232347 · Beschlussvorlage
Feststellung des Jahresabschlusses des Theater der Bundesstadt Bonn 2022/2023 (01.08.2022 – 31.07.2023), Behandlung des Jahresverlustes und Entlastung der Betriebsleitung
Kerndaten
- Nummer
- 232347
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 07.02.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung des Kulturausschusses Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage öffentlich 232347 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 46 Theater der Bundesstadt Bonn Dezernat: Dez. IV Feststellung des Jahresabschlusses des Theater der Bundesstadt Bonn 2022/2023 (01.08.2022 – 31.07.2023), Behandlung des Jahresverlustes und Entlastung der Betriebsleitung Beratungsfolge Kulturausschuss 05.03.2024 Empfehlung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 13.03.2024 Empfehlung Rat 14.03.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Im Wirtschaftsjahr 2022/2023 wird ein Betrag in Höhe von 353.248,80 € in die satzungsmäßige Rücklage des Theater Bonn eingestellt. Der Jahresfehlbetrag, der sich zum Teil aus „nicht zu erstattenden Ge- bäudeabschreibungen“ erklärt, wird aus der hierfür vorgesehenen all- gemeinen Rücklage gedeckt (Jahresfehlbetrag 387.170,20 € abzüglich Deckung aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 740.419,00 € er- gibt eine Zuführung in die satzungsmäßige Rücklage in Höhe von 353.248,80 €). 2. Der Rat der Bundesstadt Bonn nimmt von dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses der bestellten Wirtschaftsprüfungs- und Steuer- beratungsgesellschaft HLB Schumacher GmbH, Münster, Kenntnis und stellt den Jahresabschluss 2022/2023 (01.08.2022 – 31.07.2023) - mit einer Bilanzsumme in Höhe von 40.964.489,83 € und einer Zuführung in die satzungsmäßige Rücklage in Höhe von 353.248,80 € - und den La- gebericht in der vorliegenden Fassung fest. 3. Den Betriebsleitern des Theater der Bundesstadt Bonn, dem Generalin- tendanten Dr. Bernhard Helmich und dem Kaufmännischen Direktor Rüdiger Frings, wird gem. § 5 Abs. 5 Satz 2 EigVO NRW Entlastung er- teilt. Begründung Der Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2022/2023 (01.08.2022 – 31.07.2023) der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung „Theater der Bundesstadt Bonn“ ist vom Rat der Bundesstadt Bonn gemäß §§ 4c (Zuständigkeit des Ra-Seite 1 von 70 Seite 2 tes) und 26 Abs. 2 (Rechenschaft) der EigVO NRW vom 16.11.2004 und §§ 5 (Zuständigkeit des Rates) und 15 Nr. 3 (Jahresabschluss) der Satzung für das Theater der Bundesstadt Bonn vom 11. Mai 1998 festzustellen. Der Wirtschaftsplan 2022/2023 wurde vom Rat der Bundesstadt Bonn am 09. Juni 2022 (DS-Nr.: 220886) beschlossen. Gegenüber dem geplanten Verlust in Höhe von 3.379.257,00 € (nicht zu erstattende Gebäudeabschreibungen 740.419,00 € und einer Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage in Höhe von 2.638.838,00 €) beträgt der tatsächliche Verlust 387.170,20 €. Die nicht zu erstattende Gebäudeabschreibung in Höhe von 740.419,00 € wird diesem Jahresverlust hinzugerechnet, sodass der satzungsmäßigen Rücklage ein Betrag in Höhe von 353.248,80 € zugeführt wird. Ausweislich des beigefüg- ten Jahresabschlusses zum 31.07.2023 beträgt die „Allgemeine Rücklage“ 12.240.073,92 €. Der Stand der satzungsmäßigen Rücklage zum 31.07.2023 beträgt 7.292.843,11 €. Insgesamt ist es gelungen, den Jahresverlust gegenüber der Planung zu redu- zieren. Er erklärt sich u.a. durch folgende Faktoren: Die Produktionen in der Spielzeit 2022/2023 sind vom Publikum deutlich besser als prognostiziert angenommen worden. Allerdings haben die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, vielseitige Kostensteigerungen sowie auch Veran- staltungsausfälle aufgrund von Erkrankungen weiterhin einen großen Einfluss auf das Theater Bonn. Die gestiegenen Energiekosten konnten durch die Ener- giepreisbremse um ca. 388.000 € reduziert werden. Die Überprüfung des dem Theater während der Pandemie bewilligten Kurzar- beitergeldes hat zu keinerlei Beanstandungen und Rückforderungen geführt. Die hierdurch mögliche Auflösung der hierfür gebildeten Rückstellung trägt in Höhe von 1,0 Mio. € zur Reduzierung des Fehlbetrages bei. ****** Hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung, der Buchführung und des Jahresabschlusses 2022/2023 sowie des Lageberichts haben sich keine Beanstandungen ergeben, so dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft HLB Schumacher GmbH, Münster, unter dem 22.01.2024 für den Jahresab- schluss und den Lagebericht des Eigenbetriebes „Theater der Bundesstadt Bonn“ folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat: Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers: An das Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss des Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Juli 2023 und der Gewinn- und Verlustrech- nung für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewer-Seite 2 von 70 Seite 3 tungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht des Thea- ter der Bundesstadt Bonn, Bonn, für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkennt- nisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein- Westfalen i. V. m. den einschlägigen deutschen, für Kapitalgesellschaften gel- tenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Thea- ters zum 31. Juli 2023 sowie seiner Ertragslage für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Theaters. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den Vorschriften der Eigenbe- triebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und stellt die Chan- cen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 106 GO NRW sowie unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsät- ze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lagebe- richts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Theater der Bundesstadt Bonn unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prü- fungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die Theaterleitung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nord- rhein-Westfalen in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Theaters vermittelt. Ferner ist die Theaterleitung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Überein- stimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung alsSeite 3 von 70 Seite 4 notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Theaterleitung dafür verant- wortlich, die Fähigkeit des Theaters zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zu- sammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlä- gig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist die Theaterleitung verantwortlich für die Aufstellung des Lagebe- richts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Theaters vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nord- rhein-Westfalen entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Ent- wicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Theaterleitung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwen- denden Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nord- rhein-Westfalen zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Betriebsausschuss, dessen Aufgaben der Kulturausschuss wahrnimmt, ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Theaters zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresab- schlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbe- absichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Theaters vermittelt sowie in allen wesentli- chen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung ge- wonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den Vorschriften der Eigenbetriebs- verordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen entspricht und die Chan- cen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresab- schluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 106 GO NRW unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deut- schen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesent- lich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie ein- zeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten be- einflussen.Seite 4 von 70 Seite 5 Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/bestaetigungsvermerk/hgb-ja-non-pie eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks. ****** Die Entlastung des Kulturausschusses als Betriebsausschuss wird in der Sit- zung des Rates am 14.03.2024 unter der DS-Nr. 232348 behandelt. ****** Haushaltswirkung Das Theater der Bundesstadt Bonn ist gemäß § 56 Abs. 6 der KomHVO NRW mit der Eigenkapitalspiegelmethode zu bewerten. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass das Theater ein abweichendes Geschäftsjahr hat und insofern eine Fortschreibung bzw. Rückrechnung des Eigenkapitals zum 31.12. eines Jahres erfolgen muss. Zu diesem Zweck stellt das Theater jährlich einen Zwischenabschluss zum 31.12. eines Jahres auf. Der Zwischenabschluss zum 31.12.2022 weist ein Eigenkapital von 32.381.883,60 € aus. Gemäß § 9 KomHVO NRW ergibt sich in Höhe der Diffe- renz zum Buchwert des Theaters in der städtischen Bilanz (33.497.839,53 €) ein Abschreibungsbedarf des städtischen Buchwertes (1.115.955,93 €). Anlage/n 1 Prüfungsbericht - Jahresabschluss Theater Bonn -Testat 2023 (öffentlich) 2 Gesamtjahresstatistik 2022_23 Ausschuss (öffentlich) 3 Vergaben 2. Halbjahr 2022_23 (öffentlich) 4 Zwischenbilanz zum 31.12.2022 (öffentlich)Seite 5 von 70 T e s t a t s e x e m p l a r z u r Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Juli 2023 und des Lageberichtes 2022/2023 der Theater der Bundesstadt Bonn, BonnSeite 6 von 70 Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Bilanz zum 31. Juli 2023 AKTIVA 31.07.2023 € 31.07.2022 € A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.284,00 7.809,00 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 25.323.722,17 26.099.277,17 2. Technische Anlagen und Maschinen 1.127.156,00 1.311.634,00 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.267.315,45 2.121.957,74 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 284.274,41 255.059,52 29.002.468,03 29.787.928,43 29.008.752,03 29.795.737,43 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 295.933,03 272.190,60 2. Theaterfundus 62.791,21 58.898,82 358.724,24 331.089,42 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen gegen Bundesstadt Bonn und andere Eigenbetriebe 9.309.402,79 9.463.372,45 2. Sonstige Vermögensgegenstände 2.049.781,45 2.168.161,08 11.359.184,24 11.631.533,53 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 73.757,04 71.820,12 11.791.665,52 12.034.443,07 C. Rechnungsabgrenzungsposten 164.072,28 159.544,41 40.964.489,83 41.989.724,91 PASSIVA 31.07.2023 € 31.07.2022 € A. Eigenkapital I. Stammkapital 12.800.000,00 12.800.000,00 II. Rücklagen 1. Allgemeine Rücklage 12.240.073,92 12.980.492,92 2. Satzungsmäßige Rücklage 7.292.843,11 6.939.594,31 3. Investitionsrücklage 40.007,98 40.007,98 19.572.925,01 19.960.095,21 32.372.925,01 32.760.095,21 B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 4.259.629,18 4.649.619,36 C. Rückstellungen Sonstige Rückstellungen 2.226.150,00 3.045.250,00 D. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 327.269,32 193.037,85 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 836.925,93 526.120,31 3. Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesstadt Bonn 54.294,00 43.699,00 4. Sonstige Verbindlichkeiten 564.292,89 540.004,98 - davon aus Steuern: € 196.895,38 (i.Vj.: € 263.523,16) - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 133.685,35 (i.Vj.: € 124.421,60) 1.782.782,14 1.302.862,14 E. Rechnungsabgrenzungsposten 323.003,50 231.898,20 40.964.489,83 41.989.724,91Seite 7 von 70 Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Gewinn- und Verlustrechnung 2022/23 2022/23 € 2021/22 € 1. Umsatzerlöse 4.764.688,44 3.910.135,06 2. Sonstige betriebliche Erträge 37.976.043,89 34.996.105,37 3. Materialaufwand (Produktionsaufwand) a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.964.628,72 -1.782.805,20 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.575.309,01 -6.081.572,92 c) Beschäftigungsentgelte -2.988.454,45 -2.760.436,86 -11.528.392,18 -10.624.814,98 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -20.708.865,97 -19.040.429,40 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -4.944.748,55 -4.957.884,95 - davon für Altersversorgung: € 1.015.120,04 (i.Vj.: € 1.143.233,54) -25.653.614,52 -23.998.314,35 5. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens zur Finanzierung des Anlagevermögens 866.469,07 849.032,90 6. Aufwendungen aus der Zuführung zum Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens -491.955,89 -1.256.107,95 7. Abschreibungen -1.606.888,07 -1.866.115,90 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.666.699,47 -3.956.448,08 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 278,40 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 -212,31 11. Ergebnis nach Steuern -340.348,73 -1.946.461,84 12. Sonstige Steuern -46.821,47 -18.073,33 13. Jahresfehlbetrag -387.170,20 -1.964.535,17 14. Entnahmen aus Rücklagen a) aus der Allgemeinen Rücklage 740.419,00 1.017.083,00 b) aus der satzungsmäßigen Rücklage 0,00 947.452,17 740.419,00 1.964.535,17 15. Einstellungen in Rücklagen in die satzungsmäßige Rücklage -353.248,80 0,00 16. Bilanzgewinn 0,00 0,00Seite 8 von 70 1 Anhang / Anlagenachweis I. Allgemeines 2 II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung 3 1. Erläuterungen zur Bilanz 3 2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 7 III. Sonstige Angaben 10 IV. Anlagennachweis 14Seite 9 von 70 2 I. Allgemeines Das Theater ist eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt Bonn mit Sitz in Bonn und den Spielstätten in der Oper Bonn und dem Schauspielhaus Bad Godesberg sowie den Werkstätten in Beuel. Nach dem Beschluss des Rates der Bundesstadt Bonn vom 1. Juni 1995 wurden die zuvor getrennten Sparten „Musiktheater und Ballett“ einerseits sowie „Schauspiel“ andererseits zum 1. August 1997 unter einer Generalintendanz zusammengeführt. Danach war das Theater entsprechend den Vorschriften über die Eigenbetriebe im Sinne von § 107 Abs. 2 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein - Westfalen, der Eigenbetriebsverordnung und nach den Vorschriften der für das bisher selbstständige Schauspiel geltenden Satzung vom 19. September 1985 in der Fassung vom 30. September 1994, zu führen. Die derzeit gültige Fassung der Satzung für das THEATER DER BUNDESSTADT BONN wurde vom Rat der Bundesstadt Bonn in seiner Sitzung am 7. Mai 1998 beschlossen. Sie trat am 11. Mai 1998 in Kraft. Ab 1. August 2023 gilt eine neue Entgeltordnung (DS-Nr. 230208). Gleichzeitig trat die vom Rat der Bundesstadt Bonn am 28. März 2019 beschlossene Entgeltordnung für das Theater der Bundesstadt Bonn außer Kraft. Für die Aufstellung des Anhanges für das Wirtschaftsjahr 2022/23 (01. August 2022 bis 31. Juli 2023) wurde die EigVO für das Land Nordrhein - Westfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. November 2004 - zuletzt geändert durch Verordnung vom 22. März 2021 (GV. NRW S. 348) - zugrunde gelegt. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die allgemeinen Vorschriften, die Ansatzvorschriften, die Vorschriften über die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bewertungsvorschriften und die Vorschriften über den Anhang für den Jahresabschluss der großen Kapitalgesellschaften im Dritten Buch des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinien- Umsetzungsgesetzes (BilRUG) gemäß § 21 EigVO NRW beachtet. Die Gliederungen der §§ 22 Abs. 1 (Bilanz) und 23 Abs. 1 (Gewinn- und Verlustrechnung) EigVO NRW wurden angewandt. Dabei wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB auf der Aktivseite der Bilanz unter Position B.I.2 der "Theaterfundus" und auf der Passivseite unter der Position B der „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ ausgewiesen. Innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Position "Materialaufwand" in "Produktionsaufwand" umbenannt und um die Position 3c "Beschäftigungsentgelte" (Personalaufwand und soziale Abgaben für produktionsbezogen beschäftigtes künstlerisches Personal) erweitert. Die Positionen „5. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ und „6. Aufwendungen aus der Zuführung zum Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ wurden im Zuge der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) für die Gemeinden im Land NRW ab dem Wirtschaftsjahr 2008/09 aufgenommen. Die Kämmerei der Bundesstadt Bonn hat das Theater angewiesen, ab dem Berichtsjahr 2008/09 einen Sonderposten auszuweisen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr übernommen.Seite 10 von 70 3 II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Erläuterungen zur Bilanz Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Das von der Bundesstadt Bonn eingebrachte Kapital wurde dem Theater der Bundesstadt Bonn als Sondervermögen übertragen. Das Sachanlagevermögen sowie die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 2 HGB, angesetzt. Soweit Gegenstände bereits vor der Einlage genutzt wurden (Betriebsvorrichtungen und Ausstattung Schauspielhalle Beuel) entspricht der Einlagewert dem Buchwert zum Zeitpunkt der Einlage (01.08.1996). Die planmäßigen Abschreibungen ergaben sich durch die Verteilung der Einlagewerte auf die unterschiedliche Restnutzungsdauer. Im Übrigen ist die Zusammensetzung des Anlagevermögens dem beigefügten Anlagespiegel zu entnehmen (Anlage 3a). Die Zugänge bei den "geringwertigen Wirtschaftsgütern" wurden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG (Sammelposten) abgeschrieben. Die Vorräte sind am Bilanzstichtag durch Inventur körperlich aufgenommen und unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet worden. Die Bilanzansätze im Bereich der Werkstätten Beuel bzw. in den verschiedenen Abteilungen des Schauspiels und der Oper wurden anhand der Zugänge der letzten drei Jahre als Durchschnittswerte ermittelt. Der Vorratswert der Theaterfundi wurde unter Berücksichtigung der Zugänge des Berichtsjahres und altersbedingter Gängigkeitsabschläge angesetzt. Dem strengen Niederstwertprinzip wurde Rechnung getragen. Die Forderungen werden zu Nennwerten bilanziert. Bei den Forderungen gegen die Bundesstadt Bonn und andere Eigenbetriebe handelt es sich im Wesentlichen um den Rest-Zuschuss der Bundesstadt Bonn zum 31. Juli 2023 in Höhe von 9.228.460,70 € (Vorjahr: 9.409.623,23 €). Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit unter 1 Jahr. Das Theater der Bundesstadt Bonn erhält gemäß der Satzung von der Bundesstadt Bonn einen zur Wirtschaftsführung des Theaters erforderlichen Zuschuss. Dieser wird jeweils für die Zeit der Verpflichtung eines Generalintendanten festgelegt und in Teilbeträgen ausgezahlt. Im Wirtschaftsjahr 2022/23 hat das Theater aufgrund der Regelungen im Intendantenvertrag einen Anspruch auf einen Gesamt-Betriebskostenzuschuss in Höhe von 31.644.700,00 €, davon 31.204.700,00 € Betriebskostenzuschuss und 440.000,00 € Investitionskostenzuschuss. Die tatsächliche Tariferhöhung im Berichtsjahr beträgt 6.217.247,88 € und liegt um 1.103.247,88 € über dem im Wirtschaftsplan berücksichtigten Betrag von 5.114.000,00 €. 51.955,89 € wurden aus Anlagen im Bau aktiviert, so dass sich der Gesamtbetriebskostenzuschuss auf 32.799.903,77 € beläuft. Bei dem Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um Zahlungen, die den Aufwand des Wirtschaftsjahres 2023/24 betreffen.Seite 11 von 70 4 Das Eigenkapital des THEATERS DER BUNDESSTADT BONN beläuft sich nach Abschluss des Wirtschaftsjahres 2022/23 unter Berücksichtigung des Zuschusses der Bundesstadt Bonn auf 32.372.925,01 € (Vorjahr: 32.760.095,21 €). Die Zusammensetzung des Eigenkapitals: Stammkapital des Bereiches Schauspiel 6.650.000,00 € Stammkapital des Bereiches Oper 6.150.000,00 € Rücklagen 19.572.925,01 € Bilanzgewinn/-verlust 0,00 € Stand: 31. Juli 2023 32.372.925,01 € Der Bilanzgewinn/-verlust entwickelt sich wie folgt: Jahresfehlbetrag 387.170,20 € Entnahme aus der allgemeinen Rücklage 740.419,00 € Einstellung in die satzungsmäßige Rücklage 353.248,80 € Stand: 31. Juli 2023 0,00 € Die Entwicklung der Rücklagen: 1. Allgemeine Rücklage Stand: 01. August 2022 12.980.492,92 € Entnahme -740.419,00 € Stand 31. Juli 2023 12.240.073,92 €Seite 12 von 70 5 Bei der Entnahme handelt es sich um die nicht erstattungsfähigen Gebäudeabschreibungen. Mit Schreiben vom 23. Januar 2002 hat die Kämmerei der Regelung zugestimmt, dass die nicht erstattungsfähigen Gebäudeabschreibungen im Jahr des Anfalls aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden sollen. Durch die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage steht der Ausweis der allgemeinen Rücklage im Einklang mit der durch die Abschreibung bedingten Reduzierung der Buchwerte des durch die Bundesstadt eingebrachten Anlagevermögens. Einlagen der Bundesstadt Bonn 41.419.575,02 € Nicht erstattungsfähige Gebäude- Abschreibungen bis zum 31.07.2023 -25.476.358,68 € Umgliederung zur Bildung des Sonderpostens zur Finanzierung des Anlagevermögens zum 31. Juli 2008 -3.435.739,45 € Umgliederung zur Bildung einer Investitionsrücklage zum 31. Juli 2009 -249.700,00 € Entnahmen zur Kapitalerhöhung gemäß Ratsbeschluss vom 13. Dezember 2001 -17.702,97 € 12.240.073,92 € 2. Satzungsmäßige Rücklage Stand: 01. August 2022 6.939.594,31 € Einstellung 2022/23 353.248,80 € Stand: 31. Juli 2023 7.292.843,11 € 3. Investitionsrücklage Stand: 01. August 2022 40.007,98 € Stand: 31. Juli 2023 40.007,98 € Rücklagen Gesamt 19.572.925,01 € Zum 31. Juli 2009 hat das Theater eine zweckgebundene Investitionsrücklage für die im Wirtschaftsjahr 2008/09 nicht durchgeführten Investitionen ins Anlagevermögen durch Umgliederung aus der allgemeinen Rücklage gebildet. Diese Investitionen waren im Vermögensplan des Wirtschaftsjahres 2008/09 enthalten und wurden mit Zustimmung der Kämmerei der Bundesstadt Bonn vom 28. Januar 2010 als Planausgaben in die Vermögenspläne der nachfolgenden Wirtschaftsjahre übertragen. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen Der „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ wurde erstmals im Berichtsjahr 2008/09 gebildet. In Anlehnung an die Anforderungen des NKF-Gesamtabschlusses der Bundesstadt Bonn hat das Theater ab dem Berichtsjahr 2008/09 einen „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ gebildet. Die Bildung des Sonderpostens erfolgte im Zuge einer Umgliederung aus der „Allgemeinen Rücklage“.Seite 13 von 70 6 Zum 31.12.2010 musste die Stadt Bonn einen Gesamtabschluss vorlegen. Auf Wunsch der Kämmerei der Bundesstadt Bonn hat das Theater bereits ab dem Berichtsjahr 2008/09 den Sonderposten errechnet und ausgewiesen. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgte entsprechend der Abschreibung der entsprechenden Anlagegüter. Es bestehen folgende Rückstellungen Rückstellungen Stand 31.07.2022 Inanspruch- nahme Auflösung Zuführung Stand 31.07.2023 Nicht genommener Urlaub 599.800,00 € 599.800,00 € 671.100,00 € 671.100,00 € Jahressonderzahlung nach TVÖD 368.600,00 € 368.600,00 € 0,00 € 424.500,00 € 424.500,00 € Überstunden/ Mehrarbeit/ Zuschläge 60.300,00 € 60.300,00 € 0,00 € 180.600,00 € 180.600,00 € Jubiläumsgratifikationen 20.200,00 € 20.200,00 € 0,00 € 20.600,00 € 20.600,00 € Altersteilzeit 105.900,00 € 43.400,00 € 0,00 € 0,00 € 62.500,00 € Sonstige Teilzeitmodelle (Sabbatjahr) 39.600,00 € 39.600,00 € 0,00 € 23.200,00 € 23.200,00 € Ausstehende Jahresprämie (LOB) 146.100,00 € 146.100,00 € 0,00 € 151.900,00 € 151.900,00 € Summe personalbezogene Rückstellungen 1.534.400,00€ Ausstehende Rechnungen 38.000,00 € .38.000,00 € 0,00 € 58.000,00 € 58.000,00 € Prozesskostenrückstellungen 200.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 200.000,00 € Aufstellung und Prüfung Jahresabschluss 54.750,00 € 54.750,00 € 0,00 € 54.750,00 € 54.750,00 € Nicht eingelöste Wahl-Abonnenten- Gutscheine 173.000,00 € 173.000,00 € 0,00 € 140.000,00 € 140.000,00 € Aktive Geschenk- und Wertgutscheine 239.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 239.000,00 € Kurzarbeitergeld 1.000.000,00 € 0,00 € 1.000.000,00 € 0,00 € 0,00 € 3.045.250,00 € 1.543.750,00 € 1.000.000,00 € 1.724.650,00 € 2.226.150,00 € Die „Rückstellungen“ wurden nach vernünftiger, kaufmännischer Beurteilung in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet. Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens Stand: 01. August 2022 4.649.619,36 € Zuführung des verwendeten investiven Zuschusses 2022/23 806.164,78 € Entnahme des nicht verwendeten investiven Zuschusses 2022/23 -314.208,89 € Abgänge Investitionen zum 31.07.2023 -15.477,00 € Auflösung 2022/23 -866.469,07 € Stand: 31. Juli 2023 4.259.629,18 €Seite 14 von 70 7 Die Verbindlichkeiten sind mit den Rückzahlungsbeträgen erfasst. Es handelt sich hier um Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter 1 Jahr. Bei dem Passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um im Voraus gezahlte Abonnenten-Gelder und Einzelkartenkäufe für die Spielzeit 2022/23. 2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung a) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. b) Umsatzerlöse Die Tourismus- & Congress GmbH, Bonn, hat im Frühjahr 2010 das Kartenverkaufssystem „CTS- Eventim“ eingeführt. Die Sparte Ticketing (BonnTicket) wurde später verkauft. Das Theater hat nach erfolgter Ausschreibung der Bietergemeinschaft BONNTICKET/DERTICKETSERVICE ab der Spielzeit 2011/12 (ab 01.08.2011) einen Auftrag über die Bereitstellung des Ticket-Verkaufssystems „CTS“ erteilt. Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten Oper/Tanz Schauspiel Theater gesamt Opernhaus 2.864.544,04 € 0,00 € 2.864.544,04 € Kammerspiele 0,00 € 504.578,93 € 504.578,93 € Portal 115.882,60 € 0,00 € 115.882,60 € Werkstattbühne 0,00 € 67.522,05 € 67.522,05 € Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten 2.980.426,64 € 572.100,98 € 3.552.527,62 € Sonstige Einnahmen Oper/Tanz Schauspiel Theater Gesamt Erlöse aus Vermietung 572.557,37 € 188.367,37 € 760.924,74 € Einnahmen aus Programmheftverkauf 18.609,64 € 5.555,00 € 24.164,64 € Umtauschgebühren 0,00 € 3.877,80 € 3.877,80 € Vorverkaufsgebühren 260.500,86 € 45.738,35 € 306.239,21 € Sonstige Erlöse 105.625,10 € 11.329,33 € 116.954,43 € Summe der sonstigen Einnahmen 957.292,97 € 254.867,85 € 1.212.160,82 Summe der Umsatzerlöse 3.937.719,61 € 826.968,83 € 4.764.688,44 € Die Darstellung entspricht internen Abrechnungsgrundlagen, nicht der handelsrechtlichen Gliederung.Seite 15 von 70 8 c) Sonstige betriebliche Erträge Theater Gesamt Zuschüsse der Bundesstadt Bonn 32.799.903,77 € Zuwendung des Landes NRW 2.533.120,00 € Sonstige Zuschüsse 1.475.277,64 € Übrige Erträge 1.167.742,48 € Summe der sonstigen betrieblichen Erträge 37.976.043,89 € Das Theater der Bundesstadt Bonn erhält satzungsgemäß von der Bundesstadt Bonn einen zur Wirtschaftsführung des Theaters erforderlichen Zuschuss. Dieser wird jeweils für die Zeit der Verpflichtung eines Generalintendanten festgelegt und in Teilbeträgen ausgezahlt. Für die Spielzeit 2022/23 teilt sich der Zuschuss der Bundesstadt Bonn wie folgt auf: Gesamt-Betriebskostenzuschuss lt. Wirtschaftsplan 31.644.700,00 € + zusätzliche Investitionen 51.955,89 € + Zuzahlung die Stadt Bonn aus endgültiger Berechnung der tatsächlichen Tarifsteigerung 2021/22 (über Ansatz) 1.103.247,88 € Korrigierter Gesamtzuschuss 32.799.903,77 € ********** Bei den Zuwendungen des Landes NRW handelt es sich um einen Zuschuss zu den Gesamt-Personalkosten (Festangestellte + Gäste) vom Theater der Bundesstadt Bonn, die für das Haushaltsjahr 2022 auf einem Zuwendungsbescheid des Regierungspräsidenten der Bezirksregierung, Köln, vom 27. Juni 2022 gewährt werden. Für das Haushaltsjahr 2023 liegt ein Zuwendungsbescheid des Landes NRW vom 30. Oktober 2023 vor. Die ausgewiesenen Zuwendungen des Landes NRW entsprechen den anteilig auf das Wirtschaftsjahr 2022/23 entfallenden Anteilen des Zuschusses für die Haushaltjahre 2022 und 2023. ********** Bei den sonstigen Zuschüssen handelt es sich um Zuschüsse verschiedener Fördermittelgeber, die unmittelbar für einzelne Produktionen gewährt werden. ********** Bei den übrigen Erträgen handelt es sich um Skontoerträge, Erträge aus dem Job-Ticket, Erlöse aus Anlagenverkäufen sowie der Rückstellungsauflösung von Kurzarbeitergeld.Seite 16 von 70 9 d) Personalaufwand Die „Stellenübersicht für das Theater der Bundesstadt Bonn Wirtschaftsjahr 2022/23“ (DS-Nr.: 220886) wurde am 09. Juni 2022 vom Rat der Bundesstadt Bonn beschlossen. Angaben zur Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer Die zahlenmäßige Entwicklung der Belegschaft 31.07.2023 31.07.2022 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (2022/23) Beschäftigte 417 408 435 Beamte 9 9 9 Summe 426 417 444 Auszubildende und Volontäre 7 8 10 Kassenaushilfen 11 7 9 Abendhilfen (festbeschäftigte) 52 54 56 Summe 70 69 75 Personal gesamt 496 486 519 Im Wirtschaftsjahr (01.08.2022 – 31.07.2023) wurden insgesamt 22 technische Aushilfen eingesetzt. In der Spielzeit 2022/23 waren insgesamt 228 weibliche Mitarbeiterinnen beschäftigt. Löhne, Gehälter und Vergütungen Löhne und Gehälter Theater Vergütung TVöD 20.073.351,39 € Beamtenbezüge 544.101,02 € Aushilfslöhne 91.413,56 € Summe Löhne und Gehälter 20.708.865,97 € Soziale Abgaben Gesetzlicher Sozialaufwand 3.781.394,31 € Berufsgenossenschaft 134.257,95 € 3.915.652,26 € Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung Versorgungskassen AN 723.365,17 € Beamtenversorgung 292.058,87 € 1.015.424,04 €Seite 17 von 70 10 Sonstige Soziale Aufwendungen Beihilfen 13.672,25 € Summe 13.672,25 € Summe Personalaufwand 25.653.614,52 € Die im Gesamtpersonalaufwand beinhalteten personalbezogenen Rückstellungen belaufen sich auf insgesamt 1.534.400,00 € - siehe auch „Rückstellungen“. III. Sonstige Angaben a) Angaben zu den Gesamtbezügen von Theaterleitung und Betriebsausschuss Der Generalintendant erhält Bezüge nach dem mit der Bundesstadt Bonn bestehenden Intendantenvertrag. Der Kaufmännische Direktor wird als Beamter der Bundesstadt Bonn nach der Landesbesoldungsordnung Nordrhein – Westfalen besoldet. Nach dem geänderten § 24 Abs. 1 EigVO NRW müssen die gewährten Gesamtbezüge an die Mitglieder der Betriebsleitung und des Betriebsausschusses als Summe und zusätzlich unter Namensnennung die Bezüge und Leistungen für jedes einzelne Mitglied dieser Personengruppe angegeben werden. Die Gesamtpersonalkosten der Theaterleitung betragen im Berichtsjahr 2022/23 328.667,57 €, davon - Generalintendant Herr Dr. Helmich 223.255,41 € - Kaufmännischer Direktor Herr Frings 105.412,16 €. Die Mitglieder des Kulturausschusses (= Betriebsausschuss) erhalten vom Theater der Bundesstadt Bonn keine finanziellen Zuwendungen. b) Angaben zu Abschreibungen des Wirtschaftsjahres Die Bundesstadt Bonn hat entschieden, dass die Abschreibungsbeträge für Gebäude- und Gebäudebestandteile, soweit sie auf Einlagen der Bundesstadt Bonn entfallen, nicht erstattet werden. Da somit die Abschreibungen für Gebäude und Gebäudebestandteile nicht über den Zuschuss abgedeckt werden, müssen die erforderlichen Erneuerungen und Ersatzinvestitionen für Gebäude und Gebäudebestandteile für das THEATER DER BUNDESSTADT BONN aus dem Vermögenshaushalt der Bundesstadt Bonn finanziert werden.Seite 18 von 70 11 c.) Angabe des Prüferhonorars gem. § 285 Nr. 17 HGB Der Kulturausschuss (= Betriebsausschuss) hat in der Sitzung am 07. April 2022 (DS-Nr.: 220383) beschlossen, die Prüfung des Jahresabschlusses 2022/23 durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „HLB Schumacher GmbH, Münster“ prüfen zu lassen. Das Jahresergebnis enthält Honorare für Abschlussprüferleistungen in Höhe von 25.000,00 € (ohne Umsatzsteuer). Hiervon entfallen - auf Abschlussprüfungsleistungen für das Berichtsjahr 2022/23 25.000,00 € (netto). d.) Geschäfte mit nahe stehenden Personen (§ 285 Nr. 21 HGB) Das Theater der Bundesstadt Bonn hat im Wirtschaftsjahr 2022/23 folgende Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt: Bezug von Dienstleistungen Verkäufe in Tsd.€ Tsd.€ Bundesstadt Bonn 5.534,9 -661,3 (u.a. Erstattungen an das Beethoven-Orchester-Bonn, den diversen Ämtern der Bundesstadt Bonn, etc.) Tochterunternehmungen/ Eigenbetriebe/ eigen- 1.637,3 -367,1 betriebsähnliche Einrichtungen der Bundesstadt Bonn (u.A. Gas-, Wasser-, Stromlieferungen der Stadtwerke Bonn; Nutzung des Rechenzentrums der Stadtwerke Bonn, etc.)Seite 19 von 70 12 e) Angabe der Mitglieder von Betriebsausschuss und Betriebsleitung im Sinne des § 5 EigVO ab 04. September 2014 (11. Wahlperiode), Stand: 31.07.2023 Kulturausschuss (Ausschuss im Sinne des § 5 EigVO) Vorsitzende Dr. Roswitha Sachsse-Schadt Bündnis 90 / DIE GRÜNEN 1. Stellvertreter Jürgen Repschläger DIE LINKE 2. Stellvertreter Fenja Wittneven-Welter SPD Ordentliche Mitglieder Max Biniek Bernd Fesel Corinna Heumann Christoph Jansen Herbert Kaupert Werner Koch Jan Claudius Lechner Nihat Mert Dr. Helmut Redeker Niklas Schnell Johannes Schott Silke Uckermann SPD FDP Volt CDU CDU CDU CDU Bündnis 90 / DIE GRÜNEN SPD Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Bürger Bund Bonn Bündnis 90 / DIE GRÜNENSeite 20 von 70 Seite 21 von 70 Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Entwicklung des Anlagevermögens ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN NETTOBUCHWERTE 01.08.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.07.2023 01.08.2022 Zugänge Abgänge 31.07.2023 31.07.2023 31.07.2022 € € € € € € € € € € € I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 303.709,85 3.590,77 0,00 -5.946,89 301.353,73 295.900,85 5.115,77 -5.946,89 295.069,73 6.284,00 7.809,00 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 55.426.269,60 0,00 0,00 0,00 55.426.269,60 29.326.992,43 775.555,00 0,00 30.102.547,43 25.323.722,17 26.099.277,17 2. Technische Anlagen und Maschinen 6.932.259,63 51.955,89 0,00 0,00 6.984.215,52 5.620.625,63 236.433,89 0,00 5.857.059,52 1.127.156,00 1.311.634,00 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.038.694,50 750.618,12 0,00 -129.705,80 14.659.606,82 11.916.736,76 589.783,41 -114.228,80 12.392.291,37 2.267.315,45 2.121.957,74 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 255.059,52 29.214,89 0,00 0,00 284.274,41 0,00 0,00 0,00 0,00 284.274,41 255.059,52 76.652.283,25 831.788,90 0,00 -129.705,80 77.354.366,35 46.864.354,82 1.601.772,30 -114.228,80 48.351.898,32 29.002.468,03 29.787.928,43 76.955.993,10 835.379,67 0,00 -135.652,69 77.655.720,08 47.160.255,67 1.606.888,07 -120.175,69 48.646.968,05 29.008.752,03 29.795.737,43Seite 22 von 70 Lagebericht für das Wirtschaftsjahr 2022/23 (01.08.2022 – 31.07.2023) Theater der Bundesstadt Bonn Eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt BonnSeite 23 von 70 2 Lagebericht I. Geschäftsverlauf des Theater der Bundesstadt Bonn 3 Rechtliche Rahmenbedingungen und Grundlagen der Finanzierung 3 Die Spielzeit 2022/23 im Überblick 5 II. Wirtschaftsbericht 15 a) Die Vermögens- und Finanzlage einschließlich Investitionen 15 b) Die Ertragslage 17 Die Aktivitäten des Theater der Bundesstadt Bonn - Teilbereich Musiktheater 19 Die Aktivitäten des Theater der Bundesstadt Bonn - Teilbereich Schauspiel 23 III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht, Voraussichtliche Entwicklung 28 Prognosebericht 28 Chancen- und Risikobericht, voraussichtliche Entwicklung 28Seite 24 von 70 3 Lagebericht I. Geschäftsverlauf des Theater der Bundesstadt Bonn Rechtliche Rahmenbedingungen und Grundlagen der Finanzierung Rechtliche Rahmenbedingungen Das Theater der Bundesstadt Bonn (nachfolgend auch „Theater Bonn“ oder „Theater“ genannt) wird nach den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung Nordrhein-Westfalen (EigVO NRW) als selbststän- dige kommunale eigenbetriebsähnliche Einrichtung ohne eigene Rechtspersönlichkeit geführt. Weiterhin sind zu berücksichtigen: - die Satzung für das Theater der Bundesstadt Bonn vom 11.05.1998 i.d.F. v. 01.01.2002, der Dienstvertrag des Generalintendanten Dr. Bernhard Helmich für die Zeit vom 01.08.2013 bis 31.07.2018 sowie der Ergänzungsvertrag hierzu für die Zeit vom 01.08.2018 bis 31.07.2023, - die Dienstanweisung der Oberbürgermeisterin/des Oberbürgermeisters über die Zusammen- arbeit zwischen Generalintendant und Verwaltungsdirektor vom 13.05.1998, - die Geschäftsanweisung des Theaters vom 20.11.1998 sowie weitere Dienstanweisungen zur Regelung der Aufbau- und Ablauforganisation. ********** Die Leitung des Theaters lag in der Spielzeit 2022/23 bei Herrn Generalintendant Dr. Bernhard Helmich und Herrn Kaufmännischen Direktor Rüdiger Frings. ********** Grundlagen der Finanzierung Der Wirtschaftsplan für 2022/23 wurde unter der DS-Nr.: 220886 in der Sitzung des Rates der Bundesstadt Bonn am 09. Juni 2022 beschlossen. Der vorliegende Wirtschaftsplan für das Wirtschaftsjahr (= Spielzeit) 2022/23 berücksichtigt die Ent- scheidung des Rates der Bundesstadt Bonn vom 30.06.2016 (DS-Nr.: 1611910), dem Theater Bonn einen Gesamt-Betriebskostenzuschuss von 26.980.700,00 € zur Verfügung zu stellen, abzüglich einer Kürzung von 300.000,00 € sowie der Anrechnung der Mieteinnahmen für die Halle Beuel (Pantheon) in Höhe von 150.000,00 €. Die tatsächlichen Tariferhöhungen werden - zusätzlich - von der Stadt Bonn übernommen. Entwicklung des städtischen Zuschusses zu den laufenden Ausgaben: Gesamtbetriebskostenzuschuss 26.530.700,00 € Tariferhöhung 5.114.000,00 € = angemeldeter städtischer Gesamt-Zuschuss 31.644.700,00 € davon Betriebskostenzuschuss (BKZ) 31.204.700,00 € und Investitionskostenzuschuss (IKZ) 440.000,00 €. **********Seite 25 von 70 4 Der „Wirtschaftsplan für das Theater der Bundesstadt Bonn 2022/23“ (DS-Nr. 220886) wurde am 09. Juni 2022 durch den Rat der Bundesstadt Bonn wie folgt beschlossen. Nachfolgend „Auszug aus der Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Rates vom 09. Juni 2022“: 1.) Erfolgsplan (BKZ) Gesamterträge 6.575.723,00 € Betriebskostenzuschuss der Stadt Bonn 31.204.700,00 € Gesamtaufwendungen 41.599.680,00 € (Der Jahresverlust wird ausgeglichen durch die nicht zu erstattenden Gebäudeabschreibungen in Höhe von 740.419 EUR, die der Allgemeinen Rücklage entnommen werden und einer Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage in Höhe von 2.638.838 EUR.) 2.) Vermögensplan (IKZ) Baumaßnahmen (Die Baumaßnahmen wurden bei der Stadt Bonn angemeldet) 0,00 € Eigene Baumaßnahmen 0,00 € Beschaffungsmaßnahmen 440.000,00 € Ergebnis: Jahresverlust 3.379.257,00 € Gesamtzuschuss der Bundesstadt Bonn (BKZ und IKZ) 31.644.700,00 € 3.) Investitions-Rücklage/ Sonderposten für nicht verwendete Zuschüsse (IKZ) Die Theaterleitung darf über die „Investitionsrücklage“ und den „Sonderposten für nicht verwen- dete Zuschüsse der Bundesstadt Bonn (IKZ)“ der Vorjahre für nicht geplante zusätzliche Inves- titionen im laufenden Geschäftsjahr frei verfügen. 4.) Gesamtbetrag der Kredite Das Theater wird ermächtigt, zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben des Wirtschaftsjahres 2022/23 Kassenkredite bis zu einem Höchstbetrag von 10.000.000,00 € aufzunehmen. 5.) Stellenübersicht Der Stellenübersicht für das Theater der Bundesstadt Bonn für das Wirtschaftsjahr 2022/23 –s. Anlage Stellenplan 2022-23 TVöD– wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt. Es werden 2 neue Stellen eingerichtet. Zwei Stellen, die bereits mit dem Wirtschaftsplan 2021/22 genehmigt wurden, werden in diesem Stellenplan abgebildet. Zudem wird eine Stelle aus dem Bereich NV Bühne in eine Stelle des TVöD zurückgeführt. Da die Struktur für die im Zusammenhang mit den im Wirtschaftsplan 2021/22 genehmigten Stellen im neu zu schaffenden Bereich Gebäude- und Betriebstechnik noch nicht abschließend aufgestellt ist, wird dieser Bereich erst in der Stellenübersicht 2023/24 abgebildet. 6.) Finanzplan Der Finanzplan wird, wie im Plan beigefügt, festgestellt (§ 14 Abs. 3 der Satzung für das Theater der Bundesstadt Bonn). **********Seite 26 von 70 5 Die Spielzeit 2022/23 im Überblick MUSIKTHEATER Die Spielzeit 2022/23 konnte nach den Corona-bedingten Einschränkungen in den vergangenen Spielzeiten in vollem Umfang stattfinden; die Jahresbilanz fällt durchaus positiv aus. Mit AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY von Kurt Weill in der Inszenierung von Volker Lösch startete die Oper Bonn im August 22 mit einer Produktion aus der Reihe FOKUS’33 – Forschungsreise zu den Ursachen von Verschwinden und Verweilen, die bei Presse und Publikum auf positive Resonanz stieß. Auch die zweite Premiere der Spielzeit 2022/23 gehörte in die Reihe FOKUS’33: Mit Alberto Franchettis ASRAEL brachte Christopher Alden im Oktober 2022 unter der musikalischen Leitung von Hermes Helfricht ein selten gespieltes Werk auf die Bühne, das – auch durch die monumentalen Chorszenen – allseits begeisterte. In der Reihe Junge Oper Rhein/Ruhr brachte Anna Drescher im November 2022 DIE KINDER DES SULTAN auf die Bühne - eine Produktion, die Jung und Alt begeisterte. Im Dezember desselben Jahres inszenierte David Pountney UN BALLO IN MASCHERA. Mit Verdi-Spezialist Will Humburg am Pult punktete diese Koproduktion mit der Welsh National Opera bei Publikum und Presse gleichermaßen. Bereits 2021 sollte Händels AGRIPPINA auf der Bühne erscheinen. Corona-bedingt musste die Produktion jedoch zunächst ins Virtuelle verlegt werde: Die speziell im Corona-Format inszenierte und gefilmte Oper war schlussendlich im Juni / Juli 2021 im Netz zu streamen. Ab Januar 2023 konnte das Werk in der Inszenierung von Leo Muscato dann endlich „live“ das Publikum begeistern. Als Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen gab Vasily Barkhatov mit Umberto Giordanos SIBIRIEN im März 2023 sein Regiedebüt an der Oper Bonn. Unter der musikalischen Leitung von Daniel Johannes Mayr zog die Produktion Presse und Publikum gleichermaßen in Bann. Mit DIE LUSTIGE WITWE brachte Aron Stiehl in einer Koproduktion mit dem Saarländischen Staatstheater im April 2023 eine Erfolgsproduktion auf die Bonner Bühne. Unter der musikalischen Leitung von Hermes Helfricht versetzte die Produktion Presse und Publikum gleichermaßen in Begeisterung. Mit DER SINGENDE TEUFEL von Franz Schreker schloss eine weitere FOKUS’33-Produktion die Spielzeit 2022/23 erfolgreich ab. In der Inszenierung von Julia Burbach und unter der musikalischen Leitung von Dirk Kaftan fand sie großen Zuspruch bei Presse und Publikum. Geplant ist eine Übertragung dieser besonderen Produktion im Deutschland Funk Kultur und ein Streaming auf OperaVision. Zeitgleich zur Premiere im Mai 2023 fand ein mehrtägiges internationales Symposium in Kooperation mit der Universität Bonn / Abteilung Musikwissenschaft statt, das auf große positive Resonanz stieß. Flankiert wurden alle drei FOKUS’33-Produktionen mit sog. Expertengesprächen, die einen umfangreichen, Disziplinen-übergreifenden Blick auf den Hintergrund dieser Werke gaben. Insgesamt blickt die Oper auf eine sehr erfolgreiche Spielzeit zurück, die mit dem OPER! AWARD in der Kategorie »Beste Wiederentdeckung« für die Forschungsreihe FOKUS’33 eine besondere Auszeichnung erfuhr. HIGHLIGHTS DES INTERNATIONALEN TANZES Endlich wieder eine Spielzeit, in der die Pandemie keine Ausfälle und kurzfristige Planänderungen nötig machte. Lediglich das für die Weihnachtszeit angedachte Gastspiel aus Kasan mit Vorstellungen von Tschaikowskys SCHWANENSEE und DER NUSSKNACKER, beide Programme mit Orchester- begleitung geplant, musste durch den russischen Überfall auf die Ukraine ersetzt werden. Doch dasSeite 27 von 70 6 war schon bei der Programmankündigung klar, nur konnte der Ersatz noch nicht bei der Programmankündigung bestätigt werden. Das Staatsballett aus Stara Zagora konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht zusichern, dass die vier Gastspiele mit Orchester stattfinden können. Der langjährige Tanzkurator Burkhard Nemitz präsentierte in seiner letzten Spielzeit 11 Compagnien mit 12 unterschiedlichen Programmen in 22 Aufführungen aus 8 Nationen auf gewohnt hohem Niveau und endlich auch wieder Compagnien aus den USA und aus Asien. Auch Compagnien, die normalerweise nicht auf Tour gehen und ausgewählte Programme präsentierten, waren in der Spielzeit vertreten. Für die Gestaltung des Jahresprogramms sind solche Produktionen laut Nemitz die Würze der Reihe, sie sind extra für die Gastspiele in der Bonner Oper zusammengestellte und kuratierte Programme. Im Einzelnen: Den Spielzeitauftakt bildete das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg mit zwei Aufführungen in Kooperation mit dem Internationalem Beethovenfest und innerhalb des Festes. Die von Demis Volpi geleitete Compagnie zeigte ein Doppelprogramm unter dem Titel ZWISCHENWELTEN. Die Arbeiten wurden live begleitet von dem Streichquintett „Wooden Elephant“ und einem Quartett von Sängerinnen und Sängern. THE LITTLE MATCHGIRL PASSION von David Lang hat der Künstlerische Leiter Demis Volpi ursprünglich für das Bundesjugendballett Hamburg kreiert. In der Uraufführung DON´T LOOK AT THE JAR… beschäftigt sich der franko-israelische Choreograf Gil Harush mit dem einzigen Album der 2021 verstorbenen schottischen Künstlerin und Produzentin Sophie Xeon und der Genderproblematik. Die beiden Gastspiele wurden vom Publikum und der Presse nicht nur wegen der Live-Musik gefeiert. Im Oktober folgten kurz nach der Premiere in Madrid zwei Gastspiele der spanischen Nationalcompagnie COMPAÑIA NATIONAL DE DANZA mit vier verschiedenen Choreografien und einem extra für Bonn zusammengestellten Programm unter dem Titel TRIBUTO A KYLÍAN. Die Neukreation MORGEN; des spanischen Großmeisters Nacho Duato setzt sich tänzerisch mit dem Gedicht „Resumé“ der US-amerikanischen Dichterin Dorothy Parker auseinander. SAD CASE ist eine ältere Arbeit aus dem Jahr 1998 der beiden Hauschoreografen des Netherland Dans Theaters (NDT) Sol León und Paul Lightfoot. Der Titel trügt absichtlich, ist es doch ein äußerst fröhliches Stück, geschaffen als Sol León im siebten Monat schwanger war und sich beide in Mexiko auf ihr Töchterchen freuten. Getanzt wird daher zur mexikanischen Mambo-Musik. Statt Andrea Schermulys ursprünglich vorgesehener Choreografie „Kübler-Ross“ betrat dann der Ensemble Chef Joaquín De Luz selbst die Bühne mit dem Solo FIVE VARIATIONS ON A THEME, das der Choreograf David Fernandez dem damaligen Solisten des New York City Balletts zu Klängen aus Bachs Violinkonzert in g-Moll auf den Leib schrieb. Die virtuosen Sprünge und Pirouetten mit schönster Eleganz und allergrößter Souveränität begeisterte nach Paris und Moskau auch das Bonner Publikum. BELLA FIGURA ist ein Meisterwerk aus dem Jahr 1995 des tschechischen Magiers Jiří Kylián (geb. 1947) für neun Tänzerinnen und Tänzer. Mit welcher Frische und technischer Brillianz das Ensemble das Werk mit Musik von u.a. Vivaldi, Pergolesi und Lukas Foss zum Leben erweckte, war aller Bewunderung wert. Zwei restlos ausverkaufte Vorstellungen begeisterten in der Bonner Oper. Die Reise der nationalen spanischen Compagnie nach Bonn wurde finanziell durch den spanischen Staat unterstützt. Im November 2022 folgte ebenfalls in Doppelvorstellung BLU INFINITO (Unendlich Blau) des eVolution Dance Theater aus Italien. Auch hier waren beide Vorstellungen schon lange im Vorverkauf ausverkauft. Tanzshows sind in der Reihe der Highlights eher seltener zu finden, bringen aber ein Publikum zum Tanz, das sonst den Weg in die Oper nicht findet. Vielseitigkeit ist Trumpf. “Tänzerisch eher unspektakulär, aber ästhetisch ein reizvolles Event aus einer technisch brillanten Traumfabrik mit bezaubernden Berührungsmomenten. Stürmische Beifalls-Ovationen…” beschrieb der Bonner Generalanzeiger die Präsentation. WE’RE BACK (aus der Pandemie) hieß es Mitte Dezember mit NWDANCE PROJECT aus Portland/Oregon. Das Gastspiel der in der nordwestlichen Pazifikregion der USA beheimateten Compagnie war das erste außereuropäische Gastspiel nach der Pandemie. Der dreiteilige, wiederum ausverkaufte Abend mit DOWN THE GARDEN PATH der Künstlerischen Leiterin Sarah Slipper, ENSEMBLE FOR SOMNABULISTS des Italieners Luca Vegetto und LINGER von Ishan Rustem beglückte das Bonner Tanzpublikum, die dem Ensemble enthusiastisch applaudierten. Der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine verunmöglicht einen sinnvollen Kulturaustausch. Deshalb hatte Burkhard Nemitz auch für den Dezember 2022 wiederum das Staatsballett aus Zara Stagora eingeladen, diesmal mit dem Staatsorchester der bulgarischen Stadt am östlichen Rand der Union. DieSeite 28 von 70 7 insgesamt vier Vorstellungen mit je 2x SCHWANENSEE und 2x NUSSKNACKER erbrachten eine äußerst hohe Roheinnahme von über 165.000 €. Publikum und Presse bejubelten die Vorstellungen und bescheinigten dem Ensemble „tänzerisches Spitzenniveau“. Das erstmals mitgereiste Staatsorchester rundete den festlichen Gesamteindruck ab. Anfang des neuen Jahres 2023 fand in Doppelveranstaltung nach der spanischen Nationalcompagnie eines dieser besonderen Gastspiele statt, die anderswo nicht zu sehen sind und die Gastspielreihe besonders machen. Das Ballett des Nationaltheaters Prag gastierte mit einer Vertanzung von Kafkas PROZESS. Filip Barankiewicz, ehemals Erster Solist des Stuttgarter Balletts, leitet überaus erfolgreich seit 2017 das 80 Tänzerinnen und Tänzer große Prager Nationalballett. In Deutschland waren die Bonner Gastspiele die ersten seit dem Barankiewicz die Leitung übernommen hat. DER PROZESS war eine Auftragsarbeit für das Ballett der Staatsoper Hannover, die dort auch 2015 uraufgeführt wurde. Die literarische Vorlage ist aber eine unbestreitbare Facette des Prager Milieus, ein Teil tschechisch- deutscher Literaturgeschichte und untrennbar mit der Stadt Prag verbunden. Mauro Bigonzettis Choreografie traf mitten ins Herz. Mit Musiken von Antonio Maria Bonocini, Dietrich Buxtehude, Henryk Górecki, Carlo Gesualdo, Tarquinio Merula, Claudio Monteverdi und Modest Petrovic Musorgskij gehörten die Gastspiele künstlerisch und tänzerisch mit zu einem der ganz großen Ereignisse der Gastspielreihe. Begeisterter Beifall in dem leider nicht ausverkauften Haus. Ende Januar gastierte mit zwei Gastspielen das Alonzo King LINES Ballet aus San Francisco in der Oper. Alonzo King und seine hochkarätige Compagnie von internationalem Rang verfolgen seit ihrer Gründung im Jahr 1982 eine künstlerische Vision. Sein Tanz zeichnet sich durch eine präzise, innovative, geometrische Formensprache und durch die Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Musikern verschiedenster Kulturen aus. Ohne Traditionen preiszugeben, werden seine ästhetischen Grenzen und strengen Formvorgaben deutlich ausgeweitet. Hohe Musikalität, eine eigene Form zeitgenössischer und neoklassischer Bewegungssprachen, hervorragend ausgebildete Tänzerinnen und Tänzer sowie subtiles Lichtdesign sind seine Markenzeichen. Als abstrakt und dennoch gefühlvoll, so lassen sich Alonzo Kings Choreografien beschreiben. Die multiethische Truppe zeigte in der Choreografie DEEP RIVER eine stupende tänzerische Virtuosität und raffinierte Musikalität. Standing Ovations an beiden ausverkauften Tagen. Tanz in der dritten Dimension zeigte an zwei Tagen im März die französische „Compagnie Käfig“. Das Ensemble und der Künstlerische Leiter Mourad Merzouki sind Schlüsselfiguren des internationalen Hip- Hop. Mourad Merzouki, geb 1973, wuchs als eines von sieben Geschwistern in einem Banlieue von Lyon auf. Die Treppenhäuser der Wohnblocks waren seine ersten Proberäume. Er wollte der Enge entfliehen und fing an zu tanzen. Als Jugendlicher liebte er das Boxen, nahm aber bereits Unterricht an einer Zirkusschule, bevor er mit 15 Jahren den Hip-Hop für sich entdeckte. Er sprengte den Käfig seiner eigenen Herkunft. In VERTIKAL beweist die Gruppe, dass man nicht nur auf dem Bühnenboden tanzen kann. Die Tänzerinnen und Tänzer springen meterhoch, wirbeln herum und nutzen den kompletten Bühnenraum, horizontal wie auch „vertikal“. Merzouki erfindet eine Bewegungssprache, eine neue Raumpoesie und gibt dem Hip-Hop so eine neue Dimension, in der die Musik von Armand Amar die Kraft der Streicher mit elektroakustischer Musik verknüpft. Beide Vorstellungen restlos ausverkauft. Das Publikum brach in großen Jubel aus. Flamenco und Mozarts Requiem brachte das aus Peking angereiste Beijing Dance Theater. Der lateinamerikanische Schriftsteller Hector Tizón beschreibt das Leben als einen langen Spaziergang ums eigene Haus. Manchmal muss man sich weit von der Heimat entfernen, um das Eigene zu erkennen. Sich in die Ferne zu begeben und so sich neu zu entdecken, ist auch das Motto der chinesischen Compagnie und seiner Direktorin Yuanyuan Wang. Das zweiteilige Programm MANOLITA CHEN des Spaniers Marcos Morau und REQUIEM der Künstlerischen Leiterin Yuanyuan Wang zeigte kulturelle Aneignung und Auseinandersetzung mit dem sogenannten Fremden ganz ohne ideologische Scheuklappen. Langer Applaus im ausverkauftem Haus für zwei extrem unterschiedliche ost-west Blicke auf kulturelle Differenzen und Gemeinsamkeiten. Mit der drittgrößten tschechischen Ballettcompagnie des Mehrsparten Hauses aus Ostrava brachte Burkhard Nemitz noch ein Programm nach Bonn, das in den Tourkalendern nicht zu finden ist. Mit CONSEQUENCE von Juanjo Arqués und ROSSINI CARDS von Mauro Bigonzetti zeigte die starke Compagnie zwei großen Choreografien. Mit Rossini Cards wiederholte Nemitz mit Absicht einSeite 29 von 70 8 Programm, das er schon 2014, getanzt vom Aterballetto aus Italien, gezeigt hatte. Bigonzettis Choreografie zeige Musikalität, Witz, Tiefe und Ironie und grandioses handwerkliches und künstlerisches Können. Werte die grundlegend für seine Programmauswahl über die Jahre gewesen seien, erklärte er in einer kurzen Ansprache vor den zwei Vorstellungen. Er verabschiedete sich von dem Bonner Publikum und dankte den Zuschauerinnen und Zuschauern für ihre Treue über so viele Jahre. In beiden restlos ausverkauften Vorstellungen gab es Standing Ovations für die begeisternden Arbeiten und das hohe Können des tschechischen Balletts. Im Juni folgte noch zwei Vorstellungen der spanischen Compagnie It Dansa. Generalintendant Dr. Bernhard Helmich verabschiedetet den langjährigen Kurator Burkhard Nemitz vor der ersten Vorstellung im ausverkauften Haus. Er dankte dem 72 Jährigen für seine Arbeit und wünschte ihm das Beste für den Ruhestand. Standing Ovations schon bevor der Vorhang sich hob. Die vier Choreografien boten nochmals Qualität und Vielfalt und damit zwei Zutaten, die für die Reihe immer prägend gewesen sind. Die 17 jungen Tänzerinnen und Tänzer begeisterten durch immenses Können, das Gefühle intimster Natur zu Kammermusik von Franz Schubert ebenso ergreifend auf die Bühne brachte, wie es in urkomischen Slapstick-Szenen begeisterte. “Für Burkhard Nemitz kein Schlusspunkt, sondern ein Ausrufezeichen”, so der Bonner Generalanzeiger. QUATSCH KEINE OPER! Die erfolgreiche Reihe Quatsch keine Oper! wurde auch im zwanzigsten Jahr mit Rita Baus als Ideengeberin und Organisatorin im Bonner Opernhaus fortgesetzt. Für den Hausherrn des Theater Bonn, Generalintendant Dr. Bernhard Helmich, ist die Fortführung eine große Freude: "Ich schätze mich glücklich, dass eine solch erfolgreiche Reihe das Opernhaus auch weiterhin bespielt. QKO! hat bisher mehr als 375.000 Besucherinnen und Besuchern einen unvergleichbaren Abend beschert. Und die Begeisterung von Künstlerinnen, Künstlern und Publikum reißt nicht ab. Gäste waren wie Axel Prahl & das Insel Orchester, Gerhard Polt & Well Brüder, Salut Salon – Klassik Virtuos und immer Anders und Tommy Engel & Band begeisterten das Publikum in der Bonner Oper. SCHAUSPIEL Der diesjährige Lagebericht zeigt deutlich, dass sich die Zuschauersituation nach der Pandemie langsam aber stetig wieder erholt und normalisiert. Wieder kann in der Gesamtstatistik ein Zuschauerzuwachs von ca. 3.000 Zuschauern zum Vorjahr vermerkt werden (insgesamt 41.000 = 71% Auslastung). Auch die Einnahmen sind wieder leicht auf 541.000,00 € gestiegen. Vermutlich wäre das Gesamtergebnis wesentlich besser ausgefallen, hätte nicht eine lang anhaltende Krankheitswelle am Haus (Von November - Februar) einige kurzfristigen Spielplanänderungen erzwungen, die vor allem die Verschiebung unserer zweiten großen Premiere der Spielzeit „Peer Gynt“ am schlimmsten getroffen hat. Diese Produktion musste insgesamt - auf Grund von immer neuen Erkrankungen - drei Mal verschoben werden und konnte dann erst, statt im September 2022 im März 2023 herauskommen. Die ärgerlichen Ausfälle und Verschiebungen hatten insgesamt fast 30 geplante Vorstellungen betroffen, die ersatzlos entfallen mussten. Ebenso ersatzlos musste die Premiere von „Sieben Todsünden“ aus Krankheitsgründen abgesagt werden. Hier konnte auch kein Ersatztermin mehr gefunden werden. Somit kam das Schauspiel in diesem Jahr „nur“ auf insgesamt 205 Vorstellungen. Vor allem der nicht zu ersetzende Ausfall der wichtigen Zuschauerposition von „Peer Gynt“ am Anfang der Saison wirkte sich relativ belastend auf die ersten drei Spielmonate aus. In den Monaten August - Oktober waren die Zahlen so schlecht wie nie zuvor. Allerdings konnte man auch in anderen Veranstaltungen der Umgebung wahrnehmen, dass die in diesen Monaten extrem geschürte Inflationsangst (und vielleicht auch die Angst vor einer neuen Pandemie) vor allem dem Vorverkauf in der ganzen Stadt schadeten. Gott sei Dank änderte sich das Zuschauerverhalten aber dann in den Wintermonaten wieder und die Monate Dezember – März waren im Schauspiel dann extrem gut besucht. Besonders im Januar erreichten wir im Schauspielhaus ein Rekordergebnis von 93% Platzausnutzung im Großen Haus. AufSeite 30 von 70 9 diese Weise ist es dann schlussendlich gelungen, den sehr mäßigen Beginn und Verlust bis zum Ende der Spielzeit wieder auszugleichen. Nach wie vor ist es äußerst erfreulich, dass unsere Inszenierungen mit zum Teil anstrengenden aktuellen Themen wie „Recht auf Jugend“, eine Auseinandersetzung mit der Klimakatastrophe unter Beteiligten der Gruppe LETZTE GENERATION (12 Vorstellungen, 63% Auslastung) und der Uraufführung des Auftragswerkes „Der Haken“, in dem es um Mietwucher und soziale Vereinsamung in Städten wie Bonn ging (13 Vorstellungen, 73%) oder die Auseinandersetzung um die russische Protestgruppe „Pussy Riot“ (10 Vorstellungen, 80% Auslastung) belegen diesen anhaltenden Trend. Am erfolgreichsten waren aber neben den vier Wiederaufnahmen aus der Vorsaison „Unsere Welt neu denken“ (9 Vorstellungen 80% Auslastung) und „Istanbul“ (8 Vorstellungen, 99% Auslastung), „Die Glasmenagerie (10 Vorstellungen, 80% Auslastung), „Broken Circle“ (15 Vorstellungen, 73%) die Neuproduktionen „Der Sturm“ als Familienstück (15 Vorstellungen, 76% Auslastung), „Hotel Godesberg (12 Vorstellungen, 80% Auslastung), „Peer Gynt“ (8 Vorstellungen, 83% Auslastung, „Der aufhaltbare Aufstieg des Arturo Ui“ (6 Vorstellungen, 90 % Auslastung“ und in der Werkstatt „Löwenherzen“, ein Stück für Kinder und Jugendliche (13 Aufführungen, 94 % Auslastung, „Memnon“, eine Stückentwicklung über die Schwierigkeit des Denkens (11 Vorstellungen, 86% Auslastung) und unser partizipatives Jugendprojekt „Das Floß der Medusa“ (7 Vorstellungen, 79% Auslastung). Nur drei, eher experimentelle Produktionen konnten diese Saison bei den Besuchern nicht wirklich überzeugen: Die Produktion „Medea 38 / Stimmen), die die Verfolgung von Kurden und Aleviten thematisierte (8 Vorstellungen, 31%), die Uraufführung einer jungen britischen Autorin „Wild Fire Road“ (14 Aufführungen, 51%) und die Uraufführung „Blut wie Fluss“ (7 Vorstellungen, 33%). Dennoch, der Trend nach oben hält an und der enorme Zuschauerzuspruch gerade im Schauspielhaus in Bad Godesberg ermutigt uns, unser Konzept um die Säulen „gesellschafts-relevante Themen“, „Klassikerpflege“, „Bad Godesberger und Bonner Themen“ und „partizipative“ Projekte mit Bürgerbeteiligung weiter fortzusetzen. PORTAL: PRODUKTIONEN FÜR JUNGES PUBLIKUM Von der Familienoper über die partizipative Schauspielproduktion bis hin zu mobilen Angeboten – das Theater Bonn zeigt und entwickelt verschiedenste Formate, um junges Publikum zu erreichen und anzusprechen. Dass das gelingt, zeigen die Zahlen: In der Spielzeit 2022/23 waren 20% der Besucher:innen in Oper, Schauspiel und Tanz unter 27! SCHAUSPIEL Mit DER STURM wurde Weltliteratur auch für junge Menschen ab zehn Jahren sowie für alle Generationen als Familienstück auf die große Bühne im Schauspielhaus erlebbar gemacht. Shakespeares Stück ist ein Verwechslungsspiel mit Magie, Liebe und Geistern. Es behandelt Themen wie das Verhältnis von Illusion und Realität, Rache und Vergebung, Schuld und Erlösung. In seiner Bearbeitung verwendete Schauspieldirektor Jens Groß die bekannte Übersetzung von August Wilhelm Schlegel – nicht zuletzt wegen ihrer besonderen poetischen Sprachkraft. Ebenfalls für Kinder ab zehn Jahren und ihre Familien wurde LÖWENHERZEN auf der Werkstattbühne von Hanna Müller inszeniert. Schulklassen und Familien erlebten mit dem Löwen eine Reise um die Welt. Ohne Wertung und Fingerzeig begegneten wir den verschiedensten Menschen und Phänomenen auf dieser Welt. Die mehrfach ausgezeichnetete Autorin Nino Haratischwili bringt Konsum, Armut und Kinderarbeit genauso zur Sprache wie Kinderwunsch, Ausgrenzung und Trennung, aber auch Mut und Freundschaft. OPERSeite 31 von 70 10 Im Rahmen der Kooperation Junge Oper Rhein-Ruhr, die es uns ermöglicht, jede Spielzeit eine große Oper für junges Publikum zu zeigen, wurde in der Spielzeit 2022/23 die Familienoper DIE KINDER DES SULTANS aufgeführt. Die Musik wurde von dem israelitischen Komponisten Avner Dorman komponiert, das Libretto stammt von Ingeborg von Zadow. Neben den öffentlichen Vorstellungen im Opernhaus für Familien haben wir auch in dieser Spielzeit drei Vorstellungen an Vormittagen angeboten, die fast ausschließlich für Schulklassen geöffnet wurden. Alle drei Vorstellungen waren sehr gut besucht, beziehungsweise ausverkauft und das junge Publikum begeistert. Allein in den Schulvorstellungen konnten über 2.000 Schüler:innen diese Produktion sehen. Mobile Produktionen / SITZKISSENOPER Seit der Spielzeit 2021/22 ist das Theater Bonn mit mobilen Produktionen für Grundschulen, Altenheime und Familienzentren unterwegs in der Stadt. Zu der Balladenminioper MINA ODER DIE REISE ZUM MEER von Anno Schreier, die 2021/22 uraufgeführt worden ist und auch in dieser Spielzeit weiter auf dem Spielplan stand, kam in der Spielzeit 2022/23 die Koproduktion mit dem Theater Marabu GENAUSO, NUR ANDERS in der Regie von Tina Jücker hinzu. Dieses Stück ab 6 Jahren thematisiert Unterschiede und Gemeinsamkeiten und bezieht sein junges Publikum in einem spielerischen Battle aktiv mit ein. Bereits in der Probenphase waren verschiedene Klassen an der Produktion beteiligt. Während die Vorstellungen für Familien hauptsächlich im Theater Marabu gezeigt wurden, fanden die Schulvorstellungen u. a. in der KGS Mehlem, der Gottfried-Kinkel-Schule und dem Grundschulverband Marienschule / Nordschule statt. In der Regel sehen dann alle 1. und 2. Klassen einer Schule diese Produktionen und werden in Workshops vorbereitet. Von MINA UND DIE REISE ZUM MEER und GENAUSO, NUR ANDERS haben zusammen 19 Vorstellungen in Schulen stattgefunden. Für die ganz Kleinen fand im Foyer der Oper wieder das Format SITZKISSENOPER statt. Kinder ab 5 Jahren stehen mit ihren Familien oder ihren Kindergärten dann im Fokus. Im Rahmen der SITZKISSENOPER haben wir auch wieder die Minioper NILS KARLSSON DÄUMLING aufgenommen. Sie wurde im Foyer der Oper (bzw. auch einmal im Schauspielhaus) für Familien gezeigt. 7 ausverkaufte Vorstellungen haben für Kindergärten stattgefunden. Aufgrund der sehr hohen Nachfrage durch die Kindergärten werden wir hier in Zukunft das Angebot noch erhöhen. PARTIZIPATION Das Theater Bonn bietet nicht nur Produktionen für junges Publikum, sondern auch mit jungem Publikum. Im Schauspiel war das die Produktion FLOSS DER MEDUSA. In dem partizipativen Projekt nach der Vorlage von Georg Kaiser erarbeiteten Regisseur Max Immendorf und Rapper Kutlu Yurtseven gemeinsam mit acht Jugendlichen aus Bonn ein Bühnenstück für die Werkstattbühne. Was passiert, wenn eine Gruppe junger Menschen ganz auf sich selbst gestellt in einer unabsehbaren Situation Entscheidungen ins Ungewisse treffen muss? Welche Wertvorstellungen treffen aufeinander? Halten sie am Status Quo fest oder entwickeln sie neue Wege des Zusammen- und Überlebens? Ein weiteres partizipatives Projekt, die Produktion der Oper ARABISCHE NACHTMUSIK – EIN MUSIKALISCHES TRAUMSPIEL, entstand mit fast 70 Beteiligten aus dem Kinder- und Jugendchor. Die Premiere war am 11. Februar auf der großen Bühne im Opernhaus. Da wir die musikalische Grenzüberschreitung bei dem Konzert 1001 TAKT – ZWISCHEN MAQAM UND OPER der Spielzeit 2021/22 fortsetzen wollten, hat der Regisseur Jürgen R. Weber ein Projekt konzipiert, das eine Brücke schlägt von Mozart bis zu Hussain Atfah, der sowohl als Komponist als auch als Sänger bei der Produktion mitwirkte. Neben dem Kinder- und Jugendchor waren das Beethoven Orchester Bonn sowie verschiedene Musiker beteiligt, die mit orientalischen Instrumenten wie Santur oder Oud den Klang bereicherten. Zur Premiere waren unterschiedliche Multiplikator:innen aus Stadtteilvereinen, Jugendzentren etc. eingeladen. Darüber hinaus fand im Rahmen des Kulturrucksacks NRW Anfang April 2023 in Kooperation mit dem Jugendzentrum Ev. Lukaskirchengemeinde Bonn Gemeindeforum Auerberg und gemeinsam mit dem syrischen Sänger und Komponisten Hussain Atfah einen Wochenendworkshop zu DIE ARABISCHE NACHTMUSIK statt. Neben dem Kennenlernen klassischer westlicher Musik von Mozart, Beethoven oder Wagner ging es um moderne syrische und arabische Maqam Musik. Unter dem Motto „orientalischer Klangbazar“ wurden diese Musiken gehört und gespielt. Anschließend ging es darum, in Anlehnung an DIE ARABISCHE NACHTMUSIK szenische Übungen mit Musikalischem zu verknüpfen und eine eigene kleine Vorstellung auf die Beine zu stellen. Regelmäßig können sich Kinder und Jugendliche zudem im Theater Bonn kreativ ausprobieren, das Theater von einer ganz anderen Seite kennen lernen und erste Erfahrungen auf der Bühne sammeln.Seite 32 von 70 11 Im SCHAUSPIEL-JUGENDCLUB treffen sich einmal im Monat rund 20 Kinder und Jugendliche: Hier wird Theater gespielt und angeschaut, Texte werden auf den Kopf gestellt, eigene Bilder und Zugänge erfunden und Ideen riskiert! Dabei stehen die gemeinsame Zeit und das Ausprobieren im Fokus. Zum Ende der Spielzeit erhöht sich die Anzahl der Treffen, um sich einer abschließenden Performance aus Monologen, Dialogen und Choreografien zu widmen. In der Spielzeit 22/23 wurde am 19. Juni 2023 die Jugendclub-Präsentation mit dem Titel W.A.R.T.E.N auf der Foyerbühne im Schauspielhaus aufgeführt, die knapp 100 Menschen besuchten. Im Kinder-und Jugendchor waren auch in der Spielzeit 2022/23 knapp 120 Kinder unter der musikalischen Leitung von Ekaterina Klewitz aktiv. Regelmäßig treffen sie sich in den unterschiedlichen Gruppen zu musikalischen Proben und sind an kleineren und größeren Auftritten im Opernhaus, aber auch im ganzen Bonner Stadtgebiet beteiligt. Neben der Produktion ARABISCHE NACHTMUSIK war in der Spielzeit 22/23 das Jubiläumskonzert im Mai ein Highlight: den Kinder- und Jugendchor gibt es inzwischen schon seit 30 Jahren am Theater Bonn. Aber auch in der Produktion AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY wirkten einige der Kinder und Jugendlichen mit. VERMITTLUNG - Theater für jung und alt! Das Theater Bonn versteht sich als ein Theater für alle. Neben den Produktionen für die unterschiedlichsten Ziel- und Altersgruppen bieten wir auch Vermittlungsformate an, die auf die Bedürfnisse der verschiedenen Menschen Rücksicht nehmen. Von Spielzeit zu Spielzeit werden so weitere Gruppen angesprochen bzw. die Formate noch besser abgestimmt. Eine große Bedeutung hat hier die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Mulitiplikator:innen in der Stadt, seien es die Schulen, Jugendzentren oder die Stadtteilvereine und Quartiersmanagements. Der Austausch und das Netzwerk wächst hier von Spielzeit zu Spielzeit und Anregungen und Wünsche werden ins Haus getragen. Erstmalig haben die Stadtteilvereine und Quartiersmanagements über das Amt für Soziales und Wohnen knapp 400 Ehrenamtliche in die Generalprobe von LE NOZZE DE FIGARO eingeladen. So konnten sie sich bei ihnen bedanken und wir konnten Menschen in die Oper einladen, die noch nie dagewesen sind und auf diese Weise weiter Schwellen abbauen. Eine der Erstbesucherinnen schrieb in unserer Evaluation: „Das ist ja wie GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN nur in Abendgarderobe“. KINDERGÄRTEN UND SCHULEN Zusätzlich zu den Aufführungen für junges Publikum in Schauspiel und Oper bieten wir Workshops und Führungen durch das Opernhaus bzw. die Werkstätten in Beuel an. Während bei den Workshops der Schwerpunkt darauf liegt, sich selber künstlerisch auszuprobieren, geht es bei den Führungen u. a. darum, die Berufe am Theater kennenzulernen und zu sehen, dass das Theater Bonn auch ein möglicher Arbeits- (und Ausbildungs-)ort ist. In der Oper haben wir versucht jedem Kindergarten- bzw. Schulkind, welches eine Vorstellung besucht, auch die Teilnahme an einem vorbereitenden Workshop oder einem anderen Vermittlungsangebot zu ermöglichen. Dabei ist es uns sogar gelungen die Zahl unserer Workshops um knapp 50% im Vergleich zur vorherigen Spielzeit zu erhöhen. Die meisten Workshops fanden im Rahmen der Produktionen von PORTAL statt. So gaben wir 72 Workshops für die Klassen 3 bis 6 zu DIE KINDER DES SULTANS und erreichten auf diese Weise knapp 1800 Schüler:innen zwischen 8 und 13 Jahren. Außerdem nahmen mehr als 500 Schüler:innen der Klassen 1 bis 3 an insgesamt 22 Workshops für MINA UND DIE REISE ZUM MEER teil. In den meisten dieser Workshop arbeiteten wir mit unserem experimentellen Instrumentenkoffer und fanden auf diese Weise einen praktischen Zugang zum Musiktheater und dem Vertonen von Bildern, Emotionen und Geschichten. Zu Beginn der Spielzeit 2022/23 stand dann mit AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY ein Stück mit großer gesellschaftspolitischer Relevanz auf dem Spielplan. Aufgrund des Themas Klimakrise, welches in der Inszenierung von Volker Lösch eine zentrale Rolle spielt, hielten wir das Stück gerade für Schulklassen ab der Oberstufe für besonders sehenswert. Daher haben wir Klassen proaktiv angeschrieben und ihnen einen Probenbesuch ermöglicht, um Lust und Neugierde auf die Produktion zu entfachen. Zusätzlich dazu haben wir vorbereitend auf einen Vorstellungsbesuch einen musiktheaterpädagogischen Workshop angeboten. Neben AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY hatten wir mit der LE NOZZE DE FIGARO, AGRIPPINA und dem UN BALLO EN MASCHERA weitere Stücke für die Mittel- und Oberstufe im Programm, die wir musiktheaterpädagogisch begleitet haben. In den meisten Fällen haben die Klassen vor einem Stückbesuch einen Workshop oder einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Produktion erhalten.Seite 33 von 70 12 Insgesamt fanden in dieser Spielzeit in der Oper 151 Workshops für Schulklassen und Kindergartengruppen statt, über die knapp 3500 Kinder und Jugendliche erreicht wurden. Für diese Zielgruppe gab es 45 Führungen mit knapp 1.000 Kindern, die daran teilnahmen. Zusätzlich gab es noch 13 – fast immer ausverkaufte – Familienführungen. Im Schauspiel besuchten Schulklassen neben DER STURM (1.183 Schülerkarten) und LÖWENHERZEN (788 Schülerkarten) auch gerne PEER GYNT, UNSERE WELT NEU DENKEN oder RECHT AUF JUGEND. Zur Vorbereitung nutzten sie im Rahmen von knapp 100 vorbereitenden Workshops das digitale Scrollytelling-Material mit Inhalten, Interviews und eine Blick hinter die Kulissen, das auch allen anderen Besucher:innen auf unserer Homepage zur Verfügung steht. Weiter fortgeführt haben wir außerdem das Format BILDUNGSPARTNER PORTAL. 5. Klassen verpflichten sich hierbei, über drei Jahre mit PORTAL eine Kooperation einzugehen. In jedem Schuljahr sehen sie eine Produktion / Konzert und erhalten dazu ein vorbereitendes Angebot. Alle Schulklassen lernen so im Verlaufe der drei Jahre die unterschiedlichen Kunstformen kennen. In der Spielzeit 2022/23 konnten wir 19 neue 5. Klassen als Bildungspartner begrüßen. Mit dabei sind u. a. das Friedrich-Ebert-Gymnasium, die Gesamtschule Niederkassel, das Heinrich-Böll-Gymnasium, das CJD in Königswinter sowie Gymnasium und Realschule Schloss Hagerhof. Das Theater Bonn möchte jedem Kind die kulturelle Teilhabe ermöglichen. Kinder, die sich die Karten nicht leisten können, unterstützen wir über unsere Kulturpatenkasse. In der Spielzeit 2022/23 wurden über die Kulturpatenkasse über 300 Besuche finanziert. Außerdem haben auch die Opernfreunde mit ihrem Programm SCHÜLER IN DIE OPER wieder zahlreiche mobile Aufführungen von MINA ODER DIE REISE ZUM MEER und Besuche von Aufführungen im Opernhaus ermöglicht. LEHRKRÄFTE / PÄDAGOGINNEN UND PÄDAGOGEN Für Lehrkräfte schreiben wir einmal im Monat einen Newsletter, informieren über aktuelle Produktionen und Projekte und laden zu Endproben ein. In den OFFENEN PROBEN für Pädagog:innen besuchen wir gemeinsam, eingebunden in Gespräche und fachlichen Austausch, aktuelle Inszenierungen und gaben somit den Lehrkräften die Möglichkeit, die Stücke gezielt auszuwählen und vor ihren Schüler:innen zu sehen. Neben dem Scrollytelling bieten wir zudem für Lehrkräfte Materialsammlungen und Ideen für die Vorbereitung des Aufführungsbesuchs als Padlet an. Aktiv können die Lehrerkräfte beim THEATERLABOR werden. Das ist eine Fortbildungsreihe in Kooperation mit dem Theater Marabu und wurde auch in dieser Spielzeit für interessierte Lehrkräfte angeboten und durchgeführt. U27/STUDIERENDE Das Angebot für Studierende hat sich mit der U27-Preview in Oper und Schauspiel und besonderen Führungen in der Spielzeit 2022/23 etablieren können: dies zeigt sich an den Umfragewerten, die am Ende der Spielzeit erfasst und ausgewertet worden sind. Von den knapp 500 Personen, die erreicht werden konnten, gab es durchweg positive Rückmeldungen. Auch die Online-Umfrage macht deutlich, dass das Rahmenangebot für Studierende am Theater Bonn auf 96% Zufriedenheit stößt. Insgesamt hat das U27-Preview Format das Interesse an einem Besuch einer regulären Vorstellung mit dem 3€- Ticket (AStA-Kulturticket) verstärkt. Im Vergleich zur Spielzeit 2021/22 konnten deutlich mehr Anfragen für außerplanmäßige Führungen durch das Opernhaus verzeichnet werden. Ebenso konnte der Newsletter für die Zielgruppe U27, der seit Oktober 2021 geschrieben wird, in der Spielzeit 2022/23 einen großen Zuwachs gewinnen. Auch außerhalb des regulären Programms der U27 wurden diverse Angebote auf Studierende zugeschnitten. So konnten im Rahmen des Fachschaftsjahres viele Multiplikator:innen an den Universitäten selbst erzielt werden. Zudem griffen wir auf Kontakte zu Lehrbeauftragten der Universität zurück, um sie in den Planungsprozess mit einzubeziehen. Seminare aus unterschiedlichsten Fachbereichen haben so Produktionen in Schauspiel und Oper besucht und erhielten oft vorher gezielte Einführungsveranstaltungen mit Mitwirkenden. Außerdem wurde die Kooperation mit dem ZERG (Zentrum für Religion und Gesellschaft) der Universität Bonn mit verschiedenen gemeinsamen Veranstaltungen fortgesetzt.Seite 34 von 70 13 OPERNFÜHRER:INNEN Die Opernführer:innen sind inzwischen eine feste Größe am Opernhaus. Ca. 30 Bonner:innen engagieren sich hier ehrenamtlich und bereiten sich in kleinen Gruppen inhaltlich auf die einzelnen Produktionen vor. Vor den Vorstellungen in der Oper befinden sie sich dann im Foyer und sind als Ansprechpersonen offen für die Fragen und Anmerkungen des Publikums. Auch übernehmen sie die inhaltliche Einführung für Schulklassen, bei Sonderveranstaltungen sowie bei offenen Proben für Senior:innen. In der Spielzeit 2022/23 haben alle Opernführer:innen eine gemeinsame Fortbildung zum Stimmtraining, insbesondere aber auch für die dialogische Gesprächsführung teilgenommen. SENIOR:INNEN Die Veranstaltungen für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren knüpfen an die ersten Erfolge der Spielzeit 2021/22 an. Zu Beginn der Spielzeit 2022/23 hat ein runder Tisch mit Multiplikator:innen aus den Stadtteilen und der Senior:innenarbeit stattgefunden. Hier haben die 20 Teilnehmenden die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zum Ausdruck gebracht. Daran anknüpfend konnte für die Spielzeit 2022/23 ein Veranstaltungskalender entwickelt werden. Es haben zwei offene Vormittagsproben (1.12. MASKENBALL, 34 TN; 14.4. LUSTIGE WITWE, 28 TN) stattgefunden und zwei barrierefreie Führungen (mit je 15 TN) - diese Veranstaltungen waren jeweils nur für die Zielgruppe geöffnet. Ergänzend zu diesen kostenlosen Angeboten sind seit der Spielzeit 2022/23 die Vormittagsvorstellungen (ehemals "Schulvorstellungen") nun zu Vorstellungen "für Jung & Alt" geworden. Damit konnten erstmals Begegnungseinrichtungen mit ihren Gruppen zur für sie gut geeigneten Vormittagszeit zu Vorstellungen in der Werkstatt (LÖWENHERZEN), in der Oper (KINDER DES SULTANS) und im Schauspielhaus (DER STURM) erscheinen. Zusätzlich zu diesen im Spielplan verankerten Terminen konnte die Zusammenarbeit mit einzelnen Seniorenzentren weiter ausgebaut werden. So konnte die Balladenminioper MINA ODER DIE REISE ZUM MEER im Frühjahr 2023 an zwei Außenspielstätten für Seniorinnen und Senioren aufgeführt werden. Bei beiden Vorstellungen im Begegnungszentrum waren jeweils auch Kindergartenkinder aus den benachbarten Kindergärten anwesend. Aufgrund der positiven Resonanz ist eine zunehmende Verstetigung und Institutionalisierung dieser Angebote auch für die kommende Spielzeit geplant. MOVING TOGETHER Das Programm des kooperativen Projekts ‚Moving together‘ wurde von allen beteiligten Parteien – der Stadt Bonn, dem Beethoven Orchester Bonn, den Vereinten Nationen und dem Theater Bonn – gemeinsam durch die Spielzeit 2022/23 begleitet. Insgesamt konnten rund 60 Personen (darunter auch alle internationalen Gäste) erreicht werden, die mit grundlegend positivem Feedback an den einzelnen englischsprachigen Veranstaltungen des Rahmenprogramms teilgenommen haben. Durchaus konnte zwischen den Verantwortlichen der Kooperationsparteien erhöhtes Interesse an einem Zuwachs und mehr Sichtbarkeit in der Zielgruppe für die Spielzeit 23/24 geweckt werden. Das hat zum Weiterdenken des Projekts und dessen Inhalte gefühlt, woraus ein verbessertes Nachfolgeprogramm resultieren konnte. Auch das Verhältnis zu den Vereinten Nationen konnte gestärkt werden und hat durch vorbereitende Treffen ein noch größeres Engagement für zukünftiges Arbeiten bewirkt. OPERNRASEN 2023 Das Ende der Spielzeit 2022/23 wurde mit einem mehrtägigen Programm auf dem Rasen vor dem Opernhaus gefeiert. Anders als in den Jahren davor fand der OPERNRASEN diesmal als ein kurzes Festival statt. Jeden Tag wurde ein anderes Programm für verschiedenste Zielgruppen angeboten, was grundsätzlich auf eine gute Resonanz gestoßen ist. Rückblickend konnte in diesem Rahmen ein durchaus diverses Angebot stattfinden und die Rückmeldungen, die aus stichprobenartigen Befragungen hervorgegangen sind, waren durchweg positiv. Insbesondere beim jüngeren Publikum konnte das Theater Bonn durch ein Mini-Festival, das am Freitag des Opernrasens stattfand und bei dem viele verschiedene Kunstschaffende mit ihren Bands aus dem Raum Köln / Bonn auftraten, auf sich aufmerksam machen. Einige dieser Personen haben sich bereits über verschiedene Vermittlungsangebote der Spielzeit 2023/24 informiert und Interesse geäußert. Zum Abschluss war der Opernrasen Start- und Endpunkt für den Fackellauf der Paralympics, deren Hosttown Bonn gewesen ist.Seite 35 von 70 14 ********** Auf den 2 Schauspielbühnen und den Bühnen von Oper und Tanz (Opernhaus) wurden insgesamt 387 Vorstellungen gezeigt. Hierbei entfielen auf das Musiktheater einschließlich Tanz-Gastspiele 182 und auf das Schauspiel 205 Vorstellungen. Hinzu kamen 28 Veranstaltungen mit freiem Eintritt, davon 15 im Opernhaus und 13 im Schauspielhaus. Dies ergibt eine Gesamtsumme von 415 Veranstaltungen. Die Veranstaltungen des Musiktheaters wurden von 107.245 (Vorjahr 86.531), die des Schauspiels von 42.364 (Vorjahr 38.904) Besucherinnen und Besuchern gesehen. Von den Besucherinnen und Besuchern des Musiktheaters entfielen 85.112 auf Oper, 19.608 auf die Tanzgastspiele. Zudem wurden weitere Veranstaltungen im Foyer der Oper von 1.800 Gästen besucht. Die Veranstaltungen mit freiem Eintritt hatten 725 Besucherinnen und Besucher. Die Veranstaltungen des Schauspiels wurden von 42.364 Besucherinnen und Besuchern gesehen. Von diesen entfielen 30.927 auf den Saal im Schauspielhaus, 82 auf das Foyer im Schauspielhaus und 8.110 schauten Stücke auf der Werkstattbühne in der Oper. Zudem hatten wir 4 Gastspiele mit 1.822 Gästen. Die Veranstaltungen mit freiem Eintritt hatten 1.423 Besucherinnen und Besucher. Das ergibt insgesamt 149.609 (Vorjahr: 125.435) Besucherinnen und Besucher in der Spielzeit 2022/23. Die statistische Auslastung der Vorstellungen betrug im Schauspiel 71,47 % in der Oper einschließlich Tanzgastspiele 76,58 %. Die in der Anlage befindliche Jahresstatistik weist die Veranstaltungen mit freiem Eintritt nicht aus, daher ergibt sich eine Abweichung um diese Summe. ********* Das Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit, welches wir beeinflussen können (also ohne die Gebäude- abschreibungen und die damit verbundene Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage, die zu einem entsprechend auszuweisenden Fehlbetrag führt), fällt besser aus als prognostiziert. Der Jahresüber- schuss in Höhe von 353.248,80 € wird in die satzungsmäßige Rücklage eingestellt. Begründung: Die Produktionen in der Spielzeit 2022/23 sind vom Publikum deutlich besser als prognostiziert ange- nommen worden. Allerdings haben die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die damit einher- gehenden Preissteigerungen weiterhin einen großen Einfluss auf das Theater Bonn. Vorstellungsausfälle aufgrund von Erkrankungen und Kostensteigerungen haben das Ergebnis deutlich beeinflusst. Der bei Aufstellung des Wirtschaftsplanes geschätzte Fehlbetrag konnte durch gewissenhaftes Han- deln und Flexibilität, sowie der Auflösung der Rückstellung für das Kurzarbeitergeld in Höhe von 1 Mio. € und der Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage für Gebäudeabschreibungen deutlich redu- ziert werden und ein Betrag von 353.248,80 € der satzungsmäßigen Rücklage zugeführt werden.Seite 36 von 70 15 II. Wirtschaftsbericht a) Die Vermögens- und Finanzlage einschließlich Investitionen Übersicht Mit Wirkung zum 01. August 1997 wurde das gesamte Anlagevermögen des Teilbereichs OPER einge- bracht. Die Einbringungswerte des Grundvermögens sind im Ratsbeschluss vom 26. Juni 1997 „DS 9700740“ festgeschrieben. Gemäß §§ 1 Abs. 3 und 13 Abs. 2 der Satzung des THEATER DER BUNDESSTADT BONN in der Fassung vom 14.12.2001 ist zur Sicherung des Zwecks der Einrichtung eine satzungsmäßige Rücklage zu bilden, der nicht verbrauchte Zuschüsse und Mehreinnahmen zugeführt werden müssen und die zur Deckung von Fehlbeträgen eingesetzt wird. Im Wirtschaftsjahr 2022/23 wird der Jahresfehlbetrag in Höhe von 387.170,20 € (Vorjahr: Jahresfehl- betrag 1.964.535,17 €) durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage für „nicht zu erstattende Gebäude-Abschreibung“ in Höhe von 740.419,00 € (Vorjahr: 1.017.083,00 €) gedeckt. Daneben ist eine Zuführung in die satzungsmäßige Rücklage in Höhe von 353.248,80 € (Vorjahr: Entnahme: 947.452,17 €) möglich. Die Bilanzsumme des Theaters hat sich im Vergleich zum Vorjahr (VJ) um 1.025,2 Tsd. € vermindert. Die immateriellen Vermögensgegenstände betragen 6,2 Tsd. € (VJ: 7,8 Tsd. €). Der Anteil des Anla- gevermögens an der Bilanzsumme liegt bei 70,8 % (VJ: 70,9 %). Das Umlaufvermögen ist auf 11.791,6 Tsd. € (VJ: 12.034,4 Tsd. €) gesunken. Sein Anteil an der Bilanzsumme liegt nun bei 28,7 % (VJ: 28,6 %). Das Eigenkapital einschließlich Sonderposten sank auf 36.632,5 Tsd. € (VJ: 37.409,7 Tsd. €). Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme beträgt 79,0 % (VJ: 78,0 %). Der Anteil des Fremdkapitals (Verbindlichkeiten) liegt bei 1.782,7 Tsd. € bzw. 4,3 % (VJ: 3,1 %). Die Zahlungsfähigkeit des Theaters war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr zu jedem Zeitpunkt gegeben. Investitionen und Finanzierung Das Ausgabevolumen des Vermögensplanes des Wirtschaftsjahres 2022/23 beträgt 440.000,00 € (Vor- jahr: 440.000,00 €). Im Berichtszeitraum wurden Investitionen in einer Gesamthöhe von 835.379,67 € (Vorjahr: 1.324.060,00 €) getätigt. Die Summe der im Berichtsjahr beschafften „Geringwertigen Wirtschaftsgüter“, beträgt 71.105,24 € (Vorjahr: 54.006,68 €).Seite 37 von 70 16 Zusammenfassung der getätigten Investitionen 2022/23 Softwarelizenzen 3.590,77€ Maschinen und maschinelle Anlagen 51.955,89€ Betriebs- und Geschäftsausstattung - Bühnentechnik und techn. Direktion 112.292,61 € - Theaterwerkstätten 15.266,28 € - Beleuchtung 105.127,24 € - Ton/ Elektroakustik 297.518,74 € - Kostümabteilung/Maske 4.943,19 € - Allgemeine Verwaltung 39.430,20 € - Oper und Schauspiel 16.041,62 € 590.619,88€ Fahrzeuge 88.893,00€ Anlagen im Bau 29.214,89€ Geringwertige Wirtschaftsgüter 71.105,24€ Summe der getätigten Investitionen 835.379,67€ In der Spielzeit 2022/23 wurde die Heizungsanlage der Theaterwerkstätten in Höhe von 45.746,51 € aktiviert. Für die Inspizientenrufanlage wurde ein Betrag von 6.209,38 € nachaktiviert. Die Maßnah- men wurde vom Städtischen Gebäudemanagement betreut und vom Kulturamt der Stadt Bonn finan- ziert. Bauvorhaben und Bauunterhaltung Gemäß Entscheidung des Oberstadtdirektors der Stadt Bonn vom Januar 1988 (s. auch Zuschuss durch die Bundesstadt Bonn) sind seit dem Wirtschaftsjahr 1989/90 erforderliche Ersatz- und Erweite- rungsinvestitionen an den eingebrachten Gebäuden („Dach und Fach“) - soweit diese nicht theater- spezifisch sind - aus dem Vermögenshaushalt der Bundesstadt Bonn zu finanzieren. Auf Basis des Ratsbeschlusses vom 06.07.2017 ist das SGB zuständig, die laufenden Arbeiten für die Bauunterhaltung im Theater Bonn zu gewährleisten. Zuschuss durch die Bundesstadt Bonn Aufgrund der Entscheidung des Oberstadtdirektors der Bundesstadt Bonn (Mitteilung des Dezernates IV vom 12.01.1988 und Vermerk des Amtes 20 vom 05.01.1988) sind hinsichtlich des Umfangs der Verlustübernahme durch die Bundesstadt Bonn folgende Regelungen getroffen worden: - Abschreibungen auf Gebäude und Gebäudebestandteile des Theaters werden nicht in den Zu- schuss, der aus dem städtischen Haushalt finanziert wird, einbezogen. Erforderliche Ersatz- undSeite 38 von 70 17 Erweiterungsinvestitionen sind ab dem Wirtschaftsjahr 1989/90 im städtischen Vermögenshaus- halt zu veranschlagen. Eine Belastung des Theaters mit Zinsen und Tilgung entsteht nicht. - Die Abschreibungen für Betriebseinrichtungen, die nicht Gebäudebestandteil sind, sowie für die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden dagegen in den Zuschuss einbezogen und ohne Beschränkung dem Theater der Bundesstadt Bonn erstattet. - Nicht verausgabte Mittel des Vermögensplanes werden seit dem 01. August 2008 in der Bilanz in einem „Sonderposten für nicht bis zum 31.07. verwendete Zuschüsse der Bundesstadt Bonn“ zu- geführt. - Im Rahmen der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements für Gemeinden im Land NRW (NKF NRW) und im Hinblick auf die gemäß § 2 Abs. 1 NKFEG NRW bestehende Verpflichtung der Bundesstadt Bonn, zum 31. Dezember eines Jahres einen NKF- Gesamtabschluss aufstellen zu müssen, hat die Kämmerei der Bundesstadt Bonn im Wirtschafts- jahr 2008/09 gewünscht, dass das Theater der Bundesstadt Bonn zum 31. Juli 2008 eine Ände- rung des Bilanzausweises vornimmt. In Anlehnung an die Anforderungen des NKF- Gesamtabschlusses der Bundesstadt Bonn, in dem das Theater Bonn voll zu konsolidieren ist, hat das Theater daher zum 01. August 2008 erstmalig einen „Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens“ gebildet und im Berichtsjahr weiter fortentwickelt. - Die vorgenannten Regelungen wurden mit der Zusammenlegung der bis zum 31.07.1997 als kommunaler Regiebetrieb geführten Oper mit dem bestehenden Eigenbetrieb Schauspiel für das Gesamttheater als Eigenbetrieb übernommen. - Der Gesamtbetriebskostenzuschuss wird ab dem Berichtsjahr 2009/10 in einen Zuschuss für lau- fende Ausgaben (Betriebskostenzuschuss, BKZ) und einen Zuschuss für Investitionen (Inves- titionskostenzuschuss, IKZ) aufgeteilt. - Gemäß dem Wirtschaftsplan des Theaters für das Wirtschaftsjahr 2022/23 darf die Theaterleitung über den verbleibenden „Sonderposten für nicht bis zum 31.07. verwendete Zuschüsse der Bundesstadt Bonn(IKZ)“ wie auch über die „Investitionsrücklage“ für nicht geplante, zusätzliche Investitionen frei verfügen. b) Die Ertragslage Die eigenbetriebsähnliche Einrichtung THEATER DER BUNDESSTADT BONN ist ein kommunaler Kulturbe- trieb (ohne eigene Rechtspersönlichkeit), der nicht auf die Erzielung eines Gewinns, sondern auf die Versorgung der Bevölkerung mit dem Kulturgut THEATER ausgerichtet ist. Der Gesamt-Betriebskostenzuschuss für das Theater der Bundesstadt Bonn beträgt gemäß dem geltenden Intendantenvertrag mit Herrn Dr. Bernhard Helmich insgesamt 26.530.700,00 €. Hinzuzu- rechnen ist noch die – geschätzte - Tariferhöhung für 2022/23 in Höhe von 5.114.000,00 €, sodass der städtische Gesamt-Zuschussbetrag insgesamt 31.644.700,00 € beträgt; davon 31.204.700,00 € BKZ und 440.000,00 € IKZ. Die tatsächlich anfallenden Tarifsteigerungen werden während der Laufzeit des Intendantenvertrages mit Herrn Dr. Helmich von der Bundesstadt Bonn übernommen. Im Wirtschaftsjahr 2022/23 beträgt die tatsächliche Tariferhöhung 6.217.247,88 € (VJ: 4.618.934,71 €). Nach der Berücksichtigung der bereits veranschlagten Tariferhöhung von 5.114.000,00 € muss die Stadtverwaltung Bonn an das Theater Bonn einen Betrag von 1.103.247,88 € nachzahlen. Zusätzlich wurden Investitionen in Höhe von 51.955,89 € aktiviert. Der städtische Gesamtzuschuss erhöht sich somit auf 32.799.903,77 €. ************ Das Land NRW hat mit dem Zuwendungsbescheid vom 27. Juni 2022 eine Zuwendung in Höhe von 2.533.120,00 € für das Kalenderjahr 2022 bewilligt, von der ein Betrag in Höhe von 25.000,00 € für theaterpädagogische Maßnahmen einzusetzen ist. Von der vorgenannten Zuwendung entfällt ein Betrag in Höhe von 1.055.470,00 € auf das Wirtschaftsjahr 2022/23.Seite 39 von 70 18 Mit Zuwendungsbescheid vom 13. Oktober 2023 wurde für das Kalenderjahr 2023 eine Zuwendung in Höhe von 2.533.120,00 € bewilligt, von der auf das Wirtschaftsjahr 2022/23 eine Zuwendung in Höhe von 1.477.650,00 € entfällt. Vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW Kultursekretariat Düsseldorf haben wir für die Produktionen zu FOKUS 33 eine Zuwendung in Höhe von 496.050,00 € erhalten. Darüber hinaus hat das Theater Bonn vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW eine Förderung in Höhe von 202.212,33 € für die Kooperation JUNGE OPER RHEIN-RUHR erhalten. Diese Mittel fließen den Kooperationspartnern je nach geförderten Produktionen zu. Im Rahmen des Förderprogramms „NEUSTART KULTUR“ im Programmteil „KULTUR.GEMEINSCHAFTEN“ aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Me- dien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) haben wir für das Projekt SPECULUM MINOR – EINE INTERAKTIVE OPER eine Zuwendung in Höhe von 45.000 € erhalten. Außerdem werden wir vom Freundeskreis des Hauses bei einzelnen Produktionen des Theaters finan- ziell unterstützt. Ergebnis Im Wirtschaftsplan 2022/23 ist eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 740.419,00 € für „nicht zu erstattende Gebäudeabschreibungen“ veranschlagt. Das Wirtschaftsjahr 2022/23 schließt insgesamt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 387.170,20 € (Vorjahr: 1.964.535,17 €) ab, so dass ein Betrag in Höhe von 353.248,80 € (Vorjahr: Entnahme 947.452,17 €) in die satzungsmäßige Rücklage zugeführt wird. Entwicklung der satzungsmäßigen Rücklage Die satzungsmäßige Rücklage hat sich wie folgt entwickelt (Stand jeweils Ende des Wirtschaftsjahres): 2011/12 4.200.527,64 € 2012/13 2.186.532,00 € 2013/14 821.875,98 € 2014/15 854.812,62 € 2015/16 889.628,95 € 2016/17 1.600.070,12 € 2017/18 2.387.263,66 € 2018/19 1.966.712,51 € 2019/20 3.858.502,15 € 2020/21 7.887.046,48 € 2021/22 6.939.594,31 € 2022/23 7.292.843,11 €Seite 40 von 70 19 Die Aktivitäten des Theaters der Bundesstadt Bonn Teilbereich: Musiktheater - Oper/Tanz 1. Neuinszenierungen Oper im Großen Haus Inszenierung Premiere Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Mahagonny 11.09.2022 9 9.000 6.916 76,84% Asrael 16.10.2022 7 6.594 4.038 61,24% Die Kinder des Sultans 13.11.2022 7 6.601 5.751 87,12% Ein Maskenball 11.12.2022 14 14.322 12.031 84,00% Agrippina 29.01.2023 10 10.210 8.201 80,32% Arabische Nachtmusik 11.02.2023 5 4.415 2.021 45,78% Sibirien 12.03.2023 7 7.161 4.406 61,53% Die lustige Witwe 23.04.2023 10 10.230 7.691 75,18% Der singende Teufel 21.05.2023 6 6.002 2.857 47,60% Gesamtergebnis 75 74.535 53.912 72,33% 2. Wiederaufnahmen der Oper im Großen Haus Inszenierung Wiederauf- nahme Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Chicago 19.08.2022 12 12.275 8.640 70,39% Figaros Hochzeit 25.09.2022 6 6.138 4.695 76,49% Gesamtergebnis 18 18.413 13.335 72,42% 3. Sonstige Veranstaltungen der Oper im Foyer Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Matineen 7 1.393 410 29,43% Sitzkissenoper 2 180 180 100,00% Führungen im Opernhaus 25 261 211 80,84% Mina oder die Reise zum Meer 2 180 112 62,22% Nils Karlsson Däumling 8 720 632 87,78% 1001 Takt zwischen Maqam und Oper 1 199 177 88,94% Ein Maskenball: Fagött- lich 1 199 78 39,20% Gesamtergebnis 46 3.132 1.800 57,47%Seite 41 von 70 20 4. Sonstige Veranstaltungen Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Quatsch keine Oper 16 16.283 14.288 87,75% Adventskonzert 2 1.182 864 73,10% Jubiläumskonzert 1 1.023 931 91,01% Operngala 1 1.024 817 79,79% Kehrauskonzert 1 1.023 965 94,33% Gesamtergebnis 21 20.535 17.865 87,00% 5. Tanzgastspiele im Großen Haus Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Tanzgastspiele 22 22.528 19.608 87,04% Gesamtergebnis 22 22.528 19.608 87,04% 6. Veranstaltungen mit freiem Eintritt Inszenierung Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung diverse Veranstaltungen 15 800 725 90,63% Gesamtergebnis 15 800 725 90,63% Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Gesamtergebnis Musiktheater 197 140.043 107.245 76,58% (inkl. Besucher der Tanzgastspiele)Seite 42 von 70 21 Vorstellungen sowie Besucherinnen und Besucher nach Spielstätten Spielstätte Vorstellungszahl Verfügbare Plätze Besucherinnen und Besucher Auslastung 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 Opernhaus 120 136 104.835 136.111 82.998 104.720 79,17% 76,94% Opernhaus, Foyer 32 46 2.760 3.132 1.668 1.800 60,43% 57,47% Opernhaus, Werkstatt- bühne 1 0 90 0 21 0 23,33% 0,00% Außenspielstätten 3 0 1.200 0 1.199 0 99,92% 0,00% Sonderveranstaltungen 15 15 725 800 645 725 88,97% 90,63% Eigene Gastspiele 0 0 0 0 0 0 0,00% 0,00% Gesamt 171 197 109.610 140.043 86.531 107.245 78,94% 76,58% Besucherstatistik Im Berichtsjahr 2022/23 haben insgesamt 107.245 (Vorjahr 2021/22 86.531) Besucherinnen und Besucher die Vorstellungen des Musiktheaters und der Tanzgastspiele gesehen.Seite 43 von 70 22 Besuchsstatistik - Teilbereich: Oper und Tanz Opernhaus Opernhaus Foyer Opernhaus Werkstatt Außenspielstätten Gesamt 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 Abonnentinnen und Abonnenten 10.609 13.772 143 0 0 0 0 0 10.752 13.772 Volksbühne Bonn/ 12.913 12.052 28 41 2 0 0 0 12.943 12.093 Theatergemeinde Bonn Freier Verkauf (inkl. Personal- 58.321 77.008 1.486 1.746 16 0 1.199 0 61.022 78.754 und Gebührenkarten) Freikarten 1.155 1.888 11 13 3 0 0 0 1.169 1.901 Gesamt 82.998 104.720 1.668 1.800 21 0 1.199 0 85.886 106.520 Eigene Gastspiele 0 0 Sonderveranstaltungen 645 725 Summe 86.531 107.245Seite 44 von 70 23 Die Aktivitäten des Theaters der Bundesstadt Bonn Teilbereich: Schauspiel Übersicht über die Inszenierungen (Autoren etc. siehe „Spielzeit im Überblick“) 1. Neuinszenierungen des Schauspiels im Schauspielhaus Inszenierung Premiere Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Medea 38 / Stimmen 09.09.2022 8 3.368 1.048 31,12% Recht auf Jugend 28.10.2022 12 5.051 3.177 62,90% Der Sturm 25.11.2022 15 6.315 4.815 76,25% Der Haken 20.01.2023 13 5.473 4.010 73,27% Hotel Godesberg 10.02.2023 12 5.052 4.030 79,77% Peer Gynt 22.02.2023 8 3.368 2.793 82,93% Blut wie Fluss 31.03.2023 7 2.947 977 33,15% Der aufhaltbare Aufstieg des Arturo Ui 20.05.2023 6 2.526 2.273 89,98% Gesamtergebnis 81 34.100 23.123 67,81% 2. Wiederaufnahmen des Schauspiels im Schauspielhaus Inszenierung Wiederauf- nahme Anzahl Angebot Besucherinnen und Besucher Auslastung Unsere Welt neu Denken 08.10.2022 9 3.789 2.985 78,78% Onkel Wanja 14.10.2022 3 1.263 353 27,95% Kleiner Mann-Was nun? 08.12.2022 4 1.684 1.129 67,04% Istanbul 16.12.2022 8 3.366
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de