232241 · Mitteilungsvorlage
Wirtschaftsplan 2024 des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV)
Kerndaten
- Nummer
- 232241
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 02.02.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 232241 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue- rung Dezernat: Dez. OB Wirtschaftsplan 2024 des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 13.03.2024 Kenntnisnahme Sachverhalt Die Verbandsversammlung des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) hat in seiner Sitzung am 01.12.2024 den Wirtschaftsplanentwurf 2024 und die mittelfristige Finanzplanung zur Kenntnis genommen und den Wirtschaftsplan 2024 in der vorgelegten Form mit einem vorläufigen Wasserpreis von 85,37 Cent/m³ beschlossen. Der Zweckverband WTV Der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ein Wasser- und Bodenverband im Sinne des Gesetzes über Wasser- und Bodenverbände (Wasserverbandsgesetz) vom 12.02.1991. Die Hauptaufgabe des Verbands ist die Beschaffung und Bereitstellung von Trinkwasser für die Verbandsmitglieder und aufgrund gesonderter Vereinbarung angeschlossene Nichtverbandsmitglieder. Mitglieder des Zweckverbandes sind die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Siegburg. Weitere Abnehmer des Talsperrenwassers sind die die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen, die Gemeinde Grafschaft sowie der Zweckverband Eifel-Ahr im Landkreis Ahrweiler. Die Mitgliedsbeiträge werden gemäß § 21 der Verbandssatzung ermittelt, indem die nicht durch sonstige Erträge gedeckten Aufwendungen der gesamten Wasserversorgungsanlagen entsprechend der tatsächlichen Wasserlieferung aufgeteilt werden. Die Bundesstadt Bonn ist mit einer Stimme in der Verbandsversammlung des WTV vertreten. Öffentlichkeit/ Bekanntmachung Der WTV kommt seinen rechtlichen Vorgaben nach, als dass die Rechnungslegung der Aufsichtsbehörde gemeldet wird. Darüber hinaus hält derSeite 1 von 82 Seite 2 WTV (u.a.) einen jährlichen Bericht auf der Homepage www.wahnbach.de bereit. Wirtschaftsplan 2024 Wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hat die tatsächliche Wasserabgabemenge. Der Wahnbachtalsperrenverband arbeitet nach dem Kostendeckungsprinzip, d. h. es dürfen keine Gewinne erzielt werden. Erwartet 2023 Für das laufende Geschäftsjahr 2023 wird von den Wasserabnehmern des WTV ein Wasserabsatz von 44,8 Mio. m³ erwartet. Gegenüber der Planung für das Jahr 2023 bedeutet dies eine Reduzierung um rund 1,62 Mio. m³ (= -3,5 %). Planjahr 2024 Für die Jahre 2024 ff. wurde bei den Planungen eine jährliche Absatzmenge von 44,94 bis 45,29 Mio. m³ unterstellt. Die Plandaten beruhen dabei auf den Angaben der Verbandsmitglieder bzw. der zu beliefernden Versorgungsunternehmen. Die wesentlichen Aufwandspositionen bilden ab 2024 neben den Personalkosten und dem Kapitaldienst in Form von Abschreibungen und Zinsen, die Energiekosten sowie die Materialaufwendungen und Dienstleistungen zur Unterhaltung aller Anlagen beim WTV. Der für 2024 ermittelte Wasserpreis für die Verbandsmitglieder beläuft sich bei einer Abgabemenge von 44,94 Mio. m³ auf 85,37 Cent/m³. Für die Folgejahre weist die mittelfristige Planung einen Abgabepreis zwischen 80,16 und 81,57 Cent je m³ aus. Der Investitionsplan für investive Baumaßnahmen ist mit rd. 7 Mio. Euro (Vj. 5,4 Mio.€) geplant. Anlage/n 1 WTV_Jahresbericht_2022_web (öffentlich)Seite 2 von 82 Wahnbachtalsperrenverband Für die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr JAHRESBERICHT 2022Seite 3 von 82 1. VORWORT Grußwort der Geschäftsführung 5 2. TOPTHEMEN Zukunftswald: Kooperation rhenag, WTV & TU München 8 WTV Intranet 11 3. DATEN UND FAKTEN Alles auf einen Blick: - Personal 14 - Arbeitssicherheit 16 - Finanzen 17 Versorgungsgebiet 18 Gremien des Verbandes und Organe 19 4. ATTRAKTIVER ARBEITGEBER IN DER REGION Betriebliches Gesundheitsmanagement, Dienstvereinbarung „Besondere Anlässe“ – Prämien 22 Ausbildungsmöglichkeiten 23 5. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Mitarbeiterveranstaltungen, Erweitertes Bildungsangebot 26 Wasserthekeneinsätze 2022 27 JAHRESBERICHT 2022Seite 4 von 82 3 WAHNBACHTAL- SPERRENVERBAND 6. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER Gewinnung - Pegelstände Talsperre 30 - Entnahmemengen 32 Verteilung - Abgabemengen 33 - Spitzenabgaben 35 Qualität - Wasseranalyse 36 7. RESSOURCENSCHUTZ Wasserschutzgebiete 40 Kooperation Landwirtschaft 43 Gewässerschonende Forstbewirtschaftung 47 Sicherung Wasserschutzzone 1 47 Gewässeruntersuchungen 48 Grundwasserstände 54 Forst- und Landschaftspflege 56 Leitungstrassen 61 8. LABORATORIEN Aufgaben 64 Aktuelles aus dem Labor - Umbau Lüftungsanlage 64 - Modernisierung der Analysentechnik Limnologie 66 Akkreditierung 67 9. WICHTIGE BEGLEITPROJEKTE Energiemanagement 70 Bauprojekte/Instandhaltungsmaßnahmen 74 JAHRESBERICHT 2022Seite 5 von 82 01 4 ALLES AUF EINEN BLICK DER WAHNBACHTAL- SPERRENVERBAND Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts Rechtsgrundlage Gesetz über Wasser- und Bodenverbände (Wasserverbandsgesetz – WVG) Satzung des Wahnbachtalsperrenverbandes Hauptaufgabe Beschaffung und Bereitstellung von Trinkwasser für die Verbandsmitglieder und aufgrund gesonderter Vereinbarung angeschlossene Nichtverbandsmitglieder Verbandsmitglieder Bundesstadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis, Kreisstadt Siegburg Aufsichtsbehörde Bezirksregierung Köln Finanzierung Kostendeckungsprinzip (Mitgliederbeiträge, Darlehen) Versorgungsgebiet Bonn/Rhein-Sieg/Ahr (siehe Karte Versorgungsgebiet auf Seite 18) IMPRESSUM Herausgeber/Redaktion: Wahnbachtalsperrenverband Siegelsknippen, 53721 Siegburg Fotos: Wahnbachtalsperrenverband, Adobe Stock Druck: 750 StückSeite 6 von 82 01. VORWORT 5 Ludgera Decking VORWORT WTV-GESCHÄFTSFÜHRERIN Liebe Leserinnen und Leser, Sie halten den Jahresbericht 2022 des Wahn- bachtalsperrenverbandes in den Händen, der Ihnen Einblick in die Arbeit und Herausforderun- gen gibt, denen wir uns in diesem Krisenjahr täg- lich gestellt haben, um qualitativ hochwertiges Trinkwasser in die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr liefern zu können. Deshalb gilt zunächst mein besonderer Dank al- len Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des WTV für ihr ausgesprochen großes Engagement. Ohne deren Einsatz könnten die Aufgaben der Trink- wasserversorgung für unsere Region nicht be- wältigt werden. Die vergangenen drei Jahre sind sicherlich nicht spurlos an uns vorbeigegangen. Die Corona-Pan- demie hat vieles verändert. Einiges davon wird in ein paar Jahren in Vergessenheit geraten sein, ei- niges aber auch weiterhin in Erinnerung bleiben. Nie waren Flexibilität, Spontanität und Improvisa- tion so gefragt wie in dieser Zeit, sie bestimmten plötzlich maßgeblich unseren Arbeitsalltag. Da der Wahnbachtalsperrenverband als Betrei- ber kritischer Infrastruktur eine besondere Ver- antwortung trägt, wurden seit Beginn der Pan- demie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen und immer streng an die gesetzlichen Vorgaben angepasst, um die uneingeschränkte Versor- gungssicherheit während der gesamten Krise aufrechtzuerhalten. Und als wir nach der langen Zeit der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen hofften, wieder zu Normalität zu gelangen, da hat uns, so wie die gesamte Energie- und Wasser- branche, der russische Überfall auf die Ukraine vor neue Herausforderungen gestellt. Die Auswirkungen dieses Angriffskriegs zeigten uns deutlich, wie gefährlich Abhängigkeit für die Versorgungssicherheit ist. Die Folgen des Krie- ges, deutlich steigende Energiepreise, besonders die für Strom, aber auch steigende Preise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie teilweise Lieferengpässe, hatten und haben direkten Ein- fluss auf den Arbeitsalltag und letztendlich Aus- wirkungen auf den Wasserpreis, wovon wir alle direkt betroffen sind. Was der WTV und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz aller widriger Umstände im Jahr 2022 geleistet haben, erfahren Sie auf den nächs- ten Seiten. Ihre L U D G E R A D E C K I N G GUT AUFGESTELLT AUCH IN BEWEGTEN ZEITENSeite 7 von 82 TOPTHEMEN 02Seite 8 von 82 „Es soll herausgefunden werden, wie angesichts der Klimaerwärmung ein zukunftsfester Wald beschaffen sein muss.“Seite 9 von 82 02 8 ZUKUNFTSWALD VON WTV UND RHENAG GEMEINSCHAFTSPROJEKT ERFORSCHT ANPASSUNG DES WALDES AN DEN KLIMAWANDEL Foto von links beim Pressetermin Prof. Hans Pretzsch (TU München), Hans-Jürgen Weck (rhenag-Vorstand), Ludgera Decking (Geschäftsführerin WTV), Catharina Friedrich (rhenag-Vorstand) und Stefan Rosemann (Siegburgs Bürgermeister) Mit der Enthüllung einer Informationstafel neben einer zirka vier Hektar großen Fläche des WTV startete Anfang des Jahres 2022 das Projekt „Zukunftswald“, das gleichzeitig das NRW-weit Erste seiner Art ist.Seite 10 von 82 9 02. TOPTHEMEN Die rhenag hatte das Projekt zum 150-jährigen Bestehen ihres Unternehmens initiiert und im WTV den perfekten Partner gefun- den. Unsere Fläche im Wasserschutzgebiet musste wieder aufge- forstet werden. Gleichzeitig suchten rhenag und die TU München eine geeignete Forschungsfläche. Und weil auch für uns Erkennt- nisse über klimaresistente Wälder aus der Perspektive des Ge- wässerschutzes wichtig sind, profitieren alle davon. Es soll her- ausgefunden werden, wie angesichts der Klimaerwärmung ein zukunftsfester Wald beschaffen sein muss. Um diese Frage fun- diert beantworten zu können, wurde die TU München, eine der renommiertesten Universitäten auf dem Gebiet der Waldwachs- tumsforschung mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt. Unter deren Anleitung wurden bereits im Herbst 2021 auf der Fläche des WTV 12.000 Setzlinge gepflanzt. Wechselweise Trau- beneichen und Weißtannen. In 15 Parzellen wurden dabei ver- schiedene Mischverhältnisse der Baumarten und Pflanzdichten angelegt. Die unterstellte Widerstandsfähigkeit sowie die Stärken im Zusammenspiel von Traubeneiche und Weißtanne soll nun verifiziert werden. Da Mischbestände häufig eine höhere Wider- standsfähigkeit gegenüber Störungen und eine höhere Diversität als Reinbestände aufweisen, sind sie ein wichtiger Baustein in der Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel. Das Forschungsprojekt ist langfristig angelegt und wird über zehn Jahre von der TU ausgewertet. Mit dem Zukunftswald soll das langfristige Zusammenwirken zweier Baumarten hinsichtlich Kohlenstoffbindung, Resilienz und Diversität untersucht werden. Die Ergebnisse werden in Empfehlungen für den Waldumbau und die Behandlung von Mischbeständen in der Rhein-Sieg-Region sowie an der Wahnbachtalsperre und dem nördlichen Westerwald münden.Seite 11 von 82 10 02 Ziel war, dass es für mehr Übersichtlichkeit und Transparenz als das alte Intranet sorgt, die einzelnen Abteilungen ihre Auf- gaben und Mitarbeiter vorstellt, die abteilungsübergreifende Kommunikation fördert und immer alle Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der Aktivitäten innerhalb des WTV und der verschiedenen Fachbereiche hält. Außerdem war Vorgabe, das Intranet als Werkzeug und Hilfe im Arbeitsalltag zu konzipieren, um Abläufe zu vereinfachen. Selbstverständlich sollte und soll das Intranet nicht nur wichtige Ba- sisinformationen liefern, um den Arbeitsalltag zu erleichtern, son- dern auch den internen Informationsfluss verbessern. Daher wurde geplant, dass alle Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit be- kommen, über neue Projekte, Aufgaben oder Veränderungen aus ihren Arbeitsbereichen zu berichten, die dann tagesaktuell aufbe- reitet und ins Intranet eingestellt werden. Des Weiteren Fotos und kleine Filme oder Videosequenzen, die die Seiten noch interessan- ter machen. Als Mammutaufgabe und ganz besondere Herausforderung erwiesen sich die Vorbereitungen zur Implementierung eines neuen, optisch ansprechenden und leicht zu handhabenden Intranets des WTV. NEUES INTRANET AUF DEN WEG GEBRACHT INFORMATIONEN GESAMMELT, GESICHTET UND GEORDNETSeite 12 von 82 11 02. TOPTHEMEN Zunächst hatte die vom WTV beauftragte pietzpluswild GmbH eine Befragung gestartet, mit deren Hilfe die jeweiligen Bedarfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermittelt und gebündelt wurden. In Abstimmung zwischen der Abteilung IT und Agentur entschied man sich für das Content Management System Typo 3. Mit diesem arbeitet die Abteilung Recht & Kommunikation auch, um Inhalte seiner Internet-Präsenz zu verwalten. Die Abteilung ist damit ver- traut und die Implementierung und Pflege des Intranets kann so- mit auch intern erfolgen. Im nächsten Schritt wurde umfangreiches Material aus den Abteilungen gesammelt, gesichtet, was vom alten Intranet über- nommen werden konnte und was neu zu erstellen war. Und schließlich musste alles implementiert werden. Die Abwicklung des Projekts erwies sich als sehr zeitintensiv und erstreckte sich über mehrere Monate. Wie geplant konnte das neue Intranet dann aber pünktlich zum Januar 2023 an den Start gehen und zur Nutzung freigegeben werden.Seite 13 von 82 Seite 14 von 82 DATEN UND FAKTEN 03 „Neben der Entwicklung der Führungskräfte stand auch die Förderung von Meister-/Techniker- oder IHK-Abschlüssen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin im Fokus.“Seite 15 von 82 14 03 ALLES AUF EINEN BLICK PERSONAL & FINANZEN ALLGEMEINE PERSONALTHEMEN Der Personalbereich war im Jahr 2022 mit einigen gesetzlichen Änderungen befasst. Zum Beispiel mit der Vorbereitung und Um- setzung der neuen Arbeitsbedingungenrichtlinie zum 01.08.2022 oder der Vorbereitung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbe- scheinigung ab 01.01.2023 und der damit verbundenen Änderung der Prozessabläufe. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Personalarbeit im Jahr 2022 war das Thema „Rente“. Auch wenn wir die Altersstruktur in den letzten Jahren durch gezielte Maßnahmen senken konnten, bewegt sich das Gros der Belegschaft nach wie vor im rentenna- hen Altersbereich. Wir haben dem Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend in Zusammenarbeit mit der Rhei- nischen Zusatzversorgungskasse – unserem Dienstleister für die Umsetzung der betrieblichen Altersversorgung – mehrere Renten- beratungstermine angeboten. Daraus resultierend haben wir eini- ge Altersteilzeitverträge unter Berücksichtigung unseres Tarifver- trages TV FlexAZ (Tarifvertrag zu flexiblen Arbeitszeitregelungen für ältere Beschäftigte) abgeschlossen.Seite 16 von 82 Abbildung Im Workshop erarbeitete Führungsleitlinien. Fotos Informationsstand „Talente im Dialog" im Rhein Sieg Forum. 03. DATEN UND FAKTEN 15 PERSONALENTWICKLUNG Über die bedarfsorientierte Durchführung von Weiterbil- dungsmaßnahmen hinaus wurde auch die Trainingsreihe für Führungskräfte fortgesetzt. Die beinhaltete neben Work- shops zu einzelnen Führungs- beziehungsweise Mitarbeiter- gesprächsthemen im Jahr 2022 auch Workshops zum Thema „gesundes Führen“. Resultierend aus den in 2021 verstärkten Aktivitäten im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsma- nagements. Hierbei ging es neben der Sensibilisierung hin- sichtlich der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbei- ter für die Führungskräfte auch um den Umgang mit der eigenen Gesundheit. Darüber hinaus wurden die in 2019 erstmalig veröffentlich- ten Führungsleitlinien in 2022 in einem gemeinsamen Work- shop mit allen Führungskräften des Wahnbachtalsperrenver- bandes einem Review unterzogen. Zudem wurde im Bereich Personalentwicklung im Jahr 2022 eine Masterarbeit mit dem Thema „Was benötigt eine neue Führungskraft beim Wahnbachtalsperrenverband?“ betreut. Hieraus konnten gewinnbringende Erkenntnisse für die wei- tere, speziell auch interne Personalentwicklung gewonnen werden. Neben der Entwicklung der Führungskräfte stand auch die Förderung von Meister-/Techniker- oder IHK-Ab- schlüssen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin im Fokus. PERSONALRECRUITING/PERSONALMARKETING In 2022 wurden im Rahmen des Recruitings vorrangig bedingt durch Renteneintritte beziehungsweise Nachfolge- planung, achtzehn Stellen ausgeschrieben und erfolgreich besetzt. Darüber hinaus haben wir im September 2022 erstmals an der Berufsstarterbörse „Talente im Dialog“ in Siegburg teil- genommen. Diese Messe ist durch den Rhein-Sieg-Kreis initiiert und bietet allen namhaften Unternehmen der Region die Möglichkeit, sich ausbildungsinteressierten Schülerinnen und Schülern zu präsentieren. Der Wahnbachtalsperrenver- band war dort mit einem Messestand durch den Bereich Personalentwicklung vertreten und wurde bei der Ansprache der potenziellen Auszubildenden auch durch eigene Auszu- bildende unterstützt.Seite 17 von 82 16 03 PERSONALREPORTING *inkl. Auszubildende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter* Anzahl Personalstand zum 31.12.2022 240 Eintritte 35 Austritte 23 davon Renteneintritte 5 davon Ablauf Befristung 5 davon Azubis ohne Übernahme 2 davon Kündigungen 12 Beschäftigtenstruktur* Durchschnittl. Betriebszugehörigkeit in Jahren 15 Durchschnittsalter in Jahren 43 Anteil Frauen (%) 30% 73 Anteil Männer (%) 70% 167 Anteil Teilzeit (%) 17% 40 Anteil Schwerbehinderte (%) 6,86% 14 Ausbildung Auszubildende zum 31.12.2022 24 Starterinnen und Starter Ausbildung 9 Absolventinnen und Absolventen Ausbildung 5 Übernahmequote Auszubildende (%) 60% ARBEITSSICHERHEIT Bereits seit Anfang 2022 wurden wir im Bereich der Arbeits- sicherheit durch den lokal ansässigen Dienstleister Rescue- Service unterstützt. Im Rahmen des Vergabeverfahren und resultierend aus dieser sehr guten Zusammenarbeit haben wir uns dafür entschieden, auch im Rahmen der arbeits- medizinischen Betreuung die Dienste von RescueService in Anspruch zu nehmen. Auch im Bereich der Arbeitssicherheit wurden die Digitalisie- rungspläne des Wahnbachtalsperrenverbandes fortgeführt. Die bereits bestehende Software AuditorPlus wurde im Jahr 2022 weiter ausgerollt, sodass nun alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort ihre Unterweisungs- und Untersuchungster- mine einsehen können und teilweise auch Unterweisungen im Onlineformat durchführen können.Seite 18 von 82 03. DATEN UND FAKTEN 2020 2021 2022 vorläufig Trinkwasserabgabe 48 Mio m³ 44,63 Mio m³ 44,93 Mio m³ Umsatzerlöse 29.223 TEUR 30.263 TEUR 34.301 TEUR Personalaufwendungen 13.299 TEUR 14.172 TEUR 15.659 TEUR Instandhaltungsaufwendungen 1.865 TEUR 1.748 TEUR 2.160 TEUR Abschreibungen 4.251 TEUR 4.124 TEUR 4.700 TEUR Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.014 TEUR 5.578 TEUR 7.156 TEUR Investitionen 10.919 TEUR 5.028 TEUR 6.209 TEUR Wasserpreis 59,33 Cent 65,96 Cent 71,58 Cent WAHNBACHTALSPERRENVERBAND 17 FINANZABTEILUNG/FINANZWIRTSCHAFT Im Bereich Finanzen gab es im Jahr 2022 aufgrund persön- licher Veränderungen der Kollegen und KollegInnen – bei- spielsweise Elternzeit – einen vollständigen Personalwechsel. Dem neuen Team ist sehr an der Optimierung der Prozes- se, insbesondere der Digitalisierung gelegen, sodass diese weiter vorangetrieben wird. Ferner ist der Ausbau des Controllings weiterhin ein gro- ßes Thema. Der Quartalsbericht wurde etabliert und lie- fert inzwischen Informationen, wie z. B. Kennzahlen für die Steuerung des Unternehmens. Ab dem Jahr 2023 wird be- triebswirtschaftlich die Trennung zwischen Lieferungen und Leistungen vorgenommen. Die Vorbereitungen hierfür be- gannen Ende des Jahres 2022. Die wichtigsten Zahlen des Wahnbachtalsperrenverbandes der drei letzten Jahre im Vergleich:Seite 19 von 82 Grenze Nordrhein-Westfalen/ Rheinland Pfalz PEA Phosphor- eliminierungsanlage Wahnbachtalsperre Königswinter Wachtberg Grafschaft Remagen Bad Neuenahr-Ahrweiler Rheinbach Alfter Siegburg Ruppichteroth Windeck Eitorf Hennef Lohmar Sankt Augustin Bornheim WBV Wesseling Hersel N o r d r h e i n - W e s t f a l e n R h e i n l a n d - P f a l z 0 2 4 km Maßstab Rhein-Sieg-Kreis Versorgungsbereich Ost/West II Versorgungsbereich West I Versorgungsbereich Mitte Stadt Bonn Gemeindegrenzen Landesgrenze Nordrhein-Westfalen/Rheinland Pfalz Neunkirchen- Seelscheid ZV Eifel-Ahr Bundesstadt Bonn Meckenheim Bad Honnef AG Stadtwerke Troisdorf Stadtwerke Niederkassel Wasser- versorgungsverband Euskirchen-Swisttal Gemeindewasserwerk Much (Aggerverband) 300 300 600 400 150 300 350 HB Honscheid HB Happerschoß PW Süchterscheid HB Rankenhohn HB Ohmbach HB Kuch- hausen 3 Br 800 800 1000 800 350 PW Graurheindorf HB Röttgen HB Hardtberg 600 600 600 600 600 HB Wachtberg HB VenusbergHB Gielsdorf PW Lengsdorf HB Tomberg 2 Br PW Seligenthal Hauptversorgungsleitungen (insgesamt rund 230 km) Trinkwasseraufbereitungsanlage PEA (Phosphoreliminierungsanlage) HB (Hochbehälter) PW (Pumpwerk) Grundwassererfassung Grundwasserwerk Meindorf Untere Sieg Hochbehälter Eichholz HB Nackhausen Trinkwasser- Aufbereitungsanlage Siegelsknippen Grund- wasserwerk Hennef-Siegbogen Gre HB Nackhausen PEA Phosphor- eliminierungsanlage Wahnbachtalsperre Grundwasserwerk Meindorf Untere Sieg Königswinter Wachtberg Bad Honnef AG Grafschaft Remagen Bad Neuenahr-Ahrweiler Rheinbach Alfter Siegburg Rupp Hennef Lohmar Stadtwerke Troisdorf Sankt Augustin Bornheim Trinkwasser- Aufbereitungsanlage Siegelsknippen WBV Wesseling Hersel N o r d r h e i n - W e s t f a l e n R h e i n l a n d - P f a l z 0 2 4 km Maßstab Rhein-Sieg-Krei Versorgungsbe Versorgungsbe Versorgungsbe Stadt Bonn Gemeindegren Landesgrenze Nordrhein-Wes Neunkirchen- Seelscheid Stadtwerke Niederkassel Wasser- versorgungsverband Euskirchen-Swisttal Gemeind (Agge ZV Eifel-Ahr Bundesstadt Bonn Meckenheim Grund- wasserwerk Hennef-Siegbogen 600 400 300 350 HB Honsch HB Happerschoß 3 Br 800 800 1000 800 350 PW Graurheindorf HB Röttgen HB Hardtberg 600 600 600 600 600 HB Wachtberg HB VenusbergHB Gielsdorf PW Lengsdorf HB Tomberg 2 Br PW Seligenthal Hauptversorgungsleitungen (insgesamt rund 230 km) Trinkwasseraufbereitungsanlage PEA (Phosphoreliminierungsanlage) HB (Hochbehälter) PW (Pumpwerk) Grundwassergewinnung Grenze Nordrhein-Westfalen/ Rheinland Pfalz HB Nackhausen PEAPhosphor- eliminierungsanlage Wahnbachtalsperre Grundwasserwerk Meindorf Untere Sieg Königswinter Wachtberg Bad Honnef AG Grafschaft Remagen Bad Neuenahr-Ahrweiler Rheinbach Alfter Siegburg Ruppichteroth Windeck Eitorf Hennef Lohmar Stadtwerke Troisdorf Sankt Augustin Bornheim Trinkwasser- Aufbereitungsanlage Siegelsknippen Hochbehälter Eichholz WBV Wesseling Hersel N o r d r h e i n - W e s t f a l e n R h e i n l a n d - P f a l z 0 2 4 km Maßstab Rhein-Sieg-Kreis Versorgungsbereich Ost/West II Versorgungsbereich West I Versorgungsbereich Mitte Stadt Bonn Gemeindegrenzen Landesgrenze Nordrhein-Westfalen/Rheinland Pfalz Neunkirchen- Seelscheid Stadtwerke Niederkassel Wasser- versorgungsverband Euskirchen-Swisttal Gemeindewasserwerk Much (Aggerverband) ZV Eifel-Ahr Bundesstadt Bonn Meckenheim Grund- wasserwerk Hennef-Siegbogen 300 300 600 400 150 300 350 HB Honscheid HB Happerschoß PW Süchterscheid HB Rankenhohn HB Ohmbach HB Kuch- hausen 3 Br 800 800 1000 800 350 PW Graurheindorf HB Röttgen HB Hardtberg 600 600 600 600 600 HB Wachtberg HB VenusbergHB Gielsdorf PW Lengsdorf HB Tomberg 2 Br PW Seligenthal Hauptversorgungsleitungen (insgesamt rund 230 km) Trinkwasseraufbereitungsanlage PEA (Phosphoreliminierungsanlage) HB (Hochbehälter) PW (Pumpwerk) Grundwassergewinnung 18 03 ALLES AUF EINEN BLICK VERSORGUNGSGEBIET Ost/West II: Windeck, Eitorf, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seel- scheid, Lohmar, Hennef, Siegburg, Sankt Augustin, Hochzone Königswinter (Thomasberg), Hochzone Bonn, Wachtberg, Graf- schaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mitte: Bonn-Beuel, Talzone Königswinter, Talzone Bonn, Bonn- Bad Godesberg, Bornheim, Alfter, Remagen. West I: Hochzone Bonn, Meckenheim, Rheinbach, Eifel-Ahr Aus der Lage der Trinkwasseraufbereitungsanlagen Siegelsknippen und Sankt Augustin – Meindorf sowie der Struktur des Rohrleitungsnetzes ergeben sich drei Versorgungsbereiche: Ost/West II, Mitte und West I. Zuschusswasser aus dem Bereich Mitte beziehen die Gemeinde Alfter und die Stadt Bornheim. Der Wasserbeschaffungsverband Thomasberg (Hochzone Königswinter), die Gemeinde Grafschaft und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beziehen Zuschusswasser aus dem Versorgungsbereich Ost/West II. Der Wasserverband Eifel-Ahr bezieht Zuschusswasser aus dem Versorgungsbereich West I.Seite 20 von 82 ALLES AUF EINEN BLICK ORGANE DES VERBANDES VERBANDSVORSTAND Vorsteher Landrat Sebastian Schuster Stellv. Vorsteher Folke große Deters VERTRETER DER MITGLIEDER IN DER VERBANDSVERSAMMLUNG Bundesstadt Bonn Bevollmächtigter Stadtverordneter Prof. Dr. med. Detmar Jobst Stellv. Bevollmächtigte Ratsmitglied Julia Polley Rhein-Sieg-Kreis Bevollmächtigter Kreistagsmitglied Dr. Torsten Bieber Stellv. Bevollmächtigter Kreistagsmitglied Michael Solf Stadt Siegburg Bevollmächtigter Andreas Roth Stadtbetriebe Siegburg AÖR Stellv. Bevollmächtigter André Kuchheuser Stadtbetriebe Siegburg AÖR VORSTANDGeschäftsführung (hauptamtlich) Verbandsversammlung (Verbandsmitglieder) Rat der Bundesstadt Bonn Kreistag Rhein-Sieg-Kreis Rat der Stadt Siegburg 11 Städte 8 Gemeinden Vorsteher (ehrenamtlich) Stellvertretender Vorsteher (ehrenamtlich)Seite 21 von 82 ATTRAKTIVER ARBEITGEBER 04Seite 22 von 82 „Wir haben unsere Dienstvereinbarung „Besondere Anlässe“ speziell im Hinblick auf die Punkte Dienstjubiläum und Verabschiedung in den Ruhestand grundlegend überarbeitet und die Leistungen stark verbessert.“Seite 23 von 82 22 04 Gemeinsam gesund für unser Wohlbefinden ATTRAKTIVER ARBEITGEBER Um die langjährige Betriebszugehörigkeit und die damit verbun- dene Loyalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber dem Wahnbachtalsperrenverband noch mehr zu honorieren und darüber hinaus den Wahnbachtalsperrenverband für Bewerberin- nen und Bewerber noch attraktiver zu machen, hat der WTV die Dienstvereinbarung „Besondere Anlässe“ speziell im Hinblick auf die Punkte Dienstjubiläum und Verabschiedung in den Ruhestand grundlegend überarbeitet und die Leistungen stark verbessert. ATTRAKTIVE PRÄMIEN Foto WTVler beim Kick-off Workshop BGM. Zu den bereits etablierten Abläufen des Betrieblichen Eingliede- rungsmanagements mit Unterstützung unseres externen Dienst- leisters hat die Personalabteilung im Jahr 2022 eine entsprechende Dienstvereinbarung mit dem Personalrat abgeschlossen. Der Gesundheitszirkel hat im Rahmen der Betrieblichen Gesund- heitsförderung auch im Jahr 2022 seine Arbeit fortgesetzt und an konkreten Maßnahmen gearbeitet, die im Jahr 2023 zur Umset- zung kommen. Maßnahmen sind zum Beispiel geplant zu den The- men Ernährung, Hilfestellung für Mitarbeiterinnen und Mitarbei- ter, Zusammenarbeit/Kommunikation sowie Bewegung und Sport. BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT 2019 spendierte Geschäftsführerin Ludgera Decking erstmals allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Mittagspause an einem heißen Augusttag ein leckeres Eis als Dankeschön für ihren Einsatz. 2022 war es wieder soweit. Erneut wurde im Sommer eine mo- bile Eisdiele bestellt, die an der Geschäftsstelle vorfuhr und den WTVlern ihr Lieblingseis wahlweise im Becher oder Hörnchen zu- sammenstellte. Eine gute Gelegenheit für die Belegschaft, beim gemeinsamen Eisgenuss wieder einmal abteilungsübergreifend ins Gespräch zu kommen. Denn das war während der von Corona geprägten Zeit kaum oder gar nicht möglich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden eine Fortsetzung auch in den nächsten Jahren begrüßen. Und ab dem dritten Mal wäre die Aktion nach rheinischem Verständnis bereits eine „Tradi- tionsveranstaltung“. FAST SCHON TRADITION EIS FÜR ALLE WTVLER DIENSTJUBILÄENSeite 24 von 82 04. ATTRAKTIVER ARBEITGEBER 23 Foto links Die neuen Azubis mit ihren Ausbildern. Foto rechts Azubis mit ihren neuen Laptops. Im Laufe des Jahres 2022 haben fünf Auszubildende ihre Ausbil- dung beim Wahnbachtalsperrenverband erfolgreich abgeschlos- sen, wovon drei Auszubildende in ein zunächst befristetes Arbeits- verhältnis übernommen wurden. Insgesamt neun neue Auszubildende (drei Industriemechaniker, ein Elektroniker Betriebstechnik, ein Kfz-Mechatroniker, eine Fach- kraft für Agrarservice, eine Forstwirtin sowie zwei Kaufleute für Büromanagement) konnte der WTV im August 2022 im Rahmen eines „Onboardingtages“ willkommen heißen. An diesem Tag geht es einerseits um das Ankommen in der neu- en Umgebung und das gegenseitige Kennenlernen von Ausbildern und Auszubildenden. Dabei werden die neuen Auszubildenden durch Paten aus dem Kreis der erfahrenen Auszubildenden unter- stützt. Andererseits stehen natürlich auch erste wichtige Infor- mationen zu den Themen Rechte und Pflichten als Auszubilden- der und Arbeitssicherheit auf dem Programm. Darüber hinaus können die Auszubildenden erste Eindrücke durch eine Betriebs- führung gewinnen. Resultierend aus den Workshops im Rahmen der Erlangung des Gütesiegels „Best Place to Learn“ hat der WTV die Benefits für sei- ne Auszubildenden unter die Lupe genommen und im Jahr 2022 jedem Auszubildenden einen Laptop für Beruf und Schule zur Ver- fügung gestellt. Davon konnten auch die neuen Auszubildenden profitieren und ab Beginn ihrer Ausbildung einen Laptop nutzen. Ausbildung bedeutet für den WTV als kommunaler Arbeitgeber nicht nur eine gesellschaftliche Verpflichtung. Ausbildung ist für den Verband ebenso ein essenziell wichtiger Weg, um Nachwuchs- kräfte im Bereich der Fachhandwerker sowie der kaufmännischen Bereiche zu generieren und somit gewappnet zu sein für den de- mografischen Wandel in unserem Unternehmen. START IN EINE NEUE ZUKUNFT Wegen Corona musste das traditionelle gemeinsame Fischessen am Aschermittwoch 2022 wie schon im Jahr davor ausfallen. Trotz- dem sollten die Mitarbeiter nicht auf die besonderen Spezialitäten aus der Talsperre verzichten. Die Geschäftsführung schenkte da- her jedem Mitarbeiter einige Felchen beziehungsweise Forellen für die Zubereitung zuhause und zum Genießen mit der Familie. Die Fische wurden tiefgekühlt im Vakuumpack zu jeweils fünf bis sechs Stück verteilt. Einen Rezeptvorschlag zur leckeren Zuberei- tung gab´s auch wieder mit dazu. SCHON LANGE TRADITION FISCH AM ASCHERMITTWOCHSeite 25 von 82 05 ÖFFENTLICHKEITSARBEITSeite 26 von 82 „Wir erfüllen den Bildungsauftrag des WTV, indem wir für verschiedene interne und externe Empfänger Wissen vermitteln und zugleich Aufklärung zum Thema Trinkwasser betreiben."Seite 27 von 82 05 26 Seit Anfang August 2022 konnten sowohl für Schulklassen als auch für Mitarbeiter, Firmen und interessierte Bürger wieder Führun- gen durch die Aufbereitung und den Staudamm stattfinden, die während Corona ausgesetzt werden mussten. Neben der Aufbereitung des Wassers sind der Bau der Talsperre, des Staudamms, der Entnahmebauwerke sowie Dammsicherheit, Hochwasserschutz und die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Region zentrale Themen der Besichtigungen. Um zumindest Grundschulkindern in unserem Versorgungsgebiet auch während Corona weiterhin die Möglichkeit zu geben, Wasser spannend zu erleben, hatte sich der WTV entschlossen, Mitglied des AQUA-AGENTEN-Netzwerkes zu werden. Mit der Basisausstat- tung „AQUA-AGENTEN-Koffer“, den der WTV kostenlos nach einer hausinternen Schulung des Lehrpersonals interessierten Grund- schulen zur Verfügung stellt, werden Schülerinnen und Schüler auf die Mission „Wasser“ geschickt. Sie bearbeiten Agenten-Aufträge aus den Themenbereichen Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Lebensraum Wasser und Gewässernutzung und setzten sich so auf spielerische und lehrreiche Weise mit der kostbaren Ressource auseinander. NACH CORONA NEU GESTARTET Durch Corona wurde der WTV in seiner Bildungsarbeit ausgebremst. Weder Führungen, noch der Einsatz der Wassertheke waren möglich. Aufatmen dann, als die strengen Kontaktverbote 2022 aufgehoben wurden und der „Alltag“ wieder einkehren konnte. Sehr zur Freude der WTV-Mitarbeiter und natürlich der Besucher in Siegelsknippen und an den Einsatzorten von Infostand und Wassertheke. Führungen wieder möglich Mission „Wasser“ erweitert BildungsangebotSeite 28 von 82 05. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT An seiner mobilen Wassertheke, die jedes Mal interessierte Be- sucher in Scharen anzieht. So unter anderem beim Klimatag der Stadt Hennef, beim Siegburger Stadtfest oder zum Weltwassertag auf dem Siegburger Markt. Dort stand Laura Moser, Fachgebiets- leiterin Hydrogeologie und Gewässerschutz beim WTV, als Exper- tin für alle Fragen rund um den Schutz des Grund- und Oberflä- chenwassers zur Verfügung, denen Gefahren unter anderem aus der Landwirtschaft, Industrie, dem Gewerbe und Verkehr sowie privaten Haushalten, aber auch durch den Klimawandel drohen. Sie stellte präventive Maßnahmen vor, die der Verband seit Jahr- zehnten erfolgreich durchführt und für die Zukunft plant. Außer- dem gab sie Tipps, wie jeder von uns seinen Teil besonders zum Grundwasserschutz beitragen kann. Viele interessierte Passanten suchten das Gespräch, deckten sich mit Informationsmaterial für die Lektüre zu Hause ein und freuten sich über verschiedene Give- aways, darunter die beliebten Wasserflaschen des WTV. Besonderen Spaß hatten die Kinder, denn WTV-Maskottchen „Tröpfi“ begrüßte sie am Stand und stellte sich immer wieder gerne bereitwillig für ein Foto mit den Pänz zur Verfügung. Aber nicht nur als Quelle für Informationen war die Wassertheke An- laufpunkt, sondern auch als „Tankstelle“ für einen erfrischenden Durstlöscher aus der Leitung. Etwa beim Sportfest des Gymna- siums Alleestraße, der Talentiade für Schulen des TV Kaldau- en jeweils im Walter Mundorf Stadion Siegburg, oder beim „PI- Lauf“ Neunkirchener Schulen in der Turnhalle der Gesamtschule Neunkirchen. 27 AUFKLÄRUNG AN DER WASSERTHEKE Aktive Werbung für verantwortungsvollen Umgang mit unserem Trinkwasser Auch 2022 zeigte der WTV auf zahlreichen Veranstaltungen Präsenz, machte Werbung für sein hochwertiges Produkt und informierte die Verbraucher über den aufwendigen Prozess von der Rohwassergewinnung bis zur Trinkwasserverteilung:Seite 29 von 82 AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER 06Seite 30 von 82 „Im Jahr 2022 war gegenüber dem Vorjahr wieder ein leichter Anstieg der Trinkwasserabgabe auf insgesamt rund 44,9 Mio. Kubikmeter zu verzeichnen.“Seite 31 von 82 Jahresvergleich Stauhöhe 06 30 WASSERGEWINNUNG TALSPERRENBEWIRTSCHAFTUNG & RESSOURCENNUTZUNG Da die Talsperre zum Beginn des Kalenderjahres 2022 über- durchschnittlich gefüllt war und sich die Talsperre aufgrund der ergiebigen Niederschläge und daraus resultierenden Zuflüsse im ersten Quartal 2022 weiter gefüllt hat (siehe Abb. 2), konnte im gesamten Jahr 2022 vermehrt auf das Talsperrenwasser als Roh- wasserressource für die Trinkwasseraufbereitung zurückgegriffen werden (siehe Abb. 3). Das Wasserrecht der Talsperre in Höhe von 28,1 Mio. m³/Jahr konnte somit im Kalenderjahr 2022 nahezu ausgeschöpft werden (siehe Abb. 4). Die sehr ergiebigen Nieder- schläge im Januar/Februar 2022 machten es sogar erforderlich, den Hochwasserschutzraum der Talsperre durch eine Unterwasserab- gabe an den Unterlauf des Wahnbaches freizuhalten (siehe Abb. 2). 06 Zu Beginn des Kalenderjahres 2022 war die Wahnbachtalsperre überdurchschnittlich gefüllt. Infolge der teils ergiebigen Niederschläge im ersten Quartal 2022 musste sogar Wasser an den Unterlauf des Wahnbaches abgegeben werden, um den Hochwasserschutzraum freizuhalten. Aufgrund der zu Beginn des wasserwirtschaftlichen Sommerhalbjahres (Anfang Mai bis Ende Oktober) sehr gut gefüllten Talsperre konnten die Grundwasserressourcen im Vergleich zum Vorjahr geschont und das Wasserrecht der Talsperre im Kalenderjahr 2022 nahezu ausgeschöpft werden. Abbildung 1 Verlauf des Staupegels der Wahnbachtalsperre im Jahr 2022 (grün) im Vergleich zu den Vorjahren (Stand Januar 2023).Seite 32 von 82 06. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER Stauspiegel und Unterwasserabgabe Stauspiegel und Unterwasserabgabe 112,00 114,00 116,00 118,00 120,00 122,00 124,00 126,00 Jan 2021 Feb 2021 Mrz 2021 Apr 2021 Mai 2021 Jun 2021 Jul 2021 Aug 2021 Sep 2021 Okt 2021 Nov 2021 Dez 2021 Jan 2022 Feb 2022 Mrz 2022 Apr 2022 Mai 2022 Jun 2022 Jul 2022 Aug 2022 Sep 2022 Okt 2022 Nov 2022 Dez 2022 Jan 2023 Datum Stauspiegel [mNN] 0 100000 200000 300000 400000 500000 600000 700000 Unterwasserabgabe [m³] Grenze LP Stauspiegel UW-Abgabe Stauspiegel und Unterwasserabgabe 112,00 114,00 116,00 118,00 120,00 122,00 124,00 126,00 Feb 2020 Mrz 2020 Apr 2020 Mai 2020 Jun 2020 Jul 2020 Aug 2020 Sep 2020 Okt 2020 Nov 2020 Dez 2020 Jan 2021 Feb 2021 Mrz 2021 Apr 2021 Mai 2021 Jun 2021 Jul 2021 Aug 2021 Sep 2021 Okt 2021 Nov 2021 Dez 2021 Jan 2022 Datum Stauspiegel 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 Grenze LP Stauspiegel UW-Abgabe [mNN] 31 Über das wasserwirtschaftliche Sommerhalbjahr 2022 ist der Pegel der Talsperre bis Ende Oktober 2022 stetig gefallen (siehe Abb. 2). Ab Anfang November 2022 ist der Stauspiegel mit Beginn des wasserwirtschaftlichen Winterhalbjahres wieder gestiegen, sodass die Talsperre relativ gut gefüllt in das Kalenderjahr 2023 gestartet ist. Da das Wasserrecht der Talsperre im Jahr 2022 nahezu ausge- schöpft werden konnte und die Trinkwasserabgabe 2022 mit 44,9 Mio. m³ gegenüber dem Vorjahr (44,6 Mio. m³) nur leicht gestiegen ist, fallen die Entnahmemengen aus den beiden Grundwasserres- sourcen im Kalenderjahr 2022 geringer aus als im Vorjahr (siehe Abb. 4). Luftbild der abgesenkten Talsperre bei der Dammsanierung im Jahr 2008 Foto Abbildung 2 Verlauf des Stauspiegels (blau) und der Unterwasserabgabe (grün) der Wahnbachtalsperre in den Jahren 2021 und 2022 mit Darstellung der (unteren) Grenze des Betriebsplanes/Lamellen- planes (rot).Seite 33 von 82 32 06 0 5.000.000 10.000.000 15.000.000 20.000.000 25.000.000 30.000.000 Talsperrenwasser Grundwasser Hennef Grundwasser Meindorf 27.702.988 5.189.730 12.820.750 297.012 1.810.270 7.179.250 98,94% 74,14% 64,10% Mengen in m³ Genutzt Noch entnehmbare Menge Bereits entnommene Menge Abbildung 3 Monatliche Entnahmemengen aus den drei Rohwasserressourcen im Kalenderjahr 2022. Abbildung 4 (Jahres-) Entnahmemengen aus den drei Rohwasserressourcen im Kalenderjahr 2022. 0 500.000 1.000.000 1.500.000 2.000.000 2.500.000 3.000.000 Jan 22 Feb 22 Mrz 22 Apr 22 Mai 22 Jun 22 Jul 22 Aug 22 Sep 22 Okt 22 Nov 22 Dez 22 Entnahmemengen in m³ Monat Talsperrenwasser Grundwasser Hennef Grundwasser Meindorf Entnahmemengen (in m3) Entnahmemengen (in m3) Insgesamt wurden die Rechte zur Rohwasserentnahme aus den drei Ressourcen des Wahnbachtalsperrenverbandes im Jahr 2022 zu rund 83,2% (Vorjahr: 82%) ausgeschöpft.Seite 34 von 82 Abbildung 2 Trinkwasserabgabe an die Abnehmer des Wahnbachtalsperrenverbandes im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr. 06. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER Bad Neuenahr- Ahrweiler Swisttal Alfter Bornheim Bonn Wachtberg Mecken- heim Rheinbach Grafschaft Remagen Königswinter Hennef Siegburg Neunkirchen- Seelscheid Ruppichteroth Eitorf Windeck Lohmar TroisdorfNieder- kassel Much Bad Honnef Sankt Augustin ZV Eifel-Ahr Abnehmer im Rhein-Sieg-Kreis 2021 2022 Gemeinde Alfter 717.510 723.375 Gemeinde Eitorf 867.387 873.264 Gemeinde Much 1.130 1.016 Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid 976.167 1.025.718 Gemeinde Ruppichteroth 749.284 724.988 Gemeinde Wachtberg 1.909.321 1.999.453 Gemeinde Windeck 452.883 446.014 Stadt Bornheim 1.265.828 1.291.897 Stadt Hennef 2.565.148 2.577.765 Stadt Königswinter 861.443 891.798 Stadt Lohmar 1.661.379 1.643.672 Stadt Meckenheim 1.468.432 1.498.205 Stadt Rheinbach 1.545.823 1.556.808 WVG Sankt Augustin 2.693.116 2.709.339 WBV Herchen 148.224 150.918 WBV Thomasberg 589.92 689.640 WBV Leuscheid 143.409 143.957 WBV Wachtberg 234.831 417.456 33 WASSERVERTEILUNG VERTEILUNGSNETZ & ABGABEMENGEN Grenze des Versorgungsgebiets Abnehmer 2021 2022 Differenz zu 2021 m3 m³ m³ % Stadt Bonn 22.296.336 21.965.209 -331.127 -1,5 Rhein-Sieg-Kreis 18.851.235 19.365.379 514.144 2,7 Stadt Siegburg 2.237.899 2.288.272 50.373 2,3 Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 937.850 855.276 -82.574 -8,8 Zweckverband Eifel-Ahr 304.489 451.094 146.605 48,2 Summe 44.627.809 44.925.230 297.421 0,7 Mittlere Tagesabgabe 122.268 123.083 815 0,7 Abbildung 3 Trinkwasserabgabe an die Abnehmer im Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr.Seite 35 von 82 06 34 WASSERVERTEILUNG TRINKWASSERABGABE Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Trinkwasserabgabe an die Bundesstadt Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis und die Kreisstadt Sieg- burg dementsprechend nur geringfügig verändert. Der größte prozentuale Rückgang ist bei der Trinkwasserabgabe an die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu verzeichnen. Die Trinkwasserabgabe an den Zweckverband Eifel-Ahr ist gegenüber dem Vorjahr um rund 48% deutlich gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich in erster Linie damit erklären, dass dieser Abnehmer aufgrund der Folgen der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 auch im Jahr 2022 noch vermehrt auf den Trinkwasserbezug vom Wahnbach- talsperrenverband zugegriffen hat, da die verbandseigenen Res- sourcen nur eingeschränkt zur Verfügung standen/stehen (siehe Abb. 2, Seite 33). Im Vergleich zu den drei Jahren 2018 bis 2020 mit (insbesondere im Sommerhalbjahr) überwiegend trockener und warmer Witte- rung ist wie im Jahr 2021 auch im Jahr 2022 wieder ein deutlicher Rückgang der Trinkwasserabgabe festzustellen. Nichtsdestotrotz ist gegenüber den Jahren 2016 und 2017 (mit einer Trinkwasser- abgabe von 43,1 beziehungsweise 43,5 Mio. Kubikmetern im Jahr bei eher durchschnittlichen klimatischen Verhältnissen) aber wei- terhin eine steigende Tendenz bei der Trinkwasserabgabe zu er- kennen. Mittelfristig wird seitens der angeschlossenen Abnehmer in den folgenden Jahren ein weiterer, moderater Anstieg des jährlichen Trinkwasserbedarfs im Versorgungsbereich des Wahnbachtalsper- renverbandes erwartet. 06 Nachdem im Jahr 2020 mit rund 47,9 Mio. Kubikmetern die höchste jährliche Trinkwasserabgabe seit der Gründung des Verbandes verzeichnet wurde, lag die Trinkwasserabgabe im Jahr 2021 nur noch bei 44,6 Mio. Kubikmetern. Im Jahr 2022 war gegenüber dem Vorjahr wieder ein leichter Anstieg der Trinkwasserabgabe auf insgesamt rund 44,9 Mio. Kubikmeter zu verzeichnen. Abbildung 1 Entwicklung der Trinkwasserabgabe an die Abnehmer des Wahnbachtal- sperrenverbandes seit dem Jahr 1970. 25.000.000 30.000.000 35.000.000 40.000.000 45.000.000 50.000.000 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Trinkwasserabgabe [m3] Jahr GESAMTTRINKWASSERABGABESeite 36 von 82 06. AKTUELLES RUND UMS TRINKWASSER 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 180.000 Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember (Tages-) Fördermengen 2022 Talsperrenwasser Grundwasser Hennef Grundwasser Meindorf 35 (TAGES-) FÖRDERMENGEN 2022 Abbildung 4 Häufigkeit der Trinkwasser- Tagesproduktionsmengen im Vergleich zum Vorjahr. HÄUFIGKEIT DER TRINKWASSER–TAGESPRODUKTIONSMENGEN 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 > 160.000 m³ bis 170.000 m³ > 150.000 m³ bis 160.000 m³ > 140.000 m³ bis 150.000 m³ > 130.000 m³ bis 140.000 m³ > 120.000 m³ bis 130.000 m³ >110.000 m³ bis 120.000 m³ > 100.000 m³ bis 110.000 m³ < 100.000m³ Häufigkeit der Trinkwasser Tagesproduk�onen TW-Abgabe Häufigkeit 2022 2021 > 170.000 m³ Abbildung 5 Auf die jeweilige Rohwasserres- source bezogene (Tages-)Förder- mengen/Produktionsmengen von Januar bis Dezember 2022. (Talsperrenwasser (grün), Grundwasser Hennef (hellblau) und Grundwasser Meindorf (dunkelblau). Die höchsten (Tages-)Fördermengen im Jahr 2022 waren Mitte August zu verzeichnen. Die höchste (Tages-)Fördermenge aus den drei Rohwasserressourcen des Verbandes lag am 10.08.2022 mit insgesamt rund 163.649 m³ (siehe Abb. 5) deutlich unter der des Vorjahres (178.649 m³). Abbildung 4 gibt einen Überblick über die Häufigkeit der Trinkwasser-Tagesproduktionsmengen im Ver- gleich zum Vorjahr. Abbildung 5 zeigt die Lastverteilung auf die drei Rohwasserres- sourcen/Trinkwasseraufbereitungsanlagen des Wahnbachtalsper- renverbandes. Daraus ist zu entnehmen, dass die Grundlast auch im Jahr 2022 wie gewohnt im Regelfall durch die Trinkwasserauf- bereitungsanlagen am Standort Siegelsknippen (das heißt, durch die Rohwasserressourcen der Wahnbachtalsperre und im Hen- nefer Siegbogen) gedeckt wurden. Die Bedarfsspitzen wurden im Wesentlichen durch die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Sankt Augustin-Meindorf bedient. Da die Talsperre zu Beginn des Kalen- derjahres 2022 und auch zum Beginn des wasserwirtschaftlichen Sommerhalbjahres 2022 überdurchschnittlich gut gefüllt war, wur- de im Jahr 2022 vermehrt auf die Wasserressourcen der Wahn- bachtalsperre zurückgegriffen, sodass die beiden Grundwasser- ressourcen im Hennefer Siegbogen und an der unteren Sieg bei Sankt Augustin-Meindorf geschont werden konnten (siehe Abb. 5).Seite 37 von 82 36 06 #) VERSORGUNGSBEREICHE UND MIT ZUSCHUSSWASSER BELIEFERTE GEBIETE: Ost/West II: Windeck, Eitorf, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid, Lohmar, Hennef, Siegburg, Sankt Augustin, Hochzone Königswinter (Thomasberg), Hochzone Bonn, Wachtberg, Grafschaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler Mitte: Bonn-Beuel, Talzone Bonn, Bonn Bad-Godesberg, Remagen, Bornheim, Alfter West I: Hochzone Bonn, Meckenheim, Rheinbach, Eifel-Ahr Zuschusswasser: Alfter, Bornheim, Grafschaft, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Eifel-Ahr, Hochzone Königswinter (Thomasberg) Mittelwerte ± Standardabwei- chungen aus den monatlichen Untersuchungen (k. A: keine Anforderung, n. n.: nicht nachweisbar, <: unterhalb des angegebenen Wertes) Anmerkungen Bestimmung durch die akkre- ditierten und in der Liste des LANUV NRW als „zugelassene Untersuchungsstelle“ aufgeführten Laboratorien des Wahnbachtal- sperrenverbandes *) Parameter Nr. gemäß 1. Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung vom 03.05.2011 (lfd. Nr.-Anlage Teil). **) Grenzwerte gemäß Trinkwasserverordnung ***) Untersuchungshäufigkeit: f = fortlaufend; t = täglich; wt = werktäglich; hw = halbwöchentlich; w = wöchentlich; m = monatlich; q = quartalsweise; h = halbjährlich; j = jährlich Bezeichnung Einheit Param. n. Anl. TrinkwV *) Anforderung bzw. Grenzwert TrinkwV **) Versorgungsbereiche #) Unters. häuf. ***) Ost + West II Mitte West I ~80% Talsp.w. ~20% Grundw. ~35% Talsp.w. ~65% Grundw. ~30% Talsp.w. ~70% Grundw. Sensorische Kenngrößen: Geruch (während der Corona-Pandemie in Absprache mit GA RSK nur Vor-Ort-Bestim- mung) 8-3-I 3 ohne ohne ohne ww Geschmack 9-3-I annehmbar erfüllt erfüllt erfüllt w Färbung (SAK-436nm) m-1 7-3-I 0,5 0,02 ± 0,01 0,01 ± 0,01 0,02 ± 0,01 wt Trübung FNU 18-3-I 1,0 < 0,1 < 0,1 < 0,1 f Physikalische Kenngrößen: Temperatur °C k.A. 25 9,0 ± 1,9 10,3 ± 1,3 10,1 ± 1,5 t elektr. Leitfähigkeit (b. 25°C) mS/m 12-3-I 279 24 ± 2 31 ± 5 28 ± 2 f pH-Wert 19/20-3-I ≥ 7,7 8,3 ± 0,1 8,0 ± 0,1 8,3 ± 0,1 t Calcitlösekapazität bei 10°C mg/l 20-3-I ≤ 5 1,4 ± 0,5 1,5 ± 0,9 1,1 ± 0,4 m Sauerstoffsättigung % k.A. 92 ± 4 95 ± 2 95 ± 4 m Chemische Kenngrößen: Summenparameter f. organ. Stoffe Organ. Geb. Kohlenstoff (TOC) mg/l 15-3.I o. a. V. 0,9 ± 0,1 0,6 ± 0,2 0,7 ± 0,2 wt UV-Extinktion (SAK-254nm) m-1 k.A. 1,6 ± 0,2 1,1 ± 0,3 1,4 ± 0,2 wt Anionen: Borat (als Bor) mg/l 3-2.I 1,0 0,02 ± 0,01 0,04 ± 0,01 0,03 ± 0,01 w Bromat ²) mg/l 4-2.I 0,010 < 0,005 < 0,005 < 0,005 h Chlorid mg/l 3-3.I 250 21 ± 2 27 ± 5 24 ± 2 w Fluorid mg/l 8-2.I 1,5 < 0,1 < 0,1 < 0,1 m Nitrat mg/l 9-2.I 50 12 ± 1 17 ± 3 15 ± 2 w Nitrit mg/l 9-2.II 0,50 / 0,10 < 0,01 < 0,01 < 0,01 w Phosphat (als Phosphor) mg/l k.A. < 0,01 < 0,01 < 0,01 w Sulfat mg/l 17-3.I 250 26 ± 1,0 29 ± 2 28 ± 0,9 w Silikat (als Silizium) mg/l k.A. 2,6 ± 0,5 4,0 ± 0,8 4,3 ± 0,5 w Säurekapazität (Ks 4,3) mmol/l k.A. 0,9 ± 0,2 1,4 ± 0,3 1,2 ± 0,2 w Kationen: Ammonium mg/l 2-3.I 0,50 < 0,01 < 0,01 < 0,01 wt Natrium mg/l 14-3.I 200 10,5 ± 1,6 16,0 ± 3,4 13,50 ± 1,8 w Kalium mg/l k.A. 2,3 ± 0,1 3,1 ± 0,5 2,7 ± 0,2 w Calcium mg/l k.A. 24,9 ± 2,0 33,1 ± 5,5 29,6 ± 2,9 w Magnesium mg/l k.A. 5,3 ± 0,4 7,0 ± 1,0 6,2 ± 0,5 w Carbonathärte °dH k.A. 2,3 ± 0,4 3,6 ± 0,9 3,1 ± 0,5 w Gesamthärte mmol/l k.A. 0,84 ± 0,07 1,11 ± 0,18 0,99 ± 0,09 w Grad deutscher Härte °dH k.A. 4,7 ± 0,4 6,2 ± 1,0 5,6 ± 0,5 Härtebereich nach Wasch- und Reinigungsmittelgesetz k.A. weich weich weich Analysewerte von Januar bis Dezember 2022 WASSERCHEMISCHE BESCHAFFENHEIT DES VOM WTV ABGEGEBENEN TRINKWASSERSSeite 38 von 82 37 Analysewerte von Januar bis Dezember 2022 SPURENSTOFFGEHALTE UND BAKTERIOLOGISCHE BESCHAFFENHEIT DES VOM WTV ABGEGEBENEN TRINKWASSERS Mittelwerte ± Standard- abweichungen aus den regelmäßigen Untersuchungen (n.n.: nicht nachweisbar, <: unterhalb des angegebenen Wertes) Anmerkungen Bestimmung durch die akkre- ditierten und in der Liste des LANUV NRW als „zugelassene Untersuchungsstelle“ aufgeführten Laboratorien des Wahnbachtal- sperrenverbandes *) Parameter Nr. gemäß 1. Ver- ordnung zur Änderung der Trink- wasserverordnung vom 03.05.2011 (lfd. Nr.-Anlage. Teil) **) Grenzwerte gemäß Trinkwas- serverordnung ***) Untersuchungshäufigkeit: f = fortlaufend; t = täglich; wt = werktäglich; hw = halbwöchentlich; w = wöchentlich; m = monatlich; q = quartalsweise; h = halbjährlich; j = jährlich 1) Die Analyse umfasst derzeit 44 Wirkstoffe entsprechend der Empfehlung des Bundesgesund- heitsamtes zum Vollzug der Trink- wasserverordnung, veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt 7/89 S. 290-295. 2) Untersuchung durch akkreditier- tes Fremdlabor. ³) Summenparameter. x) Keine Summenbildung möglich, da alle untersuchten Einzelsubstanzen unterhalb der Bestimmungsgrenze des jeweiligen analytischem Verfahren liegen. Bezeichnung Einheit Param. TrinkwV *) Grenzwert TrinkwV **) Alle Versorgungs- bereiche Untersuchungshäufigkeit ****) Spurenelemente: Aluminium mg/l 1-3.I 0,200 < 0,005 wt Antimon mg/l 1-2.II 0,0050 < 0,001 h Arsen mg/l 2-2.II 0,010 < 0,001 h Blei mg/l 4-2.II 0,010 < 0,001 h Cadmium mg/l 5-2.II 0,0030 < 0,0006 h Chrom mg/l 5-2.I 0,050 < 0,010 h Eisen mg/l 6-3.I 0,200 < 0,010 wt Kupfer mg/l 7-2.II 2,0 < 0,010 h Mangan mg/l 13-3.I 0,050 < 0,005 wt Nickel mg/l 8-2.II 0,020 < 0,005 h Quecksilber mg/l 12-2.I 0,0010 < 0,0001 h Selen mg/l 13-2.I 0,010 < 0,001 h Uran ²) mg/l 15-2.I 0,010 < 0,0001 q Organische Spurenstoffe: Trihalogenmethane ³) mg/l 11-2.II 0,050 0 x) m Tri- und Tetrachlorethen ³) mg/l 14-2.I 0,010 0 x) m Pflanzenbehandlungsmittel 1) mg/l 10-2.I 0,00010 n.n. m Benzo(a)pyren mg/l 3-2.II 0,000010 < 0,000005 h Polyzyklische aromat. Kwst 3) mg/l 10-2.II 0,00010 0 x) h Benzol 2) mg/l 2-2.I 0,0010 < 0,00025 h Epichlorhydrin 2) mg/l 6-2.II 0,0001 <0,00005 h Vinylchlorid 2) mg/l 12-2-.II 0,0005 <0,0005 h Cyanid 2) mg/l 6-2.I 0,050 < 0,005 h Chlorit (bei Chlordioxid-Dos.) mg/l §11 0,20 0,12 ± 0,04 hw Bakteriologische Parameter: Koloniezahl 20°C /1ml 10-3.I 100 0 - 3 t/w Koloniezahl 36°C /1ml 11-3.I 100 0 - 1 t/w Coliforme-Bakterien /100ml 5-3.I 0 0 t Escherichia-coli /100ml 1-1 0 0 t Enterokokken /100ml 2-1 0 0 m Clostridium /100ml 4-3.I 0 0 mSeite 39 von 82 RESSOURCENSCHUTZ 07Seite 40 von 82 „Ein Team aus neun Spezialisten ist täglich zum Schutz unseres Trinkwassers im Einsatz. Zusammen mit den Landwirten der Wasserschutzkooperation werden die konkreten Maßnahmen gemeinsam geplant und umgesetzt.“Seite 41 von 82 Karte Wasserschutzgebiete des Wahnbachtalsperrenverbandes. 1 Wahnbachtalsperre 2 Hennefer Siegbogen 3 Meindorf im unteren Sieggebiet 07 40 RESSOURCENSCHUTZ Die bewilligten Wasserrechte ermöglichen die jährliche Gewin- nung von insgesamt 55,1 Millionen Kubikmeter Rohwasser. Nachdem die Trinkwasserabgabe 2020 mit 47,9 Millionen Kubik- meter den Höchstwert seit Beginn der Trinkwasserversorgung durch den WTV erreicht hatte, erschien es sinnvoll, den Rohwas- serbedarf für die Wassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet neu zu ermitteln, um die Auswirkungen des Klimawan- dels mit langen Trockenphasen und steigendem Trinkwasserbe- darf ausreichend zu berücksichtigen. Es wurde ein Bedarf von 24,6 Millionen Kubikmeter ermittelt, der es erforderlich machte, die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Antragsunterlagen ent- sprechend anzupassen. Der Einzugsgebietsschutz in den drei Wassergewinnungsgebieten ist Teil eines Multi-Barrieren-Systems zur langfristigen Sicherstel- lung einer hervorragenden Trinkwasserqualität. Er umfasst folgende Teilbarrieren/Maßnahmen zum Schutz der Rohwasserressourcen: • Wasserschutzgebiete • Überwachung durch Gewässerwarte • Erfassung der Gefährdungspotenziale • Kooperation mit der Landwirtschaft • Gewässerschützende Forstbewirtschaftung • Sicherung der Wasserschutzzone I Der Wahnbachtalsperrenverband betreibt drei Trinkwassergewinnungsanlagen: • Wahnbachtalsperre (Wasserrecht 28,1 Millionen Kubikmeter pro Jahr; unbefristet) • Grundwassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet (Wasserrecht 20 Millionen Kubikmeter pro Jahr bis 2020; Neubewilligungsverfahren läuft) • Grundwassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen (Wasserrecht 7 Millionen Kubikmeter pro Jahr; bis 2030) Wahnbachtalsperre – Ein Kleinod im Bergischen Land Foto rechts Schild Wasser- schutzgebiet Foto obenSeite 42 von 82 0 21 Kilometer Drabenderhöhe Much Seelscheid Neunkirchen Pohlhausen Braschoß Heisterschoß Wolperath Pinn NW a h n b a c h W e n d b a c h Schutzzone I Schutzzone IIA Schutzzone IIB (äußerer Bereich) Schutzzone IIB (innerer Bereich) Schutzzone III 0 21 Kilometer Seelscheid Pohlhausen Braschoß Schutzzone I Schutzzone IIA Schutzzone IIB (äußerer Bereich) Schutzzone IIB (innerer Bereich) Schutzzone III Karte Wasserschutzgebiet Wahnbachtalsperre 07. RESSOURCENSCHUTZ Luftbild der Wassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet Foto rechts Wasserschutzgebiet Meindorf im unteren Sieggebiet Grafik links 41 WASSERSCHUTZGEBIETE Die drei Rohwasserressourcen sind durch ausgewiesene Was- serschutzgebiete geschützt. Die Wasserschutzgebietsverord- nungen sichern die Gewinnungsgebiete durch Verbote, Ge- nehmigungsvorbehalte und Nutzungsbeschränkungen gegen Einträge in oberirdische Gewässer und das Grundwasser, zum Beispiel aus der Landwirtschaft, aus Siedlungen, aus Gewer- be- und Industriegebieten und über das Abwasser. Die Wasserschutzgebietsverordnung für die Wahnbachtal- sperre ist am 14. Juni 1993 in Kraft getreten. Sie ist auf Grund- lage § 35 des Landeswassergesetzes NRW unbefristet gültig. Die Wasserschutzgebietsverordnung für die Wassergewin- nungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet ist am 1. Juli 1985 in Kraft getreten. Sie wurde am 5. Februar 1999 im Hin- blick auf die Verwendung von Recyclingbaustoffen und im Februar 2005 zu Maßnahmen der Versickerung von Nieder- schlagswässern durch Änderungsverordnungen ergänzt. Sie ist auf Grundlage § 35 des Landeswassergesetzes NRW eben- falls unbefristet gültig. Die Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen wurde nach dem Auslaufen der Wasserschutzgebietsverordnung durch eine vorläufige Anordnung geschützt, die bis Ende 2024 gültig ist. Diese ist inhaltsgleich mit der ausgelaufenen Ver- ordnung. Im Hinblick auf die erforderliche Neuausweisung des Wasserschutzgebietes wurde 2020 ein Wasserschutzge- bietsgutachten erarbeitet, bei dem die äußere Begrenzung des Wasserschutzgebietes und die Ausdehnung der einzel- nen Wasserschutzzonen neu ermittelt wurden. Im Hinblick auf das für die Wasserschutzzone II zu erwartende Verbot zur Ausbringung organischer Düngemittel wurde in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln eine Machbarkeitsstudie zur Hygienisierung dieser Düngemittel durchgeführt. Die Wasser- schutzzone II soll die Wassergewinnung vor allem vor patho- genen Mikroorganismen schützen. Die Ausbringung hygieni- sierter organischer Düngemittel könnte im Sinne dieses Zieles einen ausreichenden Schutz darstellen und die Beibehaltung der aktuellen Bewirtschaftungsformen in den landwirtschaft- lichen Betrieben ermöglichen.Seite 43 von 82 Karte oben Wasserschutzgebiet Hennefer Siegbogen Foto Luftbild der Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen – das Grundwasser wird unterhalb der Wahnbachtalsperre in der landschaftlichen schönen Siegaue gewonnen 07 42 Links Bodenerosion nach einem Starkregenereignis Zwei in der Mitte Illegale Entsorgung von Müll (Elektroschrott, Grünschnitt und Bauschutt) Rechts Regulierung der Parksituation durch Baumstämme im seitlichen Straßenbankett Fotos unten ÜBERWACHUNG DURCH GEWÄSSERWARTE Die Einhaltung der Regelungen der Wasserschutzgebietsver- ordnungen und der Auflagen aus erteilten Genehmigungen wird durch Gewässerwarte des Verbandes überwacht. Diese Überwachung erfolgt durch Routinekontrollen auf festge- legten Fahrtrouten, gezielte Bereichskontrollen, Zustands- kontrollen oberirdischer Gewässer und Sonderkontrollfahr- ten (zum Beispiel zu Erosionsereignissen, zur Ausbringung organischer Düngemittel, zur Beobachtung festgestellter Missstände). Für die Wahnbachtalsperre ist im Hinblick auf die Freizeitnutzung ein Wochenenddienst eingerichtet. Dabei wird vor allem auf Aktivitäten in unmittelbarer Gewässernä- he geachtet, die zu hygienischen Beeinträchtigungen füh- ren können (zum Beispiel Schwimmen, Pferde oder Hunde im Wasser, Abfälle). Aufgrund des hohen Besucheraufkom- mens in den vergangenen Jahren und der damit verbunde- nen angespannten Parksituation, war Mitarbeitern des Ver- bandes die Durch- oder Anfahrt zu Betriebstätten teilweise nicht möglich. Aus diesem Grund wurden im seitlichen Stra- ßenbankett der Talsperrenstraße im Bereich des Dammes Baumstämme ausgelegt, um die Parksituation zu regulieren und somit die uneingeschränkte Zufahrt zu gewährleisten. Einrichtungen und Handlungen, die nicht den Regelungen der Wasserschutzgebietsverordnungen oder erteilten Ge- nehmigungen entsprechen, werden den Unteren Wasserbe- hörden mitgeteilt. Kleinere Abfallablagerungen, die keinem Verursacher zugeordnet werden können, werden durch die Gewässerwarte oder in Zusammenarbeit mit den Bauhöfen der Städte und Gemeinden beseitigt. An der Wahnbachtalsperre werden Besucher an häufig ge- nutzten Wegstrecken durch Hinweisschilder auf das Was- serschutzgebiet und die Verbotsregelungen aufmerksam gemacht. Darüber hinaus wurde an besonders sensiblen Stellen darauf hingewiesen, dass das Verlassen der ausge- schilderten Wege verboten ist. Im Wasserschutzgebiet der Grundwassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieg- gebiet wurden an häufig genutzten Wegstrecken Informa- tionstafeln vom „Grundwasser zum Trinkwasser“ aufgestellt. Diese veranschaulichen durch schematische Zeichnungen, Karten und Fotos, welche Schritte notwendig sind, um aus Grundwasser Trinkwasser herzustellen.Seite 44 von 82 Foto Gemeinsam mit der Landwirtschaft für ausgezeichnetes Trinkwasser 07. RESSOURCENSCHUTZ Hinweisschild auf das Wasser- schutzgebiet an der Wahnbach- talsperre. Bild 43 ERFASSUNG DER GEFÄHRDUNGSPOTENZIALE Einträge von Stoffen und Mikroorganismen können vor allem aus Siedlungen, Gewerbegebieten, Tankstellen, der Abwasserbesei- tigung, der Beseitigung von Niederschlagswasser, der Landwirt- schaft, der Forstwirtschaft und der Freizeitnutzung stammen. Anknüpfend an die vorherigen Jahre, wurde die systematische Erfassung von Gefährdungspotenzialen, sowohl im Einzugsgebiet der Wahnbachtalsperre als auch in den Grundwassergewinnungs- gebieten Meindorf im unteren Sieggebiet und Hennef-Siegbogen, weitergeführt. Die Vorgehensweise folgt dabei einem qualitativen Ansatz einschlägiger Regelwerke. Ergänzend wurde 2022 im Rah- men einer Zusammenarbeit mit der Universität Siegen in einer Bachelorarbeit eine Machbarkeitsstudie zur Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme von Rückhaltebecken an den direkten Zu- flüssen in die Talsperre durchgeführt. Im Zuge dessen wurde für das Rückhaltebecken am Bleibach detailliert betrachtet, welche Einflüsse auf die Wahnbachtalsperre zu erwarten sind, wenn die- ses Becken außer Funktion genommen wird. Im nächsten Schritt ist für 2023 eine weitere Abschlussarbeit geplant, die weitere Rückhaltebecken behandeln wird. Für das Jahr 2023 ist es vorgesehen, die erfassten Gefährdungs- potenziale hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes für alle drei Einzugsgebiete zu analysieren. Dabei gilt es, Standortfaktoren und unterschiedliche Wirkungs- mechanismen für Oberflächen- und Grundwasser zu berücksich- tigen. Zusätzliche Maßnahmen, die zur Minimierung des Risikos erforderlich sind, können im Zuge der Risikoabschätzung abgelei- tet werden. Die Erfassung und Visualisierung erfolgt dabei GIS-ge- stützt in Form einer detaillierten Landnutzungskarte. KOOPERATION MIT DER LANDWIRTSCHAFT Grundlage der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Landwirt- schaft und Wasserwirtschaft in NRW ist das „12-Punkte-Programm in Nordrhein-Westfalen“ vom 22. März 2021, das die Landesregie- rung mit den Landwirtschaftskammern Rheinland und Westfalen- Lippe, den Verbänden der Landwirtschaft und des Garten-, Obst- und Gemüsebaues sowie dem Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und dem Verband kommunaler Unterneh- men (VKU) vereinbart hat (Kooperationsmodell). Die Organisation dieser Zusammenarbeit erfolgt in Wasserschutzkooperationen. Landwirte und Wasserversorger haben ein gemeinsames Ziel, den Schutz unsere Trinkwasserressourcen. Einträge von Nähr- stoffen, Pflanzenschutzmitteln, sonstigen wassergefährdenden Stoffen und Krankheitserregern in die Gewässer sollen vermieden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind landwirtschaftliche Bewirtschaf- tungsmaßnahmen umzusetzen, die über die gesetzlichen An- forderungen hinausgehen. Dabei sind wirtschaftliche Nachteile für die landwirtschaftlichen Betriebe zu vermeiden. Die Wasser- schutzkooperation trägt damit zu einer Versorgung der Bevölke- rung mit Trinkwasser in ausreichender Menge und ausgezeich- Foto Informationstafel „vom Grund- wasser zum Trinkwasser.“Seite 45 von 82 Abbildung Vorstand KLWB Foto Team KLWB 07 44 neter Qualität sowie indirekt zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region bei. Die Kooperation in den Wasserschutzgebieten des Verbandes erfolgte seit 1989 über den „Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser und Boden im Rhein-Sieg-Kreis (ALWB)“. Die Organisation dieser Zusammenarbeit musste 2022 neu strukturiert werden, um den heutigen rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Daher wurde der ALWB im Dezember 2022 aufgelöst und die Koope- ration Landwirtschaft, Wasser und Boden (KLWB) als neue Was- serschutzkooperation gegründet. Der KLWB gehören insgesamt fünf Wasserversorgungsunternehmen an (WTV, WV Euskirchen- Swisttal und Gemeinde Alfter vertreten durch die e-regio, WBV Thomasberg und Aggerverband). Der paritätisch besetzte Vorstand aus je drei Vertretern der Landwirtschaft und der Wasserversorgungsunternehmen wird durch einen Beirat, dem die Landwirtschaftskammer, die Kreis- bauernschaft, die Unteren Wasserbehörden und die Gesund- heitsämter angehören, unterstützt. Die Finanzierung erfolgt durch die fünf Wasserversorgungsunternehmen. Die Aufwen- dungen für die Wasserschutzkooperation können mit dem Was- serentnahmeentgelt verrechnet werden. Ein Team aus neun Spezialisten ist täglich zum Schutz unseres Trinkwassers im Einsatz. Zusammen mit den Landwirten der Wasserschutzkooperation werden die konkreten Maßnahmen gemeinsam geplant und umgesetzt. Das Team besteht aus drei Mitarbeitern der Landwirtschafts- kammer NRW (zwei Wasserschutzberater, eine Verwaltungs- kraft) und sechs Mitarbeitern des Wahnbachtalsperrenver- bandes (fünf Fachkräfte im Bereich Agrarservice und einem Auszubildendem zur Fachkraft Agrarservice). Die Wasserschutzberatung bietet eine individuelle Unter- stützung der Landwirte mit den Schwerpunkten Anbau- und Düngeberatung, Nährstoffvergleiche, Auswertung von Karte Trinkwasserschutz- und Trinkwassereinzugsgebiete im Kooperationsgebiet der KLWBSeite 46 von 82 Fotos von oben nach unten 1. Fortbildung auf dem Feld 2. Dokumentation in Echtzeit 3. von links nach rechts, DAL.BO MaxiRoll, John Deere 750A Scheibenegge Amazone 4. Bodenprobennahme im Spätsommer 07. RESSOURCENSCHUTZ 45 Bodenanalysen, Wasserschutz und Pestizideinsatz. Grup- penberatung, Demonstrationsversuche, produktionstech- nische Beratung, Feldbegehungen und Exkursionen sowie Versammlungen und Fortbildungsveranstaltungen gehören ebenfalls zum Angebot für die Mitglieder der KLWB. Neben der Wasserschutzberatung bietet der WTV den Mit- gliedern der KLWB ein Förderprogramm und Dienstleistun- gen zur gewässerschonenden Bewirtschaftung an. Diese Dienstleistungen werden vom WTV organisiert und durch- geführt. Dafür hat er zahlreiche Spezialgeräte angeschafft. Die geschulten Mitarbeiter setzen ihre umfassenden Erfah- rungen effizient für die Mitglieder ein. Die Inhalte des Förder- programmes und die Kostenstruktur der Dienstleistungen wurden überarbeitet, um geänderten rechtlichen Rahmen- bedingungen und den Verrechnungsmöglichkeiten mit dem Wasserentnahmeentgelt Rechnung zu tragen. 2022 – EIN HERAUSFORDERNDES JAHR Die Witterung 2022 war durch einen feuchten Winter, zu- nächst verhaltenes Wachstum, kurze Kälteeinbrüche und Trockenphasen gekennzeichnet. Kälteeinbrüche waren kurz und selten. Daher konnten insgesamt weniger Maßnahmen als in den Vorjahren durchgeführt werden. Als wesentliche Grundlage für die Düngeplanung der land- wirtschaftlichen Betriebe wurden auch 2022 in erheblichem Umfang Untersuchungen zu den Nährstoffgehalten in den Böden (auf 496 Flächen) und den organischen Düngemitteln (vor allem Gülle) durchgeführt. Die große Zahl an Boden- proben ist nur durch den Einsatz verbandseigener fahrbarer Bodenprobenentnahmegeräte möglich. Damit soll der Ver- lagerung von Nährstoffen in Grund- und Oberflächenwässer entgegengewirkt werden. Bodenuntersuchungen im Herbst, kurz vor dem Beginn der Sickerperiode, sollen zur Beurtei- lung der Effizienz der gewässerschützenden Maßnahmen beitragen. 2022 wurden diese Untersuchungen auf 142 Flä- chen durchgeführt. Eine wichtige Aufgabe der Kooperation wird es zukünftig sein, die Düngungsmaßnahmen auf die sich ändernden Niederschlagsverteilungen im Zusammen- hang mit dem Klimawandel anzupassen. Die Gefahr von oberflächigen Abträgen nach der Ausbrin- gung organischer Düngemittel wird durch Festlegung von Ausbringungszeiträumen, in denen die Boden- und Witte- rungsbedingungen für den Gewässerschutz möglichst güns- tig sind, minimiert. Das ist eine besonders wichtige Maßnah- me der Kooperationsarbeit, da die Ausbringung organischer Düngemittel auf schneebedeckten, gefrorenen oder wasser- gesättigten Böden durch oberflächigen Abfluss auf geneig-Seite 47 von 82 46 07 ten Flächen bei Schneeschmelze und Niederschlägen oder durch Versickerung und unterirdischen Abfluss zu Einträgen in die oberirdischen Gewässer führen kann. Die Wasserver- sickerung im Boden setzt bereits ein, bevor der Boden „nass“ ist. Dieser Zeitpunkt ist optisch für die Landwirte im Gelän- de nicht erkennbar. Daher erfolgt durch die Wasserschutz- kooperation eine Ausbringungsempfehlung für die Mitglie- der. Grundlage dieser Ausbringungsempfehlung waren auch 2022 Daten einer Klimastation des Deutschen Wetterdiens- tes im Einzugsgebiet der Wahnbachtalsperre und die Daten einer Klimastation im Wasserschutzgebiet Meindorf im unte- ren Sieggebiet (Donnerwetter). Um die Umsetzung dieser Maßnahme zu ermöglichen, wird die Errichtung ausreichender Lagerkapazitäten ge- fördert und der WTV hat zusätzlich einen Güllebehälter für Notsituationen gepachtet. Der WTV führt im Rahmen der Wasserschutzkooperation auf zahlreichen Flächen die Aus- bringung für die Landwirte mit einem speziellen Großgerät durch, das eine verlustarme, bodennahe Ausbringung mit hoher Dosiergenauigkeit sicherstellt (Schlitztechnik). 2022 wurden 24.000 Kubikmeter in den Wasserschutzgebieten ausgebracht. Die Schlitztechnik auf Grünland und die Strip- Till-Technik auf Ackerflächen gehen über die gesetzlichen Anforderungen einer bodennahen Ausbringung der novel- lierten Düngeverordnung hinaus und erreicht ein höheres Schutzniveau. Zur Ausbringung von Festmist steht ein modernes Gerät mit hoher Dosiergenauigkeit und der Möglichkeit, in Kul- turbestände hineinzufahren, zur Verfügung. 2022 wurden 1.100 Tonnen ausgebracht. Über die Fördermaßnahmen wird mit den Landwirten auch vereinbart, dass Flächen ganz oder teilweise von der Ausbringung ausgenommen werden, um Grund- und Oberflächengewässer zu schützen. Der WTV hat im Rahmen der Wasserschutzkooperation 2022 350 Tonnen Kalk auf den landwirtschaftlichen Flächen der Kooperationsmitglieder ausgebracht. Die gezielte Kalkversor- gung der Böden verbessert die Bodenstabilität und ermög- licht einen besseren Nährstoffentzug durch die Kulturpflan- zen, sodass damit eine gewässerschützende Bewirtschaftung gefördert wird. Auf 12 Hektar hat der WTV Nachsaaten auf Grünlandflächen durchgeführt, um die Stabilität der Grünlandnarben zu ver- bessern und damit einen wirksamen Nährstoffentzug und Erosionsschutz sicherzustellen. Nachsaat auf Grünland Foto mittig Gülleausbringung mit dem Strip-Till -Verfahren Foto oben Sortenversuch Zwischenfrucht Foto untenSeite 48 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ 47 Im Direktsaatverfahren wurden auf zirka 250 ha Zwischen- früchte, Getreide und Mais ausgebracht. Die Direktsaat ist ein Aussaatverfahren ohne Bodenbearbei- tung mit dem die Erosion des Bodens reduziert wird. Zur Aussaat sind spezifische Direktsämaschinen erforderlich, die Säschlitze öffnen, in die das Saatgut abgelegt wird. Die Wasserschutzberatung hat auch 2022 Demonstrations- versuche durchgeführt, um Erfahrungen mit speziellen ge- wässerschützenden Bewirtschaftungsmaßnahmen zu sam- meln und deren Möglichkeiten zur Umsetzung in die Praxis zu prüfen oder aufzuzeigen. GEWÄSSERSCHÜTZENDE FORSTBEWIRTSCHAFTUNG Die Bewirtschaftung der im Eigentum des Verbandes stehen- den Forstflächen erfolgt auf Grundlage des DVGW-Merkblat- tes W 105 „Waldbewirtschaftung und Gewässerschutz“. Die gewässerschützenden Bewirtschaftungsmaßnahmen sollen sicherstellen, dass auf steilen Flächen Fahrspuren und Bo- denverdichtungen durch Befahren mit schweren Geräten und dadurch Beschädigungen der Bodennarbe weitgehend vermieden und keine hangabwärts gerichteten Spuren er- zeugt werden, um damit der Bodenerosion und der oberflä- chigen Abschwemmung vorzubeugen. Durch diese Maßnah- men wird auch die Gefahr von mikrobiologischen Einträgen (Fäkalien von Wildtieren) in die Gewässer minimiert. SICHERUNG DER WASSERSCHUTZZONE I Die Wasserschutzzonen I (WSZ I) in den Grundwassergewin- nungsgebieten sind eingezäunt, sodass der Zutritt nur für Betriebspersonal möglich ist. Die Flächen werden ohne Dün- gungsmaßnahmen gepflegt. Der Zutritt für Wildtiere ist ein- geschränkt, aber für kleine Wildtiere möglich. Die Zufahrtswege zur WSZ I an der Wahnbachtalsperre sind durch Absperrschranken gesichert, sodass die Zufahrt nur für Betriebspersonal und Eigentümer/Bewirtschafter von Flä- chen in der WSZ I möglich ist. Der Zugang für Wildtiere ist möglich. Der Wildbestand wird durch jagdliche Maßnahmen reguliert. Foto oben neue Zaunanlage am Brunnen I im Wassergewinnungs- gebiet Meindorf im unteren Sieggebiet Foto unten Absperrschranke im Bereich der WahnbachtalsperreSeite 49 von 82 WAHNBACH 0 50 100 150 200 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 Gesamt-Phosphor (μg/l) 0 50 100 150 200 250 1972 1977 1982 1987 1992 1997 2002 2007 2012 2017 2022 Phosphor-gesamt (μg/l) WAHNBACH 0 50 100 150 200 1982 1987 1992 1997 2002 2007 2012 2017 2022 Phosphor-gesamt (μg/l) SIEFERBACH 48 07 Grafik Phosphat im Wahnbach (Einzelwerte 2022) Grafik Phosphat im Sieferbach (Jahresmittelwerte 1981-2022) Grafik Phosphat im Wahnbach (Jahresmittelwerte 1971-2022) GEWÄSSERUNTERSUCHUNGEN IN DEN EINZUGSGEBIETEN Im Einzugsgebiet der Wahnbachtalsperre werden Wasseruntersuchungen an der Quelle des Wahn- bachs, den Ausläufen der Kläranlagen, am Wahnbach (vor Einlauf in die Vorsperre), am Ablauf der Phos- phoreliminierungsanlage (PEA), an zwölf Zuflüssen, die unmittelbar in den Stausee münden, und im Roh- wasser durchgeführt. In den Grundwassereinzugs- gebieten werden Wasserproben an oberirdischen Gewässern, an Grundwassermessstellen und den Förderbrunnen entnommen und untersucht. Die Phosphorkonzentration ist im Wasserschutzge- biet der Wahnbachtalsperre ein wesentlicher Para- meter für die Gewässergüte, da sie die Entwicklung von Algen im Stausee in starkem Maße beeinflusst. Sie ist im Wahnbach, der 80 Prozent des Zuflusses in Richtung Talsperre führt, nach 1985 zunächst stark gesunken und befindet sich seit 2003 auf einem mittleren Konzentrationsniveau von zirka 70 Mikro- gramm pro Liter. Die Gründe für den insgesamt ge- ringeren Phosphoreintrag liegen in durchgeführten Maßnahmen zur Abwasserbeseitigung, in den Maß- nahmen zum Erosions- und Abschwemmungsschutz auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und zum Teil in geänderten Nutzungen von Teichanlagen, die im Hauptzufluss der Gewässer liegen. Es ist aber auch erkennbar, dass die abgesenkten Konzentratio- nen immer noch zu hoch sind, um den Stausee ohne technische Maßnahmen in einem nährstoffarmen (oligotrophen) Zustand zu halten (< 10 Mikrogramm pro Liter erforderlich). Die Einzelwerte zeigen in 2022 Konzentrationsspitzen von bis zu 188 Mikrogramm pro Liter. Sie sind auf Erosionsereignisse nach einzelnen starken Nieder- schlagsereignissen zurückzuführen. Dies zeigt, dass solche Einträge trotz der umfangreichen Maßnahmen zum Erosionsschutz auftreten können, es ist aber auch zu vermuten, dass das Konzentrationsniveau ohne Erosionsschutzmaßnahmen deutlich höher liegen würde. Unabhängig von einzelnen Konzentrationsspitzen tritt eine deutliche jahreszeitliche Tendenz in der Konzentrationsverteilung auf. Etwa von Mitte Mai bis Ende September liegen die Konzentrationen auf einem höheren Niveau. Phosphor wird vor allem durch oberflächige Erosion und Abschwemmung oder durch Direkteinträge in die oberirdischen Ge- wässer eingetragen. Die erhöhten Werte in der Som- merperiode werden daher auf die landwirtschaftliche Flächennutzung mit Beweidung und Ausbringung vonSeite 50 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ WAHNBACH WAHNBACH 0 5 10 15 20 25 1972 1977 1982 1987 1992 1997 2002 2007 2012 2017 2022 Nitrat (mg/l) 0 5 10 15 20 25 J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D Nitrat (mg/l) 2021 20222020 49 Nitrat im Wahnbach (Jahresmittelwerte 1972-2022) Grafik Nitrat im Wahnbach (Einzelwerte 2019-2022) Grafik organischen Düngemitteln sowie Einträge aus den Abläufen der Kläranlagen bei gleichzeitig geringer Wasserführung in den oberirdischen Gewässern zu- rückgeführt. Der Sieferbach zeigt exemplarisch für Zuflüsse, die unmittelbar in den Stausee münden, eine entspre- chende Tendenz. Die Jahresmittelwerte der Nitratkonzentration im Wahnbach zeigen seit 1984 eine fallende Tendenz und liegen in den letzten Jahren zwischen zehn und 15 Milligramm pro Liter. Sie befinden sich damit im Vergleich zum Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Entwicklung der Nitratkonzentration im Jahr 2022 zeigt in den Sommermonaten deutlich ge- ringere Konzentrationen als im Winter. Das ist darauf zurückzuführen, dass Nitrat im Sickerwasser gelöst durch die Bodenzone transportiert und anschließend über den Zwischenabfluss und das Grundwasser in die oberirdischen Gewässer verlagert wird. Durch die extreme Trockenheit ist dieser Verlagerungspfad über einen langen Zeitraum unterbrochen worden. Erst mit den im September einsetzenden Nieder- schlägen folgt das Konzentrationsniveau wieder dem jahrestypischen Verlauf. Ein ähnlicher Konzentra- tionsverlauf konnte 2020 beobachtet werden. 2021 war dieser Prozess ebenfalls erkennbar, jedoch lagen die Konzentrationen in den Sommermonaten auf einem vergleichsweise höheren Niveau. Die Nitratkonzentrationen im Rohwasser der drei Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage Mein- dorf im unteren Sieggebiet liegen in den Brunnen II und IV im Jahr 2022, verglichen mit den Konzentratio- nen von 2021, auf einem vergleichbaren Niveau. An Brunnen I ist die Jahresmittelkonzentration gegen- über dem Vorjahr leicht gestiegen. Insgesamt liegen die Konzentrationen an allen drei Brunnenstandor- ten deutlich unter dem Grenzwert der Trinkwasser- verordnung von 50 Milligramm pro Liter. Die Nitratkonzentrationen im Rohwasser der bei- den Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen liegen auch in ihren Spitzenwer- ten auf einem sehr niedrigen Niveau. Zu Beginn des Jahres 2022 liegen die Konzentrationen in Brunnen III etwas höher als im Vorjahr. Aufgrund der relativ ge- ringen Niederschlagsmengen in den Sommermona- ten 2022 sinkt die Nitratkonzentration, ähnlich wie in den Trockenjahren 2018–2020, wieder auf ein gerin- ges Niveau. Die relativ hohen Niederschlagsmengen in den Sommermonaten 2021 hatten vergleichsweise zu etwas höheren Konzentrationen geführt.Seite 51 von 82 50 07 PFLANZENSCHUTZMITTEL In den drei Wasserschutzgebieten wurden 66 Wirk- stoffe und deren Abbauprodukte (Metabolite) unter- sucht. Für diese Stoffgruppe gelten im Trinkwas- ser die in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte. Im Juni und November wurden zusätz- liche Untersuchungen auf 43 nicht relevante Meta- bolite (nrM) durchgeführt. Nicht relevante Metabolite sind Abbauprodukte von Pflanzenschutzmittelwirk- stoffen, die weder eine definierte pestizide Restaktivi- tät, noch ein pflanzenschutzrechtlich relevantes hu- mantoxisches oder ökotoxisches Potenzial besitzen. Die Bewertung ihrer Anwesenheit im Trinkwasser er- folgt deshalb nicht nach der Trinkwasserverordnung, sondern nach dem Vorsorge-Konzept der gesund- heitlichen Orientierungswerte (GOW) des Umwelt- bundesamtes (UBA). Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter je Einzelsubstanz. In der Quelle des Wahnbachs wurde im Juni AMPA und Dimethylsulfamid (DMS) nachgewiesen. In den Ausläufen der Kläranlagen (KA) Much und Hillesheim wurden am häufigsten AMPA, das Abbauprodukt von Glyphosat, Terbuconazol, Terbutryn und DMS beob- achtet. Die Konzentrationen überschritten teilweise den GOW. Einmalig wurden die Stoffe Atrazin, Pro- piconazol, Terbuthylazin und Glyphosat nachgewie- sen. Glyphosat, Terbutryn und Terbuthylazin können überwiegend als „Unkrautvernichter“ Anwendung finden. Eine Anwendung des nicht mehr zugelasse- nen Wirkstoffes Atrazin im Wasserschutzgebiet wird nicht angenommen. Es wird davon ausgegangen, dass Atrazin aus früheren Anwendungen immer noch im Boden vorhanden ist und sukzessive ausgetragen wird. Tebuconazol wird als Fungizid eingesetzt. Im Wahnbach, vor der Mündung in die Vorsperre, wur- den 2022 von den in den Ausläufen der Kläranlagen nachgewiesenen Substanzen Terbuthylazin und AM- PA nachgewiesen in Konzentrationen unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung 2011 (Stand 19. Juni 2020). Darüber hinaus wurden Desphenyl- Chloridazon (Metabolit-B), S-Metolachlor (S-Metabo- lit) und S-Metolachlor-Sulfonsäure ebenfalls unter- halb des Grenzwerts der Trinkwasserverordnung 2001 (Stand 19. Juni 2020) beobachtet. Terbuthylazin wird auch im Maisanbau angewendet und kann da- her zusätzlich auch aus dem landwirtschaftlichen Be- reich eingetragen werden. Die Belastung des Wahn- baches mit Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln und deren Abbauprodukten (Metabolite) wurde seit HENNEF 0 10 20 30 1997 2002 2007 2012 2017 2022 Nitrat (mg/l) Brunnen II Brunnen III Grenzwert Trinkwasserverordnung (2001) = 50 mg/l Grafik Nitrat in den zwei Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage im Hennefer Siegbogen (Einzelwerte 1997-2022) 0 10 20 30 40 50 60 1972 1982 1992 2002 2012 2022 Nitrat (mg/l) Brunnen I Brunnen II Brunnen IV Grenzwert Trinkwasserverordnung (2001) Br. I 2018 außer Betrieb MEINDORF Nitrat in den drei Förderbrunnen der Wassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet (Jahresmittelwerte 1972 – 2022) GrafikSeite 52 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ GLYPHOSAT & AMPA MEINDORF GLYPHOSAT & AMPA HENNEF 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Juni Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov (μg/l) Glyphosat AMPA KA Much Wahnbach RW-TalsperreQuelle Wahnbach KA Hillesheim Fließrichtung 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov (μg/l) Glyphosat AMPA Sieg in Meindorf I Förderbrunnen IVII 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Juni Juni Nov Juni Juni (μg/l) Glyphosat AMPA Sieg in Hennef Grundwassermessstelle Nb 8 Förderbrunnen II Förderbrunnen III GLYPHOSAT & AMPA WAHNBACH Grafiken Glyphosat und AMPA in den 3 Wasserschutzgebieten 51 1989 insgesamt stark verringert. Vor allem die Höhe der Konzentrationen bei nachgewiesenen Stoffen liegt heute deutlich niedriger. Im Filtrat der Phosphor- eliminierungsanlage (PEA) wurden Desphenyl-Chlori- dazon (Metabolit-B) und S-Metolachlor (S-Metabolit) nachgewiesen. In fünf Zuflüssen, die unmittelbar in den Stausee münden, wurden keine Wirkstoffe oder deren Abbauprodukte nachgewiesen. Im Rohwasser der Wahnbachtalsperre wurden nur noch Terbuthy- lazin, Metolachlor (S-Metabolit) und S-Metolachlor- Sulfonsäure in sehr geringen Konzentrationen, die deutlich unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasser- verordnung liegen, nachgewiesen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass aus dem Sied- lungsbereich (Ausläufe der Kläranlagen) in erheblichem Umfang Einträge in den Wahnbach erfolgen. Die Konzen- tration der eingetragenen Stoffe geht allerdings auf der Fließstrecke im Wahnbach bereits sehr stark zurück und nach der weiteren Transportstrecke bis zur Rohwasser- entnahme sind sie dort nur noch vereinzelt in sehr gerin- gen Konzentrationen nachweisbar. In der Sieg wurden in beiden Grundwassergewin- nungsgebieten verschiedene Wirkstoffe und Meta- bolite (Abbauprodukte) nachgewiesen. Die Konzent- rationen lagen weitgehend unter dem Grenzwert für Trinkwasser. Diese Stoffe wurden an den untersuch- ten Grundwassermessstellen innerhalb der Wasser- schutzgebiete nur teilweise beobachtet. Die Konzen- trationen lagen im Wasserschutzgebiet im Hennefer Siegbogen unterhalb des jeweiligen GOW. Im Roh- wasser der Förderbrunnen der Wassergewinnungs- anlage Meindorf im unteren Sieggebiet und der Was- sergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen wurden Terbuthylazin, Desphenyl-Chloridazon (Metabolit-B), Methyldesphenyl-Chloridazon und Dimethachlor, Metazachlor, Metazachlor (S-Metabolit) und S-Me- tolachlor-Sulfonsäure deutlich unterhalb des GOW nachgewiesen. Das in der Öffentlichkeit intensiv diskutierte Glypho- sat (mit seinem Abbauprodukt AMPA) wurde als To- talherbizid zur Unkrautbekämpfung auf befestigten Flächen und im Rahmen des Direktsaatverfahrens auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt. AMPA kann auch aus den Phosphorverbindungen gebildet werden, die zum Beispiel in Waschmitteln enthalten sind. Eine eindeutige Zuordnung zu einer Belastungs-Seite 53 von 82 52 07 Grundwasserbrunnnen Hennef Foto quelle ist nicht möglich. Es erscheint allerdings unwahrscheinlich, dass die Einträge aus früheren Anwendungen im Zuge des Direkt- saatverfahrens stammen, da dieses gerade die Erosion und den damit verbundenen Eintrag in die oberirdischen Gewässer ver- mindert. Dafür sprechen auch die höheren Konzentrationen in den Abläufen der Kläranlagen und die deutliche Konzentrations- abnahme auf der Fließstrecke des Wahnbaches. Nach Inkrafttre- ten der novellierten Pflanzenschutzanwendungsverordnung vom 2. September 2021 ist die Anwendung von Glyphosat in Wasser- schutzgebieten verboten. Das Direktsaatverfahren kann daher nicht mehr in der bisherigen Form durchgeführt werden. Einige Landwirte haben daher Ihre Ackerflächen wieder gepflügt, wodurch die Gefahr der Boden- erosion mit den damit verbundenen Einträgen von Stoffen und Krankheitserregern in die oberirdischen Gewässer verstärkt wird. Alternative Möglichkeiten über flache Bodenbearbeitungen (zum Beispiel mit der Kurzscheibenegge) mit anschließender Aussaat durch Direktsaatgeräte wurden geprüft und anschließend für die Landwirte im Rahmen der Wasserschutzkooperation als Förder- maßnahme angeboten. Die Wasserschutzkooperation muss aber auch überlegen, ob die Ackerbauanbaufläche im Wasserschutzgebiet der Wahnbachtal- sperre zukünftig reduziert und durch Grünlandnutzung ersetzt werden kann. Bei den Untersuchungen auf nicht relevante Metabolite (nrM) wur- den 2022 einzelne dieser Stoffe in den oberirdischen Gewässern, im Grundwasser und in den Rohwässern nachgewiesen. Die beob- achteten Konzentrationen liegen allerdings weitestgehend unter den gesundheitlichen Orientierungswerten, sodass ihr Nachweis keine Bedeutung für die sichere Trinkwasserversorgung hat.Seite 54 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Juni Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov (μg/l) KA Much Wahnbach RW-Talsperre TW-TalsperrePEA-AuslaufQuelle Wahnbach KA Hillesheim Fließrichtung 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Juni Jul Sep Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Aug Nov Juni Nov Aug Nov Aug Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov Juni Juli Sep Nov (μg/l) Sieg in Meindorf Grundwassermessstellen I Förderbrunnen TW Meindorf IVIIEc 16 Ed 8 Ee 11Df 4Dd 3 He 1Ef 4 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 Juni Jul Sep Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Nov Juni Jul Sep Nov Juni Jul Sep Nov (μg/l) Nb 4 Sieg in Hennef Grundwassermessstellen Förderbrunnen II IIINb 1 Nb 8 Nc 4 Nc11Mc 7 HENNEF MEINDORF TALSPERRE 53 Acesulfam (Süßstoff) als Beispiel für einen Spurenstoff in den 3 Wasserschutzgebieten Grafiken ARZNEIMITTEL, TIERARZNEIMITTEL UND SPURENSTOFFE In den drei Wasserschutzgebieten wurden weiterhin pharmazeutische Wirkstoffe, Wirkstoffe aus Tierarz- neimitteln, Hormone und Spurenstoffe (TFA, Kom- plexbildner, Triazole, Süßstoffe, Flammschutzmittel) untersucht. Für diese Stoffgruppen sind keine Grenz- werte in der Trinkwasserverordnung festgelegt. Die Bewertung ihrer Anwesenheit im Trinkwasser erfolgt deshalb nach dem Vorsorge-Konzept der gesundheit- lichen Orientierungswerte (GOW) des Umweltbun- desamtes (UBA). In der Quelle des Wahnbachs, südwestlich der Ort- schaft Drabenderhöhe, wurden 2022 Diclofenac, Valsartansäure, Metformin und Amidotrizoesäure nachgewiesen. Weiterhin wurden die meisten Kom- plexbildner, Flammschutzmittel sowie Acesulfam festgestellt. Diese Stoffe sind mögliche Indizien für häusliches Abwasser. In den Ausläufen der Kläran- lagen Much und Hillesheim wurden die meisten der untersuchten pharmazeutischen Wirkstoffe, Tierarz- neimittel und Spurenstoffe mindestens einmal nach- gewiesen. Die Konzentrationen lagen hier teilweise sehr deutlich über dem jeweiligen GOW. Im Wahn- bach, vor der Mündung in die Vorsperre, wurden ebenfalls verschiedene Wirkstoffe aus Arzneimitteln und Spurenstoffe nachgewiesen. Die Konzentratio- nen sind an dieser Stelle zwar deutlich niedriger, aber dennoch kommt es zu Überschreitungen der GOW. Im Auslauf der Phosphoreliminierungsanlage wurden viele der pharmazeutischen Wirkstoffe und Spuren- stoffe, ebenfalls mit Überschreitungen des jeweiligen GOW, nachgewiesen. Nach der Transportstrecke im Stausee finden sich diese Stoffe auch im Rohwasser der Talsperre. Die Konzentrationen liegen allerdings, bis auf eine Ausnahme, jeweils weit unterhalb des je- weiligen GOW, sodass keine Auswirkungen auf eine sichere Trinkwasserversorgung erkennbar sind. Im Rohwasser der Förderbrunnen der Wassergewin- nungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet und der Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen wurden neun pharmazeutische Wirkstoffe und ein Spurenstoff nachgewiesen. Die Konzentrationen liegen überwiegend weit unterhalb des jeweiligen GOW. Im Rohwasser des Horizontalfilterbrunnens IV lag die Konzentration von Oxipurinol teilweise über dem GOW. Diese Stoffe und weitere wurden in der Sieg, in teilweise erheblich höheren Konzentrationen beobachtet, sodass ein Eintrag über das Sieginfiltrat in den Grundwasserkörper angenommen wird. Dem- entsprechend werden sie auch in einzelnen Grund- wassermessstellen nachgewiesen.Seite 55 von 82 07 Grundwasserstände im Wasserschutzgebiet der Wassergewinnungsanlage Hennefer Siegbogen (2018-2022): Mb 13 (Siegpegel), Nb001 und Mb002 (zwischen Sieg und Förder- brunnen), Mb007 (unmittelbar am Förderbrunnen), Nc005 (ca. 190 m vom Förderbrunnen entfernt) Grafik unten Grundwasserstände im Wasserschutzgebiet der Wassergewinnungsanlage Meindorf im unteren Sieggebiet (2018-2022): Dd012 (Siegpegel), Ce010 (zwischen Sieg und Förderbrunnen), De005, De009 und Ee008 (nähe Förderbrunnen) Grafik oben GRUNDWASSERSTÄNDE In beiden Grundwassergewinnungsgebieten werden die Grundwasserstände im Siegvorland (Ce010, Mb002, Nb001) und im Bereich der Förderbrunnen (De005, De009, Ee008, Mb007, Nc005) stark von den Wasserständen der Sieg (Dd012, Mb013) beeinflusst. Hohe Siegwasserstände führen auch zu hohen Grundwasserständen. Die Grundwasserstände in beiden Grundwassergewin- nungsgebieten sinken bereits ab April und erreichen in den Sommermonaten – von Juli bis August – ihren Tiefststand. In dieser Zeitspanne führt die Sieg eben- falls nur sehr geringe Wassermengen. Diese geringen Wasserstandshöhen sind auf geringe Niederschlags- mengen in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen. Mit den einsetzenden Niederschlägen im Herbst beginnen die Grundwasserstände wieder zu steigen. Im Dezember 2022 wurden aufgrund der hohen Niederschlagsmengen vergleichsweise sehr hohe Wasserstände an den Mess- stellen der Sieg verzeichnet. Die Grundwasserstände im Bereich der Horizontalfilter- brunnen zeigen eine Beeinflussung durch die Förderung. So zeigen zum Beispiel die Grundwassermessstellen Mb007 und Nc005 besonders tiefe Wasserstände, wenn die Fördermenge der Horizontalfilterbrunnen hoch ist. Im Vergleich zum Sommer des Vorjahres 2021 zeigen die Grundwasserstände einen „gegenteiligen“ Trend. Im Juli 2021 wurden extrem hohe Wasserstände aufge- zeichnet. Diese sind alleinig auf das Starkniederschlag- ereignis vom 14. Juli 2021 zurückzuführen. Aufgrund des trockenen Sommers in 2022 war ein solcher Trend nicht zu beobachten.Seite 56 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ 55Seite 57 von 82 56 07 FORSTWIRTSCHAFT Die durch Trockenheit und Borkenkäferbefall instabil gewordenen Fichtenbestände wurden 2022 an Waldwegen und in Gebäudenä- he sukzessive entfernt. Es besteht zwar keine Verkehrssicherungs- pflicht an Waldwegen, dennoch sind aufgrund der bekannten Ge- fahr eines Zusammenbruches der Bäume zur Sicherheit auch dort die Gefahrenbäume beseitigt worden. Auch Baumarten, die als relativ resilient eingeschätzt wurden, zei- gen Ausfallerscheinungen. Besonders betroffen ist die Buche. Ei- che, Birke und Kiefer zeigen ebenfalls Schäden. Diverse Bäume an unterschiedlichsten Standorten sind vertrocknet und mussten an frequentierten Standorten entfernt werden. Wie auch in 2021 ist die Gemeine Esche (Fraxinus Excelsior) ein Laubholz mit großem Schadpotenzial. Das Eschentriebsterben ist auch im WTV-Forst nicht aufzuhalten. Verantwortlich hierfür ist ein Pilz, das falsche weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus). Die Sporen dieses Pilzes dringen über die Blatt- stile in gesunde Äste ein und besiedeln das Holzgewebe. Blätter und Triebe sterben daraufhin ab. Die Esche trocknet von der Kro- ne an zurück, der Baum stirbt ab. Es kommt zu unkontrolliertem Astabbrüchen oder Baumbrüchen. Die Gefahr, die von solchen Be- ständen ausgeht, muss beseitigt werden. Dies ist aufgrund der zu gewährleistenden Sicherheit der Forstwirte in Großteilen nur mit maschineller Unterstützung möglich. Ressourcenschutz FORST- UND LANDSCHAFTSPFLEGE Seit dem Trockenjahr 2018 ist ein fortschreitender Zerfall der Fichtenbestände zu beobachten. Abgestorbene Buche Foto Abgestorbene Kiefer Foto Oben: Absterbende Krone an einer Esche Unten: Fruchtkörper des „falschen weißen Stengelbecherchen“ Fotos rechtsSeite 58 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ TECHNISCHE AUSSTATTUNG 2022 wurde ein gebrauchter Forstspezialschlepper angeschafft, um die Arbeitssicherheit und die Effektivität der forstlichen Arbeiten zu verbessern. Diese Maschine weist eine Konsolenbauweise auf, so- dass diverse Gerätschaften für unterschiedliche Aufgabenstellungen ab- und angebaut werden können: • Forst-Sicherheitsausstattung (Panzerglas, Astabweiser, Unterfahrschutz) • Forstladekran mit 8,5 Meter Reichweite • Doppeltrommel Seilwinde mit jeweils 10 Tonnen Zugkraft • Ergonomischer Drehsitz, Sitzheizung, Klimaanlage, gefederte Vorderachse • Biologisch abbaubares Hydrauliköl • EURO Schnellwechselrahmen für Arbeitsgeräte Der Schlepper wird bei allen forstlichen Arbeiten eingesetzt. Das be- inhaltet das Umziehen von Bäumen, Vorliefern der Bäume, Poltern der Stämme. Des Weiteren wird er zum UVV-konformen Fällen von Schadholz genutzt. Auch zum Räumen von Windwurf auf Wegen oder zum Mulchen von Flächen ist der Schlepper einsetzbar. AUSBILDUNG Der Mitarbeiter Julius Brix hat im Juni 2022 seine Abschlussprüfung zum Forstwirt mit Erfolg abgelegt. Er hat im Anschluss an seine drei- jährige Ausbildung einen Jahresvertrag erhalten und arbeitet aktuell in der Forstabteilung als Forstwirt-Fachhandwerker. Im August 2022 hat eine neue Auszubildende ihre Arbeit in der Forst- abteilung aufgenommen. Jana Röttgen hat bereits ein Jahresprakti- kum im Landesforst absolviert und verfügt über einen Jagdschein. INFORMATIONSTAFELN An stark frequentierten Wegen, die an neu bepflanzten Flächen vor- beiführen, hat die Forstabteilung Hinweistafeln installiert. Die Um- randung aus heimischer Douglasie ist vom Forstwirt-Auszubildenden hergestellt worden. Hier kann sich der interessierte Waldbesucher über die Pflanzung informieren. RUHEBÄNKE Im Jahr 2022 wurden insgesamt drei Ruhebänke, die an inzwischen zugewachsenen Sichtschneisen standen, versetzt. Von den neuen Standorten können Besucher und Wanderer den Blick auf die Tal- sperre wieder genießen. Foto rechts Neue Ruhebank mit Blick auf die Talsperre Foto Forstspezialschlepper 57 Fotos Forstwirt Julius Brix und Auszubildende Jana Röttgen Fotos Hinweistafel an Forstfläche und Hinweistafel mit Zuwegung aus Streu und RindenmulchSeite 59 von 82 58 07 VEGETATION TROTZ VERSIEGELUNG Der Wahnbachtalsperrenverband hat Dächer, die sind wunder- schön und funktionell. Die jährliche Pflege des Daches über- nimmt nicht der Dachdecker, sondern erledigt die Landschafts- pflege. Das grüne Dach beziehungsweise das „Gründach“ gibt es beim WTV schon seit über 27 Jahren. Die ersten Gründächer entstanden bei der Erweiterung des Pumpwerkes Seligentahl. Über den Garagen und Werkstätten befinden sich drei Grün- dächer mit Mutterbodenauflage. Inzwischen sind auch an wei- teren Standorten Gründächer entstanden. Auf dem Laborge- bäude ist zirka ein Viertel des Daches begrünt und über der Hauptaufbereitung SN 1 gibt es Pflanzkübel. Im Hennefer Siegbo- gen sind die beiden Carports über den Technikhäuschen begrünt. Das jüngste Gründach befindet sich über der Chloranlage in Mein- dorf. Die Vorteile des begrünten Daches sind: • Wasserspeicherung • Pflanzen binden CO2 und sind Nahrung für Insekten • Die Dachhaut ist vor UV-Strahlung geschützt und hält länger • Das Dach ist besser vor Hitze geschützt HEUMAHDÜBERTRAGUNG – WAT IS DAT? Heumahdübertragung ist ein Begriff aus dem Naturschutz. Es wird gemähter und getrockneter Wiesenschnitt mit gereiften Samen von einer Spenderfläche aufgeladen und auf eine vorbereitete Fläche aufgebracht. Beim Verteilen der Heumahd fallen die reifen Samen auf den Boden oder Samen können an den Pflanzen nachreifen und fallen anschließend auf den Boden. So kann zum Beispiel eine Baustelle nach Fertigstellung eingesät werden. Die Alternative zur Gewinnung von Samen wäre die Beerntung einer Spenderfläche. Anschließend kann mit dem geernteten regiona- len Saatgut eine Fläche (zum Beispiel nach einer Baumaßnahme) neu eingesät werden. Die Bilder unten zeigen eine Heumahdüber- tragung durch die Landschaftspflege in der Nähe des Flugplat- zes Hangelar. Die Maßnahme ist der Ausgleich für den Bau eines Anodenfeldes für den Korrosionsschutz auf dieser Wiese. Begrüntes Dach in Meindorf über der Chlordioxidanlage Fotos Links: Fläche, die zur Heumahdübertragung mit dem Bandrechen vorbereitet wurde Rechts: Fläche nach Übertragung der Heumahd Fotos LANDSCHAFTSPFLEGESeite 60 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ 59 DAS BETRIEBSGELÄNDE SIEGELSKNIPPEN SOLL BUNTER WERDEN Im Herbst 2021 wurde ein Blühstreifen südlich neben des Gebäudes SN 3 (Alte Filterhalle) eingesät. Der Streifen blühte im Frühjahr und Sommer 2022. Im Mai war die Hauptblütenfarbe Gelb und im Juni ging es ins Blaue über. In der Saatgutmischung waren 58 verschiedene Kräu- ter enthalten. RESSOURCENSCHUTZ DURCH WARTUNG UND PFLEGE Eine Aufgabe der Landschaftspflege ist die Wartung und Pflege der Maschinen und Geräte der Landschaftspflege. Die Wartung der Maschinen ist vergleichbar mit der Inspek- tion eines Autos. Bewegliche Teile werden geölt, Verschleiß- teile ausgetauscht, der Luftfilter wird gereinigt oder ersetzt, Getriebe und Lager werden gefettet und defekte Teile aus- getauscht. Vor dem Einsatz der Geräte werden Ketten, Messer und Klingen geschärft. Zusätzlich werden Kraftstoffe und Ver- schleißmaterial aufgefüllt, sodass die Arbeit vor Ort effektiv erledigt werden kann. Ein größeres Projekt im Dezember 2022 war die Reparatur des defekten Kabinendaches des in der Landschaftspflege eingesetzten Schleppers. Zusätzlich hat die Landschaftspflege Trittstufen gerichtet, Blechteile ausgebeult, entrostet und anschließend lackiert. So wird die dunkle und kalte Jahreszeit genutzt, um in der Vegetations- zeit einsatzbereite und gepflegte Maschinen und Geräte zur Verfügung zu haben. Durch eine gute Wartung und Pflege werden die Nutzungsdauer der Geräte erhöht und Werte erhalten. So kann die Landschaftspflege zusätzlich wichtige Ressourcen schützen. oben: Einfahrt Betriebsgelände Siegelsknippen Wechselflorbepflanzung mittig & unten: Vorbereitet zur Lackierung und anschließend lackiert Fotos rechts Fotos Blühstreifen südlich neben SN 3 und Blühstreifen SN 3Seite 61 von 82 60 07 MULCHEN DER WIESENFLÄCHEN Die Wiesen der Hochbehälter werden mit einem Raupenmulcher gepflegt. Der Mulcher schlägt den Aufwuchs ab und lässt ihn zer- kleinert liegen. In normalen Jahren verrottet der gehäckselte Grün- schnitt innerhalb weniger Wochen. Die Verrottung benötigt Feuch- tigkeit, die in unseren Breiten als Tau und Regen vorkommt. Im August 2022 war es so heiß und trocken, dass der Grünschnitt nicht verrottet ist und als leicht brennbares Heu auf den Flächen verblieb. Mit Hilfe der Wetterprognose und Kollegen, die in der freiwilligen Feuerwehr tätig sind, wurde entschieden, das Mulchen der Wiesen einzustellen, um die Brandgefahr zu reduzieren. UMSETZUNG DES ARTENSCHUTZES VOR DEM UMBAU GUT UMSCHOSS GESTARTET Besprechung und Vorbereitung für den Umbau Gut Umschoß sind seit Herbst sehr konkret, die Pläne für den Umbau von Gut Umschoß eingereicht. Die Untere Naturschutzbehörde hatte dazu eine Artenschutzprüfung gefordert. Diese hat ergeben, dass Turm- falke, Fledermäuse, Bachstelze, Hausrotschwanz, Siebenschläfer und Zauneidechse neue Wohnungen brauchen. Für die Zaun- eidechsen wird ein 2000 Quadratmeter großes neues Habitat zur Verfügung gestellt. Für die fliegenden Arten werden Brut- und Nist- kästen aufgehängt, sodass Brut- und Rückzugsstätten geschlossen werden können. Für die praktische Umsetzung der Maßnahmen gab es einen Ortstermin zwischen Vertretern der Unteren Natur- schutzbehörde, Landschaftsingenieuren, Architekten und WTV – Verantwortlichen. Foto Turmfalkenkasten Foto Halbhöhlenkasten für die BachstelzeSeite 62 von 82 07. RESSOURCENSCHUTZ 61 SICHERUNG DER TRASSEN FÜR DIE VERSORGUNGSLEITUNGEN Die Trassen der Versorgungsleitungen werden sukzessive begangen und auf Bewuchs und die Errichtung baulicher Anlagen überprüft. Die Kontrolle des Bewuchses erfolgt im Hinblick auf tief wurzelnde Gehölze, bei denen die Gefahr einer Beschädigung der Versorgungsleitungen nicht auszu- schließen ist. Bauliche Anlagen können den Zugang zu den Versorgungsleitungen erschweren oder verhindern und bei erforderlichen Instandsetzungsarbeiten an den Versorgungs- leitungen beschädigt werden. 2022 wurden die Schutzstreifen auf zirka 13,5 Kilometern Leitungstrasse überprüft. Dabei wurden zirka 30 Bäume als „Gefährder“ für die Trinkwasserleitungen eingestuft. Von die- sen, wie auch von Kontrollen aus dem Vorjahren, konnten 120 Bäume im Jahr 2022 entfernt werden. In einigen Fällen aus den Vorjahren sind noch Prüfungen durch die Eigentü- mer der Bäume sowie Entscheidungen der verschiedenen Naturschutzbehörden abzuwarten. Auch politische Abwä- gungen der verschiedenen öffentlichen Interessen spielen dabei eine Rolle. In diesem Jahr wurden keine weiteren unbe- kannten baulichen Anlagen festgestellt. Zwei Fälle aus dem Vorjahr konnten abschließen
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 04:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de