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240161 · Mitteilungsvorlage

Jahresbericht des Büros für lokale Nachhaltigkeit - Durchgeführte und laufende Projekte 2023

Nummer
240161
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
02.04.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 06.06.2024 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
240161
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Jahresbericht des Büros für lokale Nachhaltigkeit -
Durchgeführte und laufende Projekte 2023
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
06.06.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit der Bundesstadt Bonn im Amt für Umwelt
und Stadtgrün informiert den zuständigen Fachausschuss jährlich über die
durchgeführten Projekte des vergangenen Jahres und die laufenden Projekte
mit Auswirkungen in das Folgejahr. Der Jahresbericht 2023 ist als Anlage bei-
gefügt und wird in der Sitzung vorgestellt.
Anlage/n
1 Jahresbericht_2023 (öffentlich)Seite 1 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit -
Jahresbericht 2023
ANLAGE ZUR MITTEILUNGSVORLAGE IM AUSSCHUSS FÜR UMWELT, KLIMA UND
LOKALE AGENDA
NACHHALTIG@BONN.DESeite 2 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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1. Einleitung
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit ist im Amt für Umwelt und Stadtgrün und in der Abteilung
Umweltvorsorge- und –planung als Sachgebiet organisiert. Durch die vier Mitarbeiterinnen,
die insgesamt mit 2,5 Vollzeitäquivalenten im Aufgabenbereich tätig sind, unterstützt durch
einen Werkstudierenden sowie regelmäßig Praktikant*innen wird die Umsetzung der lokalen
Agenda in Bonn und der Region gefördert. Es bestehen enge Schnittstellen und eine enge
Kooperation zum Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit.
Mit dem hier vorgelegten jährlichen Sachstandsbericht informiert die Verwaltung den
zuständigen Fachausschuss einmal jährlich über die durchgeführten Projekte des
vergangenen Jahres und die laufenden Projekte mit Auswirkungen in das Folgejahr.
Der Jahresbericht 2023 ist in folgende Kapitel unterteilt:
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Aktivitäten der Fair Trade Town
Aktivitäten der Bio-Stadt
Festival „Bonn – Rundum nachhaltig“ 2023
Weitere Handlungsfelder / Projekte
Veröffentlichungen
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit übernimmt die Umsetzung von zwei Steckbriefen des
Bonner Klimaplans (DS 222006). Als neue Aufgabenfelder werden 2024 die
Klimaplanprojekte „sozial, ökologische Projekte“ sowie eine „Potenzialanalyse und
Informationskampagne“ im Rahmen der Bio-Stadt Bonn umgesetzt.Seite 3 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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2. Nachhaltigkeitsberichterstattung
Im März 2023 wurde die Weiterentwicklung und Digitalisierung der
Nachhaltigkeitsberichterstattung der Bundesstadt Bonn initiiert. Ziel ist es, stetig aktuelle
Daten zur nachhaltigen Entwicklung Bonns für politische Entscheidungsträger, Bonnerinnen
und Bonner sowie die Verwaltung bereitzustellen.
2.1. Sachstand der Berichterstattung
Der Bonner Nachhaltigkeitsbericht erschien seit 2005 fünf Mal und erfasst in den vier
Leitkategorien „Wohlbefinden“, „soziale Gerechtigkeit“, „Umweltqualität und
Ressourceneffizienz“ sowie „wirtschaftliche Effizienz“ insgesamt 55 Indikatoren. Der 5.
Nachhaltigkeitsbericht wurde 2019 veröffentlicht. Zudem wurde 2020 auf Basis dieses
Berichts und mit Fördergeldern und unter Federführung des Amtes für Internationales und
Globale Nachhaltigkeit ein erster Lokalbericht zu den nachhaltigen Entwicklungszielen
(Voluntary Local Review, kurz VLR) veröffentlicht. Bonn war damals weltweit unter den
ersten 40 Kommunen, die einen solchen VLR vorgelegt haben, um die zentrale Bedeutung
von Kommunen für die Umsetzung der SDGs zu dokumentieren, und fand damit
international viel Aufmerksamkeit. In einem Pilotprojekt wurde 2021/22 wurde 2021/22
ebenfalls unter Federführung des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit der
Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) des Rates für Nachhaltige Entwicklung in
Bonn erprobt (DS 221272). Ziel dieses Berichtformats ist, die bessere Vergleichbarkeit unter
den Kommunen zu ermöglichen. Aus dem BNK ging auch eine zweite Version des Voluntary
Local Review 2022 hervor.
2.2. Weiterentwicklung und Digitalisierung
Die Erfahrung mit dem Bonner Nachhaltigkeitsbericht, dem BNK sowie den VLRs zeigte,
dass die kommunale Nachhaltigkeitsberichterstattung an die aktuellen internationalen und
bundesweiten Entwicklungen angepasst werden sollte. Für eine zeitgemäße und
wirkungsvolle Berichterstattung ist es erforderlich, die Datenerfassung und Bereitstellung
von Stichtagen zu entkoppeln. Daten zur nachhaltigen Entwicklung Bonns sollen
zielgerichtet und möglichst tagesaktuell erfasst werden und Verwaltung, Stadtgesellschaft
und politischen Entscheidungsträgern digital jederzeit zur Verfügung zu stehen. Neben einer
höheren Nutzbarkeit und Vergleichbarkeit ist auch eine bessere Datentransparenz ein
großer Mehrwert.
Im März 2023 initiierte die Verwaltung zu diesem Zweck ein Projekt zur Digitalisierung und
Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Neben dem federführenden Amt für
Umwelt und Stadtgrün sind das Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit, das
Stadtplanungsamt, das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation sowie das
Programmbüro Mobilitätswende intensiv beteiligt.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung soll zukünftig in Form eines so genannten Dashboards
zugänglich gemacht werden. Ein Dashboard ist eine grafische Benutzeroberfläche, um
Ergebnisse aus Datenanalysen bedarfsgerecht und auf einem Blick in Grafiken zu
visualisieren. Die Darstellung erfolgt im Rahmen der Webseite www.bonn.de und kann dort
mit vielen Hintergrundinformationen wie Analysen, Themenseiten, ProjektinformationenSeite 4 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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angereichert werden. Ein gutes Beispiel bietet hier die Stadt Regensburg:
https://zukunft.regensburg.de/
Das Bonner Nachhaltigkeits-Dashboard soll im Rahmen des neuen Urban Data
Managements (UDM) des Amtes für Bodeninformation und Geodatenmanagement
entstehen, sodass die Datenerfassung und -verwaltung im Rahmen des städtischen
Geodatenmanagements sichergestellt wird. Die Programmierung der Dashboard-
Anwendung erfolgt bis April 2024 durch einen externen Dienstleister. Dabei haben oberste
Priorität die optimale Kompatibilität der Anwendung mit der Urban Data Plattform, die
Integration auf der bonn.de-Website, sowie die Möglichkeit zur stetigen Anpassung durch
stadtinterne Mitarbeiter*innen.
Im Rahmen des Projektes kann bis zum zweiten Quartal 2024 ein Grundgerüst eines
Nachhaltigkeits-Dashboards mit einer Auswahl an Indikatoren fertiggestellt werden.
Anschließend können sukzessive die weiteren Indikatoren des bisherigen
Nachhaltigkeitsberichtes überprüft, ggf. angepasst und hinzugefügt werden.
Neben dem geplanten Nachhaltigkeits-Dashboard soll innerhalb der Stadtverwaltung auch
eine weitere Dashboard-Anwendung zur Präsentation von kommunalen Klimadaten
entwickelt werden. Die Federführung für den sogenannten „Klima-Kompass“ liegt beim
Programmbüro klimaneutrales Bonn 2035 (OB-23). Die Entwicklung der Dashboard-
Anwendungen erfolgt in enger Abstimmung und beruht auf der gleichen technischen Basis.
Die Verwaltung wird im Laufe des Jahres 2024 in einer eigenen Mitteilungsvorlage über die
Weiterentwicklung und Digitalisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung informieren.Seite 5 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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3. Fair Trade Town
Bonn ist seit 2010 als Fair Trade Town zertifiziert und fördert in diesem Kontext mit
verschiedenen Aktivitäten den Fairen Handel in der Stadt. Im Fokus stehen hier
Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, Wirkung in die Stadtverwaltung selbst sowie
Anbindung der Akteur*innen des Fairen Handels an die Verwaltung.
3.1. Faire Woche
Der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Fairer Handel liegt in der Durchführung der
bundesweiten Fairen Woche, im vergangenen Jahr vom 15. bis 29. September mit dem
inhaltlichen Schwerpunkt „Klimagerechtigkeit“. Das Büro für lokale Nachhaltigkeit motiviert
Initiativen zur Teilnahme und veröffentlicht deren Veranstaltungen in einem gemeinsamen
Programmheft, das Interessierten zur Verfügung gestellt wird und auch online Auskunft gibt.
Wie im Vorjahr konnte auf rund 30 Veranstaltungen aufmerksam gemacht werden, von
fairem Café über Filmvorführung und Vorträge bis hin zu Kennenlernrabatten im Handel.
Zudem wurde die Faire Woche auf Megalights, Infoscreens und Innenwerbeflächen in
Stadtbussen beworben.
Das Programmheft zur Fairen Woche 2023 © Britta Amorin
Als Auftakt zur Fairen Woche organisierte das Büro für lokale Nachhaltigkeit erneut das
Nachhaltigkeitsfestival Bonn – Rundum nachhaltig, das an späterer Stelle in einem
eigenen Punkt aufgeführt wird.
Alle Informationen zur Fairen Woche werden unter www.bonn.de/themen-
entdecken/umwelt-natur/faire-woche.php auf der städtischen Homepage bereitgestellt.
3.2. Veranstaltungen und Aktionen außerhalb der Fairen Woche
Vier Veranstaltungen im Verlauf des Jahres ergänzten den Veranstaltungsschwerpunkt
Faire Woche. Dazu gehörten zwei Mal (Gratis-)Ausschank von fair gehandeltem Kaffee
(plus weiterer Getränke, Kekse und Schokoladentäfelchen zum Probieren) im Stadthaus-
Foyer in Kooperation mit dem gemeinnützig agierenden Weltladen. Beide Angebote
richteten sich vorrangig an die Mitarbeiter*innen, um ihnen auch für den Etageneinkauf das
faire Angebot in diesem Segment näher zu bringen. Ergänzt wurde das Angebot von
Infomaterial zu gerechtem Handel und fairer Arbeit.Seite 6 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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Im Oktober lud das Büro für lokale Nachhaltigkeit gemeinsam mit dem Kooperationspartner
Oikocredit Westdeutscher Förderkreis zu einem Vortrag in das Haus der Bildung ein. Der
Autor Frank Hermann ging bei seiner Präsentation zu dem Thema Klimagerechtigkeit auf
den Zusammenhang von Wohlstand und CO2-Ausstoß ein. Nach seinem Vortrag
diskutierten der Autor und eine Vertreterin von Oikocredit Westdeutscher Förderkreis über
die Perspektiven und Chancen von Klimagerechtigkeit, die Moderationsleitung hatte das
Büro für lokale Nachhaltigkeit.
Flyer zur Veranstaltung zur Klimagerechtigkeit im Haus der Bildung © Stadt Bonn
Angebot am Kaffeestand im Stadthaus-Foyer © WeltladenSeite 7 von 22
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Abgeschlossen wurde das Jahr im Dezember mit einer Ausstellung in Zusammenarbeit mit
dem Südwind Institut im Stadthaus-Foyer unter dem Titel: „Der Freiheit so fern: Kinder- und
Zwangsarbeit im 21. Jahrhundert“. Auf 18 Roll-Ups problematisierte Südwind hier die
Situation von mehr als 160 Millionen Kindern, die weltweit aufgrund von steigender Armut,
bewaffneten Konflikten und regionalen Auswirkungen der Klimakrise zum Arbeiten
gezwungen sind.
Flyer zur Ausstellung von Südwind © Südwind
3.3. Umfrage
Im Februar startete das Büro für lokale Nachhaltigkeit eine Umfrage zum fairen Handel in
Bonn, die sich an die Bonner Stadtgesellschaft richtete. Aufgerufen zur Beteiligung wurde
über definierte Verteilerkreise, das Intranet, die Microsite „Bonn – Rundum nachhaltig“
sowie den Instagram-Kanal. Es beteiligten sich insgesamt knapp 400 Personen.
Es zeigte sich, dass einem erheblichen Anteil (knapp 40 Prozent) nicht bekannt war, dass
Bonn den Titel Fair Trade Town trägt, ebenso hatten viele keine Kenntnis vom inhaltlichen
Schwerpunkt des fairen Handels. Als größtes Hindernis, fair gehandelte Produkte zu
kaufen, wurde wiederholt auf den Preis Bezug genommen sowie auf fehlende Auswahl –
das lässt auch auf Informationsdefizite schließen. Als wichtige Bereiche des städtischen
Handelns wurden gesehen: Bildungseinrichtungen (Schulen, Kindergärten), generelle
Informations- und Aufklärungsarbeit und immer wieder der städtische Einkauf selbst.
3.4. Vernetzungen
Von der Koordinierungsstelle Kultur und Nachhaltigkeit im Dezernat IV/Sport und Kultur
wurde ein neuer Kreis eingerichtet mit dem Titel „Arbeitsgespräch Nachhaltigkeit“, mit demSeite 8 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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ein übergreifender und regelmäßigen Austausch zum Thema Nachhaltigkeit gegeben sein
soll.
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit hat sich an diesen Arbeitsgesprächen sowie an einem
Workshop zur nachhaltigen Kulturstrategie im Rahmen der Bonner Bürgerbeteiligung
beteiligt.
3.5. Strategieberatung und Prozessbegleitung fairer Handel
Die Beratung durch eine Agentur im Rahmen eines Projekts von Engagement Global zur
Strategiefindung und zum Prozessbeginn für faire Beschaffung wurde fortgesetzt. In einem
ämterübergreifenden Workshop konnten im September erste Projekte definiert werden,
deren Umsetzung verschiedenen Akteur*innen zugeordnet wurde. Das Büro für lokale
Nachhaltigkeit hat gemeinsam mit Vergabe und Beschaffungswesen von Stadtgrün die
Aufgabe übernommen, eine Abfrage der Zuständigkeit für Beschaffungen in den einzelnen
Ämtern zu realisieren. Das Ziel: ein Netzwerk mit allen Ämtern zu schaffen, das dem
Wissenstransfer dienen soll und der Zusammenführung von Informationen an zentraler
Stelle, um Kolleg*innen zu finden und zu vermitteln, die bei bestimmten Produkten
Information suchen bzw. Erfahrung haben. Im Rahmen kollegialer Beratung hat sich das
Büro für lokale Nachhaltigkeit auch mit verschiedenen Anfragen aus dem Haus zu
nachhaltigen Produkten und ökofairen Herstellern befasst.Seite 9 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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4. Bio-Stadt
Die Aktivitäten der Bio-Stadt Bonn werden im Büro für lokale Nachhaltigkeit koordiniert.
Zentrale Aufgaben sind die
- Beratung anderer Fachbereiche innerhalb der Stadtverwaltung als auch
zivilgesellschaftlichen Akteur*innen,
- die Vernetzung der verschiedensten Beteiligten der in Bonn engagierten Initiativen
im Bio- und Ernährungsbereich,
- die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und
- die Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die Aufklärung und
Bewusstseinsbildung zur gesunden und regionalen Ernährung mit Bio-Lebensmitteln
in der Bonner Bevölkerung.
4.1. Mehr Bio in Bonner Kinder- und Senioreneinrichtungen
2023 wurden auf Bundesebene umfassende Gesetzesänderungen für die Außer-Haus-
Verpflegung (AHV) angekündigt. Die im Oktober 2023 in Kraft getretene Bio-AHV-
Verordnung regelt in Deutschland die Kontrolle und Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln
in der Außer-Haus-Verpflegung neu und hat das Ziel, dass die eingesetzten Bio-Anteile für
die Tischgäste besser sichtbar gemacht werden. Durch die Mitgliedschaft im Netzwerk der
Bio-Städte konnte die Verwaltung stetig aktuelle Informationen an die beteiligten
Fachbereiche in Schul- und Jugendamt sowie den städtischen Seniorenzentren weiterleiten
und über die aktuellen Entwicklungen und Veranstaltungen wie den bundesweiten Tag der
Schulverpflegung oder spezifische Fortbildungen informieren.
Die Abstimmung innerhalb der Verwaltung zu aktuellen Ausschreibungen im Rahmen der
Gemeinschaftsverpflegung sowie dem darin realisierten Bio-Anteil erfolgt wie gewohnt im
Rahmen einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe zur Gemeinschaftsverpflegung, die auch
2023 tagte. Das Büro für lokale Nachhaltigkeit wird im Rahmen einer separaten
Mitteilungsvorlage über den Sachstand berichten.
4.2. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn
Im Berichtsjahr haben das Amt für Umwelt und Stadtgrün sowie das Amt für
Wirtschaftsförderung intensiv zusammengearbeitet, um das Ziel einer nachhaltigen
Bewirtschaftung der städtischen landwirtschaftlichen Flächen in Bonn voranzutreiben. Diese
Zusammenarbeit erfolgte im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe (AG)
„Landwirtschaftliche Pachtverträge“.
Auf Basis von Erfahrungen und Grundlagen aus dem Netzwerk der Bio-Städte wurde der
Prozess für die Entwicklung von Bonn spezifischen Kriterien für die Neuverpachtung von
landwirtschaftlich genutzten Flächen im städtischen Eigentum initiiert. Die Kriterien für die
Verpachtung sollen neben der zertifizierten ökologischen Bewirtschaftung auch soziale und
gesellschaftliche Aspekte sowie Aspekte des Natur- und Artenschutzes beinhalten. Das
federführende Amt für Wirtschaftsförderung wird in einer separaten Mitteilungsvorlage über
die Entwicklung des Kriterienkatalogs für Neuverpachtungen berichten.Seite 10 von 22
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Die Herausforderungen auf dem Messdorfer Feld, insbesondere die großflächige
Ausbreitung der Ackerkratzdistel und starke Verunkrautung, wurden in der zweiten Hälfte
des Berichtsjahres intensiv behandelt. Zur Problemlösung wurde seitens des
federführenden Amtes für Wirtschaftsförderung das Amt für Umwelt und Stadtgrün sowie
insbesondere die Landwirtschaftskammer NRW hinzugezogen und Schritte zur Sanierung
der Fläche initiiert. Das federführende Amt für Wirtschaftsförderung wird über die weitere
Entwicklung in einer separaten Mitteilung informieren.
4.3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner
Sowohl im Winter- als auch Sommersemester der VHS gab es wieder je eine
Veranstaltungs-Reihe „Biologische Vielfalt in der Stadt“, die gemeinsam von der Unteren
Naturschutzbehörde der Stadt Bonn und dem Büro für lokale Nachhaltigkeit thematisch
gestaltet wurde.
Die Kampagne „Bonn i(s)st gut“, die durch den Bürgerhaushalt initiiert und letztes Jahr im
Herbst gestartet ist, läuft weiter. Mit Plakaten auf verschiedenen Werbeflächen in der
Öffentlichkeit werden die Bonner*innen quartalsweise über saisonale Gemüse- und
Obstsorten informiert. Zusätzlich gibt es Tipps zur Lagerung, Haltbarmachung und
Verwertung. Beworben wird auf Megalights für die Dauer von einer Woche, Infoscreens an
Hauptbahnhof und Stadthalle Bad Godesberg für die Dauer von zehn Tagen und
Innenwerbeflächen in Stadtbussen für die Dauer von einem Monat. Zu jedem geschalteten
Motiv erfolgt eine entsprechende Aktualisierung auf der Landing Page der Kampagne mit
Hintergrundinformationen zum jeweiligen Thema und Lebensmittel.
Programmflyer der Veranstaltungs-Reihe © Stadt BonnSeite 11 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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Im Zuge des Internationalen Tags des Kampfes gegen Lebensmittelverschwendung am 29.
September 2023 präsentierten sich die Bio-Stadt Bonn, die EU-Kommission
Regionalvertretung Bonn und foodsharing Bonn gemeinsam mit einem Stand beim
BonnFest. Der Stand wurde möglich im Rahmen der erstmaligen Kooperation der Bonner
SDG-Tage, die jährlich vom Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit organisiert
werden, mit der City-Marketing zum Bonn-Fest, um ein eigenes Segment für Bonner
Initiativen zur Umsetzung der SDGs zu schaffen. Mit dem Stand informierten die drei
Institutionen interaktiv über das Thema Lebensmittel, angefangen beim Einkauf bis hin zur
Verwertung von Lebensmittelresten. Der Stand war während des BonnFests am Freitag von
12 bis 19 Uhr, am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Bio-Stadt Bonn startete beim BonnFest eine
neue Aktion zum Aufbau eines regionalen und
saisonalen Kochbuchs.
Ziel dieser Aktion ist es, kreative Rezepte mit
saisonalen Lebensmitteln aus der Region zu
sammeln und bereitzustellen. Bürgerinnen und
Bürger sind eingeladen, ihre eigenen Rezepte
beizusteuern unter: www.bonn.de/themen-
entdecken/umwelt-natur/kochbuch.php
Werbeflächen in der Bonner Innenstadt © Stadt Bonn
Foto: Isabel NaguibSeite 12 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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Das Büro für lokale Nachhaltigkeit ermöglichte für Kinder im Alter von vier
bis sieben Jahren theaterpädagogische Vorführungen mit dem Titel "Das
Geheimnis der Gemüsesuppe". Dieses interaktive Programm wurde vom
GORILLA Theaterensemble aus Köln entwickelt und durchgeführt. Jede
Vorführung hatte eine Dauer von 45 Minuten und richtete sich an maximal
25 Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren. Das Büro für lokale
Nachhaltigkeit übernahm die Kosten für insgesamt 16 Vorführungen in
städtischen Kitas und konnte so zur Bewusstseinsbildung für eine
nachhaltige und gesunde Ernährung beitragen.
4.4. Sonstige Bio-Stadt-Aktivitäten
Internationale Grüne Wochen und BioFach
Im Rahmen der Bio-Stadt-Tätigkeit gibt es eine Reihe an Aktivitäten, die für die
Mitgliedsstädte obligatorisch sind und der Vertiefung des Netzwerkgedankens dienen. Dazu
gehört die Teilnahme an den Internationalen Grünen Wochen in Berlin und an der
BioFach-Messe in Nürnberg. Im Rahmen der Nürnberger Messe findet normalerweise
jedes Jahr der Kongress für die Bio-Städte „StadtLandBio“ statt. Im Jahr 2023 fand der
Kongress „StadtLandBio“ nicht statt.
Im Rahmen der Grünen Woche in Berlin betreute die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn den
gemeinsamen Stand des Bio-Städte-Netzwerkes im Rahmen des Messeauftritts des
Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).
Eindrücke von der Grünen Woche 2023, Foto: m&p: public relations GmbH
Mitarbeit in der AG zur Aktualisierung und Überarbeitung Praxisleitfaden des Biostädte-Netzwerks
„Mehr Bio in Kommunen“
Die Mitglieder des Netzwerks setzen sich mit zahlreichen Projekten und Aktivitäten dafür
ein, Bio in ihren Kommunen voranzubringen. Gleichzeitig bietet das Netzwerk anderen
Foto: Dr. Darya HirschSeite 13 von 22
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Städten und Gemeinden Unterstützung auf ihrem Weg zur Bio-Stadt an. Eine mögliche
Unterstützung bietet der Praxisleitfaden "Mehr Bio in Kommunen", der bisher einzige
Leitfaden, der sich explizit an Städte und Gemeinden richtet. Der Leitfaden ist das Ergebnis
des Projekts "Strategien zur erfolgreichen Einführung von Biolebensmitteln im
Verpflegungsbereich von Kommunen" (Kurztitel: "Mehr Bio in Kommunen"), das im Jahr
2015 ins Leben gerufen wurde. Die Resonanz auf den Leitfaden war erfreulich groß und
sämtliche gedruckten Exemplare sind bereits seit einiger Zeit vergriffen. Zurzeit erfolgt eine
Aktualisierung des Leitfadens, u.a. zwecks Anpassung an aktuelle gesetzliche
Rahmenbedingungen. Mit der Fertigstellung des überarbeiteten Praxisleitfaden wird im
Laufe des Jahres 2024 gerechnet.
Das Projekt "Mehr Bio in Kommunen" und der dazugehörige Leitfaden haben den Anspruch,
alle relevanten Verpflegungsanlässe im kommunalen Kontext anzusprechen. Neben
kommunalen Einrichtungen gehören dazu auch städtische Kantinen sowie öffentliche
Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe. Das Vorhaben richtet sich an
Entscheidungsträger*innen, Vergabe- und Dienststellen sowie Küchenteams, um alle
entsprechenden Verantwortlichen und Mitarbeiter*innen einzubinden und ihnen die Bio-
Beschaffung und -Verwendung zu erleichtern.
Umsetzung Klimaplan
Mit dem Bonner Klimaplan wurde der Steckbrief 3.6.1.1 Potenzialanalyse,
Informationskampagnen sowie Förderprogramme zur Stärkung der örtlichen Landwirtschaft
beschlossen. Die Umsetzung erfolgt federführend durch das Büro für lokale Nachhaltigkeit
im Amt für Umwelt und Stadtgrün.
Zur Umsetzung der Maßnahme wurden im Jahr 2023 vorbereitend Grundlagen ermittelt. Zur
Förderung der Solidarischen Landwirtschaften fand im Dezember 2023 ein erster
Informationsaustausch mit den örtlichen Solidarischen Landwirtschaften Bonn und Alfter
statt. Sobald die zugehörige und notwendige Personalstelle ausgeschrieben und besetzt ist,
wird die weitere Umsetzung im Laufe des Jahres 2024 forciert.Seite 14 von 22
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5. Festival „Bonn – Rundum nachhaltig“ 2023
Erneut konnte zum Auftakt der bundesweiten Fairen Woche im September das inzwischen
gut bekannte Nachhaltigkeitsfestival „Bonn – Rundum nachhaltig“ auf dem Bonner
Münsterplatz stattfinden. Mit dem Dreiklang bio, regional und fair wendet sich das Büro für
lokale Nachhaltigkeit auf der nichtkommerziellen Veranstaltung gegen Ausbeutung von
Mensch und Natur und spricht sich für eine andere Art der Lebensführung aus. Der
Einladung an die Bonner Stadtgesellschaft waren 2023 Jahr rund 40 Initiativen, Vereine,
Organisationen, Geschäfte und städtische Abteilungen gefolgt – von der Andheri-Hilfe über
die Greenwalker und Foodsharing bis hin zum Programmbüro Klimaneutrales Bonn 2035,
zum Freundeskreis Botanischer Garten der Universität und zur Verbraucherzentrale Bonn.
Sie alle präsentierten ihr Wirken und ihre Ideen den etwa 700 Besucher*innen – so zum
Beispiel über die Möglichkeit, selbst Dinge aus dem Haushalt zu reparieren, über den
wichtigen Einsatz für Wild- und Honigbienen, über fair gehandeltes Kunsthandwerk oder
über ökologische und faire Lebensmittel. Mehrere Verpflegungsstände sorgten mit bio-
regionalem Angebot für das leibliche Wohl.
Mit einem Flashmob des Jugendchors vom Theater Bonn startete das Bühnenprogramm,
es folgten Eröffnungsreden von der Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Dr. Stefan
Schmitz, dem Direktor des diesjährigen Jahrespartners der Stadt, der Organisation Crop
Trust. Nach Interviews zu Themen der Nachhaltigkeit und zum Jahresthema der fairen
Woche, der Klimagerechtigkeit, sowie nachfolgendem Höhepunkt am Mittag, der bereits
traditionellen Schau von schicker öko-fairer Kleidung von Bonner Labels und Geschäften,
ging es weiter mit mitreißender Weltmusik der lokalen Musiker*innen Astatine & Sobo.
Verschiedene Initiativen stellten auf der Bühne abschließend ihre Aktivitäten vor.
Für das Festival 2024 konnte der Münsterplatz bereits für den 21. September reserviert
werden.
Festival Bonn - rundum nachhaltig 2023 © Stadt BonnSeite 15 von 22
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6. Weitere Handlungsfelder / Projekte
6.1. „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier
Das Umweltbildungsprojekt „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“ führt das Büro für
lokale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post DHL
Group als Sponsor und der in Bonn ansässigen Tropenwaldstiftung OroVerde als
Fachpartner und Bildungsexperte bereits seit 2008 durch - im Jahr 2023 zum 15. Mal. Die
Aktion rund um die Themen Papierverbrauch, Papierrecycling und dem Blauen Engel als
Güte- und Prüfsiegel für Recyclingpapier richtet sich an alle fünften Klassen von Bonner
Schulen. Es geht darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler anhand der
bereitgestellten Materialien (Geschichtenposter mit spannenden wirklichkeitsnahen
Geschichten sowie farbenfrohe Tierpostkarten mit kniffligen Rätseln) mit einem
ressourcenschonenden Verbrauchsverhalten und insbesondere mit dem Thema
Recyclingpapier vertraut machen. Nach erfolgreichem Bearbeiten der Materialien und
Rätsel können die Klassen einen Lösungssatz einreichen. Unter allen richtigen
Einsendungen wurden in diesem Jahr wieder sechs Geldpreise à 150 Euro sowie zwei
Waldaktionen im Kottenforst verlost. 2023 gab es einen Teilnahmerekord! 40 Bonner
fünfte Klassen haben mit 1.089 Kindern teilgenommen.
Die Abschlussveranstaltung wird bereits seit mehreren Jahren regelmäßig von der
Deutschen Post DHL Group ausgerichtet und fand am 26. Mai 2023 mit Abordnungen der
ausgelosten Gewinner-Klassen der sechs Geldpreise im Post Tower statt. Bei der
Preisverleihung mussten sich die Kinder dann noch einmal einer besonderen
Herausforderung stellen: Jede Schüler*innengruppe präsentierte ihr Wissen zu einem
anderen Aspekt rund um das Thema Recyclingpapier. In kleinen Kurzvorträgen und
Rollenspielen und sogar mit einem selbst geschriebenen Sketch stellten die Kinder unter
anderem dar, woher unser Papier kommt und dass wir in Deutschland viel zu viel davon
verbrauchen.
Abschlussveranstaltung Paper Angels, Foto: Sascha Engst
Für die zwei Waldaktionen, die als Preise zusätzlich verlost wurden, konnte in diesem Jahr
die Stadtförsterei und das Haus der Natur als Ausrichter gefunden werden – in den
vergangenen Jahren hatte das teilweise ein Waldpädagoge vom Landesbetrieb Wald und
Holz übernommen – diese Möglichkeit besteht seit diesem Jahr leider nicht mehr. DieSeite 16 von 22
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diesjährige Aktion hat am 8.11. gemeinsam für beide Klassen stattgefunden. Es gab
verschiedene Stationen, die die Klassen getrennt voneinander an einem Vormittag
„durchliefen“ und zusätzlich konnte jede Klasse zwei Bäume pflanzen. Die Rückmeldungen
der Lehrpersonen war durchweg positiv. Die Stadtförsterei und das Haus der Natur haben
die Waldaktion so konzipiert, dass sie zukünftig in jedem Jahr genauso durchgeführt
werden kann.
Waldaktion Paper Angels © Miriam Heinzen, Clara-Schumann-Gymnasium
Die Preisgelder und die Druckkosten für die Wettbewerbs-Materialien (Poster und
Postkarten) werden regelmäßig von der Deutschen Post DHL Group übernommen. Die
Entwicklung der Poster und Postkarten sowie weiterer ergänzender Unterrichtsmaterialien
erfolgte durch OroVerde, die die Materialien auch aktuell hält. Die komplette Koordination
des Wettbewerbs liegt in den Händen des Büros für lokale Nachhaltigkeit.Seite 17 von 22
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Insgesamt haben die Veranstalter Stadt Bonn, Deutsche Post DHL Group und OroVerde
mit der Aktion „Paper Angels“ in den 15 Jahren über 13.000 Schülerinnen und Schüler in
Bonner Schulen erreicht.
Auch im Jahr 2024 soll die Aktion wieder stattfinden.Seite 18 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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6.2. Städtewettbewerb „Papieratlas“
Die Stadt Bonn ist im Rahmen des „Papieratlas“-Wettbewerbs
zum 14. Mal in Folge für ihren Einsatz von Recyclingpapier mit
dem Blauen Engel als eine der
„Recyclingpapierfreundlichsten Städte Deutschlands“
ausgezeichnet worden.
Bonn nutzt in Verwaltung und Hausdruckerei ausschließlich
Papier mit dem Blauen Umweltengel, dem Güte- und Prüfsiegel
für Papiere, die zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt werden.
Die Herstellung von Recyclingpapier spart rund 78 Prozent
Wasser, 68 Prozent Energie sowie 15 Prozent CO2-Emissionen gegenüber Frisch-
faserpapier (siehe Aktualisierte Ökobilanz für grafische Papiere des Umweltbundesamtes
– Factsheet 11/2022). Die Verwendung von Altpapier leistet zudem einen wichtigen Beitrag
zur Entlastung der Wälder.
2023 beteiligten sich 96 Groß- und Mittelstädte an dem Wettbewerb, der von der Initiative
Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem
Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und
Gemeindebund, dem Deutschen Landkreistag sowie dem Deutschen Hochschulverband
seit 2008 jährlich durchgeführt wird.
In den vergangenen 14 Jahren bewirkte Bonn durch den Einsatz von Recyclingpapier eine
Einsparung von mehr als 97 Millionen Litern Wasser und über 21 Millionen Kilowattstunden
Energie. Weitere Informationen hier abrufbar.
Weiterhin achtet das Büro für lokale Nachhaltigkeit darauf, dass hausintern
Recyclingpapier mit Blauem Umweltengel eingesetzt wird und gibt diese Anregung auch
an Kooperationspartner weiter.
Seit 2019 können sich auch Schulen von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation
mit dem Bundesumweltministerium als „Recyclingpapierfreundliche Schule“ auszeichnen
lassen (wenn die Schule mindestens 70 Prozent Büropapier mit dem Blauen Engel
verwendet). Das Büro für lokale Nachhaltigkeit weist die Schulen jährlich darauf hin.
Die Bonner Grundschulen KGS Am Domhof, Michaelschule sowie Münsterschule erhielten
bereits 2019 diese Auszeichnung, das Friedrich-List-Berufskolleg folgte 2021, die Robert-
Koch-Schule und der Grundschulverbund Marienschule-Nordschule im Jahr 2022. Im
Berichtszeitraum ließ sich die Gesamtschule Bonns Fünfte als „Recyclingpapierfreundliche
Schule“ auszeichnen.
Nähere Infos hierzu hier abrufbar.Seite 19 von 22
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6.3. Ökoprofit
Bereits seit 2007 wird Ökoprofit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelttechnik) in
Bonn durchgeführt. Ziel von Ökoprofit ist, durch ein modular aufgebautes Beratungs- und
Qualifizierungsprogramm die teilnehmenden Betriebe bei der Einführung und
Verbesserung des betrieblichen Umweltmanagements bei gleichzeitiger Kostensenkung
zu unterstützen. Die Palette der Umweltschutzprojekte in den Unternehmen reicht von
Maßnahmen der Energieeffizienz wie Heizungsoptimierung über die Einführung von
Videokonferenzen statt Dienstreisen bis hin zum Abfallmanagement. Die Durchführung
von Ökoprofit obliegt einem externen Umweltberatungsunternehmen.
Bisher gab es fünf Projektrunden: Die Projektrunden 2007/2008, 2008/2009 und
2011/2012 schlossen insgesamt 38 Bonner Unternehmen erfolgreich mit der
Auszeichnung „Ökoprofit-Betrieb“ ab. In der Projektrunde 2014 (gemeinsam mit dem
Rhein-Sieg-Kreis) waren es vier Unternehmen aus Bonn und zehn Betrieben aus dem
Kreis. An der 5. Projektrunde 2018/2019 konnten drei interessierte Unternehmen (zwei
davon aus Bonn) trotz Nichterreichens der geforderten Mindestanzahl an Unternehmen
für eine Förderung durch das Land NRW durch eine leichte Veränderung des Formats
(Zusammenlegung mit dem Ökoprofit-Klub) an einer „Hybridrunde“ teilnehmen.
Im Ökoprofit-Klub beschäftigten sich bereits zertifizierte Unternehmen mit der
Weiterentwicklung ihrer Umweltprogramme. An der Ökoprofit-Klubrunde Bonn/Rhein-
Sieg-Kreis nahmen im Jahr 2021 neun Unternehmen teil (davon acht aus Bonn) und
erlangten ihre Rezertifizierung.
Da sich weiterhin nicht genügend Unternehmen für eine neue Einsteigerrunde gefunden
haben, startete Anfang 2023 eine weitere Hybridrunde mit vier Klubbetrieben und zwei
Einsteigern, die im Jahr 2024 abgeschlossen wird.
Wie mit DS 221824 angekündigt, wird die Verwaltung mangels derzeitigen Interesses das
Projekt für Einsteiger aussetzen. Sollte eine neue Zielgruppe erschlossen werden oder
sich genügend Interessenten melden, kann jederzeit eine neue ÖKOPROFIT-
Einsteigerrunde angeboten werden.Seite 20 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
19
7. Veröffentlichungen
7.1. Newsletter
Newsletter „Bonn – Rundum nachhaltig“
Alle zwei Monate gibt das Büro für lokale Nachhaltigkeit den allgemeinen Newsletter zu
Nachhaltigkeitsthemen in Bonn heraus. Der Newsletter bietet Informationen zu den
Aktivitäten sowohl der Stadt Bonn selbst als auch der in Bonn aktiven Agenda-Initiativen,
-Gruppierungen, Vereine und Institutionen. Aktuelle Veranstaltungs- und Terminhinweise
runden die einzelnen Ausgaben ab. Zum Ende des Jahres 2023 wurde die Druckausgabe
des Newsletters eingestellt, so dass er ab 2024 ausschließlich als Online-Newsletter
erscheint und über bonn.de angeboten wird.
Unter www.bonn.de/newsletter können die Informationen zu „Bonn – Rundum nachhaltig“
kostenlos abonniert werden. Die jeweils aktuelle Ausgabe steht unter folgendem Link zur
Verfügung: www.bonn.de/newsletter/bonn-rundum-nachhaltig/bonn-rundum-nachhaltig-
10.phpSeite 21 von 22
Büro für lokale Nachhaltigkeit – Jahresbericht 2023
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Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“
Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind integrale Bestandteile der
Erziehung im Kindergarten und in der Schule. Mit dem Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“
bietet das Büro für lokale Nachhaltigkeit einen besonderen Informationsservice für
Pädagoginnen und Pädagogen in der schulischen und vorschulischen Bildung. Es wird auf
neue Unterrichtsmaterialien, interessante Veranstaltungen und Termine, aktuelle
Wettbewerbe und vieles mehr mit Bezug zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Fairer
Handel sowie Klimaschutz hingewiesen; viele Angebote sind kostenlos.
Im Jahr 2023 erschienen 14 Ausgaben des Newsletters „Nachhaltigkeit lernen“. Unter
www.bonn.de/newsletter kann der Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“ abonniert werden.
7.2. Webseite
Die Themenseite rundum-nachhaltig.bonn.de etabliert sich derzeit als
Präsentationsmedium für lokal engagierte Initiativen und Unternehmen. Voraussetzung für
die Aufnahme auf der Seite ist eine Kooperation mit dem Büro für lokale Nachhaltigkeit, an
erster Stelle das Festival Bonn – Rundum nachhaltig, aber auch durch gemeinsame
Vorträge etc. Derzeit sind auf der Webseite 67 Bonner Vereine und Initiativen in einer
Kurzvorstellung vertreten. Darüber hinaus sind auf der Seite alle Veranstaltungen des Büros
für lokale Nachhaltigkeit aufgeführt ebenso wie alle aktuellen Hinweise zum
Nachhaltigkeitsfestival.
7.3. Social Media
Um eine größere und auch jüngere Zielgruppe im Bonner Raum zu erreichen, wurde der im
Jahr 2020 gestartete Instagram-Kanal @bonnrundumnachhaltig weiter betrieben. Das Ziel
des Kanals ist es, mit Bonner Akteur*innen der Nachhaltigkeit zu vernetzen und bestehende
Partnerschaften zu vertiefen. In der Regel werden ein bis zwei Mal pro Woche neue Posts
zur lokalen Nachhaltigkeit allgemein und zu spezifischen Themen der Bio-Stadt und der Fair
Trade Town veröffentlicht. Im Vorfeld des Festivals "Bonn – Rundum nachhaltig" wurden
täglich die teilnehmenden Initiativen und Organisationen vorgestellt, ebenso wie die
beteiligten Musiker*innen und die Modegeschäfte /-labels der fairen Modenshow. Auch über
die Vorbereitungen und die Durchführung des Festivals wurde ausführlich berichtet.
Darüber hinaus wurde über den Kanal auf Veröffentlichungen des Büros für lokale
Nachhaltigkeit aufmerksam gemacht, wie zum Beispiel auf den Newsletter "Bonn – Rundum
nachhaltig", auf die Kampagne "Bonn is(s)t gut“ und zu Veranstaltungen eingeladen.
Insgesamt wurden 147 Stories (Kurzveröffentlichungen für 24 Stunden) und 66 Beiträge
veröffentlicht. Die Gesamtzahl der Follower beträgt 812 (+140 Follower im Vergleich zu
2022).
Der Facebook-Kanal "Bonn-Rundum nachhaltig" wurde 2023 geschlossen, um die
Aktivitäten auf den Instagram-Kanal @bonnrundumnachhaltig zu konzentrieren.Seite 22 von 22

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Datenstand: 03.11.2026, 01:46 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de