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232347 · Beschlussvorlage

Feststellung des Jahresabschlusses des Theater der Bundesstadt Bonn 2022/2023 (01.08.2022 – 31.07.2023), Behandlung des Jahresverlustes und Entlastung der Betriebsleitung

Nummer
232347
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
07.02.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 13.03.2024 Empfehlung
  2. Sitzung des Kulturausschusses 05.03.2024 Empfehlung
  3. Sitzung des Rates 14.03.2024 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
232347
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
46 Theater der Bundesstadt Bonn
Dezernat:
Dez. IV
Feststellung des Jahresabschlusses des Theater
der Bundesstadt Bonn 2022/2023 (01.08.2022 –
31.07.2023), Behandlung des Jahresverlustes und
Entlastung der Betriebsleitung
Beratungsfolge
Kulturausschuss 05.03.2024 Empfehlung
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
13.03.2024 Empfehlung
Rat 14.03.2024 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Im Wirtschaftsjahr 2022/2023 wird ein Betrag in Höhe von 353.248,80 €
in die satzungsmäßige Rücklage des Theater Bonn eingestellt.
Der Jahresfehlbetrag, der sich zum Teil aus „nicht zu erstattenden Ge-
bäudeabschreibungen“ erklärt, wird aus der hierfür vorgesehenen all-
gemeinen Rücklage gedeckt (Jahresfehlbetrag 387.170,20 € abzüglich
Deckung aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 740.419,00 € er-
gibt eine Zuführung in die satzungsmäßige Rücklage in Höhe von
353.248,80 €).
2. Der Rat der Bundesstadt Bonn nimmt von dem Ergebnis der Prüfung
des Jahresabschlusses der bestellten Wirtschaftsprüfungs- und Steuer-
beratungsgesellschaft HLB Schumacher GmbH, Münster, Kenntnis und
stellt den Jahresabschluss 2022/2023 (01.08.2022 – 31.07.2023) - mit
einer Bilanzsumme in Höhe von 40.964.489,83 € und einer Zuführung in
die satzungsmäßige Rücklage in Höhe von 353.248,80 € - und den La-
gebericht in der vorliegenden Fassung fest.
3. Den Betriebsleitern des Theater der Bundesstadt Bonn, dem Generalin-
tendanten Dr. Bernhard Helmich und dem Kaufmännischen Direktor
Rüdiger Frings, wird gem. § 5 Abs. 5 Satz 2 EigVO NRW Entlastung er-
teilt.
Begründung
Der Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2022/2023 (01.08.2022 –
31.07.2023) der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung „Theater der Bundesstadt
Bonn“ ist vom Rat der Bundesstadt Bonn gemäß §§ 4c (Zuständigkeit des Ra-Seite 1 von 70
Seite 2
tes) und 26 Abs. 2 (Rechenschaft) der EigVO NRW vom 16.11.2004 und §§ 5
(Zuständigkeit des Rates) und 15 Nr. 3 (Jahresabschluss) der Satzung für das
Theater der Bundesstadt Bonn vom 11. Mai 1998 festzustellen.
Der Wirtschaftsplan 2022/2023 wurde vom Rat der Bundesstadt Bonn am 09.
Juni 2022 (DS-Nr.: 220886) beschlossen. Gegenüber dem geplanten Verlust in
Höhe von 3.379.257,00 € (nicht zu erstattende Gebäudeabschreibungen
740.419,00 € und einer Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage in Höhe
von 2.638.838,00 €) beträgt der tatsächliche Verlust 387.170,20 €.
Die nicht zu erstattende Gebäudeabschreibung in Höhe von 740.419,00 € wird
diesem Jahresverlust hinzugerechnet, sodass der satzungsmäßigen Rücklage
ein Betrag in Höhe von 353.248,80 € zugeführt wird. Ausweislich des beigefüg-
ten Jahresabschlusses zum 31.07.2023 beträgt die „Allgemeine Rücklage“
12.240.073,92 €. Der Stand der satzungsmäßigen Rücklage zum 31.07.2023
beträgt 7.292.843,11 €.
Insgesamt ist es gelungen, den Jahresverlust gegenüber der Planung zu redu-
zieren. Er erklärt sich u.a. durch folgende Faktoren:
Die Produktionen in der Spielzeit 2022/2023 sind vom Publikum deutlich besser
als prognostiziert angenommen worden. Allerdings haben die Auswirkungen
des Krieges in der Ukraine, vielseitige Kostensteigerungen sowie auch Veran-
staltungsausfälle aufgrund von Erkrankungen weiterhin einen großen Einfluss
auf das Theater Bonn. Die gestiegenen Energiekosten konnten durch die Ener-
giepreisbremse um ca. 388.000 € reduziert werden.
Die Überprüfung des dem Theater während der Pandemie bewilligten Kurzar-
beitergeldes hat zu keinerlei Beanstandungen und Rückforderungen geführt.
Die hierdurch mögliche Auflösung der hierfür gebildeten Rückstellung trägt in
Höhe von 1,0 Mio. € zur Reduzierung des Fehlbetrages bei.
******
Hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung, der Buchführung
und des Jahresabschlusses 2022/2023 sowie des Lageberichts haben sich
keine Beanstandungen ergeben, so dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
HLB Schumacher GmbH, Münster, unter dem 22.01.2024 für den Jahresab-
schluss und den Lagebericht des Eigenbetriebes „Theater der Bundesstadt
Bonn“ folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat:
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers:
An das Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss des Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn, -
bestehend aus der Bilanz zum 31. Juli 2023 und der Gewinn- und Verlustrech-
nung für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023 sowie
dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewer-Seite 2 von 70
Seite 3
tungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht des Thea-
ter der Bundesstadt Bonn, Bonn, für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2022
bis zum 31. Juli 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkennt-
nisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen
den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-
Westfalen i. V. m. den einschlägigen deutschen, für Kapitalgesellschaften gel-
tenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Thea-
ters zum 31. Juli 2023 sowie seiner Ertragslage für das Wirtschaftsjahr vom 1.
August 2022 bis zum 31. Juli 2023 und
• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage des Theaters. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in
Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den Vorschriften der Eigenbe-
triebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und stellt die Chan-
cen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des
Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 106 GO NRW sowie unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsät-
ze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung
nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lagebe-
richts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von
dem Theater der Bundesstadt Bonn unabhängig in Übereinstimmung mit den
deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben
unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prü-
fungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und
den Lagebericht
Die Theaterleitung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses,
der den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nord-
rhein-Westfalen in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Theaters vermittelt. Ferner ist die
Theaterleitung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Überein-
stimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung alsSeite 3 von 70
Seite 4
notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu
ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -
falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Theaterleitung dafür verant-
wortlich, die Fähigkeit des Theaters zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zu-
sammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlä-
gig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage
des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem ist die Theaterleitung verantwortlich für die Aufstellung des Lagebe-
richts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Theaters vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang
steht, den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nord-
rhein-Westfalen entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Ent-
wicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Theaterleitung verantwortlich für die
Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat,
um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwen-
denden Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nord-
rhein-Westfalen zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise
für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Betriebsausschuss, dessen Aufgaben der Kulturausschuss wahrnimmt, ist
verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des
Theaters zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresab-
schlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der
Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbe-
absichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein
zutreffendes Bild von der Lage des Theaters vermittelt sowie in allen wesentli-
chen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung ge-
wonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den Vorschriften der Eigenbetriebs-
verordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen entspricht und die Chan-
cen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresab-
schluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie
dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 106 GO NRW unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deut-
schen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung
eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesent-
lich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie ein-
zeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des
Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten be-
einflussen.Seite 4 von 70
Seite 5
Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter
https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/bestaetigungsvermerk/hgb-ja-non-pie
eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Diese Beschreibung
ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks.
******
Die Entlastung des Kulturausschusses als Betriebsausschuss wird in der Sit-
zung des Rates am 14.03.2024 unter der DS-Nr. 232348 behandelt.
******
Haushaltswirkung
Das Theater der Bundesstadt Bonn ist gemäß § 56 Abs. 6 der KomHVO NRW
mit der Eigenkapitalspiegelmethode zu bewerten. Zu beachten ist in diesem
Zusammenhang, dass das Theater ein abweichendes Geschäftsjahr hat und
insofern eine Fortschreibung bzw. Rückrechnung des Eigenkapitals zum 31.12.
eines Jahres erfolgen muss. Zu diesem Zweck stellt das Theater jährlich einen
Zwischenabschluss zum 31.12. eines Jahres auf.
Der Zwischenabschluss zum 31.12.2022 weist ein Eigenkapital von
32.381.883,60 € aus. Gemäß § 9 KomHVO NRW ergibt sich in Höhe der Diffe-
renz zum Buchwert des Theaters in der städtischen Bilanz (33.497.839,53 €)
ein Abschreibungsbedarf des städtischen Buchwertes (1.115.955,93 €).
Anlage/n
1 Prüfungsbericht - Jahresabschluss Theater Bonn -Testat 2023 (öffentlich)
2 Gesamtjahresstatistik 2022_23 Ausschuss (öffentlich)
3 Vergaben 2. Halbjahr 2022_23 (öffentlich)
4 Zwischenbilanz zum 31.12.2022 (öffentlich)Seite 5 von 70
T e s t a t s e x e m p l a r
z u r
Prüfung des Jahresabschlusses
zum 31. Juli 2023
und des
Lageberichtes 2022/2023
der
Theater der Bundesstadt Bonn,
BonnSeite 6 von 70
Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn
Bilanz zum 31. Juli 2023
AKTIVA
31.07.2023
€
31.07.2022
€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten 6.284,00 7.809,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 25.323.722,17 26.099.277,17
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.127.156,00 1.311.634,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.267.315,45 2.121.957,74
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 284.274,41 255.059,52
29.002.468,03 29.787.928,43
29.008.752,03 29.795.737,43
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 295.933,03 272.190,60
2. Theaterfundus 62.791,21 58.898,82
358.724,24 331.089,42
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen Bundesstadt Bonn und andere Eigenbetriebe 9.309.402,79 9.463.372,45
2. Sonstige Vermögensgegenstände 2.049.781,45 2.168.161,08
11.359.184,24 11.631.533,53
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 73.757,04 71.820,12
11.791.665,52 12.034.443,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 164.072,28 159.544,41
40.964.489,83 41.989.724,91
PASSIVA
31.07.2023
€
31.07.2022
€
A. Eigenkapital
I. Stammkapital 12.800.000,00 12.800.000,00
II. Rücklagen
1. Allgemeine Rücklage 12.240.073,92 12.980.492,92
2. Satzungsmäßige Rücklage 7.292.843,11 6.939.594,31
3. Investitionsrücklage 40.007,98 40.007,98
19.572.925,01 19.960.095,21
32.372.925,01 32.760.095,21
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 4.259.629,18 4.649.619,36
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 2.226.150,00 3.045.250,00
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 327.269,32 193.037,85
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 836.925,93 526.120,31
3. Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesstadt Bonn 54.294,00 43.699,00
4. Sonstige Verbindlichkeiten 564.292,89 540.004,98
- davon aus Steuern: € 196.895,38 (i.Vj.: € 263.523,16)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 133.685,35 (i.Vj.: € 124.421,60)
1.782.782,14 1.302.862,14
E. Rechnungsabgrenzungsposten 323.003,50 231.898,20
40.964.489,83 41.989.724,91Seite 7 von 70
Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn
Gewinn- und Verlustrechnung 2022/23
2022/23
€
2021/22
€
1. Umsatzerlöse 4.764.688,44 3.910.135,06
2. Sonstige betriebliche Erträge 37.976.043,89 34.996.105,37
3. Materialaufwand (Produktionsaufwand)
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und für bezogene
Waren -1.964.628,72 -1.782.805,20
b) Aufwendungen für bezogene
Leistungen -6.575.309,01 -6.081.572,92
c) Beschäftigungsentgelte -2.988.454,45 -2.760.436,86
-11.528.392,18 -10.624.814,98
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -20.708.865,97 -19.040.429,40
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für
Unterstützung -4.944.748,55 -4.957.884,95
- davon für Altersversorgung:
€ 1.015.120,04 (i.Vj.: € 1.143.233,54)
-25.653.614,52 -23.998.314,35
5. Erträge aus der Auflösung des
Sonderpostens zur Finanzierung des
Anlagevermögens 866.469,07 849.032,90
6. Aufwendungen aus der Zuführung zum
Sonderposten zur Finanzierung des
Anlagevermögens -491.955,89 -1.256.107,95
7. Abschreibungen -1.606.888,07 -1.866.115,90
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.666.699,47 -3.956.448,08
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 278,40
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 -212,31
11. Ergebnis nach Steuern -340.348,73 -1.946.461,84
12. Sonstige Steuern -46.821,47 -18.073,33
13. Jahresfehlbetrag -387.170,20 -1.964.535,17
14. Entnahmen aus Rücklagen
a) aus der Allgemeinen Rücklage 740.419,00 1.017.083,00
b) aus der satzungsmäßigen Rücklage 0,00 947.452,17
740.419,00 1.964.535,17
15. Einstellungen in Rücklagen
in die satzungsmäßige Rücklage -353.248,80 0,00
16. Bilanzgewinn 0,00 0,00Seite 8 von 70
1
Anhang / Anlagenachweis
I. Allgemeines 2
II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung 3
1. Erläuterungen zur Bilanz 3
2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 7
III. Sonstige Angaben 10
IV. Anlagennachweis 14Seite 9 von 70
2
I. Allgemeines
Das Theater ist eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt Bonn mit Sitz in Bonn und
den Spielstätten in der Oper Bonn und dem Schauspielhaus Bad Godesberg sowie den Werkstätten
in Beuel.
Nach dem Beschluss des Rates der Bundesstadt Bonn vom 1. Juni 1995 wurden die zuvor
getrennten Sparten „Musiktheater und Ballett“ einerseits sowie „Schauspiel“ andererseits zum
1. August 1997 unter einer Generalintendanz zusammengeführt. Danach war das Theater
entsprechend den Vorschriften über die Eigenbetriebe im Sinne von § 107 Abs. 2 der
Gemeindeordnung für das Land Nordrhein - Westfalen, der Eigenbetriebsverordnung und nach den
Vorschriften der für das bisher selbstständige Schauspiel geltenden Satzung vom 19. September
1985 in der Fassung vom 30. September 1994, zu führen. Die derzeit gültige Fassung der Satzung
für das THEATER DER BUNDESSTADT BONN wurde vom Rat der Bundesstadt Bonn in seiner Sitzung am
7. Mai 1998 beschlossen. Sie trat am 11. Mai 1998 in Kraft.
Ab 1. August 2023 gilt eine neue Entgeltordnung (DS-Nr. 230208). Gleichzeitig trat die vom Rat der
Bundesstadt Bonn am 28. März 2019 beschlossene Entgeltordnung für das Theater der Bundesstadt
Bonn außer Kraft.
Für die Aufstellung des Anhanges für das Wirtschaftsjahr 2022/23 (01. August 2022 bis 31. Juli 2023)
wurde die EigVO für das Land Nordrhein - Westfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom
16. November 2004 - zuletzt geändert durch Verordnung vom 22. März 2021 (GV. NRW S. 348) -
zugrunde gelegt.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die allgemeinen Vorschriften, die
Ansatzvorschriften, die Vorschriften über die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, die
Bewertungsvorschriften und die Vorschriften über den Anhang für den Jahresabschluss der großen
Kapitalgesellschaften im Dritten Buch des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinien-
Umsetzungsgesetzes (BilRUG) gemäß § 21 EigVO NRW beachtet.
Die Gliederungen der §§ 22 Abs. 1 (Bilanz) und 23 Abs. 1 (Gewinn- und Verlustrechnung) EigVO
NRW wurden angewandt.
Dabei wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB auf der Aktivseite der Bilanz unter Position B.I.2 der
"Theaterfundus" und auf der Passivseite unter der Position B der „Sonderposten für
Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ ausgewiesen.
Innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Position "Materialaufwand" in
"Produktionsaufwand" umbenannt und um die Position 3c "Beschäftigungsentgelte"
(Personalaufwand und soziale Abgaben für produktionsbezogen beschäftigtes künstlerisches
Personal) erweitert. Die Positionen „5. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für
Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ und „6. Aufwendungen aus der Zuführung zum
Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ wurden im Zuge der Einführung des
Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) für die Gemeinden im Land NRW ab dem
Wirtschaftsjahr 2008/09 aufgenommen. Die Kämmerei der Bundesstadt Bonn hat das Theater
angewiesen, ab dem Berichtsjahr 2008/09 einen Sonderposten auszuweisen.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr übernommen.Seite 10 von 70
3
II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
1. Erläuterungen zur Bilanz
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Das von der Bundesstadt Bonn eingebrachte Kapital wurde dem Theater der Bundesstadt Bonn als
Sondervermögen übertragen.
Das Sachanlagevermögen sowie die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu
Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 2 HGB,
angesetzt.
Soweit Gegenstände bereits vor der Einlage genutzt wurden (Betriebsvorrichtungen und Ausstattung
Schauspielhalle Beuel) entspricht der Einlagewert dem Buchwert zum Zeitpunkt der Einlage
(01.08.1996). Die planmäßigen Abschreibungen ergaben sich durch die Verteilung der Einlagewerte
auf die unterschiedliche Restnutzungsdauer. Im Übrigen ist die Zusammensetzung des
Anlagevermögens dem beigefügten Anlagespiegel zu entnehmen (Anlage 3a).
Die Zugänge bei den "geringwertigen Wirtschaftsgütern" wurden in Anlehnung an die Vorschriften
des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG (Sammelposten) abgeschrieben.
Die Vorräte sind am Bilanzstichtag durch Inventur körperlich aufgenommen und unter Beachtung des
Niederstwertprinzips bewertet worden. Die Bilanzansätze im Bereich der Werkstätten Beuel bzw. in
den verschiedenen Abteilungen des Schauspiels und der Oper wurden anhand der Zugänge der
letzten drei Jahre als Durchschnittswerte ermittelt.
Der Vorratswert der Theaterfundi wurde unter Berücksichtigung der Zugänge des Berichtsjahres und
altersbedingter Gängigkeitsabschläge angesetzt. Dem strengen Niederstwertprinzip wurde Rechnung
getragen.
Die Forderungen werden zu Nennwerten bilanziert.
Bei den Forderungen gegen die Bundesstadt Bonn und andere Eigenbetriebe handelt es sich im
Wesentlichen um den Rest-Zuschuss der Bundesstadt Bonn zum 31. Juli 2023 in Höhe von
9.228.460,70 € (Vorjahr: 9.409.623,23 €). Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit unter
1 Jahr.
Das Theater der Bundesstadt Bonn erhält gemäß der Satzung von der Bundesstadt Bonn einen zur
Wirtschaftsführung des Theaters erforderlichen Zuschuss. Dieser wird jeweils für die Zeit der
Verpflichtung eines Generalintendanten festgelegt und in Teilbeträgen ausgezahlt. Im Wirtschaftsjahr
2022/23 hat das Theater aufgrund der Regelungen im Intendantenvertrag einen Anspruch auf einen
Gesamt-Betriebskostenzuschuss in Höhe von 31.644.700,00 €, davon 31.204.700,00 €
Betriebskostenzuschuss und 440.000,00 € Investitionskostenzuschuss.
Die tatsächliche Tariferhöhung im Berichtsjahr beträgt 6.217.247,88 € und liegt um 1.103.247,88 €
über dem im Wirtschaftsplan berücksichtigten Betrag von 5.114.000,00 €. 51.955,89 € wurden aus
Anlagen im Bau aktiviert, so dass sich der Gesamtbetriebskostenzuschuss auf 32.799.903,77 €
beläuft.
Bei dem Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um Zahlungen, die den Aufwand
des Wirtschaftsjahres 2023/24 betreffen.Seite 11 von 70
4
Das Eigenkapital des THEATERS DER BUNDESSTADT BONN beläuft sich nach Abschluss des
Wirtschaftsjahres 2022/23 unter Berücksichtigung des Zuschusses der Bundesstadt Bonn auf
32.372.925,01 € (Vorjahr: 32.760.095,21 €).
Die Zusammensetzung des Eigenkapitals:
Stammkapital des Bereiches Schauspiel 6.650.000,00 €
Stammkapital des Bereiches Oper 6.150.000,00 €
Rücklagen 19.572.925,01 €
Bilanzgewinn/-verlust 0,00 €
Stand: 31. Juli 2023 32.372.925,01 €
Der Bilanzgewinn/-verlust entwickelt sich wie
folgt:
Jahresfehlbetrag 387.170,20 €
Entnahme aus der allgemeinen Rücklage
740.419,00 €
Einstellung in die satzungsmäßige Rücklage 353.248,80 €
Stand: 31. Juli 2023 0,00 €
Die Entwicklung der Rücklagen:
1. Allgemeine Rücklage
Stand: 01. August 2022 12.980.492,92 €
Entnahme -740.419,00 €
Stand 31. Juli 2023 12.240.073,92 €Seite 12 von 70
5
Bei der Entnahme handelt es sich um die nicht erstattungsfähigen Gebäudeabschreibungen.
Mit Schreiben vom 23. Januar 2002 hat die Kämmerei der Regelung zugestimmt, dass die
nicht erstattungsfähigen Gebäudeabschreibungen im Jahr des Anfalls aus der allgemeinen
Rücklage entnommen werden sollen. Durch die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage
steht der Ausweis der allgemeinen Rücklage im Einklang mit der durch die Abschreibung
bedingten Reduzierung der Buchwerte des durch die Bundesstadt eingebrachten
Anlagevermögens.
Einlagen der Bundesstadt Bonn 41.419.575,02 €
Nicht erstattungsfähige Gebäude-
Abschreibungen bis zum 31.07.2023 -25.476.358,68 €
Umgliederung zur Bildung des Sonderpostens
zur Finanzierung des Anlagevermögens
zum 31. Juli 2008 -3.435.739,45 €
Umgliederung zur Bildung einer
Investitionsrücklage zum 31. Juli 2009 -249.700,00 €
Entnahmen zur Kapitalerhöhung gemäß
Ratsbeschluss vom 13. Dezember 2001 -17.702,97 €
12.240.073,92 €
2. Satzungsmäßige Rücklage
Stand: 01. August 2022 6.939.594,31 €
Einstellung 2022/23 353.248,80 €
Stand: 31. Juli 2023 7.292.843,11 €
3. Investitionsrücklage
Stand: 01. August 2022 40.007,98 €
Stand: 31. Juli 2023 40.007,98 €
Rücklagen Gesamt 19.572.925,01 €
Zum 31. Juli 2009 hat das Theater eine zweckgebundene Investitionsrücklage für die im
Wirtschaftsjahr 2008/09 nicht durchgeführten Investitionen ins Anlagevermögen durch Umgliederung
aus der allgemeinen Rücklage gebildet. Diese Investitionen waren im Vermögensplan des
Wirtschaftsjahres 2008/09 enthalten und wurden mit Zustimmung der Kämmerei der Bundesstadt
Bonn vom 28. Januar 2010 als Planausgaben in die Vermögenspläne der nachfolgenden
Wirtschaftsjahre übertragen.
Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen
Der „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ wurde erstmals im Berichtsjahr
2008/09 gebildet.
In Anlehnung an die Anforderungen des NKF-Gesamtabschlusses der Bundesstadt Bonn hat das
Theater ab dem Berichtsjahr 2008/09 einen „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum
Anlagevermögen“ gebildet. Die Bildung des Sonderpostens erfolgte im Zuge einer Umgliederung aus
der „Allgemeinen Rücklage“.Seite 13 von 70
6
Zum 31.12.2010 musste die Stadt Bonn einen Gesamtabschluss vorlegen.
Auf Wunsch der Kämmerei der Bundesstadt Bonn hat das Theater bereits ab dem Berichtsjahr
2008/09 den Sonderposten errechnet und ausgewiesen. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgte
entsprechend der Abschreibung der entsprechenden Anlagegüter.
Es bestehen folgende Rückstellungen
Rückstellungen
Stand
31.07.2022
Inanspruch-
nahme Auflösung Zuführung
Stand
31.07.2023
Nicht genommener Urlaub 599.800,00 € 599.800,00 € 671.100,00 € 671.100,00 €
Jahressonderzahlung nach TVÖD 368.600,00 € 368.600,00 € 0,00 € 424.500,00 € 424.500,00 €
Überstunden/ Mehrarbeit/
Zuschläge 60.300,00 € 60.300,00 € 0,00 € 180.600,00 € 180.600,00 €
Jubiläumsgratifikationen 20.200,00 € 20.200,00 € 0,00 € 20.600,00 € 20.600,00 €
Altersteilzeit 105.900,00 € 43.400,00 € 0,00 € 0,00 € 62.500,00 €
Sonstige Teilzeitmodelle (Sabbatjahr) 39.600,00 € 39.600,00 € 0,00 € 23.200,00 € 23.200,00 €
Ausstehende Jahresprämie (LOB) 146.100,00 € 146.100,00 € 0,00 € 151.900,00 € 151.900,00 €
Summe personalbezogene
Rückstellungen 1.534.400,00€
Ausstehende Rechnungen 38.000,00 € .38.000,00 € 0,00 € 58.000,00 € 58.000,00 €
Prozesskostenrückstellungen 200.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 200.000,00 €
Aufstellung und Prüfung
Jahresabschluss 54.750,00 € 54.750,00 € 0,00 € 54.750,00 € 54.750,00 €
Nicht eingelöste Wahl-Abonnenten-
Gutscheine 173.000,00 € 173.000,00 € 0,00 € 140.000,00 € 140.000,00 €
Aktive Geschenk- und Wertgutscheine 239.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 239.000,00 €
Kurzarbeitergeld 1.000.000,00 € 0,00 € 1.000.000,00 € 0,00 € 0,00 €
3.045.250,00 € 1.543.750,00 € 1.000.000,00 € 1.724.650,00 € 2.226.150,00 €
Die „Rückstellungen“ wurden nach vernünftiger, kaufmännischer Beurteilung in Höhe der
voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet.
Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens
Stand: 01. August 2022 4.649.619,36 €
Zuführung des verwendeten investiven Zuschusses 2022/23 806.164,78 €
Entnahme des nicht verwendeten investiven Zuschusses 2022/23 -314.208,89 €
Abgänge Investitionen zum 31.07.2023 -15.477,00 €
Auflösung 2022/23 -866.469,07 €
Stand: 31. Juli 2023 4.259.629,18 €Seite 14 von 70
7
Die Verbindlichkeiten sind mit den Rückzahlungsbeträgen erfasst. Es handelt sich hier um
Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter 1 Jahr.
Bei dem Passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um im Voraus gezahlte
Abonnenten-Gelder und Einzelkartenkäufe für die Spielzeit 2022/23.
2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
a) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
b) Umsatzerlöse
Die Tourismus- & Congress GmbH, Bonn, hat im Frühjahr 2010 das Kartenverkaufssystem „CTS-
Eventim“ eingeführt. Die Sparte Ticketing (BonnTicket) wurde später verkauft. Das Theater hat nach
erfolgter Ausschreibung der Bietergemeinschaft BONNTICKET/DERTICKETSERVICE ab der
Spielzeit 2011/12 (ab 01.08.2011) einen Auftrag über die Bereitstellung des Ticket-Verkaufssystems
„CTS“ erteilt.
Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten
Oper/Tanz Schauspiel Theater gesamt
Opernhaus 2.864.544,04 € 0,00 € 2.864.544,04 €
Kammerspiele 0,00 € 504.578,93 € 504.578,93 €
Portal 115.882,60 € 0,00 € 115.882,60 €
Werkstattbühne 0,00 € 67.522,05 € 67.522,05 €
Einnahmen aus dem Verkauf von
Eintrittskarten 2.980.426,64 € 572.100,98 € 3.552.527,62 €
Sonstige Einnahmen
Oper/Tanz Schauspiel Theater Gesamt
Erlöse aus Vermietung 572.557,37 € 188.367,37 € 760.924,74 €
Einnahmen aus
Programmheftverkauf 18.609,64 € 5.555,00 € 24.164,64 €
Umtauschgebühren 0,00 € 3.877,80 € 3.877,80 €
Vorverkaufsgebühren 260.500,86 € 45.738,35 € 306.239,21 €
Sonstige Erlöse 105.625,10 € 11.329,33 € 116.954,43 €
Summe der sonstigen
Einnahmen 957.292,97 € 254.867,85 € 1.212.160,82
Summe der Umsatzerlöse 3.937.719,61 € 826.968,83 € 4.764.688,44 €
Die Darstellung entspricht internen Abrechnungsgrundlagen, nicht der handelsrechtlichen Gliederung.Seite 15 von 70
8
c) Sonstige betriebliche Erträge
Theater Gesamt
Zuschüsse der Bundesstadt Bonn 32.799.903,77 €
Zuwendung des Landes NRW 2.533.120,00 €
Sonstige Zuschüsse 1.475.277,64 €
Übrige Erträge 1.167.742,48 €
Summe der sonstigen
betrieblichen Erträge 37.976.043,89 €
Das Theater der Bundesstadt Bonn erhält satzungsgemäß von der Bundesstadt Bonn einen zur
Wirtschaftsführung des Theaters erforderlichen Zuschuss. Dieser wird jeweils für die Zeit der Verpflichtung
eines Generalintendanten festgelegt und in Teilbeträgen ausgezahlt. Für die Spielzeit 2022/23 teilt sich der
Zuschuss der Bundesstadt Bonn wie folgt auf:
Gesamt-Betriebskostenzuschuss lt. Wirtschaftsplan 31.644.700,00 €
+ zusätzliche Investitionen 51.955,89 €
+ Zuzahlung die Stadt Bonn aus endgültiger Berechnung
der tatsächlichen Tarifsteigerung 2021/22 (über Ansatz) 1.103.247,88 €
Korrigierter Gesamtzuschuss 32.799.903,77 €
**********
Bei den Zuwendungen des Landes NRW handelt es sich um einen Zuschuss zu den Gesamt-Personalkosten
(Festangestellte + Gäste) vom Theater der Bundesstadt Bonn, die für das Haushaltsjahr 2022 auf einem
Zuwendungsbescheid des Regierungspräsidenten der Bezirksregierung, Köln, vom 27. Juni 2022 gewährt
werden.
Für das Haushaltsjahr 2023 liegt ein Zuwendungsbescheid des Landes NRW vom 30. Oktober 2023 vor.
Die ausgewiesenen Zuwendungen des Landes NRW entsprechen den anteilig auf das Wirtschaftsjahr 2022/23
entfallenden Anteilen des Zuschusses für die Haushaltjahre 2022 und 2023.
**********
Bei den sonstigen Zuschüssen handelt es sich um Zuschüsse verschiedener Fördermittelgeber, die unmittelbar
für einzelne Produktionen gewährt werden.
**********
Bei den übrigen Erträgen handelt es sich um Skontoerträge, Erträge aus dem Job-Ticket, Erlöse aus
Anlagenverkäufen sowie der Rückstellungsauflösung von Kurzarbeitergeld.Seite 16 von 70
9
d) Personalaufwand
Die „Stellenübersicht für das Theater der Bundesstadt Bonn Wirtschaftsjahr 2022/23“ (DS-Nr.:
220886) wurde am 09. Juni 2022 vom Rat der Bundesstadt Bonn beschlossen.
Angaben zur Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer
Die zahlenmäßige
Entwicklung der Belegschaft 31.07.2023 31.07.2022
Durchschnittliche
Zahl der
Arbeitnehmer
(2022/23)
Beschäftigte 417 408 435
Beamte 9 9 9
Summe 426 417 444
Auszubildende und Volontäre 7 8 10
Kassenaushilfen 11 7 9
Abendhilfen (festbeschäftigte) 52 54 56
Summe 70 69 75
Personal gesamt 496 486 519
Im Wirtschaftsjahr (01.08.2022 – 31.07.2023) wurden insgesamt 22 technische Aushilfen eingesetzt. In der Spielzeit
2022/23 waren insgesamt 228 weibliche Mitarbeiterinnen beschäftigt.
Löhne, Gehälter und Vergütungen
Löhne und Gehälter Theater
Vergütung TVöD 20.073.351,39 €
Beamtenbezüge 544.101,02 €
Aushilfslöhne 91.413,56 €
Summe Löhne und
Gehälter 20.708.865,97 €
Soziale Abgaben
Gesetzlicher
Sozialaufwand 3.781.394,31 €
Berufsgenossenschaft 134.257,95 €
3.915.652,26 €
Aufwendungen für
Altersversorgung und
Unterstützung
Versorgungskassen AN 723.365,17 €
Beamtenversorgung 292.058,87 €
1.015.424,04 €Seite 17 von 70
10
Sonstige Soziale
Aufwendungen
Beihilfen 13.672,25 €
Summe 13.672,25 €
Summe Personalaufwand
25.653.614,52 €
Die im Gesamtpersonalaufwand beinhalteten personalbezogenen Rückstellungen belaufen sich auf
insgesamt 1.534.400,00 € - siehe auch „Rückstellungen“.
III. Sonstige Angaben
a) Angaben zu den Gesamtbezügen von Theaterleitung und Betriebsausschuss
Der Generalintendant erhält Bezüge nach dem mit der Bundesstadt Bonn bestehenden
Intendantenvertrag. Der Kaufmännische Direktor wird als Beamter der Bundesstadt Bonn nach der
Landesbesoldungsordnung Nordrhein – Westfalen besoldet. Nach dem geänderten § 24 Abs. 1
EigVO NRW müssen die gewährten Gesamtbezüge an die Mitglieder der Betriebsleitung und des
Betriebsausschusses als Summe und zusätzlich unter Namensnennung die Bezüge und Leistungen
für jedes einzelne Mitglied dieser Personengruppe angegeben werden.
Die Gesamtpersonalkosten der Theaterleitung betragen im Berichtsjahr 2022/23
328.667,57 €, davon
- Generalintendant Herr Dr. Helmich 223.255,41 €
- Kaufmännischer Direktor Herr Frings 105.412,16 €.
Die Mitglieder des Kulturausschusses (= Betriebsausschuss) erhalten vom Theater der
Bundesstadt Bonn keine finanziellen Zuwendungen.
b) Angaben zu Abschreibungen des Wirtschaftsjahres
Die Bundesstadt Bonn hat entschieden, dass die Abschreibungsbeträge für Gebäude- und
Gebäudebestandteile, soweit sie auf Einlagen der Bundesstadt Bonn entfallen, nicht erstattet werden.
Da somit die Abschreibungen für Gebäude und Gebäudebestandteile nicht über den Zuschuss
abgedeckt werden, müssen die erforderlichen Erneuerungen und Ersatzinvestitionen für Gebäude
und Gebäudebestandteile für das THEATER DER BUNDESSTADT BONN aus dem Vermögenshaushalt
der Bundesstadt Bonn finanziert werden.Seite 18 von 70
11
c.) Angabe des Prüferhonorars gem. § 285 Nr. 17 HGB
Der Kulturausschuss (= Betriebsausschuss) hat in der Sitzung am 07. April 2022 (DS-Nr.: 220383)
beschlossen, die Prüfung des Jahresabschlusses 2022/23 durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
„HLB Schumacher GmbH, Münster“ prüfen zu lassen.
Das Jahresergebnis enthält Honorare für Abschlussprüferleistungen in Höhe von 25.000,00 € (ohne
Umsatzsteuer). Hiervon entfallen
- auf Abschlussprüfungsleistungen für das Berichtsjahr 2022/23 25.000,00 € (netto).
d.) Geschäfte mit nahe stehenden Personen (§ 285 Nr. 21 HGB)
Das Theater der Bundesstadt Bonn hat im Wirtschaftsjahr 2022/23 folgende Geschäfte mit nahe
stehenden Unternehmen und Personen getätigt:
Bezug von
Dienstleistungen Verkäufe in
Tsd.€ Tsd.€
Bundesstadt Bonn 5.534,9 -661,3
(u.a. Erstattungen an das Beethoven-Orchester-Bonn,
den diversen Ämtern der Bundesstadt Bonn, etc.)
Tochterunternehmungen/ Eigenbetriebe/ eigen- 1.637,3 -367,1
betriebsähnliche Einrichtungen der
Bundesstadt Bonn
(u.A. Gas-, Wasser-, Stromlieferungen der Stadtwerke Bonn;
Nutzung des Rechenzentrums der Stadtwerke Bonn, etc.)Seite 19 von 70
12
e) Angabe der Mitglieder von Betriebsausschuss und Betriebsleitung im Sinne des § 5 EigVO
ab 04. September 2014 (11. Wahlperiode), Stand: 31.07.2023
Kulturausschuss (Ausschuss im Sinne des § 5 EigVO)
Vorsitzende Dr. Roswitha Sachsse-Schadt Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
1. Stellvertreter Jürgen Repschläger DIE LINKE
2. Stellvertreter Fenja Wittneven-Welter SPD
Ordentliche Mitglieder Max Biniek
Bernd Fesel
Corinna Heumann
Christoph Jansen
Herbert Kaupert
Werner Koch
Jan Claudius Lechner
Nihat Mert
Dr. Helmut Redeker
Niklas Schnell
Johannes Schott
Silke Uckermann
SPD
FDP
Volt
CDU
CDU
CDU
CDU
Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
SPD
Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
Bürger Bund Bonn
Bündnis 90 / DIE GRÜNENSeite 20 von 70
Seite 21 von 70
Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn
Entwicklung des Anlagevermögens
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN NETTOBUCHWERTE
01.08.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.07.2023 01.08.2022 Zugänge Abgänge 31.07.2023 31.07.2023 31.07.2022
€ € € € € € € € € € €
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten
und Werten 303.709,85 3.590,77 0,00 -5.946,89 301.353,73 295.900,85 5.115,77 -5.946,89 295.069,73 6.284,00 7.809,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden
Grundstücken 55.426.269,60 0,00 0,00 0,00 55.426.269,60 29.326.992,43 775.555,00 0,00 30.102.547,43 25.323.722,17 26.099.277,17
2. Technische Anlagen und
Maschinen 6.932.259,63 51.955,89 0,00 0,00 6.984.215,52 5.620.625,63 236.433,89 0,00 5.857.059,52 1.127.156,00 1.311.634,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 14.038.694,50 750.618,12 0,00 -129.705,80 14.659.606,82 11.916.736,76 589.783,41 -114.228,80 12.392.291,37 2.267.315,45 2.121.957,74
4. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau 255.059,52 29.214,89 0,00 0,00 284.274,41 0,00 0,00 0,00 0,00 284.274,41 255.059,52
76.652.283,25 831.788,90 0,00 -129.705,80 77.354.366,35 46.864.354,82 1.601.772,30 -114.228,80 48.351.898,32 29.002.468,03 29.787.928,43
76.955.993,10 835.379,67 0,00 -135.652,69 77.655.720,08 47.160.255,67 1.606.888,07 -120.175,69 48.646.968,05 29.008.752,03 29.795.737,43Seite 22 von 70
Lagebericht
für das
Wirtschaftsjahr 2022/23
(01.08.2022 – 31.07.2023)
Theater der Bundesstadt Bonn
Eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt BonnSeite 23 von 70
2
Lagebericht
I. Geschäftsverlauf des Theater der Bundesstadt Bonn 3
Rechtliche Rahmenbedingungen und Grundlagen der Finanzierung 3
Die Spielzeit 2022/23 im Überblick 5
II. Wirtschaftsbericht 15
a) Die Vermögens- und Finanzlage einschließlich Investitionen 15
b) Die Ertragslage 17
Die Aktivitäten des Theater der Bundesstadt Bonn - Teilbereich Musiktheater 19
Die Aktivitäten des Theater der Bundesstadt Bonn - Teilbereich Schauspiel 23
III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht, Voraussichtliche Entwicklung 28
Prognosebericht 28
Chancen- und Risikobericht, voraussichtliche Entwicklung 28Seite 24 von 70
3
Lagebericht
I. Geschäftsverlauf des Theater der Bundesstadt Bonn
Rechtliche Rahmenbedingungen und Grundlagen der Finanzierung
Rechtliche Rahmenbedingungen
Das Theater der Bundesstadt Bonn (nachfolgend auch „Theater Bonn“ oder „Theater“ genannt) wird
nach den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung Nordrhein-Westfalen (EigVO NRW) als selbststän-
dige kommunale eigenbetriebsähnliche Einrichtung ohne eigene Rechtspersönlichkeit geführt.
Weiterhin sind zu berücksichtigen:
- die Satzung für das Theater der Bundesstadt Bonn vom 11.05.1998 i.d.F. v. 01.01.2002, der
Dienstvertrag des Generalintendanten Dr. Bernhard Helmich für die Zeit vom 01.08.2013 bis
31.07.2018 sowie der Ergänzungsvertrag hierzu für die Zeit vom 01.08.2018 bis 31.07.2023,
- die Dienstanweisung der Oberbürgermeisterin/des Oberbürgermeisters über die Zusammen-
arbeit zwischen Generalintendant und Verwaltungsdirektor vom 13.05.1998,
- die Geschäftsanweisung des Theaters vom 20.11.1998 sowie weitere Dienstanweisungen zur
Regelung der Aufbau- und Ablauforganisation.
**********
Die Leitung des Theaters lag in der Spielzeit 2022/23 bei Herrn Generalintendant Dr. Bernhard Helmich
und Herrn Kaufmännischen Direktor Rüdiger Frings.
**********
Grundlagen der Finanzierung
Der Wirtschaftsplan für 2022/23 wurde unter der DS-Nr.: 220886 in der Sitzung des Rates der
Bundesstadt Bonn am 09. Juni 2022 beschlossen.
Der vorliegende Wirtschaftsplan für das Wirtschaftsjahr (= Spielzeit) 2022/23 berücksichtigt die Ent-
scheidung des Rates der Bundesstadt Bonn vom 30.06.2016 (DS-Nr.: 1611910), dem Theater Bonn
einen Gesamt-Betriebskostenzuschuss von 26.980.700,00 € zur Verfügung zu stellen, abzüglich einer
Kürzung von 300.000,00 € sowie der Anrechnung der Mieteinnahmen für die Halle Beuel (Pantheon)
in Höhe von 150.000,00 €. Die tatsächlichen Tariferhöhungen werden - zusätzlich - von der Stadt Bonn
übernommen.
Entwicklung des städtischen Zuschusses zu den laufenden Ausgaben:
Gesamtbetriebskostenzuschuss 26.530.700,00 €
Tariferhöhung 5.114.000,00 €
= angemeldeter städtischer Gesamt-Zuschuss 31.644.700,00 €
davon Betriebskostenzuschuss (BKZ) 31.204.700,00 €
und Investitionskostenzuschuss (IKZ) 440.000,00 €.
**********Seite 25 von 70
4
Der „Wirtschaftsplan für das Theater der Bundesstadt Bonn 2022/23“ (DS-Nr. 220886) wurde am
09. Juni 2022 durch den Rat der Bundesstadt Bonn wie folgt beschlossen.
Nachfolgend „Auszug aus der Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Rates vom 09. Juni 2022“:
1.) Erfolgsplan (BKZ)
Gesamterträge 6.575.723,00 €
Betriebskostenzuschuss der Stadt Bonn 31.204.700,00 €
Gesamtaufwendungen 41.599.680,00 €
(Der Jahresverlust wird ausgeglichen durch die nicht zu erstattenden Gebäudeabschreibungen in Höhe
von 740.419 EUR, die der Allgemeinen Rücklage entnommen werden und einer Entnahme aus der
satzungsmäßigen Rücklage in Höhe von 2.638.838 EUR.)
2.) Vermögensplan (IKZ)
Baumaßnahmen
(Die Baumaßnahmen wurden bei der Stadt Bonn angemeldet) 0,00 €
Eigene Baumaßnahmen 0,00 €
Beschaffungsmaßnahmen 440.000,00 €
Ergebnis: Jahresverlust 3.379.257,00 €
Gesamtzuschuss der Bundesstadt Bonn (BKZ und IKZ) 31.644.700,00 €
3.) Investitions-Rücklage/ Sonderposten für nicht verwendete Zuschüsse (IKZ)
Die Theaterleitung darf über die „Investitionsrücklage“ und den „Sonderposten für nicht verwen-
dete Zuschüsse der Bundesstadt Bonn (IKZ)“ der Vorjahre für nicht geplante zusätzliche Inves-
titionen im laufenden Geschäftsjahr frei verfügen.
4.) Gesamtbetrag der Kredite
Das Theater wird ermächtigt, zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben des Wirtschaftsjahres
2022/23 Kassenkredite bis zu einem Höchstbetrag von 10.000.000,00 € aufzunehmen.
5.) Stellenübersicht
Der Stellenübersicht für das Theater der Bundesstadt Bonn für das Wirtschaftsjahr 2022/23
–s. Anlage Stellenplan 2022-23 TVöD– wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.
Es werden 2 neue Stellen eingerichtet.
Zwei Stellen, die bereits mit dem Wirtschaftsplan 2021/22 genehmigt wurden, werden in diesem
Stellenplan abgebildet.
Zudem wird eine Stelle aus dem Bereich NV Bühne in eine Stelle des TVöD zurückgeführt.
Da die Struktur für die im Zusammenhang mit den im Wirtschaftsplan 2021/22 genehmigten
Stellen im neu zu schaffenden Bereich Gebäude- und Betriebstechnik noch nicht abschließend
aufgestellt ist, wird dieser Bereich erst in der Stellenübersicht 2023/24 abgebildet.
6.) Finanzplan
Der Finanzplan wird, wie im Plan beigefügt, festgestellt (§ 14 Abs. 3 der Satzung für das Theater
der Bundesstadt Bonn).
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Die Spielzeit 2022/23 im Überblick
MUSIKTHEATER
Die Spielzeit 2022/23 konnte nach den Corona-bedingten Einschränkungen in den vergangenen
Spielzeiten in vollem Umfang stattfinden; die Jahresbilanz fällt durchaus positiv aus.
Mit AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von Kurt Weill in der Inszenierung von Volker
Lösch startete die Oper Bonn im August 22 mit einer Produktion aus der Reihe FOKUS’33 –
Forschungsreise zu den Ursachen von Verschwinden und Verweilen, die bei Presse und Publikum auf
positive Resonanz stieß. Auch die zweite Premiere der Spielzeit 2022/23 gehörte in die Reihe
FOKUS’33: Mit Alberto Franchettis ASRAEL brachte Christopher Alden im Oktober 2022 unter der
musikalischen Leitung von Hermes Helfricht ein selten gespieltes Werk auf die Bühne, das – auch durch
die monumentalen Chorszenen – allseits begeisterte.
In der Reihe Junge Oper Rhein/Ruhr brachte Anna Drescher im November 2022 DIE KINDER DES
SULTAN auf die Bühne - eine Produktion, die Jung und Alt begeisterte. Im Dezember desselben Jahres
inszenierte David Pountney UN BALLO IN MASCHERA. Mit Verdi-Spezialist Will Humburg am Pult
punktete diese Koproduktion mit der Welsh National Opera bei Publikum und Presse gleichermaßen.
Bereits 2021 sollte Händels AGRIPPINA auf der Bühne erscheinen. Corona-bedingt musste die
Produktion jedoch zunächst ins Virtuelle verlegt werde: Die speziell im Corona-Format inszenierte und
gefilmte Oper war schlussendlich im Juni / Juli 2021 im Netz zu streamen. Ab Januar 2023 konnte das
Werk in der Inszenierung von Leo Muscato dann endlich „live“ das Publikum begeistern.
Als Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen gab Vasily Barkhatov mit Umberto Giordanos
SIBIRIEN im März 2023 sein Regiedebüt an der Oper Bonn. Unter der musikalischen Leitung von
Daniel Johannes Mayr zog die Produktion Presse und Publikum gleichermaßen in Bann.
Mit DIE LUSTIGE WITWE brachte Aron Stiehl in einer Koproduktion mit dem Saarländischen
Staatstheater im April 2023 eine Erfolgsproduktion auf die Bonner Bühne. Unter der musikalischen
Leitung von Hermes Helfricht versetzte die Produktion Presse und Publikum gleichermaßen in
Begeisterung.
Mit DER SINGENDE TEUFEL von Franz Schreker schloss eine weitere FOKUS’33-Produktion die
Spielzeit 2022/23 erfolgreich ab. In der Inszenierung von Julia Burbach und unter der musikalischen
Leitung von Dirk Kaftan fand sie großen Zuspruch bei Presse und Publikum. Geplant ist eine
Übertragung dieser besonderen Produktion im Deutschland Funk Kultur und ein Streaming auf
OperaVision. Zeitgleich zur Premiere im Mai 2023 fand ein mehrtägiges internationales Symposium in
Kooperation mit der Universität Bonn / Abteilung Musikwissenschaft statt, das auf große positive
Resonanz stieß.
Flankiert wurden alle drei FOKUS’33-Produktionen mit sog. Expertengesprächen, die einen
umfangreichen, Disziplinen-übergreifenden Blick auf den Hintergrund dieser Werke gaben.
Insgesamt blickt die Oper auf eine sehr erfolgreiche Spielzeit zurück, die mit dem OPER! AWARD in
der Kategorie »Beste Wiederentdeckung« für die Forschungsreihe FOKUS’33 eine besondere
Auszeichnung erfuhr.
HIGHLIGHTS DES INTERNATIONALEN TANZES
Endlich wieder eine Spielzeit, in der die Pandemie keine Ausfälle und kurzfristige Planänderungen nötig
machte. Lediglich das für die Weihnachtszeit angedachte Gastspiel aus Kasan mit Vorstellungen von
Tschaikowskys SCHWANENSEE und DER NUSSKNACKER, beide Programme mit Orchester-
begleitung geplant, musste durch den russischen Überfall auf die Ukraine ersetzt werden. Doch dasSeite 27 von 70
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war schon bei der Programmankündigung klar, nur konnte der Ersatz noch nicht bei der
Programmankündigung bestätigt werden. Das Staatsballett aus Stara Zagora konnte zu diesem
Zeitpunkt noch nicht zusichern, dass die vier Gastspiele mit Orchester stattfinden können. Der
langjährige Tanzkurator Burkhard Nemitz präsentierte in seiner letzten Spielzeit 11 Compagnien mit 12
unterschiedlichen Programmen in 22 Aufführungen aus 8 Nationen auf gewohnt hohem Niveau und
endlich auch wieder Compagnien aus den USA und aus Asien. Auch Compagnien, die normalerweise
nicht auf Tour gehen und ausgewählte Programme präsentierten, waren in der Spielzeit vertreten. Für
die Gestaltung des Jahresprogramms sind solche Produktionen laut Nemitz die Würze der Reihe, sie
sind extra für die Gastspiele in der Bonner Oper zusammengestellte und kuratierte Programme.
Im Einzelnen:
Den Spielzeitauftakt bildete das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg mit zwei Aufführungen in
Kooperation mit dem Internationalem Beethovenfest und innerhalb des Festes. Die von Demis Volpi
geleitete Compagnie zeigte ein Doppelprogramm unter dem Titel ZWISCHENWELTEN. Die Arbeiten
wurden live begleitet von dem Streichquintett „Wooden Elephant“ und einem Quartett von Sängerinnen
und Sängern. THE LITTLE MATCHGIRL PASSION von David Lang hat der Künstlerische Leiter Demis
Volpi ursprünglich für das Bundesjugendballett Hamburg kreiert. In der Uraufführung DON´T LOOK AT
THE JAR… beschäftigt sich der franko-israelische Choreograf Gil Harush mit dem einzigen Album der
2021 verstorbenen schottischen Künstlerin und Produzentin Sophie Xeon und der Genderproblematik.
Die beiden Gastspiele wurden vom Publikum und der Presse nicht nur wegen der Live-Musik gefeiert.
Im Oktober folgten kurz nach der Premiere in Madrid zwei Gastspiele der spanischen
Nationalcompagnie COMPAÑIA NATIONAL DE DANZA mit vier verschiedenen Choreografien und
einem extra für Bonn zusammengestellten Programm unter dem Titel TRIBUTO A KYLÍAN. Die
Neukreation MORGEN; des spanischen Großmeisters Nacho Duato setzt sich tänzerisch mit dem
Gedicht „Resumé“ der US-amerikanischen Dichterin Dorothy Parker auseinander. SAD CASE ist eine
ältere Arbeit aus dem Jahr 1998 der beiden Hauschoreografen des Netherland Dans Theaters (NDT)
Sol León und Paul Lightfoot. Der Titel trügt absichtlich, ist es doch ein äußerst fröhliches Stück,
geschaffen als Sol León im siebten Monat schwanger war und sich beide in Mexiko auf ihr Töchterchen
freuten. Getanzt wird daher zur mexikanischen Mambo-Musik. Statt Andrea Schermulys ursprünglich
vorgesehener Choreografie „Kübler-Ross“ betrat dann der Ensemble Chef Joaquín De Luz selbst die
Bühne mit dem Solo FIVE VARIATIONS ON A THEME, das der Choreograf David Fernandez dem
damaligen Solisten des New York City Balletts zu Klängen aus Bachs Violinkonzert in g-Moll auf den
Leib schrieb. Die virtuosen Sprünge und Pirouetten mit schönster Eleganz und allergrößter
Souveränität begeisterte nach Paris und Moskau auch das Bonner Publikum. BELLA FIGURA ist ein
Meisterwerk aus dem Jahr 1995 des tschechischen Magiers Jiří Kylián (geb. 1947) für neun
Tänzerinnen und Tänzer. Mit welcher Frische und technischer Brillianz das Ensemble das Werk mit
Musik von u.a. Vivaldi, Pergolesi und Lukas Foss zum Leben erweckte, war aller Bewunderung wert.
Zwei restlos ausverkaufte Vorstellungen begeisterten in der Bonner Oper. Die Reise der nationalen
spanischen Compagnie nach Bonn wurde finanziell durch den spanischen Staat unterstützt.
Im November 2022 folgte ebenfalls in Doppelvorstellung BLU INFINITO (Unendlich Blau) des eVolution
Dance Theater aus Italien. Auch hier waren beide Vorstellungen schon lange im Vorverkauf
ausverkauft. Tanzshows sind in der Reihe der Highlights eher seltener zu finden, bringen aber ein
Publikum zum Tanz, das sonst den Weg in die Oper nicht findet. Vielseitigkeit ist Trumpf. “Tänzerisch
eher unspektakulär, aber ästhetisch ein reizvolles Event aus einer technisch brillanten Traumfabrik mit
bezaubernden Berührungsmomenten. Stürmische Beifalls-Ovationen…” beschrieb der Bonner
Generalanzeiger die Präsentation.
WE’RE BACK (aus der Pandemie) hieß es Mitte Dezember mit NWDANCE PROJECT aus
Portland/Oregon. Das Gastspiel der in der nordwestlichen Pazifikregion der USA beheimateten
Compagnie war das erste außereuropäische Gastspiel nach der Pandemie. Der dreiteilige, wiederum
ausverkaufte Abend mit DOWN THE GARDEN PATH der Künstlerischen Leiterin Sarah Slipper,
ENSEMBLE FOR SOMNABULISTS des Italieners Luca Vegetto und LINGER von Ishan Rustem
beglückte das Bonner Tanzpublikum, die dem Ensemble enthusiastisch applaudierten.
Der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine verunmöglicht einen sinnvollen Kulturaustausch. Deshalb hatte
Burkhard Nemitz auch für den Dezember 2022 wiederum das Staatsballett aus Zara Stagora
eingeladen, diesmal mit dem Staatsorchester der bulgarischen Stadt am östlichen Rand der Union. DieSeite 28 von 70
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insgesamt vier Vorstellungen mit je 2x SCHWANENSEE und 2x NUSSKNACKER erbrachten eine
äußerst hohe Roheinnahme von über 165.000 €. Publikum und Presse bejubelten die Vorstellungen
und bescheinigten dem Ensemble „tänzerisches Spitzenniveau“. Das erstmals mitgereiste
Staatsorchester rundete den festlichen Gesamteindruck ab.
Anfang des neuen Jahres 2023 fand in Doppelveranstaltung nach der spanischen Nationalcompagnie
eines dieser besonderen Gastspiele statt, die anderswo nicht zu sehen sind und die Gastspielreihe
besonders machen. Das Ballett des Nationaltheaters Prag gastierte mit einer Vertanzung von Kafkas
PROZESS. Filip Barankiewicz, ehemals Erster Solist des Stuttgarter Balletts, leitet überaus erfolgreich
seit 2017 das 80 Tänzerinnen und Tänzer große Prager Nationalballett. In Deutschland waren die
Bonner Gastspiele die ersten seit dem Barankiewicz die Leitung übernommen hat. DER PROZESS war
eine Auftragsarbeit für das Ballett der Staatsoper Hannover, die dort auch 2015 uraufgeführt wurde. Die
literarische Vorlage ist aber eine unbestreitbare Facette des Prager Milieus, ein Teil tschechisch-
deutscher Literaturgeschichte und untrennbar mit der Stadt Prag verbunden. Mauro Bigonzettis
Choreografie traf mitten ins Herz. Mit Musiken von Antonio Maria Bonocini, Dietrich Buxtehude, Henryk
Górecki, Carlo Gesualdo, Tarquinio Merula, Claudio Monteverdi und Modest Petrovic Musorgskij
gehörten die Gastspiele künstlerisch und tänzerisch mit zu einem der ganz großen Ereignisse der
Gastspielreihe. Begeisterter Beifall in dem leider nicht ausverkauften Haus.
Ende Januar gastierte mit zwei Gastspielen das Alonzo King LINES Ballet aus San Francisco in der
Oper. Alonzo King und seine hochkarätige Compagnie von internationalem Rang verfolgen seit ihrer
Gründung im Jahr 1982 eine künstlerische Vision. Sein Tanz zeichnet sich durch eine präzise,
innovative, geometrische Formensprache und durch die Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen
Musikern verschiedenster Kulturen aus. Ohne Traditionen preiszugeben, werden seine ästhetischen
Grenzen und strengen Formvorgaben deutlich ausgeweitet. Hohe Musikalität, eine eigene Form
zeitgenössischer und neoklassischer Bewegungssprachen, hervorragend ausgebildete Tänzerinnen
und Tänzer sowie subtiles Lichtdesign sind seine Markenzeichen. Als abstrakt und dennoch gefühlvoll,
so lassen sich Alonzo Kings Choreografien beschreiben. Die multiethische Truppe zeigte in der
Choreografie DEEP RIVER eine stupende tänzerische Virtuosität und raffinierte Musikalität. Standing
Ovations an beiden ausverkauften Tagen.
Tanz in der dritten Dimension zeigte an zwei Tagen im März die französische „Compagnie Käfig“. Das
Ensemble und der Künstlerische Leiter Mourad Merzouki sind Schlüsselfiguren des internationalen Hip-
Hop. Mourad Merzouki, geb 1973, wuchs als eines von sieben Geschwistern in einem Banlieue von
Lyon auf. Die Treppenhäuser der Wohnblocks waren seine ersten Proberäume. Er wollte der Enge
entfliehen und fing an zu tanzen. Als Jugendlicher liebte er das Boxen, nahm aber bereits Unterricht an
einer Zirkusschule, bevor er mit 15 Jahren den Hip-Hop für sich entdeckte. Er sprengte den Käfig seiner
eigenen Herkunft. In VERTIKAL beweist die Gruppe, dass man nicht nur auf dem Bühnenboden tanzen
kann. Die Tänzerinnen und Tänzer springen meterhoch, wirbeln herum und nutzen den kompletten
Bühnenraum, horizontal wie auch „vertikal“. Merzouki erfindet eine Bewegungssprache, eine neue
Raumpoesie und gibt dem Hip-Hop so eine neue Dimension, in der die Musik von Armand Amar die
Kraft der Streicher mit elektroakustischer Musik verknüpft. Beide Vorstellungen restlos ausverkauft. Das
Publikum brach in großen Jubel aus.
Flamenco und Mozarts Requiem brachte das aus Peking angereiste Beijing Dance Theater. Der
lateinamerikanische Schriftsteller Hector Tizón beschreibt das Leben als einen langen Spaziergang
ums eigene Haus. Manchmal muss man sich weit von der Heimat entfernen, um das Eigene zu
erkennen. Sich in die Ferne zu begeben und so sich neu zu entdecken, ist auch das Motto der
chinesischen Compagnie und seiner Direktorin Yuanyuan Wang. Das zweiteilige Programm MANOLITA
CHEN des Spaniers Marcos Morau und REQUIEM der Künstlerischen Leiterin Yuanyuan Wang zeigte
kulturelle Aneignung und Auseinandersetzung mit dem sogenannten Fremden ganz ohne ideologische
Scheuklappen. Langer Applaus im ausverkauftem Haus für zwei extrem unterschiedliche ost-west
Blicke auf kulturelle Differenzen und Gemeinsamkeiten.
Mit der drittgrößten tschechischen Ballettcompagnie des Mehrsparten Hauses aus Ostrava brachte
Burkhard Nemitz noch ein Programm nach Bonn, das in den Tourkalendern nicht zu finden ist. Mit
CONSEQUENCE von Juanjo Arqués und ROSSINI CARDS von Mauro Bigonzetti zeigte die starke
Compagnie zwei großen Choreografien. Mit Rossini Cards wiederholte Nemitz mit Absicht einSeite 29 von 70
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Programm, das er schon 2014, getanzt vom Aterballetto aus Italien, gezeigt hatte. Bigonzettis
Choreografie zeige Musikalität, Witz, Tiefe und Ironie und grandioses handwerkliches und
künstlerisches Können. Werte die grundlegend für seine Programmauswahl über die Jahre gewesen
seien, erklärte er in einer kurzen Ansprache vor den zwei Vorstellungen. Er verabschiedete sich von
dem Bonner Publikum und dankte den Zuschauerinnen und Zuschauern für ihre Treue über so viele
Jahre. In beiden restlos ausverkauften Vorstellungen gab es Standing Ovations für die begeisternden
Arbeiten und das hohe Können des tschechischen Balletts.
Im Juni folgte noch zwei Vorstellungen der spanischen Compagnie It Dansa. Generalintendant Dr.
Bernhard Helmich verabschiedetet den langjährigen Kurator Burkhard Nemitz vor der ersten
Vorstellung im ausverkauften Haus. Er dankte dem 72 Jährigen für seine Arbeit und wünschte ihm das
Beste für den Ruhestand. Standing Ovations schon bevor der Vorhang sich hob. Die vier Choreografien
boten nochmals Qualität und Vielfalt und damit zwei Zutaten, die für die Reihe immer prägend gewesen
sind. Die 17 jungen Tänzerinnen und Tänzer begeisterten durch immenses Können, das Gefühle
intimster Natur zu Kammermusik von Franz Schubert ebenso ergreifend auf die Bühne brachte, wie es
in urkomischen Slapstick-Szenen begeisterte. “Für Burkhard Nemitz kein Schlusspunkt, sondern ein
Ausrufezeichen”, so der Bonner Generalanzeiger.
QUATSCH KEINE OPER!
Die erfolgreiche Reihe Quatsch keine Oper! wurde auch im zwanzigsten Jahr mit Rita Baus als
Ideengeberin und Organisatorin im Bonner Opernhaus fortgesetzt. Für den Hausherrn des Theater
Bonn, Generalintendant Dr. Bernhard Helmich, ist die Fortführung eine große Freude: "Ich schätze mich
glücklich, dass eine solch erfolgreiche Reihe das Opernhaus auch weiterhin bespielt. QKO! hat bisher
mehr als 375.000 Besucherinnen und Besuchern einen unvergleichbaren Abend beschert. Und die
Begeisterung von Künstlerinnen, Künstlern und Publikum reißt nicht ab. Gäste waren wie Axel Prahl &
das Insel Orchester, Gerhard Polt & Well Brüder, Salut Salon – Klassik Virtuos und immer Anders und
Tommy Engel & Band begeisterten das Publikum in der Bonner Oper.
SCHAUSPIEL
Der diesjährige Lagebericht zeigt deutlich, dass sich die Zuschauersituation nach der Pandemie
langsam aber stetig wieder erholt und normalisiert. Wieder kann in der Gesamtstatistik ein
Zuschauerzuwachs von ca. 3.000 Zuschauern zum Vorjahr vermerkt werden (insgesamt 41.000 = 71%
Auslastung). Auch die Einnahmen sind wieder leicht auf 541.000,00 € gestiegen.
Vermutlich wäre das Gesamtergebnis wesentlich besser ausgefallen, hätte nicht eine lang anhaltende
Krankheitswelle am Haus (Von November - Februar) einige kurzfristigen Spielplanänderungen
erzwungen, die vor allem die Verschiebung unserer zweiten großen Premiere der Spielzeit „Peer Gynt“
am schlimmsten getroffen hat. Diese Produktion musste insgesamt - auf Grund von immer neuen
Erkrankungen - drei Mal verschoben werden und konnte dann erst, statt im September 2022 im März
2023 herauskommen. Die ärgerlichen Ausfälle und Verschiebungen hatten insgesamt fast 30 geplante
Vorstellungen betroffen, die ersatzlos entfallen mussten. Ebenso ersatzlos musste die Premiere von
„Sieben Todsünden“ aus Krankheitsgründen abgesagt werden. Hier konnte auch kein Ersatztermin
mehr gefunden werden. Somit kam das Schauspiel in diesem Jahr „nur“ auf insgesamt 205
Vorstellungen.
Vor allem der nicht zu ersetzende Ausfall der wichtigen Zuschauerposition von „Peer Gynt“ am Anfang
der Saison wirkte sich relativ belastend auf die ersten drei Spielmonate aus. In den Monaten August -
Oktober waren die Zahlen so schlecht wie nie zuvor. Allerdings konnte man auch in anderen
Veranstaltungen der Umgebung wahrnehmen, dass die in diesen Monaten extrem geschürte
Inflationsangst (und vielleicht auch die Angst vor einer neuen Pandemie) vor allem dem Vorverkauf in
der ganzen Stadt schadeten.
Gott sei Dank änderte sich das Zuschauerverhalten aber dann in den Wintermonaten wieder und die
Monate Dezember – März waren im Schauspiel dann extrem gut besucht. Besonders im Januar
erreichten wir im Schauspielhaus ein Rekordergebnis von 93% Platzausnutzung im Großen Haus. AufSeite 30 von 70
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diese Weise ist es dann schlussendlich gelungen, den sehr mäßigen Beginn und Verlust bis zum Ende
der Spielzeit wieder auszugleichen.
Nach wie vor ist es äußerst erfreulich, dass unsere Inszenierungen mit zum Teil anstrengenden
aktuellen Themen wie „Recht auf Jugend“, eine Auseinandersetzung mit der Klimakatastrophe unter
Beteiligten der Gruppe LETZTE GENERATION (12 Vorstellungen, 63% Auslastung) und der
Uraufführung des Auftragswerkes „Der Haken“, in dem es um Mietwucher und soziale Vereinsamung
in Städten wie Bonn ging (13 Vorstellungen, 73%) oder die Auseinandersetzung um die russische
Protestgruppe „Pussy Riot“ (10 Vorstellungen, 80% Auslastung) belegen diesen anhaltenden Trend.
Am erfolgreichsten waren aber neben den vier Wiederaufnahmen aus der Vorsaison „Unsere Welt neu
denken“ (9 Vorstellungen 80% Auslastung) und „Istanbul“ (8 Vorstellungen, 99% Auslastung), „Die
Glasmenagerie (10 Vorstellungen, 80% Auslastung), „Broken Circle“ (15 Vorstellungen, 73%) die
Neuproduktionen „Der Sturm“ als Familienstück (15 Vorstellungen, 76% Auslastung), „Hotel Godesberg
(12 Vorstellungen, 80% Auslastung), „Peer Gynt“ (8 Vorstellungen, 83% Auslastung, „Der aufhaltbare
Aufstieg des Arturo Ui“ (6 Vorstellungen, 90 % Auslastung“ und in der Werkstatt „Löwenherzen“, ein
Stück für Kinder und Jugendliche (13 Aufführungen, 94 % Auslastung, „Memnon“, eine
Stückentwicklung über die Schwierigkeit des Denkens (11 Vorstellungen, 86% Auslastung) und unser
partizipatives Jugendprojekt „Das Floß der Medusa“ (7 Vorstellungen, 79% Auslastung).
Nur drei, eher experimentelle Produktionen konnten diese Saison bei den Besuchern nicht wirklich
überzeugen: Die Produktion „Medea 38 / Stimmen), die die Verfolgung von Kurden und Aleviten
thematisierte (8 Vorstellungen, 31%), die Uraufführung einer jungen britischen Autorin „Wild Fire Road“
(14 Aufführungen, 51%) und die Uraufführung „Blut wie Fluss“ (7 Vorstellungen, 33%).
Dennoch, der Trend nach oben hält an und der enorme Zuschauerzuspruch gerade im Schauspielhaus
in Bad Godesberg ermutigt uns, unser Konzept um die Säulen „gesellschafts-relevante Themen“,
„Klassikerpflege“, „Bad Godesberger und Bonner Themen“ und „partizipative“ Projekte mit
Bürgerbeteiligung weiter fortzusetzen.
PORTAL: PRODUKTIONEN FÜR JUNGES PUBLIKUM
Von der Familienoper über die partizipative Schauspielproduktion bis hin zu mobilen Angeboten – das
Theater Bonn zeigt und entwickelt verschiedenste Formate, um junges Publikum zu erreichen und
anzusprechen. Dass das gelingt, zeigen die Zahlen: In der Spielzeit 2022/23 waren 20% der
Besucher:innen in Oper, Schauspiel und Tanz unter 27!
SCHAUSPIEL
Mit DER STURM wurde Weltliteratur auch für junge Menschen ab zehn Jahren sowie für alle
Generationen als Familienstück auf die große Bühne im Schauspielhaus erlebbar gemacht.
Shakespeares Stück ist ein Verwechslungsspiel mit Magie, Liebe und Geistern. Es behandelt Themen
wie das Verhältnis von Illusion und Realität, Rache und Vergebung, Schuld und Erlösung. In seiner
Bearbeitung verwendete Schauspieldirektor Jens Groß die bekannte Übersetzung von August Wilhelm
Schlegel – nicht zuletzt wegen ihrer besonderen poetischen Sprachkraft.
Ebenfalls für Kinder ab zehn Jahren und ihre Familien wurde LÖWENHERZEN auf der Werkstattbühne
von Hanna Müller inszeniert. Schulklassen und Familien erlebten mit dem Löwen eine Reise um die
Welt. Ohne Wertung und Fingerzeig begegneten wir den verschiedensten Menschen und Phänomenen
auf dieser Welt. Die mehrfach ausgezeichnetete Autorin Nino Haratischwili bringt Konsum, Armut und
Kinderarbeit genauso zur Sprache wie Kinderwunsch, Ausgrenzung und Trennung, aber auch Mut und
Freundschaft.
OPERSeite 31 von 70
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Im Rahmen der Kooperation Junge Oper Rhein-Ruhr, die es uns ermöglicht, jede Spielzeit eine große
Oper für junges Publikum zu zeigen, wurde in der Spielzeit 2022/23 die Familienoper DIE KINDER DES
SULTANS aufgeführt. Die Musik wurde von dem israelitischen Komponisten Avner Dorman komponiert,
das Libretto stammt von Ingeborg von Zadow. Neben den öffentlichen Vorstellungen im Opernhaus für
Familien haben wir auch in dieser Spielzeit drei Vorstellungen an Vormittagen angeboten, die fast
ausschließlich für Schulklassen geöffnet wurden. Alle drei Vorstellungen waren sehr gut besucht,
beziehungsweise ausverkauft und das junge Publikum begeistert. Allein in den Schulvorstellungen
konnten über 2.000 Schüler:innen diese Produktion sehen.
Mobile Produktionen / SITZKISSENOPER
Seit der Spielzeit 2021/22 ist das Theater Bonn mit mobilen Produktionen für Grundschulen, Altenheime
und Familienzentren unterwegs in der Stadt. Zu der Balladenminioper MINA ODER DIE REISE ZUM
MEER von Anno Schreier, die 2021/22 uraufgeführt worden ist und auch in dieser Spielzeit weiter auf
dem Spielplan stand, kam in der Spielzeit 2022/23 die Koproduktion mit dem Theater Marabu
GENAUSO, NUR ANDERS in der Regie von Tina Jücker hinzu. Dieses Stück ab 6 Jahren thematisiert
Unterschiede und Gemeinsamkeiten und bezieht sein junges Publikum in einem spielerischen Battle
aktiv mit ein. Bereits in der Probenphase waren verschiedene Klassen an der Produktion beteiligt.
Während die Vorstellungen für Familien hauptsächlich im Theater Marabu gezeigt wurden, fanden die
Schulvorstellungen u. a. in der KGS Mehlem, der Gottfried-Kinkel-Schule und dem Grundschulverband
Marienschule / Nordschule statt. In der Regel sehen dann alle 1. und 2. Klassen einer Schule diese
Produktionen und werden in Workshops vorbereitet. Von MINA UND DIE REISE ZUM MEER und
GENAUSO, NUR ANDERS haben zusammen 19 Vorstellungen in Schulen stattgefunden.
Für die ganz Kleinen fand im Foyer der Oper wieder das Format SITZKISSENOPER statt. Kinder ab 5
Jahren stehen mit ihren Familien oder ihren Kindergärten dann im Fokus. Im Rahmen der
SITZKISSENOPER haben wir auch wieder die Minioper NILS KARLSSON DÄUMLING aufgenommen.
Sie wurde im Foyer der Oper (bzw. auch einmal im Schauspielhaus) für Familien gezeigt. 7
ausverkaufte Vorstellungen haben für Kindergärten stattgefunden. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage
durch die Kindergärten werden wir hier in Zukunft das Angebot noch erhöhen.
PARTIZIPATION
Das Theater Bonn bietet nicht nur Produktionen für junges Publikum, sondern auch mit jungem
Publikum. Im Schauspiel war das die Produktion FLOSS DER MEDUSA. In dem partizipativen Projekt
nach der Vorlage von Georg Kaiser erarbeiteten Regisseur Max Immendorf und Rapper Kutlu
Yurtseven gemeinsam mit acht Jugendlichen aus Bonn ein Bühnenstück für die Werkstattbühne. Was
passiert, wenn eine Gruppe junger Menschen ganz auf sich selbst gestellt in einer unabsehbaren
Situation Entscheidungen ins Ungewisse treffen muss? Welche Wertvorstellungen treffen aufeinander?
Halten sie am Status Quo fest oder entwickeln sie neue Wege des Zusammen- und Überlebens?
Ein weiteres partizipatives Projekt, die Produktion der Oper ARABISCHE NACHTMUSIK – EIN
MUSIKALISCHES TRAUMSPIEL, entstand mit fast 70 Beteiligten aus dem Kinder- und Jugendchor.
Die Premiere war am 11. Februar auf der großen Bühne im Opernhaus. Da wir die musikalische
Grenzüberschreitung bei dem Konzert 1001 TAKT – ZWISCHEN MAQAM UND OPER der Spielzeit
2021/22 fortsetzen wollten, hat der Regisseur Jürgen R. Weber ein Projekt konzipiert, das eine Brücke
schlägt von Mozart bis zu Hussain Atfah, der sowohl als Komponist als auch als Sänger bei der
Produktion mitwirkte. Neben dem Kinder- und Jugendchor waren das Beethoven Orchester Bonn sowie
verschiedene Musiker beteiligt, die mit orientalischen Instrumenten wie Santur oder Oud den Klang
bereicherten. Zur Premiere waren unterschiedliche Multiplikator:innen aus Stadtteilvereinen,
Jugendzentren etc. eingeladen.
Darüber hinaus fand im Rahmen des Kulturrucksacks NRW Anfang April 2023 in Kooperation mit dem
Jugendzentrum Ev. Lukaskirchengemeinde Bonn Gemeindeforum Auerberg und gemeinsam mit dem
syrischen Sänger und Komponisten Hussain Atfah einen Wochenendworkshop zu DIE ARABISCHE
NACHTMUSIK statt. Neben dem Kennenlernen klassischer westlicher Musik von Mozart, Beethoven
oder Wagner ging es um moderne syrische und arabische Maqam Musik. Unter dem Motto
„orientalischer Klangbazar“ wurden diese Musiken gehört und gespielt. Anschließend ging es darum, in
Anlehnung an DIE ARABISCHE NACHTMUSIK szenische Übungen mit Musikalischem zu verknüpfen
und eine eigene kleine Vorstellung auf die Beine zu stellen.
Regelmäßig können sich Kinder und Jugendliche zudem im Theater Bonn kreativ ausprobieren, das
Theater von einer ganz anderen Seite kennen lernen und erste Erfahrungen auf der Bühne sammeln.Seite 32 von 70
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Im SCHAUSPIEL-JUGENDCLUB treffen sich einmal im Monat rund 20 Kinder und Jugendliche: Hier
wird Theater gespielt und angeschaut, Texte werden auf den Kopf gestellt, eigene Bilder und Zugänge
erfunden und Ideen riskiert! Dabei stehen die gemeinsame Zeit und das Ausprobieren im Fokus. Zum
Ende der Spielzeit erhöht sich die Anzahl der Treffen, um sich einer abschließenden Performance aus
Monologen, Dialogen und Choreografien zu widmen. In der Spielzeit 22/23 wurde am 19. Juni 2023 die
Jugendclub-Präsentation mit dem Titel W.A.R.T.E.N auf der Foyerbühne im Schauspielhaus aufgeführt,
die knapp 100 Menschen besuchten.
Im Kinder-und Jugendchor waren auch in der Spielzeit 2022/23 knapp 120 Kinder unter der
musikalischen Leitung von Ekaterina Klewitz aktiv. Regelmäßig treffen sie sich in den unterschiedlichen
Gruppen zu musikalischen Proben und sind an kleineren und größeren Auftritten im Opernhaus, aber
auch im ganzen Bonner Stadtgebiet beteiligt. Neben der Produktion ARABISCHE NACHTMUSIK war
in der Spielzeit 22/23 das Jubiläumskonzert im Mai ein Highlight: den Kinder- und Jugendchor gibt es
inzwischen schon seit 30 Jahren am Theater Bonn. Aber auch in der Produktion AUFSTIEG UND FALL
DER STADT MAHAGONNY wirkten einige der Kinder und Jugendlichen mit.
VERMITTLUNG - Theater für jung und alt!
Das Theater Bonn versteht sich als ein Theater für alle. Neben den Produktionen für die
unterschiedlichsten Ziel- und Altersgruppen bieten wir auch Vermittlungsformate an, die auf die
Bedürfnisse der verschiedenen Menschen Rücksicht nehmen. Von Spielzeit zu Spielzeit werden so
weitere Gruppen angesprochen bzw. die Formate noch besser abgestimmt. Eine große Bedeutung hat
hier die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Mulitiplikator:innen in der Stadt, seien es die Schulen,
Jugendzentren oder die Stadtteilvereine und Quartiersmanagements. Der Austausch und das Netzwerk
wächst hier von Spielzeit zu Spielzeit und Anregungen und Wünsche werden ins Haus getragen.
Erstmalig haben die Stadtteilvereine und Quartiersmanagements über das Amt für Soziales und
Wohnen knapp 400 Ehrenamtliche in die Generalprobe von LE NOZZE DE FIGARO eingeladen. So
konnten sie sich bei ihnen bedanken und wir konnten Menschen in die Oper einladen, die noch nie
dagewesen sind und auf diese Weise weiter Schwellen abbauen. Eine der Erstbesucherinnen schrieb
in unserer Evaluation: „Das ist ja wie GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN nur in Abendgarderobe“.
KINDERGÄRTEN UND SCHULEN
Zusätzlich zu den Aufführungen für junges Publikum in Schauspiel und Oper bieten wir Workshops und
Führungen durch das Opernhaus bzw. die Werkstätten in Beuel an. Während bei den Workshops der
Schwerpunkt darauf liegt, sich selber künstlerisch auszuprobieren, geht es bei den Führungen u. a.
darum, die Berufe am Theater kennenzulernen und zu sehen, dass das Theater Bonn auch ein
möglicher Arbeits- (und Ausbildungs-)ort ist.
In der Oper haben wir versucht jedem Kindergarten- bzw. Schulkind, welches eine Vorstellung besucht,
auch die Teilnahme an einem vorbereitenden Workshop oder einem anderen Vermittlungsangebot zu
ermöglichen. Dabei ist es uns sogar gelungen die Zahl unserer Workshops um knapp 50% im Vergleich
zur vorherigen Spielzeit zu erhöhen. Die meisten Workshops fanden im Rahmen der Produktionen von
PORTAL statt. So gaben wir 72 Workshops für die Klassen 3 bis 6 zu DIE KINDER DES SULTANS und
erreichten auf diese Weise knapp 1800 Schüler:innen zwischen 8 und 13 Jahren. Außerdem nahmen
mehr als 500 Schüler:innen der Klassen 1 bis 3 an insgesamt 22 Workshops für MINA UND DIE REISE
ZUM MEER teil. In den meisten dieser Workshop arbeiteten wir mit unserem experimentellen
Instrumentenkoffer und fanden auf diese Weise einen praktischen Zugang zum Musiktheater und dem
Vertonen von Bildern, Emotionen und Geschichten.
Zu Beginn der Spielzeit 2022/23 stand dann mit AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY ein
Stück mit großer gesellschaftspolitischer Relevanz auf dem Spielplan. Aufgrund des Themas
Klimakrise, welches in der Inszenierung von Volker Lösch eine zentrale Rolle spielt, hielten wir das
Stück gerade für Schulklassen ab der Oberstufe für besonders sehenswert. Daher haben wir Klassen
proaktiv angeschrieben und ihnen einen Probenbesuch ermöglicht, um Lust und Neugierde auf die
Produktion zu entfachen. Zusätzlich dazu haben wir vorbereitend auf einen Vorstellungsbesuch einen
musiktheaterpädagogischen Workshop angeboten. Neben AUFSTIEG UND FALL DER STADT
MAHAGONNY hatten wir mit der LE NOZZE DE FIGARO, AGRIPPINA und dem UN BALLO EN
MASCHERA weitere Stücke für die Mittel- und Oberstufe im Programm, die wir
musiktheaterpädagogisch begleitet haben. In den meisten Fällen haben die Klassen vor einem
Stückbesuch einen Workshop oder einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Produktion erhalten.Seite 33 von 70
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Insgesamt fanden in dieser Spielzeit in der Oper 151 Workshops für Schulklassen und
Kindergartengruppen statt, über die knapp 3500 Kinder und Jugendliche erreicht wurden. Für diese
Zielgruppe gab es 45 Führungen mit knapp 1.000 Kindern, die daran teilnahmen. Zusätzlich gab es
noch 13 – fast immer ausverkaufte – Familienführungen.
Im Schauspiel besuchten Schulklassen neben DER STURM (1.183 Schülerkarten) und
LÖWENHERZEN (788 Schülerkarten) auch gerne PEER GYNT, UNSERE WELT NEU DENKEN oder
RECHT AUF JUGEND. Zur Vorbereitung nutzten sie im Rahmen von knapp 100 vorbereitenden
Workshops das digitale Scrollytelling-Material mit Inhalten, Interviews und eine Blick hinter die
Kulissen, das auch allen anderen Besucher:innen auf unserer Homepage zur Verfügung steht.
Weiter fortgeführt haben wir außerdem das Format BILDUNGSPARTNER PORTAL. 5. Klassen
verpflichten sich hierbei, über drei Jahre mit PORTAL eine Kooperation einzugehen. In jedem Schuljahr
sehen sie eine Produktion / Konzert und erhalten dazu ein vorbereitendes Angebot. Alle Schulklassen
lernen so im Verlaufe der drei Jahre die unterschiedlichen Kunstformen kennen. In der Spielzeit
2022/23 konnten wir 19 neue 5. Klassen als Bildungspartner begrüßen. Mit dabei sind u. a. das
Friedrich-Ebert-Gymnasium, die Gesamtschule Niederkassel, das Heinrich-Böll-Gymnasium, das CJD
in Königswinter sowie Gymnasium und Realschule Schloss Hagerhof.
Das Theater Bonn möchte jedem Kind die kulturelle Teilhabe ermöglichen. Kinder, die sich die Karten
nicht leisten können, unterstützen wir über unsere Kulturpatenkasse. In der Spielzeit 2022/23 wurden
über die Kulturpatenkasse über 300 Besuche finanziert. Außerdem haben auch die Opernfreunde mit
ihrem Programm SCHÜLER IN DIE OPER wieder zahlreiche mobile Aufführungen von MINA ODER
DIE REISE ZUM MEER und Besuche von Aufführungen im Opernhaus ermöglicht.
LEHRKRÄFTE / PÄDAGOGINNEN UND PÄDAGOGEN
Für Lehrkräfte schreiben wir einmal im Monat einen Newsletter, informieren über aktuelle Produktionen
und Projekte und laden zu Endproben ein. In den OFFENEN PROBEN für Pädagog:innen besuchen
wir gemeinsam, eingebunden in Gespräche und fachlichen Austausch, aktuelle Inszenierungen und
gaben somit den Lehrkräften die Möglichkeit, die Stücke gezielt auszuwählen und vor ihren
Schüler:innen zu sehen. Neben dem Scrollytelling bieten wir zudem für Lehrkräfte Materialsammlungen
und Ideen für die Vorbereitung des Aufführungsbesuchs als Padlet an.
Aktiv können die Lehrerkräfte beim THEATERLABOR werden. Das ist eine Fortbildungsreihe in
Kooperation mit dem Theater Marabu und wurde auch in dieser Spielzeit für interessierte Lehrkräfte
angeboten und durchgeführt.
U27/STUDIERENDE
Das Angebot für Studierende hat sich mit der U27-Preview in Oper und Schauspiel und besonderen
Führungen in der Spielzeit 2022/23 etablieren können: dies zeigt sich an den Umfragewerten, die am
Ende der Spielzeit erfasst und ausgewertet worden sind. Von den knapp 500 Personen, die erreicht
werden konnten, gab es durchweg positive Rückmeldungen. Auch die Online-Umfrage macht deutlich,
dass das Rahmenangebot für Studierende am Theater Bonn auf 96% Zufriedenheit stößt. Insgesamt
hat das U27-Preview Format das Interesse an einem Besuch einer regulären Vorstellung mit dem 3€-
Ticket (AStA-Kulturticket) verstärkt. Im Vergleich zur Spielzeit 2021/22 konnten deutlich mehr Anfragen
für außerplanmäßige Führungen durch das Opernhaus verzeichnet werden. Ebenso konnte der
Newsletter für die Zielgruppe U27, der seit Oktober 2021 geschrieben wird, in der Spielzeit 2022/23
einen großen Zuwachs gewinnen.
Auch außerhalb des regulären Programms der U27 wurden diverse Angebote auf Studierende
zugeschnitten. So konnten im Rahmen des Fachschaftsjahres viele Multiplikator:innen an den
Universitäten selbst erzielt werden. Zudem griffen wir auf Kontakte zu Lehrbeauftragten der Universität
zurück, um sie in den Planungsprozess mit einzubeziehen. Seminare aus unterschiedlichsten
Fachbereichen haben so Produktionen in Schauspiel und Oper besucht und erhielten oft vorher gezielte
Einführungsveranstaltungen mit Mitwirkenden. Außerdem wurde die Kooperation mit dem ZERG
(Zentrum für Religion und Gesellschaft) der Universität Bonn mit verschiedenen gemeinsamen
Veranstaltungen fortgesetzt.Seite 34 von 70
13
OPERNFÜHRER:INNEN
Die Opernführer:innen sind inzwischen eine feste Größe am Opernhaus. Ca. 30 Bonner:innen
engagieren sich hier ehrenamtlich und bereiten sich in kleinen Gruppen inhaltlich auf die einzelnen
Produktionen vor. Vor den Vorstellungen in der Oper befinden sie sich dann im Foyer und sind als
Ansprechpersonen offen für die Fragen und Anmerkungen des Publikums. Auch übernehmen sie die
inhaltliche Einführung für Schulklassen, bei Sonderveranstaltungen sowie bei offenen Proben für
Senior:innen. In der Spielzeit 2022/23 haben alle Opernführer:innen eine gemeinsame Fortbildung zum
Stimmtraining, insbesondere aber auch für die dialogische Gesprächsführung teilgenommen.
SENIOR:INNEN
Die Veranstaltungen für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren knüpfen an die ersten Erfolge der
Spielzeit 2021/22 an. Zu Beginn der Spielzeit 2022/23 hat ein runder Tisch mit Multiplikator:innen aus
den Stadtteilen und der Senior:innenarbeit stattgefunden. Hier haben die 20 Teilnehmenden die
Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zum Ausdruck gebracht. Daran anknüpfend konnte für die Spielzeit
2022/23 ein Veranstaltungskalender entwickelt werden. Es haben zwei offene Vormittagsproben (1.12.
MASKENBALL, 34 TN; 14.4. LUSTIGE WITWE, 28 TN) stattgefunden und zwei barrierefreie
Führungen (mit je 15 TN) - diese Veranstaltungen waren jeweils nur für die Zielgruppe geöffnet.
Ergänzend zu diesen kostenlosen Angeboten sind seit der Spielzeit 2022/23 die
Vormittagsvorstellungen (ehemals "Schulvorstellungen") nun zu Vorstellungen "für Jung & Alt"
geworden. Damit konnten erstmals Begegnungseinrichtungen mit ihren Gruppen zur für sie gut
geeigneten Vormittagszeit zu Vorstellungen in der Werkstatt (LÖWENHERZEN), in der Oper (KINDER
DES SULTANS) und im Schauspielhaus (DER STURM) erscheinen.
Zusätzlich zu diesen im Spielplan verankerten Terminen konnte die Zusammenarbeit mit einzelnen
Seniorenzentren weiter ausgebaut werden. So konnte die Balladenminioper MINA ODER DIE REISE
ZUM MEER im Frühjahr 2023 an zwei Außenspielstätten für Seniorinnen und Senioren aufgeführt
werden. Bei beiden Vorstellungen im Begegnungszentrum waren jeweils auch Kindergartenkinder aus
den benachbarten Kindergärten anwesend.
Aufgrund der positiven Resonanz ist eine zunehmende Verstetigung und Institutionalisierung dieser
Angebote auch für die kommende Spielzeit geplant.
MOVING TOGETHER
Das Programm des kooperativen Projekts ‚Moving together‘ wurde von allen beteiligten Parteien – der
Stadt Bonn, dem Beethoven Orchester Bonn, den Vereinten Nationen und dem Theater Bonn –
gemeinsam durch die Spielzeit 2022/23 begleitet. Insgesamt konnten rund 60 Personen (darunter auch
alle internationalen Gäste) erreicht werden, die mit grundlegend positivem Feedback an den einzelnen
englischsprachigen Veranstaltungen des Rahmenprogramms teilgenommen haben. Durchaus konnte
zwischen den Verantwortlichen der Kooperationsparteien erhöhtes Interesse an einem Zuwachs und
mehr Sichtbarkeit in der Zielgruppe für die Spielzeit 23/24 geweckt werden. Das hat zum Weiterdenken
des Projekts und dessen Inhalte gefühlt, woraus ein verbessertes Nachfolgeprogramm resultieren
konnte. Auch das Verhältnis zu den Vereinten Nationen konnte gestärkt werden und hat durch
vorbereitende Treffen ein noch größeres Engagement für zukünftiges Arbeiten bewirkt.
OPERNRASEN 2023
Das Ende der Spielzeit 2022/23 wurde mit einem mehrtägigen Programm auf dem Rasen vor dem
Opernhaus gefeiert. Anders als in den Jahren davor fand der OPERNRASEN diesmal als ein kurzes
Festival statt. Jeden Tag wurde ein anderes Programm für verschiedenste Zielgruppen angeboten, was
grundsätzlich auf eine gute Resonanz gestoßen ist. Rückblickend konnte in diesem Rahmen ein
durchaus diverses Angebot stattfinden und die Rückmeldungen, die aus stichprobenartigen
Befragungen hervorgegangen sind, waren durchweg positiv. Insbesondere beim jüngeren Publikum
konnte das Theater Bonn durch ein Mini-Festival, das am Freitag des Opernrasens stattfand und bei
dem viele verschiedene Kunstschaffende mit ihren Bands aus dem Raum Köln / Bonn auftraten, auf
sich aufmerksam machen. Einige dieser Personen haben sich bereits über verschiedene
Vermittlungsangebote der Spielzeit 2023/24 informiert und Interesse geäußert. Zum Abschluss war der
Opernrasen Start- und Endpunkt für den Fackellauf der Paralympics, deren Hosttown Bonn gewesen
ist.Seite 35 von 70
14
**********
Auf den 2 Schauspielbühnen und den Bühnen von Oper und Tanz (Opernhaus) wurden insgesamt 387
Vorstellungen gezeigt. Hierbei entfielen auf das Musiktheater einschließlich Tanz-Gastspiele 182 und
auf das Schauspiel 205 Vorstellungen. Hinzu kamen 28 Veranstaltungen mit freiem Eintritt, davon 15
im Opernhaus und 13 im Schauspielhaus. Dies ergibt eine Gesamtsumme von 415 Veranstaltungen.
Die Veranstaltungen des Musiktheaters wurden von 107.245 (Vorjahr 86.531), die des Schauspiels von
42.364 (Vorjahr 38.904) Besucherinnen und Besuchern gesehen.
Von den Besucherinnen und Besuchern des Musiktheaters entfielen 85.112 auf Oper, 19.608 auf die
Tanzgastspiele. Zudem wurden weitere Veranstaltungen im Foyer der Oper von 1.800 Gästen besucht.
Die Veranstaltungen mit freiem Eintritt hatten 725 Besucherinnen und Besucher.
Die Veranstaltungen des Schauspiels wurden von 42.364 Besucherinnen und Besuchern gesehen. Von
diesen entfielen 30.927 auf den Saal im Schauspielhaus, 82 auf das Foyer im Schauspielhaus und
8.110 schauten Stücke auf der Werkstattbühne in der Oper. Zudem hatten wir 4 Gastspiele mit 1.822
Gästen. Die Veranstaltungen mit freiem Eintritt hatten 1.423 Besucherinnen und Besucher.
Das ergibt insgesamt 149.609 (Vorjahr: 125.435) Besucherinnen und Besucher in der Spielzeit
2022/23.
Die statistische Auslastung der Vorstellungen betrug im Schauspiel 71,47 % in der Oper einschließlich
Tanzgastspiele 76,58 %.
Die in der Anlage befindliche Jahresstatistik weist die Veranstaltungen mit freiem Eintritt nicht aus,
daher ergibt sich eine Abweichung um diese Summe.
*********
Das Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit, welches wir beeinflussen können (also ohne die Gebäude-
abschreibungen und die damit verbundene Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage, die zu einem
entsprechend auszuweisenden Fehlbetrag führt), fällt besser aus als prognostiziert. Der Jahresüber-
schuss in Höhe von 353.248,80 € wird in die satzungsmäßige Rücklage eingestellt.
Begründung:
Die Produktionen in der Spielzeit 2022/23 sind vom Publikum deutlich besser als prognostiziert ange-
nommen worden. Allerdings haben die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die damit einher-
gehenden Preissteigerungen weiterhin einen großen Einfluss auf das Theater Bonn.
Vorstellungsausfälle aufgrund von Erkrankungen und Kostensteigerungen haben das Ergebnis deutlich
beeinflusst.
Der bei Aufstellung des Wirtschaftsplanes geschätzte Fehlbetrag konnte durch gewissenhaftes Han-
deln und Flexibilität, sowie der Auflösung der Rückstellung für das Kurzarbeitergeld in Höhe von
1 Mio. € und der Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage für Gebäudeabschreibungen deutlich redu-
ziert werden und ein Betrag von 353.248,80 € der satzungsmäßigen Rücklage zugeführt werden.Seite 36 von 70
15
II. Wirtschaftsbericht
a) Die Vermögens- und Finanzlage einschließlich Investitionen
Übersicht
Mit Wirkung zum 01. August 1997 wurde das gesamte Anlagevermögen des Teilbereichs OPER einge-
bracht. Die Einbringungswerte des Grundvermögens sind im Ratsbeschluss vom 26. Juni 1997 „DS
9700740“ festgeschrieben.
Gemäß §§ 1 Abs. 3 und 13 Abs. 2 der Satzung des THEATER DER BUNDESSTADT BONN in der Fassung
vom 14.12.2001 ist zur Sicherung des Zwecks der Einrichtung eine satzungsmäßige Rücklage zu
bilden, der nicht verbrauchte Zuschüsse und Mehreinnahmen zugeführt werden müssen und die zur
Deckung von Fehlbeträgen eingesetzt wird.
Im Wirtschaftsjahr 2022/23 wird der Jahresfehlbetrag in Höhe von 387.170,20 € (Vorjahr: Jahresfehl-
betrag 1.964.535,17 €) durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage für „nicht zu erstattende
Gebäude-Abschreibung“ in Höhe von 740.419,00 € (Vorjahr: 1.017.083,00 €) gedeckt. Daneben ist eine
Zuführung in die satzungsmäßige Rücklage in Höhe von 353.248,80 € (Vorjahr: Entnahme:
947.452,17 €) möglich.
Die Bilanzsumme des Theaters hat sich im Vergleich zum Vorjahr (VJ) um 1.025,2 Tsd. € vermindert.
Die immateriellen Vermögensgegenstände betragen 6,2 Tsd. € (VJ: 7,8 Tsd. €). Der Anteil des Anla-
gevermögens an der Bilanzsumme liegt bei 70,8 % (VJ: 70,9 %). Das Umlaufvermögen ist auf 11.791,6
Tsd. € (VJ: 12.034,4 Tsd. €) gesunken. Sein Anteil an der Bilanzsumme liegt nun bei 28,7 % (VJ: 28,6
%). Das Eigenkapital einschließlich Sonderposten sank auf 36.632,5 Tsd. € (VJ: 37.409,7 Tsd. €). Der
Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beträgt 79,0 % (VJ: 78,0 %). Der Anteil des Fremdkapitals
(Verbindlichkeiten) liegt bei 1.782,7 Tsd. € bzw. 4,3 % (VJ: 3,1 %).
Die Zahlungsfähigkeit des Theaters war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr zu jedem Zeitpunkt gegeben.
Investitionen und Finanzierung
Das Ausgabevolumen des Vermögensplanes des Wirtschaftsjahres 2022/23 beträgt 440.000,00 € (Vor-
jahr: 440.000,00 €).
Im Berichtszeitraum wurden Investitionen in einer Gesamthöhe von 835.379,67 € (Vorjahr:
1.324.060,00 €) getätigt.
Die Summe der im Berichtsjahr beschafften „Geringwertigen Wirtschaftsgüter“, beträgt 71.105,24 €
(Vorjahr: 54.006,68 €).Seite 37 von 70
16
Zusammenfassung der getätigten Investitionen 2022/23
Softwarelizenzen 3.590,77€
Maschinen und maschinelle Anlagen 51.955,89€
Betriebs- und Geschäftsausstattung
- Bühnentechnik und techn.
Direktion 112.292,61 €
- Theaterwerkstätten 15.266,28 €
- Beleuchtung 105.127,24 €
- Ton/ Elektroakustik 297.518,74 €
- Kostümabteilung/Maske 4.943,19 €
- Allgemeine Verwaltung 39.430,20 €
- Oper und Schauspiel 16.041,62 €
590.619,88€
Fahrzeuge 88.893,00€
Anlagen im Bau 29.214,89€
Geringwertige Wirtschaftsgüter 71.105,24€
Summe der getätigten Investitionen 835.379,67€
In der Spielzeit 2022/23 wurde die Heizungsanlage der Theaterwerkstätten in Höhe von 45.746,51 €
aktiviert. Für die Inspizientenrufanlage wurde ein Betrag von 6.209,38 € nachaktiviert. Die Maßnah-
men wurde vom Städtischen Gebäudemanagement betreut und vom Kulturamt der Stadt Bonn finan-
ziert.
Bauvorhaben und Bauunterhaltung
Gemäß Entscheidung des Oberstadtdirektors der Stadt Bonn vom Januar 1988 (s. auch Zuschuss
durch die Bundesstadt Bonn) sind seit dem Wirtschaftsjahr 1989/90 erforderliche Ersatz- und Erweite-
rungsinvestitionen an den eingebrachten Gebäuden („Dach und Fach“) - soweit diese nicht theater-
spezifisch sind - aus dem Vermögenshaushalt der Bundesstadt Bonn zu finanzieren.
Auf Basis des Ratsbeschlusses vom 06.07.2017 ist das SGB zuständig, die laufenden Arbeiten für die
Bauunterhaltung im Theater Bonn zu gewährleisten.
Zuschuss durch die Bundesstadt Bonn
Aufgrund der Entscheidung des Oberstadtdirektors der Bundesstadt Bonn (Mitteilung des Dezernates
IV vom 12.01.1988 und Vermerk des Amtes 20 vom 05.01.1988) sind hinsichtlich des Umfangs der
Verlustübernahme durch die Bundesstadt Bonn folgende Regelungen getroffen worden:
- Abschreibungen auf Gebäude und Gebäudebestandteile des Theaters werden nicht in den Zu-
schuss, der aus dem städtischen Haushalt finanziert wird, einbezogen. Erforderliche Ersatz- undSeite 38 von 70
17
Erweiterungsinvestitionen sind ab dem Wirtschaftsjahr 1989/90 im städtischen Vermögenshaus-
halt zu veranschlagen. Eine Belastung des Theaters mit Zinsen und Tilgung entsteht nicht.
- Die Abschreibungen für Betriebseinrichtungen, die nicht Gebäudebestandteil sind, sowie für die
Betriebs- und Geschäftsausstattung werden dagegen in den Zuschuss einbezogen und ohne
Beschränkung dem Theater der Bundesstadt Bonn erstattet.
- Nicht verausgabte Mittel des Vermögensplanes werden seit dem 01. August 2008 in der Bilanz in
einem „Sonderposten für nicht bis zum 31.07. verwendete Zuschüsse der Bundesstadt Bonn“ zu-
geführt.
- Im Rahmen der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements für Gemeinden im
Land NRW (NKF NRW) und im Hinblick auf die gemäß § 2 Abs. 1 NKFEG NRW bestehende
Verpflichtung der Bundesstadt Bonn, zum 31. Dezember eines Jahres einen NKF-
Gesamtabschluss aufstellen zu müssen, hat die Kämmerei der Bundesstadt Bonn im Wirtschafts-
jahr 2008/09 gewünscht, dass das Theater der Bundesstadt Bonn zum 31. Juli 2008 eine Ände-
rung des Bilanzausweises vornimmt. In Anlehnung an die Anforderungen des NKF-
Gesamtabschlusses der Bundesstadt Bonn, in dem das Theater Bonn voll zu konsolidieren ist,
hat das Theater daher zum 01. August 2008 erstmalig einen „Sonderposten zur Finanzierung des
Anlagevermögens“ gebildet und im Berichtsjahr weiter fortentwickelt.
- Die vorgenannten Regelungen wurden mit der Zusammenlegung der bis zum 31.07.1997 als
kommunaler Regiebetrieb geführten Oper mit dem bestehenden Eigenbetrieb Schauspiel für das
Gesamttheater als Eigenbetrieb übernommen.
- Der Gesamtbetriebskostenzuschuss wird ab dem Berichtsjahr 2009/10 in einen Zuschuss für lau-
fende Ausgaben (Betriebskostenzuschuss, BKZ) und einen Zuschuss für Investitionen (Inves-
titionskostenzuschuss, IKZ) aufgeteilt.
- Gemäß dem Wirtschaftsplan des Theaters für das Wirtschaftsjahr 2022/23 darf die Theaterleitung
über den verbleibenden „Sonderposten für nicht bis zum 31.07. verwendete Zuschüsse der
Bundesstadt Bonn(IKZ)“ wie auch über die „Investitionsrücklage“ für nicht geplante, zusätzliche
Investitionen frei verfügen.
b) Die Ertragslage
Die eigenbetriebsähnliche Einrichtung THEATER DER BUNDESSTADT BONN ist ein kommunaler Kulturbe-
trieb (ohne eigene Rechtspersönlichkeit), der nicht auf die Erzielung eines Gewinns, sondern auf die
Versorgung der Bevölkerung mit dem Kulturgut THEATER ausgerichtet ist.
Der Gesamt-Betriebskostenzuschuss für das Theater der Bundesstadt Bonn beträgt gemäß dem
geltenden Intendantenvertrag mit Herrn Dr. Bernhard Helmich insgesamt 26.530.700,00 €. Hinzuzu-
rechnen ist noch die – geschätzte - Tariferhöhung für 2022/23 in Höhe von 5.114.000,00 €, sodass der
städtische Gesamt-Zuschussbetrag insgesamt 31.644.700,00 € beträgt; davon 31.204.700,00 € BKZ
und 440.000,00 € IKZ.
Die tatsächlich anfallenden Tarifsteigerungen werden während der Laufzeit des Intendantenvertrages
mit Herrn Dr. Helmich von der Bundesstadt Bonn übernommen.
Im Wirtschaftsjahr 2022/23 beträgt die tatsächliche Tariferhöhung 6.217.247,88 € (VJ: 4.618.934,71 €).
Nach der Berücksichtigung der bereits veranschlagten Tariferhöhung von 5.114.000,00 € muss die
Stadtverwaltung Bonn an das Theater Bonn einen Betrag von 1.103.247,88 € nachzahlen. Zusätzlich
wurden Investitionen in Höhe von 51.955,89 € aktiviert. Der städtische Gesamtzuschuss erhöht sich
somit auf 32.799.903,77 €.
************
Das Land NRW hat mit dem Zuwendungsbescheid vom 27. Juni 2022 eine Zuwendung in Höhe von
2.533.120,00 € für das Kalenderjahr 2022 bewilligt, von der ein Betrag in Höhe von 25.000,00 € für
theaterpädagogische Maßnahmen einzusetzen ist. Von der vorgenannten Zuwendung entfällt ein
Betrag in Höhe von 1.055.470,00 € auf das Wirtschaftsjahr 2022/23.Seite 39 von 70
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Mit Zuwendungsbescheid vom 13. Oktober 2023 wurde für das Kalenderjahr 2023 eine Zuwendung in
Höhe von 2.533.120,00 € bewilligt, von der auf das Wirtschaftsjahr 2022/23 eine Zuwendung in Höhe
von 1.477.650,00 € entfällt.
Vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW
Kultursekretariat Düsseldorf haben wir für die Produktionen zu FOKUS 33 eine Zuwendung in Höhe
von 496.050,00 € erhalten.
Darüber hinaus hat das Theater Bonn vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
eine Förderung in Höhe von 202.212,33 € für die Kooperation JUNGE OPER RHEIN-RUHR erhalten.
Diese Mittel fließen den Kooperationspartnern je nach geförderten Produktionen zu.
Im Rahmen des Förderprogramms „NEUSTART KULTUR“ im Programmteil
„KULTUR.GEMEINSCHAFTEN“ aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Me-
dien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) haben wir für das Projekt SPECULUM MINOR –
EINE INTERAKTIVE OPER eine Zuwendung in Höhe von 45.000 € erhalten.
Außerdem werden wir vom Freundeskreis des Hauses bei einzelnen Produktionen des Theaters finan-
ziell unterstützt.
Ergebnis
Im Wirtschaftsplan 2022/23 ist eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 740.419,00 €
für „nicht zu erstattende Gebäudeabschreibungen“ veranschlagt.
Das Wirtschaftsjahr 2022/23 schließt insgesamt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 387.170,20 €
(Vorjahr: 1.964.535,17 €) ab, so dass ein Betrag in Höhe von 353.248,80 € (Vorjahr: Entnahme
947.452,17 €) in die satzungsmäßige Rücklage zugeführt wird.
Entwicklung der satzungsmäßigen Rücklage
Die satzungsmäßige Rücklage hat sich wie folgt entwickelt (Stand jeweils Ende des Wirtschaftsjahres):
2011/12 4.200.527,64 €
2012/13 2.186.532,00 €
2013/14 821.875,98 €
2014/15 854.812,62 €
2015/16 889.628,95 €
2016/17 1.600.070,12 €
2017/18 2.387.263,66 €
2018/19 1.966.712,51 €
2019/20 3.858.502,15 €
2020/21 7.887.046,48 €
2021/22 6.939.594,31 €
2022/23 7.292.843,11 €Seite 40 von 70
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Die Aktivitäten des Theaters der Bundesstadt Bonn
Teilbereich: Musiktheater - Oper/Tanz
1. Neuinszenierungen Oper im Großen Haus
Inszenierung Premiere Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Mahagonny 11.09.2022 9 9.000 6.916 76,84%
Asrael 16.10.2022 7 6.594 4.038 61,24%
Die Kinder des Sultans 13.11.2022 7 6.601 5.751 87,12%
Ein Maskenball 11.12.2022 14 14.322 12.031 84,00%
Agrippina 29.01.2023 10 10.210 8.201 80,32%
Arabische Nachtmusik 11.02.2023 5 4.415 2.021 45,78%
Sibirien 12.03.2023 7 7.161 4.406 61,53%
Die lustige Witwe 23.04.2023 10 10.230 7.691 75,18%
Der singende Teufel 21.05.2023 6 6.002 2.857 47,60%
Gesamtergebnis 75 74.535 53.912 72,33%
2. Wiederaufnahmen der Oper im Großen Haus
Inszenierung Wiederauf-
nahme Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Chicago 19.08.2022 12 12.275 8.640 70,39%
Figaros Hochzeit 25.09.2022 6 6.138 4.695 76,49%
Gesamtergebnis 18 18.413 13.335 72,42%
3. Sonstige Veranstaltungen der Oper im Foyer
Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Matineen 7 1.393 410 29,43%
Sitzkissenoper 2 180 180 100,00%
Führungen im Opernhaus 25 261 211 80,84%
Mina oder die Reise zum Meer 2 180 112 62,22%
Nils Karlsson Däumling 8 720 632 87,78%
1001 Takt zwischen
Maqam und Oper 1 199 177 88,94%
Ein Maskenball: Fagött-
lich 1 199 78 39,20%
Gesamtergebnis 46 3.132 1.800 57,47%Seite 41 von 70
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4. Sonstige Veranstaltungen
Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Quatsch keine Oper 16 16.283 14.288 87,75%
Adventskonzert 2 1.182 864 73,10%
Jubiläumskonzert 1 1.023 931 91,01%
Operngala 1 1.024 817 79,79%
Kehrauskonzert 1 1.023 965 94,33%
Gesamtergebnis 21 20.535 17.865 87,00%
5. Tanzgastspiele im Großen Haus
Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Tanzgastspiele 22 22.528 19.608 87,04%
Gesamtergebnis 22 22.528 19.608 87,04%
6. Veranstaltungen mit freiem Eintritt
Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
diverse Veranstaltungen 15 800 725 90,63%
Gesamtergebnis 15 800 725 90,63%
Anzahl Angebot
Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Gesamtergebnis Musiktheater 197 140.043 107.245 76,58%
(inkl. Besucher der Tanzgastspiele)Seite 42 von 70
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Vorstellungen sowie Besucherinnen und Besucher nach Spielstätten
Spielstätte Vorstellungszahl Verfügbare Plätze Besucherinnen
und Besucher Auslastung
2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
Opernhaus 120 136 104.835 136.111 82.998 104.720 79,17% 76,94%
Opernhaus, Foyer 32 46 2.760 3.132 1.668 1.800 60,43% 57,47%
Opernhaus, Werkstatt-
bühne 1 0 90 0 21 0 23,33% 0,00%
Außenspielstätten 3 0 1.200 0 1.199 0 99,92% 0,00%
Sonderveranstaltungen 15 15 725 800 645 725 88,97% 90,63%
Eigene Gastspiele 0 0 0 0 0 0 0,00% 0,00%
Gesamt 171 197 109.610 140.043 86.531 107.245 78,94% 76,58%
Besucherstatistik
Im Berichtsjahr 2022/23 haben insgesamt 107.245 (Vorjahr 2021/22 86.531) Besucherinnen und Besucher
die Vorstellungen des Musiktheaters und der Tanzgastspiele gesehen.Seite 43 von 70
22
Besuchsstatistik - Teilbereich: Oper und Tanz
Opernhaus Opernhaus Foyer Opernhaus Werkstatt Außenspielstätten Gesamt
2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
Abonnentinnen und Abonnenten 10.609 13.772 143 0 0 0 0 0 10.752 13.772
Volksbühne Bonn/ 12.913 12.052 28 41 2 0 0 0 12.943 12.093
Theatergemeinde Bonn
Freier Verkauf (inkl. Personal- 58.321 77.008 1.486 1.746 16 0 1.199 0 61.022 78.754
und Gebührenkarten)
Freikarten 1.155 1.888 11 13 3 0 0 0 1.169 1.901
Gesamt 82.998 104.720 1.668 1.800 21 0 1.199 0 85.886 106.520
Eigene Gastspiele 0 0
Sonderveranstaltungen 645 725
Summe 86.531 107.245Seite 44 von 70
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Die Aktivitäten des Theaters der Bundesstadt Bonn
Teilbereich: Schauspiel
Übersicht über die Inszenierungen (Autoren etc. siehe „Spielzeit im Überblick“)
1. Neuinszenierungen des Schauspiels im Schauspielhaus
Inszenierung Premiere Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Medea 38 / Stimmen 09.09.2022 8 3.368 1.048 31,12%
Recht auf Jugend 28.10.2022 12 5.051 3.177 62,90%
Der Sturm 25.11.2022 15 6.315 4.815 76,25%
Der Haken 20.01.2023 13 5.473 4.010 73,27%
Hotel Godesberg 10.02.2023 12 5.052 4.030 79,77%
Peer Gynt 22.02.2023 8 3.368 2.793 82,93%
Blut wie Fluss 31.03.2023 7 2.947 977 33,15%
Der aufhaltbare Aufstieg
des Arturo Ui 20.05.2023 6 2.526 2.273 89,98%
Gesamtergebnis 81 34.100 23.123 67,81%
2. Wiederaufnahmen des Schauspiels im Schauspielhaus
Inszenierung Wiederauf-
nahme Anzahl Angebot Besucherinnen
und Besucher Auslastung
Unsere Welt neu Denken 08.10.2022 9 3.789 2.985 78,78%
Onkel Wanja 14.10.2022 3 1.263 353 27,95%
Kleiner Mann-Was nun? 08.12.2022 4 1.684 1.129 67,04%
Istanbul 16.12.2022 8 3.366

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Datenstand: 02.11.2026, 18:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de