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231997 · Beschlussvorlage

Umgestaltung Rheingasse

Nummer
231997
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
01.02.2024
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 29.02.2024 Empfehlung
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 28.02.2024 Empfehlung
  3. Sitzung des Rates 14.03.2024 Entscheidung federführend
  4. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 09.04.2024 Empfehlung
  5. Sitzung des Rates 20.06.2024 Entscheidung federführend
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Untergeordnet

  1. 231997-03 AA BBB-Änderungsantrag: Umgestaltung Rheingasse
  2. 231997-01 ST Umgestaltung Rheingasse
  3. 231997-02 AA Umgestaltung Rheingasse Antrag zur Vorlage 231997

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Beschlussvorlage
öffentlich
231997
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Umgestaltung Rheingasse
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 27.02.2024 Empfehlung
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 29.02.2024 Empfehlung
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 28.02.2024 Empfehlung
Rat 14.03.2024 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Der Rat der Stadt Bonn stimmt der vorgelegten Einbahnstraßenführung
in der Rheingasse zu und beauftragt die Verwaltung, den Knotenpunkt
Rheingasse / Belderberg / Rathausgasse entsprechend der
Anforderungen aus den Projekten Rheingasse und Uni trifft City (DS
222489) umzuplanen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Beteiligungsverfahren zur weiteren
Planung durchzuführen.
Begründung
Ausgangslage:
Der Rat der Stadt Bonn hat in seiner Sitzung am 01.09.2020 (DS 201300 –
Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0) der Projektliste sowie dem Zeitplan zur
Beantragung von Städtebaufördermitteln für die Jahre 2021-2025 zugestimmt.
Mit dieser Vorlage sollen zunächst die Ausgangslage und Planungsziele
vorgestellt, Grundsätzliches zur zukünftigen Verkehrsführung bestimmt und die
Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen werden. Eine vertiefende Vorplanung
wird auf Basis der Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen und erst
dann der Politik zur Entscheidung vorgelegt.
Die heutige Gestaltung des Straßenzugs orientiert sich, als Bestandteil der
Brückenumfahrung, stark an verkehrlichen Ansprüchen und weist deutliche
Defizite hinsichtlich der gestalterischen Qualitäten auf: es bestehen eine
geringe Aufenthaltsqualität, ein hoher Versiegelungsgrad und wenig Begrünung
im Straßenraum.
Aus verkehrlicher Sicht bestehen folgende Anforderungen an den Raum:
• Fußverkehr: Erhöhtes Querungsaufkommen im Bereich der
Knotenpunkte und erhöhtes Fußverkehrsaufkommen im Längsverkehr
aufgrund der Verbindungsfunktion zwischen Rhein und Innenstadt undSeite 1 von 9
Seite 2
insbesondere auf der südlichen Straßenseite aufgrund der
Erdgeschosszonennutzungen.
• Radverkehr: Wichtige Verbindungsachse zwischen Innenstadt / Hbf /
ZOB und Rhein im Anschluss an die Rheinradwege, daher stellt die
Achse eine Radpendlerroute im Radverkehrsnetz dar (gem. Beschluss
BV Bonn 05.09.2023, Rat am 12.12.2023).
• Busverkehr: Aktuell verkehren vier Buslinien auf der Achse Am
Boeselagerhof – Rheingasse – Rathausgasse bzw. Belderberg. Im
Zusammenhang mit der Überarbeitung des innerstädtischen Busnetzes
(siehe DS 222489-10) sind grundsätzlich keine größeren Änderungen
auf dieser Achse zu erwarten, da die Linien der Anbindung der Oper mit
dem ÖPNV dienen. Darüber hinaus fährt der Stadtrundfahrtenbus (roter
Doppeldecker-Bus) ganzjährig nach einem festen Fahrplan vom
Rheinufer die Rheingasse hinauf Richtung Innenstadt. An der Ecke
Rheingasse/Brassertufer in Höhe der Oper befindet sich die
entsprechende Haltestelle.
• Motorisierter Individualverkehr (MIV): In Richtung Rhein spielt der MIV
in Folge der Verkehrsberuhigung am Rhein und aufgrund einer geringen
Anzahl an Zielen eine untergeordnete Rolle, in die Gegenrichtung ist die
Rheingasse dagegen Teil der Brückenumfahrt und damit von hoher
Bedeutung für die Verkehre aus Beuel Richtung Süden. Diese stark
unterschiedliche Belastungsrichtung zeigt sich auch in den
Verkehrszahlen vom 17.08.2023: Richtung Rhein rund 450 Kfz / Tag,
Richtung Innenstadt rund 4.450 Kfz / Tag (siehe Anlage 1).
• Lieferverkehr: Aufgrund der anliegenden Geschäfte und insbesondere
der Oper weist der Straßenzug eine hohe Bedeutung für den
Lieferverkehr auf. Dieser wird aktuell und voraussichtlich auch in den
nächsten Jahren noch über konventionelle Lieferfahrzeuge abgewickelt,
sodass für diese ausreichend dimensionierte Flächen bereitgestellt
werden müssen. Gerade die Belieferung der Oper stellt eine
Herausforderung bei der Umgestaltung des Straßenzugs dar: ca. ein-
bis zweimal pro Woche finden Anfahrten durch Lkw und etwa einmal im
Monat Fahrten mit einem größeren Tieflader statt. Die Anfahrt erfolgt
meist über die Josefstraße und das Rheinufer; die Abfahrt erfolgt meist
über die Rheingasse und Belderberg Richtung Norden.
Die allgemeinen Planungsziele der Umgestaltung ergeben sich zunächst aus
den übergeordneten Zielen der Stadt Bonn:
• Klimaneutralität bis 2035 und darunter zu subsumieren auch die
Mobilitätswende (d.h. u.a. Förderung des Umweltverbundes, Ziele des
Radentscheids)
• Stärkung der Klimaresilienz (d.h. Anpassung der Stadt an die Folgen
des Klimawandels)
• Aufwertung öffentlicher Räume und Erhöhung der Aufenthaltsqualität
(dazu gehört auch die gestalterische Verknüpfung zur im Projekt Uni
trifft City anvisierten Gestaltung, siehe DS 222489)Seite 2 von 9
Seite 3
Ansatz der Umgestaltung
• In der Rheingasse wird eine Einbahnstraßenregelung vom Rhein
kommend Richtung Belderberg eingeführt, in Gegenrichtung soll der
Radverkehr auf einer besonders hervorgehobenen Radinfrastruktur
geführt werden. Als zulässige Höchstgeschwindigkeit wird Tempo 30
geprüft, am Knotenpunkt Boeselagerhof / Rheingasse soll eine Rechts-
vor-Links-Regelung zur Beschleunigung des Busverkehrs eingeführt
werden. Der Radverkehr in Richtung Innenstadt soll entweder im
Mischverkehr oder auf einer gesonderten Radinfrastruktur geführt
werden (siehe dazu auch Anlage 2 und 3). Die Entscheidung zur
Aufteilung des Straßenraums soll nach der Öffentlichkeitsbeteiligung in
der gesonderten Vorlage zur Vorplanung in die Gremien
eingebracht werden.
• Durch die Einbahnstraßenregelung entsteht Raum für breitere
Seitenräume, die attraktive Flächen für den Fußverkehr und zusätzlich
Raum für weitere Nutzungen und Gestaltungsoptionen in einem
Multifunktionsstreifen, Radabstellanlagen, Begrünung,
Sitzgelegenheiten bieten.
Die Möglichkeiten der Begrünung sind aufgrund der unterirdischen
Leitungen beschränkt: Anpassungen des Leitungsverlaufs (gerade der
Fernwärmeleitung auf der Südseite der Rheingasse) sind insbesondere
für Baumpflanzungen vielerorts erforderlich. Zwischen Rheinufer und
Rheingasse Nr. 26 befindet sich im Bereich des südlichen
Multifunktionsstreifen zudem ein städtischer Schmutzwasserkanal. Hier
ist eine Überpflanzung mit Bäumen nicht möglich.
• Die gestalterischen Prinzipien aus dem Projekt Uni trifft City sollen in
der Rheingasse fortgeführt werden, so dass eine attraktive Achse
zwischen Rhein und Innenstadt sowie dem ZOB / Hauptbahnhof
entsteht.
• In Folge der Einbahnstraßenregelung kann auf den Rechtsabbieger auf
dem Belderberg (Fahrtrichtung Norden) verzichtet werden. Dies bietet
am Knoten Belderberg / Rheingasse / Rathausgasse mehr Raum für
eine Umgestaltung mit den Zielen der Stärkung der Nahmobilität.
Beschließt der Rat der Stadt Bonn die Einbahnstraßenführung, kann im
nächsten Planungsschritt der Kreuzungsumbau und anschließend der
Umbau des Belderbergs zwischen Koblenzer Tor und Rheingasse
vorgenommen werden. Gemäß aktueller Prüfung ist in der Rheingasse
eine Zweistreifigkeit für den Kfz-Verkehr erforderlich; andernfalls käme
es aufgrund des Kfz- und insbesondere Busverkehrsaufkommens zu
langen Wartezeiten.
Zentrale Vor- und Nachteile der Einbahnstraßenregelung:
+ Vergrößerung des Flächenpotenzials für den Fuß- und Radverkehr,
Ladevorgänge sowie Aufenthaltsbereiche.
• Verringerung der Flächen des motorisierten Verkehrs
+ Klimaanpassung: Durch die breiteren Seitenräume bieten sichSeite 3 von 9
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Möglichkeiten zur Entsiegelung und Begrünung
- Umwegefahrten für (wenige) Kfz-Verkehre erforderlich
Neben der Option einer durchgehenden Einbahnstraße hat die Verwaltung
noch weitere Optionen untersucht:
• Eine Variante, die zwischen Am Boeselagerhof und der
Tiefgarage/Zufahrt Oper einen Zweirichtungsverkehr für den Kfz-
Verkehr vorsah. Diese könnte zu einer etwas besseren Erreichbarkeit
der Tiefgarage und der Oper führen. Andererseits gilt es, eine möglichst
einfach verständliche und eindeutige Verkehrsführung zu erreichen,
damit sich die Verkehrsteilnehmenden auf die Verkehrssituation
einstellen können. Eine derartige Änderung der Verkehrsführung auf
einem so kurzen Abschnitt wurde daher aus Gründen der
Verkehrssicherheit und der städtebaulichen Qualität (eingeschränkt
durch den erhöhten Beschilderungsbedarf) verworfen.
• Grundsätzlich wurde auch eine Variante mit durchgehendem
Zweirichtungsverkehr für den Kfz-Verkehr betrachtet. In dieser Variante
wären jedoch kaum Aufwertungen des Straßenraums und der
Seitenbereiche möglich gewesen, daher wurde auch diese Variante
verworfen.
Ausblick
Die vorgesehene Einbahnstraßenführung bietet das Potenzial, die
städtebauliche Qualität deutlich zu erhöhen, kann die anvisierte Gestaltung aus
dem Projekt Uni trifft City fortführen und legt damit die Grundlage für eine
attraktive, gestalterisch aufeinander abgestimmte Achse zwischen Rhein und
Innenstadt / ZOB. Auf Basis eines Beschlusses zur Einbahnstraßenführung
führt die Verwaltung die Planung zur Umgestaltung der Rheingasse fort.
Im Frühjahr 2024 sollen die Planungen zur Rheingasse der Öffentlichkeit
vorgestellt werden, um die Vor- und Nachteile zu diskutieren und ggf. Anregun-
gen zu Details der Planung zu sammeln (s. Anlage 2+3). Auf Basis dieser
Ergebnisse wird die Vorplanung erarbeitet und der Politik zur Entscheidung
vorgelegt. Im Rahmen der Vorplanung werden auch die Knotenpunkte
(Rheinufer, Belderberg) detaillierter betrachtet werden.
Anlage/n
1 Anlage 1 Planung Einbahnstraße (öffentlich)
2 Anlage 2 Übersicht Rheingasse Variante 1a (öffentlich)
3 Anlage 3 Übersicht Rheingasse Variante 1b (öffentlich)Seite 4 von 9
Grundsatzfrage: Einbahnstraße
61 Stadtplanungsamt 106.12.2023
 Anvisierte Verkehrsführung
 Einbahnstraße Ri.
BelderbergSeite 5 von 9
Verkehrsbelastung
61 Stadtplanungsamt 206.12.2023Seite 6 von 9
Grundsatzfrage: Einbahnstraße
61 Stadtplanungsamt 3
 Einbahnstraße Ri.
Belderberg
 Verlagerung der Verkehre
auf Am Boeselagerhof und
Brückenumfahrt oder Erste
Fährgasse / Rheinufer
 Entfallende Fahrspur
Richtung Rhein (rote
Pfeile), bietet Potential für
breitere Seitenräume
(Rheingasse und
Belderberg)
 Rechts-vor-Links an der
Ecke Rheingasse / Am
Boeselagerhof
Entfallende Verkehrsströme, voraussichtlich zunehmende Verkehrsströme 06.12.2023Seite 7 von 9
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Datenstand: 03.11.2026, 07:18 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de