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231981-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Der Ausbildungsmarkt des Wirtschaftsraums Bonn/Rhein-Sieg 2023/2024

Nummer
231981-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
05.11.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 15.11.2023 Kenntnisnahme
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  1. 231981 Der Ausbildungsmarkt des Wirtschaftsraums Bonn/Rhein-Sieg 2023/2024

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
231981-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Der Ausbildungsmarkt des Wirtschaftsraums
Bonn/Rhein-Sieg 2023/2024
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
15.11.2023 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Ergänzend zur Mitteilungsvorlage ist der am 02.11.2023 veröffentlichte Bericht
des Ausbildungskonsens als Anlage beigefügt.
Anlage/n
1 Pressemitteilung Ausbildungsbilanz (öffentlich)Seite 1 von 6
Agentur für Arbeit Bonn • Pressestelle
Villemombler Str. 101, 53123 Bonn
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Gemeinsame Pressemitteilung
der Agentur für Arbeit Bonn, der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Kreis-
handwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg und der Handwerkskammer
zu Köln
Nr. 43/2023 – 2. November 2023
Jahresbilanz am Ausbildungsmarkt in Bonn/Rhein-Sieg 2022/2023
Erfreuliches Plus an Ausbildungsverträgen
in der Region Bonn/Rhein-Sieg
Die Agentur für Arbeit Bonn, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-
Sieg, die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg und die Handwerkskam-
mer zu Köln präsentierten in ihrer gemeinsamen Pressekonferenz am Don-
nerstag, den 2. November 2023, eine Bilanz des Berufsberatungsjahres
2022/23 für die Region.
Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit
Bonn, sagt: „Im Berichtsjahr 2022/23 haben wir mit der Berufsberatung an den
allgemeinbildenden Schulen wieder Fuß gefasst. Die erfreuliche Anzahl ab-
geschlossener Ausbildungsverträge lässt darauf schließen, dass sich die jun-
gen Menschen in den Abgangsklassen wieder besser beruflich orientieren
konnten als zu Zeiten der Pandemie. Wir wünschen allen Vertragsparteien,
dass sich die Wahl als die richtige Entscheidung herausstellt."
Der strukturelle Trend auf dem von der Agentur für Arbeit registrierten Ausbil-
dungsmarkt schreitet dennoch weiter fort. Die Zahlen der Bewerbenden aber
insbesondere der gemeldeten Ausbildungsstellen sinken. Mögliche Gründe
hierfür können etwa die geänderten Erwartungen und beruflichen Wünsche
von Schulabsolvent*innen sein oder, dass die Qualifikationen der Bewerben-
den nicht dem Anforderungsprofil der Betriebe entsprechen. Eventuell zieht
sich auch der ein oder andere Betrieb aus der Ausbildung zurück.
Bilanz der Arbeitsagentur Bonn
Gemeldete Ausbildungsstellen und Bewerber*innen
Die Agentur für Arbeit konnte im zurückliegenden Berichtsjahr 4.098 Ausbil-
dungsstellen verzeichnen. Das sind 440 oder 9,7 Prozent weniger als im Vor-
jahr. Die Zahl gemeldeter Bewerberinnen und Bewerber sank ebenfalls zum
Vorjahr um 169 (3,6 Prozent) auf insgesamt 4.502.
Der wachsende Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen und die vergeb-
liche Bewerbersuche sind mit die wichtigsten Gründe für Rückgänge in der
betrieblichen Ausbildungsbeteiligung.Seite 2 von 6
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Der erneute Rückgang der Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Aus-
bildung liegt in der Bundesstadt Bonn im Wesentlichen daran, dass junge
Menschen Alternativen im akademischen Bildungsbereich, beispielsweise
den Besuch einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, suchen. Viele
Jugendliche streben einen höheren Schulabschluss an oder beginnen nach
dem Abitur ein Studium.
Seit Beginn des Beratungsjahres (1. Oktober 2022) sind der Agentur für Arbeit
Bonn die meisten Ausbildungsstellen zu den folgenden Berufsgruppen gemel-
det worden: Arzt- und Praxishilfe (392), Verkauf (ohne Produktionsspezialisie-
rung) (322), Büro und Sekretariat (322), Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt-, Schiff-
bautechnik (321), Verwaltung (210), Energietechnik (193), Klempnerei, Sani-
tär-, Heizungs-, Klimatechnik (182), Softwareentwicklung und Programmie-
rung (142), Informatik (118) , Verkauf Bekleidung, Elektro, KFZ (115), Körper-
pflege (115).
Stefan Krause betrachtet die Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt ins-
gesamt zuversichtlich. „Die Phase der aufwachsenden Gesamtschulen in der
Sekundarstufe 2 haben wir mittlerweile bewältigt. Durch die ausgebauten Be-
ratungsmöglichkeiten in beiden Sekundarstufen filtern die Berufsberater*in-
nen die Ausbildungs- bzw. Studienwege heraus, die den Fähigkeiten und Nei-
gungen der jungen Menschen entsprechen. Denn wir brauchen beides: Den
Nachwuchs in der dualen Ausbildung, wie auch die angehenden Akademi-
ker*innen.“
Der Ausbildungsmarkt des Handwerks entwickelt sich mit 4.103 neu abge-
schlossenen Ausbildungsverträgen im gesamten Kammerbezirk (Stand 30.
September 2023) ausgesprochen erfreulich.
Hierzu sagt Roberto Lepore, Abteilungsleiter Berufliche Orientierung /
Karrierewerkstatt der Handwerkskammer zu Köln: „Unsere ausbildenden
Mitgliedsbetriebe haben ein erfolgreiches Ausbildungsjahr hingelegt: Im ge-
samten Kammerbezirk verbuchen wir ein Plus von 7 Prozent neu abgeschlos-
sener Ausbildungsverträge. Dabei bestätigen der Rhein-Sieg-Kreis mit einem
Plus von 18,2 Prozent und Bonn mit einem Plus von 7,3 Prozent an Neuver-
trägen - im Vergleich zu 2022 - den allgemeinen Trend. Wir sind überwältigt
vom Interesse junger Menschen an einer dualen Berufsausbildung im Hand-
werk als auch vom ungebrochenen Ausbildungsengagement unserer Hand-
werksbetriebe und freuen uns, dass unsere umfangreichen Recruitingmaß-
nahmen Früchte tragen.“
„Erwartbar positiv entwickelt sich das regionale Handwerk in Metall- und Elekt-
roberufen – mit einem Plus von 28,8 Prozent im Rhein-Sieg-Kreis und einem
Plus von 25,6 Prozent bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in
Bonn. Wir stellen fest, dass die Nachfrage von Fachkräften in den Berufen,
die unmittelbar im Zusammenhang mit der Energiewende stehen, weiterhinSeite 3 von 6
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enormen Bedarf haben. Zulegen konnte auch der Kaufmännische Bereich mit
einer positiven Trendentwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Weniger Nach-
frage als noch im Vorjahr erfahren die Bau- und Ausbauberufe, was auf die
durchwachsene Entwicklung im Baugewerbe und den Rückgang der Aufträge
im Hochbau zurückzuführen ist. Obwohl uns im Handwerk immer noch in fast
allen Gewerken Fachkräfte fehlen, blicken wir mit großer Zuversicht in das
nächste Ausbildungsjahr 2024, mit dem Ziel, mehr junge Menschen beruflich
zu orientieren und ihre Berufswahlkompetenz zu schärfen. Das gelingt am
Übergang Schule-Beruf im Zusammenspiel mit allen am Ausbildungsmarkt
beteiligten Akteuren erfahrungsgemäß sehr gut.“ sagt Oliver Krämer, Haupt-
geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg.
„Mit 2.517 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen zum 30. September 2023
hat die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg 28 oder 1,1 Prozent
mehr Ausbildungsverträge eingetragen als im Vorjahr (2022: 2.489 Verträge).
Das ist ein Silberstreifen am Horizont, und es ist dringend notwendig, dass
künftig mehr Betriebe und Bewerber zueinander finden.
Die diesjährige Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handels-
kammer (DIHK) zeigt, dass nahezu die Hälfte der Betriebe keine geeigneten
Kandidaten für ihre Ausbildungsplätze findet. Bei über 30.000 Betrieben kam
sogar nicht eine einzige Bewerbung an“, so Jürgen Hindenberg, Geschäfts-
führer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg.
„Potentielle Auszubildende und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen,
bleibt unsere zentrale Zukunftsaufgabe, der wir uns durch die Ausweitung un-
serer Angebote zur beruflichen Orientierung auch 2024 wieder mit großem
Engagement widmen. Denn die Chancen für junge Menschen im Handwerk
waren nie besser als heute, es existieren vielfältige sinnstiftende und zu-
kunftsrelevante Berufe und Tätigkeiten sowie Chancen der Verwirklichung, in
denen man so viel bewegen und mitgestalten kann.“
Der Einstieg in die duale Berufsausbildung ist jederzeit möglich. Betriebe und
Bewerber*innen sind aufgerufen, das Beratungsangebot der Handwerkskam-
mer zu Köln zu nutzen. Das Team der Karrierewerkstatt hilft gerne weiter:
Telefonisch unter 0221 2022 144 oder per E-Mail: karrierewerkstatt@hwk-
koeln.de“ sagt Roberto Lepore, Abteilungsleiter Berufliche Orientierung /
Karrierewerkstatt der Handelskammer zu Köln.
Offene Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerber
Die Bilanz am Ende des Beratungsjahres zeigt, dass auf 172 unversorgte Be-
werber 393 offene Stellen kommen. Das bedeutet eine Relation von 1 unver-
sorgten Bewerber zu 2,3 unbesetzten Stellen. Zum Vorjahr fiel die Anzahl der
unversorgten Bewerber um 12,2 Prozent, dagegen stieg die Anzahl der unbe-
setzten Ausbildungsstellen um 24,8 Prozent. „Trotz der erfreulichen Entwick-
lung der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zeigt die gewachsene Anzahl
an unbesetzten Ausbildungsstellen, dass wir den Bedarf der Betriebe anSeite 4 von 6
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Nachwuchskräften noch lange nicht gedeckt haben. Hier muss es auch in Zu-
kunft unser gemeinsames Ziel sein, dem Ausgleich am Ausbildungsmarkt
möglichst nah zu kommen.", so Stefan Krause.
„Es ist weiterhin unser Ziel Jugendliche sowie deren Eltern mit guter Beratung
auf dem Weg zur erfolgreichen Berufswahl zur Seite zu stehen. Hierfür wer-
den wir unsere Aktivitäten nochmals verstärken und mehr Beratung und Infor-
mationsangebote anbieten,“ so Ralf Steinhauer, Leiter der Berufsberatung.
In Hinblick auf die Kammerbilanzen sind folgende Ergebnisse zu nennen:
Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg
Jürgen Hindenberg sagt: „Ein Mangel an Auszubildenden heute signalisiert
einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften morgen. 2021 hatten 38 Prozent
der 25- bis 34-Jährigen einen Berufsabschluss, 2015 waren es noch 51 Pro-
zent. Aus Sicht der IHK Bonn/Rhein-Sieg kann nur eine gute Berufsorientie-
rung dafür sorgen, dass dieser Abwärtstrend gestoppt wird, indem sich mehr
Schulabgänger für eine Berufsausbildung entscheiden. Deshalb beteiligt sich
die IHK an der neuen bundesweiten IHK-Ausbildungskampagne. Unter dem
Motto „Jetzt #könnenlernen – Ausbildung macht mehr aus uns“ wirbt die Kam-
pagne für ein positives Image der Ausbildung bei jungen Menschen. Betriebe
können die Kampagne als Plattform nutzen, um für sich zu werben.
Weitere Unterstützung im „Kampf“ um Auszubildende und qualifizierte Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter bietet die IHK mit ihren Projekten Passgenaue Be-
setzung, Ausbildungsbotschafter an Schulen oder Willkommenslotsen für Ge-
flüchtete an. Neu im Portfolio ist auch die IHK-Fachkräfteberatung für Unter-
nehmen".
Die Ausbildungsmarktpartner lassen nichts unversucht, im neuen Ausbil-
dungsjahr möglichst vielen Jugendlichen eine passende Ausbildung anzubie-
ten.
Vom 11. bis 15. März 2024 findet die bundesweite 'Woche der Ausbil-
dung' statt.
Für Fragen und Anliegen rund um die Berufswahl steht die Berufsberatung telefo-
nisch oder per E-Mail zur Verfügung.
Bonn Hotline: 0228 924 8000,
E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Siegburg Hotline: 02241 300 800,
E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen können ihre Ausbildungsstellen telefo-
nisch unter 0800 / 4-5555-20 melden.Seite 5 von 6
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Von rechts:
Roberto Lepore, Abteilungsleiter Berufliche Orientierung / Karrierewerkstatt der Handwerks-
kammer zu Köln; Oliver Krämer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft
Bonn/Rhein-Sieg; Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit
Bonn; Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK
Bonn/Rhein-Sieg; Ralf Steinhauer, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn.
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Datenstand: 03.11.2026, 11:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de