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240176 · Mitteilungsvorlage

Kommunale Konferenz Alter und Pflege der Bundesstadt Bonn -Tätigkeitsbericht für das Jahr 2023

Nummer
240176
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
02.02.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 21.03.2024 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
240176
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Kommunale Konferenz Alter und Pflege der
Bundesstadt Bonn
-Tätigkeitsbericht für das Jahr 2023
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
21.03.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Gemäß § 8 Absatz 5 Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW)
ist dem zuständigen Ministerium zum 31. Dezember eines jeden Jahres über
die Ergebnisse der Beratungen der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege zu
berichten.
Vorab wird der Tätigkeitsbericht den Mitgliedern des Ausschusses für Soziales,
Migration und Gesundheit zur Kenntnisnahme vorgelegt.
Bericht über die laufende Arbeit der Kommunalen Konferenz Alter und
Pflege:
Die Kommunale Konferenz Alter und Pflege hat im vergangenen Jahr am 22.
März 2023 und am 8. November 2023 getagt.
Inhalte der Sitzungen waren:
Sitzung 22. März 2023
Vorstellung Frau Kvint als Demenzfachberaterin für die Stadt Bonn
Im März 2022 wurde die Demenzfachberatung für Bonner Bürgerinnen und
Bürger in Kooperation mit der Bundesstadt Bonn in der Gerontopsychiatrischen
Ambulanz der LVR-Klinik Bonn eingerichtet. Gefördert wird diese Stelle von der
Stiftung Bonner Altenhilfe. Das zentrale Anliegen dieser Fachberatungsstelle ist
es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihrer sorgenden An-
gehörigen zu verbessern. Menschen mit Demenz sollen unterstützt werden und
so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit
führen.Seite 1 von 9
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Bericht aus dem Arbeitskreis Demenz
Seit 2004 sind im Rahmen des Arbeitskreises Demenz über die Bonner Alten-
hilfe der Stadt Bonn verschiedene Akteur*innen zusammengeschlossen, die in
unterschiedlichster Weise in die Behandlung und Versorgung kognitiv einge-
schränkter Personen eingebunden sind. Durch die Aktivitäten des Arbeitskrei-
ses Demenz soll die Versorgung von Menschen mit Demenz und deren pfle-
genden Angehörigen in Bonn weiter verbessert werden.
Aus diesem Kreis haben sich nochmals Netzwerkpartner*innen zusammenge-
schlossen, um für den Arbeitskreis Demenz einen Antrag auf Netzwerkförde-
rung durch die Pflegekassen zu stellen, wie es seit 2020 auf Grundlage des
§ 45 c Absatz 9 des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI) möglich ist. Für die
Jahre 2020 bis 2022 wurde der jeweilige Höchstbetrag von 20.000 Euro jährlich
bewilligt und - Corona-bedingt für teilweise über Umwidmungsanträge nachbe-
willigte Ersatzprojekte - zielgerecht verausgabt. Aus diesen Mitteln wurden un-
ter anderem folgende Projekte für ältere Bonner Bürgerinnen und Bürger um-
gesetzt und finanziert:
„Was es alles gibt“ - Bild-Informations-Karten zum Thema Demenz
Die Karten informieren über bestehende (unterstützende) Angebote für Men-
schen mit Demenz, deren Angehörige, vermeintlich Betroffene und Interessier-
te. Dabei liegt der Fokus auf den regional gebotenen Möglichkeiten im Bonner
Stadtgebiet. Es sind 20 Karten entwickelt worden, welche, neben einem Bild
und einem Impuls auf der einen Seite, auf der Rückseite eine bereichsspezifi-
sche Information inklusive Kontaktdaten für weitere Informationen beinhalten.
Die Bilder samt Impuls bieten einen Anlass zum Gespräch oder zum Nachden-
ken, bestärken Interaktionen und wecken Erinnerungen (Demenzprävention /
Beschäftigung).
„Tablet-basierte Kommunikation und kognitives Training“
Es wurden bisher 50 Tablets angeschafft, die mit Kommunikationssoftware
(beispielsweise Skype, Zoom), Kognitionstrainingsprogrammen sowie Literatur
zum Lesen und Vorlesen ausgestattet wurden; diese dienen der Verbesserung
der kommunikativen Versorgungssituation von älteren, kognitiv eingeschränk-
ten Menschen im Krankenhaus beziehungsweise in Pflegeeinrichtungen (Ver-
meidung von Einsamkeit, Verhinderung eines Delirs, Vorbeugung einer Ver-
schlechterung der Kognition).
Die Tablets wurden unter anderem Krankenhäusern mit gerontologischer Abtei-
lung, Seniorenhäusern, ambulanten Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der
Tagespflege sowie der Seniorenbetreuung zur Verfügung gestellt.
Aufbau des Projektes „Der Vorleser“
Ziel dieses Projektes ist es, professionelle Betreuungspersonen für kognitiv
eingeschränkte Personen, die sich vorübergehend in fremder Umgebung auf-
halten (beispielsweise im Krankenhaus), für kognitive Stimulation zur Verfü-
gung zu stellen, um der Entwicklung eines Delirs vorzubeugen (circa 30 bis 60Seite 2 von 9
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Minuten am Nachmittag; hier ist ein Rückgriff auf die angeschafften Tablets
vorgesehen).
„FARBEN IM KOPF“ - Filme des Kunstmuseums
Es wurden sechs zielgruppenspezifische, circa fünfminütige Kurzfilme zu
Gemälden der Rheinischen Expressionisten im Kunstmuseum Bonn produziert,
die in der Folge auf die bereits im Rahmen der
Förderung verteilten Tablets implementiert wurden. Erfahrene Kunstvermittle-
rinnen aus dem FARBEN-IM-KOPF-Team vermitteln die Kunst in angemesse-
ner Weise inhaltlich, sprachlich und haltungsbezogen.
„Raus auf`s Land“
Hierbei handelt es sich um tier- und naturgestützte Angebote für Demenz-
Betroffene und pflegende Angehörige als eine Kombination von Erholungs- und
Kreativangeboten für pflegende Angehörige mit tiergestützten Aktivitäten für
Demenz-Betroffene auf einem speziell hierauf ausgerichteten Bauernhof.
Auch für das Jahr 2023 wurde dem Arbeitskreis Demenz nochmals der Förder-
höchstbetrag bewilligt, erstmals in der neuen Höhe von 25.000 Euro. Hiermit
sollen unter anderem die Projekte „Der Vorleser“ und „Tablet-basierte Kommu-
nikation und kognitives Training“ weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus ist
jedoch auch ein Theaterstück von und für Menschen mit demenzieller Verände-
rung in Planung.
All dies sind kleine Mosaiksteine im Gefüge der hiesigen Pflegelandschaft.
Insgesamt ist es jedoch ein großer Erfolg, dass dem Arbeitskreis Demenz in
den Jahren 2020 bis 2023 bisher insgesamt Mittel in Höhe von 85.000 Euro für
Projekte und Maßnahmen zur Teilhabe und Unterstützung von Menschen mit
demenziellen Veränderungen in Bonn und ihren Angehörigen bewilligt wurden.
Bezuschussung zum stationären/ambulanten Mahlzeitendienst
Der aus Stiftungsmitteln finanzierte Zuschuss für ältere Menschen ab Vollen-
dung des 65. Lebensjahres bzw. für erwerbsgeminderte Menschen ab Vollen-
dung des 60. Lebensjahres wurde zum 1. Januar 2023 von bisher 1,50 Euro
auf nunmehr auf 2,50 Euro angehoben. Die Anbieter*innen wurden Ende des
vergangenen Jahres mit einem Anschreiben der Leiterin des Amtes für Sozia-
les und Wohnen entsprechend informiert.
Thematik „Austausch zur angespannten Situation auf dem Pflegemarkt“
aus der Sitzung vom 27. Oktober 2021
In der Sitzung im Oktober 2021 wurde unter den akuten Belastungen der Flut-
katastrophe nach einem Austausch im Gremium angedacht, ggf. eine von der
Kommunalen Konferenz Alter und Pflege losgelöste Runde zur Erarbeitung vonSeite 3 von 9
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Lösungsvorschlägen zu initiieren. Zudem stand die Frage im Raum, wie sich
bessere Erkenntnisse im Hinblick auf die häusliche Pflege und Versorgung in
Bonn gewinnen lassen. Aufgrund personeller Vakanzen im Fachbereich Bonner
Altenhilfe und außergewöhnlicher Belastungen wurde diesbezüglich eine
Rückmeldung in der heutigen Sitzung zugesagt.
Vor dem Hintergrund, dass die Problematiken „demografischer Wandel“, „Be-
dürfnisse und Teilhabe der Älteren in Bonn“ und „Begegnung des Fachkräf-
temangels“ aktuell bereits in unterschiedlichen Gremien und Plattformen the-
matisiert und angegangen werden (beispielsweise im „Bündnis für Fachkräfte
Bonn/Rhein-Sieg“, über die Stiftung Bonner Altenhilfe, aber auch in Einzelpro-
jekten wie beispielsweise dem in der letzten Sitzung der Kommunalen Konfe-
renz Alter und Pflege vorgestellten Lösungsansatz des Bonner Vereins), wird
es nicht als sinnhaft angesehen, Doppelstrukturen aufzubauen.
Stattdessen erscheint es derzeit zielführender, sich darauf zu konzentrieren, wo
Vernetzung und Informationen fehlen. Da naturgemäß wenig übergreifende
Informationen aus dem ambulanten Bereich vorliegen, wird der Fachbereich im
ersten Schritt nunmehr auf die Vertreter*innen der Ambulanten Dienste in Bonn
zugehen und einen Austausch initiieren.
Bericht zum Behindertenpolitischen Teilhabeplan
Es wird berichtet, dass die Weiterentwicklung des Teilhabeplans „Bonn Inklu-
siv“ leider aufgrund der Ukraine-Krise und damit verbundener Personalengpäs-
se verschoben werden musste und nun die Arbeitsgruppenphase im April 2023
beginnt. Die verschiedenen Arbeitsgruppen sind unterschiedlich besetzt; sie
setzen sich unter anderem aus Vertreter*innen der freien Wohlfahrtspflege,
Fachexperten und Bürger*innen zusammen.
Die erste Sitzung soll am 26. April 2023 stattfinden. Die Arbeitsgruppenphase
soll voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Vorstellung der Tagespflege „STB GmbH Senioren-Tages-Betreuung“
(Rochusstraße, Duisdorf)
Frau Miller und Frau Ressel stellen die neue Tagespflege mittels einer Präsen-
tation vor (siehe Anlage).
Vorstellung von den durch den Bonner Verein für Pflege und Gesund-
heitsberufe e. V. mit der Stadt Bonn initiierten Förderprojekten „Dransdorf
Miteinander“ und „Lebenserfahren und Aktiv“
Herr Gabriel stellt die beiden Förderprojekte „Dransdorf Miteinander“ und „Le-
benserfahren und Aktiv“ mittels einer Präsentation vor (siehe Anlage).Seite 4 von 9
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Pflegeplanung
Frau Steinhart und Frau Bauer stellen gemeinsam die aktuellen Entwicklun-
gen im Bereich der Pflegeplanung vor:
• die Stadt Bonn nimmt an einem neuen NRW-weiten Vernetzungsgre-
mium (Qualitätszirkel der Pflegeplaner*innen) teil, unter anderem mit
dem Ziel, Kennzahlen zu vergleichen; demnächst wird es dazu einen
Austausch mit IT.NRW geben
• die Digitalisierung der Jahreserhebung war bisher erfolgreich (Stichtag
für die Erhebung war der 15. Dezember), lediglich einzelne Rückmel-
dungen fehlen noch; die Auswertung der Rückläufe soll zeitnah begin-
nen
• die Pflegeplanung wird zukünftig u.a. auch das Eintreten der Progno-
sen, die Kostenentwicklung für örtlichen Sozialhilfeträger sowie die
Entwicklung der Lohnkosten beinhalten
• die Pflegeplanung befindet sich im Austausch mit dem Haus der Bon-
ner Altenhilfe zu den Themen Altenhilfe und Quartiersentwicklung:
Es sollen zukünftig Nutzung von Tools wie Quartiersprofilen und An-
gebotslisten zur Dokumentation der bestehenden Angebote und als
Grundlage für Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Angebotes
genutzt werden
Sitzung 8. November 2023
Bericht aus der Altenhilfe
„Markt der Möglichkeiten“
Es wird ein kurzer Rückblick auf den insgesamt 17. „Markt der Möglichkeiten“,
der am Freitag, den 8. September, seit fünf Jahren erstmalig wieder auf dem
Münsterplatz stattgefunden hat, gegeben.
34 Teilnehmende haben bei strahlendem Sonnenschein nach Eröffnung der
Veranstaltung durch Oberbürgermeisterin Katja Dörner einen Tag lang wieder
gemeinsam den Blick auf das Thema „Alter und Pflege in Bonn“ gelenkt.
Von allen Seiten gab es zum Ende der Veranstaltung wie auch im Nachgang
ausnahmslos ein wirklich tolles, positives Feedback. Es herrschte Einigkeit,
dass der 17. „Markt der Möglichkeiten“ eine bei allen willkommene und sehr
gute Veranstaltung gewesen ist – nicht, weil man (trotz insbesondere vormit-
tags auch regem Zulauf Älterer) neue Kundschaft gewonnen hat, sondern weil
es allen wichtig war, in der Öffentlichkeit geballt die professionelle unterstüt-
zende und pflegerische Infrastruktur in Bonn darzustellen und man sich wieder
vernetzen und persönliche Kontakte knüpfen konnte.Seite 5 von 9
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Der Fachbereich plant, den „Markt der Möglichkeiten“ zukünftig wieder alle zwei
Jahre durchzuführen und ihn erneut als feste Veranstaltungsgröße zu etablie-
ren.
Bereits an dieser Stelle seien alle Protagonisten im Kontext Alter und Pflege
ermuntert, sich auf das beizeiten kommende Anschreiben zurückzumelden und
teilzunehmen.
„Solidarität“
Frau Oepen informiert darüber, dass seit September eine Neuauflage der städ-
tischen Informationsbroschüre „Solidarität“ verfügbar ist.
Die Broschüre liegt in allen Rathäusern sowie im Stadthaus aus, kann aber
auch in der Fachstelle Alter und Pflege, Flemingstraße 2, 53123 Bonn, E-Mail:
altenhilfe@bonn.de oder Telefon 0228 77 66 99 einzeln angefordert werden.
Tätigkeitsbericht der WTG-Behörde 2021 bis 2022
Der aktuelle Tätigkeitsbericht der Beratungs- und Prüfbehörde nach dem
Wohn- und Teilhabegesetz NRW (WTG NRW) wird gemäß dem Bericht von
Frau Oepen dem Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit in seiner
Sitzung am 22. November 2023 vorgestellt und nachfolgend auf www.bonn.de
wieder veröffentlicht.
Generell ist auch in diesem Berichtszeitraum 2021 bis 2022 festzuhalten, dass
in der überwiegenden Anzahl der Bonner Wohn- und Betreuungsangebote eine
gute Betreuungsqualität vorliegt. Insbesondere in Relation zur Anzahl der be-
treuten Menschen ist die Zahl vorgefundener gravierender Mängel extrem ge-
ring.
Die Prüfungen durch die WTG-Behörde erfolgen zum einen im Rahmen gesetz-
lich vorgesehener regelmäßiger Prüfungen, zum anderen aus Anlass konkreter
Beschwerden. Hierbei entfielen im Berichtszeitraum 2021 bis 2022 circa 50
Prozent der Beschwerden auf den Bereich der pflegerischen Versorgung und
der Betreuung; viele Beschwerdeführer beklagen zudem einen (empfundenen)
Mangel an Personal, nur wenige Beschwerden beziehen sich auf die Bereiche
Wohnqualität/Hygiene oder Gewalt.
Tatsächlich haben sich in den Berichtsjahren 2021 bis 2022 77 beziehungswei-
se 64 Prozent der Beschwerden als unbegründet herausgestellt.
Als häufigster festgestellter Mangel bleibt wie in den Vorjahren der Umgang mit
Expertenstandards, zum Beispiel zu den Themen Dekubitus, Sturz, Schmerz,
Mangelernährung und Flüssigkeitsversorgung, zu benennen, deren Umsetzung
sicherstellen soll, dass die Betreuung dem jeweiligen Stand der fachlichen und
wissenschaftlichen Erkenntnisse entspricht. In diesem Kontext ist jedoch positiv
anzumerken, dass es sich bei den Mängeln in der Regel nur um die fehlende
vollständige Umsetzung handelt (beispielsweise fehlende Beratung der Betrof-Seite 6 von 9
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fenen, fehlende Dokumentation), die grundsätzlichen fachlichen Vorgaben in
der täglichen Praxis jedoch durchaus Beachtung finden.
Hier ist sicherlich das Zusammenwirken der in Bonn relativ hohen Fluktuation
von Personal (insbesondere bei häufigem Einsatz von Zeitarbeitskräften) wie
auch die starke Belastung der Fachkräfte allgemein ursächlich dafür, dass die
wiederkehrenden Beratungen der WTG-Behörde und die durchgeführten inter-
nen Schulungen der Einrichtungen bisher nicht zum Abstellen der Fehler ge-
führt haben.
Im Bereich der Einrichtungen der Eingliederungshilfe stand vorrangig die päd-
agogische Betreuung (beispielsweise unkonkrete Zielsetzungen in den Hilfe-
plänen, wenig aussagekräftige Beschreibungen der täglichen Arbeit) im Fokus
der Kritik.
Auch die Thematik „Fachkräftemangel“ ist in den Jahren 2021 bis 2022 zuneh-
mend spürbar gewesen. Alleine vier Einrichtungen haben sich vor diesem Hin-
tergrund im Rahmen aufgetretener Mängel einen freiwilligen Belegungsstopp
auferlegt, andere Einrichtungen begegnen dem Fachkräftemangel mit einer
internen Stilllegung einzelner Pflegeplätze/Wohnbereiche, was ebenfalls zu
einer Verknappung des Angebotes geführt hat bzw. fortlaufend führt.
Bericht zum Behindertenpolitischen Teilhabeplan
Frau Oepen berichtet, dass im Rahmen der Weiterentwicklung des Teilhabe-
plans „Bonn Inklusiv“ die Arbeitsgruppenphase am 26. April 2023 mit dem Le-
bensbereich Barrierefreiheit im weitesten Sinne startete.
Im Anschluss daran haben die Arbeitsgruppen zu den Lebensbereichen Fami-
lie, Bildung, Wohnen sowie Teilhabe am kulturellen/gesellschaftlichen Leben
ihre Arbeit aufgenommen.
Jeder Lebensbereich wird in bis zu vier Treffen beraten. Die Beratungen in den
Arbeitsgruppen zu diesen Lebensbereichen sind abgeschlossen. Gestartet sind
nun die Arbeitsgruppen zu den Lebensbereichen Gesundheit/ Pflege und Ar-
beit. Diese werden voraussichtlich Mitte Dezember ihre Beratungen abge-
schlossen haben.
Erste Ergebnisse wurden am 27. September 2023 im Gremium Projektbeirat
Behindertenpolitischer Teilhabeplan besprochen hinsichtlich der Frage, ob die-
se inhaltlich Eingang in den künftigen, weiterentwickelten Teilhabeplan finden
sollen. Weitere Resultate werden in der Gremiumssitzung am 7. November
2023 besprochen. Die nächsten Ergebnisse sind Tagesordnungspunkt in der
folgenden Sitzung dieses Gremiums am 18. Januar 2024.
Parallel dazu wird sich eine Arbeitsgruppe aus der Mitte des Projektbeirates zu
übergeordneten Themen beraten, die in die anderen Lebensbereiche inhaltlich
nicht eingebunden werden konnten.
Die Öffentlichkeit wird in regelmäßigen Podcasts informiert. Der nächste Pod-
cast ist zur Veröffentlichung Anfang Dezember 2023 vorgesehen.
Der nächste Schritt im Prozess der Weiterentwicklung des Teilhabeplans sind
Gespräche mit den künftig umsetzenden Stellen zu den Beratungsergebnissen
des Projektbeirates verbunden mit der Erarbeitung der zeitlichen Erfordernisse
sowie der erforderlichen Ressourcen für die Umsetzung. Diese Gespräche be-
ginnen nach Abschluss aller Arbeitsgruppen voraussichtlich im 1. Quartal 2024.Seite 7 von 9
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Kurzbeitrag aus dem Bonner Netzwerk Flucht, Migration und Behinde-
rung
(Herr Fischell, Behinderten-Gemeinschaft Bonn)
Herr Fischell berichtet aus dem Bonner Netzwerk Flucht, Migration und Behin-
derung.
Das Bonner Netzwerk Flucht, Migration und Behinderung besteht aus haupt-
amtlichen und ehrenamtlichen Akteurinnen und Akteuren in der Flüchtlings- und
Behindertenhilfe, der Migrations-Sozialarbeit, der Migrant*Innen-
Selbstorganisationen und der Selbsthilfe des Gesundheits- und Pflegesektors.
Das Hauptziel des Netzwerks ist es, die Lebenssituation von Geflüchteten mit
Behinderung zu verbessern und ihnen den Zugang zu Gesundheit, Pflege und
Teilhabeleistung zu ermöglichen.
Es findet beispielsweise in regelmäßigen Abständen ein Beratungscafè zum
Thema „Alter und Behinderung“ statt; dabei wird vor Ort in drei Sprachen über-
setzt.
Die Informationsveranstaltung zum Thema Pflege hat bisher drei Mal stattge-
funden (Pflegeorganisationen beraten die interessierten Bürgerinnen und Bür-
ger vor Ort). Anfang 2024 ist eine ähnliche Veranstaltung geplant, dieses Mal
zum Thema „Demenz“.
Darüber hinaus bietet das Netzwerk beispielsweise Fallberatungen und Tele-
fonberatungen an; außerdem werden Weiterbildungsveranstaltungen und
Workshops durchgeführt; ein YouTube-Kanal ist in Planung.
Bericht aus dem Arbeitskreis der Einrichtungsleiter*innen
(Herr Thelen, Evangelisches Seniorenzentrum Theresienau e.V.)
Herr Thelen berichtet aus dem Arbeitskreis der Einrichtungsleiter und weist
eindringlich auf die problematische Personalsituation in der Pflege hin.
Bericht über die Pflegeplanung
Erste Daten zur Fortschreibung des Pflegeberichts der Pflegeplanung („örtliche
Planung“ nach § 9 Alten- und Pflegegesetz NRW) wurden von Frau Bauer, So-
zialplanung im Amt für Soziales und Wohnen, vorgestellt. Sie hat im Sommer
2023 den Fachbereich Pflegeplanung von Andrea Steinhart übernommen, die
auf Grund von Altersteilzeit ausgeschieden ist. Präsentiert wurden erste Daten
zur Kapazität der Infrastruktur in der voll- und teilstationären Pflege in Bonn im
Berichtsjahr 2022 (Entwicklung der Zahl der Einrichtungen und der Platzzahlen
zwischen 2015 bis 2022). Die Daten befinden sich im Entwurfsmodus und sind
noch nicht zur öffentlichen Verwendung gedacht.Seite 8 von 9
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Frau Bauer erkundigte sich im Kreise der Anwesenden über Wünsche bei der
Weiterentwicklung der Pflegeplanung. Angesprochen wurden von den Anwe-
senden unter anderem: Daten zu ambulanter
Pflege, Daten zu Unterstützungsleistungen im Alltag/ Nachbarschaftshilfe, Ver-
gleiche von demographischen Daten (Bedarfslage) und Daten zur Infrastruktur
mit anderen vergleichbaren Kommunen oder in Bezug zu den Durchschnitts-
werten in Nordrhein-Westfalen.
Weitere Inhalte werden derzeit ausgearbeitet, intern abgestimmt und in der
nächsten Sitzung der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege vorgestellt. Die
Veröffentlichung der Pflegeplanung ist für das erste Halbjahr 2024 geplant.
Redaktionelle Änderung der Geschäftsordnung der Kommunalen Konfe-
renz Alter und Pflege der Bundesstadt Bonn
Das Gremium stimmt den Änderungen in der Geschäftsordnung der Kommu-
nalen Konferenz Alter und Pflege gemäß der mit der Einladung zugegange-
nen Synopse zu. Im Anschluss wird die neue Fassung der Geschäftsordnung
den dort enthaltenen Vorgaben gemäß dem Ausschuss für Soziales, Migrati-
on und Gesundheit zur Beschlussfassung vorgelegt.
Anlage/n
KeineSeite 9 von 9

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

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Datenstand: 02.11.2026, 17:37 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de