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232168-02 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Bürgerantrag: Schutz der Hirschkäfer am Venusberg durch Geschwindigkeitsbeschränkung

Nummer
232168-02 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
18.02.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Graf-Stauffenberg-Straße Straße· Südstadt, Bonn Hauptort
  • Robert-Koch-Straße Straße· Südstadt, Bonn
  • Venusberg Ortsteil· Bonn
  • Mehlem Ortsteil· Bad Godesberg
  • Oberkassel Ortsteil· Beuel
  • Ramersdorf Ortsteil· Beuel
  • Friesdorf Ortsteil· Bad Godesberg
  • Kessenich Ortsteil· Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 05.03.2025 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 11.03.2025 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 06.03.2025 Kenntnisnahme
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  1. 232168 Bürgerantrag: Schutz der Hirschkäfer am Venusberg durch Geschwindigkeitsbeschränkung

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
232168-02 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Bürgerantrag: Schutz der Hirschkäfer am
Venusberg durch Geschwindigkeitsbeschränkung
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
05.03.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 06.03.2025 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 11.03.2025 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Die Hirschkäfer unterliegen einem besonderen Schutzstatus. Aufgrund des
drastischen Rückgangs wird der größte Käfer Deutschlands in der Roten Liste
als „stark gefährdet“ und in der Bundesartenschutzverordnung als „besonders
geschützt“ eingestuft.
Das Stadtgebiet Bonn ist eins der wenigen nachgewiesenen Kernvorkommen
des Hirschkäfers in Nordrhein-Westfalen. Die meisten Vorkommen des
Hirschkäfers befinden sich außerhalb von ausgewiesenen Schutzgebieten,
sodass Zusammenstöße zwischen Menschen und Tieren unvermeidbar sind.
Entlang der Graf-Stauffenberg-Straße stehen wertvolle Eichen- und
Buchenbestände, die als geeignete Brutbäume (v.a. sonnenexponierte Bäume
mit großen Mulmhöhlen) für Hirschkäfer fungieren und daher das Vorkommen
begünstigen.
Die Untersuchung der Biologischen Station Bonn im Jahr 2006 (veröffentlicht
im „Mitt. Arb.gem. Rhein. Koleopterologen (Bonn) 16 (3-4), 2006, 63-71“) zeigt,
dass der Hirschkäfer sowohl in den linksrheinischen Waldhängen des
Kottenforstes vom Nordrand Kessenichs bis zur Stadtgrenze bei Mehlem im
Süden, als auch im rechtsrheinischen Hang des Ennerts, von Beuel bis zur
Stadtgrenze südlich Oberkassel, verbreitet ist und stellenweise in hoher Dichte
vorkommt.
Demnach liegt der Schwerpunkt der Verbreitung am Venusberg, in Ramersdorf
und Oberkassel. Auf der rechten Rheinseite wurde er in Oberkassel mit über 40
Beobachtungen am häufigsten gemeldet. An den rechtsrheinischen
Flusshängen zieht sich das Vorkommen des Hirschkäfers südlich mindestens
bis in das zentrale Siebengebirge hinein, wie mehrere Meldungen aus dem
Rhein-Sieg-Kreis bestätigten. Linksrheinisch kamen die meisten Meldungen
aus Friesdorf und Kessenich.
Knapp 60 % aller Beobachtungen wurden abends zwischen 17 und 22
Uhr getätigt. Am häufigsten handelte es sich um fliegende Tiere.
Auf dem im Bürgerantrag geforderten Straßenabschnitt kann aufgrundSeite 1 von 2
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verkehrsrechtlicher Gegebenheiten die Geschwindigkeit nicht reduziert werden.
Zur Herabsenkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit müssen
verschiedene Tatbestandsvoraussetzungen vorliegen, z.B.
Unfallhäufungsstellen oder schützenswerte Einrichtungen. An der unmittelbar
folgenden Robert-Koch-Straße wurde die Höchstgeschwindigkeit bereits auf 30
km/h reduziert. Insbesondere auf diesem Straßenabschnitt findet sich ein
großer Hirschkäferbestand.
Entscheidende Faktoren zur Beeinträchtigung der Hirschkäferpopulation sind
der zunehmende Habitatverlust und die Klimaveränderung.
Die Stadtverwaltung setzt sich daher im Rahmen von Plan- und
Genehmigungsverfahren für geeignete Schutzmaßnahmen für den Hirschkäfer
ein. Dazu gehört die Schaffung, der Erhalt und die Wiederherstellung von
natürlichen Lebensräumen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Die
wertvollen Eichen- und Buchenbestände entlang der Graf-Stauffenberg-Straße
und der Robert-Koch Straße gilt es zu erhalten.
Darüber hinaus wird die Stadtförsterei im Amt für Umwelt und Stadtgrün im
Rahmen der Naturland zertifizierten Bewirtschaftung des Bonner Stadtwaldes
auch zukünftig, u.a. im Rahmen der Hirschkäferförderung, zur Erhöhung des
Laubwaldanteils sowie des Zulassens von Alters- und Zerfallphasen bei
Einzelbäumen und kleinen Teilflächen als potentiellen Brutbäumen beitragen.
Auch auf Bonner Friedhöfen wurden bereits sogenannte „Wiegen für den
Hirschkäfer“ als Kinderstube für die Käferlarven errichtet, z.B. auf dem Bonner
Südfriedhof.
Die Untere Naturschutzbehörde im Amt für Umwelt und Stadtgrün ruft dazu auf,
Fundorte des Hirschkäfers auch weiterhin zu melden, damit das städtische
Artenkataster wachsen kann und die schützenswerte Art in Bonn zukünftig
noch stärker Berücksichtigung findet.
Unterstützungsmaßnahmen können auf öffentlichem und im privaten Raum
wirken und vergleichsweise leicht umgesetzt werden.
Beschlussvorschlag für die Bezirksvertretung Bonn:
Die Bezirksvertretung nimmt Kenntnis von der Stellungnahme der Verwaltung
und erklärt den Bürgerantrag damit für erledigt. Mit diesem Votum ist das in §
24 GO NRW für die formelle Beratung von Bürgeranträgen vorgesehene
Verfahren abgeschlossen.
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 05:44 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de