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232111 · Mitteilungsvorlage

Jahresabschluss 2020 der bonnorange AöR

Nummer
232111
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
13.01.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 31.01.2024 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
232111
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue-
rung
Dezernat:
Dez. OB
Jahresabschluss 2020 der bonnorange AöR
Beratungsfolge
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
31.01.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Am 27.01.2023 hat der Verwaltungsrat der bonnorange AöR folgende
Beschlüsse zum Jahresabschluss 2020 gefasst:
1. Der Verwaltungsrat nimmt von dem Ergebnis der Prüfung des
Jahresabschlusses der bestellten RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Köln, Kenntnis und stellt den Jahresabschluss 2020 mit einer Bilanzsumme von
38.958.014,11 TEUR und einem negativen Jahresergebnis von 1.033.279,63
TEUR sowie Anhang und Lagebericht fest.
2. Der Bilanzverlust in Höhe von 1.313.279,63 TEUR (Jahresergebnis
1.033.279,63 TEUR zuzüglich 280 TEUR Verzinsung Stammkapital) soll aus
den Gewinnrücklagen ausgeglichen werden. Dieser basiert vorrangig auf nicht
geplanten Aufwänden für die Aufarbeitung und Berichtigung prüfungsrelevanter
BgA-Sachverhalte aus der laufenden Betriebsprüfung (Steuern) für die Jahre
2015 bis 2018 so-wie der notwendigen prüferischen Durchsicht und Korrektur
der Spartenrechnungen der Jahre 2015 bis 2020. Ferner schlagen bei den
Umsatzerlösen geringere Einnahmen infolge der vertragslosen
Geschäftsbeziehung mit den Dualen Systemen und dem Preisverfall bei der
Fraktion PPK zu Buche. Entsprechend der Vereinbarung zur
Eigenkapitalverzinsung vom 15.01.2013 erhält die Stadt Bonn zudem vorab
eine Gewinnausschüttung in Höhe von 4% des Stammkapitals (280 TEUR).
3. Der ehemaligen Vorständin der bonnorange AöR, Frau Kornelia Hülter, wird
gemäß § 27 Abs. 1 der Kommunalunternehmensverordnung (KUV) keine
Entlastung erteilt.
4. Dem Vorstand der bonnorange AöR, Herrn Richard Münz, wird gemäß § 27
Abs. 1 der Kommunalunternehmensverordnung (KUV) Entlastung erteilt.
Die Feststellung des Jahresabschlusses und der Beschluss über die
Ergebnisverwendung erfolgen durch den Verwaltungsrat der bonnorange AöR
gemäß § 8 Absatz 3 Gesellschaftsvertrag der bonnorange AöR.
Der von der bonnorange AöR aufgestellte Jahresabschluss 2020 ist von derSeite 1 von 12
Seite 2
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
geprüft worden. Die Prüfer haben den Jahresabschluss 2020 und den
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 der bonnorange AöR mit einem
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss
wurde am 12.05.2023 im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Anlage/n
1 Anlage 1 - Bilanz (öffentlich)
2 Anlage 2 - GuV (öffentlich)
3 Anlage 3 - Lagebericht (öffentlich)Seite 2 von 12
bonnorange AöR, Bonn I/1
Bilanz zum 31. Dezember 2020
Stand Stand Stand Stand
AKTIVA 31.12.2020 31.12.2019 PASSIVA 31.12.2020 31.12.2019
€ € € € € € € €
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
--------------------------- ---------------------
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital 7.000.000,00 7.000.000,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche II. Kapitalrücklage 5.466.178,18 5.466.178,18
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten 148.611,81 239.324,47 III. Gewinnrücklagen 3.432.268,98 4.051.243,63
II. Sachanlagen IV. Bilanzverlust -1.179.987,61 14.718.459,55 -618.974,65 15.898.447,16
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
und Bauten einschließlich der Bauten
auf fremden Grundstücken 16.203.905,95 12.370.679,34 B. Rückstellungen
2. Technische Anlagen und Maschinen 750.103,71 822.381,35 -------------------------
3. Andere Anlagen, Betriebs- 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
und Geschäftsausstattung 12.440.910,13 8.670.761,95 Verpflichtungen 7.917.692,00 8.243.332,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.379.699,78 33.774.619,57 6.669.532,00 28.533.354,64 2. Steuerrückstellungen 76.250,00 15.379,45
3. Sonstige Rückstellungen 5.089.049,03 13.082.991,03 4.703.609,94 12.962.321,39
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 781.918,67 781.918,67
34.705.150,05 29.554.597,78 C. Verbindlichkeiten
---------------------------
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 60,06 63,65
B. Umlaufvermögen 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.776.814,49 2.776.480,77
--------------------------- 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
I. Vorräte Unternehmen 6.210,29 0,00
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 405.687,63 416.765,82 4. Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesstadt
Bonn 5.892.628,48 3.900.759,48
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5. Sonstige Verbindlichkeiten 614.142,23 558.754,88
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 365.719,91 98.138,77 - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 22.215,96 125.562,67 € (Vorjahr 48.339,00 €)
3. Forderungen gegen die Bundesstadt Bonn 3.102.202,88 5.738.213,87 - davon aus Steuern 205.315,10 €
4. Sonstige Vermögensgegenstände 334.775,35 3.802.698,14 183.515,63 6.042.084,23 (Vorjahr 250.620,46 €) 11.289.855,55 7.236.058,78
4.208.385,77 6.458.850,05
C. Rechnungsabgrenzungsposten 177.770,31 83.379,50
----------------------------------------------
39.091.306,13 36.096.827,33 39.091.306,13 36.096.827,33elektronische Kopieelektronische KopieSeite 3 von 12
bonnorange AöR, Bonn I/2
Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020
Vorjahr
€ € € €
1. Umsatzerlöse 38.344.480,52 36.890.339,01
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 15.941,93 2.104,79
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.091.693,66 183.792,86
39.452.116,11 37.076.236,66
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe sowie bezogene Waren 1.561.070,40 1.721.088,44
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.851.944,97 5.413.015,37 3.720.112,52 5.441.200,96
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 18.421.149,97 17.830.964,31
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung 5.406.044,48 23.827.194,45 5.166.152,37 22.997.116,68
6. Abschreibungen auf immaterielle Ver-
mögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen 3.819.382,90 3.483.861,51
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.566.273,69 4.122.054,64
38.625.866,41 36.044.233,79
826.249,70 1.032.002,87
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.575.886,39 1.385.113,64
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 103.072,22 -57.083,05
10. Ergebnis nach Steuern -852.708,91 -296.027,72
11. Sonstige Steuern 47.278,70 42.946,93
12. Jahresfehlbetrag -899.987,61 -338.974,65
13. Ausschüttung (Eigenkapitalverzinsung) -280.000,00 -280.000,00
14. Bilanzverlust -1.179.987,61 -618.974,65
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 4 von 12
II/1
I. Lagebericht
A. Grundlagen der Anstalt öffentlichen Rechts
1. Geschäftsmodell der Anstalt
Die bonnorange AöR führt als Kommunalunternehmen, mit der Bundesstadt Bonn als
einzigem Träger, folgende Leistungen nach Maßgabe der Unternehmenssatzung
eigenverantwortlich und in eigenem Namen aus:
• Entsorgung von Müll als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger gemäß §§ 17 und 20
KrWG (Kreislaufwirtschaftsgesetz) in Verbindung mit § 5 Landesabfallgesetz NRW, soweit
nicht auf den Zweckverband Rheinische Entsorgungskooperation (REK) übertragen.
• Stadtreinigung und Durchführung des Winterdienstes nach den Bestimmungen des
Straßenreinigungsgesetzes NRW.
• Betrieb der Werkstatt.
2. Forschung und Entwicklung
Die bonnorange AöR betreibt keine eigenständige Forschung und Entwicklung.
B. Wirtschaftsbericht
1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Entwicklung der bonnorange AöR wurde und wird, wie die Branchen- und die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung insgesamt stark durch die Corona-Pandemie geprägt.
Die bonnorange AöR führt überwiegend von der Stadt übertragene hoheitliche Leistungen
sowie Beistandsleistungen durch. In geringem Umfang unterhält die Anstalt Betriebe
gewerblicher Art, vor allem im Bereich der Dualen Systeme und der Auftragsreinigung für
private Veranstalter.
Die Corona Pandemie hat sowohl die Herausforderungen als auch die Aufgabedichte der
bonnorange AöR wesentlich beeinflusst. Die Anforderungen an die Arbeitssicherheit für die
Mitarbeiter wurden durch die Pandemie stark verschärft (Maskenpflicht, Abstandsgebot etc.);
die zu bewältigenden Müllmengen, vor allem verursacht durch den stärkeren Bezug von
Waren über Versanddienstleister, wuchsen. Veranstaltungen, bei denen Reinigungen im
Betrieb gewerblicher Art hätten stattfinden können, wurden größtenteils abgesagt.
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 5 von 12
II/2
2. Geschäftsverlauf
Das Wirtschaftsjahr 2020 schließt insgesamt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von
899.987,61 EUR ab. Dabei sind die Ergebnisse der Betriebssparten differenziert zu
betrachten:
In 2020 erzielte der Geschäftsbereich Stadtreinigung einen Gewinn in Höhe von 633 TEUR
(Vj. Gewinn 53 TEUR).
Der Geschäftsbereich Abfallwirtschaft erzielte einen Verlust in Höhe von 1.308 TEUR und
verschlechterte sein Spartenergebnis im Vergleich zum Vorjahr um rd. 1,1 Mio. EUR (Vj.
Verlust TEUR 191).
Der Geschäftsbereich Werkstatt schließt mit einem Verlust in Höhe von 225 TEUR ab. Dies
bedeutet eine Verschlechterung des Vorjahresergebnisses um 24 TEUR (Vj. Verlust TEUR
201).
Die Spartenergebnisse der Geschäftsjahre 2018 und 2019 wurden ausweislich des Berichts
einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur prüferischen Durchsicht der Spartenrechnung im
Jahr 2021 durch teilweise sachlich unbegründete Umbuchungen bzw.
Umbuchungsanweisungen gestaltet. Einzelne Kostenstellenverteilungen erfolgten mit einer
sachlich unbegründeten Durchbrechung des Stetigkeitsgebots sowie partiell nach nicht
nachvollziehbaren Verteilungsschlüsseln. Wirtschaftspläne und Jahresabschlüsse standen
teilweise bezüglich der Kostenzuordnung nicht im Einklang.
Die aufgrund der oben beschriebenen Feststellungen 2018 und 2019 erforderlich gewordenen
Korrekturen der Spartenergebnisse erfolgten zusammengefasst im Jahresabschluss zum
31. Dezember 2020. Dies führte im Jahresabschluss 2020 zu entsprechenden
periodenfremden Aufwendungen und Erträgen. Das Ergebnis der Abfallwirtschaft wurde
neben dem Einfluss durch die Korrektur der Spartenergebnisse der Vorjahre maßgeblich auch
durch noch nicht abgeschlossene Vertragsverhandlungen mit den Dualen Systemen
beeinflusst. Im Geschäftsbereich Stadtreinigung konnten überdies erhebliche Mehrerlöse
durch erbrachte Mehrleistungen realisiert werden.
C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gesamterlöse der Spartenrechnung liegen mit 39.452 TEUR um 2.376 TEUR über dem
Vorjahr.
Zu dieser positiven Veränderung tragen die Umsatzerlöse mit einer Steigerung um
1.454 TEUR auf nun 38.344 TEUR bei. Dabei hervorzuheben ist die Umlagensteigerung
(+ 1.650 TEUR) für übertragene Leistungen. Eine Steigerung der Beistandsleistungen
gegenüber 2019 (um 364 TEUR) gelang hauptsächlich in der Sparte Werkstatt. Der Rückgang
der sonstigen Umsatzerlöse (um 560 TEUR) ergibt sich durch die bereits genannten
geringeren Einnahmen der z. T. vertragslosen Geschäftsbeziehung mit den Dualen Systemen
und den Preisverfall bei der Fraktion PPK.
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 6 von 12
II/3
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhen sich um 908 TEUR auf 1.092 TEUR. Grund
hierfür waren Verschiebungen aus der Korrektur der Spartenergebnisse der Jahre 2018 und
2019. Die entsprechende Abrechnung mit der Bundesstadt Bonn steht noch aus. Hierbei
wurden in der Sparte Stadtreinigung periodenfremde Erträge von 785 TEUR ausgewiesen.
Der Materialaufwand liegt bei 5.413 TEUR mit 28 TEUR unter dem Vorjahr. Die
Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen um 132 TEUR auf 3.852 TEUR, die
Aufwendungen für Roh-/Hilfs-/Betriebsstoffe sanken um 160 TEUR auf 1.561 TEUR.
Der Personalaufwand von 23.827 TEUR liegt 830 TEUR über dem Vorjahresbetrag. Die
Löhne und Gehälter stiegen überwiegend tarifbedingt um 590 TEUR auf 18.421 TEUR. Neue
Stellen wurden im Jahr 2020 wegen verschiedener Abhängigkeiten nicht vollständig besetzt.
Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl lag mit 429 leicht unter dem Vorjahresniveau.
Bei den Abschreibungen gab es eine Steigerung von 336 TEUR auf 3.819 TEUR,
hauptsächlich durch die Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 1.444 TEUR auf 5.566 TEUR. Dies
resultiert überwiegend (918 TEUR) aus periodenfremdem Aufwand in Folge der Korrektur der
Spartenergebnisse der Vorjahre in der Abfallwirtschaft sowie mit 424 TEUR aus dem Anstieg
des Verwaltungsaufwands (hier: Anstieg Rechts- und Beratungskosten um 559 TEUR bei
Rückgang vor allem Versicherungsprämien). Diese beinhalten vorrangig die Aufarbeitung und
Berichtigung prüfungsrelevanter BgA- Sachverhalte aus der laufenden Betriebsprüfung
(Steuern) für die Jahre 2015 – 2018, die prüferische Durchsicht der Spartenrechnungen der
Jahre 2015 – 2020 sowie - in 2020 noch extern vergebene - Dienstleistungen in den Bereichen
Unternehmenskommunikation und Bürgertelefon.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erhöhten sich zum Vorjahr um 191 TEUR auf
1.576 TEUR. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus höheren Zinsen für
Pensionsrückstellungen.
Insgesamt ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 900 TEUR.
D. Erläuterungen zur Bilanz
Die Bilanzsumme stieg um 2.994 TEUR auf 39.091 TEUR.
Bei den Passiva reduziert sich das Eigenkapital um den Bilanzverlust 1.180 TEUR (davon
280 TEUR Vorabausschüttung) auf 14.718 TEUR, die Rückstellungen stiegen um 121 TEUR
auf 13.083 TEUR. Die Verbindlichkeiten stiegen um 4.054 TEUR auf 11.290 TEUR; die
Steigerungen lagen vollumfänglich im kurzfristigen Bereich.
Auf der Aktivseite stieg das Anlagevermögen um 5.151 TEUR auf 34.705 TEUR. Das
Umlaufvermögen sank um 2.251 TEUR auf 4.208 TEUR.
Die wesentlichen Änderungen der Vermögenspositionen gegenüber dem Vorjahr haben die
folgenden Ursachen:
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 7 von 12
II/4
Die Sachanlagen erhöhten sich um 5.241 TEUR auf 33.775 TEUR. Gründe hierfür waren,
dass die getätigten Investitionen (8.989 TEUR) höher waren als die Abschreibungen (3.729
TEUR). Die Investitionen betrafen hauptsächlich die Fahrzeuge (5.871 TEUR) und die Anlagen
im Bau (2.002 TEUR), die in erster Linie die Betriebsstätte Weststraße betreffen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 2.239 TEUR auf 3.803
TEUR. Dies resultiert im Wesentlichen aus geringeren Forderungen gegen die Bundesstadt
Bonn (um 2.636 TEUR auf 3.102 TEUR), insbesondere durch den Abbau des Cash-Pool-
Guthabens (Vorjahr 3.755 T€).
Die wesentlichen Änderungen der Passiva-Bilanzpositionen sind wie folgt bedingt:
Das Eigenkapital ist insgesamt um 1.180 TEUR auf 14.718 TEUR gesunken.
Die Gewinnrücklagen reduzierten sich um 619 TEUR auf 3.432 TEUR, da der Bilanzverlust
des Vorjahres durch Beschluss des Verwaltungsrates der Gewinnrücklage entnommen wurde.
Die Rückstellungen haben sich um 121 TEUR auf 13.083 TEUR erhöht. Die Rückstellungen
für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sanken um 326 TEUR auf 7.918 TEUR. Die
sonstigen Rückstellungen stiegen um 385 TEUR auf 5.089 TEUR.
Die Verbindlichkeiten stiegen insgesamt um 4.054 TEUR auf 11.290 TEUR. Die darin
enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 2.000 TEUR auf
4.777 TEUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesstadt Bonn stiegen um 1.992
TEUR auf 5.893 TEUR. Dies resultiert bei planmäßiger Tilgung des Darlehens (um 385 TEUR)
aus der gestiegenen Inanspruchnahme des Cash-Pools (2.111 T€), sowie aus
stichtagsbedingt höheren Verbindlichkeiten aus städtischen Leistungen und der Korrektur der
Spartenrechnungen für die Jahre 2018 und 2019.
E. Lage der bonnorange AöR
1. Ertragslage
Grundsätzliches Ziel der Anstalt öffentlichen Rechts ist die Erzielung eines ausgeglichenen
Unternehmensergebnisses.
Während die Werkstatt als städtischer Hilfsbetrieb ohne Gewinnerzielungsabsicht geführt wird,
können die Geschäftsbereiche Stadtreinigung und Abfallwirtschaft im Rahmen des
Kommunalabgabengesetzes (KAG) Überschüsse erwirtschaften.
Die Bruttowertschöpfung (𝕈þĀ𝕎ā𝕧þÿýöĀþ − 𝕀𝕎āþÿ𝕖𝕎ý𝕎Ăÿ𝕤𝕎ÿý) ist mit 32.931 TEUR um 1.482
TEUR höher als im Vorjahr mit 31.449 TEUR.
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 8 von 12
II/5
2. Finanzlage
Die Finanzlage hat sich zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, da sich
der Cash-Pool-Saldo (Finanzmittelfonds) von + 3.755 T€ im Vorjahr auf - 2.111 T€ verringert
hat. Die Liquidität ist durch die Teilnahme am Cash-Pooling grundsätzlich gewährleistet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind um 1.992 TEUR gestiegen, die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 2.000 TEUR. Von den Verbindlichkeiten
haben 31% einen langfristigen Charakter.
Die Fremdkapitalquote ( ýÿþÿýý𝕎𝕝𝕖ā𝕎þ
þþĀ𝕎ÿāý𝕎𝕝𝕖ā𝕎þ ) steigt von insgesamt 56 % auf 62 %.
3. Vermögenslage
Die Struktur des kurz- und langfristig gebundenen Vermögens hat sich wie folgt verändert:
2020 2019
Anlagenintensität (𝔴Āþ𝕎ĀþăþÿÿöĀþĀ
þþĀ𝕎ÿāăþÿÿöĀþĀ) 89 % 82 %
Umlaufvermögensintensität (𝕈ÿþ𝕎ĂÿăþÿÿöĀþĀ
þþĀ𝕎ÿāăþÿÿöĀþĀ ) 11 % 17 %
Die Sachanlagenintensität ( 𝕺𝖂𝖄þ𝖂Āþ𝖂ý𝖆Ā
𝕮𝖆Ā𝖂ÿā𝖗𝖆ÿÿöý𝖆Ā) ist von 79 % auf 86 % gestiegen. Die
Eigenkapitalquote ( 𝕬ÿý𝖆Āý𝖂𝖑ÿā𝖂þ
𝕮𝖆Ā𝖂ÿāý𝖂𝖑āÿ𝖂þ) hat sich durch den Jahresfehlbetrag von 44 % auf 38 %
reduziert. Der Deckungsgrad A ( 𝕬ÿý𝖆Āý𝖂𝖑ÿā𝖂þ
𝕨Āþ𝖂ý𝖆𝖗𝖆ÿÿöý𝖆Ā ) ist von 54 % auf 42 % gefallen, da das
Anlagevermögen sich um 17 % erhöht hat bei Rückgang des Eigenkapitals um 7 %, bedingt
durch den Bilanzverlust von 1.180 TEUR.
4. Steuerung
Die Steuerung der bonnorange AöR erfolgt auf Basis des jeweils geltenden Wirtschaftsplans.
Plan-Ist-Vergleiche in Form von Geschäftsberichten sollen eine Beobachtung der
unterjährigen Entwicklung ermöglichen.
In den Jahren 2018 und 2019 wurde jedoch durch veranlasste sachgrundlose Umbuchungen
zur Gestaltung der Spartenergebnisse in den Bearbeitungsprozess eingegriffen und das
interne Kontrollsystem des Rechnungswesens bewusst unterlaufen.
Im Zuge der, Ende des Jahres 2021 begonnenen steuerlichen Betriebsprüfung wurde
festgestellt, dass die sich aus dem BgA-Bereich ergebenen besonderen steuerlichen
Anforderungen, insbesondere auf Grund zu geringer personeller Kapazitäten im
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 9 von 12
II/6
Rechnungswesen und Mängeln des internen Kontrollsystems in diesem Bereich in der
Vergangenheit nicht ausreichend erfüllt waren.
Um dem entgegenzuwirken wurden die bestehenden Controlling-Instrumente und
Managementprozesse daher im Jahr 2021 und 2022 überprüft und neu ausgerichtet. Hierfür
wurde eigens eine Software eingeführt und alle Kostenstellenverantwortlichen geschult.
Ferner wurden Ende 2021 das Rechnungswesen und der Bereich Steuern personell verstärkt
sowie die internen Kontrollen anlassbezogen neu ausgerichtet.
F. Öffentliche Zwecksetzung und -erreichung
Hinsichtlich der Berichterstattung zur Erfüllung der öffentlichen Zwecksetzung gemäß § 108
Abs. 2 Satz 2 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (GO NW) wird
folgendes festgestellt: Die bonnorange AöR ist im Berichtsjahr 2020 ihren von der Bundesstadt
Bonn übertragenen Aufgaben nachgekommen. Die Geschäfte der AöR wurden im Sinne der
gültigen Unternehmenssatzung durchgeführt. Das Vermögen und die Einnahmen der AöR
werden nur für Zwecke, die Gegenstand des Unternehmens sind, verwendet.
Im Hinblick auf die Prüfung nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz haben sich erwähnenswerte
Sachverhalte ergeben. Zu den Spartenergebnissen sowie zu den sich aus der steuerlichen
Außenprüfung ergebenden besonderen steuerlichen Anforderungen im Bereich Betriebe
gewerblicher Art (BGA) verweisen wir auf die Ausführungen zum Geschäftsverlauf und der
Lage der Anstalt.
G. Prognosebericht
Um die städtische Nachhaltigkeitsstrategie erfüllen zu können, plant die bonnorange AöR, den
Fuhrpark sukzessive bis zum Jahr 2035 auf klimafreundliche und emissionsfreie Fahrzeuge
umzustellen. Derzeit ist der Markt für schwere Abfallsammelfahrzeuge, die die Anforderungen
des Unternehmens in Bezug auf Reichweite und Preis erfüllen können, ebenso eher
überschaubar wie der für Kehrmaschinen. Hier wird mit einer deutlichen Angebotserweiterung
in den kommenden Jahren gerechnet. Das Ziel der bonnorange, eine saubere Bundesstadt
Bonn zu realisieren und dabei nachhaltig zu arbeiten, stellt eine große Herausforderung dar,
der sich die bonnorange AöR voll motiviert stellt.
Wie auch viele andere Unternehmen sieht sich die bonnorange AöR mit einem zunehmenden
Fachkräftemangel konfrontiert; in diesem Zusammenhang wird eine Optimierung der
operativen Prozesse unter effizientem Einsatz der verfügbaren technischen Möglichkeiten, vor
allem im Zuge der Digitalisierung, erforderlich sein, um die oben angesprochenen
Zielsetzungen erfüllen zu können.
Im Zuge der Optimierung der Managementprozesse der bonnorange AöR wurden Schritte zur
Verbesserung der internen und externen Berichterstattung eingeleitet. Diese beinhalten die
Überarbeitung der IT-Strategie, insbesondere auch im Hinblick auf die Controlling-Funktion,
hin zu einem zukunftsfähigen System. Die damit verbundene Aus- und Fortbildung der
Mitarbeitenden in diesen Bereichen wurde intensiviert.
elektronische Kopieelektronische KopieSeite 10 von 12
II/7
Im Geschäftsbereich Stadtreinigung wird für das Geschäftsjahr 2023 eine Neustrukturierung
der Produkte mit Neukalkulation der Preise angestrebt.
Im Geschäftsbereich Abfallwirtschaft erfolgte der Vertragsabschluss im Juni 2021 über die
Mitbenutzungsentgelte der dualen Systembetreiber für die Jahre 2021 bis 2023.
Der Entwurf des Jahresabschlusses 2021 bzw. der Wirtschaftsplan 2022 lassen jeweils leicht
positive Ergebnisse erwarten.
H. Chancen- und Risikobericht1
1. Risikobericht
Die Anstalt ist in ihrem Kerngeschäft keinen nennenswerten geschäfts- oder
bestandsgefährdenden Risiken ausgesetzt, da sowohl die Abfallwirtschaft als auch die
Stadtreinigung einen hohen Anteil an Umlage(gebühren) finanzierten hoheitlichen Leistungen
erbringen. Auch aus den Bereichen der nicht gebührenfinanzierten Beistandsleistungen
ergeben sich keine finanziellen Risiken, da aufgrund der mit der Bundesstadt Bonn
vereinbarten Abrechnungsmodalitäten eventuell nicht gedeckte Kosten weiterberechnet
(Spitzabrechnung) werden können.
1.1 Personal - Risiken
Der Fachkräftemangel wird die bonnorange AöR, wie nahezu alle anderen
Wirtschaftsteilnehmer auch, in den kommenden Jahren vor besondere Herausforderungen
stellen. Das Ziel der bonnorange, für eine saubere Bundesstadt Bonn zu sorgen, erfordert den
zielgerichteten und effizienten Einsatz der Mitarbeiter. Den vorhandenen Mitarbeiterstamm an
das Unternehmen erfolgreich zu binden und neuen Erfordernissen an Mitarbeitern gerecht zu
werden, wird eine große Aufgabe für die bonnorange AöR sein.
1.2 Umwelt - Risiken
Die Klimaziele der Bundesregierung und die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesstadt Bonn
erfordern es, dass sich die bonnorange AöR intensiv mit dem Thema emissionsfreie
Fahrzeugflotte auseinandersetzt. Derzeit bietet der Markt noch nicht in ausreichendem Maße
Elektrofahrzeuge unter anderem für die Abfallentsorgung an, die zu einem Preis zu erwerben
wären, die die Abfallgebühren lediglich in einem für den Durchschnittsverbraucher erträglichen
Maß steigen ließen. Auch wäre derzeit fraglich, ob bei einem Umrüsten der Fahrzeugflotte auf
Elektromobilität die vorhandene Energieinfrastruktur ausreichte, um einen zuverlässigen
Betrieb der Fahrzeuge gewährleisten zu können.
1.3 Lieferengpässe
Die anhaltende Covid 19 Pandemie und der Krieg in der Ukraine mit den in diesem
Zusammenhang verhängten Wirtschaftssanktionen hat eine Vielzahl von Lieferketten in der
Weltwirtschaft beeinflusst. Vor allem im Bereich der Elektronik kommt es derzeit zu
erheblichen Lieferengpässen. Hiervon stark betroffen sind vor allem Hersteller von IT-
1 Der Jahresabschluss der bonnorange AöR wurde außerhalb der gesetzlichen Frist erst im 2. Halbjahr 2022
aufgestellt. Die Angaben in diesem Lagebericht berücksichtigen auch Erkenntnisse, die auf Ereignissen beruhen,
die nach dem Bilanzstichtag stattgefunden haben.
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Hardware und die Automobilindustrie. Bei der bonnorange AöR ist die Problematik vor allem
dadurch zu spüren, dass sich Fahrzeuglieferungen deutlich verzögern.
1.4 Compliance – Risiken
Die Einhaltung von Regeln ist eine Grundvoraussetzung für zielgerichtetes und effizientes
Handeln im öffentlichen Bereich. Gerade in den Bereichen Abfallentsorgung und
Stadtreinigung sind eine Vielzahl von gesetzlichen Regeln einzuhalten. Auch die Einhaltung
der steuerlichen Verpflichtungen stellt öffentliche Unternehmen wie die bonnorange AöR
zunehmend vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt.
Die jüngere Unternehmensvergangenheit hat gezeigt, dass die Wahrung der Compliance bei
der bonnorange AöR nicht immer vollumfänglich gewährleistet war. Aus diesem Grund wurde
das Riskmanagement in 2022 komplett neu ausgerichtet.
2. Chancenbericht
Die bonnorange AöR hat mit der Kommunikation der bonnorange 2020 - 2024 Vision und
abgeleiteten Unternehmensstrategie für die Stakeholder transparent und fokussiert die
Transformation hin zu einem proaktiv gestaltenden Unternehmen, dass das eigene
Geschäftsmodell weiterentwickelt und damit erfolgreich Arbeitsplätze sichert, in die Wege
geleitet.
Die operativen Geschäftseinheiten werden sich mehr auf ihre Kernaufgaben Abfallwirtschaft,
Stadtreinigung und Werkstatt fokussieren können und durch fachkundiges Bereitstellen
moderner Systeme, Strukturen und Prozesse auf Basis konkreter Vereinbarungen (Service
Level Agreements) mit einem zukünftig verfügbaren zentralen internen Dienstleister
passgenaue Unterstützung erhalten.
Gezielte Personalmarketingmaßnahmen sowie strategische, kompetenzbasierte
Talententwicklungen werden entscheidenden Einfluss darauf haben, ob es der bonnorange
AöR gelingt, zur Erreichung ihrer Ziele Leistungsträger an sich zu binden und Talente
erfolgreich auf weiterführende geschäftskritische Aufgaben vorzubereiten.
Damit alle Mitarbeiter*innen in jeder Lebenslage auch künftig ihren wertvollen Beitrag zum
Unternehmenserfolg leisten können, wird der Förderung von Gesundheit sowie der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie personeller Vielfalt besonderes Augenmerk
geschenkt.
Die Umsetzung des IT-Konzepts und der Flottenkonzeption werden die bonnorange in den
nächsten Jahren näher an die gesteckten Ziele heranbringen.
Bonn, den 20. Dezember 2022
gez. Richard Münz
Vorstand
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Datenstand: 02.11.2026, 20:02 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de