Nutzfläche gewonnen, verändert, verloren oder umgewid-
met wird.
Vollgeschosse
Gezählt werden Geschosse im Sinne der Landesbauordnung (§20 Abs. 1 BauNVO NRW). Keller- und
Dachgeschosse werden i. d. R. nicht berücksichtigt.
Wohnfläche
Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundflächen der Räume,
die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. Bei Wohnheimen zählen zudem die Flächen der Ge-
meinschaftsräume zur Gesamtwohnfläche.Seite 60 von 62
56
Wohngebäude
Als Wohngebäude (WG) gilt jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient. Unter diese Definition
fallen auch Wohnheime (siehe dort). Wohngebäude, welche keine Wohnheime sind, werden im Rah-
men dieser Statistik zur Abgrenzung als ‚sonstige Wohngebäude‘ geführt.
Wohnheime
Wohnheime sind eine Sonderform der Wohngebäude, in denen bestimmte Gesellschaftsgruppen
(bspw. Senioren oder Studenten) gemeinschaftlich wohnen und Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Ge-
meinschaftsverpflegung, Gemeinschaftsräume) nutzen. Bewohner von Wohnheimen führen einen ei-
genen Haushalt. Zu beachten ist, dass in der Baustatistik nicht primär zu Wohnzwecken dienende Un-
terkünfte als sogenannte Anstaltsgebäude ebenso unter die Nichtwohngebäude gezählt werden wie
Hotels und Gasthöfe (siehe: Nichtwohngebäude).
Wohnung
Zu Wohnzwecken bestimmte, nach außen abgeschlossene Einheit aus einem oder mehreren Räumen,
welche – u. U. unter Verwendung zusätzlicher Gemeinschaftsräume - die Führung eines eigenen Haus-
halts ermöglicht.Seite 61 von 62
Zusammenfassung Wohnungsmarktbericht 2023 (Berichtsjahr 2022):
Auch für das Berichtsjahr 2022 lässt sich feststellen, dass die Bundesstadt Bonn weiterhin durch einen
angespannten Wohnungsmarkt gekennzeichnet ist. Signifikante Entwicklungen im Jahr 2022 waren:
 Das auch im Jahr 2022 zu beobachtende 

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Datenstand: 02.11.2026, 18:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de