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232241 · Mitteilungsvorlage

Wirtschaftsplan 2024 des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV)

Nummer
232241
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
02.02.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 13.03.2024 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
232241
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue-
rung
Dezernat:
Dez. OB
Wirtschaftsplan 2024 des
Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV)
Beratungsfolge
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
13.03.2024 Kenntnisnahme
Sachverhalt
Die Verbandsversammlung des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) hat in
seiner Sitzung am 01.12.2024 den Wirtschaftsplanentwurf 2024 und die
mittelfristige Finanzplanung zur Kenntnis genommen und den Wirtschaftsplan
2024 in der vorgelegten Form mit einem vorläufigen Wasserpreis von 85,37
Cent/m³ beschlossen.
Der Zweckverband WTV
Der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) ist eine Körperschaft des öffentlichen
Rechts und ein Wasser- und Bodenverband im Sinne des Gesetzes über
Wasser- und Bodenverbände (Wasserverbandsgesetz) vom 12.02.1991. Die
Hauptaufgabe des Verbands ist die Beschaffung und Bereitstellung von
Trinkwasser für die Verbandsmitglieder und aufgrund gesonderter
Vereinbarung angeschlossene Nichtverbandsmitglieder.
Mitglieder des Zweckverbandes sind die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und
die Stadt Siegburg. Weitere Abnehmer des Talsperrenwassers sind die die
Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen, die Gemeinde Grafschaft sowie
der Zweckverband Eifel-Ahr im Landkreis Ahrweiler.
Die Mitgliedsbeiträge werden gemäß § 21 der Verbandssatzung ermittelt,
indem die nicht durch sonstige Erträge gedeckten Aufwendungen der gesamten
Wasserversorgungsanlagen entsprechend der tatsächlichen Wasserlieferung
aufgeteilt werden.
Die Bundesstadt Bonn ist mit einer Stimme in der Verbandsversammlung des
WTV vertreten.
Öffentlichkeit/ Bekanntmachung
Der WTV kommt seinen rechtlichen Vorgaben nach, als dass die
Rechnungslegung der Aufsichtsbehörde gemeldet wird. Darüber hinaus hält derSeite 1 von 82
Seite 2
WTV (u.a.) einen jährlichen Bericht auf der Homepage www.wahnbach.de
bereit.
Wirtschaftsplan 2024
Wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hat die tatsächliche
Wasserabgabemenge. Der Wahnbachtalsperrenverband arbeitet nach dem
Kostendeckungsprinzip, d. h. es dürfen keine Gewinne erzielt werden.
Erwartet 2023
Für das laufende Geschäftsjahr 2023 wird von den Wasserabnehmern des
WTV ein Wasserabsatz von 44,8 Mio. m³ erwartet. Gegenüber der Planung für
das Jahr 2023 bedeutet dies eine Reduzierung um rund 1,62 Mio. m³ (= -3,5
%).
Planjahr 2024
Für die Jahre 2024 ff. wurde bei den Planungen eine jährliche Absatzmenge
von 44,94 bis 45,29 Mio. m³ unterstellt. Die Plandaten beruhen dabei auf den
Angaben der Verbandsmitglieder bzw. der zu beliefernden
Versorgungsunternehmen.
Die wesentlichen Aufwandspositionen bilden ab 2024 neben den
Personalkosten und dem Kapitaldienst in Form von Abschreibungen und
Zinsen, die Energiekosten sowie die Materialaufwendungen und
Dienstleistungen zur Unterhaltung aller Anlagen beim WTV.
Der für 2024 ermittelte Wasserpreis für die Verbandsmitglieder beläuft sich bei
einer Abgabemenge von 44,94 Mio. m³ auf 85,37 Cent/m³. Für die Folgejahre
weist die mittelfristige Planung einen Abgabepreis zwischen 80,16 und 81,57
Cent je m³ aus.
Der Investitionsplan für investive Baumaßnahmen ist mit rd. 7 Mio. Euro (Vj. 5,4
Mio.€) geplant.
Anlage/n
1 WTV_Jahresbericht_2022_web (öffentlich)Seite 2 von 82
Wahnbachtalsperrenverband
Für die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr
JAHRESBERICHT
2022Seite 3 von 82
1. VORWORT
Grußwort der Geschäftsführung 5
2. TOPTHEMEN
Zukunftswald: Kooperation rhenag, WTV & TU München 8
WTV Intranet 11
3. DATEN UND FAKTEN
Alles auf einen Blick:
- Personal 14
- Arbeitssicherheit 16
- Finanzen 17
Versorgungsgebiet 18
Gremien des Verbandes und Organe 19
4. ATTRAKTIVER ARBEITGEBER
IN DER REGION
Betriebliches Gesundheitsmanagement,
Dienstvereinbarung „Besondere Anlässe“ – Prämien 22
Ausbildungsmöglichkeiten 23
5. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Mitarbeiterveranstaltungen,
Erweitertes Bildungsangebot 26
Wasserthekeneinsätze 2022 27
JAHRESBERICHT 2022Seite 4 von 82
3
WAHNBACHTAL-
SPERRENVERBAND
6. AKTUELLES RUND
UMS TRINKWASSER
Gewinnung
- Pegelstände Talsperre 30
- Entnahmemengen 32
Verteilung
- Abgabemengen 33
- Spitzenabgaben 35
Qualität
- Wasseranalyse 36
7. RESSOURCENSCHUTZ
Wasserschutzgebiete 40
Kooperation Landwirtschaft 43
Gewässerschonende Forstbewirtschaftung 47
Sicherung Wasserschutzzone 1 47
Gewässeruntersuchungen 48
Grundwasserstände 54
Forst- und Landschaftspflege 56
Leitungstrassen 61
8. LABORATORIEN
Aufgaben 64
Aktuelles aus dem Labor
- Umbau Lüftungsanlage 64
- Modernisierung der Analysentechnik Limnologie 66
Akkreditierung 67
9. WICHTIGE BEGLEITPROJEKTE
Energiemanagement 70
Bauprojekte/Instandhaltungsmaßnahmen 74
JAHRESBERICHT 2022Seite 5 von 82
01
4
ALLES AUF EINEN BLICK
DER WAHNBACHTAL-
SPERRENVERBAND
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Rechtsgrundlage Gesetz über Wasser- und Bodenverbände (Wasserverbandsgesetz – WVG)
Satzung des Wahnbachtalsperrenverbandes
Hauptaufgabe Beschaffung und Bereitstellung von Trinkwasser für die Verbandsmitglieder und
aufgrund gesonderter Vereinbarung angeschlossene Nichtverbandsmitglieder
Verbandsmitglieder Bundesstadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis, Kreisstadt Siegburg
Aufsichtsbehörde Bezirksregierung Köln
Finanzierung Kostendeckungsprinzip (Mitgliederbeiträge, Darlehen)
Versorgungsgebiet Bonn/Rhein-Sieg/Ahr (siehe Karte Versorgungsgebiet auf Seite 18)
IMPRESSUM
Herausgeber/Redaktion: Wahnbachtalsperrenverband
Siegelsknippen, 53721 Siegburg
Fotos: Wahnbachtalsperrenverband, Adobe Stock
Druck: 750 StückSeite 6 von 82
01. VORWORT
5
Ludgera Decking
VORWORT
WTV-GESCHÄFTSFÜHRERIN
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie halten den Jahresbericht 2022 des Wahn-
bachtalsperrenverbandes in den Händen, der
Ihnen Einblick in die Arbeit und Herausforderun-
gen gibt, denen wir uns in diesem Krisenjahr täg-
lich gestellt haben, um qualitativ hochwertiges
Trinkwasser in die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr
liefern zu können.
Deshalb gilt zunächst mein besonderer Dank al-
len Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des WTV
für ihr ausgesprochen großes Engagement. Ohne
deren Einsatz könnten die Aufgaben der Trink-
wasserversorgung für unsere Region nicht be-
wältigt werden.
Die vergangenen drei Jahre sind sicherlich nicht
spurlos an uns vorbeigegangen. Die Corona-Pan-
demie hat vieles verändert. Einiges davon wird in
ein paar Jahren in Vergessenheit geraten sein, ei-
niges aber auch weiterhin in Erinnerung bleiben.
Nie waren Flexibilität, Spontanität und Improvisa-
tion so gefragt wie in dieser Zeit, sie bestimmten
plötzlich maßgeblich unseren Arbeitsalltag.
Da der Wahnbachtalsperrenverband als Betrei-
ber kritischer Infrastruktur eine besondere Ver-
antwortung trägt, wurden seit Beginn der Pan-
demie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen
und immer streng an die gesetzlichen Vorgaben
angepasst, um die uneingeschränkte Versor-
gungssicherheit während der gesamten Krise
aufrechtzuerhalten.
Und als wir nach der langen Zeit der Pandemie
und den damit verbundenen Einschränkungen
hofften, wieder zu Normalität zu gelangen, da
hat uns, so wie die gesamte Energie- und Wasser-
branche, der russische Überfall auf die Ukraine
vor neue Herausforderungen gestellt.
Die Auswirkungen dieses Angriffskriegs zeigten
uns deutlich, wie gefährlich Abhängigkeit für die
Versorgungssicherheit ist. Die Folgen des Krie-
ges, deutlich steigende Energiepreise, besonders
die für Strom, aber auch steigende Preise für
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie teilweise
Lieferengpässe, hatten und haben direkten Ein-
fluss auf den Arbeitsalltag und letztendlich Aus-
wirkungen auf den Wasserpreis, wovon wir alle
direkt betroffen sind.
Was der WTV und seine Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter trotz aller widriger Umstände im Jahr
2022 geleistet haben, erfahren Sie auf den nächs-
ten Seiten.
Ihre
L U D G E R A D E C K I N G
GUT AUFGESTELLT AUCH IN BEWEGTEN ZEITENSeite 7 von 82
TOPTHEMEN
02Seite 8 von 82
„Es soll herausgefunden werden,
wie angesichts der Klimaerwärmung ein
zukunftsfester Wald
beschaffen sein muss.“Seite 9 von 82
02
8
ZUKUNFTSWALD
VON WTV UND RHENAG
GEMEINSCHAFTSPROJEKT ERFORSCHT
ANPASSUNG DES WALDES AN DEN KLIMAWANDEL
Foto von links
beim Pressetermin Prof. Hans Pretzsch (TU München), Hans-Jürgen Weck (rhenag-Vorstand), Ludgera Decking (Geschäftsführerin WTV),
Catharina Friedrich (rhenag-Vorstand) und Stefan Rosemann (Siegburgs Bürgermeister)
Mit der Enthüllung einer Informationstafel neben einer zirka vier Hektar großen Fläche
des WTV startete Anfang des Jahres 2022 das Projekt „Zukunftswald“,
das gleichzeitig das NRW-weit Erste seiner Art ist.Seite 10 von 82
9
02. TOPTHEMEN
Die rhenag hatte das Projekt zum 150-jährigen Bestehen ihres
Unternehmens initiiert und im WTV den perfekten Partner gefun-
den. Unsere Fläche im Wasserschutzgebiet musste wieder aufge-
forstet werden. Gleichzeitig suchten rhenag und die TU München
eine geeignete Forschungsfläche. Und weil auch für uns Erkennt-
nisse über klimaresistente Wälder aus der Perspektive des Ge-
wässerschutzes wichtig sind, profitieren alle davon. Es soll her-
ausgefunden werden, wie angesichts der Klimaerwärmung ein
zukunftsfester Wald beschaffen sein muss. Um diese Frage fun-
diert beantworten zu können, wurde die TU München, eine der
renommiertesten Universitäten auf dem Gebiet der Waldwachs-
tumsforschung mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt.
Unter deren Anleitung wurden bereits im Herbst 2021 auf der
Fläche des WTV 12.000 Setzlinge gepflanzt. Wechselweise Trau-
beneichen und Weißtannen. In 15 Parzellen wurden dabei ver-
schiedene Mischverhältnisse der Baumarten und Pflanzdichten
angelegt. Die unterstellte Widerstandsfähigkeit sowie die Stärken
im Zusammenspiel von Traubeneiche und Weißtanne soll nun
verifiziert werden. Da Mischbestände häufig eine höhere Wider-
standsfähigkeit gegenüber Störungen und eine höhere Diversität
als Reinbestände aufweisen, sind sie ein wichtiger Baustein in der
Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel.
Das Forschungsprojekt ist langfristig angelegt und wird über
zehn Jahre von der TU ausgewertet. Mit dem Zukunftswald soll
das langfristige Zusammenwirken zweier Baumarten hinsichtlich
Kohlenstoffbindung, Resilienz und Diversität untersucht werden.
Die Ergebnisse werden in Empfehlungen für den Waldumbau und
die Behandlung von Mischbeständen in der Rhein-Sieg-Region
sowie an der Wahnbachtalsperre und dem nördlichen Westerwald
münden.Seite 11 von 82
10
02
Ziel war, dass es für mehr Übersichtlichkeit und Transparenz
als das alte Intranet sorgt, die einzelnen Abteilungen ihre Auf-
gaben und Mitarbeiter vorstellt, die abteilungsübergreifende
Kommunikation fördert und immer alle Mitarbeiter auf dem
neuesten Stand der Aktivitäten innerhalb des WTV und der
verschiedenen Fachbereiche hält. Außerdem war Vorgabe, das
Intranet als Werkzeug und Hilfe im Arbeitsalltag zu konzipieren,
um Abläufe zu vereinfachen.
Selbstverständlich sollte und soll das Intranet nicht nur wichtige Ba-
sisinformationen liefern, um den Arbeitsalltag zu erleichtern, son-
dern auch den internen Informationsfluss verbessern. Daher wurde
geplant, dass alle Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit be-
kommen, über neue Projekte, Aufgaben oder Veränderungen aus
ihren Arbeitsbereichen zu berichten, die dann tagesaktuell aufbe-
reitet und ins Intranet eingestellt werden. Des Weiteren Fotos und
kleine Filme oder Videosequenzen, die die Seiten noch interessan-
ter machen.
Als Mammutaufgabe und ganz besondere Herausforderung erwiesen sich
die Vorbereitungen zur Implementierung eines neuen, optisch ansprechenden und
leicht zu handhabenden Intranets des WTV.
NEUES INTRANET AUF DEN WEG GEBRACHT
INFORMATIONEN GESAMMELT, GESICHTET UND GEORDNETSeite 12 von 82
11
02. TOPTHEMEN
Zunächst hatte die vom WTV beauftragte pietzpluswild GmbH eine
Befragung gestartet, mit deren Hilfe die jeweiligen Bedarfe der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermittelt und gebündelt wurden.
In Abstimmung zwischen der Abteilung IT und Agentur entschied
man sich für das Content Management System Typo 3. Mit diesem
arbeitet die Abteilung Recht & Kommunikation auch, um Inhalte
seiner Internet-Präsenz zu verwalten. Die Abteilung ist damit ver-
traut und die Implementierung und Pflege des Intranets kann so-
mit auch intern erfolgen.
Im nächsten Schritt wurde umfangreiches Material aus den
Abteilungen gesammelt, gesichtet, was vom alten Intranet über-
nommen werden konnte und was neu zu erstellen war. Und
schließlich musste alles implementiert werden.
Die Abwicklung des Projekts erwies sich als sehr zeitintensiv und
erstreckte sich über mehrere Monate. Wie geplant konnte das
neue Intranet dann aber pünktlich zum Januar 2023 an den Start
gehen und zur Nutzung freigegeben werden.Seite 13 von 82
Seite 14 von 82
DATEN UND
FAKTEN
03
„Neben der Entwicklung
der Führungskräfte stand
auch die Förderung von
Meister-/Techniker-
oder IHK-Abschlüssen
von Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern
weiterhin im Fokus.“Seite 15 von 82
14
03
ALLES AUF EINEN BLICK
PERSONAL & FINANZEN
ALLGEMEINE PERSONALTHEMEN
Der Personalbereich war im Jahr 2022 mit einigen gesetzlichen
Änderungen befasst. Zum Beispiel mit der Vorbereitung und Um-
setzung der neuen Arbeitsbedingungenrichtlinie zum 01.08.2022
oder der Vorbereitung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbe-
scheinigung ab 01.01.2023 und der damit verbundenen Änderung
der Prozessabläufe.
Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Personalarbeit im Jahr
2022 war das Thema „Rente“. Auch wenn wir die Altersstruktur in
den letzten Jahren durch gezielte Maßnahmen senken konnten,
bewegt sich das Gros der Belegschaft nach wie vor im rentenna-
hen Altersbereich. Wir haben dem Wunsch der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter entsprechend in Zusammenarbeit mit der Rhei-
nischen Zusatzversorgungskasse – unserem Dienstleister für die
Umsetzung der betrieblichen Altersversorgung – mehrere Renten-
beratungstermine angeboten. Daraus resultierend haben wir eini-
ge Altersteilzeitverträge unter Berücksichtigung unseres Tarifver-
trages TV FlexAZ (Tarifvertrag zu flexiblen Arbeitszeitregelungen
für ältere Beschäftigte) abgeschlossen.Seite 16 von 82
Abbildung
Im Workshop erarbeitete
Führungsleitlinien.
Fotos
Informationsstand „Talente im Dialog"
im Rhein Sieg Forum.
03. DATEN UND FAKTEN
15
PERSONALENTWICKLUNG
Über die bedarfsorientierte Durchführung von Weiterbil-
dungsmaßnahmen hinaus wurde auch die Trainingsreihe
für Führungskräfte fortgesetzt. Die beinhaltete neben Work-
shops zu einzelnen Führungs- beziehungsweise Mitarbeiter-
gesprächsthemen im Jahr 2022 auch Workshops zum Thema
„gesundes Führen“. Resultierend aus den in 2021 verstärkten
Aktivitäten im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsma-
nagements. Hierbei ging es neben der Sensibilisierung hin-
sichtlich der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter für die Führungskräfte auch um den Umgang mit der
eigenen Gesundheit.
Darüber hinaus wurden die in 2019 erstmalig veröffentlich-
ten Führungsleitlinien in 2022 in einem gemeinsamen Work-
shop mit allen Führungskräften des Wahnbachtalsperrenver-
bandes einem Review unterzogen.
Zudem wurde im Bereich Personalentwicklung im Jahr 2022
eine Masterarbeit mit dem Thema „Was benötigt eine neue
Führungskraft beim Wahnbachtalsperrenverband?“ betreut.
Hieraus konnten gewinnbringende Erkenntnisse für die wei-
tere, speziell auch interne Personalentwicklung gewonnen
werden. Neben der Entwicklung der Führungskräfte stand
auch die Förderung von Meister-/Techniker- oder IHK-Ab-
schlüssen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin
im Fokus.
PERSONALRECRUITING/PERSONALMARKETING
In 2022 wurden im Rahmen des Recruitings vorrangig
bedingt durch Renteneintritte beziehungsweise Nachfolge-
planung, achtzehn Stellen ausgeschrieben und erfolgreich
besetzt.
Darüber hinaus haben wir im September 2022 erstmals an
der Berufsstarterbörse „Talente im Dialog“ in Siegburg teil-
genommen. Diese Messe ist durch den Rhein-Sieg-Kreis
initiiert und bietet allen namhaften Unternehmen der Region
die Möglichkeit, sich ausbildungsinteressierten Schülerinnen
und Schülern zu präsentieren. Der Wahnbachtalsperrenver-
band war dort mit einem Messestand durch den Bereich
Personalentwicklung vertreten und wurde bei der Ansprache
der potenziellen Auszubildenden auch durch eigene Auszu-
bildende unterstützt.Seite 17 von 82
16
03
PERSONALREPORTING
*inkl. Auszubildende
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter* Anzahl
Personalstand zum 31.12.2022 240
Eintritte 35
Austritte 23
davon Renteneintritte 5
davon Ablauf Befristung 5
davon Azubis ohne Übernahme 2
davon Kündigungen 12
Beschäftigtenstruktur*
Durchschnittl. Betriebszugehörigkeit in Jahren 15
Durchschnittsalter in Jahren 43
Anteil Frauen (%) 30% 73
Anteil Männer (%) 70% 167
Anteil Teilzeit (%) 17% 40
Anteil Schwerbehinderte (%) 6,86% 14
Ausbildung
Auszubildende zum 31.12.2022 24
Starterinnen und Starter Ausbildung 9
Absolventinnen und Absolventen Ausbildung 5
Übernahmequote Auszubildende (%) 60%
ARBEITSSICHERHEIT
Bereits seit Anfang 2022 wurden wir im Bereich der Arbeits-
sicherheit durch den lokal ansässigen Dienstleister Rescue-
Service unterstützt. Im Rahmen des Vergabeverfahren und
resultierend aus dieser sehr guten Zusammenarbeit haben
wir uns dafür entschieden, auch im Rahmen der arbeits-
medizinischen Betreuung die Dienste von RescueService in
Anspruch zu nehmen.
Auch im Bereich der Arbeitssicherheit wurden die Digitalisie-
rungspläne des Wahnbachtalsperrenverbandes fortgeführt.
Die bereits bestehende Software AuditorPlus wurde im Jahr
2022 weiter ausgerollt, sodass nun alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter dort ihre Unterweisungs- und Untersuchungster-
mine einsehen können und teilweise auch Unterweisungen
im Onlineformat durchführen können.Seite 18 von 82
03. DATEN UND FAKTEN
2020 2021 2022
vorläufig
Trinkwasserabgabe 48 Mio m³ 44,63 Mio m³ 44,93 Mio m³
Umsatzerlöse 29.223 TEUR 30.263 TEUR 34.301 TEUR
Personalaufwendungen 13.299 TEUR 14.172 TEUR 15.659 TEUR
Instandhaltungsaufwendungen 1.865 TEUR 1.748 TEUR 2.160 TEUR
Abschreibungen 4.251 TEUR 4.124 TEUR 4.700 TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.014 TEUR 5.578 TEUR 7.156 TEUR
Investitionen 10.919 TEUR 5.028 TEUR 6.209 TEUR
Wasserpreis 59,33 Cent 65,96 Cent 71,58 Cent
WAHNBACHTALSPERRENVERBAND
17
FINANZABTEILUNG/FINANZWIRTSCHAFT
Im Bereich Finanzen gab es im Jahr 2022 aufgrund persön-
licher Veränderungen der Kollegen und KollegInnen – bei-
spielsweise Elternzeit – einen vollständigen Personalwechsel.
Dem neuen Team ist sehr an der Optimierung der Prozes-
se, insbesondere der Digitalisierung gelegen, sodass diese
weiter vorangetrieben wird.
Ferner ist der Ausbau des Controllings weiterhin ein gro-
ßes Thema. Der Quartalsbericht wurde etabliert und lie-
fert inzwischen Informationen, wie z. B. Kennzahlen für die
Steuerung des Unternehmens. Ab dem Jahr 2023 wird be-
triebswirtschaftlich die Trennung zwischen Lieferungen und
Leistungen vorgenommen. Die Vorbereitungen hierfür be-
gannen Ende des Jahres 2022.
Die wichtigsten Zahlen des Wahnbachtalsperrenverbandes der
drei letzten Jahre im Vergleich:Seite 19 von 82
Grenze Nordrhein-Westfalen/
Rheinland Pfalz
PEA
Phosphor-
eliminierungsanlage
Wahnbachtalsperre
Königswinter
Wachtberg
Grafschaft
Remagen
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Rheinbach
Alfter
Siegburg
Ruppichteroth
Windeck
Eitorf
Hennef
Lohmar
Sankt Augustin
Bornheim
WBV Wesseling
Hersel
N o r d r h e i n - W e s t f a l e n
R h e i n l a n d - P f a l z
0 2 4 km
Maßstab
Rhein-Sieg-Kreis
Versorgungsbereich Ost/West II
Versorgungsbereich West I
Versorgungsbereich Mitte
Stadt Bonn
Gemeindegrenzen
Landesgrenze
Nordrhein-Westfalen/Rheinland Pfalz
Neunkirchen-
Seelscheid
ZV Eifel-Ahr
Bundesstadt
Bonn
Meckenheim
Bad Honnef AG
Stadtwerke
Troisdorf
Stadtwerke
Niederkassel
Wasser-
versorgungsverband
Euskirchen-Swisttal
Gemeindewasserwerk
Much
(Aggerverband)
300
300
600
400
150
300
350
HB
Honscheid
HB
Happerschoß
PW
Süchterscheid
HB
Rankenhohn
HB
Ohmbach
HB
Kuch-
hausen
3 Br
800
800
1000
800
350
PW
Graurheindorf
HB
Röttgen
HB
Hardtberg
600
600
600
600
600
HB
Wachtberg
HB
VenusbergHB
Gielsdorf
PW
Lengsdorf
HB
Tomberg
2 Br PW
Seligenthal
Hauptversorgungsleitungen
(insgesamt rund 230 km)
Trinkwasseraufbereitungsanlage
PEA (Phosphoreliminierungsanlage)
HB (Hochbehälter)
PW (Pumpwerk)
Grundwassererfassung
Grundwasserwerk
Meindorf Untere Sieg
Hochbehälter
Eichholz
HB
Nackhausen
Trinkwasser-
Aufbereitungsanlage
Siegelsknippen
Grund-
wasserwerk
Hennef-Siegbogen
Gre
HB
Nackhausen
PEA
Phosphor-
eliminierungsanlage
Wahnbachtalsperre
Grundwasserwerk
Meindorf Untere Sieg
Königswinter
Wachtberg
Bad Honnef AG
Grafschaft
Remagen
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Rheinbach
Alfter
Siegburg
Rupp
Hennef
Lohmar
Stadtwerke
Troisdorf
Sankt Augustin
Bornheim
Trinkwasser-
Aufbereitungsanlage
Siegelsknippen
WBV Wesseling
Hersel
N o r d r h e i n - W e s t f a l e n
R h e i n l a n d - P f a l z
0 2 4 km
Maßstab
Rhein-Sieg-Krei
Versorgungsbe
Versorgungsbe
Versorgungsbe
Stadt Bonn
Gemeindegren
Landesgrenze
Nordrhein-Wes
Neunkirchen-
Seelscheid
Stadtwerke
Niederkassel
Wasser-
versorgungsverband
Euskirchen-Swisttal
Gemeind
(Agge
ZV Eifel-Ahr
Bundesstadt
Bonn
Meckenheim
Grund-
wasserwerk
Hennef-Siegbogen
600
400
300
350
HB
Honsch
HB
Happerschoß
3 Br
800
800
1000
800
350
PW
Graurheindorf
HB
Röttgen
HB
Hardtberg
600
600
600
600
600
HB
Wachtberg
HB
VenusbergHB
Gielsdorf
PW
Lengsdorf
HB
Tomberg
2 Br PW
Seligenthal
Hauptversorgungsleitungen
(insgesamt rund 230 km)
Trinkwasseraufbereitungsanlage
PEA (Phosphoreliminierungsanlage)
HB (Hochbehälter)
PW (Pumpwerk)
Grundwassergewinnung
Grenze Nordrhein-Westfalen/
Rheinland Pfalz
HB
Nackhausen
PEAPhosphor-
eliminierungsanlage
Wahnbachtalsperre
Grundwasserwerk
Meindorf Untere Sieg
Königswinter
Wachtberg
Bad Honnef AG
Grafschaft
Remagen
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Rheinbach
Alfter
Siegburg
Ruppichteroth
Windeck
Eitorf
Hennef
Lohmar
Stadtwerke
Troisdorf
Sankt Augustin
Bornheim
Trinkwasser-
Aufbereitungsanlage
Siegelsknippen
Hochbehälter
Eichholz
WBV Wesseling
Hersel
N o r d r h e i n - W e s t f a l e n
R h e i n l a n d - P f a l z
0 2 4 km
Maßstab
Rhein-Sieg-Kreis
Versorgungsbereich Ost/West II
Versorgungsbereich West I
Versorgungsbereich Mitte
Stadt Bonn
Gemeindegrenzen
Landesgrenze
Nordrhein-Westfalen/Rheinland Pfalz
Neunkirchen-
Seelscheid
Stadtwerke
Niederkassel
Wasser-
versorgungsverband
Euskirchen-Swisttal
Gemeindewasserwerk
Much
(Aggerverband)
ZV Eifel-Ahr
Bundesstadt
Bonn
Meckenheim
Grund-
wasserwerk
Hennef-Siegbogen
300
300
600
400
150
300
350
HB
Honscheid
HB
Happerschoß
PW
Süchterscheid
HB
Rankenhohn
HB
Ohmbach
HB
Kuch-
hausen
3 Br
800
800
1000
800
350
PW
Graurheindorf
HB
Röttgen
HB
Hardtberg
600
600
600
600
600
HB
Wachtberg
HB
VenusbergHB
Gielsdorf
PW
Lengsdorf
HB
Tomberg
2 Br PW
Seligenthal
Hauptversorgungsleitungen
(insgesamt rund 230 km)
Trinkwasseraufbereitungsanlage
PEA (Phosphoreliminierungsanlage)
HB (Hochbehälter)
PW (Pumpwerk)
Grundwassergewinnung
18
03
ALLES AUF EINEN BLICK
VERSORGUNGSGEBIET
Ost/West II: Windeck, Eitorf, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seel-
scheid, Lohmar, Hennef, Siegburg, Sankt Augustin, Hochzone
Königswinter (Thomasberg), Hochzone Bonn, Wachtberg, Graf-
schaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Mitte: Bonn-Beuel, Talzone Königswinter, Talzone Bonn, Bonn-
Bad Godesberg, Bornheim, Alfter, Remagen.
West I: Hochzone Bonn, Meckenheim, Rheinbach, Eifel-Ahr
Aus der Lage der Trinkwasseraufbereitungsanlagen Siegelsknippen
und Sankt Augustin – Meindorf sowie der Struktur des Rohrleitungsnetzes
ergeben sich drei Versorgungsbereiche: Ost/West II, Mitte und West I.
Zuschusswasser aus dem Bereich Mitte beziehen die Gemeinde
Alfter und die Stadt Bornheim. Der Wasserbeschaffungsverband
Thomasberg (Hochzone Königswinter), die Gemeinde Grafschaft
und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beziehen Zuschusswasser
aus dem Versorgungsbereich Ost/West II. Der Wasserverband
Eifel-Ahr bezieht Zuschusswasser aus dem Versorgungsbereich
West I.Seite 20 von 82
ALLES AUF EINEN BLICK
ORGANE DES VERBANDES
VERBANDSVORSTAND
Vorsteher Landrat Sebastian Schuster
Stellv. Vorsteher Folke große Deters
VERTRETER DER MITGLIEDER IN DER VERBANDSVERSAMMLUNG
Bundesstadt Bonn Bevollmächtigter Stadtverordneter Prof. Dr. med. Detmar Jobst
Stellv. Bevollmächtigte Ratsmitglied Julia Polley
Rhein-Sieg-Kreis Bevollmächtigter Kreistagsmitglied Dr. Torsten Bieber
Stellv. Bevollmächtigter Kreistagsmitglied Michael Solf
Stadt Siegburg Bevollmächtigter Andreas Roth
Stadtbetriebe Siegburg AÖR
Stellv. Bevollmächtigter André Kuchheuser
Stadtbetriebe Siegburg AÖR
VORSTANDGeschäftsführung
(hauptamtlich)
Verbandsversammlung
(Verbandsmitglieder)
Rat der
Bundesstadt Bonn
Kreistag
Rhein-Sieg-Kreis
Rat der
Stadt Siegburg
11 Städte 8 Gemeinden
Vorsteher
(ehrenamtlich)
Stellvertretender Vorsteher
(ehrenamtlich)Seite 21 von 82
ATTRAKTIVER
ARBEITGEBER
04Seite 22 von 82
„Wir haben unsere Dienstvereinbarung
„Besondere Anlässe“ speziell im Hinblick
auf die Punkte Dienstjubiläum und
Verabschiedung in den Ruhestand
grundlegend überarbeitet und
die Leistungen stark verbessert.“Seite 23 von 82
22
04
Gemeinsam gesund
für unser Wohlbefinden
ATTRAKTIVER
ARBEITGEBER
Um die langjährige Betriebszugehörigkeit und die damit verbun-
dene Loyalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber
dem Wahnbachtalsperrenverband noch mehr zu honorieren und
darüber hinaus den Wahnbachtalsperrenverband für Bewerberin-
nen und Bewerber noch attraktiver zu machen, hat der WTV die
Dienstvereinbarung „Besondere Anlässe“ speziell im Hinblick auf
die Punkte Dienstjubiläum und Verabschiedung in den Ruhestand
grundlegend überarbeitet und die Leistungen stark verbessert.
ATTRAKTIVE PRÄMIEN
Foto
WTVler beim Kick-off Workshop BGM.
Zu den bereits etablierten Abläufen des Betrieblichen Eingliede-
rungsmanagements mit Unterstützung unseres externen Dienst-
leisters hat die Personalabteilung im Jahr 2022 eine entsprechende
Dienstvereinbarung mit dem Personalrat abgeschlossen.
Der Gesundheitszirkel hat im Rahmen der Betrieblichen Gesund-
heitsförderung auch im Jahr 2022 seine Arbeit fortgesetzt und an
konkreten Maßnahmen gearbeitet, die im Jahr 2023 zur Umset-
zung kommen. Maßnahmen sind zum Beispiel geplant zu den The-
men Ernährung, Hilfestellung für Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter, Zusammenarbeit/Kommunikation sowie Bewegung und Sport.
BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT
2019 spendierte Geschäftsführerin Ludgera Decking erstmals allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Mittagspause an einem
heißen Augusttag ein leckeres Eis als Dankeschön für ihren Einsatz.
2022 war es wieder soweit. Erneut wurde im Sommer eine mo-
bile Eisdiele bestellt, die an der Geschäftsstelle vorfuhr und den
WTVlern ihr Lieblingseis wahlweise im Becher oder Hörnchen zu-
sammenstellte. Eine gute Gelegenheit für die Belegschaft, beim
gemeinsamen Eisgenuss wieder einmal abteilungsübergreifend
ins Gespräch zu kommen. Denn das war während der von Corona
geprägten Zeit kaum oder gar nicht möglich.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden eine Fortsetzung
auch in den nächsten Jahren begrüßen. Und ab dem dritten Mal
wäre die Aktion nach rheinischem Verständnis bereits eine „Tradi-
tionsveranstaltung“.
FAST SCHON TRADITION
EIS FÜR ALLE WTVLER
DIENSTJUBILÄENSeite 24 von 82
04. ATTRAKTIVER ARBEITGEBER
23
Foto links
Die neuen Azubis mit ihren Ausbildern.
Foto rechts
Azubis mit ihren neuen Laptops.
Im Laufe des Jahres 2022 haben fünf Auszubildende ihre Ausbil-
dung beim Wahnbachtalsperrenverband erfolgreich abgeschlos-
sen, wovon drei Auszubildende in ein zunächst befristetes Arbeits-
verhältnis übernommen wurden.
Insgesamt neun neue Auszubildende (drei Industriemechaniker,
ein Elektroniker Betriebstechnik, ein Kfz-Mechatroniker, eine Fach-
kraft für Agrarservice, eine Forstwirtin sowie zwei Kaufleute für
Büromanagement) konnte der WTV im August 2022 im Rahmen
eines „Onboardingtages“ willkommen heißen.
An diesem Tag geht es einerseits um das Ankommen in der neu-
en Umgebung und das gegenseitige Kennenlernen von Ausbildern
und Auszubildenden. Dabei werden die neuen Auszubildenden
durch Paten aus dem Kreis der erfahrenen Auszubildenden unter-
stützt. Andererseits stehen natürlich auch erste wichtige Infor-
mationen zu den Themen Rechte und Pflichten als Auszubilden-
der und Arbeitssicherheit auf dem Programm. Darüber hinaus
können die Auszubildenden erste Eindrücke durch eine Betriebs-
führung gewinnen.
Resultierend aus den Workshops im Rahmen der Erlangung des
Gütesiegels „Best Place to Learn“ hat der WTV die Benefits für sei-
ne Auszubildenden unter die Lupe genommen und im Jahr 2022
jedem Auszubildenden einen Laptop für Beruf und Schule zur Ver-
fügung gestellt. Davon konnten auch die neuen Auszubildenden
profitieren und ab Beginn ihrer Ausbildung einen Laptop nutzen.
Ausbildung bedeutet für den WTV als kommunaler Arbeitgeber
nicht nur eine gesellschaftliche Verpflichtung. Ausbildung ist für
den Verband ebenso ein essenziell wichtiger Weg, um Nachwuchs-
kräfte im Bereich der Fachhandwerker sowie der kaufmännischen
Bereiche zu generieren und somit gewappnet zu sein für den de-
mografischen Wandel in unserem Unternehmen.
START IN EINE NEUE ZUKUNFT
Wegen Corona musste das traditionelle gemeinsame Fischessen
am Aschermittwoch 2022 wie schon im Jahr davor ausfallen. Trotz-
dem sollten die Mitarbeiter nicht auf die besonderen Spezialitäten
aus der Talsperre verzichten. Die Geschäftsführung schenkte da-
her jedem Mitarbeiter einige Felchen beziehungsweise Forellen
für die Zubereitung zuhause und zum Genießen mit der Familie.
Die Fische wurden tiefgekühlt im Vakuumpack zu jeweils fünf bis
sechs Stück verteilt. Einen Rezeptvorschlag zur leckeren Zuberei-
tung gab´s auch wieder mit dazu.
SCHON LANGE TRADITION
FISCH AM ASCHERMITTWOCHSeite 25 von 82
05
ÖFFENTLICHKEITSARBEITSeite 26 von 82
„Wir erfüllen den
Bildungsauftrag des
WTV, indem wir für
verschiedene interne und
externe Empfänger Wissen
vermitteln und zugleich
Aufklärung zum Thema
Trinkwasser betreiben."Seite 27 von 82
05
26
Seit Anfang August 2022 konnten sowohl für Schulklassen als auch
für Mitarbeiter, Firmen und interessierte Bürger wieder Führun-
gen durch die Aufbereitung und den Staudamm stattfinden, die
während Corona ausgesetzt werden mussten.
Neben der Aufbereitung des Wassers sind der Bau der Talsperre,
des Staudamms, der Entnahmebauwerke sowie Dammsicherheit,
Hochwasserschutz und die Auswirkungen des Klimawandels auf
unsere Region zentrale Themen der Besichtigungen.
Um zumindest Grundschulkindern in unserem Versorgungsgebiet
auch während Corona weiterhin die Möglichkeit zu geben, Wasser
spannend zu erleben, hatte sich der WTV entschlossen, Mitglied
des AQUA-AGENTEN-Netzwerkes zu werden. Mit der Basisausstat-
tung „AQUA-AGENTEN-Koffer“, den der WTV kostenlos nach einer
hausinternen Schulung des Lehrpersonals interessierten Grund-
schulen zur Verfügung stellt, werden Schülerinnen und Schüler auf
die Mission „Wasser“ geschickt. Sie bearbeiten Agenten-Aufträge
aus den Themenbereichen Wasserversorgung, Wasserentsorgung,
Lebensraum Wasser und Gewässernutzung und setzten sich so
auf spielerische und lehrreiche Weise mit der kostbaren Ressource
auseinander.
NACH CORONA
NEU GESTARTET
Durch Corona wurde der WTV in seiner Bildungsarbeit ausgebremst. Weder Führungen,
noch der Einsatz der Wassertheke waren möglich. Aufatmen dann, als die strengen
Kontaktverbote 2022 aufgehoben wurden und der „Alltag“ wieder einkehren konnte.
Sehr zur Freude der WTV-Mitarbeiter und natürlich der Besucher in Siegelsknippen und
an den Einsatzorten von Infostand und Wassertheke.
Führungen
wieder möglich
Mission „Wasser“
erweitert BildungsangebotSeite 28 von 82
05. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
An seiner mobilen Wassertheke, die jedes Mal interessierte Be-
sucher in Scharen anzieht. So unter anderem beim Klimatag der
Stadt Hennef, beim Siegburger Stadtfest oder zum Weltwassertag
auf dem Siegburger Markt. Dort stand Laura Moser, Fachgebiets-
leiterin Hydrogeologie und Gewässerschutz beim WTV, als Exper-
tin für alle Fragen rund um den Schutz des Grund- und Oberflä-
chenwassers zur Verfügung, denen Gefahren unter anderem aus
der Landwirtschaft, Industrie, dem Gewerbe und Verkehr sowie
privaten Haushalten, aber auch durch den Klimawandel drohen.
Sie stellte präventive Maßnahmen vor, die der Verband seit Jahr-
zehnten erfolgreich durchführt und für die Zukunft plant. Außer-
dem gab sie Tipps, wie jeder von uns seinen Teil besonders zum
Grundwasserschutz beitragen kann. Viele interessierte Passanten
suchten das Gespräch, deckten sich mit Informationsmaterial für
die Lektüre zu Hause ein und freuten sich über verschiedene Give-
aways, darunter die beliebten Wasserflaschen des WTV.
Besonderen Spaß hatten die Kinder, denn WTV-Maskottchen
„Tröpfi“ begrüßte sie am Stand und stellte sich immer wieder
gerne bereitwillig für ein Foto mit den Pänz zur Verfügung. Aber
nicht nur als Quelle für Informationen war die Wassertheke An-
laufpunkt, sondern auch als „Tankstelle“ für einen erfrischenden
Durstlöscher aus der Leitung. Etwa beim Sportfest des Gymna-
siums Alleestraße, der Talentiade für Schulen des TV Kaldau-
en jeweils im Walter Mundorf Stadion Siegburg, oder beim „PI-
Lauf“ Neunkirchener Schulen in der Turnhalle der Gesamtschule
Neunkirchen.
27
AUFKLÄRUNG
AN DER WASSERTHEKE
Aktive Werbung für verantwortungsvollen
Umgang mit unserem Trinkwasser
Auch 2022 zeigte der WTV auf zahlreichen Veranstaltungen Präsenz, machte Werbung
für sein hochwertiges Produkt und informierte die Verbraucher über den aufwendigen
Prozess von der Rohwassergewinnung bis zur Trinkwasserverteilung:Seite 29 von 82
AKTUELLES RUND
UMS TRINKWASSER
06Seite 30 von 82
„Im Jahr 2022 war gegenüber dem
Vorjahr wieder ein leichter Anstieg der
Trinkwasserabgabe auf insgesamt rund
44,9 Mio. Kubikmeter zu verzeichnen.“Seite 31 von 82
Jahresvergleich Stauhöhe
06
30
WASSERGEWINNUNG
TALSPERRENBEWIRTSCHAFTUNG
& RESSOURCENNUTZUNG
Da die Talsperre zum Beginn des Kalenderjahres 2022 über-
durchschnittlich gefüllt war und sich die Talsperre aufgrund der
ergiebigen Niederschläge und daraus resultierenden Zuflüsse im
ersten Quartal 2022 weiter gefüllt hat (siehe Abb. 2), konnte im
gesamten Jahr 2022 vermehrt auf das Talsperrenwasser als Roh-
wasserressource für die Trinkwasseraufbereitung zurückgegriffen
werden (siehe Abb. 3). Das Wasserrecht der Talsperre in Höhe von
28,1 Mio. m³/Jahr konnte somit im Kalenderjahr 2022 nahezu
ausgeschöpft werden (siehe Abb. 4). Die sehr ergiebigen Nieder-
schläge im Januar/Februar 2022 machten es sogar erforderlich, den
Hochwasserschutzraum der Talsperre durch eine Unterwasserab-
gabe an den Unterlauf des Wahnbaches freizuhalten (siehe Abb. 2).
06
Zu Beginn des Kalenderjahres 2022 war die Wahnbachtalsperre überdurchschnittlich
gefüllt. Infolge der teils ergiebigen Niederschläge im ersten Quartal 2022 musste
sogar Wasser an den Unterlauf des Wahnbaches abgegeben werden, um den
Hochwasserschutzraum freizuhalten. Aufgrund der zu Beginn des wasserwirtschaftlichen
Sommerhalbjahres (Anfang Mai bis Ende Oktober) sehr gut gefüllten Talsperre konnten
die Grundwasserressourcen im Vergleich zum Vorjahr geschont und das Wasserrecht
der Talsperre im Kalenderjahr 2022 nahezu ausgeschöpft werden.
Abbildung 1
Verlauf des Staupegels der Wahnbachtalsperre im Jahr 2022 (grün) im Vergleich zu
den Vorjahren (Stand Januar 2023).Seite 32 von 82
06. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER
Stauspiegel und Unterwasserabgabe
Stauspiegel und Unterwasserabgabe
112,00
114,00
116,00
118,00
120,00
122,00
124,00
126,00
Jan 2021
Feb 2021
Mrz 2021
Apr 2021
Mai 2021
Jun 2021
Jul 2021
Aug 2021
Sep 2021
Okt 2021
Nov 2021
Dez 2021
Jan 2022
Feb 2022
Mrz 2022
Apr 2022
Mai 2022
Jun 2022
Jul 2022
Aug 2022
Sep 2022
Okt 2022
Nov 2022
Dez 2022
Jan 2023
Datum
Stauspiegel [mNN]
0
100000
200000
300000
400000
500000
600000
700000
Unterwasserabgabe [m³]
Grenze LP Stauspiegel UW-Abgabe
Stauspiegel und Unterwasserabgabe
112,00
114,00
116,00
118,00
120,00
122,00
124,00
126,00
Feb 2020
Mrz 2020
Apr 2020
Mai 2020
Jun 2020
Jul 2020
Aug 2020
Sep 2020
Okt 2020
Nov 2020
Dez 2020
Jan 2021
Feb 2021
Mrz 2021
Apr 2021
Mai 2021
Jun 2021
Jul 2021
Aug 2021
Sep 2021
Okt 2021
Nov 2021
Dez 2021
Jan 2022
Datum
Stauspiegel
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
Grenze LP Stauspiegel UW-Abgabe
[mNN]
31
Über das wasserwirtschaftliche Sommerhalbjahr 2022 ist der
Pegel der Talsperre bis Ende Oktober 2022 stetig gefallen (siehe
Abb. 2). Ab Anfang November 2022 ist der Stauspiegel mit Beginn
des wasserwirtschaftlichen Winterhalbjahres wieder gestiegen,
sodass die Talsperre relativ gut gefüllt in das Kalenderjahr 2023
gestartet ist.
Da das Wasserrecht der Talsperre im Jahr 2022 nahezu ausge-
schöpft werden konnte und die Trinkwasserabgabe 2022 mit 44,9
Mio. m³ gegenüber dem Vorjahr (44,6 Mio. m³) nur leicht gestiegen
ist, fallen die Entnahmemengen aus den beiden Grundwasserres-
sourcen im Kalenderjahr 2022 geringer aus als im Vorjahr (siehe
Abb. 4).
Luftbild der abgesenkten Talsperre bei
der Dammsanierung im Jahr 2008
Foto
Abbildung 2
Verlauf des Stauspiegels (blau) und der Unterwasserabgabe (grün) der Wahnbachtalsperre in
den Jahren 2021 und 2022 mit Darstellung der (unteren) Grenze des Betriebsplanes/Lamellen-
planes (rot).Seite 33 von 82
32
06
0
5.000.000
10.000.000
15.000.000
20.000.000
25.000.000
30.000.000
Talsperrenwasser Grundwasser Hennef Grundwasser Meindorf
27.702.988
5.189.730
12.820.750
297.012
1.810.270
7.179.250
98,94%
74,14%
64,10%
Mengen in m³
Genutzt
Noch entnehmbare Menge
Bereits entnommene Menge
Abbildung 3
Monatliche Entnahmemengen aus
den drei Rohwasserressourcen im
Kalenderjahr 2022.
Abbildung 4
(Jahres-) Entnahmemengen aus den drei
Rohwasserressourcen im Kalenderjahr 2022.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
Jan 22 Feb 22 Mrz 22 Apr 22 Mai 22 Jun 22 Jul 22 Aug 22 Sep 22 Okt 22 Nov 22 Dez 22
Entnahmemengen in m³
Monat
Talsperrenwasser Grundwasser Hennef Grundwasser Meindorf
Entnahmemengen (in m3)
Entnahmemengen (in m3)
Insgesamt wurden die Rechte zur Rohwasserentnahme aus
den drei Ressourcen des Wahnbachtalsperrenverbandes im
Jahr 2022 zu rund 83,2% (Vorjahr: 82%) ausgeschöpft.Seite 34 von 82
Abbildung 2
Trinkwasserabgabe an die Abnehmer des Wahnbachtalsperrenverbandes
im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr.
06. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER
Bad Neuenahr-
Ahrweiler
Swisttal
Alfter
Bornheim
Bonn
Wachtberg
Mecken-
heim
Rheinbach
Grafschaft
Remagen
Königswinter
Hennef
Siegburg
Neunkirchen-
Seelscheid
Ruppichteroth
Eitorf
Windeck
Lohmar
TroisdorfNieder-
kassel
Much
Bad Honnef
Sankt
Augustin
ZV Eifel-Ahr
Abnehmer im Rhein-Sieg-Kreis 2021 2022
Gemeinde Alfter 717.510 723.375
Gemeinde Eitorf 867.387 873.264
Gemeinde Much 1.130 1.016
Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid 976.167 1.025.718
Gemeinde Ruppichteroth 749.284 724.988
Gemeinde Wachtberg 1.909.321 1.999.453
Gemeinde Windeck 452.883 446.014
Stadt Bornheim 1.265.828 1.291.897
Stadt Hennef 2.565.148 2.577.765
Stadt Königswinter 861.443 891.798
Stadt Lohmar 1.661.379 1.643.672
Stadt Meckenheim 1.468.432 1.498.205
Stadt Rheinbach 1.545.823 1.556.808
WVG Sankt Augustin 2.693.116 2.709.339
WBV Herchen 148.224 150.918
WBV Thomasberg 589.92 689.640
WBV Leuscheid 143.409 143.957
WBV Wachtberg 234.831 417.456
33
WASSERVERTEILUNG
VERTEILUNGSNETZ & ABGABEMENGEN
Grenze des Versorgungsgebiets
Abnehmer 2021 2022 Differenz zu 2021
m3 m³ m³ %
Stadt Bonn 22.296.336 21.965.209 -331.127 -1,5
Rhein-Sieg-Kreis 18.851.235 19.365.379 514.144 2,7
Stadt Siegburg 2.237.899 2.288.272 50.373 2,3
Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 937.850 855.276 -82.574 -8,8
Zweckverband Eifel-Ahr 304.489 451.094 146.605 48,2
Summe 44.627.809 44.925.230 297.421 0,7
Mittlere Tagesabgabe 122.268 123.083 815 0,7
Abbildung 3
Trinkwasserabgabe an die Abnehmer im Rhein-Sieg-Kreis
im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr.Seite 35 von 82
06
34
WASSERVERTEILUNG
TRINKWASSERABGABE
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Trinkwasserabgabe an die
Bundesstadt Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis und die Kreisstadt Sieg-
burg dementsprechend nur geringfügig verändert. Der größte
prozentuale Rückgang ist bei der Trinkwasserabgabe an die Stadt
Bad Neuenahr-Ahrweiler zu verzeichnen. Die Trinkwasserabgabe
an den Zweckverband Eifel-Ahr ist gegenüber dem Vorjahr um
rund 48% deutlich gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich in erster
Linie damit erklären, dass dieser Abnehmer aufgrund der Folgen
der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 auch im Jahr
2022 noch vermehrt auf den Trinkwasserbezug vom Wahnbach-
talsperrenverband zugegriffen hat, da die verbandseigenen Res-
sourcen nur eingeschränkt zur Verfügung standen/stehen (siehe
Abb. 2, Seite 33).
Im Vergleich zu den drei Jahren 2018 bis 2020 mit (insbesondere
im Sommerhalbjahr) überwiegend trockener und warmer Witte-
rung ist wie im Jahr 2021 auch im Jahr 2022 wieder ein deutlicher
Rückgang der Trinkwasserabgabe festzustellen. Nichtsdestotrotz
ist gegenüber den Jahren 2016 und 2017 (mit einer Trinkwasser-
abgabe von 43,1 beziehungsweise 43,5 Mio. Kubikmetern im Jahr
bei eher durchschnittlichen klimatischen Verhältnissen) aber wei-
terhin eine steigende Tendenz bei der Trinkwasserabgabe zu er-
kennen.
Mittelfristig wird seitens der angeschlossenen Abnehmer in den
folgenden Jahren ein weiterer, moderater Anstieg des jährlichen
Trinkwasserbedarfs im Versorgungsbereich des Wahnbachtalsper-
renverbandes erwartet.
06
Nachdem im Jahr 2020 mit rund 47,9 Mio. Kubikmetern die höchste jährliche
Trinkwasserabgabe seit der Gründung des Verbandes verzeichnet wurde,
lag die Trinkwasserabgabe im Jahr 2021 nur noch bei 44,6 Mio. Kubikmetern.
Im Jahr 2022 war gegenüber dem Vorjahr wieder ein leichter Anstieg der
Trinkwasserabgabe auf insgesamt rund 44,9 Mio. Kubikmeter zu verzeichnen.
Abbildung 1
Entwicklung der Trinkwasserabgabe
an die Abnehmer des Wahnbachtal-
sperrenverbandes seit dem Jahr 1970.
25.000.000
30.000.000
35.000.000
40.000.000
45.000.000
50.000.000
1970
1971
1972
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Trinkwasserabgabe [m3]
Jahr
GESAMTTRINKWASSERABGABESeite 36 von 82
06. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
160.000
180.000
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
(Tages-) Fördermengen 2022
Talsperrenwasser Grundwasser Hennef Grundwasser Meindorf
35
(TAGES-) FÖRDERMENGEN 2022
Abbildung 4
Häufigkeit der Trinkwasser-
Tagesproduktionsmengen im
Vergleich zum Vorjahr.
HÄUFIGKEIT DER TRINKWASSER–TAGESPRODUKTIONSMENGEN
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
> 160.000 m³ bis
170.000 m³
> 150.000 m³ bis
160.000 m³
> 140.000 m³ bis
150.000 m³
> 130.000 m³ bis
140.000 m³
> 120.000 m³ bis
130.000 m³
>110.000 m³ bis
120.000 m³
> 100.000 m³ bis
110.000 m³
< 100.000m³
Häufigkeit der Trinkwasser Tagesproduk�onen
TW-Abgabe
Häufigkeit
2022 2021
> 170.000 m³
Abbildung 5
Auf die jeweilige Rohwasserres-
source bezogene (Tages-)Förder-
mengen/Produktionsmengen von
Januar bis Dezember 2022.
(Talsperrenwasser (grün),
Grundwasser Hennef (hellblau)
und Grundwasser Meindorf
(dunkelblau).
Die höchsten (Tages-)Fördermengen im Jahr 2022 waren Mitte
August zu verzeichnen. Die höchste (Tages-)Fördermenge aus den
drei Rohwasserressourcen des Verbandes lag am 10.08.2022 mit
insgesamt rund 163.649 m³ (siehe Abb. 5) deutlich unter der des
Vorjahres (178.649 m³). Abbildung 4 gibt einen Überblick über
die Häufigkeit der Trinkwasser-Tagesproduktionsmengen im Ver-
gleich zum Vorjahr.
Abbildung 5 zeigt die Lastverteilung auf die drei Rohwasserres-
sourcen/Trinkwasseraufbereitungsanlagen des Wahnbachtalsper-
renverbandes. Daraus ist zu entnehmen, dass die Grundlast auch
im Jahr 2022 wie gewohnt im Regelfall durch die Trinkwasserauf-
bereitungsanlagen am Standort Siegelsknippen (das heißt, durch
die Rohwasserressourcen der Wahnbachtalsperre und im Hen-
nefer Siegbogen) gedeckt wurden. Die Bedarfsspitzen wurden im
Wesentlichen durch die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Sankt
Augustin-Meindorf bedient. Da die Talsperre zu Beginn des Kalen-
derjahres 2022 und auch zum Beginn des wasserwirtschaftlichen
Sommerhalbjahres 2022 überdurchschnittlich gut gefüllt war, wur-
de im Jahr 2022 vermehrt auf die Wasserressourcen der Wahn-
bachtalsperre zurückgegriffen, sodass die beiden Grundwasser-
ressourcen im Hennefer Siegbogen und an der unteren Sieg bei
Sankt Augustin-Meindorf geschont werden konnten (siehe Abb. 5).Seite 37 von 82
36
06
#) VERSORGUNGSBEREICHE UND MIT ZUSCHUSSWASSER BELIEFERTE GEBIETE:
Ost/West II: Windeck, Eitorf, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid, Lohmar, Hennef, Siegburg,
Sankt Augustin, Hochzone Königswinter (Thomasberg), Hochzone Bonn, Wachtberg,
Grafschaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler
Mitte: Bonn-Beuel, Talzone Bonn, Bonn Bad-Godesberg, Remagen, Bornheim, Alfter
West I: Hochzone Bonn, Meckenheim, Rheinbach, Eifel-Ahr
Zuschusswasser: Alfter, Bornheim, Grafschaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Eifel-Ahr,
Hochzone Königswinter (Thomasberg)
Mittelwerte ± Standardabwei-
chungen aus den monatlichen
Untersuchungen
(k. A: keine Anforderung, n. n.:
nicht nachweisbar, <: unterhalb
des angegebenen Wertes)
Anmerkungen
Bestimmung durch die akkre-
ditierten und in der Liste des
LANUV NRW als „zugelassene
Untersuchungsstelle“ aufgeführten
Laboratorien des Wahnbachtal-
sperrenverbandes
*) Parameter Nr. gemäß
1. Verordnung zur Änderung
der Trinkwasserverordnung vom
03.05.2011 (lfd. Nr.-Anlage Teil).
**) Grenzwerte gemäß
Trinkwasserverordnung
***) Untersuchungshäufigkeit:
f = fortlaufend; t = täglich;
wt = werktäglich;
hw = halbwöchentlich;
w = wöchentlich;
m = monatlich; q = quartalsweise;
h = halbjährlich; j = jährlich
Bezeichnung Einheit Param.
n. Anl.
TrinkwV
*)
Anforderung
bzw. Grenzwert
TrinkwV
**)
Versorgungsbereiche #) Unters.
häuf.
***)
Ost + West II Mitte West I
~80% Talsp.w.
~20% Grundw.
~35% Talsp.w.
~65% Grundw.
~30% Talsp.w.
~70% Grundw.
Sensorische Kenngrößen:
Geruch (während der Corona-Pandemie in
Absprache mit GA RSK nur Vor-Ort-Bestim-
mung)
8-3-I 3 ohne ohne ohne ww
Geschmack 9-3-I annehmbar erfüllt erfüllt erfüllt w
Färbung (SAK-436nm) m-1 7-3-I 0,5 0,02 ± 0,01 0,01 ± 0,01 0,02 ± 0,01 wt
Trübung FNU 18-3-I 1,0 < 0,1 < 0,1 < 0,1 f
Physikalische Kenngrößen:
Temperatur °C k.A. 25 9,0 ± 1,9 10,3 ± 1,3 10,1 ± 1,5 t
elektr. Leitfähigkeit (b. 25°C) mS/m 12-3-I 279 24 ± 2 31 ± 5 28 ± 2 f
pH-Wert 19/20-3-I ≥ 7,7 8,3 ± 0,1 8,0 ± 0,1 8,3 ± 0,1 t
Calcitlösekapazität bei 10°C mg/l 20-3-I ≤ 5 1,4 ± 0,5 1,5 ± 0,9 1,1 ± 0,4 m
Sauerstoffsättigung % k.A. 92 ± 4 95 ± 2 95 ± 4 m
Chemische Kenngrößen:
Summenparameter f. organ. Stoffe
Organ. Geb. Kohlenstoff (TOC) mg/l 15-3.I o. a. V. 0,9 ± 0,1 0,6 ± 0,2 0,7 ± 0,2 wt
UV-Extinktion (SAK-254nm) m-1 k.A. 1,6 ± 0,2 1,1 ± 0,3 1,4 ± 0,2 wt
Anionen:
Borat (als Bor) mg/l 3-2.I 1,0 0,02 ± 0,01 0,04 ± 0,01 0,03 ± 0,01 w
Bromat ²) mg/l 4-2.I 0,010 < 0,005 < 0,005 < 0,005 h
Chlorid mg/l 3-3.I 250 21 ± 2 27 ± 5 24 ± 2 w
Fluorid mg/l 8-2.I 1,5 < 0,1 < 0,1 < 0,1 m
Nitrat mg/l 9-2.I 50 12 ± 1 17 ± 3 15 ± 2 w
Nitrit mg/l 9-2.II 0,50 / 0,10 < 0,01 < 0,01 < 0,01 w
Phosphat (als Phosphor) mg/l k.A. < 0,01 < 0,01 < 0,01 w
Sulfat mg/l 17-3.I 250 26 ± 1,0 29 ± 2 28 ± 0,9 w
Silikat (als Silizium) mg/l k.A. 2,6 ± 0,5 4,0 ± 0,8 4,3 ± 0,5 w
Säurekapazität (Ks 4,3) mmol/l k.A. 0,9 ± 0,2 1,4 ± 0,3 1,2 ± 0,2 w
Kationen:
Ammonium mg/l 2-3.I 0,50 < 0,01 < 0,01 < 0,01 wt
Natrium mg/l 14-3.I 200 10,5 ± 1,6 16,0 ± 3,4 13,50 ± 1,8 w
Kalium mg/l k.A. 2,3 ± 0,1 3,1 ± 0,5 2,7 ± 0,2 w
Calcium mg/l k.A. 24,9 ± 2,0 33,1 ± 5,5 29,6 ± 2,9 w
Magnesium mg/l k.A. 5,3 ± 0,4 7,0 ± 1,0 6,2 ± 0,5 w
Carbonathärte °dH k.A. 2,3 ± 0,4 3,6 ± 0,9 3,1 ± 0,5 w
Gesamthärte mmol/l k.A. 0,84 ± 0,07 1,11 ± 0,18 0,99 ± 0,09 w
Grad deutscher Härte °dH k.A. 4,7 ± 0,4 6,2 ± 1,0 5,6 ± 0,5
Härtebereich nach Wasch- und
Reinigungsmittelgesetz
k.A. weich weich weich
Analysewerte von Januar bis Dezember 2022
WASSERCHEMISCHE BESCHAFFENHEIT DES
VOM WTV ABGEGEBENEN TRINKWASSERSSeite 38 von 82
37
Analysewerte von Januar bis Dezember 2022
SPURENSTOFFGEHALTE UND
BAKTERIOLOGISCHE BESCHAFFENHEIT DES
VOM WTV ABGEGEBENEN TRINKWASSERS
Mittelwerte ± Standard-
abweichungen aus den
regelmäßigen Untersuchungen
(n.n.: nicht nachweisbar,
<: unterhalb des
angegebenen Wertes)
Anmerkungen
Bestimmung durch die akkre-
ditierten und in der Liste des
LANUV NRW als „zugelassene
Untersuchungsstelle“ aufgeführten
Laboratorien des Wahnbachtal-
sperrenverbandes
*) Parameter Nr. gemäß 1. Ver-
ordnung zur Änderung der Trink-
wasserverordnung vom 03.05.2011
(lfd. Nr.-Anlage. Teil)
**) Grenzwerte gemäß Trinkwas-
serverordnung
***) Untersuchungshäufigkeit:
f = fortlaufend; t = täglich;
wt = werktäglich;
hw = halbwöchentlich;
w = wöchentlich; m = monatlich;
q = quartalsweise;
h = halbjährlich; j = jährlich
1) Die Analyse umfasst derzeit
44 Wirkstoffe entsprechend der
Empfehlung des Bundesgesund-
heitsamtes zum Vollzug der Trink-
wasserverordnung, veröffentlicht
im Bundesgesundheitsblatt 7/89
S. 290-295.
2) Untersuchung durch akkreditier-
tes Fremdlabor.
³) Summenparameter.
x) Keine Summenbildung
möglich, da alle untersuchten
Einzelsubstanzen unterhalb der
Bestimmungsgrenze des jeweiligen
analytischem Verfahren liegen.
Bezeichnung Einheit Param.
TrinkwV *)
Grenzwert
TrinkwV
**)
Alle Versorgungs-
bereiche
Untersuchungshäufigkeit
****)
Spurenelemente:
Aluminium mg/l 1-3.I 0,200 < 0,005 wt
Antimon mg/l 1-2.II 0,0050 < 0,001 h
Arsen mg/l 2-2.II 0,010 < 0,001 h
Blei mg/l 4-2.II 0,010 < 0,001 h
Cadmium mg/l 5-2.II 0,0030 < 0,0006 h
Chrom mg/l 5-2.I 0,050 < 0,010 h
Eisen mg/l 6-3.I 0,200 < 0,010 wt
Kupfer mg/l 7-2.II 2,0 < 0,010 h
Mangan mg/l 13-3.I 0,050 < 0,005 wt
Nickel mg/l 8-2.II 0,020 < 0,005 h
Quecksilber mg/l 12-2.I 0,0010 < 0,0001 h
Selen mg/l 13-2.I 0,010 < 0,001 h
Uran ²) mg/l 15-2.I 0,010 < 0,0001 q
Organische Spurenstoffe:
Trihalogenmethane ³) mg/l 11-2.II 0,050 0 x) m
Tri- und Tetrachlorethen ³) mg/l 14-2.I 0,010 0 x) m
Pflanzenbehandlungsmittel 1) mg/l 10-2.I 0,00010 n.n. m
Benzo(a)pyren mg/l 3-2.II 0,000010 < 0,000005 h
Polyzyklische aromat. Kwst 3) mg/l 10-2.II 0,00010 0 x) h
Benzol 2) mg/l 2-2.I 0,0010 < 0,00025 h
Epichlorhydrin 2) mg/l 6-2.II 0,0001 <0,00005 h
Vinylchlorid 2) mg/l 12-2-.II 0,0005 <0,0005 h
Cyanid 2) mg/l 6-2.I 0,050 < 0,005 h
Chlorit (bei Chlordioxid-Dos.) mg/l §11 0,20 0,12 ± 0,04 hw
Bakteriologische Parameter:
Koloniezahl 20°C /1ml 10-3.I 100 0 - 3 t/w
Koloniezahl 36°C /1ml 11-3.I 100 0 - 1 t/w
Coliforme-Bakterien /100ml 5-3.I 0 0 t
Escherichia-coli /100ml 1-1 0 0 t
Enterokokken /100ml 2-1 0 0 m
Clostridium /100ml 4-3.I 0 0 mSeite 39 von 82
RESSOURCENSCHUTZ
07Seite 40 von 82
„Ein Team aus neun Spezialisten ist
täglich zum Schutz unseres Trinkwassers
im Einsatz. Zusammen mit den
Landwirten der Wasserschutzkooperation
werden die konkreten Maßnahmen
gemeinsam geplant und umgesetzt.“Seite 41 von 82
Karte
Wasserschutzgebiete des Wahnbachtalsperrenverbandes.
1 Wahnbachtalsperre
2 Hennefer Siegbogen
3 Meindorf im unteren Sieggebiet
07
40
RESSOURCENSCHUTZ
Die bewilligten Wasserrechte ermöglichen die jährliche Gewin-
nung von insgesamt 55,1 Millionen Kubikmeter Rohwasser.
Nachdem die Trinkwasserabgabe 2020 mit 47,9 Millionen Kubik-
meter den Höchstwert seit Beginn der Trinkwasserversorgung
durch den WTV erreicht hatte, erschien es sinnvoll, den Rohwas-
serbedarf für die Wassergewinnungsanlage Meindorf im unteren
Sieggebiet neu zu ermitteln, um die Auswirkungen des Klimawan-
dels mit langen Trockenphasen und steigendem Trinkwasserbe-
darf ausreichend zu berücksichtigen. Es wurde ein Bedarf von 24,6
Millionen Kubikmeter ermittelt, der es erforderlich machte, die
Umweltverträglichkeitsprüfung und die Antragsunterlagen ent-
sprechend anzupassen.
Der Einzugsgebietsschutz in den drei Wassergewinnungsgebieten
ist Teil eines Multi-Barrieren-Systems zur langfristigen Sicherstel-
lung einer hervorragenden Trinkwasserqualität.
Er umfasst folgende Teilbarrieren/Maßnahmen zum Schutz der
Rohwasserressourcen:
• Wasserschutzgebiete
• Überwachung durch Gewässerwarte
• Erfassung der Gefährdungspotenziale
• Kooperation mit der Landwirtschaft
• Gewässerschützende Forstbewirtschaftung
• Sicherung der Wasserschutzzone I
Der Wahnbachtalsperrenverband betreibt drei Trinkwassergewinnungsanlagen:
• Wahnbachtalsperre (Wasserrecht 28,1 Millionen Kubikmeter pro Jahr; unbefristet)
• Grundwassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet
(Wasserrecht 20 Millionen Kubikmeter pro Jahr bis 2020; Neubewilligungsverfahren läuft)
• Grundwassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen
(Wasserrecht 7 Millionen Kubikmeter pro Jahr; bis 2030)
Wahnbachtalsperre – Ein
Kleinod im Bergischen Land
Foto rechts
Schild Wasser-
schutzgebiet
Foto obenSeite 42 von 82
0 21 Kilometer
Drabenderhöhe
Much
Seelscheid
Neunkirchen
Pohlhausen
Braschoß Heisterschoß
Wolperath
Pinn
NW
a
h
n
b
a
c
h
W
e
n
d
b
a
c
h
Schutzzone I
Schutzzone IIA
Schutzzone IIB (äußerer Bereich)
Schutzzone IIB (innerer Bereich)
Schutzzone III
0 21 Kilometer
Seelscheid
Pohlhausen
Braschoß
Schutzzone I
Schutzzone IIA
Schutzzone IIB (äußerer Bereich)
Schutzzone IIB (innerer Bereich)
Schutzzone III
Karte
Wasserschutzgebiet
Wahnbachtalsperre
07. RESSOURCENSCHUTZ
Luftbild der Wassergewinnungsanlage
Meindorf im unteren Sieggebiet
Foto rechts
Wasserschutzgebiet Meindorf
im unteren Sieggebiet
Grafik links
41
WASSERSCHUTZGEBIETE
Die drei Rohwasserressourcen sind durch ausgewiesene Was-
serschutzgebiete geschützt. Die Wasserschutzgebietsverord-
nungen sichern die Gewinnungsgebiete durch Verbote, Ge-
nehmigungsvorbehalte und Nutzungsbeschränkungen gegen
Einträge in oberirdische Gewässer und das Grundwasser, zum
Beispiel aus der Landwirtschaft, aus Siedlungen, aus Gewer-
be- und Industriegebieten und über das Abwasser.
Die Wasserschutzgebietsverordnung für die Wahnbachtal-
sperre ist am 14. Juni 1993 in Kraft getreten. Sie ist auf Grund-
lage § 35 des Landeswassergesetzes NRW unbefristet gültig.
Die Wasserschutzgebietsverordnung für die Wassergewin-
nungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet ist am 1. Juli
1985 in Kraft getreten. Sie wurde am 5. Februar 1999 im Hin-
blick auf die Verwendung von Recyclingbaustoffen und im
Februar 2005 zu Maßnahmen der Versickerung von Nieder-
schlagswässern durch Änderungsverordnungen ergänzt. Sie
ist auf Grundlage § 35 des Landeswassergesetzes NRW eben-
falls unbefristet gültig.
Die Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen wurde
nach dem Auslaufen der Wasserschutzgebietsverordnung
durch eine vorläufige Anordnung geschützt, die bis Ende 2024
gültig ist. Diese ist inhaltsgleich mit der ausgelaufenen Ver-
ordnung. Im Hinblick auf die erforderliche Neuausweisung
des Wasserschutzgebietes wurde 2020 ein Wasserschutzge-
bietsgutachten erarbeitet, bei dem die äußere Begrenzung
des Wasserschutzgebietes und die Ausdehnung der einzel-
nen Wasserschutzzonen neu ermittelt wurden. Im Hinblick
auf das für die Wasserschutzzone II zu erwartende Verbot zur
Ausbringung organischer Düngemittel wurde in Abstimmung
mit der Bezirksregierung Köln eine Machbarkeitsstudie zur
Hygienisierung dieser Düngemittel durchgeführt. Die Wasser-
schutzzone II soll die Wassergewinnung vor allem vor patho-
genen Mikroorganismen schützen. Die Ausbringung hygieni-
sierter organischer Düngemittel könnte im Sinne dieses Zieles
einen ausreichenden Schutz darstellen und die Beibehaltung
der aktuellen Bewirtschaftungsformen in den landwirtschaft-
lichen Betrieben ermöglichen.Seite 43 von 82
Karte oben
Wasserschutzgebiet Hennefer Siegbogen
Foto
Luftbild der Wassergewinnungsanlage
Hennefer Siegbogen – das Grundwasser wird
unterhalb der Wahnbachtalsperre in der
landschaftlichen schönen Siegaue gewonnen
07
42
Links
Bodenerosion nach einem Starkregenereignis
Zwei in der Mitte
Illegale Entsorgung von Müll (Elektroschrott, Grünschnitt und Bauschutt)
Rechts
Regulierung der Parksituation durch Baumstämme im seitlichen Straßenbankett
Fotos unten
ÜBERWACHUNG DURCH GEWÄSSERWARTE
Die Einhaltung der Regelungen der Wasserschutzgebietsver-
ordnungen und der Auflagen aus erteilten Genehmigungen
wird durch Gewässerwarte des Verbandes überwacht. Diese
Überwachung erfolgt durch Routinekontrollen auf festge-
legten Fahrtrouten, gezielte Bereichskontrollen, Zustands-
kontrollen oberirdischer Gewässer und Sonderkontrollfahr-
ten (zum Beispiel zu Erosionsereignissen, zur Ausbringung
organischer Düngemittel, zur Beobachtung festgestellter
Missstände). Für die Wahnbachtalsperre ist im Hinblick auf
die Freizeitnutzung ein Wochenenddienst eingerichtet. Dabei
wird vor allem auf Aktivitäten in unmittelbarer Gewässernä-
he geachtet, die zu hygienischen Beeinträchtigungen füh-
ren können (zum Beispiel Schwimmen, Pferde oder Hunde
im Wasser, Abfälle). Aufgrund des hohen Besucheraufkom-
mens in den vergangenen Jahren und der damit verbunde-
nen angespannten Parksituation, war Mitarbeitern des Ver-
bandes die Durch- oder Anfahrt zu Betriebstätten teilweise
nicht möglich. Aus diesem Grund wurden im seitlichen Stra-
ßenbankett der Talsperrenstraße im Bereich des Dammes
Baumstämme ausgelegt, um die Parksituation zu regulieren
und somit die uneingeschränkte Zufahrt zu gewährleisten.
Einrichtungen und Handlungen, die nicht den Regelungen
der Wasserschutzgebietsverordnungen oder erteilten Ge-
nehmigungen entsprechen, werden den Unteren Wasserbe-
hörden mitgeteilt. Kleinere Abfallablagerungen, die keinem
Verursacher zugeordnet werden können, werden durch die
Gewässerwarte oder in Zusammenarbeit mit den Bauhöfen
der Städte und Gemeinden beseitigt.
An der Wahnbachtalsperre werden Besucher an häufig ge-
nutzten Wegstrecken durch Hinweisschilder auf das Was-
serschutzgebiet und die Verbotsregelungen aufmerksam
gemacht. Darüber hinaus wurde an besonders sensiblen
Stellen darauf hingewiesen, dass das Verlassen der ausge-
schilderten Wege verboten ist. Im Wasserschutzgebiet der
Grundwassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieg-
gebiet wurden an häufig genutzten Wegstrecken Informa-
tionstafeln vom „Grundwasser zum Trinkwasser“ aufgestellt.
Diese veranschaulichen durch schematische Zeichnungen,
Karten und Fotos, welche Schritte notwendig sind, um aus
Grundwasser Trinkwasser herzustellen.Seite 44 von 82
Foto
Gemeinsam mit der Landwirtschaft für ausgezeichnetes Trinkwasser
07. RESSOURCENSCHUTZ
Hinweisschild auf das Wasser-
schutzgebiet an der Wahnbach-
talsperre.
Bild
43
ERFASSUNG DER GEFÄHRDUNGSPOTENZIALE
Einträge von Stoffen und Mikroorganismen können vor allem aus
Siedlungen, Gewerbegebieten, Tankstellen, der Abwasserbesei-
tigung, der Beseitigung von Niederschlagswasser, der Landwirt-
schaft, der Forstwirtschaft und der Freizeitnutzung stammen.
Anknüpfend an die vorherigen Jahre, wurde die systematische
Erfassung von Gefährdungspotenzialen, sowohl im Einzugsgebiet
der Wahnbachtalsperre als auch in den Grundwassergewinnungs-
gebieten Meindorf im unteren Sieggebiet und Hennef-Siegbogen,
weitergeführt. Die Vorgehensweise folgt dabei einem qualitativen
Ansatz einschlägiger Regelwerke. Ergänzend wurde 2022 im Rah-
men einer Zusammenarbeit mit der Universität Siegen in einer
Bachelorarbeit eine Machbarkeitsstudie zur Instandsetzung und
Wiederinbetriebnahme von Rückhaltebecken an den direkten Zu-
flüssen in die Talsperre durchgeführt. Im Zuge dessen wurde für
das Rückhaltebecken am Bleibach detailliert betrachtet, welche
Einflüsse auf die Wahnbachtalsperre zu erwarten sind, wenn die-
ses Becken außer Funktion genommen wird. Im nächsten Schritt
ist für 2023 eine weitere Abschlussarbeit geplant, die weitere
Rückhaltebecken behandeln wird.
Für das Jahr 2023 ist es vorgesehen, die erfassten Gefährdungs-
potenziale hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des
Schadensausmaßes für alle drei Einzugsgebiete zu analysieren.
Dabei gilt es, Standortfaktoren und unterschiedliche Wirkungs-
mechanismen für Oberflächen- und Grundwasser zu berücksich-
tigen. Zusätzliche Maßnahmen, die zur Minimierung des Risikos
erforderlich sind, können im Zuge der Risikoabschätzung abgelei-
tet werden. Die Erfassung und Visualisierung erfolgt dabei GIS-ge-
stützt in Form einer detaillierten Landnutzungskarte.
KOOPERATION MIT DER LANDWIRTSCHAFT
Grundlage der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Landwirt-
schaft und Wasserwirtschaft in NRW ist das „12-Punkte-Programm
in Nordrhein-Westfalen“ vom 22. März 2021, das die Landesregie-
rung mit den Landwirtschaftskammern Rheinland und Westfalen-
Lippe, den Verbänden der Landwirtschaft und des Garten-, Obst-
und Gemüsebaues sowie dem Bundesverband der Energie und
Wasserwirtschaft (BDEW), dem Deutschen Verein des Gas- und
Wasserfaches (DVGW) und dem Verband kommunaler Unterneh-
men (VKU) vereinbart hat (Kooperationsmodell). Die Organisation
dieser Zusammenarbeit erfolgt in Wasserschutzkooperationen.
Landwirte und Wasserversorger haben ein gemeinsames Ziel,
den Schutz unsere Trinkwasserressourcen. Einträge von Nähr-
stoffen, Pflanzenschutzmitteln, sonstigen wassergefährdenden
Stoffen und Krankheitserregern in die Gewässer sollen vermieden
werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind landwirtschaftliche Bewirtschaf-
tungsmaßnahmen umzusetzen, die über die gesetzlichen An-
forderungen hinausgehen. Dabei sind wirtschaftliche Nachteile
für die landwirtschaftlichen Betriebe zu vermeiden. Die Wasser-
schutzkooperation trägt damit zu einer Versorgung der Bevölke-
rung mit Trinkwasser in ausreichender Menge und ausgezeich-
Foto
Informationstafel „vom Grund-
wasser zum Trinkwasser.“Seite 45 von 82
Abbildung
Vorstand KLWB
Foto
Team KLWB
07
44
neter Qualität sowie indirekt zur Versorgung mit hochwertigen
Lebensmitteln aus der Region bei.
Die Kooperation in den Wasserschutzgebieten des Verbandes
erfolgte seit 1989 über den „Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser
und Boden im Rhein-Sieg-Kreis (ALWB)“. Die Organisation dieser
Zusammenarbeit musste 2022 neu strukturiert werden, um den
heutigen rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Daher
wurde der ALWB im Dezember 2022 aufgelöst und die Koope-
ration Landwirtschaft, Wasser und Boden (KLWB) als neue Was-
serschutzkooperation gegründet. Der KLWB gehören insgesamt
fünf Wasserversorgungsunternehmen an (WTV, WV Euskirchen-
Swisttal und Gemeinde Alfter vertreten durch die e-regio, WBV
Thomasberg und Aggerverband).
Der paritätisch besetzte Vorstand aus je drei Vertretern der
Landwirtschaft und der Wasserversorgungsunternehmen wird
durch einen Beirat, dem die Landwirtschaftskammer, die Kreis-
bauernschaft, die Unteren Wasserbehörden und die Gesund-
heitsämter angehören, unterstützt. Die Finanzierung erfolgt
durch die fünf Wasserversorgungsunternehmen. Die Aufwen-
dungen für die Wasserschutzkooperation können mit dem Was-
serentnahmeentgelt verrechnet werden.
Ein Team aus neun Spezialisten ist täglich zum Schutz unseres
Trinkwassers im Einsatz. Zusammen mit den Landwirten der
Wasserschutzkooperation werden die konkreten Maßnahmen
gemeinsam geplant und umgesetzt.
Das Team besteht aus drei Mitarbeitern der Landwirtschafts-
kammer NRW (zwei Wasserschutzberater, eine Verwaltungs-
kraft) und sechs Mitarbeitern des Wahnbachtalsperrenver-
bandes (fünf Fachkräfte im Bereich Agrarservice und einem
Auszubildendem zur Fachkraft Agrarservice).
Die Wasserschutzberatung bietet eine individuelle Unter-
stützung der Landwirte mit den Schwerpunkten Anbau-
und Düngeberatung, Nährstoffvergleiche, Auswertung von
Karte
Trinkwasserschutz- und Trinkwassereinzugsgebiete
im Kooperationsgebiet der KLWBSeite 46 von 82
Fotos von oben nach unten
1. Fortbildung auf dem Feld
2. Dokumentation in Echtzeit
3. von links nach rechts, DAL.BO MaxiRoll, John Deere 750A Scheibenegge Amazone
4. Bodenprobennahme im Spätsommer
07. RESSOURCENSCHUTZ
45
Bodenanalysen, Wasserschutz und Pestizideinsatz. Grup-
penberatung, Demonstrationsversuche, produktionstech-
nische Beratung, Feldbegehungen und Exkursionen sowie
Versammlungen und Fortbildungsveranstaltungen gehören
ebenfalls zum Angebot für die Mitglieder der KLWB.
Neben der Wasserschutzberatung bietet der WTV den Mit-
gliedern der KLWB ein Förderprogramm und Dienstleistun-
gen zur gewässerschonenden Bewirtschaftung an. Diese
Dienstleistungen werden vom WTV organisiert und durch-
geführt. Dafür hat er zahlreiche Spezialgeräte angeschafft.
Die geschulten Mitarbeiter setzen ihre umfassenden Erfah-
rungen effizient für die Mitglieder ein. Die Inhalte des Förder-
programmes und die Kostenstruktur der Dienstleistungen
wurden überarbeitet, um geänderten rechtlichen Rahmen-
bedingungen und den Verrechnungsmöglichkeiten mit dem
Wasserentnahmeentgelt Rechnung zu tragen.
2022 – EIN HERAUSFORDERNDES JAHR
Die Witterung 2022 war durch einen feuchten Winter, zu-
nächst verhaltenes Wachstum, kurze Kälteeinbrüche und
Trockenphasen gekennzeichnet. Kälteeinbrüche waren kurz
und selten. Daher konnten insgesamt weniger Maßnahmen
als in den Vorjahren durchgeführt werden.
Als wesentliche Grundlage für die Düngeplanung der land-
wirtschaftlichen Betriebe wurden auch 2022 in erheblichem
Umfang Untersuchungen zu den Nährstoffgehalten in den
Böden (auf 496 Flächen) und den organischen Düngemitteln
(vor allem Gülle) durchgeführt. Die große Zahl an Boden-
proben ist nur durch den Einsatz verbandseigener fahrbarer
Bodenprobenentnahmegeräte möglich. Damit soll der Ver-
lagerung von Nährstoffen in Grund- und Oberflächenwässer
entgegengewirkt werden. Bodenuntersuchungen im Herbst,
kurz vor dem Beginn der Sickerperiode, sollen zur Beurtei-
lung der Effizienz der gewässerschützenden Maßnahmen
beitragen. 2022 wurden diese Untersuchungen auf 142 Flä-
chen durchgeführt. Eine wichtige Aufgabe der Kooperation
wird es zukünftig sein, die Düngungsmaßnahmen auf die
sich ändernden Niederschlagsverteilungen im Zusammen-
hang mit dem Klimawandel anzupassen.
Die Gefahr von oberflächigen Abträgen nach der Ausbrin-
gung organischer Düngemittel wird durch Festlegung von
Ausbringungszeiträumen, in denen die Boden- und Witte-
rungsbedingungen für den Gewässerschutz möglichst güns-
tig sind, minimiert. Das ist eine besonders wichtige Maßnah-
me der Kooperationsarbeit, da die Ausbringung organischer
Düngemittel auf schneebedeckten, gefrorenen oder wasser-
gesättigten Böden durch oberflächigen Abfluss auf geneig-Seite 47 von 82
46
07
ten Flächen bei Schneeschmelze und Niederschlägen oder
durch Versickerung und unterirdischen Abfluss zu Einträgen
in die oberirdischen Gewässer führen kann. Die Wasserver-
sickerung im Boden setzt bereits ein, bevor der Boden „nass“
ist. Dieser Zeitpunkt ist optisch für die Landwirte im Gelän-
de nicht erkennbar. Daher erfolgt durch die Wasserschutz-
kooperation eine Ausbringungsempfehlung für die Mitglie-
der. Grundlage dieser Ausbringungsempfehlung waren auch
2022 Daten einer Klimastation des Deutschen Wetterdiens-
tes im Einzugsgebiet der Wahnbachtalsperre und die Daten
einer Klimastation im Wasserschutzgebiet Meindorf im unte-
ren Sieggebiet (Donnerwetter).
Um die Umsetzung dieser Maßnahme zu ermöglichen,
wird die Errichtung ausreichender Lagerkapazitäten ge-
fördert und der WTV hat zusätzlich einen Güllebehälter für
Notsituationen gepachtet. Der WTV führt im Rahmen der
Wasserschutzkooperation auf zahlreichen Flächen die Aus-
bringung für die Landwirte mit einem speziellen Großgerät
durch, das eine verlustarme, bodennahe Ausbringung mit
hoher Dosiergenauigkeit sicherstellt (Schlitztechnik). 2022
wurden 24.000 Kubikmeter in den Wasserschutzgebieten
ausgebracht. Die Schlitztechnik auf Grünland und die Strip-
Till-Technik auf Ackerflächen gehen über die gesetzlichen
Anforderungen einer bodennahen Ausbringung der novel-
lierten Düngeverordnung hinaus und erreicht ein höheres
Schutzniveau.
Zur Ausbringung von Festmist steht ein modernes Gerät
mit hoher Dosiergenauigkeit und der Möglichkeit, in Kul-
turbestände hineinzufahren, zur Verfügung. 2022 wurden
1.100 Tonnen ausgebracht. Über die Fördermaßnahmen
wird mit den Landwirten auch vereinbart, dass Flächen ganz
oder teilweise von der Ausbringung ausgenommen werden,
um Grund- und Oberflächengewässer zu schützen.
Der WTV hat im Rahmen der Wasserschutzkooperation 2022
350 Tonnen Kalk auf den landwirtschaftlichen Flächen der
Kooperationsmitglieder ausgebracht. Die gezielte Kalkversor-
gung der Böden verbessert die Bodenstabilität und ermög-
licht einen besseren Nährstoffentzug durch die Kulturpflan-
zen, sodass damit eine gewässerschützende Bewirtschaftung
gefördert wird.
Auf 12 Hektar hat der WTV Nachsaaten auf Grünlandflächen
durchgeführt, um die Stabilität der Grünlandnarben zu ver-
bessern und damit einen wirksamen Nährstoffentzug und
Erosionsschutz sicherzustellen.
Nachsaat auf Grünland
Foto mittig
Gülleausbringung mit dem Strip-Till -Verfahren
Foto oben
Sortenversuch Zwischenfrucht
Foto untenSeite 48 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
47
Im Direktsaatverfahren wurden auf zirka 250 ha Zwischen-
früchte, Getreide und Mais ausgebracht.
Die Direktsaat ist ein Aussaatverfahren ohne Bodenbearbei-
tung mit dem die Erosion des Bodens reduziert wird. Zur
Aussaat sind spezifische Direktsämaschinen erforderlich, die
Säschlitze öffnen, in die das Saatgut abgelegt wird.
Die Wasserschutzberatung hat auch 2022 Demonstrations-
versuche durchgeführt, um Erfahrungen mit speziellen ge-
wässerschützenden Bewirtschaftungsmaßnahmen zu sam-
meln und deren Möglichkeiten zur Umsetzung in die Praxis
zu prüfen oder aufzuzeigen.
GEWÄSSERSCHÜTZENDE
FORSTBEWIRTSCHAFTUNG
Die Bewirtschaftung der im Eigentum des Verbandes stehen-
den Forstflächen erfolgt auf Grundlage des DVGW-Merkblat-
tes W 105 „Waldbewirtschaftung und Gewässerschutz“. Die
gewässerschützenden Bewirtschaftungsmaßnahmen sollen
sicherstellen, dass auf steilen Flächen Fahrspuren und Bo-
denverdichtungen durch Befahren mit schweren Geräten
und dadurch Beschädigungen der Bodennarbe weitgehend
vermieden und keine hangabwärts gerichteten Spuren er-
zeugt werden, um damit der Bodenerosion und der oberflä-
chigen Abschwemmung vorzubeugen. Durch diese Maßnah-
men wird auch die Gefahr von mikrobiologischen Einträgen
(Fäkalien von Wildtieren) in die Gewässer minimiert.
SICHERUNG DER WASSERSCHUTZZONE I
Die Wasserschutzzonen I (WSZ I) in den Grundwassergewin-
nungsgebieten sind eingezäunt, sodass der Zutritt nur für
Betriebspersonal möglich ist. Die Flächen werden ohne Dün-
gungsmaßnahmen gepflegt. Der Zutritt für Wildtiere ist ein-
geschränkt, aber für kleine Wildtiere möglich.
Die Zufahrtswege zur WSZ I an der Wahnbachtalsperre sind
durch Absperrschranken gesichert, sodass die Zufahrt nur
für Betriebspersonal und Eigentümer/Bewirtschafter von Flä-
chen in der WSZ I möglich ist. Der Zugang für Wildtiere ist
möglich. Der Wildbestand wird durch jagdliche Maßnahmen
reguliert.
Foto oben
neue Zaunanlage am Brunnen I im Wassergewinnungs-
gebiet Meindorf im unteren Sieggebiet
Foto unten
Absperrschranke im Bereich der WahnbachtalsperreSeite 49 von 82
WAHNBACH
0
50
100
150
200
1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12
Gesamt-Phosphor (μg/l)
0
50
100
150
200
250
1972 1977 1982 1987 1992 1997 2002 2007 2012 2017 2022
Phosphor-gesamt (μg/l)
WAHNBACH
0
50
100
150
200
1982 1987 1992 1997 2002 2007 2012 2017 2022
Phosphor-gesamt (μg/l)
SIEFERBACH
48
07
Grafik
Phosphat im Wahnbach (Einzelwerte 2022)
Grafik
Phosphat im Sieferbach (Jahresmittelwerte 1981-2022)
Grafik
Phosphat im Wahnbach (Jahresmittelwerte 1971-2022)
GEWÄSSERUNTERSUCHUNGEN
IN DEN EINZUGSGEBIETEN
Im Einzugsgebiet der Wahnbachtalsperre werden
Wasseruntersuchungen an der Quelle des Wahn-
bachs, den Ausläufen der Kläranlagen, am Wahnbach
(vor Einlauf in die Vorsperre), am Ablauf der Phos-
phoreliminierungsanlage (PEA), an zwölf Zuflüssen,
die unmittelbar in den Stausee münden, und im Roh-
wasser durchgeführt. In den Grundwassereinzugs-
gebieten werden Wasserproben an oberirdischen
Gewässern, an Grundwassermessstellen und den
Förderbrunnen entnommen und untersucht.
Die Phosphorkonzentration ist im Wasserschutzge-
biet der Wahnbachtalsperre ein wesentlicher Para-
meter für die Gewässergüte, da sie die Entwicklung
von Algen im Stausee in starkem Maße beeinflusst.
Sie ist im Wahnbach, der 80 Prozent des Zuflusses in
Richtung Talsperre führt, nach 1985 zunächst stark
gesunken und befindet sich seit 2003 auf einem
mittleren Konzentrationsniveau von zirka 70 Mikro-
gramm pro Liter. Die Gründe für den insgesamt ge-
ringeren Phosphoreintrag liegen in durchgeführten
Maßnahmen zur Abwasserbeseitigung, in den Maß-
nahmen zum Erosions- und Abschwemmungsschutz
auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und zum
Teil in geänderten Nutzungen von Teichanlagen, die
im Hauptzufluss der Gewässer liegen. Es ist aber
auch erkennbar, dass die abgesenkten Konzentratio-
nen immer noch zu hoch sind, um den Stausee ohne
technische Maßnahmen in einem nährstoffarmen
(oligotrophen) Zustand zu halten (< 10 Mikrogramm
pro Liter erforderlich).
Die Einzelwerte zeigen in 2022 Konzentrationsspitzen
von bis zu 188 Mikrogramm pro Liter. Sie sind auf
Erosionsereignisse nach einzelnen starken Nieder-
schlagsereignissen zurückzuführen. Dies zeigt, dass
solche Einträge trotz der umfangreichen Maßnahmen
zum Erosionsschutz auftreten können, es ist aber auch
zu vermuten, dass das Konzentrationsniveau ohne
Erosionsschutzmaßnahmen deutlich höher liegen
würde.
Unabhängig von einzelnen Konzentrationsspitzen
tritt eine deutliche jahreszeitliche Tendenz in der
Konzentrationsverteilung auf. Etwa von Mitte Mai
bis Ende September liegen die Konzentrationen auf
einem höheren Niveau. Phosphor wird vor allem
durch oberflächige Erosion und Abschwemmung
oder durch Direkteinträge in die oberirdischen Ge-
wässer eingetragen. Die erhöhten Werte in der Som-
merperiode werden daher auf die landwirtschaftliche
Flächennutzung mit Beweidung und Ausbringung vonSeite 50 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
WAHNBACH
WAHNBACH
0
5
10
15
20
25
1972 1977 1982 1987 1992 1997 2002 2007 2012 2017 2022
Nitrat (mg/l)
0
5
10
15
20
25
J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D
Nitrat (mg/l)
2021 20222020
49
Nitrat im Wahnbach (Jahresmittelwerte 1972-2022)
Grafik
Nitrat im Wahnbach (Einzelwerte 2019-2022)
Grafik
organischen Düngemitteln sowie Einträge aus den
Abläufen der Kläranlagen bei gleichzeitig geringer
Wasserführung in den oberirdischen Gewässern zu-
rückgeführt.
Der Sieferbach zeigt exemplarisch für Zuflüsse, die
unmittelbar in den Stausee münden, eine entspre-
chende Tendenz.
Die Jahresmittelwerte der Nitratkonzentration im
Wahnbach zeigen seit 1984 eine fallende Tendenz
und liegen in den letzten Jahren zwischen zehn und
15 Milligramm pro Liter. Sie befinden sich damit im
Vergleich zum Grenzwert der Trinkwasserverordnung
von 50 Milligramm pro Liter auf einem sehr niedrigen
Niveau. Die Entwicklung der Nitratkonzentration im
Jahr 2022 zeigt in den Sommermonaten deutlich ge-
ringere Konzentrationen als im Winter. Das ist darauf
zurückzuführen, dass Nitrat im Sickerwasser gelöst
durch die Bodenzone transportiert und anschließend
über den Zwischenabfluss und das Grundwasser in
die oberirdischen Gewässer verlagert wird. Durch
die extreme Trockenheit ist dieser Verlagerungspfad
über einen langen Zeitraum unterbrochen worden.
Erst mit den im September einsetzenden Nieder-
schlägen folgt das Konzentrationsniveau wieder dem
jahrestypischen Verlauf. Ein ähnlicher Konzentra-
tionsverlauf konnte 2020 beobachtet werden. 2021
war dieser Prozess ebenfalls erkennbar, jedoch lagen
die Konzentrationen in den Sommermonaten auf
einem vergleichsweise höheren Niveau.
Die Nitratkonzentrationen im Rohwasser der drei
Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage Mein-
dorf im unteren Sieggebiet liegen in den Brunnen II
und IV im Jahr 2022, verglichen mit den Konzentratio-
nen von 2021, auf einem vergleichbaren Niveau.
An Brunnen I ist die Jahresmittelkonzentration gegen-
über dem Vorjahr leicht gestiegen. Insgesamt liegen
die Konzentrationen an allen drei Brunnenstandor-
ten deutlich unter dem Grenzwert der Trinkwasser-
verordnung von 50 Milligramm pro Liter.
Die Nitratkonzentrationen im Rohwasser der bei-
den Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage
Hennefer Siegbogen liegen auch in ihren Spitzenwer-
ten auf einem sehr niedrigen Niveau. Zu Beginn des
Jahres 2022 liegen die Konzentrationen in Brunnen III
etwas höher als im Vorjahr. Aufgrund der relativ ge-
ringen Niederschlagsmengen in den Sommermona-
ten 2022 sinkt die Nitratkonzentration, ähnlich wie in
den Trockenjahren 2018–2020, wieder auf ein gerin-
ges Niveau. Die relativ hohen Niederschlagsmengen
in den Sommermonaten 2021 hatten vergleichsweise
zu etwas höheren Konzentrationen geführt.Seite 51 von 82
50
07
PFLANZENSCHUTZMITTEL
In den drei Wasserschutzgebieten wurden 66 Wirk-
stoffe und deren Abbauprodukte (Metabolite) unter-
sucht. Für diese Stoffgruppe gelten im Trinkwas-
ser die in der Trinkwasserverordnung festgelegten
Grenzwerte. Im Juni und November wurden zusätz-
liche Untersuchungen auf 43 nicht relevante Meta-
bolite (nrM) durchgeführt. Nicht relevante Metabolite
sind Abbauprodukte von Pflanzenschutzmittelwirk-
stoffen, die weder eine definierte pestizide Restaktivi-
tät, noch ein pflanzenschutzrechtlich relevantes hu-
mantoxisches oder ökotoxisches Potenzial besitzen.
Die Bewertung ihrer Anwesenheit im Trinkwasser er-
folgt deshalb nicht nach der Trinkwasserverordnung,
sondern nach dem Vorsorge-Konzept der gesund-
heitlichen Orientierungswerte (GOW) des Umwelt-
bundesamtes (UBA). Der Grenzwert für Trinkwasser
liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter je Einzelsubstanz.
In der Quelle des Wahnbachs wurde im Juni AMPA
und Dimethylsulfamid (DMS) nachgewiesen. In den
Ausläufen der Kläranlagen (KA) Much und Hillesheim
wurden am häufigsten AMPA, das Abbauprodukt von
Glyphosat, Terbuconazol, Terbutryn und DMS beob-
achtet. Die Konzentrationen überschritten teilweise
den GOW. Einmalig wurden die Stoffe Atrazin, Pro-
piconazol, Terbuthylazin und Glyphosat nachgewie-
sen. Glyphosat, Terbutryn und Terbuthylazin können
überwiegend als „Unkrautvernichter“ Anwendung
finden. Eine Anwendung des nicht mehr zugelasse-
nen Wirkstoffes Atrazin im Wasserschutzgebiet wird
nicht angenommen. Es wird davon ausgegangen,
dass Atrazin aus früheren Anwendungen immer noch
im Boden vorhanden ist und sukzessive ausgetragen
wird. Tebuconazol wird als Fungizid eingesetzt. Im
Wahnbach, vor der Mündung in die Vorsperre, wur-
den 2022 von den in den Ausläufen der Kläranlagen
nachgewiesenen Substanzen Terbuthylazin und AM-
PA nachgewiesen in Konzentrationen unterhalb des
Grenzwertes der Trinkwasserverordnung 2011 (Stand
19. Juni 2020). Darüber hinaus wurden Desphenyl-
Chloridazon (Metabolit-B), S-Metolachlor (S-Metabo-
lit) und S-Metolachlor-Sulfonsäure ebenfalls unter-
halb des Grenzwerts der Trinkwasserverordnung
2001 (Stand 19. Juni 2020) beobachtet. Terbuthylazin
wird auch im Maisanbau angewendet und kann da-
her zusätzlich auch aus dem landwirtschaftlichen Be-
reich eingetragen werden. Die Belastung des Wahn-
baches mit Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln
und deren Abbauprodukten (Metabolite) wurde seit
HENNEF
0
10
20
30
1997 2002 2007 2012 2017 2022
Nitrat (mg/l)
Brunnen II
Brunnen III
Grenzwert Trinkwasserverordnung (2001) = 50 mg/l
Grafik
Nitrat in den zwei Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage im Hennefer Siegbogen (Einzelwerte 1997-2022)
0
10
20
30
40
50
60
1972 1982 1992 2002 2012 2022
Nitrat (mg/l)
Brunnen I
Brunnen II
Brunnen IV
Grenzwert Trinkwasserverordnung (2001)
Br. I 2018 außer Betrieb
MEINDORF
Nitrat in den drei Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage Meindorf
im unteren Sieggebiet (Jahresmittelwerte 1972 – 2022)
GrafikSeite 52 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
GLYPHOSAT & AMPA MEINDORF
GLYPHOSAT & AMPA HENNEF
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
Juni Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov
(μg/l)
Glyphosat
AMPA
KA Much Wahnbach RW-TalsperreQuelle
Wahnbach
KA Hillesheim
Fließrichtung
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov
(μg/l)
Glyphosat AMPA
Sieg in Meindorf I
Förderbrunnen
IVII
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
Juni Juni Nov Juni Juni
(μg/l)
Glyphosat AMPA
Sieg in Hennef Grundwassermessstelle Nb 8 Förderbrunnen II Förderbrunnen III
GLYPHOSAT & AMPA WAHNBACH
Grafiken
Glyphosat und AMPA in den 3 Wasserschutzgebieten
51
1989 insgesamt stark verringert. Vor allem die Höhe
der Konzentrationen bei nachgewiesenen Stoffen
liegt heute deutlich niedriger. Im Filtrat der Phosphor-
eliminierungsanlage (PEA) wurden Desphenyl-Chlori-
dazon (Metabolit-B) und S-Metolachlor (S-Metabolit)
nachgewiesen. In fünf Zuflüssen, die unmittelbar in
den Stausee münden, wurden keine Wirkstoffe oder
deren Abbauprodukte nachgewiesen. Im Rohwasser
der Wahnbachtalsperre wurden nur noch Terbuthy-
lazin, Metolachlor (S-Metabolit) und S-Metolachlor-
Sulfonsäure in sehr geringen Konzentrationen, die
deutlich unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasser-
verordnung liegen, nachgewiesen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass aus dem Sied-
lungsbereich (Ausläufe der Kläranlagen) in erheblichem
Umfang Einträge in den Wahnbach erfolgen. Die Konzen-
tration der eingetragenen Stoffe geht allerdings auf der
Fließstrecke im Wahnbach bereits sehr stark zurück und
nach der weiteren Transportstrecke bis zur Rohwasser-
entnahme sind sie dort nur noch vereinzelt in sehr gerin-
gen Konzentrationen nachweisbar.
In der Sieg wurden in beiden Grundwassergewin-
nungsgebieten verschiedene Wirkstoffe und Meta-
bolite (Abbauprodukte) nachgewiesen. Die Konzent-
rationen lagen weitgehend unter dem Grenzwert für
Trinkwasser. Diese Stoffe wurden an den untersuch-
ten Grundwassermessstellen innerhalb der Wasser-
schutzgebiete nur teilweise beobachtet. Die Konzen-
trationen lagen im Wasserschutzgebiet im Hennefer
Siegbogen unterhalb des jeweiligen GOW. Im Roh-
wasser der Förderbrunnen der Wassergewinnungs-
anlage Meindorf im unteren Sieggebiet und der Was-
sergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen wurden
Terbuthylazin, Desphenyl-Chloridazon (Metabolit-B),
Methyldesphenyl-Chloridazon und Dimethachlor,
Metazachlor, Metazachlor (S-Metabolit) und S-Me-
tolachlor-Sulfonsäure deutlich unterhalb des GOW
nachgewiesen.
Das in der Öffentlichkeit intensiv diskutierte Glypho-
sat (mit seinem Abbauprodukt AMPA) wurde als To-
talherbizid zur Unkrautbekämpfung auf befestigten
Flächen und im Rahmen des Direktsaatverfahrens
auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt. AMPA
kann auch aus den Phosphorverbindungen gebildet
werden, die zum Beispiel in Waschmitteln enthalten
sind. Eine eindeutige Zuordnung zu einer Belastungs-Seite 53 von 82
52
07
Grundwasserbrunnnen Hennef
Foto
quelle ist nicht möglich. Es erscheint allerdings unwahrscheinlich,
dass die Einträge aus früheren Anwendungen im Zuge des Direkt-
saatverfahrens stammen, da dieses gerade die Erosion und den
damit verbundenen Eintrag in die oberirdischen Gewässer ver-
mindert. Dafür sprechen auch die höheren Konzentrationen in
den Abläufen der Kläranlagen und die deutliche Konzentrations-
abnahme auf der Fließstrecke des Wahnbaches. Nach Inkrafttre-
ten der novellierten Pflanzenschutzanwendungsverordnung vom
2. September 2021 ist die Anwendung von Glyphosat in Wasser-
schutzgebieten verboten.
Das Direktsaatverfahren kann daher nicht mehr in der bisherigen
Form durchgeführt werden. Einige Landwirte haben daher Ihre
Ackerflächen wieder gepflügt, wodurch die Gefahr der Boden-
erosion mit den damit verbundenen Einträgen von Stoffen und
Krankheitserregern in die oberirdischen Gewässer verstärkt wird.
Alternative Möglichkeiten über flache Bodenbearbeitungen (zum
Beispiel mit der Kurzscheibenegge) mit anschließender Aussaat
durch Direktsaatgeräte wurden geprüft und anschließend für die
Landwirte im Rahmen der Wasserschutzkooperation als Förder-
maßnahme angeboten.
Die Wasserschutzkooperation muss aber auch überlegen, ob die
Ackerbauanbaufläche im Wasserschutzgebiet der Wahnbachtal-
sperre zukünftig reduziert und durch Grünlandnutzung ersetzt
werden kann.
Bei den Untersuchungen auf nicht relevante Metabolite (nrM) wur-
den 2022 einzelne dieser Stoffe in den oberirdischen Gewässern,
im Grundwasser und in den Rohwässern nachgewiesen. Die beob-
achteten Konzentrationen liegen allerdings weitestgehend unter
den gesundheitlichen Orientierungswerten, sodass ihr Nachweis
keine Bedeutung für die sichere Trinkwasserversorgung hat.Seite 54 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
Juni Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov
(μg/l)
KA Much Wahnbach RW-Talsperre TW-TalsperrePEA-AuslaufQuelle
Wahnbach
KA Hillesheim
Fließrichtung
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
Juni Jul Sep Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Aug Nov Juni Nov Aug Nov Aug Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov
(μg/l)
Sieg in Meindorf Grundwassermessstellen
I
Förderbrunnen TW Meindorf
IVIIEc 16 Ed 8 Ee 11Df 4Dd 3 He 1Ef 4
0,0
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
Juni Jul Sep Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Jul Sep Nov Juni Jul Sep Nov
(μg/l)
Nb 4
Sieg in Hennef Grundwassermessstellen Förderbrunnen
II IIINb 1 Nb 8 Nc 4 Nc11Mc 7
HENNEF
MEINDORF
TALSPERRE
53
Acesulfam (Süßstoff) als Beispiel für einen Spurenstoff in den 3 Wasserschutzgebieten
Grafiken
ARZNEIMITTEL, TIERARZNEIMITTEL
UND SPURENSTOFFE
In den drei Wasserschutzgebieten wurden weiterhin
pharmazeutische Wirkstoffe, Wirkstoffe aus Tierarz-
neimitteln, Hormone und Spurenstoffe (TFA, Kom-
plexbildner, Triazole, Süßstoffe, Flammschutzmittel)
untersucht. Für diese Stoffgruppen sind keine Grenz-
werte in der Trinkwasserverordnung festgelegt. Die
Bewertung ihrer Anwesenheit im Trinkwasser erfolgt
deshalb nach dem Vorsorge-Konzept der gesundheit-
lichen Orientierungswerte (GOW) des Umweltbun-
desamtes (UBA).
In der Quelle des Wahnbachs, südwestlich der Ort-
schaft Drabenderhöhe, wurden 2022 Diclofenac,
Valsartansäure, Metformin und Amidotrizoesäure
nachgewiesen. Weiterhin wurden die meisten Kom-
plexbildner, Flammschutzmittel sowie Acesulfam
festgestellt. Diese Stoffe sind mögliche Indizien für
häusliches Abwasser. In den Ausläufen der Kläran-
lagen Much und Hillesheim wurden die meisten der
untersuchten pharmazeutischen Wirkstoffe, Tierarz-
neimittel und Spurenstoffe mindestens einmal nach-
gewiesen. Die Konzentrationen lagen hier teilweise
sehr deutlich über dem jeweiligen GOW. Im Wahn-
bach, vor der Mündung in die Vorsperre, wurden
ebenfalls verschiedene Wirkstoffe aus Arzneimitteln
und Spurenstoffe nachgewiesen. Die Konzentratio-
nen sind an dieser Stelle zwar deutlich niedriger, aber
dennoch kommt es zu Überschreitungen der GOW.
Im Auslauf der Phosphoreliminierungsanlage wurden
viele der pharmazeutischen Wirkstoffe und Spuren-
stoffe, ebenfalls mit Überschreitungen des jeweiligen
GOW, nachgewiesen. Nach der Transportstrecke im
Stausee finden sich diese Stoffe auch im Rohwasser
der Talsperre. Die Konzentrationen liegen allerdings,
bis auf eine Ausnahme, jeweils weit unterhalb des je-
weiligen GOW, sodass keine Auswirkungen auf eine
sichere Trinkwasserversorgung erkennbar sind.
Im Rohwasser der Förderbrunnen der Wassergewin-
nungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet und
der Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen
wurden neun pharmazeutische Wirkstoffe und ein
Spurenstoff nachgewiesen. Die Konzentrationen
liegen überwiegend weit unterhalb des jeweiligen
GOW. Im Rohwasser des Horizontalfilterbrunnens IV
lag die Konzentration von Oxipurinol teilweise über
dem GOW. Diese Stoffe und weitere wurden in der
Sieg, in teilweise erheblich höheren Konzentrationen
beobachtet, sodass ein Eintrag über das Sieginfiltrat
in den Grundwasserkörper angenommen wird. Dem-
entsprechend werden sie auch in einzelnen Grund-
wassermessstellen nachgewiesen.Seite 55 von 82
07
Grundwasserstände im Wasserschutzgebiet
der Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen (2018-2022):
Mb 13 (Siegpegel), Nb001 und Mb002 (zwischen Sieg und Förder-
brunnen), Mb007 (unmittelbar am Förderbrunnen),
Nc005 (ca. 190 m vom Förderbrunnen entfernt)
Grafik unten
Grundwasserstände im Wasserschutzgebiet
der Wassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet (2018-2022):
Dd012 (Siegpegel), Ce010 (zwischen Sieg und Förderbrunnen),
De005, De009 und Ee008 (nähe Förderbrunnen)
Grafik oben
GRUNDWASSERSTÄNDE
In beiden Grundwassergewinnungsgebieten werden
die Grundwasserstände im Siegvorland (Ce010, Mb002,
Nb001) und im Bereich der Förderbrunnen (De005, De009,
Ee008, Mb007, Nc005) stark von den Wasserständen der
Sieg (Dd012, Mb013) beeinflusst. Hohe Siegwasserstände
führen auch zu hohen Grundwasserständen.
Die Grundwasserstände in beiden Grundwassergewin-
nungsgebieten sinken bereits ab April und erreichen
in den Sommermonaten – von Juli bis August – ihren
Tiefststand. In dieser Zeitspanne führt die Sieg eben-
falls nur sehr geringe Wassermengen. Diese geringen
Wasserstandshöhen sind auf geringe Niederschlags-
mengen in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen. Mit
den einsetzenden Niederschlägen im Herbst beginnen
die Grundwasserstände wieder zu steigen. Im Dezember
2022 wurden aufgrund der hohen Niederschlagsmengen
vergleichsweise sehr hohe Wasserstände an den Mess-
stellen der Sieg verzeichnet.
Die Grundwasserstände im Bereich der Horizontalfilter-
brunnen zeigen eine Beeinflussung durch die Förderung.
So zeigen zum Beispiel die Grundwassermessstellen
Mb007 und Nc005 besonders tiefe Wasserstände, wenn
die Fördermenge der Horizontalfilterbrunnen hoch ist.
Im Vergleich zum Sommer des Vorjahres 2021 zeigen die
Grundwasserstände einen „gegenteiligen“ Trend.
Im Juli 2021 wurden extrem hohe Wasserstände aufge-
zeichnet. Diese sind alleinig auf das Starkniederschlag-
ereignis vom 14. Juli 2021 zurückzuführen. Aufgrund des
trockenen Sommers in 2022 war ein solcher Trend nicht
zu beobachten.Seite 56 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
55Seite 57 von 82
56
07
FORSTWIRTSCHAFT
Die durch Trockenheit und Borkenkäferbefall instabil gewordenen
Fichtenbestände wurden 2022 an Waldwegen und in Gebäudenä-
he sukzessive entfernt. Es besteht zwar keine Verkehrssicherungs-
pflicht an Waldwegen, dennoch sind aufgrund der bekannten Ge-
fahr eines Zusammenbruches der Bäume zur Sicherheit auch dort
die Gefahrenbäume beseitigt worden.
Auch Baumarten, die als relativ resilient eingeschätzt wurden, zei-
gen Ausfallerscheinungen. Besonders betroffen ist die Buche. Ei-
che, Birke und Kiefer zeigen ebenfalls Schäden. Diverse Bäume an
unterschiedlichsten Standorten sind vertrocknet und mussten an
frequentierten Standorten entfernt werden.
Wie auch in 2021 ist die Gemeine Esche (Fraxinus Excelsior) ein
Laubholz mit großem Schadpotenzial. Das Eschentriebsterben ist
auch im WTV-Forst nicht aufzuhalten. Verantwortlich hierfür ist
ein Pilz, das falsche weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus
pseudoalbidus). Die Sporen dieses Pilzes dringen über die Blatt-
stile in gesunde Äste ein und besiedeln das Holzgewebe. Blätter
und Triebe sterben daraufhin ab. Die Esche trocknet von der Kro-
ne an zurück, der Baum stirbt ab. Es kommt zu unkontrolliertem
Astabbrüchen oder Baumbrüchen. Die Gefahr, die von solchen Be-
ständen ausgeht, muss beseitigt werden. Dies ist aufgrund der zu
gewährleistenden Sicherheit der Forstwirte in Großteilen nur mit
maschineller Unterstützung möglich.
Ressourcenschutz
FORST- UND
LANDSCHAFTSPFLEGE
Seit dem Trockenjahr 2018 ist
ein fortschreitender Zerfall der
Fichtenbestände zu beobachten.
Abgestorbene Buche
Foto
Abgestorbene Kiefer
Foto
Oben: Absterbende
Krone an einer Esche
Unten: Fruchtkörper
des „falschen weißen
Stengelbecherchen“
Fotos rechtsSeite 58 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
TECHNISCHE AUSSTATTUNG
2022 wurde ein gebrauchter Forstspezialschlepper angeschafft, um
die Arbeitssicherheit und die Effektivität der forstlichen Arbeiten zu
verbessern. Diese Maschine weist eine Konsolenbauweise auf, so-
dass diverse Gerätschaften für unterschiedliche Aufgabenstellungen
ab- und angebaut werden können:
• Forst-Sicherheitsausstattung (Panzerglas, Astabweiser,
Unterfahrschutz)
• Forstladekran mit 8,5 Meter Reichweite
• Doppeltrommel Seilwinde mit jeweils 10 Tonnen Zugkraft
• Ergonomischer Drehsitz, Sitzheizung, Klimaanlage, gefederte
Vorderachse
• Biologisch abbaubares Hydrauliköl
• EURO Schnellwechselrahmen für Arbeitsgeräte
Der Schlepper wird bei allen forstlichen Arbeiten eingesetzt. Das be-
inhaltet das Umziehen von Bäumen, Vorliefern der Bäume, Poltern
der Stämme. Des Weiteren wird er zum UVV-konformen Fällen von
Schadholz genutzt. Auch zum Räumen von Windwurf auf Wegen
oder zum Mulchen von Flächen ist der Schlepper einsetzbar.
AUSBILDUNG
Der Mitarbeiter Julius Brix hat im Juni 2022 seine Abschlussprüfung
zum Forstwirt mit Erfolg abgelegt. Er hat im Anschluss an seine drei-
jährige Ausbildung einen Jahresvertrag erhalten und arbeitet aktuell
in der Forstabteilung als Forstwirt-Fachhandwerker.
Im August 2022 hat eine neue Auszubildende ihre Arbeit in der Forst-
abteilung aufgenommen. Jana Röttgen hat bereits ein Jahresprakti-
kum im Landesforst absolviert und verfügt über einen Jagdschein.
INFORMATIONSTAFELN
An stark frequentierten Wegen, die an neu bepflanzten Flächen vor-
beiführen, hat die Forstabteilung Hinweistafeln installiert. Die Um-
randung aus heimischer Douglasie ist vom Forstwirt-Auszubildenden
hergestellt worden. Hier kann sich der interessierte Waldbesucher
über die Pflanzung informieren.
RUHEBÄNKE
Im Jahr 2022 wurden insgesamt drei Ruhebänke, die an inzwischen
zugewachsenen Sichtschneisen standen, versetzt. Von den neuen
Standorten können Besucher und Wanderer den Blick auf die Tal-
sperre wieder genießen.
Foto rechts
Neue Ruhebank mit Blick auf die Talsperre
Foto
Forstspezialschlepper
57
Fotos
Forstwirt Julius Brix und Auszubildende Jana Röttgen
Fotos
Hinweistafel an Forstfläche und Hinweistafel mit Zuwegung aus Streu und
RindenmulchSeite 59 von 82
58
07
VEGETATION TROTZ VERSIEGELUNG
Der Wahnbachtalsperrenverband hat Dächer, die sind wunder-
schön und funktionell. Die jährliche Pflege des Daches über-
nimmt nicht der Dachdecker, sondern erledigt die Landschafts-
pflege. Das grüne Dach beziehungsweise das „Gründach“ gibt
es beim WTV schon seit über 27 Jahren. Die ersten Gründächer
entstanden bei der Erweiterung des Pumpwerkes Seligentahl.
Über den Garagen und Werkstätten befinden sich drei Grün-
dächer mit Mutterbodenauflage. Inzwischen sind auch an wei-
teren Standorten Gründächer entstanden. Auf dem Laborge-
bäude ist zirka ein Viertel des Daches begrünt und über der
Hauptaufbereitung SN 1 gibt es Pflanzkübel. Im Hennefer Siegbo-
gen sind die beiden Carports über den Technikhäuschen begrünt.
Das jüngste Gründach befindet sich über der Chloranlage in Mein-
dorf. Die Vorteile des begrünten Daches sind:
• Wasserspeicherung
• Pflanzen binden CO2 und sind Nahrung für Insekten
• Die Dachhaut ist vor UV-Strahlung geschützt und hält länger
• Das Dach ist besser vor Hitze geschützt
HEUMAHDÜBERTRAGUNG – WAT IS DAT?
Heumahdübertragung ist ein Begriff aus dem Naturschutz. Es wird
gemähter und getrockneter Wiesenschnitt mit gereiften Samen
von einer Spenderfläche aufgeladen und auf eine vorbereitete
Fläche aufgebracht. Beim Verteilen der Heumahd fallen die
reifen Samen auf den Boden oder Samen können an den Pflanzen
nachreifen und fallen anschließend auf den Boden. So kann zum
Beispiel eine Baustelle nach Fertigstellung eingesät werden. Die
Alternative zur Gewinnung von Samen wäre die Beerntung einer
Spenderfläche. Anschließend kann mit dem geernteten regiona-
len Saatgut eine Fläche (zum Beispiel nach einer Baumaßnahme)
neu eingesät werden. Die Bilder unten zeigen eine Heumahdüber-
tragung durch die Landschaftspflege in der Nähe des Flugplat-
zes Hangelar. Die Maßnahme ist der Ausgleich für den Bau eines
Anodenfeldes für den Korrosionsschutz auf dieser Wiese.
Begrüntes Dach in Meindorf
über der Chlordioxidanlage
Fotos
Links: Fläche, die zur Heumahdübertragung mit dem Bandrechen vorbereitet wurde
Rechts: Fläche nach Übertragung der Heumahd
Fotos
LANDSCHAFTSPFLEGESeite 60 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
59
DAS BETRIEBSGELÄNDE SIEGELSKNIPPEN
SOLL BUNTER WERDEN
Im Herbst 2021 wurde ein Blühstreifen südlich neben des
Gebäudes SN 3 (Alte Filterhalle) eingesät.
Der Streifen blühte im Frühjahr und Sommer 2022. Im Mai
war die Hauptblütenfarbe Gelb und im Juni ging es ins Blaue
über. In der Saatgutmischung waren 58 verschiedene Kräu-
ter enthalten.
RESSOURCENSCHUTZ
DURCH WARTUNG UND PFLEGE
Eine Aufgabe der Landschaftspflege ist die Wartung und
Pflege der Maschinen und Geräte der Landschaftspflege.
Die Wartung der Maschinen ist vergleichbar mit der Inspek-
tion eines Autos. Bewegliche Teile werden geölt, Verschleiß-
teile ausgetauscht, der Luftfilter wird gereinigt oder ersetzt,
Getriebe und Lager werden gefettet und defekte Teile aus-
getauscht.
Vor dem Einsatz der Geräte werden Ketten, Messer und
Klingen geschärft. Zusätzlich werden Kraftstoffe und Ver-
schleißmaterial aufgefüllt, sodass die Arbeit vor Ort effektiv
erledigt werden kann. Ein größeres Projekt im Dezember
2022 war die Reparatur des defekten Kabinendaches des in
der Landschaftspflege eingesetzten Schleppers. Zusätzlich
hat die Landschaftspflege Trittstufen gerichtet, Blechteile
ausgebeult, entrostet und anschließend lackiert. So wird die
dunkle und kalte Jahreszeit genutzt, um in der Vegetations-
zeit einsatzbereite und gepflegte Maschinen und Geräte zur
Verfügung zu haben. Durch eine gute Wartung und Pflege
werden die Nutzungsdauer der Geräte erhöht und Werte
erhalten. So kann die Landschaftspflege zusätzlich wichtige
Ressourcen schützen.
oben: Einfahrt Betriebsgelände Siegelsknippen Wechselflorbepflanzung
mittig & unten: Vorbereitet zur Lackierung und anschließend lackiert
Fotos rechts
Fotos
Blühstreifen südlich neben SN 3 und Blühstreifen SN 3Seite 61 von 82
60
07
MULCHEN
DER WIESENFLÄCHEN
Die Wiesen der Hochbehälter werden mit einem Raupenmulcher
gepflegt. Der Mulcher schlägt den Aufwuchs ab und lässt ihn zer-
kleinert liegen. In normalen Jahren verrottet der gehäckselte Grün-
schnitt innerhalb weniger Wochen. Die Verrottung benötigt Feuch-
tigkeit, die in unseren Breiten als Tau und Regen vorkommt.
Im August 2022 war es so heiß und trocken, dass der Grünschnitt
nicht verrottet ist und als leicht brennbares Heu auf den Flächen
verblieb. Mit Hilfe der Wetterprognose und Kollegen, die in der
freiwilligen Feuerwehr tätig sind, wurde entschieden, das Mulchen
der Wiesen einzustellen, um die Brandgefahr zu reduzieren.
UMSETZUNG DES ARTENSCHUTZES
VOR DEM UMBAU GUT UMSCHOSS GESTARTET
Besprechung und Vorbereitung für den Umbau Gut Umschoß
sind seit Herbst sehr konkret, die Pläne für den Umbau von Gut
Umschoß eingereicht. Die Untere Naturschutzbehörde hatte dazu
eine Artenschutzprüfung gefordert. Diese hat ergeben, dass Turm-
falke, Fledermäuse, Bachstelze, Hausrotschwanz, Siebenschläfer
und Zauneidechse neue Wohnungen brauchen. Für die Zaun-
eidechsen wird ein 2000 Quadratmeter großes neues Habitat zur
Verfügung gestellt. Für die fliegenden Arten werden Brut- und Nist-
kästen aufgehängt, sodass Brut- und Rückzugsstätten geschlossen
werden können. Für die praktische Umsetzung der Maßnahmen
gab es einen Ortstermin zwischen Vertretern der Unteren Natur-
schutzbehörde, Landschaftsingenieuren, Architekten und WTV –
Verantwortlichen.
Foto
Turmfalkenkasten
Foto
Halbhöhlenkasten für die BachstelzeSeite 62 von 82
07. RESSOURCENSCHUTZ
61
SICHERUNG DER TRASSEN
FÜR DIE VERSORGUNGSLEITUNGEN
Die Trassen der Versorgungsleitungen werden sukzessive
begangen und auf Bewuchs und die Errichtung baulicher
Anlagen überprüft. Die Kontrolle des Bewuchses erfolgt im
Hinblick auf tief wurzelnde Gehölze, bei denen die Gefahr
einer Beschädigung der Versorgungsleitungen nicht auszu-
schließen ist. Bauliche Anlagen können den Zugang zu den
Versorgungsleitungen erschweren oder verhindern und bei
erforderlichen Instandsetzungsarbeiten an den Versorgungs-
leitungen beschädigt werden.
2022 wurden die Schutzstreifen auf zirka 13,5 Kilometern
Leitungstrasse überprüft. Dabei wurden zirka 30 Bäume als
„Gefährder“ für die Trinkwasserleitungen eingestuft. Von die-
sen, wie auch von Kontrollen aus dem Vorjahren, konnten
120 Bäume im Jahr 2022 entfernt werden. In einigen Fällen
aus den Vorjahren sind noch Prüfungen durch die Eigentü-
mer der Bäume sowie Entscheidungen der verschiedenen
Naturschutzbehörden abzuwarten. Auch politische Abwä-
gungen der verschiedenen öffentlichen Interessen spielen
dabei eine Rolle. In diesem Jahr wurden keine weiteren unbe-
kannten baulichen Anlagen festgestellt. Zwei Fälle aus dem
Vorjahr konnten abschließen

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Datenstand: 03.11.2026, 04:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de