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231869 · Mitteilungsvorlage

Errichtung einer Dreifachsporthalle für den Handballsport im Stadtbezirk Beuel

Nummer
231869
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
02.11.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Sportausschusses 23.11.2023 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 06.12.2023 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
231869
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt
Dezernat:
Dez. IV
Errichtung einer Dreifachsporthalle für den
Handballsport im Stadtbezirk Beuel
Beratungsfolge
Sportausschuss 23.11.2023 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Beuel 06.12.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Sachverhalt und bisherige Beschlüsse
Die in Beuel beheimatete Turn- und Sportvereinigung Bonn rechtsrheinisch
1897/1907 e.V. (TSV Bonn rrh.) benötigt für die seit Jahren wachsenden
Bedarfe der Handballabteilung die Kapazitäten einer Dreifachhalle mit Tribüne.
Die Verwaltung hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass der Verein zu
den erfolgreichsten Handballvereinen in der Region gehört und 30
Mannschaften mit rund 500 Aktiven im Spielbetrieb hat. In der bisherigen
Heimstätte, der sanierungsbedürftigen Turnhalle Ringstraße, kann nur aufgrund
einer Sondergenehmigung des Deutschen Handballbundes gespielt werden.
Das Spielfeld entspricht nicht den offiziellen Handballregeln und darf deshalb
nicht in allen Ligen bespielt werden. Zudem ist die Sporthalle nicht geeignet, bei
der vorhandenen Kapazität von 120 Personen ausreichend Zuschauer*innen
und Spieler*innen aufzunehmen. Außerdem behindern die Säulen auf der
Zuschauertribüne die Sicht auf das gesamte Spielfeld von nahezu jedem Platz.
Um die Bedarfe des Handballsports und insbesondere der leistungsorientierten
Nachwuchsmannschaften zu decken, ist aus Sicht der Sportverwaltung eine
Dreifachsporthalle mit einer Tribüne für mindestens 500 Zuschauer*innen
erforderlich. Die Errichtung einer solchen Halle ist auch in dem im Jahr 2019
vorgestellten Gutachten zur Sportentwicklung als eine konkrete Maßnahme
vorgeschlagen (7.1.2, Seite 143 des Gutachtens).
Im August 2020 haben die politischen Gremien deshalb den nachfolgenden
Beschluss gefasst (DS 201195):
1. Zur Deckung der gegenwärtigen Bedarfe des Handballsports in Beuel
und als Grundlage für die Entwicklung von weiteren sportlichen Perspektiven
soll eine neue Sporthalle mit Tribüne für mindestens 500 Zuschauer*innen
errichtet werden.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die in Betracht kommenden Standorte
am Franz-Elbern-Stadion und der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bonn-Beuel
zu prüfen, die Machbarkeit zu untersuchen und die Kosten zu ermitteln. DabeiSeite 1 von 53
Seite 2
sind die künftigen Nutzer*innen der zu prüfenden Varianten zu beteiligen.
3. Die erforderlichen Mittel für die Machbarkeitsstudie werden über den
Wirtschaftsplan des SGB bereitgestellt.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, für die neu zu errichtende Halle ein
Finanzierungs- und Betreiberkonzept zu entwickeln.
Geprüfte Standorte
Als mögliche Standorte hat die Verwaltung mehrere Alternativen geprüft. Alle
Standorte weisen gewisse Schwierigkeiten auf, die im Nachfolgenden
beschrieben werden. Die Verwaltung hatte hierüber zuletzt in einer
Stellungnahme zu einer Großen Anfrage berichtet (DS 230400-01).
Tennenplatz an der IGS Beuel
Der Tennenplatz an der IGS Beuel wird nach der Inbetriebnahme des
angrenzenden Kunstrasenplatzes im Jahr 2018 nicht mehr regelmäßig genutzt.
Das Gelände könnte deshalb grundsätzlich für eine Dreifachsporthalle zur
Verfügung gestellt werden. Der Tennenplatz befindet sich in einer
überbaubaren Grundstücksfläche und könnte demnach bebaut werden.
Allerdings bestehen Erweiterungsbedarfe für die IGS Beuel und deshalb hatte
das Schulamt darauf hingewiesen, dass das Gelände als Grundstücksfläche für
die anstehende Grundsanierung der IGS Beuel benötigt wird. Dort sollen
Containerklassen aufgestellt werden.
Fläche in Nachbarschaft zur IGS Beuel
Eine weitere mögliche Fläche befindet sich in Nachbarschaft zur IGS Beuel im
Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplanes Nr. 8024-14
„Wissenschaftspark“ vom 16.10.2002, der hier ein Mischgebiet ausweist.
Diese Fläche ist Teil der vom Rat beschlossenen städtebaulichen
Entwicklungsmaßnahme WTP I und unterliegt somit den dort definierten
Zielsetzungen für eine wohnbauliche und gewerbliche Nutzung für den
Geltungsbereich der Maßnahme. Die Errichtung einer Sporthalle von
gesamtbezirklicher oder gar überbezirklicher Bedeutung gehört nicht zu den
Zielen der Entwicklungsmaßnahme. Da nur wenige gewerblich nutzbare
Flächen im Stadtgebiet zur Verfügung stehen, hält die Verwaltung an dem Ziel
fest, dieses Areal für gewerbliche Nutzungen zu entwickeln. Zudem sind in die
Maßnahme Fördermittel des Landes geflossen, so dass für eine Änderung der
Entwicklungsziele eine Zustimmung des Fördergebers eingeholt werden
müsste.
Gartenflächen an der Limpericher Str.
An der Limpericher Straße befinden sich südlich eines Tennisplatzes
Gartenflächen, die im städtischen Eigentum stehen. Die Größe und der
Zuschnitt dieser Flächen wären für eine Dreifachsporthalle gerade ausreichend.
Allerdings verläuft unterhalb des Grundstücks der Hauptsammelkanal, der nach
Angaben des Tiefbauamtes nicht überbaut werden darf. Durch die Dimension
der Halle und den Verlauf des Kanals über das Baufeld gibt es keine
Möglichkeit diese Auflage einzuhalten. Außerdem stehen keine Kapazitäten für
die notwendigen Parkflächen zur Verfügung.
Stadion Beuel (Franz-Elbern-Stadion)
Dieser Standort wird von dem Verein aufgrund der zentralen Lage im
Stadtbezirk bevorzugt.Seite 2 von 53
Seite 3
Die neue Halle könnte angrenzend an das Naturrasenspielfeld entstehen. Das
Stadion Beuel könnte somit zu einem multifunktional nutzbaren Sportpark
entwickelt werden. Der Standort auf dem Gelände des Franz-Elbern-Stadions
liegt im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplanes Nr. 7922-16 vom
01.02.1980 „Limpericher Straße“, der hier Sportanlagen ausweist.
In dem Bebauungsplan ist die Zulässigkeit von Hochbauten in der Sportanlage
auf den Bereich der Erwin-Kranz-Halle beschränkt. Der Bebauungsplan müsste
also geändert werden.
Das Stadiongelände befindet sich allerdings im Altarm des Rheins. Dort besteht
zwar kein gesetzlich festgesetztes Überschwemmungsgebiet. Dennoch ist bei
Extremereignissen davon auszugehen, dass das Wasser im Stadion selbst auf
Höhen von 2-4 m und im Altarm zwischen Rilkestr. und Limpericher Str. um
mehr als 4 Meter aufsteigen kann.
Die Verwaltung hat deshalb prüfen lassen, ob an diesem Standort eine
Sporthallen-Bebauung realisiert werden kann oder ob diese aufgrund der
besonderen Hochwassersituation gänzlich auszuschließen ist.
Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine Bebauung im Stadion Beuel
Das Ergebnis der von der Verwaltung in Auftrag gegebenen
Machbarkeitsstudie liegt nunmehr vor. Es ist im Anhang beigefügt.
Das Stadion liegt im überschwemmungsgefährdeten Gebiet des Rheins. Zum
Schutz vor Überflutungen durch Starkregenereignisse und unter
Berücksichtigung des Versagensfalls der Hochwasserschutzeinrichtungen bei
einem HQ100 (hundertjährliches Hochwasserereignis) des Rheins wurden die
drei nachfolgenden Varianten betrachtet:
Variante 1:
Hierbei würde die gesamte Konstruktion der geplanten Dreifach-Sporthalle auf
Stützen aus Stahlbeton aufgeständert. Zur Vermeidung von Wassereintritt
würden die Stützen bis zur Geländeoberkante des nördlich angrenzenden
Fußballfelds reichen und somit eine Höhe von rund 3,20 m überbrücken. Der
Raum unterhalb der Aufständerung stünde weiterhin als Retentionsraum zur
Verfügung. Das Gebäude würde aus nördlicher Richtung erschlossen werden,
wobei zur Vermeidung der Überflutung des Gebäudes aus dieser Richtung, die
Gebäudewand entsprechend abzudichten oder eine Schwelle von 0,3 m Höhe
entlang der Gebäudewand vorzusehen wäre.
Die Mehrkosten für den Hochwasserschutz dieser Variante würden sich auf
940.000 bis 1.280.000 € brutto belaufen (zuzüglich Baukosten).
Variante 2:
Bei dieser Variante würde die Dreifach-Sporthalle, welche ggf. zweistöckig
gebaut werden könnte, auf einer Erdaufschüttung von ca.0,6 m Höhe errichtet
werden. Der Standort entspricht dem der ersten Variante. Die Aufschüttung
müsste im südlichen Bereich teilweise abgeböscht werden, um an das
vorhandene Geländeniveau anschließen zu können. Durch die Nutzung der
Fläche unterhalb der Halle würde der bisherige Retentionsraum allerdingsSeite 3 von 53
Seite 4
verloren gehen. Hierzu müssten weitere Prüfungen zu den Auswirkungen
dieses Umstandes, auch für das angrenzende Fußballfeld, erfolgen. Zudem
müsste auch diese Gebäudevariante vor Überflutungen aus nördlicher Richtung
geschützt werden, so dass die Eingänge durch Treppen oder Rampen zu
erschließen wären und die betreffende Gebäudewand eine Abdichtung oder
Schwelle erhielte.
Bei dieser Variante würde es schätzungsweise zu Mehrkosten für den
Hochwasserschutz in Höhe von 240.000 – 320.000 € brutto kommen (zuzüglich
Baukosten).
Die beiden o.g. Varianten würden die Lage des bestehenden
Kunstrasenplatzes nicht beeinflussen und somit einen zusätzlichen
Sportbereich bieten, ohne gleichzeitig bestehende Flächen zu beeinträchtigen.
In beiden Varianten ließe sich zudem ggf. eine zusätzliche Fläche für die
bestehenden Umkleidekabinen des Stadions unterbringen, welche aktuell
dringend einer Sanierung bedürfen.
Variante 3:
Hier läge die Halle im höher gelegenen Bereich nördlich der Stadionsenke, auf
der sich aktuell der Kunstrasenplatz befindet, sodass dieser nicht mehr zur
Nutzung zur Verfügung stehen würde. Dieser Bereich wäre in einem viel
geringeren Umfang von Überflutungen betroffen (bis zu 10 cm Wassertiefe bei
Starkregen) und würde daher nur geringe Schutzmaßnahmen erfordern. Dafür
müsste jedoch eine neue Gestaltung der umliegenden Sportanlagen inkl.
Verlegung des Kunstrasens erfolgen, da die Anordnung des Fußballfelds
unmittelbar neben der Sporthalle aus Platzgründen nicht mehr möglich wäre.
Die Mehrkosten für den Hochwasserschutz dieser Variante 3 würden sich auf
30.000 – 39.000 € brutto belaufen (zuzüglich Baukosten). Wobei zusätzlich
hierzu noch die Mehrkosten für die Umsiedlung des Kunstrasenspielfeldes zu
bedenken wären.
Die Variante 3 scheidet aus Sicht der Sportverwaltung aus, da hierdurch ein
Kunstrasenplatz entfallen würde und eine Kompensationsmöglichkeit nicht zur
Verfügung steht.
Die Fachverwaltung favorisiert deshalb die Varianten 1 und 2.
Neuere Entwicklungen
Vor einer Realisierung einer der bevorzugten Varianten 1 oder 2
(Aufständerung oder Aufschüttung) wäre die Änderung des Bebauungsplanes
erforderlich. Für das Änderungsverfahren wären mehrere Jahre vorzusehen.
Im Hinblick auf die lange Verfahrensdauer und die anfallenden Mehrkosten, die
durch die Hochwasserschutzmaßnahmen entstehen, hat die Verwaltung
zwischenzeitlich weitere Standortalternativen eruiert. Auf dem Gelände der
ehemaligen Realschule Beuel soll ein Förderschulzentrum entstehen. Im
Zusammenhang mit der Neuordnung des Geländes soll geprüft werden, ob an
dieser Stelle der Bedarf nach einer Dreifachsporthalle mit Tribüne
berücksichtigt werden kann. Die Verwaltung beabsichtigt, eine
Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.Seite 4 von 53
Seite 5
Die Studie soll klären, ob zusätzlich zu den prioritären und zwingend
erforderlichen schulfachlichen Bedarfen auch die sportfachlichen Bedarfe
Berücksichtigung finden können. Sollte dies nicht der Fall sein, sind andere
Optionen für die in Rede stehende Sporthalle zu finden.
Die Verwaltung schlägt vor, die Ergebnisse dieser Studie abzuwarten, bevor
den politischen Gremien ein finaler Standortvorschlag unterbreitet wird.
Anlage/n
1 Machbarkeitsstudie-3-fach-Turnhalle_Beuel (öffentlich)
2 Kosten_Dreifach_Sporthalle_Beuel (öffentlich)Seite 5 von 53
Dreifach-Sporthalle Bonn Beuel
– Machbarkeitsstudie –
Stand 17.07.2023
Auftraggeber:
Bundesstadt Bonn – Städtisches Gebäudemanagement
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Verfasser:
Sankt-Franziskus-Weg 2
53819 Neunkirchen-Seelscheid
Telefon 02247/9167-0
nk@ibholzem-hartmann.deSeite 6 von 53
Ingenieurbüro Holzem & Hartmann GmbH & Co. KG
Wasserwirtschaft - Tiefbau - Kanalsanierung - Geoinformation - Grundstücksentwässerung - Straßen- und Landschaftsplanung
BoS012 – Machbarkeitsstudie dreifach-Sporthalle Bonn Beuel 2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis .....................................................................................................2
Abbildungsverzeichnis .............................................................................................3
Tabellenverzeichnis ..................................................................................................4
1 Allgemeines und Veranlassung ..................................................................5
2 Lage der geplanten Sporthalle ....................................................................6
3 Grundlagen ...................................................................................................9
4 Analyse der Gefahrensituation ................................................................. 10
4.1 Topographie ................................................................................................. 10
4.2 Entwässerung .............................................................................................. 13
4.3 Auswertung Hochwassergefahrenkarten ..................................................... 13
4.4 Auswertung Starkregengefahrenkarten ........................................................ 18
5 Variantenuntersuchung ............................................................................. 23
5.1 Allgemeines ................................................................................................. 23
5.2 Variante 1 ..................................................................................................... 23
5.3 Variante 2 ..................................................................................................... 24
5.4 Variante 3 ..................................................................................................... 26
5.5 Kostenrahmen .............................................................................................. 28
5.6 Variantenauswertung ................................................................................... 29
5.6.1 Allgemeines ................................................................................................. 29
5.6.2 Hochwassereinwirkung auf das Gebäude .................................................... 30
5.6.3 Sicherung von Gebäudeöffnungen .............................................................. 31
5.6.4 Einfluss auf Rettungswege und Sammelplätze ............................................ 32
5.6.5 Einfluss auf Parkplätze................................................................................. 37
5.6.6 Kosten .......................................................................................................... 41
6 Zusammenfassung und Fazit .................................................................... 42Seite 7 von 53
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BoS012 – Machbarkeitsstudie dreifach-Sporthalle Bonn Beuel 3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Übersichtskarte Bonn ...................................................................................... 7
Abbildung 2: Übersichtskarte Franz-Elbern-Stadion ............................................................. 8
Abbildung 3: Digitales Geländemodell (DGM) Franz-Elbern-Stadion mit geplantem Standort
Dreifach-Sporthalle ........................................................................................ 10
Abbildung 4: DGM Franz-Elbern-Stadion (gesamt) mit geplantem Standort Dreifach-
Sporthalle ...................................................................................................... 11
Abbildung 5: DGM Franz-Elbern-Stadion (gesamt) östlich des früheren Rhein-Altarms .... 12
Abbildung 6: Franz-Elbern-Stadion und umliegende Gewässer.......................................... 13
Abbildung 7: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle bei einem HQ100 ...... 15
Abbildung 8: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle in Bezug auf
festgesetztes Überschwemmungsgebiet des Rheins, Darstellung des
Überschwemmungsgebietes in Blau .............................................................. 16
Abbildung 9: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle im
überschwemmungsgefährdeten Gebiet bei einem HQ100 ............................... 17
Abbildung 10: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle bei einem HQ>500 ..... 18
Abbildung 11: Franz-Elbern-Stadion bei einem 50-jährlichen Starkregenereignis................. 19
Abbildung 12: Franz-Elbern-Stadion bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis............... 20
Abbildung 13: Standort Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem 50- / 100-
jährlichen Starkregenereignis ........................................................................ 21
Abbildung 14: Standort Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem extremen
Starkregenereignis ........................................................................................ 22
Abbildung 15: Aufgeständerte Sporthalle ............................................................................. 24
Abbildung 16: Sporthalle auf Aufschüttung ........................................................................... 25
Abbildung 17: Geänderter Standort Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion................ 27
Abbildung 18: Dreifach-Sporthalle an neuem Standort im Franz-Elbern-Stadion .................. 27
Abbildung 19: Sammelplätze für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
extremen Starkregenereignis ......................................................................... 33
Abbildung 20: Sammelplätze für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei
einem HQ100 .................................................................................................. 34
Abbildung 21: Sammelplätze für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei
einem HQ>500 ................................................................................................. 35
Abbildung 22:Parkflächen für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
extremen Starkregenereignis ......................................................................... 38
Abbildung 23: Parkflächen für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei
einem HQ100 .................................................................................................. 39
Abbildung 24: Parkflächen für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei
einem HQ>500 ................................................................................................. 40Seite 8 von 53
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BoS012 – Machbarkeitsstudie dreifach-Sporthalle Bonn Beuel 4
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Prinzipdarstellung Bewertungsmatrix zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3
...................................................................................................................... 30
Tabelle 2: Bewertungsmatrix für das Kriterium Hochwassereinwirkung auf das Gebäude“
zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3 ......................................................... 31
Tabelle 3: Bewertungsmatrix für die Kriterien „Hochwassereinwirkung auf das Gebäude“
und „Sicherung von Gebäudeöffnungen“ zum Vergleich der Varianten 1, 2 und
3 .................................................................................................................... 32
Tabelle 4: Bewertungsmatrix für die Kriterien „Hochwassereinwirkung auf das Gebäude“,
„Sicherung von Gebäudeöffnungen“ und „Einfluss auf Rettungswege und
Sammelplätze“ zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3 ................................ 37
Tabelle 5: Bewertungsmatrix zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3 ............................ 41Seite 9 von 53
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BoS012 – Machbarkeitsstudie dreifach-Sporthalle Bonn Beuel 5
1 Allgemeines und Veranlassung
Das Städtische Gebäudemanagement der Stadt Bonn (SGB) wurde vom Sport- und
Bäderamt mit der Aufgabe betreut, verschiedene Standorte im Stadtteilgebiet Beuel
für die Eignung als Standort einer neu zu errichtenden Dreifach-Sporthalle mit Zu-
schauertribüne für den Handballsport zu prüfen.
Die hier vorliegenden Unterlagen beinhalten eine Machbarkeitsstudie für die Errich-
tung der Dreifach-Sporthalle für den Standort Bonn Beuel im Franz-Elbern-Stadion.
Für den Standort werden im Rahmen der Machbarkeitsstudie drei bautechnische Vor-
schläge für die Konzeption der Sporthalle vorgestellt. Diese werden hinsichtlich der
Hochwassereinwirkung auf das Gebäude, der Sicherung der Gebäudeöffnungen, der
Auswirkungen auf Rettungswege und Sammelplätze sowie der Beeinflussung von
Stellplätzen untersucht und bewertet. Zudem wird ein Kostenrahmen für die Gegen-
überstellung der drei Vorschläge aufgestellt. Auf Basis der Analyse und Gegenüber-
stellung der drei bautechnischen Vorschläge erfolgt eine Auswertung für eine mögliche
Realisierung des Standortes der Dreifach-Spothalle im Franz-Elbern-Stadion.Seite 10 von 53
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BoS012 – Machbarkeitsstudie dreifach-Sporthalle Bonn Beuel 6
2 Lage der geplanten Sporthalle
Das Untersuchungsgebiet, das Franz-Elbern-Stadion, befindet sich in Nordrhein–
Westfalen, Stadt Bonn, Stadtteil Beuel.
Das Stadion liegt rd. 1,8 km südöstlich vom Bonner Zentrum und 3 km südwestlich von
Sankt Augustin entfernt.
Im Westen ist das Stadion durch die angrenzende Limpericher Straße und die vorhan-
denen Wohnbebauungen begrenzt. Unmittelbar angrenzend an den Standort für die
Halle befindet sich nördlich im Gebiet des Stadions ein Kunstrasenplatz Weiter nörd-
lich des Fußballfeldes und der Stadionanlage liegen weitere Wohnbebauungen.
Östlich befindet sich ein Parkplatz. Auf der gegenüberliegenden Seite der östlich an-
grenzenden Neustraße befindet sich der Betriebshof Beuel der Stadtwerke Bonn.
Südlich grenzen unmittelbar an die geplante Halle die Leichtatlehtikanlage des Franz-
Elbern-Stadions und die Erwin-Kranz-Halle mit weiteren Parkmöglichkeiten an. Auf der
gegenüberliegenden Seite der südlich des Stadions verlaufenden Straße „Auf dem
Grendt“ liegt der Tennisclub „TC Blau-Weiss Bonn Beuel e.V.“
Das Stadion umfasst mit allen Sportanlagen eine Größe von ca. 3,6 ha. Der eigentliche
Standort für die Dreifachsporthalle umfasst davon eine Fläche von 3500 m².Seite 11 von 53
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Abbildung 1: Übersichtskarte BonnSeite 12 von 53
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Abbildung 2: Übersichtskarte Franz-Elbern-StadionSeite 13 von 53
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3 Grundlagen
Grundlage für die Machbarkeitsstudie sind die folgenden Unterlagen:
- Gemeinsamer Ortstermin mit dem Gebäudemanagement der Bundestadt Bonn
am 27.03.2023, Fotos dargestellt in unten eingefügten Abbildungen
- Hochwassergefahrenkarten HQ100, dargestellt in unten eingefügten Abbildun-
gen
- Hochwassergefahrenkarten HQ>500, dargestellt in unten eingefügten Abbildun-
gen
- Starkregengefahrenkarten 50 Jahre, dargestellt in unten eingefügten Abbildun-
gen
- Starkregengefahrenkarten 100 Jahre, dargestellt in unten eingefügten Abbil-
dungen
- Starkregengefahrenkarten extrem, dargestellt in unten eingefügten Abbildun-
gen
- Angaben der Abmessungen für die Sporthalle und für ein angrenzend vorgese-
henes Fußballfeld
- Kanalbestand der Bundesstadt Bonn für die Limpericher Straße
- Digitale Karten des Geodatenportals NRW, dargestellt in unten eingefügten Ab-
bildungen, dargestellt in unten eingefügten Abbildungen
- Kartenmaterial des NRW WMS Dienstes, dargestellt in unten eingefügten Ab-
bildungen
Bei der Bearbeitung wurden die einschlägigen, allgemein anerkannten Regeln der
Technik sowie die amtlichen Bestimmungen berücksichtigt.Seite 14 von 53
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4 Analyse der Gefahrensituation
4.1 Topographie
Das Franz-Elbern-Stadion befindet sich in einer Senke mit einer Höhe, die in Abhän-
gigkeit des genauen Standortes im Stadion, zwischen 51,20 und 51,40 m NHN liegt.
Das Stadion ist beinahe durchgängig von einem Wall bzw. einer Böschung umgeben.
Dessen Höhe variiert in Abhängigkeit von der genauen Lage auf dem Wall bzw. ent-
lang der Böschungsoberkante zwischen 53,30 und 55,90 m NHN.
Abbildung 3: Digitales Geländemodell (DGM) Franz-Elbern-Stadion mit geplantem Standort
Dreifach-Sporthalle
Gemäß Alkis gehören das nördlich an das eigentliche Stadion angrenzende Fußball-
feld und die südlich angrenzende Erwin-Kranz-Halle zu den Sportanlagen des Stadi-
ons. Das Fußballfeld liegt mit einer Höhe von rd. 54,5 m NHN etwa 3 m höher als das
eigentliche Stadion. Auch die Erwin-Kranz-Halle liegt mit einer Höhe von rd. 53,3 m
NHN wesentlich höher als der Stadionbereich, in welchem der Standort für die Sport-
halle liegt.Seite 15 von 53
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Abbildung 4: DGM Franz-Elbern-Stadion (gesamt) mit geplantem Standort Dreifach-Sport-
halle
Wie in der Auswertung der Hochwassergefahrenkarte noch näher erläutert wird, ist im
Zusammenhang mit der Topographie für den Standort außerdem relevant, dass sich
westlich des Stadions eine weitere Senke befindet, die nordwestlich Richtung Rhein
zuläuft und am Rhein endet. Bei dieser Senke handelt es sich um einen früheren Alt-
arm des Rheins. Die Senke läuft parallel zum Stadion und umfasst in erster Linie dieSeite 16 von 53
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Wohnbebauungen an der Limpericher Straße. Weiter nordwestlich betrifft sie die
Wohnbebauungen der in diesem Bereich von Beuel vorhandenen Straßen.
Abbildung 5: DGM Franz-Elbern-Stadion (gesamt) östlich des früheren Rhein-AltarmsSeite 17 von 53
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4.2 Entwässerung
Seitens des städtischen Gebäudemanagements wurde der Kanalbestand für die Lim-
pericher Straße zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich um vier Mischwasser-
Haltungen, die parallel zum Untersuchungsgebiet in der Limpericher Straße verlaufen.
Anschlüsse der Entwässerung des Franz-Elbern-Stadions (Schmutz- und Regenwas-
ser) sind nicht eingetragen. Für die vorliegende Studie liefert der Bestand keine Hin-
weise auf möglichen Rückstau, der sich im Hochwasser- oder Starkregenfall auf den
Untersuchungsstandort auswirkt.
4.3 Auswertung Hochwassergefahrenkarten
Das Stadion liegt rd. 850 m östlich vom Rhein. Es liegt zudem rd. 2,3 km südlich vom
Vilicher Bach und rd. 2,5 km nördlich vom Ankerbach.
Abbildung 6: Franz-Elbern-Stadion und umliegende GewässerSeite 18 von 53
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Beide Bäche münden in den Rhein und gehören somit zum Einzugsgebiet des Rheins.
In den in Abbildung 4: DGM Franz-Elbern-Stadion (gesamt) mit geplantem Standort
Dreifach-Sporthalle dargestellten magentafarbenen Abschnitten der Gewässer sind
diese verrohrt. Da die Gewässer teilweise unterirdisch Richtung Rhein fließen und auf-
grund der unmittelbaren Nähe zum Rhein wird ausschließlich die Hochwassergefahr
für den Standort im Franz-Elbern-Stadion untersucht, die von einem Hochwasser des
Rheins ausgeht.
Für die Auswertung werden die Hochwassergefahrenkarten für ein hundertjährliches
Hochwasserereignis des Rheins (HQ100) herangezogen. Ein HQ100 ist für Bauen in
Überschwemmungsgebieten gemäß §76 ff WHG relevant. Im Folgenden wird ausge-
wertet, inwiefern dies für den Standort der Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Sta-
dion von Bedeutung ist
Die Besonderheit des Standortes besteht wie oben erwähnt darin, dass er unmittelbar
an einen Altarm des Rheines angrenzt. Das Stadion liegt also in einem Bereich, in dem
sich der Rhein bei Hochwasser grundsätzlich sein altes, überbautes Gewässerbett
sucht.
Bei der Ermittlung der Überschwemmungsgebiete in den Hochwassergefahrenkarten
wurden allerdings die Schutzeinrichtungen entlang des Rheins berücksichtigt. In der
folgenden Darstellung sind die Absperrbauwerke für den Hochwasserschutz als
schwarz gestrichelte Linie dargestellt.Seite 19 von 53
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Abbildung 7: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle bei einem HQ100
Wie zu erkennen ist, verhindern die Schutzeinrichtungen, dass sich der Rhein bei ei-
nem HQ100 sein altes Gewässerbett sucht. Das heißt, dass es nur ohne Schutzeinrich-
tungen zu einer Ausuferung des Gewässers kommt. Dieser nur im Versagensfall rele-
vante Ausuferungsbereich ist als überschwemmungsgefährdetes Gebiet in den gelb
bis rotfarbenen Farbtönen dargestellt (siehe Legende zur Abbildung).
Dies hat zur Folge, dass der Standort für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Sta-
dion im überschwemmungsgefährdeten Gebiet liegt, nicht aber im tatsächlichen Über-
schwemmungsgebiet.Seite 20 von 53
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Abbildung 8: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle in Bezug auf festgesetz-
tes Überschwemmungsgebiet des Rheins, Darstellung des Überschwemmungs-
gebietes in Blau
Sollten die Absperrbauwerke entlang des Rheins versagen, ergäbe sich für die Sport-
halle eine theoretische Überschwemmungstiefe von etwa 2,50 m.Seite 21 von 53
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Abbildung 9: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle im überschwemmungs-
gefährdeten Gebiet bei einem HQ100
Wie erwähnt, befindet sich das Stadion genaugenommen neben dem früheren Altarm
des Rheines. Der Zufluss des Wassers bei einer Überschwemmung nach Versagen
der Absperrbauwerke würde über die Zufahrt zum Stadion aus der Limpericher Straße,
also aus westlicher Richtung, erfolgen (siehe blauer Pfeil in Abbildung 9: Franz-El-
bern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle im überschwemmungsgefährdeten Ge-
biet bei einem HQ100.).
Wie unter dem Punkt „Topographie“ dargestellt, liegt der Grund hierfür in der geringe-
ren Höhe NHN der Zuwegung in das Stadion im Vergleich zum umliegenden Wall bzw.
der Böschung. Aufgrund seiner Lage in einer Senke würde das Stadion bei einem Ver-
sagen der Absperrbauwerke volllaufen und somit, wie der Altarm selbst auch, als Re-
tentionsraum für das Hochwasser zur Verfügung stehen.Seite 22 von 53
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Um die Hochwassergefährdungssituation für den Standort zu vervollständigen sei er-
gänzt, dass das der Standort bei einem noch selteneren Hochwasser des Rheins
(HQ500 und größer) nicht mehr durch die Absperrbauwerke geschützt wäre und damit
überschwemmt würde. Es ist daher für diesen Fall im Überschwemmungsgebiet er-
fasst.
Abbildung 10: Franz-Elbern-Stadion und Standort Dreifach-Sporthalle bei einem HQ>500
4.4 Auswertung Starkregengefahrenkarten
Für die Auswertung der Starkregengefahrenkarten wurden seitens des städtischen
Gebäudemanagements Starkregengefahrenkarten im PDF-Format für einen 50-jährli-
chen Starkregen, für einen 100-jährlichen Starkregen und einen extremen Starkregen
zur Verfügung gestellt.
Wie die Auswertung der Karten zeigt, ergeben sich für den Standort im Franz-Elbern-
Stadion bei einem 50- und bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis Überschwem-
mungen des gleichen Ausmaßes im Stadion. Die höchsten Wasserstände stellen sichSeite 23 von 53
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in den am tiefsten gelegenen Höhenbereichen gemäß DGM ein. Wie in der Abbildung
Digitales Geländemodell (DGM) Franz-Elbern-Stadion mit geplantem Standort Drei-
fach-Sporthalle zu sehen ist, liegen diese parallel zur Neustraße und parallel zur Lim-
pericher Straße. Dementsprechend stellen sich zwei Wasserflächen östlich und west-
lich im Stadion ein.
Abbildung 11: Franz-Elbern-Stadion bei einem 50-jährlichen Starkregenereignis
Die Wassertiefe des östlichen Überschwemmungsbereiches liegt zwischen 0,1 und
0,3 m. Die Wassertiefe des westlichen Überschwemmungsbereiches liegt am Tief-
punkt des Geländes bei über 0,5 m und in ihrer weiteren Ausdehnung zwischen 0,1
und 0,3 m. Zwischen den beiden Überschwemmungsbereichen steht das Wasser bis
zu einer Tiefe von bis zu 0,1 m.Seite 24 von 53
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Abbildung 12: Franz-Elbern-Stadion bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis
Wie zu sehen, ist der Standort für die Dreifach-Sporthalle im Stadion für beide Jähr-
lichkeiten von den sich daraus ergebenden Wasserständen betroffen. Dies gilt insbe-
sondere für den südwestlichen Gebäudeteil, der durch die Überschwemmung parallel
zur Limpericher Straße betroffen ist. Er liegt im Überschwemmungsbereich mit einer
Wassertiefe von 0,1-0,3 m. Auch nördlich des Gebäudes grenzt die in den Karten dar-
gestellte Überschwemmungsfläche von 0,1-0,3m Tiefe unmittelbar an das Gebäude
an. Der restliche Gebäudeteil ist von einer Wassertiefe kleiner 0,1 m betroffen:Seite 25 von 53
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Abbildung 13: Standort Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem 50- / 100-jähr-
lichen Starkregenereignis
Die Lage in einer Senke, in der sich das Wasser bei einem Niederschlagsereignis
sammeln kann, ermöglicht großflächigere und tiefere Überschwemmungen bei einem
extremen Starkregenereignis. Dies betrifft die Ausdehnung des Wasser Richtung Os-
ten, aus der Überschwemmungsfläche parallel zur Limpericher Straße. Hier werden
stellenweise Wassertiefen zwischen 0,3 und 0,5 m erreicht.
Darüber hinaus wird das extreme Starkregenereignis auch für die südöstliche Gebäu-
dekontur in größerer Intensität relevant, da sich auch die Überschwemmungsfläche
parallel zur Neustraße soweit ausweitet, dass das Wasser die Sporthalle mit einer
Wassertiefe von 0,1-0,3 m erreicht.Seite 26 von 53
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Weiterhin ist die laut PDF-Karten nahezu identisch gebliebene Wasserausdehnung
nördlich der Sporthalle für die nördliche Gebäudekontur relevant.
Abbildung 14: Standort Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem extremen
Starkregenereignis
Wie die Auswertung der Starkregengefahrenkarten zeigt, ist der Standort bereits von
einem 50-jährlichen Starkregenereignis betroffen. Das Gebäude liegt in diesem Fall in
Überschwemmungsbereichen mit bis zu 0,3 m Wassertiefe. Bei einem extremen Stark-
regenereignis dehnt sich das Überschwemmungsgebiet aus. Zusätzlich vergrößert
sich die Wassertiefe im Bereich des Gebäudes auf bis zu 0,5 m.
Zur Vermeidung von Überflutungen der Dreifach-Sporthalle werden im Folgenden drei
bautechnische Konzeptionen skizziert.Seite 27 von 53
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5 Variantenuntersuchung
5.1 Allgemeines
Wie die Analyse der Gefahrenkarten gezeigt hat, ist für die vorliegende Machbarkeits-
studie vor allem die Starkregengefahr relevant. Die folgenden bautechnischen Vor-
schläge beruhen daher zum einen auf den Wasserständen, die sich durch Starkrege-
nereignisse am Standort für die Dreifach-Sporthalle einstellen. Da sich bei einem ext-
remen Starkregenereignis die höchsten Wasserstände einstellen, werden die Tiefen,
die sich bei einem extremen Starkregenereignis einstellen, als maßgeblich zu Grunde
gelegt.
In Bezug auf die Wasserstände, die sich im Hochwasserfall durch den Rhein einstel-
len, werden zur Optimierung die Wasserstände eines HQ100 berücksichtigt, die sich bei
einem Versagen der technischen Hochwasserschutzeinrichtungen für den Standort er-
geben würden. Da der Standort lediglich im überschwemmungsgefährdeten Gebiet
liegt, sind die Optimierungsvorschläge aus rechtlicher Sicht als fakultativ zu bewerten.
Um das Bild zu vervollständigen, wird bei der Gegenüberstellung der Varianten auch
die Überschwemmungsfläche dargestellt, die sich bei einem HQ>500 einstellt. Auch
hierdurch ergibt sich keine rechtliche Relevanz aus der Machbarkeitsstudie.
Da über eventuell drückendes Grundwasser im Hochwasserfall für den Standort keine
Grundlagen zur Verfügung stehen, ist eine Untersuchung zur Sicherung gegen mögli-
chen Auftrieb und gegen Wasser, das aus dem Erdreich gegen das Gebäude drücken
kann, ggf. in einer separaten Untersuchung zu analysieren.
5.2 Variante 1
Gemäß bautechnischer Konzeption, die im Folgenden als Variante 1 bezeichnet wird,
wird die Dreifach-Sporthalle auf Stützen aus Stahlbeton aufgeständert. Zur Vermei-
dung von Wassereintritt reichen die Stützen bis auf GOK im Bereich des nördlich an-
grenzenden Fußballfelds. Die Stützen überbrücken dafür eine Höhe von rund 3,20 m.
Der Raum unterhalb der Aufständerung steht dem Wasser im Hochwasser- und Stark-
regenfall weiterhin als Retentionsraum zur Verfügung. Dies bedeutet, dass sich durch
die bautechnische Konzeption keine Änderungen der Wasserstände in dem als Senke
wirkenden Franz-Elbern-Stadion einstellen.Seite 28 von 53
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Abbildung 15: Aufgeständerte Sporthalle
Das Gebäude wird ebenerdig aus nördlicher Richtung durch Eingänge erschlossen.
Zwei Fluchtwege für den Brandfall führen auf der aufgeständerten Seite des Gebäudes
aus der Halle in das Franz-Elbern-Stadion.
Bei der Entscheidung, ob der Raum unterhalb des Gebäudes noch Nutzungen zuge-
führt werden soll, sollte bedacht werden, dass im Starkregenfall im Vergleich zu einem
Hochwasserereignis des Rheins mit einer so schnell eintretenden Überflutung gerech-
net werden muss, dass die Fläche nicht rechtzeitig evakuiert werden kann. Für die hier
vorgeschlagene Variante wird angenommen, dass eine Nutzung und Sicherung der
Fläche vorgesehen ist.
Wie die Auswertung der Starkregengefahrenkarte gezeigt hat, ist die Dreifach-Sport-
halle auch durch Wasser gefährdet, welches nördlich des Gebäudes, d.h. auf dem
gegenwärtig höher gelegenen Fußballfeld anfällt. Zur Vermeidung der Überflutung des
Gebäudes aus dieser Richtung ist die Gebäudewand entsprechend abzudichten oder
eine Schwelle von 0,3 m Höhe entlang der Gebäudewand vorzusehen. Alternativ kann
die Aufständerung um 0,3 m erhöht werden. Die Zugänge zum Gebäude wären in die-
sem Fall allerdings nicht mehr ebenerdig, sondern angerampt oder über eine Treppe
erschlossen.
5.3 Variante 2
Gemäß bautechnischer Konzeption, die im Folgenden als Variante 2 bezeichnet wird,
wird die Dreifach-Sporthalle auf einer Erdaufschüttung errichtet. Zur Vermeidung von
Wassereintritt wird die Aufschüttung über eine Höhe von rund 0,6 m aufgebracht. DieSeite 29 von 53
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Aufschüttung muss weiter südlich der Sporthalle angeböscht werden, um an das vor-
handene Geländeniveau anzuschließen. Für die Variante wäre daher in der weiteren
Planung zu prüfen, welche Auswirkungen auf die Anordnung des unmittelbar südlich
angrenzenden Fußballfelds bestehen.
Abbildung 16: Sporthalle auf Aufschüttung
Da durch die Aufschüttung Retentionsraum für das Wasser verlorengeht, wäre für
diese Variante im weiteren Planungsverlauf außerdem zu prüfen, wie tief sich das
Wasser in der in ihren Abmessungen verringerten Stadion-Senke staut und in welchem
Ausmaß der Effekt durch wasserrückhaltende Maßnahme wie etwa eine Dachbegrü-
nung wieder abgemindert werden kann.
Für den Fall, dass die Wassertiefe durch die Volumenverringerung der Senke trotz
rückhaltender Maßnahmen soweit steigt, dass die Sporthalle von Überflutung betroffen
bleibt, wäre zu überlegen, über welche Wege das Wasser aus dem Stadion geleitet
werden kann und wohin es geleitet werden kann.
Da das Gebäude gemäß dieser Variante auf einer geringen Höhe NHN im Vergleich
zu Variante 1 sitzt, wäre es möglich, die Sporthalle doppelgeschossig zu bauen (siehe
Abbildung „Sporthalle auf Aufschüttung “).
Die Eingänge werden durch Treppen und / oder Rampen erschlossen. Bei Einsatz
einer Rampe wäre zu prüfen, welche Auswirkungen sich auf das Fußballfeld ergeben,
das südlich der Dreifach-Sporthalle vorgesehen ist.Seite 30 von 53
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Sofern das Gebäude bei Umsetzung von Variante 2 vor Überflutung geschützt wird,
sind auch für diese Variante Eingänge durch Treppen und / oder Rampen zu erschlie-
ßen. Zudem wäre auch für Variante 2 der Schutz der nördlichen Gebäudewand durch
Abdichtung bzw. durch eine Schwelle notwendig.
Zum Schutz des Gebäudes vor einer Überflutung, die eintreten würde, wenn die Hoch-
wasseranlagen entlang des Rheins bei einem HQ100 versagen, wird für Variante 2 vor-
geschlagen, die Zuwegung durch den Wall auf das Gelände von der Limpericher
Straße zu verschließen. Wie unter dem Punkt zur Auswertung Hochwassergefahren-
karten beschrieben, fließt das Wasser des Rheins an diesem offenen Tiefpunkt in das
Stadion und steigt bei weiterem Zufluss in dem als Senke wirkenden Stadion bis dieses
vollständig überflutet ist.
5.4 Variante 3
Gemäß bautechnischer Konzeption, die im Folgenden als Variante 3 bezeichnet wird,
wird der Standort der Dreifach-Sporthalle innerhalb des Franz-Elbern-Stadions verla-
gert.
Die Sporthalle liegt gemäß Variante 3 daher im höher gelegenen Bereich nördlich der
Stadionsenke, auf der sich gegenwärtig der Kunstrasenplatz befindet. Dieser würde
damit nicht mehr zur Nutzung zur Verfügung stehen. Sowohl für die Starkregen- als
auch für die Hochwassergefahrenkarte ist der Bereich nicht bzw. in viel geringerem
Umfang von Überflutungen betroffen (bis zu 10 cm Wassertiefe bei Starkregen).Seite 31 von 53
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Abbildung 17: Geänderter Standort Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion
Abbildung 18: Dreifach-Sporthalle an neuem Standort im Franz-Elbern-StadionSeite 32 von 53
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Für die Umsetzung von Variante 3 wäre im Hinblick auf den Schutz vor Starkregen
lediglich eine Geländeerhöhung von 10 cm notwendig. Die Anordnung des Fußball-
felds unmittelbar neben der Sporthalle wäre aus Platzgründen nicht mehr möglich.
Eine neue Gestaltung der umliegenden Sportanlagen im Franz-Elbern-Stadion wäre
bei Realisierung von Variante 3 zu entscheiden.
5.5 Kostenrahmen
Für die bautechnischen Vorschläge ergeben sich für die reinen Mehrkosten für den
Hochwasserschutz folgende Kostenrahmen:
Variante 1: 940.000,00-1.280.000,00 € brutto, Mittelwert rd. 1.110.000,00€ brutto
Variante 2: 240.000-320.000,00€ brutto, Mittelwert rd. 280.000,00€ brutto
Variante 3: 30.000,00-39.000,00€ brutto, Mittelwert rd. 34.000,00€ brutto
In den Kosten sind nicht erfasst:
- evtl. erforderlicher Bodenaustausch im Bereich der Gründung
- evtl. erforderlicher Fahrbahnoberbau der Erschließungsstraßen
- Ver- und Entsorgungsleitungen
- Bodenbelastungen
- Baustraßen
- möglicher Grunderwerb
- von Bundesstadt Bonn vorgesehenes Fußballfeld südlich der Dreifach-Sporthalle
- möglicherweise notwendige Umplanung bestehender Sportanalgen im Außenbereich
- Tragwerk und Rohbau sowie deren Planungen
- Baugrundgutachten
- Vermessung und Kartierung
In Bezug auf die angenommenen Kosten für die Aufständerungen des Gebäudes ist
zu beachten, dass die Kosten bei einer weiteren Planung der Variante durch entspre-
chende Fachplanungen (Brandschutzplanung, Architektur, Tragwerksplanung) zu er-
mitteln sind. In den Kosten für die Aufständerung sind die Befestigung der Fläche un-
terhalb der Sporthalle und die Sicherung der Fläche mittel Fassadenelementen für eine
Nutzung der Fläche enthalten. Bei einer weiteren Planung dieser Variante wäre zu
beachten, dass die Fassadenelemente so eingesetzt werden, dass der Retentions-
raum unterhalb der Sporthalle weiterhin zur Verfügung stehen.Seite 33 von 53
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Eine Kostenzusammensetzung des Kostenmittelwertes für die drei Vorschläge ist in
Anlage 1 zusammengefasst.
5.6 Variantenauswertung
5.6.1 Allgemeines
Für die Bewertung der Varianten im Hinblick auf Gefährdung durch Starkregen und /
oder Hochwasser werden folgende Kriterien untersucht:
- Hochwassereinwirkung auf das Gebäude
- Sicherung von Gebäudeöffnungen
- Einfluss auf Rettungswege und Sammelplätze
- Einfluss auf Parkplätze
Jedem Kriterium wird eine Gewichtung von 25% zugeordnet. Nach Auswertung wird
für jede der Varianten ein Zielrealisierungsgrad festgelegt. Dieser gibt Auskunft dar-
über, ob ein Kriterium so erfüllt wird, dass eine mögliche Gefährdung der Sporthalle
minimiert wird. Durch Multiplikation der Zielgewichtung mit dem Zielrealisierungsgrad
ergibt sich für jedes Kriterium für jede Variante eine Wertzahl. Die Summe der Wert-
zahlen aller Varianten gibt Auskunft darüber, wie die Varianten im Vergleich hinsicht-
lich einer Minimierung der Hochwassergefahr einzustufen sind.Seite 34 von 53
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Tabelle 1: Prinzipdarstellung Bewertungsmatrix zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3
5.6.2 Hochwassereinwirkung auf das Gebäude
Durch die Aufständerung der Dreifach-Sporthalle über eine Höhe von etwa 3,20 m
gemäß Variante 1, wird ein Geländeniveau erreicht, welches die Dreifach-Sporthalle
am Standort im Franz-Elbern-Stadion sowohl vor Überflutungen durch Starkregen als
auch vor Überflutungen eines HQ100 schützt, sofern die Hochwasserschutzeinrichtun-
gen am Rhein im Hochwasserfall versagen sollten. Insofern findet eine optimale Erfül-
lung des Ziels der Verringerung von Hochwassereinwirkungen auf das Gebäude statt.
Durch die Aufschüttung unterhalb der Dreifach-Sporthalle über eine Höhe von 0,60 m
gemäß Variante 2, wird ein Geländeniveau erreicht, welches die Dreifach-Sporthalle
vor Überflutungen eines extremen Starkregenereignisses schützt. Für diese Variante
wären Möglichkeiten zur Wasserrückhaltung ggf. stärker ins Auge zu fassen.
Durch Auffüllung und Verschluss des Walls bzw. der Böschung um das Stadion gemäß
Variante 2 wird die Sporthalle vor Überflutungen geschützt, die sich im Versagensfall
der Hochwasserschutzeinrichtungen für ein HQ100 ergeben. Hierbei ist allerdings zu
beachten, dass für den Wall um das Stadion nicht bekannt ist, ob dieser als Hochwas-
serschutzanlage konzipiert wurde. Ein Bodengutachten zum Aufbau des Walls liegt
nicht vor. Im Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtungen entlang des Rheins
ist daher nicht automatisch vorauszusetzen, dass der Wall bei einer Überflutung nicht
brechen wird.
Zielgewicht
ZG ZR WZ ZR WZ ZR WZ
1 Hochwassereinwirkung auf das
Gebäude 25 0 0 0 0 0 0
2 Sicherung von Gebäudeöffnungen 25 0 0 0 0 0 0
3 Einfluss auf Rettungswege und
Sammelplätze 25 0 0 0 0 0 0
4 Einfluss auf Parkplätze 25 0 0 0 0 0 0
0 Summe der Wertzahlen 100 0 0 0 0 0 0
ZG = Zielgewicht (Summe der ZG = 100)
ZR = Zielrealisierungsgrad von 0-6); 0 = keine, 1 = sehr geringe, 2 = geringe, 3 = mäßige, 4= gute, 5
= sehr gute, 6 = optimale Erfüllung eines Ziels
WZ = Wertzahl (WZ = ZG x ZR)
Bewertungskriterium
Variante 1
Variante 2
Variante 3Seite 35 von 53
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Die Erfüllung des Ziels der Verringerung von Hochwassereinwirkungen auf das Ge-
bäude wird aus den genannten Gründen als „gut“ eingestuft. Eine Aufwertung wäre
jedoch durch Erhalt von Grundlagen, die Auskunft über die offenen Fragen liefern,
möglich.
Gemäß Variante 3, der zu Folge das Gebäude auf höherem Geländeniveau im nörd-
lichen Bereich des Franz-Elbern-Stadions auf einer 0,1 m hohen Aufschüttung errich-
tet wird, ist das Gebäude sowohl bei Starkregen als auch bei einem Versagen der
Hochwasserschutzanlagen entlang des Rheins bei einem HQ100 geschützt. Insofern
wird eine mögliche Hochwassereinwirkung auf das Gebäude aufgehoben. Die Vari-
ante wird in diesem Sinne als optimal eingestuft.
Nach Auswertung der Hochwassereinwirkung auf das Gebäude ergeben sich für die-
ses Kriterium für die Varianten folgende Wertzahlen:
Tabelle 2: Bewertungsmatrix für das Kriterium Hochwassereinwirkung auf das Gebäude“ zum
Vergleich der Varianten 1, 2 und 3
5.6.3 Sicherung von Gebäudeöffnungen
Zu den zu sichernden Gebäudeöffnungen gehören Fenster, Lüftungselemente und Au-
ßentüren.
Gemäß Variante 1 sind die Zugänge zum Gebäude nur zu sichern, sofern die bewehr-
ten Betonpfähle, auf denen das Gebäude lagert, unterhalb 0,3 m über Geländeniveau
des nördlichen an den Wall angrenzenden Bereiches enden. Grundsätzlich ist es mög-
lich, die Pfähle bis 0,3 m über Geländeniveau anzuheben, so dass eine zusätzliche
bzw. besondere Sicherung von Gebäudeöffnungen entbehrlich ist. Der Zielrealisie-
rungsgrad für das Kriterium wird daher als optimal eingestuft.
Wie aus den Erläuterungen unter dem Punkt „Hochwassereinwirkung auf das Ge-
bäude“ hervorgeht, ist eine Sicherung der Gebäudeöffnungen nach gegenwärtigem
Kenntnisstand für Variante 2 nicht notwendig. Ob sie nach Prüfung des Wallaufbaus
Zielgewicht
ZG ZR WZ ZR WZ ZR WZ
1 Hochwassereinwirkung auf das
Gebäude 25 6 150 4 100 6 150
Bewertungskriterium
Variante 1
Variante 2
Variante 3Seite 36 von 53
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und den Wasserständen unter Berücksichtigung der Aufschüttung und des Gebäudes
weiterhin entbehrlich ist, wäre im weiteren Planungsverlauf zu prüfen. Die Erfüllung
des Ziels der Sicherung von Gebäudeöffnungen von Hochwassereinwirkungen auf das
Gebäude wird daher im Vergleich zu den anderen Varianten erneut als „gut“ eingestuft.
Wie für die Sicherung der Hochwassereinwirkung auf das Gebäude gilt auch für die
Sicherung der Gebäudeöffnungen für Variante 3, dass diese durch die höher gelegene
Lage im nördlichen Bereich des Franz-Elbern-Stadions gewährleistet ist. Das Kriterium
wird daher für Variante 3 als optimal realisiert eingeordnet.
Insgesamt ergibt sich somit für die Wertzahlen der Varianten folgendes Bild:
Tabelle 3: Bewertungsmatrix für die Kriterien „Hochwassereinwirkung auf das Gebäude“ und
„Sicherung von Gebäudeöffnungen“ zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3
5.6.4 Einfluss auf Rettungswege und Sammelplätze
Wie aus der Analyse der Gefahrensituation hervorgeht, bieten sich als Sammelplätze
die im Hochwasser- und Starkregenfall nicht bzw. minimal betroffenen Bereiche im
Stadion an. Diese liegen grundsätzlich außerhalb des von einem Wall umschlossenen
Sportplatzes.
Zielgewicht
ZG ZR WZ ZR WZ ZR WZ
1 Hochwassereinwirkung auf das
Gebäude 25 6 150 4 100 6 150
2 Sicherung von Gebäudeöffnungen 25 6 150 4 100 6 150
Bewertungskriterium
Variante 1
Variante 2
Variante 3Seite 37 von 53
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Abbildung 19: Sammelplätze für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
extremen Starkregenereignis
Ein möglicher Sammelplatz könnte im Bereich des nordöstlich vorhandenen Parkplat-
zes bzw. unmittelbar angrenzend an den Parkplatz liegen (Sammelplatz 1). Auch im
Bereich des Fußballfeldes nordwestlich des angedachten Standortes könnte ein Sam-
melplatz eingerichtet werden (Sammelplatz 2). Südwestlich des Standortes bietet sich
außerdem ein Teilbereich der Parkfläche vor der Erwin-Kranz-Halle als Sammelplatz
an (Sammelplatz 3). Ein etwas kleinflächigerer Sammelplatz könnte zudem auf bzw.
östlich des Walls Richtung Neustraße liegen (Sammelplatz 4)
Unter Berücksichtigung eines Versagens der Hochwasserschutzeinrichtung entlang
des Rheins bei einem HQ100 fällt die Bewertung für mögliche Sammelplatzstandorte
anders aus:Seite 38 von 53
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Abbildung 20: Sammelplätze für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei einem
HQ100
Wie aus der Abbildung hervorgeht, ist eine Anordnung der Sammelplätze auf nordöst-
licher Seite des Stadions, parallel zur Neustraße, zu wählen, da die Limpericher Straße
im Versagensfall zu den Auslaufbereichen des Überflutungsgebietes eines HQ100 ge-
hört. Auch Bereiche der Parkfläche vor der Erwin-Kranz-Halle (Sammelplatz 3) bieten
sich bei einem Versagen der Hochwasserschutzeinrichtungen entlang des Rheins
nicht mehr an.
Bei einem HQ>500 ist die Überflutung des Geländes großflächig mit so hohen Wasser-
tiefen verbunden, dass keine überflutungsfreien Sammelplätze und Rettungswege zur
Verfügung stehen.Seite 39 von 53
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Abbildung 21: Sammelplätze für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem
Versagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei einem
HQ>500
Aufgrund der langen Vorwarnzeiten für den genannten Hochwasserfall wird dies ledig-
lich erwähnt, um ein vollständiges Bild für alle Hochwasserfälle zu geben. Eine recht-
zeitige Evakuierung des Gebäudes wäre für ein HQ>500 in das Nutzungskonzept für die
Halle zu integrieren.
Grundsätzlich bieten sich für alle Varianten die Nutzung der nördlich gelegenen (wei-
testgehend) überflutungsfreien Bereiche als Sammelplätze an. Grund hierfür ist die
Nähe des Gebäudes zu diesen Bereichen. Aus dieser ergeben sich die kürzesten Ret-
tungswege aus dem Gebäude zu den Sammelplätzen. Der Sammelplatzstandort vor
der Erwin-Kranz-Halle ist daher für den Standort der Sporthalle (Sammelplatz 3) für
alle Varianten von untergeordneter Bedeutung.
Für die Gewährleistung der Erreichbarkeit der (Rettungs-)Fahrzeuge von der Straße
aus, bieten sich der Bereich der nordöstlich gelegenen Parkfläche und der nordwest-
liche Teil des Fußballfeldes als Sammelplätze an (Sammelplätze 1 und 2). Auch der
auf dem Wall bzw. östlich des Walls gelegene Sammelplatz ist von dem Sporthallen-
standort aus einfach zu erreichen (Sammelplatz 4).
Für Variante 1 ergibt sich eine einfache Gestaltung der Rettungswege und deren An-
bindung an mögliche Sammelplätze. So können die Eingangsbereiche, die nördlich
aus dem Gebäude führen, an den Weg vor dem Gebäude anschließen, der sowohl inSeite 40 von 53
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nordöstliche als auch in nordwestliche Richtung zu den Sammelplätzen 1 und 2 und 4
führt. Zwei weitere Rettungswege müssen auf der gegenüberliegenden Seite des Ge-
bäudes über Treppen in das Stadion führen. Der Einfluss auf Rettungswege wird daher
unter Berücksichtigung aller Rettungswege als mäßig eingestuft.
Für die Aufschüttung von 0,60 m unterhalb der Halle erfolgt die Zuwegung in das Ge-
bäude aus südlicher Richtung. Wege aus dem Gebäude führen somit in den von der
Überflutung betroffenen Bereich. Erst nach Querung des Überflutungsbereiches in
nordöstliche oder nordwestliche Richtung können Rettungswege auf den Wall und von
dort zu den Sammelplätzen führen.
Eine mögliche Verbesserung der Situation könnte herbeigeführt werden, wenn auch
die Zuwegung auf einer Aufschüttung oder Brücke aus dem Überflutungsbereich führt.
Eine solche Ausführung ist allerdings auch mit weiteren Kosten verbunden, die im Kos-
tenrahmen für Variante 2 bislang nicht berücksichtigt sind. Unter den gegebenen
Randbedingungen für das Gebäude wird das Kriterium als „mäßig“ bewertet.
Für Variante 3 ergeben sich noch kürzere Rettungswege zu den Sammelplätzen, da
für diese Variante auch die Anordnung der Zuwegungen in das Gebäude aus östlicher
und westlicher Richtung möglich ist. Darüber hinaus ist es auch möglich, das Gebäude
in nördliche und südliche Richtung zu verlassen bzw. zu betreten. Der Zielrealisie-
rungsgrad für den Einfluss auf Rettungswege und Sammelplätze wird daher für Vari-
ante 3 als optimal eingestuft.
Für die Wertzahlen der Varianten bedeutet dies folgende Entwicklung:Seite 41 von 53
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Tabelle 4: Bewertungsmatrix für die Kriterien „Hochwassereinwirkung auf das Gebäude“, „Si-
cherung von Gebäudeöffnungen“ und „Einfluss auf Rettungswege und Sammel-
plätze“ zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3
5.6.5 Einfluss auf Parkplätze
Die Parkflächen auf dem Gelände des Franz-Elbern-Stadion befinden sich nordöstlich
des Standortes für die neue Dreifach-Sporthalle. Eine weitere Parkfläche befindet sich
südlich des Standortes vor der Erwin-Kranz-Halle. Für die bekannten Überflutungs-
Lastfälle ergibt sich damit folgendes Bild:
Zielgewicht
ZG ZR WZ ZR WZ ZR WZ
1 Hochwassereinwirkung auf das
Gebäude 25 6 150 4 100 6 150
2 Sicherung von Gebäudeöffnungen 25 6 150 4 100 6 150
3 Einfluss auf Rettungswege und
Sammelplätze 25 3 75 3 75 6 150
Bewertungskriterium
Variante 1
Variante 2
Variante 3Seite 42 von 53
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Abbildung 22:Parkflächen für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem ext-
remen StarkregenereignisSeite 43 von 53
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Abbildung 23: Parkflächen für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem Ver-
sagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei einem
HQ100Seite 44 von 53
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Abbildung 24: Parkflächen für die Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion bei einem Ver-
sagensfall der Hochwasserschutzeinrichtung entlang des Rheins bei einem
HQ>500
Da die Parkflächen 1 und 2 den Sammelplätzen 1 und 3 entsprechen, ergibt sich für
die Flächen eine identische Überflutungssituation: Parkfläche 1 wird bei einem Stark-
regenereignis geringfügig überflutet, bei einem Versagen der Hochwasserschutzein-
richtungen entlang des Rheins bei einem HQ100 und bei einem HQ>500 überflutet. Park-
fläche 2 wird bei einem Starkregenereignis geringfügig überflutet, bei einem Versagen
der Hochwasserschutzeinrichtungen entlang des Rheins bei einem HQ100 nicht über-
flutet.
Aufgrund der unmittelbar angrenzenden Anordnung der Parkflächen 1 und 2 in Bezug
zum Gebäude der Dreifach-Sporthalle wie die Sammelplätze 1 und 3, ergibt sich für
die Varianten dieselbe Bewertung für das Kriterium „Einfluss auf Parkplätze“.
Insgesamt ergibt sich für die Bewertungskriterien folgendes Bild:Seite 45 von 53
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Tabelle 5: Bewertungsmatrix zum Vergleich der Varianten 1, 2 und 3
5.6.6 Kosten
In Bezug auf die o.g. Kostenrahmen lässt sich feststellen, dass die Aufständerung des
Gebäudes die höchsten Kosten verursacht. Wie genau die Konstruktion der Aufstän-
derung gestaltet werden muss, d.h. welche Anzahl und welcher Durchmesser z.B. für
die Pfähle gewählt werden muss oder mit welchen Mengen diese zu bewehren sind,
müsste bei Planung von Variante 1 seitens eines Tragwerkplaners überprüft werden.
Die Kosten für die Aufschüttung gemäß Variante 2 belaufen sich in etwa auf ein Viertel
der Kosten für Variante 1. Die Kosten für Variante 3 betragen wiederrum nur etwa 1/8
der Kosten von Variante 2. Die Standortverlagerung gemäß Variante 3 kann also nicht
nur im Hinblick auf den Hochwasserschutz, sondern auch im Hinblick auf die Kosten
als optimal bewertet werden. Dazu ist allerdings hinzuzufügen, dass Folgekosten, wie
z.B. die Umplanung der Sportanlagen im Außenbereich, in der Ermittlung des Kosten-
rahmens nicht berücksichtigt sind. Eine Nutzung des vorhandenen Fußballfeldes ist
bei der Umsetzung von Variante 3 wie erwähnt nicht mehr möglich.
Zielgewicht
ZG ZR WZ ZR WZ ZR WZ
1 Hochwassereinwirkung auf das
Gebäude 25 6 150 4 100 6 150
2 Sicherung von Gebäudeöffnungen 25 6 150 4 100 6 150
3 Einfluss auf Rettungswege und
Sammelplätze 25 3 75 3 75 6 150
3
4 Einfluss auf Parkplätze 25 3 75 3 75 6 150
0 Summe der Wertzahlen 100 18 450 17 350 24 600
ZG = Zielgewicht (Summe der ZG = 100)
ZR = Zielrealisierungsgrad von 0-6); 0 = keine, 1 = sehr geringe, 2 = geringe, 3 = mäßige, 4= gute, 5
= sehr gute, 6 = optimale Erfüllung eines Ziels
WZ = Wertzahl (WZ = ZG x ZR)
Bewertungskriterium
Variante 1
Variante 2
Variante 3Seite 46 von 53
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6 Zusammenfassung und Fazit
Das SGB wurde vom Sport- und Bäderamt mit der Aufgabe betreut, verschiedene
Standorte im Stadtteilgebiet Beuel für die Eignung als Standort einer neu zu errichten-
den Dreifach-Sporthalle mit Zuschauertribüne für den Handballsport zu prüfen.
In der vorliegenden Machbarkeitsstudie wurden drei bautechnische Vorschläge für den
Standort im Franz-Elbern-Stadion erarbeitet und im Hinblick auf ihre Hochwassersi-
cherheit ausgewertet. Als maßgebliche Lastfälle für die Auswertung wurden die Stark-
regen- und Hochwassergefahrenkarten der Bundesstadt Bonn zugrunde gelegt. Wie
die Auswertung gezeigt hat, erfolgen Maßnahmen zum Hochwasserschutz losgelöst
von rechtlichen Vorgaben. Das Stadion liegt außerhalb des festgesetzten Über-
schwemmungsgebietes, im überschwemmungsgefährdeten Gebiet des Rheins. Es ist
durch Hochwasserschutzeinrichtungen vor einem HQ100 des Rheins gesichert.
Zum Schutz vor Überflutungen durch Starkregenereignisse und unter Berücksichti-
gung des Versagensfalls der Hochwasserschutzeinrichtungen bei einem HQ100 des
Rheins wurden folgende Varianten vorgeschlagen:
- Variante 1: Aufständerung der Dreifach-Sporthalle über etwa 3,20 m
- Variante 2: Aufschüttung unterhalb der Dreifach-Sporthalle mit einer Höhe von
etwa 0,60m
- Variante 3: Standortverlagerung der Dreifach-Sporthalbe innerhalb des Stadi-
ons mit Wahl eines Standortes, der von Starkregen- und Hochwasser minimal
betroffen ist
Im Vergleich schneidet Variante 3 im Hinblick auf die geprüften Kriterien zur Bewertung
des Hochwasserschutzes am vorteilhaftesten ab. Die Hochwassereinwirkung auf das
Gebäude wird durch die Standortverlagerung minimiert. Damit geht eine optimale Si-
cherung der Gebäudeöffnungen einher. Sammelplätze und Parkplätze befinden sich
in unmittelbarer Nähe bzw. können in unmittelbarer Nähe der Sporthalle angeordnet
werden. Daraus wiederrum ergeben sich kurzmöglichste Rettungswege.
Hinsichtlich der Bewertung von Variante 2 ist zu beachten, dass eine Aufwertung im
Zuge der weiteren Planung möglich ist. Dafür müsste nachgewiesen werden, dass die
Aufschüttung und der Bau der Dreifach-Sporthalle in der Senke nicht zu veränderten
Überflutungstiefen in der Stadion-Senke führt bzw. diese durch entsprechende Rück-
haltungsmaßnahmen ausgeglichen werden können.
Auch eine aufwändigere Gestaltung der Rettungswege in den südlich gelegenen Über-
flutungsbereich führt zu einer Aufwertung von Variante 2- wie im Übrigen auch zu einer
Aufwertung von Variante 1.Seite 47 von 53
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In diesem Zusammenhang lässt sich diskutieren, ob die Abwertung der Hochwasser-
sicherheit der Varianten 1 und 2 grundsätzlich gerechtfertigt ist, da sie aus der Berück-
sichtigung einer Überflutung des Rheins aus einem HQ100 resultiert. Es liegen keine
Anhaltspunkte oder eine statistische Notwendigkeit vor, welche die Berücksichtigung
des Versagensfalls der Hochwasserschutzeinrichtung begründen. Aufgrund der feh-
lenden Rechtsvorgaben zu Bauvorhaben im überschwemmungsgefährdeten Gebiet,
liegt es daher im Ermessen des SGB, den Lastfall in eine mögliche Entscheidung zu
Gunsten des Standortes der Dreifach-Sporthalle im Franz-Elbern-Stadion einfließen
zu lassen.
Für alle Varianten wurden Kostenrahmen ermittelt. Auch in Bezug auf den ermittelten
Kostenrahmen schneidet Variante 3 im Vergleich am vorteilhaftesten bzw. am güns-
tigsten ab. Die Kosten betragen etwa 1/32 der Kosten für die Aufständerung des Ge-
bäudes und 1/8 der Kosten für die Aufschüttung von 0,60 m unterhalb der Dreifach-
Sporthalle.
Folgekosten, wie die Umplanung der Sportanlagen im Außenbereich sind in den Kos-
ten nicht berücksichtigt. Da bei Variante 3 die Nutzung des Fußballfeldes nördlich im
Stadion entfällt, fallen Kosten für eine Neuanordnung der Sportanlagen an.
Die Aufständerung des Gebäudes konnte durch das auswertende Ingenieurbüro nur
sehr überschlägig monetär bewertet werden. Grund hierfür ist, dass es sich bei den zu
berücksichtigenden Mehrkosten im Wesentlichen um Kosten handelt, welche die
Gründung, Architektur und den Hochbau betreffen. Für eine zuverlässigere Ermittlung
wäre bei weiterer Planung im nächsten Schritt eine entsprechende Fachplanung hin-
zuzuziehen.Seite 48 von 53
Ingenieurbüro Holzem & Hartmann GmbH & Co. KG
Wasserwirtschaft - Tiefbau - Kanalsanierung - Geoinformation - Grundstücksentwässerung - Straßen- und Landschaftsplanung
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Aufgestellt:
Neunkirchen-Seelscheid,
im Juli 2023
Sabine Arndt
Sankt-Franziskus-Weg 2
53819 Neunkirchen-Seelscheid
Tel. 02247/9167-25
arndt@ibholzem-hartmann.deSeite 49 von 53
Dreifach-Sporthalle Bonn Beuel
– Kostenrahmen –
Stand 17.07.2023
Auftraggeber:
Bundesstadt Bonn – Städtisches Gebäudemanagement
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Verfasser:
Sankt-Franziskus-Weg 2
53819 Neunkirchen-Seelscheid
Telefon 02247/9167-0
nk@ibholzem-hartmann.deSeite 50 von 53
Kostenrahmen
Projekt: Dreifach-Sporthalle Bonn Beuel
Variante 1
Stand: 17.07.2023 Machbarkeitsstudie
Pflasterarbeiten
Pflaster 3500 m² x 55,00 €/m² = 192.500,00 €
Randanlagen Pflaster 240 m x 25,00 €/m² = 6.000,00 €
Gründung / Hochsetzen
Ortbeton Tragpfahl 414 m³ x 350,00 €/m³ = 144.900,00 €
Schalrohre Tragpfahl 528 m x 100,00 €/m = 52.800,00 €
Bewehrungsstahl 21 t x 3.000,00 €/t. = 63.000,00 €
Treppentürme Fluchtweg 2 Stk x 20.000,00 €/Stk = 40.000,00 €
Fassadenelementen 768 m² x 350,00 €/m² = 268.800,00 €
Schwellen
h=40 cm 80 m x 239,00 €/m = 19.120,00 €
Angleichungsarbeiten hinter Randanlagen
Schwelle 80 m x 239,00 €/m = 19.120,00 €
Zwischensumme 806.240,00 €
Baustelleneinrichtung etc. 5 % psch 40.312,00 €
Nettosumme 846.552,00 €
Sonstige nicht zuzuordnende Baukosten 10 % psch 84.655,20 €
Gesamtnettosumme 931.207,20 €
Mehrwertsteuer 19 % 176.929,37 €
Gesamtbruttosumme 1.108.136,57 €
rd. 1.110.000,00 €
Im Kostenrahmen sind folgende Punkte nicht berücksichtigt:
- evtl. erforderlicher Bodenaustausch im Bereich der Gründung
- evtl erforderlicher Fahrbahnoberbau der Erschließungsstraßen
- Ver- und Entsorgungsleitungen
- Bodenbelastungen
- Baustraßen
- möglicher Grunderwerb
- von Bundesstadt vorgesehenes Fußballfeld südlich der dreifach-Sporthalle
- möglicherweise notwendige Umplanung bestehender Sportanalgen im Außenbe-reich
- Tragwerk und Rohbau sowie deren Planung
- Baugrundgutachten
- Vermessung und Kartierung
- 1 -Seite 51 von 53
Kostenrahmen
Projekt: Dreifach-Sporthalle Bonn Beuel
Variante 2
Stand: 17.07.2023 Machbarkeitsstudie
Erdbau
Oberboden andecken 52 m² x 10,00 €/m² = 520,00 €
Oberboden einsäen 130 m² x 1,50 €/m² = 195,00 €
Bepflanzung 50 m² x 90,00 €/m² = 4.500,00 €
Boden aufschütten (Kies-Sand Gemisch) 2398 m³ x 60,00 €/m³ = 143.856,00 €
Erdwall verschließen (Füllkes und Filterschicht) 195 m³ x 30,00 €/m³ = 5.850,00 €
Anrampungen
Anrampung mit Geländer 10 m x 850,00 €/m = 8.500,00 €
Schwellen
h=40 cm 80 m x 239,00 €/m = 19.120,00 €
Angleichungsarbeiten hinter Randanlagen
Schwelle 80 m x 239,00 €/m = 19.120,00 €
Zwischensumme 201.661,00 €
Baustelleneinrichtung etc. 5 % psch 10.083,05 €
Nettosumme 211.744,05 €
Sonstige nicht zuzuordnende Baukosten 10 % psch 21.174,41 €
Gesamtnettosumme 232.918,46 €
Mehrwertsteuer 19 % 44.254,51 €
Gesamtbruttosumme 277.172,97 €
rd. 280.000,00 €
Im Kostenrahmen sind folgende Punkte nicht berücksichtigt:
- evtl. erforderlicher Bodenaustausch im Bereich der Gründung
- evtl erforderlicher Fahrbahnoberbau der Erschließungsstraßen
- Ver- und Entsorgungsleitungen
- Bodenbelastungen
- Baustraßen
- möglicher Grunderwerb
- von Bundesstadt vorgesehenes Fußballfeld südlich der dreifach-Sporthalle
- möglicherweise notwendige Umplanung bestehender Sportanalgen im Außenbe-reich
- Tragwerk und Rohbau sowie deren Planung
- Baugrundgutachten
- Vermessung und Kartierung
- 2 -Seite 52 von 53
Kostenrahmen
Projekt: Dreifach-Sporthalle Bonn Beuel
Variante 3
Stand: 17.07.2023 Machbarkeitsstudie
Erdbau
Oberboden andecken 26 m² x 10,00 €/m² = 260,00 €
Oberboden einsäen 128 m² x 1,50 €/m² = 192,00 €
Bepflanzung 20 m² x 90,00 €/m² = 1.800,00 €
Boden aufschütten (Kies-Sand Gemisch) 374 m³ x 60,00 €/m³ = 22.440,00 €
Zwischensumme 24.692,00 €
Baustelleneinrichtung etc. 5 % psch 1.234,60 €
Nettosumme 25.926,60 €
Sonstige nicht zuzuordnende Baukosten 10 % psch 2.592,66 €
Gesamtnettosumme 28.519,26 €
Mehrwertsteuer 19 % 5.418,66 €
Gesamtbruttosumme 33.937,92 €
rd. 34.000,00 €
Im Kostenrahmen sind folgende Punkte nicht berücksichtigt:
- evtl. erforderlicher Bodenaustausch im Bereich der Gründung
- evtl erforderlicher Fahrbahnoberbau der Erschließungsstraßen
- Ver- und Entsorgungsleitungen
- Bodenbelastungen
- Baustraßen
- möglicher Grunderwerb
- von Bundesstadt vorgesehenes Fußballfeld südlich der dreifach-Sporthalle
- möglicherweise notwendige Umplanung bestehender Sportanalgen im Außenbe-reich
- Tragwerk und Rohbau sowie deren Planung
- Baugrundgutachten
- Vermessung und Kartierung
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Datenstand: 02.11.2026, 20:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de