240063 · Mitteilungsvorlage
Sachstand kooperative Umsetzung des Klimaplans
Kerndaten
- Nummer
- 240063
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 26.01.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Kenntnisnahme
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 240063 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Sachstand kooperative Umsetzung des Klimaplans Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 14.02.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 05.03.2024 Kenntnisnahme Beirat Bürgerbeteiligung 15.03.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 21.03.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Der Klimaplan sieht eine umfangreiche Beteiligung der Bürger*innen auf dem Weg zur Klimaneutralität 2035 vor. Dies entspricht auch den Empfehlungen aus dem Mitwirkungsverfahren Bonn4Future. In den letzten Monaten wurden die Steckbriefe der Verwaltung entsprechend den politischen Änderungsbeschlüssen angepasst und es wurden Empfehlungen aus Bonn4Future integriert. Die Stabsstelle Bürgerbeteiligung hat die Aufgabe, die kooperative Umsetzung des Klimaplans insgesamt zu begleiten und wurde mit der federführenden Umsetzung von drei Steckbriefen beauftragt. Mit dieser Mitteilungsvorlage berichtet die Verwaltung über den aktuellen Stand der Konzeptentwicklung. Vorlagen für Umsetzungsbeschlüsse sollen im zweiten Quartal 2024 in die politische Beratung eingebracht werden. Steckbrief 1.1.1.1. (Governance) Bürger*innenbefragungen zur Klimaneutralität Dieser Steckbrief beschreibt stadtweite Befragungen bzgl. der Einstellungen der Einwohner*innen zum Klimawandel und der darauf bezogenen städtischen Maßnahmen. Ziel ist die systematische Erhebung von Daten zu Einstellungen der Stadtgesellschaft, Bedarfen und Hürden für individuelles Engagement im Bereich Klimaschutz und Anpassung an Klimawandelfolgen. Darüber hinaus soll die Akzeptanz der Bonner*innen von Klimaplanmaßnahmen gemessen werden. Damit sollen die Ergebnisse einerseits die Rolle eines wissenschaftlich fundierten Stimmungsbildes einnehmen, das zur Erfassung des Klimaplan- Gesamtfortschritts beiträgt, und gleichzeitig soll zum individuellen Handeln angeregt werden. Die Erhebungsmethoden umfassen eine schriftliche Haushaltsbefragung im gesamten Stadtgebiet sowie vertiefende Fokusgruppendiskussionen bzw. Einzelinterviews. Die Arbeitspakete für 2024 gliedern sich auf in Konzeption, Durchführung und Auswertung der Erhebung. Das Detailkonzept wird in enger Abstimmung mit der Verwaltung externSeite 1 von 6 Seite 2 erarbeitet und vor Beginn der Befragungsdurchführung den politischen Gremien zur Beratung bzgl. Umsetzungsbeschluss vorgelegt werden. Die erste Befragung ist für den Sommer 2024 geplant, mit wiederholten Durchführungen (vsl. alle zwei Jahre) in den Folgejahren bis 2035. Die Auswertung der ersten Daten ist für den Herbst 2024 geplant und umfasst neben einer wissenschaftlichen Veröffentlichung konkrete Empfehlungen für die Verwaltung. Um Dopplungen zu vermeiden und Synergien zu vorangegangenen Befragungen zu nutzen, wurden zunächst vergangene Erhebungen und bestehende Datensätze im Untersuchungsgebiet recherchiert. Während im Bereich Klimaschutz für Bonn bislang kaum Daten verfügbar sind, kann im Bereich der Klimaanpassung auf bestehende Umfragedaten aufgebaut werden. Hier finden sich auch Synergien zum aktuell in Erarbeitung befindlichen Klimaanpassungskonzept (DS 231893). Durchführung und Auswertung werden im zweiten Quartal 2024 gesondert ausgeschrieben. Das im Steckbrief vorgesehene Gesamtvolumen beträgt 50.000 EUR für die Jahre 2023/24. Der Personalbedarf wird auf 0,25 VZÄ geschätzt. Neben der Stabsstelle Bürgerbeteiligung und dem Programmbüro klimaneutrales Bonn 2035 sind verwaltungsseitig der Bereich Klimaanpassung und -vorsorge des Amts für Umwelt und Stadtgrün sowie die Statistikstelle beteiligt. Steckbrief Nr. 1.3.1.1 (Governance) Beteiligungs- und Mitwirkungsformate zur Begleitung des gesamtstädtischen Transformationsprozesses Dieser Steckbrief umfasst die Entwicklung und Steuerung kooperativer Umsetzungsformate des Klimaplans. Die erfolgreichen Beteiligungsformate rund um Bonn4Future sollen dezentralisiert und verstetigt werden. Dabei sollen Zugangsbarrieren für bislang im Beteiligungsprozess unterrepräsentierte Gruppen abgebaut werden. Es sollen innovative Mitwirkungsansätze, insbesondere in Form von "kooperativen Räumen", eingeführt werden. Hierbei liegt der Fokus darauf, in Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Als zentrales Format sollen bereits im Jahr 2024 fünf Zukunftsforen (Arbeitstitel) ausgerichtet werden. Diese sollen ergänzt werden durch regelmäßige Klimagespräche und weitere niedrigschwellige Informations- und Mitwirkungsangebote. Vier der Zukunftsforen sollen auf Quartiersebene in den in Steckbrief 2.1.1.1. spezifizierten Bönnschen Klimavierteln (s.u.) durchgeführt werden. Über den Sommer 2024 verteilt soll jedes Klimaviertel ein eigenes Zukunftsforum mit spezifischem inhaltlichem Schwerpunkt ausrichten. Auch Formate können so entsprechend dem sozialräumlichen Kontext gewählt werden. Zum Ende des Jahres soll zudem ein großes gesamtstädtisches Zukunftsforum die Ergebnisse aus den Quartieren zusammenführen. Bei allen fünf Zukunftsforen sollen zufällig ausgewählte Bürger*innen sowie Engagierte und Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, organsierter Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik gemeinsam Strategien und Empfehlungen für die klimaneutrale Transformation im Quartier erarbeiten. Das Beteiligungsformat der Klimaforen aus Bonn4Future wird somit verstetigt, thematisch erweitert und in die einzelnen Quartiere getragen. Der Fokus verschiebt sich von der Erarbeitung eines gemeinsamen Ziels – Klimaneutralität 2035 – nun auf die Ausgestaltung der gemeinsamen Umsetzung.Seite 2 von 6 Seite 3 Um die Mitwirkungsangebote zu koordinieren und als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft zu fungieren, plant die Stabsstelle Bürgerbeteiligung die Gründung eines „Arbeitskreis Mitwirkung klimaneutrales Bonn" (Arbeitstitel). Dieser soll kooperative Konzepte für die Umsetzung des Klimaplans entwickeln und koordinieren, sowohl auf gesamtstädtischer als auch auf Quartiersebene. Der AK, bestehend aus Mitgliedern der Zivilgesellschaft, Verwaltung und Vertreter*innen der Klimaquartiere, soll eine aktive Rolle als Impulsgeber für neue Mitwirkungsansätze übernehmen. Seine Aufgaben umfassen die Mitgestaltung bei den geplanten Zukunftsforen und die Entwicklung übergreifender kooperativer Ansätze sowie flankierender Kommunikationskonzepte. Nach Auswahl der Quartiere für Steckbrief 2.1.1.1 (s.u.) sollen Vertreter*innen aller vier Klimaviertel im Arbeitskreis mitwirken. Er trifft sich vsl. in monatlichem Turnus. Die Moderation erfolgt gemeinsam durch jeweils eine*n Vertreter*in aus der Zivilgesellschaft und der Stabsstelle Bürgerbeteiligung, wobei fachliche Expertise und Unabhängigkeit für die Moderation aus der Zivilgesellschaft vorausgesetzt werden. Der AK soll eng mit bestehenden Gremien verzahnt werden. Dies gilt insbesondere für den Klimaschutzbeirat, den Beirat Bürgerbeteiligung sowie den neuen Kinder- und Jugendbeirat. Sobald er die Arbeit aufgenommen und weitere Konkretisierungen der Steckbriefausgestaltung vorgenommen hat, werden die Vorschläge den Gremien für einen Umsetzungsbeschluss vorgelegt (Q1/Q2 2024). Zusätzlich zu der konkreten Entwicklung von Mitwirkungsformaten ist in diesem Steckbrief die Qualifizierung und Beratung der Fachämter vorgesehen. Dafür plant die Stabsstelle für das Jahr 2024 eine Reihe von niedrigschwelligen Informations- und Vernetzungsworkshops mit interessierten Kolleg*innen. Diese sollen der weiteren Stärkung der Mitwirkungskultur insgesamt und der kreativen Ideenfindung für kooperative Umsetzungsmaßnahmen im Klimaplan dienen. Der Steckbrief ist mit einem Gesamtbudget 2023/24 von 400.000 EUR ausgestattet. In der Stabsstelle Bürgerbeteiligung ist eine halbe Stelle verortet, die im Oktober 2023 besetzt werden konnte. Neben der Stabsstelle Bürgerbeteiligung und dem Programmbüro klimaneutrales Bonn 2035 sind alle Fachämter mit Mitwirkungsmöglichkeiten im Klimaplan sowie die Zivilgesellschaft, insbesondere Kernakteur*innen von Bonn4Future, in diesem Steckbrief beteiligt. Steckbrief Nr. 2.1.1.1 (Gesellschaft) Bönnsche Klimaviertel – Räume für Innovation, Vernetzung und neues Handeln Dieser Steckbrief skizziert die Implementierung der Bönnschen Klimaviertel (Arbeitstitel, ehemals „Klimabüros im Quartier“). Diese Modellquartiere sollen durch den Aufbau und die Vernetzung nachhaltiger Strukturen die Transformation im direkten Lebensumfeld der Menschen fördern. Neben einer strukturellen Stärkung der Zivilgesellschaft werden in den Klimavierteln daher Anlaufstellen für die Bürger*innen geschaffen (Arbeitstitel „Zukunftszentren“, vgl. Bonn4Future-Empfehlung „Transformationszentren in allen Quartieren“). Zunächst werden 2024 vier Modellquartiere pilotiert und hinsichtlich Übertrag- und Skalierbarkeit geprüft. Die Maßnahmen in den Klimaquartieren können inSeite 3 von 6 Seite 4 drei unterschiedliche Ansätze gegliedert werden (s. Abb. in der beigefügten Anlage): 1. Veranstaltungen und Aktivitäten. In jedem Modellquartier sollen Veranstaltungen und Aktivitäten von der Stadt, aber auch von der organisierten Zivilgesellschaft und engagierten Bürger*innen geplant und umgesetzt werden. Ausgangspunkt für diese Aktivitäten sind primär die Zukunftszentren. Veranstaltungen und Aktivitäten können thematisch aus allen fünf Handlungsfeldern des Klimaplans hervorgehen. Dabei basieren Auswahl und Schwerpunktsetzung auf den spezifischen Bedarfen und Umsetzungsmöglichkeiten im Quartier. Die Veranstaltungen und Aktivitäten sollen möglichst viele Einwohner*innen des Quartiers erreichen. Diesen werden somit niedrigschwellige Handlungsmöglichkeiten angeboten, durch die ein erster wichtiger Berührungspunkt mit dem Thema Klimaneutralität entsteht. Beispiel "RepairCafé": In einem Quartier wird ein RepairCafé eingerichtet, in dem Bürger*innen ehrenamtlich kaputte Geräte reparieren und andere dabei unterstützen können. 2. Entwicklung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Die Zivilgesellschaft spielt eine entschiedene Rolle für den Transformationsprozess und wird daher gezielt darin unterstützt, sich für die Ziele des Klimaplans zu engagieren. Durch die Bereitstellung finanzieller Ressourcen sowie durch Angebote zur Netzwerkbildung, Beratung und Qualifizierung werden zivilgesellschaftliche Strukturen im Klimaviertel entwickelt und nachhaltig gestärkt. Den zivilgesellschaftlichen Akteur*innen soll somit die Möglichkeit gegeben werden, eigene Maßnahmen entlang aller fünf Handlungsfelder des Klimaplans zu entwickeln und umzusetzen. Beispiel "Bürger*innenSolarBeratung": Parents For Future Bonn setzt das Konzept der Bürger*innenSolarBeratung in Bonn um. In mehrtägigen Schulungen werden ehrenamtliche Solarberater*innen durch den Verein MetropolSolar ausgebildet. Im Anschluss an die Schulungen beraten diese kostenlos Hauseigentümer*innen in ihrer Nachbar*innenschaft hinsichtlich der Installation von Solarstrom- Anlagen auf dem Dach. Die Finanzierung der Schulungen übernimmt die Stadt. 3. Bürger*innenbeteiligung. Um eine aktive Mitgestaltung an der nachhaltigen Entwicklung des eigenen Lebensumfeldes zu ermöglichen, werden die Bürger*innen an einzelnen politischen Entscheidungen und Planungsprozessen entlang des Klimaplans beteiligt. Dabei werden die unterschiedlichen Formate der Beteiligung gemäß der Leitlinien Bürger*innenbeteiligung genutzt. Beispiele dieser „klassischen Bürger*innenbeteiligung" umfassen verkehrsplanerische Projekte, bei denen Einwohner*innen vor Ort sowie online auf Bonn-macht-mit.de die Möglichkeit haben, Anregungen zu städtischen Vorhaben zu geben. Zu diesen Vorhaben sollen in den Klimavierteln innovative Beteiligungsformate erprobt werden. Im Rahmen des Projekts INCLU:DE wird z.B. bei der Entwicklung und Auswertung der Formate ein besonderer Schwerpunkt auf das Thema Teilhabe/soziale Gerechtigkeit gelegt.Seite 4 von 6 Seite 5 Die Maßnahmen aller drei Ansätze werden in kooperativen Prozessen von Bürger*innen und Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft entwickelt. Dazu wird der oben genannte Arbeitskreis Mitwirkung klimaneutrales Bonn in die Koordination der Klimaviertel eingebunden. Dieses Vorgehen ermöglicht, dass Maßnahmen entlang der Bedarfe und Realitäten der Akteur*innen konzipiert werden und sich in das Gesamtbild der kooperativen Umsetzung des Klimaplans einfügen. Die Auswahl der Modellquartiere wird in vier Schritten entschieden: 1. Erste Eingrenzung geeigneter Quartiere je Stadtbezirk in Zusammenarbeit mit der Sozialplanung und Quartierentwicklung (50-33) und weiteren Akteur*innen, die bereits auf Quartiersebene aktiv sind. 2. Analyse der Quartiere anhand geeigneter Indikatoren hinsichtlich Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur, sozialer Infrastruktur, Klimabelastung und bisheriger Bestrebungen zur Klimaneutralität. 3. Prüfung, welche Potentiale für die Umsetzung unterschiedlicher Maßnahmen entlang der Handlungsfelder des Klimaplans in den Quartieren bestehen. 4. Finale Auswahl der Quartiere unter Berücksichtigung der Grundsätze a.) je ein Quartier pro Stadtbezirk b.) möglichst heterogene Zusammensetzung der Quartiere, um Implementierung unter unterschiedlichen Voraussetzungen testen zu können. Dieser Auswahlprozess soll unter Berücksichtigung begrenzter personeller und zeitlicher Ressourcen eine fundierte Auswahl erster Klimaviertel ermöglichen. Er wird von der Stabsstelle Bürgerbeteiligung in enger Abstimmung mit dem Amt für Soziales und Wohnen, Bereich Sozialplanung und Quartierentwicklung durchgeführt und den politischen Gremien zur finalen Entscheidung vorgelegt. Der Steckbrief sieht Mittel in Höhe von 1.050.000 EUR für die Jahre 2023/2024 vor. Die für die zentrale Koordination der Klimaviertel vorgesehene Stelle konnte im November 2023 in der Stabsstelle Bürgerbeteiligung besetzt werden. Neben der Verwaltung (Stabsstelle Bürgerbeteiligung, Programmbüro klimaneutrales Bonn 2035, Sozialplanung und Quartierentwicklung) sind in der Konzeptionsphase unter anderem die Bonner Energieagentur (vgl. DS-Nr. 231232), Verbraucherzentrale und diverse zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen auf Quartiersebene beteiligt. Anlage/n 1 Abbildung (öffentlich)Seite 5 von 6 Abb.: Konzeptionelle Rahmung der Bönnschen Klimaviertel (Arbeitsstand Januar 2024). Bildquelle: Bundesstadt Bonn - Stabsstelle BürgerbeteiligungSeite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:57 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de