232110 · Mitteilungsvorlage
Jahresabschluss 2019 der bonnorange AöR
Kerndaten
- Nummer
- 232110
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 11.01.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 232110 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue- rung Dezernat: Dez. OB Jahresabschluss 2019 der bonnorange AöR Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 31.01.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Am 04.09.2020 hat der Verwaltungsrat der bonnorange AöR folgende Beschlüsse zum Jahresabschluss 2019 gefasst: 1. Der Verwaltungsrat nimmt von dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses der bestellten RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, Kenntnis und stellt den Jahresabschluss 2019 mit einer Bilanzsumme von 36.097 TEUR und einem negativen Jahresergebnis von 618 TEUR sowie Anhang und Lagebericht fest. 2. Der Bilanzverlust in Höhe von 618 TEUR (Jahresergebnis 338 TEUR zuzüglich 280 TEUR Verzinsung Stammkapital) soll aus den Gewinnrücklagen ausgeglichen werden. 3. Der Vorständin der bonnorange AöR, Frau Kornelia Hülter, wird gemäß § 27 Abs. 1 der Kommunalunternehmensverordnung (KUV) Entlastung erteilt. Die Feststellung des Jahresabschlusses und der Beschluss über die Ergebnisverwendung erfolgen durch den Verwaltungsrat der bonnorange AöR gemäß § 8 Absatz 3 Gesellschaftsvertrag der bonnorange AöR. Der von der bonnorange AöR aufgestellte Jahresabschluss 2019 ist von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Die Prüfer haben den Jahresabschluss 2019 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 der bonnorange AöR mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss wurde am 04.02.2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Anlage/n 1 Anlage 1 - Bilanz (öffentlich) 2 Anlage 2 - GuV (öffentlich)Seite 1 von 26 Seite 2 3 Anlage 3 - Lagebericht (öffentlich)Seite 2 von 26 elektronische KopieSeite 3 von 26 elektronische KopieSeite 4 von 26 elektronische KopieSeite 5 von 26 II/1 bonnorange AöR Bonn Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019 Rahmenbedingungen Die bonnorange AöR ist ein kommunales Unternehmen in der 100-prozentigen Trägerschaft der Bundesstadt Bonn. Sie führt die von der Bundesstadt Bonn übertragenen Pflichten nach Maßgabe der Unternehmenssatzung eigenverantwortlich und in eigenem Namen aus: Die AöR übernimmt die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers gemäß §§ 17 und 20 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) in Verbindung mit § 5 Landesabfallgesetz NRW, soweit diese nicht auf den Zweckverband Rheinische Entsorgungs-Kooperation (REK) übertragen sind. Weitere Aufgaben der AöR sind die Stadtreinigung und der Winterdienst im Sinne der Bestimmungen des Straßenreinigungsgesetzes NRW sowie der Betrieb der Werkstatt. LEISTUNGSERBRINGUNG Stadtreinigung und Winterdienst Die Stadtsauberkeit ist ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität aller Bürger*innen und das Image der Bundesstadt Bonn. Neben dem individuellen Wohlbefinden prägt die Sauberkeit im öffentlichen Raum das Sicherheitsempfinden der gesamten Bevölkerung, und ist somit auch ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt und ihre wirtschaftliche Entwicklung durch Besucher*innen und Tourist*innen. Hierfür leistet die bonnorange AöR mit der eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Straßenreinigung und des Winterdiensts beständig einen verlässlichen und wichtigen Beitrag sowohl im Rahmen der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung als auch für die Stadtverwaltung der Bundesstadt Bonn zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. elektronische KopieSeite 6 von 26 II/2 Für die Gewährleistung eines möglichst hohen Reinigungsstandards sind 137 Mitarbeiter*innen der Stadtreinigung an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Dabei müssen unsere Reinigungsteams immer wieder zusätzliche und außergewöhnliche Aufgabenstellungen bewältigen, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten anfallen. Bereits in der Silvesternacht und am Neujahrstag stehen Aufräumarbeiten an, in der fünften Jahreszeit sind die Strecken der zahlreichen Karnevalszüge zu reinigen, vom Frühjahr bis zum Spätsommer erfolgen Reinigungsarbeiten während und nach Großveranstaltungen im öffentlichen Raum, im Herbst ist das anfallende Laub zu beseitigen und ab November stehen wieder kurzfristige Winterdiensteinsätze wegen Schnee- und Eisglätte an. Die zahlreichen Anfragen und Einsätze für die Reinigung von Großveranstaltungen dokumentieren, dass die bonnorange AöR ein verlässlicher und gefragter Partner ist. Aus dieser Erkenntnis heraus, wird der weiteren Entwicklung dieses gewerblichen Geschäftsfelds eine entsprechende Priorität eingeräumt. Hier kann die Stadtreinigung durch eine intelligente Nutzung der vorhandenen Kapazitäten diese geeignet einsetzen, ohne dabei den ordentlichen Geschäftsbetrieb zu gefährden. Mit der Ausarbeitung eines strategischen Konzepts dazu wurde bereits begonnen. Das Jahr 2019 stand ganz im Zeichen des Projekts „Sauberes Bonn“, in dem alle Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Sauberkeit in der Bundesstadt Bonn gebündelt werden. Ein wichtiger Bestandteil dafür ist die Messung der Sauberkeit sowohl der Fahrbahnen als auch die des gesamten öffentlichen Raums, die im Jahr 2019 fortgesetzt wurde. Die Ergebnisse der Qualitätsmessungen werden mit einem Zielwert verglichen, der mit einer Schwankungsbreite für alle Straßenabschnitte definiert wurde. Zeigen die Ergebnisse der Qualitätsmessungen, dass Straßenabschnitte sauberer als der definierte Zielwert sind, können aus diesen Kapazitäten für diejenigen Straßenabschnitte abgezogen werden, die aufgrund der durchgeführten Qualitätsmessungen nachweislich schlechter als der Zielwert sind. Die im 2. Quartal 2019 durchgeführte Auswertung der Qualitätsmessungen bei den Fahrbahnen, die im Zeitraum vom 1. März 2018 bis zum 1. April 2019 erfolgten, zeigen, dass bei 47 Prozent der Straßenabschnitte eine bessere Sauberkeit als die Zielqualität erreicht wird. Demgegenüber erreichen 8 Prozent der Straßenabschnitte die Zielqualität nicht, weshalb diese zukünftig stärker zu reinigen sind. Darauf basierend hat die bonnorange AöR eine Änderung des Straßenverzeichnisses vorgeschlagen. Nach erfolgter Gremienbefassung hat der Rat der Bundesstadt Bonn am 7. November 2019 die 5. Änderung der Straßenreinigungs-satzung elektronische KopieSeite 7 von 26 II/3 beschlossen. Daher werden mit Wirkung zum 1. Januar 2020 die vorhandenen Kapazitäten der Stadtreinigung orientiert an der gemessenen Sauberkeit für eine bedarfsgerechte Reinigung eingesetzt. Für die Gewährleistung der bedarfsgerechten Reinigung zum 1. Januar 2020 erfolgte eine Neuplanung der Straßenreinigungsorganisation. Die bisherigen Straßenreinigungs- intervalle wurden entsprechend geändert und die Touren- und Routenplanung der Kehrmaschinen daran angepasst. Auch der operative Reinigungsablauf wurde optimiert, um unproduktive Fahrten zwischen den Einsatzorten zu vermeiden und damit die Kleinkehrmaschinen noch intensiver mit den Handreinigerkolonnen zusammenarbeiten, um die Verschmutzungen effizienter zu entfernen. Zur Erzielung einer höheren Reinigungsintensität in der Fußgängerzone Bonn wurde das Revier des dafür zuständigen Reinigungsteams auf das Kerngebiet reduziert, womit deren Kapazität nun gezielter eingesetzt wird. Zusätzlich wurde die maschinelle Reinigung durch die Nutzung eines Wasserwagens und einer Kompaktkehrmaschine erhöht, was sich ebenfalls positiv auf die erzielte Sauberkeit auswirkt. Zudem erfolgt ab dem 1. Januar 2020 die Reinigung 14-mal pro Woche mit der durch den Rat der Bundesstadt Bonn beschlossenen neuen Reinigungsklasse D 14, da nur durch eine zweimalige tägliche Reinigung eine kontinuierliche Sauberkeit in der Fußgängerzone Bonn sichergestellt werden kann. Die bonnorange AöR ist für die ordnungsgemäße Leerung von circa 3.000 Papierkörben verantwortlich. Für die Optimierung der Papierkorbleerungen erfolgte im Jahr 2019 eine Veränderung der Abläufe und Zuständigkeiten bei den dafür eingesetzten Reinigungsteams. Diese orientieren sich nun am Aufstellort eines Papierkorbs. Papierkörbe in den Fußgängerzonen werden wegen der deutlich höheren Anzahl von Passanten erheblich schneller mit Abfall befüllt. Daher werden diese auch weiterhin bis zu 4-mal täglich von in den Fußgängerzonen eingesetzten Straßenreiniger*innen geleert. Im übrigen Stadtgebiet werden anstatt der Handreinigerkolonnen für die Papierkorbleerung nun vier Papierkorbfahrzeuge mit jeweils einem/r Mitarbeitenden eingesetzt. Das Fahrzeug ist mit einem Pressaufbau ausgestattet, der den Abfall eines Papierkorbs verdichtet, wodurch eine signifikant höhere Anzahl von Papierkorbleerungen ermöglicht wird. Trotz des geringeren Personaleinsatzes sind pro Fahrzeug in einer Zeiteinheit mehr Papierkorbleerungen möglich als mit einer Handreinigerkolonne. Darüber hinaus testet die bonnorange AöR den Betrieb von drei solarbetriebenen Presspapierkörben. Mit dem Presswerk wird der eingeworfene Abfall elektronische KopieSeite 8 von 26 II/4 verdichtet, sodass gegenüber einem herkömmlichen Papierkorb die fünf- bis siebenfache Menge aufgenommen werden kann. Dies soll zu einer geringeren Anzahl von erforderlichen Papierkorbleerungen und damit zu einer Reduzierung des dafür benötigten Personaleinsatzes führen. Des Weiteren wurde eine digitale Meldekette mit Hilfe des Mängelmelders der Bundesstadt Bonn eingeführt, dank der überfüllte Papierkörbe oder defekte Papierkörbe unmittelbar per Smartphone gemeldet werden können. Diese Information wird an die für die Papierkörbe zuständigen Mitarbeiter*innen weitergeleitet. Dadurch ist eine zeitnahe Beseitigung des gemeldeten Mangels sichergestellt. Ein wichtiges Handlungsfeld für die Stadtsauberkeit ist die Reinigung der städtischen Flächen im öffentlichen Raum. Seit dem Jahr 2016 wird dies bereits teilweise von der bonnorange AöR wahrgenommen. Diese Hilfestellung für die Bundesstadt Bonn wird weiter ausgebaut. Für die Reinigung aller Flächen vor städtischen Liegenschaften ist künftig die bonnorange AöR zuständig. Zur Identifizierung der dafür relevanten Flächen erfolgte im Herbst 2019 eine umfangreiche Ämterabfrage. Diese hat über 4.000 relevante Flächenangaben ergeben, welche seitdem detailliert ausgewertet und bearbeitet werden. Im Jahr 2019 hat die bonnorange AöR das Kommunikationskonzept „Sauberes Bonn“ erarbeitet, welches das Projekt begleitet und die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt. Mit dem Kommunikationskonzept werden die Leistungen der bonnorange AöR transparent dargestellt und den Bürger*innen der Bundesstadt Bonn wird ihre Eigenverantwortung für ein sauberes Bonn bewusst gemacht, um diese zum aktiven Mitmachen zu motivieren. Im Dezember 2019 ist hierfür die Microsite „www.sauberes-bonn.de“ online gegangen. Auf dieser sind beispielsweise in Form von Stadtplänen die Ergebnisse der Qualitätsmessung der Reinigung der Fahrbahnen und Gehwege in Bonn für alle Bürger*innen einsehbar. Abfallwirtschaft Im Jahr 2019 lag der Schwerpunkt der betrieblichen Veränderungen auf dem kundenfreundlichen und zukunftsfähigen Ausbau der Infrastruktur. Seitens der Kommunikation mit den Bürger*innen und Besucher*innen Bonns konnte das Leuchtturmprojekt „Mehrweg statt Einweg“ durchgeführt werden. Die im Jahr 2017 begonnene Komplettsanierung der Betriebsstätte „Weststraße“ wurde fortgesetzt. Im Juli 2019 wurde der neue Wertstoffhof (WSH) bereits in Betrieb genommen. elektronische KopieSeite 9 von 26 II/5 Dem WSH wurde der erforderliche Platz eingeräumt, um ihn zukunftsfähig gestalten zu können. Die Verkehrstrennung zwischen Privatanlieferungen und innerbetrieblichem Schwerlastverkehr ist gewährleistet. Auch die Abgabe der Wertstoffe ist durch kofferraumhohe und witterungsgeschützte Abladung verbessert. Der Kofferraumbereich ist überdacht. Die Anliefernden werden über eine Rampenanlage auf die Höhe der Container geleitet. Im November 2019 wurde die erste qualifizierte Grünannahmestelle (GAS) fertiggestellt. Ückesdorf wurde als erste Umbaufläche für die GAS gewählt. Im kommenden Jahr sind die GAS-Standorte in Mehlem und Duisdorf (neu) angedacht. Ziel der Umbaumaßnahmen ist der verbesserte Service für Bürger*innen, ein saubereres Erscheinungsbild und somit eine Steigerung der stofflichen Verwertung von Grünabfällen. Konzept GAS: Um das Abladen des Grünschnitts vor Ort für die Bürger*innen zu vereinfachen, wurde auf einer asphaltierten Fläche mithilfe von Legiosteinen in L-Form eine Schüttfläche errichtet. Anliefernde legen ihr loses oder mit verrottbaren Schnüren gebündeltes Grüngut in diese ebenerdige Box ab. Es steht ein Volumen von 120 m³ (z. B. in Ückesdorf) zur Verfügung. Die GAS öffnet entsprechend dem Kundenwunsch aus einer Befragung von 2017 auch samstags bis 18:00 Uhr. Vorher wurden die satzungsgemäßen Öffnungszeiten aufgrund fehlender Schließmöglichkeiten bzw. wegen fehlenden Personals vor Ort nicht eingehalten. Durch einen umlaufenden, begrünten Zaun mit abschließbarem Tor und der personellen Betreuung während der gesamten Öffnungszeit wird dafür gesorgt, dass Fehleinwürfe und wilde Müllablagerungen bestmöglich verhindert werden. Um das Erscheinungsbild der GAS Ückesdorf noch weiter aufzuwerten, wurden alle Glas- und Altpapiercontainer gegen moderne Unterflurbehälter ausgetauscht. Ein wesentlicher Vorteil ist der barrierearme Zugang durch die niedrige Einwurfhöhe und die Minimierung von Geruchsbelästigungen, Ungezieferbefall und Brandgefahr. Unser kommunikativ anspruchsvolles Leuchtturmprojekt „Mehrweg statt Einweg“ startete im Juli 2018. Ziel ist es, ein Bewusstsein für Abfallvermeidung zu schaffen, zur Nutzung von Mehrwegbechern zu motivieren und dem Littering vorzubeugen. Die Kampagne richtet sich sowohl an die Gastronomie als auch an die Nutzer*innen von To-go-Verpackungen. Durch die Kooperationen und Vernetzung der Partner aus Politik, Wirtschaft und Gastronomiebetreibenden konnte ein Netzwerk aus Multiplikator*innen gebildet werden. Zu den Förderern zählen unter anderem die Industrie- und Handelskammer, der Einzelhandelsverband elektronische KopieSeite 10 von 26 II/6 Bonn, das City- und Stadt Marketing sowie die Stadtverwaltung mit den Abteilungen Lebensmittelhygiene, Wirtschaftsförderung und das Presseamt. Für die Bebilderung konnten verschiedene Bonner Gesichter gewonnen werden: Max Kugel (Bäcker), Valeska Kröll (Bar- Besitzerin), Stephanie Lemke (Friseurin), Künstler 1zwo3 und Ronny Behrendt (Mitarbeiter von bonnorange). Im Gegensatz zu vielen anderen Initiativen in Deutschland wird kein Mehrwegsystem beworben, sondern eine Plattform geschaffen, die über alle verfügbaren Mehrwegnutzungsmöglichkeiten informiert. Herzstück dieser Initiative ist die Microsite www.bonn-geht-den-mehrweg.de. Hier findet sich eine Stadtkarte mit allen Gastronomiebetrieben, die Mehrwegsysteme bedienen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben sich über 100 Betriebe angeschlossen. Als Pluspunkt für Pendler*innen verweist die Seite auch auf Gastronomiebetriebe in Köln. Mit der breit angelegte Informations- und Motivationskampagne, die sich auf vielfältige Werbeträger stützt, wie: ► Informationsmaterial für die Gastronomie (Flyer, Aufkleber, Aufsteller, Bildmaterial für die Eigenwerbung „Werde Cupster“), ► Übersichtliche Darstellung der Lebensmittelhygiene-Verordnung für die Gastronomie, ► Instagram-Kanal (@werdecupster), ► Werbespot, ► Roll-ups, ► Pressekonferenz, ► Fahrzeugwerbung, ► Mega- und Citylight-Plakate, ► Postkarten, ► Guerilla-Aktion (2x3m hohes Fotomotiv mit einem Berg aus Einwegbechern), ► 30 Bäume wurden zu Botschaftern (Baumschilder: „Hi, in nur einem Jahr werden etwa 43.000 Bäume für die Herstellung von Einwegbechern in Deutschland gefällt. Ich möchte kein Einwegbecher werden. Darum, „bitte“ nutz doch für deine Getränke einen Mehrwegbecher. Immerhin halte ich deine Luft sauber. DANKE. www.bonn- geht-den-mehrweg.de #werdecupster“), ► Mehrwegsystem für die Kantine der bonnorangeAöR am Lievelingsweg, ► Thermobecher für die Mitarbeiter*innen von bonnorange. Die emotionsbetonte Aktion hat großen Erfolg, weswegen eine Anschlusskampagne für Mehrweggeschirr initiiert wird. Das seit Beginn 2018 durchgeführte Projekt „Entrümpelungsservice/Sperrmüll auf Abruf“ wurde in 2019 fortgesetzt. Eine endgültige Entscheidung wird für das zweite Halbjahr 2020 vorbereitet. Anlass gab die in 2017 erfolgte Kundenumfrage Ziel des Projektes ist die verbesserte Stadtsauberkeit, Ergänzung der Serviceleistungen (Trageservice) und optimierte Wirtschaftlichkeit ohne die Wiederverwendungsquote zu reduzieren. elektronische KopieSeite 11 von 26 II/7 Bereits vor Inkrafttreten des neuen Verpackungsgesetzes zum 1. Januar 2019, welches in § 22 VerpackG neue Vorgaben für die Abstimmung zwischen den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und den dualen Systemen enthält, hat die bonnorange AöR in Abstimmung mit dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) die notwendigen Vertragsvorbereitungen unternommen und sich über den Zweckverband REK an einer bundesweiten Papieranalyse beteiligt. Die entsprechenden Unterlagen lagen vor dem 1. Januar 2019 vor. Die Regelungen für die Abstimmung zwischen der bonnorange als öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und dem von den dualen Systemen zu benennenden Vertreter sind vor Ort zu verhandeln. Der gemeinsame Vertreter zur Verhandlung in Stadtgebiet Bonn wurde aber erst Mitte 2019 benannt. Die von der bonnorange AöR vorgelegten Vertragsentwürfe, die den Vorgaben des VerpackG und dem Ergebnis der Papieranalyse entsprachen, wurden nicht angenommen, ein Gegenvorschlag, der das Ergebnis der Analyse ignorierte bzw. in Frage stellte, konnte nicht angenommen werden. Eine Übergangslösung ist bis Ende 2020 möglich. Das zuständige Landesministerium ist darüber informiert, dass die Vertragsverhandlungen - wie in den meisten anderen Städten und Kreisen - noch nicht abgeschlossen sind und wurde gebeten auf die dualen Systeme einzuwirken ihrer gesetzlichen Verpflichtung zum Abschluss und Vorlage entsprechender Abstimmungsvereinbarungen nachzukommen. Die bonnorange AöR ist Mitglied in einem länderübergreifenden Strategiearbeitskreis Verpackungsgesetz unter Moderation der Berliner Kanzlei GGSC, um sich in den laufenden Vertragsverhandlungen auszutauschen und beraten zu lassen. Aktuell werden Übergangslösungen für die Jahre 2019 und 2020 diskutiert. Ein Abschluss einer solchen Übergangslösung ist aber derzeit noch nicht in Aussicht. elektronische KopieSeite 12 von 26 II/8 Die Kundenbetreuung und Abfallberatung konnte die Ansprache der Bonner Bürger*innen qualitativ und quantitativ steigern: > Bonn Picobello (3.600 Teilnehmer*innen) > 42 privat organisierte Müllsammelaktionen (1.420 Personen) > Rhine Cleanup am 14.09.2019 > Sauber unterwegs in der Rheinaue > Frühlingsmarkt (120 Interessierte) > Agrikultur Festival (150 Interessierte) > Sommerfest Bad Godesberg (Infostand und Mitfahrgelegenheit für Kinder) > Förderung der Eigenkompostierung (Ehrenamtliche Kompostberater) > Bonner Feger (Tagesstruktur für u. a. Drogenabhängige) > Abfallberatung (314 Vor-Ort-Gespräche) > Rote Tonnen für Elektrokleingeräte (Steigerung auf 130 Standorte) > Pädagogische Angebote für Kindergärten, Schulen und in VHS-Kooperation > Bonner Klimaführerschein > Sonderaktion Plastikmüll (Workshop gegen Gewässerverschmutzung) > Wohnungsführerschein für Geflüchtete > Aktion zum Schulanfang (kostenlose Mehrwegflaschen) > Podiumsdiskussion in der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (Vernetzung der Aktiven) Auch in 2019 wurde die Abfallwirtschaft Bonn wieder als Entsorgungsfachbetrieb ausgezeichnet. In der mittlerweile vierten Folgebegutachtung erhielt die bonnorange AöR erneut das Überwachungszertifikat und das Überwachungszeichen der Entsorgergemeinschaft der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (EdDE). elektronische KopieSeite 13 von 26 II/9 Die wesentlichen Jahresmengen des Berichtsjahres sowie der beiden Vorjahre ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle: [Mg/a] 2017 2018 2019 Abweichung 2019 zu 2018 [Mg bzw. %] Hausmüll 61.839 61.518 61.102 -416 -0,68 hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Sortierreste aus dem Sperrmüll 6.458 6.997 6.688 -309 -4,62 Restabfälle 68.297 68.515 67.790 -725 -1,06 (gesamt) Bioabfälle (Biotonne) 16.268 16.151 15.828 -323 -2,00 Grünabfälle 14.764 14.095 14.059 -36 -0,26 Sperrmüll 11.855 11.608 12.700 1.092 9,41 Papier, Pappe, Kartonagen 23.713 22.519 21.716 -803 -3,57 Bauschutt 5.118 4.941 5.563 622 12,59 Elektroaltgeräte 2.215 2.130 2.047 -83 -3,90 Straßenkehricht (inkl. Laub) 2.877 3.230 2.986 -244 -7,55 Leichtverpackungen* 11.005 11.107 11.046 -61 -0,55 Altglas* 8.518 8.454 8.120 -334 -3,95 Sonstige Fraktionen** 1.334 1.410 1.530 120 8,51 Abfälle aus getrennt erfassten Fraktionen (gesamt) 97.667 95.645 95.595 -50 -0,05 *) Durch Drittfirmen im Auftrag des Dualen Systems Deutschland gesammelt. **) Sonstige Fraktionen mit weniger als 1.000 t pro Jahr (Alttextilien, Altmetalle, Schadstoffhaltige Abfälle, Alt-CDs/ -DVDs, Korken, Druckerpatronen). Bei vielen Fraktionen lässt sich ein stetiger Trend des Sinkens der Abfallmengen erkennen. Bei einigen Fraktionen ist die Menge zwischen dem Jahr 2018 und 2019 jedoch angestiegen. Beim Sperrmüll lässt sich dies u. a. darauf zurückführen, dass sich der Anteil an Störstoffen (Sortierreste, die in der MVA verbrannt werden) erhöht hat. Eine Möglichkeit diesem Trend entgegen zu wirken sieht die bonnorange AöR darin, den Sperrmüll auf Abruf einzuführen, damit eine gezielte Beratung der Bürgerinnen und Bürger stattfinden kann. In einem Pilotprojekt wird dies derzeit getestet. elektronische KopieSeite 14 von 26 II/10 Facility Management Die Neubauten der Betriebsstätte und des Wertstoffhofes (WSH) in der Weststraße in Bad Godesberg waren das beherrschende Thema in 2019. Nachdem im Juni 2018 der Grundstein am WSH Weststraße in Bad Godesberg gelegt wurde, konnte dieser am 2. Juli 2019 feierlich eröffnet werden. Seitdem nutzen die Bonner Bürger*innen diese moderne Anlage. Die weiteren Maßnahmen des Bauvorhabens der Betriebstätte gingen in 2019 weiter zügig voran. Auf dem Gelände Lievelingsweg wurde das defekte bzw. veraltete Pumpensystem, das für die Reinigung der Fahrzeuge der Abfallwirtschaft wie auch der Straßenreinigung genutzt wird, modernisiert. Durch den Austausch des maroden Pumpensystems wurde die Effizienz gesteigert und die Kosten gesenkt. Die räumlichen Kapazitäten im Verwaltungsgebäude auf dem Lievelingsweg stoßen an ihre Grenzen. Aus diesem Grund wurde nach Räumlichkeiten gesucht, die für diese Zwecke angemietet werden könnten. Da „bezahlbare“ Mieträumlichkeiten nicht in unmittelbarer Nähe zum Lievelingsweg zur Verfügung standen wurde beschlossen, den notwendigen Platzbedarf an Büroflächen durch Bürocontainer auf dem Gelände zu befriedigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Facility Management die Aufgabe, geeignete Planungen und Varianten hierfür vorzulegen. Neben den vielfältigen und anspruchsvollen Projekten standen selbstverständlich die vielen kleineren Instandsetzungsarbeiten zur Aufrechterhaltung des Kerngeschäftes Stadtreinigung, Winterdienst und Abfallentsorgung sowie die Werterhaltung von Grundstück und Gebäuden nicht zurück. Die Erfüllung dieser Aufgaben wurde zeitnah parallel zu den Projekten erledigt. Werkstatt Unterjährig sorgten die Mitarbeiter*innen des Lagers und der Werkstatt für ein reibungsloses Funktionieren der unterschiedlichsten Fahrzeuge und Maschinen des eigenen Fuhrparks und der Flottenfahrzeuge der Bundesstadt Bonn. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden das Leistungsspektrum der Werkstatt ausgebaut und die Standzeiten der Fahrzeuge für die internen und externen Kunden reduziert. Durch bedarfsgerechte Schulungen konnte das Know-how der Mitarbeiter*innen der Werkstatt erweitert werden. elektronische KopieSeite 15 von 26 II/11 Durch die Etablierung und Entwicklung eines „Werkstattkonzeptes“ sind die Aufgaben und Tätigkeiten innerhalb der Werkstatt klar definiert und Prozesse konnten optimiert werden. Des Weiteren sind die Belange des Arbeitsschutzes erheblich verbessert und defekte Maschinen, Hebebühnen und Werkzeuge sind erneuert worden. Personal Als Dienstleistungsunternehmen erbringt die bonnorange AöR ihre Leistungen im Kern durch eigene Mitarbeiter*innen. Dementsprechend bildet der Personalaufwand mit circa 62 Prozent den größten Kostenblock. Das Personal ist gleichzeitig der wichtigste Erfolgsfaktor und die Grundlage der Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Im Jahresdurchschnitt 2019 hatte die bonnorange AöR 417 tariflich Beschäftigte, 10 Beamte, 2 Versorgungsempfänger und 6 Auszubildende (Kfz-Mechatroniker Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik und Kauffrau für Büromanagement). 5 Beschäftigte nahmen im Jahresdurchschnitt 2019 Altersteilzeit in Anspruch, zwei tariflich Beschäftigte und eine Beamtin das Elternzeitmodell. In Zeiten des Fachkräftemangels liegt der strategische Fokus auf der Mitarbeitergewinnung und -bindung. Zur Förderung der Work-Life-Balance und Mitarbeiterzufriedenheit, aber auch zugunsten einer effektiven, störungsfreien und wirtschaftlichen Aufgabenerledigung, wird allen Mitarbeiter*innen mit geeigneten Aufgabenstellungen im verkürzten Antragsverfahren bis zu 20 Tage im Jahr, auch anteilig stundenweise, das Arbeiten im Homeoffice ermöglicht. Im Rahmen des Personalentwicklungskonzeptes wurde eine Führerscheinausbildung Klasse C inklusive der beschleunigten Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifizierungs- gesetz, ein 360-Grad-Feedback für Führungskräfte, eine Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung und eine psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt. Der 2018 zur Entwicklung einer Corporate Identity und Unternehmenskultur mit Innen- und Außenwirkung betriebene Leitbildprozess, der mit breiter Beteiligung in der Mitarbeiterschaft stattfand, ging 2019 in die erste Umsetzungsphase. Wesentliche Ziele sind die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und des Unternehmenserfolgs. elektronische KopieSeite 16 von 26 II/12 Organisation Über den Stand der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Projekte wird im Verwaltungsrat regelmäßig berichtet. Im Januar 2019 fand wiederum ein Workshop mit dem Verwaltungsrat statt, bei dem dieser über die wichtigsten Projektziele und Inhalte detailliert informiert wurde und seine Vorstellungen dazu einbringen konnte. Auch die Mitarbeiter*innen wurden wieder zweimal jährlich über die Gesamtheit der strategischen und wirtschaftlichen Ziele und Projekte informiert. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Alle Mitarbeiter*innen wurden gemäß Datenschutzgrundverordnung und Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz geschult. Ein Rollenmodell und Darstellungsweisen für die einheitliche schriftliche und grafische Darstellung von Prozessen wurde entwickelt. Es wird die einheitliche Erfassung aller Prozesse im Managementhandbuch mit Verlinkung aller Dienstanweisungen, Arbeitsanweisungen und Formulare erfolgen. Die bonnorange AöR hat potenzielle Risiken identifiziert - insbesondere solche aus der organisatorischen Abwicklung des operativen Geschäfts und vertragsbezogene Risiken - sowie entsprechende Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt. Ein standardisiertes integriertes Risikofrüherkennungssystem basiert auf ad-hoc-Meldungen und quartalsweisen Abfragen des Risikomanagements. Der Risikobericht wird zusammen mit dem Jahresabschlussbericht in den Verwaltungsrat eingebracht, in entsprechender Anwendung des Public Corporate Governance Kodex, den der Rat der Bundesstadt Bonn im März 2019 mit Geltung für die städtischen Beteiligungen in privat rechtlicher Organisationsform, aber auch für die bonnorange AöR beschlossen hat. Für die städtische Konzernbilanz der Jahre 2013, 2014 und 2015 hat die bonnorange AöR die 2019 angeforderten Daten ermittelt und bereitgestellt. Das Thema Tax Compliance wurde im Rahmen des Projektes § 2b Umsatzsteuergesetz (UStG) mit der Steuerberatung untersucht, und es fanden Workshops zur Aufnahme und Anwendung aller für bonnorange relevanten Steuervorschriften bei Ertragssteuer, Umsatzsteuer und Lohnsteuer statt. Die Ergebnisse mit den Handlungsempfehlungen werden noch bearbeitet und sollen in 2020 in eine Steuerrichtlinie für die bonnorange münden. Deren Ziel ist die Abgabe korrekter Steuererklärungen und die Vermeidung von Fehlern. elektronische KopieSeite 17 von 26 II/13 Im Rahmen des Projektes § 2b UStG wurde gemeinsam mit der Stadt Bonn ein Antrag auf verbindliche Auskunft abgestimmt und erstellt. Die Antwort der Finanzverwaltung wird für 2020 erwartet. Neue Leistungen der bonnorange wurden rechtlich und steuerrechtlich geprüft und klassifiziert. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Die folgenden Erläuterungen zu den Betragsveränderungen beziehen sich auf die wesentlichen Positionen: Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Das Jahresergebnis ist negativ, da die Erlöse zwar minimal um 1 % stiegen, die Aufwendungen sich jedoch um 1,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahresabschluss erhöht haben. Die GuV schließt mit einem Bilanzverlust von 619 TEUR ab. Das Jahresergebnis wird im Wesentlichen von den höheren Ausgaben für Zinsen der Pensionsrückstellungen belastet (1,2 Mio. EUR). Das Thema unterliegt seit jeher jährlich großen Schwankungen im Beamtenbereich in Verbindung mit gesetzlichen Änderungen, wodurch Planwerte sich im Ist oft nicht widerspiegeln. Zum Zeitpunkt der Planung 2019 konnte die für die Zinserhöhung gegenüber der Planung hauptursächliche Änderung der Richttafeln nach Heubeck noch nicht berücksichtigt werden. Die Buchung erfolgt im Jahresabschluss aufgrund von dann eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten. Die Spartenabschlüsse stellen sich wie folgt dar: > Sparte Stadtreinigung mit 53 TEUR Überschuss > Sparte Abfallwirtschaft mit 191 TEUR Unterdeckung > Sparte Werkstatt mit 201 TEUR Unterdeckung > Übergreifende Sparte neutral elektronische KopieSeite 18 von 26 II/14 Die Unterdeckung in der Sparte Abfallwirtschaft entstand durch geringere Einnahmen der z. T. trotz bundesweiter Bemühungen vertragslosen Geschäftsbeziehung mit den Betreibern der dualen Systeme, begleitet von einem Preisverfall bei der Fraktion PPK. Trotz dieses Einschnitts konnte ein Teil aufgefangen werden, so dass das Spartenergebnis trotzdem nur eine vergleichsweise geringe Unterdeckung aufweist. Die Unterdeckung in der Sparte Werkstatt beruht auf zeitweise fehlenden Fachkräften, wodurch nicht die volle Produktivleistung erreicht werden konnte. Die Gesamterlöse der Spartenrechnung liegen mit 37.076 TEUR um 329 TEUR über dem Vorjahr. Zu dieser positiven Veränderung tragen die Umsatzerlöse mit einer Steigerung um 718 TEUR auf nun 36.890 TEUR bei. Dabei hervorzuheben ist die Umlagensteigerung (+ 869 TEUR) für gebührenfähige Leistungen. Eine Steigerung der Beistandsleistungen gegenüber 2019 (um 345 TEUR) gelang in den Sparten Werkstatt und Abfallwirtschaft (neue Friedhofsabfuhren). Der Rückgang der sonstigen Umsatzerlöse (um 496 TEUR) ergibt sich durch die bereits genannten geringeren Einnahmen der z. T. vertragslosen Geschäftsbeziehung mit den dualen Systemen und dem Preisverfall bei der Fraktion PPK. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzieren sich um 379 TEUR auf 184 TEUR. Grund hierfür waren geringere Verkaufserlöse (106 TEUR) wegen noch nicht verkaufter Altfahrzeuge (lange Lieferzeit, von mehr als einem Jahr, bei Neufahrzeugen) und die gesunkene Forderung für Pensionsverpflichtungen (366 TEUR) gegenüber der Bundesstadt Bonn durch den Wechsel einer Beamtin. Der Materialaufwand liegt bei 5.441 TEUR mit 419 TEUR über dem Vorjahr. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen um 464 TEUR auf 3.720 TEUR (421 TEUR mehr Ersatzteile in der Werkstatt wegen Weiternutzung von Altfahrzeugen und 155 TEUR mehr Verwertungskosten in den Sparten Abfall mit 94 TEUR und Stadtreinigung mit 61 TEUR aufgrund von Ausschreibungsergebnissen). Der Personalaufwand von 22.997 TEUR liegt 615 TEUR über dem Vorjahresbetrag. Die Löhne und Gehälter stiegen überwiegend tarifbedingt um 609 TEUR auf 17.831 TEUR. Neue Stellen wurden im Jahr 2019 wegen verschiedener Abhängigkeiten nicht alle besetzt. Dass im Jahresdurchschnitt 2019 trotzdem 13 mehr tariflich Beschäftigte bei der bonnorange AöR elektronische KopieSeite 19 von 26 II/15 beschäftigt werden konnten als im Vorjahr, beruht u. a. auf der Bewilligung von Teilzeit sowie möglichst zeitnahen und überwiegend erfolgreichen Stellenbesetzungsverfahren für Nachbesetzungen, vorübergehende Vertretungsbedarfe und die meisten neuen Stellen. Zunächst wegen vorübergehendem Bedarf befristet Beschäftigte haben sich bewährt und konnten auf freiwerdende Stellen übernommen werden. Bei den Abschreibungen gab es eine Steigerung von 173 TEUR auf 3.484 TEUR, hauptsächlich in der Sparte Abfall. Grund ist die erfolgreiche Inbetriebnahme des neuen Wertstoffhofs (WSH) an der Weststraße, der aktiviert wurde und das Anlagevermögen erhöht hat. Die Abschreibungen für neue Fahrzeuge fehlen fast in Gänze, da Lieferung erst ab Mitte 2020 erfolgt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 106 TEUR auf 4.122 TEUR und liegen damit unter dem Vorjahresniveau. Dies resultiert aus einem höherem Betriebsaufwand (78 TEUR, mehr Unterhaltungskosten), höherem Vertriebsaufwand (94 TEUR, mit mehr externer Aufbauunterstützung der Presse-/Öffentlichkeitsarbeit, aber dafür vorübergehend ausgesetzter Stellennachbesetzung) und geringerem übrigen Aufwand (331 TEUR, Wegfall der Umlagenkorrektur aus dem Jahresabschluss 2018). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erhöhten sich zum Vorjahr um 137 TEUR auf 1.385 TEUR. Dies ergibt sich hauptsächlich durch die bereits genannten höheren Zinsen für Pensionsrückstellungen. Aufgrund der besonderen unvorhergesehenen Effekte kommt das Jahresergebnis im Abschluss auf einen Verlust von 339 TEUR. Vor Abzug der Vorabausschüttung in Höhe von 280 TEUR ergibt sich ein Jahresverlust von 339 TEUR. Unter Berücksichtigung der Vorabausschüttung wird ein Bilanzverlust von 619 TEUR ausgewiesen. Erläuterungen zur Bilanz Die Vermögens- und Finanzlage der bonnorange AöR stellt sich wie folgt dar: Die Bilanzsumme stieg um 2.015 TEUR auf 36.097 TEUR. Bei den Passiva reduziert sich das Eigenkapital um 619 TEUR auf 15.898 TEUR, ebenso stiegen die Rückstellungen um 2.796 TEUR auf 12.962 TEUR. Die Verbindlichkeiten sanken um 162 TEUR auf 7.236 TEUR. elektronische KopieSeite 20 von 26 II/16 Auf der Aktivseite stieg das Anlagevermögen um 3.265 TEUR auf 29.555 TEUR. Das Umlaufvermögen sank hingegen um 1.246 TEUR auf 6.459 TEUR. Die Änderungen auf der Aktivseite stellen sich im Einzelnen wie folgt dar: Die Sachanlagen erhöhten sich um 3.342 TEUR auf 28.533 TEUR. Gründe hierfür waren, dass die getätigten Investitionen (6.838 TEUR) höher waren als die Abschreibungen (3.384 TEUR) und die Abgänge (112 TEUR). Der Ausweis resultiert hauptsächlich aus den Anlagen im Bau (5,2 Mio. EUR, davon 1,6 Mio. EUR für die Betriebsstätte und 3,6 Mio. EUR für den WSH Weststraße). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 1.268 TEUR auf 6.042 TEUR. Ursächlich sind im Wesentlichen geringere Forderungen gegen die Bundesstadt Bonn (- 1.320 TEUR auf 5.738 TEUR). Hierzu gehören das Cash Pooling (- 386 TEUR), Forderungen bzgl. der Beamtenversorgung (- 480 TEUR) und sonstige Forderungen bzgl. der Umlagenerstattung (- 529 TEUR). Die Änderungen auf der Passivseite stellen sich im Einzelnen wie folgt dar: Das Eigenkapital ist auf Grund des Jahresfehlbetrages und der ausgeschütteten Eigenkapitalverzinsung um 619 TEUR auf 15.898 TEUR gesunken. Die Eigenkapitalquote hat sich von 48,5 Prozent auf 44,0 Prozent reduziert. Die Eigenkapitalverzinsung (280 TEUR) durch die bonnorange AöR entspricht einer Verzinsung des Stammkapitals von 4 Prozent. Das Stammkapital beläuft sich unverändert auf 7.000 TEUR. Die Gewinnrücklagen erhöhten sich um 291 TEUR auf 4.051 TEUR. Der Bilanzgewinn des Vorjahres wurde durch Beschluss des Verwaltungsrates (AöR-19043 n.ö.) in die Gewinnrücklage eingestellt. Die Rückstellungen haben sich um 2.796 TEUR auf 12.962 TEUR erhöht. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich um 962 TEUR auf 8.243 TEUR. Ebenfalls stiegen die sonstigen Rückstellungen um 1.834 TEUR auf 4.704 TEUR an. elektronische KopieSeite 21 von 26 II/17 Die Verbindlichkeiten sanken insgesamt um 161 TEUR auf 7.236 TEUR. Die darin enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen für die Baumaßnahme Betriebsstätte Weststraße stiegen um 617 TEUR auf 2.776 TEUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesstadt Bonn sind dagegen gegenläufig um 860 TEUR auf 3.901 TEUR gesunken. Dies resultiert aus der Tilgung eines Darlehens (um 385 TEUR) und der Umlagenkorrektur für Grundstücke (um 434 TEUR) im Vorjahr. Öffentliche Zwecksetzung und -erreichung Hinsichtlich der Berichterstattung zur Erfüllung der öffentlichen Zwecksetzung gemäß § 108 Abs. 2 Satz 2 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (GO NW) wird folgendes festgestellt: Die bonnorange AöR ist im Berichtsjahr 2019 ihren von der Bundesstadt Bonn übertragenen Aufgaben nachgekommen. Die Geschäfte der AöR wurden im Sinne der gültigen Unternehmenssatzung durchgeführt. Das Vermögen und die Einnahmen der AöR sind nur für Zwecke, die Gegenstand des Unternehmens sind, verwendet worden. Im Hinblick auf die Prüfung nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz erwähnenswerte Sachverwalte haben sich nicht ergeben. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Die Anstalt ist in ihrem Kerngeschäft keinen nennenswerten geschäfts- oder bestandsgefährdenden Risiken ausgeliefert, da sowohl die Abfallwirtschaft als auch die Stadtreinigung einen hohen Anteil an gebührenfinanzierten hoheitlichen Leistungen erbringen. Auch aus den Bereichen der nicht gebührenfinanzierten Beistandsleistungen ergeben sich keine finanziellen Risiken, da aufgrund der mit der Bundesstadt Bonn vereinbarten Abrechnungsmodalitäten die Mehrkosten im Folgejahr weiterberechnet werden können. Um auf die spezifischen, wirtschaftlichen Risiken, denen die bonnorange AöR ausgesetzt ist, frühzeitig reagieren zu können, wendet das Unternehmen ein integriertes Management- und Kontrollsystem an. Hierzu gehören unter anderem monatliche Berichterstattungen. Um das Unternehmen künftig noch effektiver führen zu können, wird in den Jahren 2019 bis 2020 ein Managementhandbuch erstellt. elektronische KopieSeite 22 von 26 II/18 Die Bonner Stadtverwaltung hat beschlossen, alle Flächenreinigungsaufgaben der städtischen Verwaltung auf die bonnorange AöR zu übertragen. Diese Chance eröffnet auch die Generierung von Synergien für den Gebührenzahler. Ausblick für 2020 Im laufenden Jahr steht der Relaunch der Homepage der bonnorange AöR an, die im 3. Quartal neugestaltet werden soll. Im Zentrum steht dabei die Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit für die Bürger*innen, durch die Fokussierung auf Dienstleistungen und Produkte der bonnorange AöR. Nach dem großen Erfolg der Kampagne „Mehrweg statt Einweg“ soll in 2020 mit dem Projekt „Re-Use“ gestartet werden. Hier liegt der Fokus darauf, noch brauchbare Gegenstände einer weiteren Nutzung zuzuführen. Durch Kampagnen und Veranstaltungen sollen Hilfestellungen zu einem bewussten Umgang mit Rohstoffen aufgezeigt werden. Nicht zuletzt soll eine im Frühjahr durchgeführte Analyse von Siedlungsabfällen aufzeigen, wie diese sich zusammensetzen. Daraus sollen Rückschlüsse gezogen werden, wie darin noch enthaltene Wertstoffe einer Weiterverwendung, Wiederverwertung oder einem stofflichen Recycling zugeführt werden können, bevor sie über die Restabfalltonnen energetisch verwertet werden. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Im laufenden Jahr wird die Zukunftsfähigkeit der Kundenkommunikation in den Fokus genommen. Es wird geprüft, ob die Ressourcen für das Kundentelefon verstärkt werden sollten. Für die Mitarbeiter*innen der bonnorange AöR wird sich die Kommunikation und Information zu unternehmensspezifischen Themen verbessern. Eine App soll den Mitarbeitenden angeboten werden, damit sie sich jederzeit und standortunabhängig über aktuelle Mitteilungen im Betrieb informieren können. Zum 1. Januar 2020 hat die bonnorange AöR als erstes kommunales Entsorgungs- unternehmen in Deutschland mit der bedarfsgerechten Reinigung begonnen. Bereiche, die sauberer sind als der dafür definierte Zielwert, werden weniger gereinigt. Dagegen werden diejenigen Bereiche, deren Verschmutzungsgrad dazu führt, dass der entsprechende Zielwert unterschritten wird, stärker gereinigt. Die Fußgängerzone Bonn wird ab Jahresbeginn durch die Einführung der neuen Reinigungsklasse D 14 zweimal täglich gereinigt. Auch im laufenden Jahr elektronische KopieSeite 23 von 26 II/19 erfolgen in gewohnter Weise zahlreiche Qualitätsmessungen der Sauberkeit, um mögliche Veränderungen dokumentieren und daraus geeignete Maßnahmen ableiten zu können. Durch die vorgenommenen Änderungen bei den Revieren der Handreinigerkolonnen werden unproduktive Fahrten zwischen den Einsatzorten vermieden. Für die mit der Ämterabfrage identifizierten zusätzlich zu reinigenden Flächen vor städtischen Liegenschaften wird eine geeignete Reinigung für die jeweiligen Ämter budgetiert, damit die Reinigung bereits im Jahr 2020 starten kann. Mittelfristig sollen diese Flächen unter Anwendung der Messungen der Sauberkeit ebenfalls bedarfsgerecht gereinigt werden. Darüber hinaus ist für das Jahr 2020 vorgesehen, die satzungsgemäße Reinigung des Straßenbegleitgrüns zu optimieren. Die Corona-Pandemie hat im ersten Quartal Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe der bonnorange AöR gehabt. So wurden Services eingeschränkt (mobile Grünannahmestellen und Wertstoffhöfe geschlossen bzw. später verlängert geöffnet, Sperrmüllterminvergabe limitiert, Führungen und Aktionen ausgesetzt, persönliche Beratungsgespräche ausgesetzt), Organisation umgestellt (2-Schicht-Betrieb, sofern durch Abstandsgebot erforderlich) und Umsatzeinbußen erfahren (Ausfall von Veranstaltungen und deren Reinigung). Auch für die Steigerung der Stadtsauberkeit wird die Abfallwirtschaft mit ihren Möglichkeiten arbeiten. So trägt die Sperrmüllabfuhr auf Abruf in den Pilotgebieten heute bereits zur verbesserten Sauberkeit bei, da kaum noch falsche Abfälle bereitgestellt werden und die Bürger*innen die weiterverwendbaren Möbel vermehrt über Internetplattformen weitergeben. Die bedauerliche Zerfledderung und Verwehung unterbleibt so. Außerdem wird die Terminvergabe der Sperrmüllabholung komfortabler, da die schriftliche und telefonische Vergabe durch die Online-Terminbuchung ergänzt wird. So können die Kunden die Abholung ihres Sperrmülls bequem über die Webseite bestellen und brauchen keinen Kontakt zum Betrieb aufzunehmen. Die Nachfrage nach Unterflurcontainerstandplätzen ist unverändert hoch und auch bei den nächsten Grünannahmestellen auf Friedhöfen steht der Umbau zu qualifizierten Grünannahmesammelstellen an. elektronische KopieSeite 24 von 26 II/20 Im Laufe des Jahres sollen beim Bauprojekt „Weststraße“ das Verwaltungsgebäude und die Wagenhalle fertiggestellt werden. Anschließend wird die Stadtreinigung aus Bad Godesberg, welche zurzeit noch auf dem Gelände des ehemaligen Landesbehördenhauses untergebracht ist, die neuen Räumlichkeiten beziehen. Auch werden das Kundencenter und der Vertrieb (bisher unter der Adresse Am Dickobskreuz 8 untergebracht) zur Weststraße umziehen. Die jeweils angemieteten Flächen und Räumlichkeiten werden dann wieder abgegeben. Seit 1. April 2020 ist die dringend benötigte Betriebsstätte im rechtsrheinischen Raum am neuen Standort (Broichstraße 105A) für die Stadtreinigung angemietet. Der Mietvertrag wurde bereits im Dezember 2019 gezeichnet. Ebenfalls im Laufe des Sommers des Jahres 2020 soll der gestiegene Platzbedarf an Bürofläche auf dem Gelände Lievelingsweg durch die Errichtung einer Containeranlage befriedigt werden. Auch im laufenden Jahr werden Investitionen in Maschinen und Werkzeuge der Werkstatt getätigt und Abläufe weiter optimiert. So sollen papierlose Kommunikationsmedien eingeführt und Informationsdefizite in der Fahrzeugabwicklung weiter abgebaut werden. Das Projekt Bearbeitung von E-Rechnungen wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn betrieben. Von dort soll auch die Infrastruktur gestellt werden. Es wird ein einheitlicher digitaler Workflow eingeführt. Die bonnorange AöR wird in 2020 ein Projekt zur Umsetzung des städtischen Public Corporate Governance Kodex betreiben. Zum Jahresabschluss 2020 wird bonnorange AöR dann eine erste Entsprechenserklärung abgeben. Des Weiteren werden im Bereich der Verwaltung neue PCs angeschafft, da das alte Betriebssystem nicht mehr gewartet werden kann. Für das Jahr 2020 wird ein positives Ergebnis in einer Größenordnung von 760 TEUR erwartet. elektronische KopieSeite 25 von 26 II/21 Die bonnorange AöR bedankt sich bei allen Verwaltungsratsmitgliedern und unseren Mitarbeiter*innen, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen der unternehmerischen Aufgaben im abgelaufenen Jahr 2019 beigetragen haben. Den Kund*innen und Geschäftspartner*innen dankt die bonnorange AöR für das entgegengebrachte Vertrauen. Bonn, 27. Juli 2020 gez. Kornelia Hülter Vorständin elektronische KopieSeite 26 von 26
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 06:02 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de