← Vorlagen

232047 · Mitteilungsvorlage

Label Stadtgrün naturnah – Bonn wird bei der Rezertifizierung mit Gold ausgezeichnet

Nummer
232047
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
13.11.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 15.11.2023 Aktuelle Informationen der Verwaltung
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.01.2024 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 81,3 KB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (7.151 Zeichen)
Mitteilungsvorlage
öffentlich
232047
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Label Stadtgrün naturnah – Bonn wird bei der
Rezertifizierung mit Gold ausgezeichnet
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
15.11.2023 Aktuelle
Informationen
der Verwaltung
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
31.01.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Bonn wurde in einer Feierstunde am 28. September in Dortmund erneut mit
dem Label „StadtGrün naturnah“ ausgezeichnet. Die federführende
Bearbeitung wurde und wird auch weiterhin vom Amt für Umwelt und Stadtgrün
übernommen.
Nachdem Bonn bei der erstmaligen Zertifizierung im Jahr 2019 (vgl. DS-Nr
190478) bereits den Silber-Standard erreichte, konnte sich die Stadt bei der
Rezertifizierung nun noch einmal deutlich verbessern und erreichte das Label
in Gold.
Damit honoriert das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ vorbildliches
Engagement auf städtischen Grünflächen zur Förderung der biologischen
Vielfalt.
Die 14 Kommunen, die das Label bereits 2019 erhalten haben, ließen sich
rezertifizieren und konnten sich teilweise verbessern.
Bei der Rezertifizierung werden die Kommunen in 12 Handlungsfeldern geprüft
und bewertet. Hierbei konnte Bonn unter anderem mit folgenden Maßnahmen
überzeugen:
• Das „Bonner Wiesenprogramm“ für mehr Artenvielfalt auf städtischen
Wiesen. 1993 gestartet auf etwa 63 Hektar wurde das Wiesenprogramm
auf aktuell rund 109 Hektar im gesamten Stadtgebiet erweitert . Ziel ist
die Entwicklung naturschutzfachlicher Zielsetzungen für einzelne
Wiesenstandorte in Bonn und Pflegemaßnahmen spezifisch an diese
Zielsetzung anzupassen.
• Das Projekt „Lebensstätte Friedhof“, das in Kooperation mit der
Biologischen Station Bonn Rhein Erft unter Förderung des
Landschaftsverbandes Rheinland die Bonner Friedhöfe faunistisch undSeite 1 von 3
Seite 2
floristisch erfasste. Neben dem Etablieren von Blühflächen und
Extensivierung auf Friedhöfen sollen nach dem Vorbild des
Südfriedhofes Totholzhaufen, wie dem ‚Hirschkäfermeiler‘,
Lesesteinhügel und Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Wildbienen
erstellt werden. Bei den Wildbienen werden neben den klassischen
Insektenhotels auch Sandarien erstellt.
• Blühstreifen im Verkehrsgrün: Schmale und kleine
Verkehrsgrünstreifen insbesondere an Stellen, wo Straßenbäume
keinen Platz haben, werden aktuell zugepflastert oder als
Vielschnittrasen gepflegt. Diese Flächen, so klein sie auch sind, bieten
sehr viel Potenzial als Nahrungsquelle und Trittsteinbiotope zur
innerstädtischen Vernetzung für vor allem für Insekten, aber auch
anderen Tieren sowie Pflanzen. Diese Flächen werden sukzessive
entsiegelt bzw. abgemagert und als magere artenreiche Blühflächen/-
streifen hergestellt.
• Staudenmischpflanzungen: Nicht nur im Verkehrsgrün, auch in
Parkanlagen existieren Stellen unter alten Bäumen, an denen über die
Jahre die Vegetation, wie z.B. Staudenpflanzungen ausgefallen sind.
Bei den Bürgerinnen und Bürgern besteht der Wunsch, diese
wiederherzustellen.
Staudenmischpflanzungen haben sich nicht nur in Bezug auf den
Pflegeaufwand, sondern auch in Punkto Akzeptanz und
Insektenfreundlichkeit bewährt. Daher entwickelt die Stadt Bonn eine
insektenfreundliche Staudenmischpflanzung, welche, wenn sie nach ca.
zwei Jahren etabliert ist, mit den extremen Standortverhältnissen der
Trockenheit, des Schattens sowie des Wurzeldruckes zurechtkommen.
Viele der Staudenpflanzungen haben Wechselflor ersetzt, welcher in der
Regel nicht Insektenfreundlich ist. So konnte die Biodiversität auf diesen
Flächen im besonderen Maße gesteigert werden. Seit 2019 wurden auf
rund 110 Flächen rund 6.720 qm hergestellt. Hierbei weist die kleinste
Fläche 1,6 qm und die größte rund 590 qm auf. Weitere Flächen sind
aktuell in der Umsetzung. Hierzu gehören u.a. die Flächen an der
Gierponte und dem Mittelstreifen an der Godesberger Allee.
• Entwicklung von Standards zur naturnahen Gestaltung von Grün-
und Freiflächen: Die Standards sollen insbesondere Ansätze wie das
Konzept der Schwammstadt und das Konzept der Zonierung von
Flächen in intensive und extensive Bereiche aufgreifen. Wichtige
Bausteine sind die Verwendung von Regiosaatgut und heimischen
Stauden, Einbindung von Retentionsflächen und Versickerung von
Niederschlagswasser (Konzept Schwammstadt) sowie der Verzicht auf
invasive Neophyten und Arten mit Invasivitätspotential bei
Neugestaltungen
• Ökologie im Stadtwald: Die Stadt Bonn ist einer von nur 19
Waldbetrieben in ganz Deutschland, der seinen Wald nach den
Naturland-Richtlinien bewirtschaftet, den strengsten ökologischen
Auflagen für eine nachhaltige Forstwirtschaft. Es wurden im
Godesberger und Venusberger Stadtwald 500 Bäume dauerhaft
markiert, per GPS eingemessen und aus der Nutzung genommen.
Weitere Markierungsarbeiten folgen bei jederSeite 2 von 3
Seite 3
Durchforstungsmaßnahme bis ca. 10 Bäume je Hektar (Totholz und
Biotopbäume auch lebend) dauerhaft ausgewählt sind.
Der Totholzanteil von stehendem und liegendem Holz im kommunalen
Stadtwald der Bundesstadt Bonn soll zukünftig bei mindestens 10 %
liegen. Insbesondere werden Bäume ab 30 cm Durchmesser und
Altholzinseln, speziell mit Spechthöhlen und Habitatstrukturen
gekennzeichnet, aus der Nutzung genommen und der Alterung und dem
natürlichen Verfall überlassen.
• Umweltbildungszentrum „Haus der Natur“: Das Haus der Natur ist
zu einer regionalen Umweltbildungseinrichtung ausgebaut worden und
kann zukünftig allen Aktiven im Bereich Bildung für nachhaltige
Entwicklung als Plattform dienen. In unmittelbarer Umgebung des
Hauses der Natur befinden sich der „Weg der Artenvielfalt“, das
Wildgehege, eine Streuobstwiese, ein großer Kinderspielplatz und das
„grüne Klassenzimmer“. Die verschiedenen Angebote auf dem Bonner
Venusberg sollen künftig noch stärker miteinander verknüpft werden.
Hierbei soll auch die Arbeit mit dem Naturpark Rheinland weiter
ausgebaut werden.
Die aufgeführten Maßnahmen sind auch Bestandteil der Bonner
Biodiversitätsstrategie. Die Strategie bündelt die gesamtstädtischen
Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, so dass diese mit den begrenzten
Ressourcen sinnvoll und zielgerichtet entwickelt, durchgeführt und koordiniert
werden können. Hierbei werden die Erkenntnisse und Entwicklungen der
letzten Jahre zum Schutz der biologischen Vielfalt berücksichtigt und neue
Anforderungen und Rahmenbedingungen aufgegriffen.
Der interdisziplinären Zusammenarbeit stadtverwaltungsinterner Beteiligung
sowie externer Kooperationsstellen (lokal tätige Institutionen, Initiativen,
Verbände, etc.) kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Auf diese Weise
wird gewährleistet, dass die Strategie möglichst breit aufgestellt und getragen
wird. Die Rezertifizierung ist in diesem Zusammenhang ein weiterer
erfolgreicher Schritt, um dem Erhalt, der Förderung und der Vernetzung der
Artenvielfalt Bonns als dauerhafte kommunale Aufgabe Rechnung zu tragen.
Über die Auszeichnung hinaus ist das Vernetzen der beteiligten Kommunen zur
Förderung der biologischen Vielfalt sehr wichtig. Dafür wird sich das Amt für
Umwelt und Stadtgrün auch zukünftig einsetzen.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 20:41 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de