232242 · Mitteilungsvorlage
Bericht zum Forschungsprojekt "Zugang zu Wasser, Toiletten & Hygiene für Menschen ohne Obdach"
Kerndaten
- Nummer
- 232242
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 08.12.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 232242 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 50 Amt für Soziales und Wohnen Dezernat: Dez. V Bericht zum Forschungsprojekt "Zugang zu Wasser, Toiletten & Hygiene für Menschen ohne Obdach" Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 17.01.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Verwaltung informiert über das Forschungsprojekt "Zugang zu Wasser, Toiletten & Hygiene für Menschen ohne Obdach". Die Projektleiterin, Frau Dr. Carmen Anthonj von der Universität Twente En- schede, Niederlande, stellt den Bericht vor (s. Anlagen). Anlage/n 1 Anthonj et al._Wasser Gesundheitsunsicherheit_Bonn_deutsch_6Dec2023 PF A3 (öffentlich) 2 Wasserprojekt Infoblatt (öffentlich)Seite 1 von 27 21 SEPTEMBER 2023 WASSER- UND GESUNDHEITSUNSICHERHEIT WOHNUNGSLOSER MENSCHEN IN DEUTSCHLAND HERAUSFORDERUNGEN UND POTENTIELLE LÖSUNGEN. CARMEN ANTHONJ, JOHANNES FLACKE, SARAH STANGLOW, ASTRID LEINEN, SEBASTIAN JENDREK, KASANDRA MINGOTI POAGUE, MELINA FISCHER, SHARAI SHURO, NELLY GRUNWALDSeite 2 von 27 MOTIVATION UND FORSCHUNGSIDEE • Wasser, Toiletten und Hygiene (WASH) zur Gesundheitsförderung • Gebunden an Wohnsitz mit Verantwortung beim Eigentümer/ Vermieter • Menschen ohne festen Wohnsitz sind ausgeschlossen, angewiesen auf Unterkünfte und öffentliche Angebote • Gesellschaftliche Relevanz – Entwicklungsziel 6, Menschenrecht • Bedürfnisse nicht erfüllt; Wasser- und Gesundheitsversorgung nicht erforscht • Komplikation der Situation und Zusammenbruch der benötigten Infrastruktur während Extremwetterereignissen 2Seite 3 von 27 Partizipative Planung mit Menschen, die von Wohnunslosigkeit betroffen sind Klimaresistente Wasser-, Sanitär-, Hygiene- und Gesundheits- infrastruktur Gesundheitsförderung vulnerabler Bevölkerungsgruppen in Ländern mit hohem EinkommenSeite 4 von 27 Forschungsdesign und MethodenSeite 5 von 27 Theorieentwicklung Unsicherheits- erfahrungen Handlungs- empfehlungen Zielsetzungen Methodik Analyse/ Ergebnisse UNSICHTBARE BEVÖLKERUNG & PROBLEME EINE EXPLORATIVE STUDIE Verständnis von Wasser- und Gesundheitsherausforderungen von Menschen ohne festen Wohnsitz insb. im Hinblick auf die Zugang zu WASH bei Extremwetterereignissen Co-Design von Methoden und Techniken unter Einbezug von Menschen ohne festen Wohnsitz als Hauptakteure Gemeinsam geeignete Interventionen identifizieren durch partizipatives & inklusives Mapping . Infrastruktur- Mapping 6Seite 6 von 27 Co-Design von Methoden und Techniken unter Einbezug von Menschen ohne festen Wohnsitz als Hauptakteure Gemeinsam geeignete Interventionen identifizieren durch partizipatives & inklusives Mapping . Grounded theory Objective Methodological approach Analysis/result Understanding water and health challenges of homeless communities, esp. with regard to accessibility of WASH during extreme weather events . 7 Von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen und ihre Dienstleister*innen Zur Verfügung stehende WASH Infrastruktur [HRTWS] UNSICHTBARE BEVÖLKERUNG & PROBLEME EINE EXPLORATIVE STUDIE Unsicherheits- erfahrungen Handlungs- empfehlungen Infrastruktur- MappingSeite 7 von 27 7Seite 8 von 27 8Seite 9 von 27 9Seite 10 von 27 10Seite 11 von 27 11Seite 12 von 27 Ergebnisse aus der Literatur und Interaktionen mit >50 Menschen (ehemals) ohne festen WohnsitzSeite 13 von 27 HERAUSFORDERUNGEN VERSTEHEN 9 • Frauen sind besonders vulnerabel • Mangelnde Representation und Datenlücken verhindern Verbesserung der SituationSeite 14 von 27 “Im Stadtzentrum fehlen frei verfügbare Toiletten. Es gibt nur zwei, und die sind nicht hygienisch. Da stellt sich mir die Frage ich lieber nach draussen gehe, denn das finde ich hygienischer und sauberer.” (e1) “Da hängt immer das Damoklesschwert über dir […] Wildpinkeln ist teuer und neben finanziellen sind da emotionale Kosten.” (m4) “Für eine Frau während ihrer Periode ist es schwierig. Da willst du dich jeden Tag waschen. Sich nicht waschen zu können ist wirklich, wirklich schlimm.” (f2) “Wenn es besonders heiss oder besonders kalt ist, das ist echt beschissen. Wenn du kein Geld hast, hast du ein Problem. Dann kannst du dich nirgendwo waschen.” (f11) “Das städtische Wassermanagement dreht das Wasser an öffentlichen Trinkwasserspendern im April auf, und im Oktober zu.” (e1) “Manche waschen sich im Sommer im Rhein.” (f7) UNSICHERHEIT BZGL WASSER, TOILETTEN, HYGIENESeite 15 von 27 “Es gibt zu wenige Brunnen und Trinkwasserspender.” “Wenn im Sommer jemand ohnmächtig wird, [...] ist das nicht weil er zu viel Alkohol getrunken hat, sondern weil wir nicht viel Wasser haben.” “Ich habe nicht viel Hilfe erfahren [während einer Hitzewelle].” “Ich bekomme einen Hitzeschock etwa alle drei Tage, und ich verbringe sie damit, mich zu übergeben.” “Ich war beim Militär, ich war in Afghanistan. Und sogar da gab es Plumpskos die sauberer waren als die Toiletten in Obdachlosenheimen.” “Wenn du in Geschäften fragst [nach Wasser], versuchen sie dir Sprudelwasser zu verkaufen, statt dir Leitungswasser zu geben.” “[Während einer Hitzewelle] wasche ich mein Tshirt im Brunnen, um es nass zu machen und mich abzukühlen.” UNSICHERHEIT WÄHREND HITZESeite 16 von 27 INFRASTRUKTURMAPPING & INSPEKTION Existenz versus HRTWSSeite 17 von 27 ZUGANG & QUALITÄT VON WASH Zugang zu Toiletten Qualitaet / Sauberkeit Öffentlich Semi-öffentlich Begrenzt Barrierefrei Sauber Ueberwiegend sauber Nicht sauber Kein Desinfektionsmittel Warmes WasserSeite 18 von 27 LÖSUNGSVORSCHLÄGE • Öffnung unzugänglicher Infrastruktur • Verbesserung und/oder Anpassung bestehender Infrastruktur • Bau zusaetzlicher “smarter”, integrierter Infrastruktur, zB WASH Kioske mit Automaten • Kommunikation von Informationen, z.B. durch KartenSeite 19 von 27 Diskussion, Fazit, nächste SchritteSeite 20 von 27 KEIN NEUES PROBLEM DOKUMENTE DER STADT BONN Allgemeine landesweite Anerkennung der Verschlechterung der Lebenssituation von Menschen, die im Sommer wohnungslos sind (Hitzewellen, Zugang zu Wasser, Toiletten usw.) Kontext von Bonn: ▪ Nachhaltiges Anpassungskonzept und Informationen zu Hitze (ohne explizite Erwähnung wohnungsloser Menschen) ▪ Viele Initiativen, die versuchen, den steigenden Temperaturen und ihren Auswirkungen in der Stadt entgegenzuwirken, z. Bonn4FutureSeite 21 von 27 AUSBLICK • Wohnungslosigkeit und ihre Folgen • Gesundheitsrisiken und Notwendigkeit der Bereitstellung von Wasser, Toiletten, Hygiene • Soziale Gerechtigkeit und Hilfe durch Sozialarbeiter und Streetworker • Herausforderung in Datenerhebung mit Menschen ohne festen Wohnsitz • Wert lokalen Wissens und Empfehlungen, Einbezug betroffener Personengruppe • Eigentliche Lösung: Verbesserung Wohnsituation, anderer Problemfelder und Weg zurück • Wohnungsmarkt in Deutschland – Energiespargesetze, Mietraum, Wohnungsbau • Wachsende Armut in Städten, Zunahme der Obdachlosigkeit • Zunahme von Extremwetterereignissen, Hitzewellen, Hochwasser etc.Seite 22 von 27 APPELL Umsetzung kurz-, mittel- und langfristiger WASH Lösungen und Bereitstellung von Wohn- und SchutzräumenSeite 23 von 27 DANKE CARMEN ANTHONJ (UT-ITC) MELINA FISCHER (UNI BONN) JOHANNES FLACKE (UT-ITC) LISA FLEMING (USC) NELLY GRUNWALD (VFG) SEBASTIAN JENDREK (VFG) ASTRID LEINEN (CARITAS) KASANDRA I.H.M. POAGUE (UT-ITC) SHARAI SHURO (UT-ITC) SARAH STANGLOW (VFG) JODI STURGE (UT-ET) Kontakt: Dr. Carmen Anthonj Lehrstuhl Wasser, Gesundheit und Entscheidungsfindung Universität Twente, Enschede, Niederlande Email: c.anthonj@utwente.nlSeite 24 von 27 HERAUSFORDERUNG RADIUS EINES MENSCHEN OHNE FESTEN WOHNSITZ 24 4 ▪ Nichtteilnahme: Angst vor Stigmatisierung/Verurteilung. ▪ Unvorhersehbare Lebensrealitäten, externe Kontrolle. ▪ Informationsaustausch: mangelnde Konzentration. ▪ Begrenzte Durchführbarkeit: Logistik, Unzulänglichkeitsgefühl. ▪ Soziale Isolation, Trennung/Misstrauen gegenüber Autoritäten.Seite 25 von 27 25 Empirical research Code Subcode In-depth interviews with PEH Arts-based research & group discussions with PEH Expert interviews with service providers Spot check of WASH infrastructure Water Availability x x x x Accessibility x x x Affordability x x x Acceptability x x Quality and safety x x Sanitation Availability x x x x Accessibility x x x x Affordability x x x x Acceptability x x x x Quality and safety x x x x Open defecation x x x x Hygiene Availability x x x x Accessibility x x x Affordability x x x Acceptability x x x Quality and safety x x x Menstrual hygiene management x x Waste Waste x x x Women Women x x Health Addiction x x x Mental x x x Physical x x Weather Cold x x x Heat x x x Flood x Gender Gender x x x Stigma Stigma x x x Recommendation Recommendation x x x 15 ANALYSE UND TRIANGULATIONSeite 26 von 27 Zugang zu Wasser, Toiletten & Hygiene für Menschen ohne Obdach In unserem Forschungsprojekt „Zugang zu Wasser, Toiletten & Hygiene für Menschen ohne Obdach in Bonn“ wollen wir die Herausforderungen der unsicheren Trinkwasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken verstehen, denen Menschen in Obdachlosigkeit ausgesetzt sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie extreme Wetterereignisse (Hitzewellen, Kälteperioden, Starkregen) die Situation zusätzlich erschwert. Wir wollen Menschen, die in Obdachlosigkeit leben, und deren Vertreter, von Beginn an als Experten in unsere Forschung miteinbeziehen. Nur so können wir gemeinsam die Situation verstehen und entscheiden, welche Forschungsmethoden am geeignetesten sind. Und nur gemeinsam können wir Verbesserungsvorschläge entwickeln, die wir der Stadt Bonn und anderen Entscheidungsträgern vorlegen wollen, um in Zukunft zur Verbesserung der Situation beizutragen. Wir bitten euch, an unserer Forschung mitzuwirken, und uns Wasser- und Gesundheitsherausforderungen während eines gemeinsamen Stadtspaziergangs zu zeigen. Wir wollen uns öffentlich zugängliche Wasserspender und Toiletten ansehen und mit einer Checkliste Informationen über ihren Zustand erfassen. Mithilfe eines Kartierungsgerätes (siehe Photo), mit dem wir eine digitale Zeichnung der Stadt Bonn anfertigen, wollen wir diese auf einer Karte sichtbar machen. Wir wollen auch sichtbar machen, wo genau diese Infrastruktur fehlt / notwendig wäre. Auf dieser Grundlage veranschaulichen und diskutieren wir Herausforderungen, Bedürfnisse, und Verbesserungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse sollen der Stadt Bonn vorgelegt und mitgeteilt werden. Eure Teilnahme an dieser Forschung ist vollkommen freiwillig. Die während der Forschung gesammelten Informationen werden streng vertraulich behandelt. Wollt ihr nach anfänglicher Zustimmung doch nicht weitermachen, können wir die Teilnahme jederzeit beenden und bereits gesammelten Informationen löschen. Mitwirkende sind Projektleiterin und Forscherin Carmen Anthonj, die Interviews führt, Wasserspender und Toiletten inspiziert, partizipativ Karten auf Papier zeichnen lässt und Fachliteratur analysiert, Forscher Johannes Flacke, der die digitale Kartierung leitet und ebenfalls Infrastruktur inspiziert, und zwei Studierende die über den VfG angestellt werden sollen (Mai- November 2023, jeweils 10-15 Stunden pro Woche), die uns mit einer Sichtung und Analyse von Zeitungsartikeln (inkl. fiftyfifty) und hinsichtlich Wasser- und Sanitaerversorgungsstruktursanalyse unterstützen, wird eure Information mit niemandem geteilt. Zu Ende des Projekts, im Januar 2024, werden alle persoenlichen Daten gelöscht. Ergebnisse sollen in der fiftyfifty, in einem Projektbericht, und später als Fachartikel veröffentlicht werden. Wenn ihr gerne mitmachen wollt, meldet euch bei uns – wir freuen uns. Dr. Carmen Anthonj, Universität Twente, Enschede, Niederlande Tel: 017684527473, Email: c.anthonj@utwente.nlSeite 27 von 27
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:22 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de