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232132-03 ST · Stellungnahme der Verwaltung

CDU-Große Anfrage: Planungen zum Derletal und den Teichen

Nummer
232132-03 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
11.01.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg 16.01.2024 Kenntnisnahme
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  1. 232132 CDU-Große Anfrage: Planungen zum Derletal und den Teichen

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
232132-03 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
CDU-Große Anfrage: Planungen zum Derletal und
den Teichen
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Hardtberg 16.01.2024 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Zu den Großen Anfragen DS 232132 und DS 232132-02
Frage 1:
In dem Bericht im General-Anzeiger wird von einer grundsätzlich
beabsichtigten Aufwertung des Derletals als Naherholungsort berichtet.
Welche Maßnahmen werden hierfür in der Summe erwogen? Inwiefern
sollen die Bezirksvertretung sowie die Bürgerinnen und Bürger im
Stadtbezirk in diesen Prozess eingebunden werden?
Antwort:
Das Derletal stellt bereits ein Naherholungsgebiet dar, welches 1979
eingeweiht wurde. Es ist das zweit größte in der Stadt Bonn. Darüber hinaus ist
das Derletal Teil des Landschaftsschutzgebietes Kottenforst. Der Zustand des
unteren Teichs im Derletal hat auch negative Auswirkungen auf den
Naherholungswert. Die jetzt geplante Sanierung wäre insofern tatsächlich eine
Aufwertung. Weitergehende Aufwertungen sind aktuell nicht geplant.
Frage 2:
Die Schilderungen zum dringenden Bedarf der Sanierung des Unteren
Teichs im Derletal im Finanzausschuss klingen dramatisch. Nach
Rücknahme der Vorlage im Ausschuss: Welche Maßnahmen können nun
kurzfristig ergriffen werden, um ein Umkippen des Teichs und das damit
verbundene, prognostizierte Artensterben zu verhindern? Warum werden
erst jetzt Maßnahmen ergriffen? Entsprechende Gegenmaßnahmen
wurden bereits 2013 beschlossen.
Antwort:
Das Gewässer wird im kommenden Jahr bis zu seiner geplanten Sanierung
überwacht. Dadurch kann ein Absinken der Sauerstoffkonzentration frühzeitig
bemerkt werden. Durch einen Belüfter wird dann im Bedarfsfall Sauerstoff in
das Gewässer eingebracht. Dadurch kann der geschilderten Gefahr vorgebeugt
werden. Der Zustand des Sees hat sich erst in den letzten Jahren mit Zunahme
der Wetterextreme in diesem Maße verschlechtert, worauf ein Gutachten
angefertigt wurde, aus dem der Sanierungsvorschlag hervorgeht. Die Gelder fürSeite 1 von 4
Seite 2
hieraus hervorgehende Maßnahmen wurden im Sommer 2023 freigegeben,
sodass erst zu diesem Zeitpunkt die weitere Planung begonnen werden konnte.
Frage 3:
In Zukunft sollen laut GA-Artikel Angler im Derletal ihrem Hobby
nachkommen können. Was ist hierzu konkret geplant? Unter welchen
Bedingungen könnte dies erfolgen? Welche Folgen entstehen dadurch
potenziell für bestehende Ökosysteme im Derletal? Gibt es Auswirkungen
dadurch, dass laut Grundlagenerhebung keine standorttypischen
Raubfische in den Teichen im Derletal vorkommen?
Antwort:
Gewässer, wie die Derleteiche, gehören zu der sogenannten Typisierung
Hecht-Schleien-Seen. Neben den namensgebenden Fischen sind auch andere
Arten, wie Rotfeder und Rotauge charakteristisch. In diesen Seen fehlen
Fische, wie Brasse und Karpfen, welche die Unterwasserpflanzen zerstören
und Nährstoffe aus dem Bodengrund aufwirbeln, was sich negativ auf die
Wasserqualität auswirkt, wie es aktuell der Fall ist. Über die allgemeine Hege
der Anglervereine ist eine Überwachung sowie eine Regulierung der
Artenzusammensetzung im Sinne der vorgenannten Typisierung möglich.
Damit ist ein Angeln sowie eine stabile Gewässerentwicklung besonders im
Hinblick auf die bestehenden Ökosysteme möglich.
Frage 4:
Warum wurde die Problematik zuvor nicht an die Mitglieder der BV
Hardtberg kommuniziert, bzw. in dem Gremium beraten? Warum wurde
den Mitgliedern der BV Hardtberg das Dokument zur
Grundlagenerhebung in Teichen nicht gesondert vorgelegt?
Antwort:
Eine entsprechende Mitteilungsvorlage für die BV Hardtberg (DS 231712-03)
wurde parallel zur Beschlussvorlage vorbereitet. Sie wurde im Hinblick auf die
Nichtbehandlung des Einleitungsbeschlusses zunächst aufgehalten. Nach
einem Beschluss über die Einleitung des Vergabeverfahrens wird diese Vorlage
wieder auf den Weg gebracht.
Frage 5:
In welchem ökologischen Zustand befindet sich das Derletal
grundsätzlich? An welchen Stellen besteht Handlungsbedarf und warum?
Antwort:
Das Derletal ist eine im Jahr 1979 entstandene Parkanlage. Der ökologische
Zustand, insbesondere einer menschlich geschaffenen Grünanlage, kann nicht
konkret mittels einer Maßeinheit definiert werden.
Im Landschaftsplan Kottenforst zählt das Derletal zum Landschaftsschutzgebiet
Hardtberg, die Festsetzung des Gebiets erfolgte vornehmlich wegen der
Bedeutung als Naherholungsgebiet. Für das Gebiet soll das Entwicklungsziel
"Erhaltung und Entwicklung einer mit natürlichen und naturnahen
Lebensräumen oder sonstigen natürlichen Landschaftselementen reich oder
vielfältig ausgestatteten Landschaft" erreicht werden.Seite 2 von 4
Seite 3
Die nun vorgesehenen Maßnahmen an den Teichen führen insgesamt zu einer
Verbesserung der Situation. Durch die Sanierung des unteren Teiches kann
dieser wieder seiner ursprünglichen Zweckbestimmung zugeführt werden. Die
oberen Teiche werden der natürlichen Sukzession überlassen. Dies führt zur
Verlandung der Teiche. Die Verlandung künstlich angelegter Teiche wird
gemeinhin als negativ betrachtet, weil sie dem bei Anlegung innewohnenden
Erhaltungsziel entgegensteht. Zudem kann es bei nährstoffreichen
Verhältnissen zu einem Umkippen des Gewässers kommen. Dies wäre bei zu
erhaltenden Gewässern unbedingt zu vermeiden.
Es gehört jedoch zur natürlichen Entwicklung von Gewässern, dass sie ohne
erhaltende Eingriffe verlanden. Der Prozess verläuft umso schneller je
nährstoffreicher und flacher die Gewässer sind. Zwar verlieren die ans Wasser
gebundenen Organismen bei Verlandung ihren Lebensraum, dies wird im
Derletal aber dadurch kompensiert, dass der untere Teich diese
Lebensraumfunktion wieder vollständig erfüllen kann. In den verlandenden
Teichen wird ein Artenwechsel stattfinden der einen hohen ökologischen Wert
darstellen kann. Für den Heilsbach, der die Teiche durchfließt, werden die
Maßnahmen an den Teichen eine Verbesserung bringen. Messungen der
Unteren Wasserbehörde ober- und unterhalb der Teiche haben gezeigt, dass
die aktuell schlechte Wasserqualität der Teiche nachteilige Auswirkungen auf
den Bach hat. Nach Verlandung der oberen Teiche wird der Bach nur noch den
unteren Teich durchfließen, der nach Sanierung eine deutlich verbesserte
Wasserqualität haben wird.
Frage 6:
Wie ist der Sachstand bei der Einbindung einer legalen Graffitiwand im
Derletal? Laut Stellungnahme vom 22. November 2022 sollte der BV
Hardtberg bis Februar 2023 ein Vorentwurf vorgelegt werden, sodass die
Anlage im Frühjahr 2024 in Kombination mit Outdoor-Fitnessgeräten
eröffnet werden kann. Wird diese Maßnahme bei den genannten
Planungen zur Standortaufwertung berücksichtigt?
Antwort:
s. Beschlussvorlage für die Sitzung der BV Hardtberg am 16.01.2024 (DS-Nr.
232262).
Frage 7:
Am 30. November 2021 wurde in der BV Hardtberg auf Grundlage eines
Bürgerantrags beschlossen, mögliche Standorte für zusätzliche
Sitzgelegenheiten unter anderem im Derletal zu prüfen (Finanzierung
durch den Feuerwehrtopf). Wie ist hier der aktuelle Sachstand? Und wird
auch geprüft, Sitzecken für größere Gruppen anzulegen? Stichwort:
Aufenthaltsmöglichkeit für Jugendliche im Stadtbezirk.
Antwort:
Aufgrund des Landschaftsschutzes ist das Aufstellen zusätzlicher Bänke nicht
möglich.Seite 3 von 4
Seite 4
Frage aus DS 232132-02:
Ergänzend zur bestehenden Großen Anfrage 232132, bittet die CDU-
Fraktion die Verwaltung um Beantwortung der Frage, welche
Möglichkeiten bestehen, um den Spielplatz attraktiver zu gestalten.
Darüber hinaus wurde in der Spielplatzbedarfsplanung (DS-Nr. 230055) für alle
Bonner Spiel- und Bolzplätze Handlungsempfehlungen dargelegt. Für den
Spielplatz im Derletal wurden folgende Maßnahmen angeregt:
„Die Ausstattung des Platzes richtet sich überwiegend an kleinere Kinder. Das
Derletal wird von vielen Menschen als Naherholungsraum genutzt und ist durch
ein Wegenetz gut an die umliegenden Wohngebiete angeschlossen. Auch
wenn die Spielgeräteausstattung ausreichend ist, bietet die Fläche viel
Potential, um durch eine Erweiterung und Verbesserung der
Spielgeräteausstattung die Attraktivität zu steigern. Für ältere Kinder sollten
zwei Spielgeräte aufgebaut werden (z.B. Kletterkombinationsgeräte) und die
Aufenthaltsqualität kann durch Sitzgruppen am Rand der Spielanlage
verbessert werden.“ Für den Spielplatz wurde ein mittelfristiger
Handlungsbedarf beschrieben.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 22:32 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de