231712 · Beschlussvorlage: Einleitung
Einleitung des Vergabeverfahrens zur Sanierung des unteren Derleteiches
Kerndaten
- Nummer
- 231712
- Art
- Beschlussvorlage: Einleitung
- Veröffentlicht
- 08.11.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage: Einleitung öffentlich 231712 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Einleitung des Vergabeverfahrens zur Sanierung des unteren Derleteiches Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 08.11.2023 Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund der späten Haushaltsfreigabe konnten die abschließenden Planungen und Abstimmungen erst vor kurzem beendet werden. Um den Terminplan einhalten zu können ist eine Freigabe der Haushaltsmittel zeitnah notwendig. Wäre dies nicht möglich, kann eine Sanierung erst ein Jahr später erfolgen. Hierdurch erhöht sich das Risiko des Tiersterbens sowie die Verschlechterung der Gewässerqualität, woraus sich gem. § 62 LWG NRW rechtliche Konsequenzen für die Bundesstadt Bonn ergeben könnten. Des Weiteren wäre mit einer Baukostenerhöhung zu rechnen. Beschlussvorschlag Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Ausschreibung „Sanierung des unteren Derleteiches“ wird zugestimmt. Begründung Das Derletal stellt das zweitgrößte Naherholungsgebiet der Stadt Bonn dar und wurde im Jahr 1979 offiziell eingeweiht. Neben Wald- und Wiesenflächen umfasst es eine Kette von drei kleinen künstlich angelegten Teichen. Durch diese fließt der Heilsbach. Dieser entspringt einer Quelle unweit südlich der Teichkette. Die Derleteiche befinden sich vollständig im Landschaftsschutzgebiet „Hardtberg“ (LSG 2.5, Landschaftsplan Kottenforst). Die Teiche sind bereits seit längerer Zeit nicht mehr für die Naherholung sowie der fischereilichen Nutzung verfügbar. Dies liegt u.a. am zugewachsenen Zustand sowie der Undichtigkeit der Teiche. Daher ist die Sanierung der Teiche immer wieder ein Wunsch aus Politik und Bürgerschaft (vgl. u.a. DS 9830064). Mit den Beschlüssen DS 1312696 vom 08.10.2013 sowie DS 1810784 vom 10.04.2018 wurde die Verwaltung beauftragt die Situation der Seen für die Naherholung zu verbessern sowie die fischereiliche Nutzung wieder zu ermöglichen. Da letzteres aktuell nicht möglich ist, kommt die BundesstadtSeite 1 von 66 Seite 2 Bonn ihren vertraglichen Pflichten dem Angelverein gegenüber nicht nach. Im Landschaftsplan Kottenforst wurde für die Derleteiche festgesetzt, dass ein Biotopgestaltungskonzept zu erarbeiten ist. In diesem sollen Maßnahmen für die Ufergestaltung und Anlagen von ufernahen Wiesen für den Biotop- und Artenschutz beschrieben werden. Die detaillierte Planung für eine neue Gestaltung der Ufer wird noch ausgearbeitet und vorgelegt. Dementsprechend sind die Sanierungen der Derleteiche mit den Geboten und Festsetzungen des Landschaftsplanes konform und es bedarf keiner Genehmigung von den Verboten des Landschaftsplanes. Allerdings ist der Naturschutzbeirat im weiteren Verlauf durch eine Mitteilungsvorlage über die Planung und das Verfahren zu informieren. Breits 2021 wurde das limnologische Fachbüro lanaplan mit einer ersten Untersuchung des Gewässers und der Angabe einer Sanierungsempfehlung beauftragt. Die bereits zur Beschlussfassung durchgeführten Untersuchungen bestätigten sich noch einmal bei der Erstbegehung. Aus Gründen des Naturschutzes und im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sind die oberen beiden Teiche der natürlichen Sukzession zu überlassen und im Sinne der Stärkung der Biodiversität zu unterhalten. Zum Erlebbarmachen sollten die Gewässer wieder sichtbar gemacht werden. Dies wird mit städtischem Personal im Rahmen der Unterhaltungspflege durch Rückschnitt von Sträuchern und der Entnahme von Gehölzen hergestellt. Die Maßnahme ist als sukzessiver Prozess vorgesehen, da hierfür keine vitalen Bäume gefällt werden sollen. Lediglich Bäume mit Vitalitätsverlust sollen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht entnommen werden. Daher befasst sich das Gutachten von lanaplan rein mit der Sanierung des unteren ca. 0,2 ha großen Derleteiches. Die Untersuchungen erfolgten im Verlauf des Jahres. Diese führten mit dem Stand zum 05.04.2022 zu folgenden Ergebnissen: Sediment Der zwischen 5 und 75 cm starke Schlamm ist der Deponieklasse II zuzuordnen. Der Gesamtphosphatgehalt liegt bei 610 mg/kg, was erfahrungsgemäß einer mittleren Nährstoffversorgung entspricht. Löst sich aus den oberen 10 cm lediglich 1 % des Phosphors, entspricht dies einem Anstieg im Freiwasser von 210 μg L-1. Freiwasser und Trophiebewertung Der Gesamtphosphatgehalt im Freiwasser schwankte im Laufe des Jahres zwischen 38 und 160 μg L-1. Zum Zeitpunkt des Höchstwertes wurde gleichzeitig der geringste Sauerstoffgehalt gemessen, welcher lediglich 1,4 mg L-1 über dem fischkritischen Wert lag. Die Trophiebewertung liegt bei polytroph 1, was eine hohe Nährstoffverfügbarkeit bedeutet, bei welcher das Algen- und Cyanobakterienwachstum zeitweise nicht nährstofflimitiert ist. Cyanobakterien (Blaualgen) Das Maximum in den Monaten Juni-August betrug 9 μg L-1. Damit lag der Wert unter dem der 2. Warnstufe von 15 9 μg L-1 für Cyanobakterientoxine für Badende. FischbestandSeite 2 von 66 Seite 3 Die Befischung hat eine relativ hohe Fischbestandsdichte und Fischbiomasse ergeben. Diese besteht aus neun verschiedenen Arten, wovon die Schwarzmaulgrundel gebietsfremd ist. Gem. EU-Verordnung Nr. 1143/2014 und §40 BNatschG ist diese Art zum Schutz der biologischen Vielfalt zu bekämpfen. Als dominante Arten sind Rotauge, Rotfeder und Flussbarsch zu benennen. Unterwasserpflanzen Die Unterwasservegetation ist artenarm ausgeprägt und wird von der neophytischen Dichtblättrigen Wasserpest dominiert. Aufgrund dieser Ergebnisse ist eine Sanierung zum Schutz der Gewässer (Teich und Heilsbach) und der Vermeidung von Tiersterben aus den gleichen Gründen, wie diese 2018 im Rheinauensee vorkamen, dringend anzuraten. Es besteht eine gesetzliche Pflicht zur Gewässerunterhaltung (§ 62 LWG NRW), der die Bundesstadt Bonn nachzukommen hat. Durch die Unterhaltungsmaßnahme kann das ökologische Potential des Gewässers verbessert und mögliche negative Auswirkungen durch die Verlandung des Teiches auf den Heilsbach vermieden werden. Maßnahme Ziel der geplanten Maßnahmen ist durch das Entschlammen, Vertiefen und das Anlegen einer nachhaltigen Teichgrundbepflanzung eine dauerhaft bessere Wasserqualität sicherzustellen. Als erstes wird im Winter die Strauchschicht gerodet. Sämtliche vitalen Bäume werden erhalten. Nach Abschluss der Sanierung werden die Ufer in Teilbereichen mit heimischen regionalen Gehölzen, wie Faulbaum und Erle aber auch Röhricht bepflanzt. Es ist geplant den See trockenzulegen, indem der Zulauf temporär mit dem Abfluss verbunden wird. Zeitgleich erfolgt die Abfischung durch einen Gewässerbiologen in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Fischereiverein. Als nächstes wird die Entschlammung durchgeführt, bei der der stark nährstoffreiche Schlamm, wie bei der Sanierung des Rheinauensees, in seine unterschiedlichen Fragmente gesiebt und getrennt entsorgt bzw. weiterverarbeitet wird. Dieses Vorgehen hat sich als nachhaltig und kosteneffizient bewährt. Im Folgenden wird der Teich auf eine Tiefe von vier Metern vertieft, wobei die Uferbereiche mit einer Steigung von 1:5 besonders flach ausgebildet werden. Damit sind diese statisch stabil und der Ausstieg für Wildtiere ist sichergestellt. Zur Abdichtung sind Tonvliese vorgesehen. Diese haben den Vorteil besonders kosteneffizient und nachhaltig zu sein, da nur eine geringe Menge des Rohstoffes Ton benötigt wird. Gleichzeitig schützt das beidseitige Vlies die natürliche Abdichtung. Ebenfalls sind ein neuer Ablauf sowie die Überarbeitung des Zulaufes geplant. Im Anschluss wird eine ca. 15 cm starke Sandauflage, welche ebenfalls als Biofilter fungiert, aufgebracht sowie Armleuchteralgen gepflanzt. In den Randbereichen, sowie im Bereich des Zu- und Ablaufes ist als Pflanzsubstrat ein Sandvlies vorgesehen. Mit dieser Bauweise erfolgt einerseits eine Nährstoffbindung und andererseits ist ein natürlicher Biofilter bzw. eine Filterschicht vorhanden. Durch diese Nutzungs- /Funktionserweiterung - auch in ökologischer Hinsicht - erhält der Teich die Fähigkeit für eine bessereSeite 3 von 66 Seite 4 Wasserqualität zu sorgen. Nach der Wiederbefüllung erfolgt ein Neubesatz mit Fischen. Hierbei wird zur Verbesserung der Ökosystemstabilität, ein hoher Weißfischanteil mit entsprechend hohem Raubfischanteil berücksichtigt. Gründelnde Arten, wie der Karpfen, welche die Bepflanzung zerstören und durch das Gründeln Nährstoffe aus dem Grund freisetzen, werden nicht wieder zugesetzt. Unter besonderer Berücksichtigung der Einstufung des Schlammes in die Deponieklasse II ist aktuell von Kosten in Höhe von brutto 350.000 Euro auszugehen. Diese Kosten sind im Haushalt 2023/24 berücksichtigt. Fördermittel für die Sanierung stehen bisher nicht zur Verfügung. Diese Investition verspricht eine nachhaltige Verbesserung der aktuellen Situation und wird die Derle als zweitgrößtes Naherholungsgebiet in Bonn deutlich aufwerten. Die Durchführung der Maßnahme ist u.a. aus ökologischen Gründen für den Winter/Frühjahr 2024 geplant. Zur Einhaltung des Terminplanes ist eine Ausschreibung im Jahr 2023 erforderlich. Voraussetzung für den hier dargestellten Terminplan ist die zeitnahe Freigabe der entsprechenden Haushaltsmittel. Wäre dies nicht möglich, kann eine Sanierung erst ein Jahr später erfolgen. Hierdurch erhöht sich das Risiko des Tiersterbens sowie der widerrechtlichen Verschlechterung der Gewässerqualität, woraus sich rechtliche Konsequenzen für die Bundesstadt Bonn ergeben könnten. Des Weiteren wäre mit einer Baukostenerhöhung zu rechnen. Die Verwaltung setzt die BV Hardtberg über den Beginn und aktuellen Umfang der Maßnahme mit der Mitteilungsvorlage DS 231712-01 in Kenntnis. Vergabeart X öffentlich offen (EU) aufgeforderte Firmen beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb Freihändig bzw. Verhandlungsvergabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der vorgeschriebenen Vergabeart Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto BN-2021-1969 X VOB UVgO VgV Februar bis März 2024 350.000 EUR Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto (konsumtiv) / Finanzposition (investiv) CO-Kontierung (konsumtiv) / Finanzstelle (investiv) 1.13.01 Öffentliches Grün 785200 5680913010700 Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von Haushaltsresten MittelSeite 4 von 66 Seite 5 X ja nein ja X nein freigegeben X vorgesehen Anlage/n 1 Unterer_Derleteich_Bonn_Grundlagenerhebung_lanaplan_05042022 (öffentlich)Seite 5 von 66 Grundlagenerhebung in Teichen in Bonn Unterer Derleteich Bericht, 05.04.2022 Auftraggeber: Amt für Umwelt & Stadtgrün Kurfürstenallee 2-3 53177 Bonn Auftragnehmer: lana ● plan Lobbericher Str. 5 41334 NettetalSeite 6 von 66 Seite 7 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 3 Auftraggeber & Vertreter: Amt für Umwelt & Stadtgrün Kurfürstenallee 2-3 53177 Bonn Auftragnehmer & Bearbeiter: Dr. Sebastian Meis Dr. Klaus van de Weyer Simon Brauwers (M. Sc. Ökologie) Fritz Siepen (B. Eng. Landschaftsplaner) lana ● plan Lobbericher Str. 5 41334 Nettetal Telefon: 02153 – 97 19 20 E-Mail: sebastian.meis@lanaplan.de www.lanaplan.de Dr. Stefan Staas Jan Lindner Floria Kreische LimnoPlan Bonner Ring 22 50374 Erftstadt Telefon: 02235 – 688 995 E-Mail: info@limnoplan.org www.limnoplan.comSeite 8 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 4 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung .............................................................................5 1.1 Anlass und Aufgabenstellung ...................................................... 5 2 Methoden .............................................................................6 2.1 Untersuchungsgebiet .................................................................. 6 2.2 Untersuchungszeitraum .............................................................. 7 2.3 Karte der Substrattypen und Schlammmächtigkeit ...................... 7 2.4 Sedimentuntersuchungen ........................................................... 7 2.4.1 Korngrößenverteilung.................................................................................... 8 2.4.2 Sedimentbelastung ........................................................................................ 8 2.4.3 Analyse des Gesamtphosphorgehaltes.......................................................10 2.5 Untersuchungen im Freiwasser................................................. 10 2.5.1 Chemisch-physikalische Parameter ............................................................10 2.5.2 Trophiebewertung .........................................................................................11 2.5.3 Untersuchung Phytoplankton (Blaualgen) ..................................................12 2.6 Sondierende Befischung ........................................................... 12 3 Ergebnisse & Diskussion .................................................13 3.1 Übersichtskartierung der Wassertiefen ..................................... 13 3.2 Übersichtskartierung der Substrattypen und der Schlammmächtigkeit .......................................................................... 14 3.3 Sedimentuntersuchungen ......................................................... 16 3.4 Untersuchung im Freiwasser & Trophiebewertung .................... 22 3.5 Untersuchung der Blaualgen (Cyanobakterien)......................... 25 3.6 Sondierende Befischung ........................................................... 26 3.7 Sonstige Beobachtungen .......................................................... 26 4 Maßnahmenempfehlungen...............................................28 5 Kostenüberschlag .............................................................30 6 Literatur..............................................................................31 7 Anhang ...............................................................................33Seite 9 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 5 1 Einleitung 1.1 Anlass und Aufgabenstellung Am 01.04.2021 beauftragte die Stadt Bonn – Amt für Umwelt und Stadtgrün - das Büro lanaplan mit Untersuchungen zur Grundlagenerhebung im Unteren Derleteich. Die Stadt Bonn beabsichtigt, sukzessive verschiedene Teiche im Stadtgebiet zu sanieren. Im Fall des Unteren Derleteichs stehen dabei Aspekte der Erholungsnutzung (landschaftsästhetische Aspekte, Vermeidung von Geruchsentwicklung) im Vordergrund. Des Weiteren sind Aspekte der Angelnutzung (Verlandung, Massenentwicklung von Makrophyten) sowie der generelle Erhalt der Wasserfläche zu berücksichtigen. Die durchzuführenden Untersuchungen beinhalten gemäß Aufgabenbeschreibung (datiert 24.02.2021) die folgenden Positionen: - Sedimentuntersuchungen - Untersuchungen im Freiwasser - Sondierende Befischung - Bericht inkl. MaßnahmenempfehlungenSeite 10 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 6 2 Methoden 2.1 Untersuchungsgebiet Der Untere Derleteich befindet am westlichen Rand des Stadtgebietes der Stadt Bonn im Derletal (Abbildung 2-1). Das Derletal stellt das zweitgrößte Naherholungsgebiet der Stadt Bonn dar, welches neben Wald- und Wiesenflächen auch eine Kette von kleinen Teichen umfasst (STADT BONN 2021). Das Naherholungsgebiet Derletal wurde im Jahr 1979 offiziell eingeweiht. Der Untere Derleteich weist eine Wasserfläche von ca. 0,2 ha auf und wird vom Heilsbach durchflossen. Dieser entspringt einer Quelle unweit südlich der Teichkette. Der Heilsbach mündet am Südufer in den Teich; der Ablauf (Mönch) befindet sich in der nordöstlichen Ecke der Teichfläche (Abbildung 2-2). Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte der Teiche sowie das genaue Alter der Teiche liegen nicht vor; es ist anzunehmen, dass die Teiche um das Jahr 1979 entstanden ist. Abbildung 2-1: Lage des Unteren Derleteichs und Ist-Zustand. (A) Lage des Unteren Derleteichs (blaue Schraffur) östlich der Derlestraße im Maßstab 1:1.500 (Hintergrundkarten DGK 1:5.000 und DOP © Geobasis NRW 2019, dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0)). (B) Ist-Zustand im April 2021 von südöstlichem Ufer. Abbildung 2-2: Ablaufbauwerk (Mönch) am nordöstlichen Ufer des Unteren Derleteichs.Seite 11 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 7 Der Untere Derleteich ist Teil des Naturpark Rheinland (NTP-010) und des Landschaftsschutzgebietes Hardtberg (LSG-5208-0005) (LINFOS 2021). Gemäß LINFOS (2021) sind aus dem Unteren Derleteich keine planungsrelevanten Arten bekannt. Nennenswert ist der Nachweis des Grasfroschs (Rana temporaria) aus dem Jahr 1996 in einem südlich des Unteren Derleteichs gelegenen Teichs. Bei dieser Art handelt es sich gemäß Roter Liste NRW (SCHLÜPMANN et al. 2011) um eine Art, die nach Begriffsbestimmung § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG „besonders geschützt“ ist. Des Weiteren ist die Art im FFH Anhang (Anhang V) aufgeführt (LANUV 2021a). 2.2 Untersuchungszeitraum Die Untersuchungen wurden an insgesamt vier Terminen im Zeitraum zwischen April und September 2021 durchgeführt. 2.3 Karte der Substrattypen und Schlammmächtigkeit Am 01.06.2021 wurden am Unteren Derleteich Sedimentproben mit einem Sedimentstechrohr (Durchmesser 7 cm, Länge 60 cm, HydroBios) vom Boot aus entnommen und die Lage der Probestellen wurde mittels GPS erfasst. Insgesamt wurden 44 Probestellen beprobt. Die entnommenen Proben wurden einer der folgenden Substrattypen zugeordnet: (i) kiesig- sandiges Substrat, (ii) organisch-lehmiges Substrat und (iii) Mischsubstrat (organisches Sediment, Lehm, Kies, Sand). Auf Basis der erhobenen Daten wurde eine Übersichtskarte der Substrattypen mit der Software ArcGIS (Version 10.2.2) erstellt. Im Zuge der Erfassung der Substrattypen erfolgte auch die Untersuchung der Schlammmächtigkeit und der Wassertiefen. An den Probestellen wurde die Schlammmächtigkeit und die Wassertiefe mit Hilfe einer Messstange (Auflösung ± 0,1 m) vom Boot aus ermittelt und die geographische Lage mittels GPS erfasst. Auf Basis der erhobenen Daten wurden Übersichtskarten der Schlammmächtigkeit sowie der Wassertiefen mit der Software ArcGIS (Version 10.2.2) erstellt. Des Weiteren wurde eine Übersichtskarte der Schlammmächtigkeit mit der Software SAGA (CONRAD et al. 2015) erstellt. Hierbei wurden aus den erhobenen Punktdaten Rasterkarten interpoliert. 2.4 Sedimentuntersuchungen Am 17.08.2021 wurden Sedimentproben im Unteren Derleteich an drei Probestellen mit einem Sedimentstechrohr (HydroBios) entnommen und zu einer Mischprobe vereinigt. Die Lage der Probestellen mittels GPS erfasst (Abbildung 2-3). An den Probestellen konnten Sedimentproben mit einer Mächtigkeit zwischen 0,25 und 0,35 m entnommen werden. Die Probe wurde mechanisch homogenisiert und bis zum Transport ins Labor kühl und dunkel gelagert. Im Labor erfolgte eine Analyse der Korngrößenverteilung, der Sedimentbelastung (LAGA 2004, Deponieverordnung 2020) und des Gesamtphosphorgehaltes.Seite 12 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 8 Abbildung 2-3: Lage der Probestellen für die Sedimentuntersuchungen im Unteren Derleteich im Maßstab 1:500 (Hintergrundkarte DOP © Geobasis NRW 2019, (https://www.wms.nrw.de/geobasis/wms_nw_dop)). 2.4.1 Korngrößenverteilung Die Analyse der Sedimentproben erfolgte nach DIN 18123 mittels kombinierter Sieb- & Schlämmanalysen durch das Labor ALBO-tec (Mühlheim an der Ruhr). 2.4.2 Sedimentbelastung Die Analyse der Sedimentproben erfolgte gemäß der Methodik der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA 2004, TR Boden: Z0-Z2) und der Methodik der Deponieverordnung (2020) durch ein akkreditiertes Labor (SEWA Laborbetriebsgesellschaft m.b.H, Essen, Akkreditierung nach: DIN/EN ISO/IEC 17025 Vertrags-Nummer: DAP-PL-1236.00). Folgende Parameter wurden hierbei gemäß LAGA (Tabelle 2-1) und Deponieverordnung (Tabelle 2-2) analysiert:Seite 13 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 9 Tabelle 2-1: Untersuchte Parameter und verwendete Methoden gemäß LAGA (2004). Parameter Methode Untersuchungen im Königswasseraufschluss Aufschluss DIN EN 13657 (2003-01) Arsen DIN EN ISO 11885 (2009-09) Blei DIN EN ISO 11885 (2009-09) Cadmium DIN EN ISO 11885 (2009-09) Chrom DIN EN ISO 11885 (2009-09) Kupfer DIN EN ISO 11885 (2009-09) Nickel DIN EN ISO 11885 (2009-09) Quecksilber DIN EN ISO 12846 (2012-08) Zink DIN EN ISO 11885 (2009-09) Untersuchungen im Salpeteraufschluss Aufschluss VDI 3796-1 Thallium VDI 3796-1 Untersuchungen im Feststoff Cyanid (ges.) DIN ISO 11262 (2012-04) EOX DIN 38414 S17 (2017-01) KW-Index DIN EN 14039 (2005-01) TOC DIN EN 13137 (2001/12) LHKW DIN ISO 22155 (2006-07) BTEX DIN ISO 22155 (2006-07) PAK nach US EPA DIN ISO 18287 (2006-05) PCB nach DIN DIN EN 15308 (2008-05) Untersuchungen im Eluat Chlorid DIN EN ISO 10304-1 (2009-07) Cyanid (ges.) DIN 38405 D7 (2002-04) DEV S4 Eluat DIN EN 12457 (2003-01) Elektr. Leitfähigkeit DIN EN 27888 (1993-11) Phenolindex (w.f.) DIN EN ISO 14402 H37 (1999-12) Sulfat DIN EN ISO 10304-1 (2009-07) pH Wert DIN EN ISO 10523 (2009-07) Arsen DIN EN ISO 11885 (2009-09) Blei DIN EN ISO 11885 (2009-09) Cadmium DIN EN ISO 11885 (2009-09) Chrom DIN EN ISO 11885 (2009-09) Kupfer DIN EN ISO 11885 (2009-09) Nickel DIN EN ISO 11885 (2009-09) Quecksilber DIN EN ISO 12846 (2012-08) Zink DIN EN ISO 11885 (2009-09)Seite 14 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 10 Tabelle 2-2: Untersuchte Parameter und verwendete Methoden gemäß Deponieverordnung (2020). Parameter Methode Untersuchungen im Feststoff Brennwert DIN EN 15170 (2009-02) Glührückstand DIN EN 15169 (2007-05) Glühverlust DIN EN 15169 (2007-05) Schwerfl. liph. Stoffe LAGA KW/04 Atmungsaktivität AT4 AbfAblv Anhang 2 Nr. 5 (Sapromat) Untersuchungen im Eluat Cyanid leicht freisetzbar DIN 38405 D13 (1981-02) DEV S4 Eluat DIN EN 12457 (2003-01) DOC DIN EN 1484 (1997-08) Fluorid DIN 38405 D4 (1985-07) Gesamtgehalt an gelösten Feststoffen DUB 38409 H1-2 (1987-01) Antimon DIN EN ISO 11885 (2009-09) Barium DIN EN ISO 11885 (2009-09) Molybdän DIN EN ISO 11885 (2009-09) Selen DIN EN ISO 11885 (2009-09) 2.4.3 Analyse des Gesamtphosphorgehaltes Die Analyse der Sedimentproben erfolgte durch ein akkreditiertes Labor (SEWA, Essen). Hierzu erfolgte zunächst ein Königswasseraufschluss (DIN EN 13657) und eine anschließende Bestimmung des Gesamtphosphorgehaltes (DIN EN ISO 11885). Darüber hinaus wurde der Trockenrückstand der Proben (DIN EN 12880) bestimmt. Basierend auf den Parametern Gesamtphosphorgehalt, Trockenrückstand und der Teichfläche wurde eine einfache Massenbilanz aufgestellt. 2.5 Untersuchungen im Freiwasser 2.5.1 Chemisch-physikalische Parameter An vier Terminen (20.04.2021, 01.06.2021, 07.07.2021, 17.08.2021) erfolgte die Entnahme von Wasserproben und die Messung chemisch-physikalischer Parameter an einer zentralen Probestelle von einem Boot aus (Abbildung 2-4). An der Probestelle wurden Wasserproben aus verschiedenen Wassertiefen (0 m, 0,5 m, ±1 m) mit einem Ruttner-Schöpfer (HydroBios) entnommen und zu einer Mischprobe vereinigt. Zusätzlich wurde eine Wasserprobe unmittelbar über dem Sediment entnommen. Alle Proben wurden bis zum Transport ins Labor kühl und dunkel gelagert. Des Weiteren erfolgte die Messung der Parameter Temperatur, Sauerstoff, Redoxpotential, pH-Wert und Leitfähigkeit mit einer Multiparametersonde (YSI, ProDSS, Xylem Analytics GmbH & Co. KG) in verschiedenen Wassertiefen. Die Messung der Sichttiefe erfolgte mit einer Secchi-Scheibe (HydroBios, Ø = 20 cm). Allgemeine Bedingungen (u.a. Witterung, Wassertrübung) und besondere Vorkommnisse wurden in einem Feldprotokoll notiert. Die Probenanalyse erfolgte zeitnah nach der Probennahme durch ein akkreditiertes Labor (SEWA, Essen). Die folgenden Parameter wurden dabei analysiert:Seite 15 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 11 Tabelle 2-3: Parameter und verwendete Analysemethoden Parameter Einheit Methode Bestimmungs- grenze* Angenommener Wert** Chlorophyll a μg L-1 DIN 38412 L16 (n. akkr.) 3 μg L-1 - ortho-Phosphat-P mg L-1 DIN EN ISO 6878 (2004-09) 0,01 mg L-1 0,005 mg L-1 Gesamt-Phosphor mg L-1 DIN EN ISO 11885 (2009-09) 0,025 mg L-1 - *, Bestimmungsgrenze der verwendeten Methode; **, angenommener Wert bei Unterschreitung der Bestimmungsgrenze; -, Bestimmungsgrenze nicht unterschritten Abbildung 2-4: Lage der Probestelle für die Entnahme von Wasserproben und Messung verschiedener Parameter im Unteren Derleteich im Maßstab 1:500 (Hintergrundkarte DOP © Geobasis NRW 2019, (https://www.wms.nrw.de/geobasis/wms_nw_dop)). 2.5.2 Trophiebewertung Die Untersuchung und Klassifikation des trophischen Ist-Zustandes erfolgte in Anlehnung an LAWA 2003 anhand der Kenngrößen Gesamtphosphorkonzentration, Chlorophyll a- Konzentration und der Sichttiefe. Die Probenahme erfolgte jeweils an einer zentralen Probestelle (Abbildung 2-4). Die obligatorischen Probennahmen erfolgten einmalig im Frühjahr (20.04.2021) und dreimalig in den Sommermonaten (01.06.2021, 07.07.2021, 17.08.2021). Die Analyse der Gesamtphosphor- und der Chlorophyll a-Konzentration erfolgte durch ein akkreditiertes Labor (SEWA, Essen). Die Messung der Sichttiefe erfolgte mit einer Secchi- Scheibe (Ø = 20 cm).Seite 16 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 12 2.5.3 Untersuchung Phytoplankton (Blaualgen) Die Bestimmung des Chlorophyll a - Gehalts von Blaualgen (Cyanobakterien) und des Gesamtchlorophyll a - Gehalts (Gesamtheit aller Mikroalgen) erfolgte durch in vivo Fluoreszenzmessungen mit einer AlgaeTorch (bbe moldaenke). Die Bestimmung erfolgte an einer zentralen Probestelle (Abbildung 2-4) an insgesamt vier Terminen (20.04.2021, 01.06.2021, 07.07.2021, 17.08.2021). An jedem Termin erfolgten drei Messungen etwa 0,1 m unterhalb der Wasseroberfläche. 2.6 Sondierende Befischung Eine sondierende Befischung (Elektrobefischung) wurde am 20.09.2021 am Unteren Derleteich durch LimnoPlan (Erftstadt) durchgeführt. Die Elektrobefischung wurde bootsgestützt unter Verwendung eines leistungsstarken Stationärgerätes vom Typ Grassl EL 65-II (11,5 kW) mit Gleichstrom durchgeführt. Die im elektrischen Feld narkotisierten Fische wurden abgekeschert, in einer belüfteten Wanne zwischengehältert und am Ende der Befischungsstrecke auf Art- und Größenklassenzugehörigkeit überprüft. Die gefangenen Fische wurden nach der Kontrolle wieder unbeschadet ins Gewässer zurückgesetzt. Die Befischung erfolgte nicht im Sinne einer quantitativen Bestandsaufnahme, sondern als sondierende Befischung. Folglich wurde keine exakte Quantifizierung des Fangaufwandes und keine quantitative Erfassung der Fischvorkommen durchgeführt, die eine Ermittlung des im Gewässer vorhandenen Gesamtfischbestandes und seiner Biomasse ermöglichen würden. Auf Grund der geringen Gewässergröße sowie der geringen Wassertiefe ermöglichte die sondierende Befischung eine repräsentative Erfassung der vorhandenen Fischfauna. Weitere Details sind LIMNOPLAN (2022) zu entnehmen (s. Ergebnisbericht im Anhang).Seite 17 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 13 3 Ergebnisse & Diskussion 3.1 Übersichtskartierung der Wassertiefen Im April 2021 lag die mittlere Wassertiefe des Unteren Derleteichs bei ca. 0,7 m. Die maximale Wassertiefe von 1,2 m wurde im nordwestlichen Bereich des Wasserkörpers gemessen (Abbildung 3-1). Die berechnete Wasserfläche und das Volumen betrugen ca. 1.780 m2 bzw. 1.260 m3. Abbildung 3-1: Untersuchung der Wassertiefen im Unteren Derleteich im Maßstab 1:500 (Hintergrundkarte DGK 1:5.000 © Geobasis NRW 2019, dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by- 2-0)).Seite 18 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 14 3.2 Übersichtskartierung der Substrattypen und der Schlammmächtigkeit Die Untersuchung der Substrattypen ergab, dass in Ufernähe überwiegend kiesig-sandiges Substrat auftrat (Abbildung 3-2). Dieses stellte mit einem Flächenanteil von ca. 67% den vorherrschenden Substrattyp dar. Im zentralen Bereich des Teichs dominierte hauptsächlich organisch-lehmiges Substrat (Flächenanteil ca. 24%). Mischsubstrat spielte mit einem Flächenanteil von 8% eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Abbildung 3-2: Untersuchung der Substrattypen im Unteren Derleteich im Maßstab 1:500 (Hintergrundkarte DGK 1:5.000 © Geobasis NRW 2019, dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by- 2-0)). Die Untersuchung der Schlammmächtigkeit zeigte, dass die höchsten Schlammmächtigkeiten im nordöstlichen Bereich des Unteren Derleteichs auftraten (Abbildung 3-3). Mit Ausnahme dieses Bereiches nahm die Schlammmächtigkeit ausgehend von der Teichmitte zum Ufer hin ± kontinuierlich ab. Die berechnete mittlere und maximale Schlammmächtigkeit betrug 0,2 m bzw. 0,75 m, während das berechnete Schlammvolumen ca. 320 m3 betrug. Unter Berücksichtigung der Messungenauigkeit ist von einem Schlammvolumen zwischen 140 und 500 m3 auszugehen. Die aus den Punktdaten interpolierte Rasterkarte der Schlammmächtigkeit ist in Abbildung 3-4 dargestellt.Seite 19 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 15 Abbildung 3-3: Untersuchung der Sedimentmächtigkeit im Unteren Derleteich im Maßstab 1:500 (Hintergrundkarte DGK 1:5.000 © Geobasis NRW 2019, dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by- 2-0)). Abbildung 3-4: Untersuchung der Sedimentmächtigkeit im Unteren Derleteich im Maßstab 1:500 (Hintergrundkarte DGK 1:5.000 © Geobasis NRW 2019, dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by- 2-0)).Seite 20 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 16 3.3 Sedimentuntersuchungen Die Analyse der Korngrößenverteilung ergab, dass es sich bei der Sedimentprobe (Mischprobe der Probestellen 1 bis 3) des Unteren Derleteichs um sandigen Schluff handelte (Tabelle 3-1). Der Feinkornanteil (<63 μm) der Sedimentprobe betrug ca. 71 %. Die Körnungslinie der entnommenen Mischprobe ist im Anhang abgebildet (Abbildung 7-1). Tabelle 3-1: Bodenart und Feinkornanteil der im Unteren Derleteich entnommenen Sedimentprobe. (U = Schluff, s = sandig) Probestelle Bodenart Feinkornanteil (<63 μm) Mischprobe Probestelle 1 bis 3 U, s 70,8% Die Untersuchungen zur Sedimentbelastung gemäß LAGA ergab, dass die Sedimentprobe die Zuordnungswerte von Einbauklasse 2 überschritt (Tabelle 3-2). Ausschlaggebender Parameter war der erhöhte Gehalt an organischem Kohlenstoff (TOC) von >5%. Des Weiteren kann gemäß LAGA (2004) nur Baggergut aus Gewässern berücksichtigt werden, welches aus Sanden bzw. Kiesen mit einem maximalen Feinkornanteil (<63 μm) von <10 Gewichtsprozent besteht. Auf Grund des höheren Feinkornanteils des Sedimentes des Unteren Derleteichs von >70 % (vgl. Tabelle 3-1) ist eine Verwertung im Sinne des LAGA-Regelwerkes nicht möglich. Aus diesem Grunde wurden die Analysen der entnommenen Sedimentprobe um die Parameter ergänzt, welche eine Einstufung gemäß der Deponieverordnung ermöglichen.Seite 21 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 17 Tabelle 3-2: Übersicht zur Einstufung der Sedimentprobe (Mischprobe der Probestellen 1 bis 3) im Unteren Derleteich gemäß LAGA. Parameter Einheit Mischprobe Feststoff (Königswasseraufschluss) Arsen mg/kg 4,4 Blei mg/kg 25 Cadmium mg/kg 0,35 Chrom mg/kg 24 Kupfer mg/kg 20 Nickel mg/kg 22 Quecksilber mg/kg 0,076 Zink mg/kg 89 Feststoff (Salpeter- säure- aufschluss) Thallium mg/kg <0,40 Feststoff TOC % 6 EOX mg/kg <1,0 Cyanid (ges.) mg/kg <1,0 KW-Index mg/kg <50 C10-C22 mg/kg <50 C22-C40 mg/kg <50 LHKW Dichlormethan mg/kg <0,025 trans-1,2-Dichlorethen mg/kg <0,025 cis-1,2-Dichlorethen mg/kg <0,025 Trichlormethan mg/kg <0,025 1,1,1-Trichlorethan mg/kg <0,025 Tetrachlormethan mg/kg <0,025 Trichlorethen mg/kg <0,025 1,1,2-Trichlorethan mg/kg <0,025 Tetrachlorethen mg/kg <0,025 Chlorbenzol mg/kg <0,025 1,1,1,2-Tetrachlorethan mg/kg <0,025 Summe LHKW mg/kg nicht berechenbar BTEX Benzol mg/kg <0,025 Toluol mg/kg <0,025 Ethylbenzol mg/kg <0,025 m/p-Xylol mg/kg <0,025 o-Xylol mg/kg <0,025 Summe BTEX mg/kg nicht berechenbar PAK nach US EPA Naphthalin mg/kg <0,10 Acenaphthylen mg/kg <0,10 Acenaphthen mg/kg <0,10 Fluoren mg/kg <0,10 Phenanthren mg/kg <0,10 Anthracen mg/kg <0,10Seite 22 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 18 Fluoranthen mg/kg <0,10 Pyren mg/kg <0,10 Benzo(a)anthracen mg/kg <0,10 Chrysen mg/kg <0,10 Benzofluoranthene mg/kg <0,10 Benzo(a)pyren mg/kg <0,10 Dibenz(ah)anthracen mg/kg <0,10 Benzo(ghi)perylen mg/kg <0,10 Indeno(123-cd)pyren mg/kg <0,10 Summe PAK n. US EPA mg/kg nicht berechenbar Summe PAK n.TrinkwV mg/kg nicht berechenbar PCB nach DIN PCB 28 mg/kg <0,01 PCB 52 mg/kg <0,01 PCB 101 mg/kg <0,01 PCB 138 mg/kg <0,01 PCB 153 mg/kg <0,01 PCB 180 mg/kg <0,01 Summe PCB n. DIN mg/kg nicht berechenbar Summe PCB n. AltÖlV mg/kg nicht berechenbar Eluat pH-Wert ohne 8,03 Elektr. Leitfähigkeit μS/cm 830 Chlorid mg/l 55 Sulfat mg/l 140 Cyanid (ges.) mg/l <0,0050 Phenolindex (w.f.) mg/l <0,0080 Metalle Arsen mg/l <0,010 Blei mg/l <0,0050 Cadmium mg/l <0,00050 Chrom mg/l <0,0050 Kupfer mg/l <0,0050 Nickel mg/l <0,0050 Quecksilber mg/l <0,00020 Zink mg/l 0,025 →Einstufung Einzelproben >Z2 Legende Z0 (Lehm/Schluff) Z1 Z2 >Z2Seite 23 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 19 Die Untersuchungen zur Sedimentbelastung gemäß Deponieverordnung führten für die Parametergruppe „organischer Anteil des Trockenrückstandes der Originalsubstanz“, in der die Parameter Glühverlust und TOC (=gesamter organischer Kohlenstoff) berücksichtigt werden, zu einer Überschreitung der Werte der Deponieklasse III (Tabelle 3-3). Gemäß Deponieverordnung (2020) sind Überschreitungen bezüglich der betrachteten Parameter unter folgenden Voraussetzungen zulässig: „… Überschreitungen bei den Parametern Glühverlust oder TOC sind mit Zustimmung der zuständigen Behörde zulässig, wenn die Überschreitungen durch elementaren Kohlenstoff verursacht werden oder wenn (a) der jeweilige Zuordnungswert für den DOC, jeweils unter Berücksichtigung der Fußnoten 9, 10 oder 11 zur Tabelle 2, eingehalten wird, (b) die biologische Abbaubarkeit des Trockenrückstandes der Originalsubstanz von 5mg/g (bestimmt als Atmungsaktivität – AT4) oder von 20 l/kg (bestimmt als Gasbildungsrate – GB21) unterschritten wird, (c) der Brennwert (H0) von 6000 kJ/kg TM nicht überschritten wird, es sei denn, es handelt sich um schwermetallbelastete Ionentauscherharze aus der Trinkwasserbehandlung, (d) es sich bei Ablagerungen auf Deponien der Klasse 0 um Boden und Baggergut handelt und ein TOC von 6 Masseprozent nicht überschritten wird und (e) der Abfall nicht für den Bau der geologischen Barriere verwendet wird. Auf Basis der ermittelten Atmungsaktivität (<5 mg g-1), des ermittelten Brennwertes (<6000 kJ kg-1) und unter Einhaltung der Zuordnungswerte für DOC ist die Sedimentprobe folglich der Deponieklasse DK II zuzuordnen. Die Zuordnung resultiert auf den leicht erhöhten Werten des Parameters „extrahierbare lipophile Stoffe in der Originalsubstanz“ von 0,44%. Hierzu ist anzumerken, dass der gemessene Wert relativ nahe der Einstufungsgrenze zu Deponieklasse DK I liegt (Grenze DK I / DK II bei 0,40%). Die Entnahme der anstehenden organisch-lehmigen Substrate (Entschlammung) und die ggf. parallel anzustrebende Vertiefung (Entnahme von sandig-kiesigem Substrat) führt durch die Vermischung der Sedimente (organisch-lehmiges Substrat und sandig-kiesiges Substrat) zu einem Verdünnungseffekt“ beim Parameter „extrahierbare lipophile Stoffe in der Originalsubstanz“. Aus gutachterlicher Sicht sollte daher im Vorfeld mit den zuständigen Behörden geklärt werden, ob eine Verbringung des gesamten Sedimentes auf eine Deponie der Klasse DK I möglich wäre.Seite 24 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 20 Tabelle 3-3: Übersicht zur Einstufung der Sedimentprobe (Mischprobe der Probestellen 1 bis 3) im Unteren Derleteich gemäß Deponieverordnung. Nr. Parameter Einheit Mischprobe 1 organischer Anteil des Trockenrückstandes der Originalsubstanz 1.01 bestimmt als Glühverlust Masse% 10,5 1.02 bestimmt als TOC Masse% 6 2 Feststoffkriterien 2.01 Summe BTEX (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, o-, m-, p-Xylol, Styrol, Cumol) mg/kg TM nicht berechenbar 2.02 PCB (Summe der 7 PCB-Kongenere, PCB-28, -52, -101, -118, -138, -153, -180) mg/kg TM nicht berechenbar 2.03 Mineralölkohlenwasserstoffe (C10 bis C 40) mg/kg TM <100 2.04 Summe PAK nach EPA mg/kg TM nicht berechenbar 2.05 Benzo(a)pyren mg/kg TM <0,10 2.06 Säureneutralisationskapazität mmol/kg - 2.07 extrahierbare lipophile Stoffe in der Originalsubstanz Masse% 0,44 2.08 Blei mg/kg TM 25 2.09 Cadmium mg/kg TM 0,35 2.10 Chrom mg/kg TM 24 2.11 Kupfer mg/kg TM 20 2.12 Nickel mg/kg TM 22 2.13 Quecksilber mg/kg TM 0,076 2.14 Zink mg/kg TM 89 3 Eluatkriterien 3.01 pH-Wert - 8,03 3.02 DOC mg/l 3,8 3.03 Phenole mg/l <0,0080 3.04 Arsen mg/l <0,010 3.05 Blei mg/l <0,0050 3.06 Cadmium mg/l <0,00050 3.07 Kupfer mg/l <0,0050 3.08 Nickel mg/l <0,0050 3.09 Quecksilber mg/l <0,00020 3.10 Zink mg/l 0,025 3.11 Chlorid mg/l 55 3.12 Sulfat mg/l 140 3.13 Cyanid, leicht freisetzbar mg/l <0,0050 3.14 Fluorid mg/l <0,50 3.15 Barium mg/l 0,15 3.16 Chrom, gesamt mg/l <0,0050 3.17 Molybdän mg/l <0,0050 3.18a Antimon mg/l <0,0050 3.18b Antimon-C0-Wert mg/l - 3.19 Selen mg/l <0,0050 3.20 Gesamtgehalt an gelösten Feststoffen mg/l 530 3.21 elektrische Leitfähigkeit μS/cm 830 Zusätzliche Untersuchungen im Feststoff Brennwert kJ/kg 2600 Atmungsaktivität AT4 mgO2/g <0,50 pH-Wert ohne 7,50 Einstufung Einzelproben ohne Berücksichtigung der geltenden Zusatzkriterien >DKIII → Einstufung Einzelproben bei Berücksichtigung der geltenden Zusatzkriterien DK II Legende DK 0 DK I DK II DK III >DKIIISeite 25 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 21 Gesamtphosphorgehalt im Sediment Der Gesamtphosphorgehalt im Sediment des Unteren Derleteichs lag bei 610 mg Phosphor pro kg Sediment (Tabelle 3-4). Im Gegensatz zum Freiwasser (z.B. LAWA 2003) liegen in Deutschland keine Klassifikationen für Phosphorgehalte im Sediment vor. Aus den Erfahrungswerten anderer Projekte (Lanaplan, unveröff.) und Literaturdaten (u. a. SAS 1989, KLEEBERG 1995) lässt sich jedoch aussagen, dass 610 mg Phosphor pro kg Sediment als mittlere Nährstoffversorgung bezeichnet werden kann (mittlere Nährstoffversorgung ca. 500- 1000 mg kg-1, hohe Nährstoffversorgung ca. 1000-2500 mg kg-1). Zur Veranschaulichung dieser Menge an Phosphor im Sediment wurde eine einfache Massenbilanz aufgestellt, welche die obersten 0,1 m des Sedimentes betrachtet. Im Unteren Derleteich sind demzufolge etwa 27 kg Phosphor in den obersten 0,1 m des Sedimentes enthalten. Während ein Teil dieses Phosphors ± permanent im Sediment gebunden ist, kann es unter entsprechenden chemisch-physikalischen Bedingungen zur Freisetzung eines Teiles des Phosphors aus dem Sediment in die Wassersäule kommen. Dieser freigesetzte oder mobilisierte Phosphor steht dann dem Wachstum von Algen- und/oder Blaualgen zur Verfügung. Unter der theoretischen Annahme, dass nur 1% des Phosphors aus den obersten 0,1 m des Sedimentes mobilisierbar wäre, könnte dies bereits einen Anstieg im Freiwasser um ca. plus 210 μg L-1 verursachen. Tabelle 3-4: Gesamtphosphorgehalt und Trockenrückstand der im Unteren Derleteich entnommenen Sedimentprobe. Probestelle Gesamt- phosphorgehalt (mg kg-1) Trockenrückstand (%) Mischprobe Probestelle 1 bis 3 610 24,8Seite 26 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 22 3.4 Untersuchung im Freiwasser & Trophiebewertung Die Wassertemperatur nahe der Oberfläche betrug in den untersuchten Sommermonaten (Juni bis August) zwischen 17,1 und 18,6 °C (Abbildung 3-5). Trotz der geringen Wassertiefe wies der Untere Derleteich in den Monaten April, Juni und Juli eine schwache Temperaturschichtung auf. Die höchsten Wassertemperaturen von 18,6 °C wurden im Juli gemessen. Kritische Sauerstoffgehalte für Fische (< 4 mg L-1; OTTO & ZAHN 2008, SCHAPERCLAUS 1990) wurden zeitgleich mit den höheren Wassertemperaturen im Juli gemessen (Abbildung 3-6). Im August lagen die Sauerstoffgehalte mit 5,4 mg L-1 nur knapp oberhalb der für Fische kritischen Werte. Abbildung 3-5: Wassertemperatur im Unteren Derleteich im Jahr 2021. Abbildung 3-6: Sauerstoffkonzentration im Freiwasser des Unteren Derleteichs im Jahr 2021. (- - - = fischkritische Sauerstoffkonzentration unter 4 mg L-1)Seite 27 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 23 Das niedrigste Redoxpotential wurde im Juni mit Werten um -300 mV gemessen (Abbildung 3-7), während die Werte der weiteren Untersuchungstermine im Bereich zwischen +90 und +160 mV lagen. Der pH-Wert variierte zwischen pH 7,1 und pH 9,0; die höchsten pH-Werte (um pH 9,0) wurden im April und Juni gemessen (Abbildung 3-8). Abbildung 3-7: Redoxpotential im Freiwasser des Unteren Derleteichs im Jahr 2021. Abbildung 3-8: pH-Wert im Freiwasser des Unteren Derleteichs im Jahr 2021. Die Leitfähigkeit variierte im Untersuchungszeitraum (April bis August) zwischen 325 und 415 μS cm-1 und wies keine besonderen Auffälligkeiten auf (Abbildung 3-9).Seite 28 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 24 Abbildung 3-9: Leitfähigkeit im Freiwasser des Unteren Derleteichs im Jahr 2021. Trophiebewertung In den untersuchten Sommermonaten (Juni-August) erreichte die Chlorophyll a-Konzentration im Juni ein Maximum von 100 μg L-1 , während die Gesamtphosphorkonzentration einen Monat später im Juli ein Maximum von 160 μg L-1 erreichte (Tabelle 3-5). Die Sichttiefe war in den Sommermonaten gering. Die maximalen Gesamtphosphorkonzentrationen wurden zeitgleich mit den niedrigsten Sauerstoffgehalten im Juli gemessen. Tabelle 3-5: Untersuchte Kenngrößen zur Klassifikation des trophischen Ist-Zustandes des Unteren Derleteichs. Probenahme Gesamtphosphor- Konzentration (μg L-1) Chlorophyll a – Konzentration (μg L-1) Secchi- Sichttiefe (m) 20.04.2021 38 79 0,65 01.06.2021 100 100 0,50 07.07.2021 160 10 0,60 17.08.2021 100 12 0,50 Die Klassifikation des trophischen Ist-Zustandes wurde gemäß LAWA (2003) durchgeführt, wobei die Zuordnung in Anlehnung an den Gewässertyp „kleine Baggerseen <5ha“ erfolgte. Die Bewertung führte zum Trophiegrad „polytroph 1“ (Trophie-Index 3,8; Klassengrenze polytroph 1/eutroph 2 bei Trophie-Index 3,6/3,5). Die Bewertung erscheint plausibel. Das Bewertungsergebnis ist insbesondere durch die hohen Gesamtphosphor-Konzentrationen im Sommer in der Wassersäule begründet. Gemäß LAWA (2003) weist die Einstufung „polytroph 1“ auf eine hohe Nährstoffverfügbarkeit hin, in der das Algen- und Blaualgenwachstum zeitweilig nicht nährstoff-(Phosphor)-limitiert ist.Seite 29 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 25 3.5 Untersuchung der Blaualgen (Cyanobakterien) In den untersuchten Sommermonaten (Juni-August) erreichte der Blaualgen Chlorophyll a - Gehalt im Unteren Derleteich ein Maximum von 9 μg L-1 im Juni (Abbildung 3-10). Gemäß den „Empfehlungen zum Schutz von Badenden vor Cyanobakterien-Toxinen“ (UMWELTBUNDESAMT 2015) für Bade- und Freizeitgewässer entsprechen Werte >15 μg L-1 der 2. Warnstufe (Maßnahmen: Warnhinweise veröffentlichen) und Werte >75 μg L-1 der 3. Alarmstufe (Maßnahmen: Warnhinweise veröffentlichen, ggf. vorübergehendes Badeverbot bzw. Sperren des Gewässers). Im Unteren Derleteich waren zu den Zeitpunkten der Probennahme keine erhöhten Blaualgen Chlorophyll a – Gehalte zu verzeichnen. Abbildung 3-10: Entwicklung von Blaualgen (Cyanobakterien) im Unteren Derleteich im Jahr 2021 (X = keine Untersuchung). Die gestrichelte Linie kennzeichnet die 3. Alarmstufe gemäß den „Empfehlungen zum Schutz von Badenden vor Cyanobakterien-Toxinen“ (UMWELTBUNDESAMT 2015) in Bade- und Freizeitgewässern.Seite 30 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 26 3.6 Sondierende Befischung Detaillierte Angaben zur Befischung sind LIMNOPLAN (2022) zu entnehmen. Ziel der sondierenden Elektrobefischung war eine repräsentative Befischung des Teiches, um die Arten- und Größenklassenzusammensetzung abzuschätzen. Es wurde keine quantitative Bestandsaufnahme durchgeführt. Für die Maßnahmenplanung sind folgende Ergebnisse hervorzuheben (für weitere Details s. LIMNOPLAN 2022): - Die Ergebnisse der sondierenden Befischung weisen auf eine relativ hohe Fischbestandsdichte und Fischbiomasse im Unteren Derleteich hin. - Das Fischartenspektrum kann als typisch für verkrautete Stillgewässer eingestuft werden. - Gefährdete oder geschützte Arten wurden nicht nachgewiesen. - Nachweis einer gebietsfremden, invasiven Neozoen-Art (Schwarzmaulgrundel [Neogobius melanostomus]). - Standorttypische Raubfischarten (z.B. Hecht [Esox lucius]) sind in der Artengemeinschaft erheblich unterrepräsentiert bzw. fehlen vollständig. Die nachgewiesene piscivore Art Zander (Sander lucioperca) ist für den Unteren Derleteich als standort-untypisch einzustufen. 3.7 Sonstige Beobachtungen Im Zuge der Probennahmen wurden deutliche Wasserstandsschwankungen im Unteren Derleteich beobachtet (Abbildung 3-11). Zwischen Juli und August 2021 variierte der Wasserstand um circa 0,18 m; dies entsprach mit circa 320 m3 etwa 25% des gesamten Wasservolumens des Unteren Derleteichs. Abbildung 3-11: Schematische Darstellung der Wasserstandsschwankungen im Unteren Derleteich im Jahr 2021.Seite 31 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 27 Das Wasser des Unteren Derleteichs wies überwiegend eine bräunliche bis grau-bräunliche Färbung auf (Abbildung 3-12). Dies deutete darauf hin, dass die Färbung und damit auch die Trübung des Wassers insbesondere durch Sedimente und weniger durch planktische Algen beeinflusst wurde. Sedimente können über den Zulauf und/oder durch die Wühltätigkeit von benthivoren Fischen in die Wassersäule gelangen (BREUKELAAR et al. 1994, LOUGHEED et al. 1998, ROBERTS et al. 1995). Abbildung 3-12: Wasserfärbung im Unteren Derleteich im (A) April 2021, (B) Juni 2021, (C) Juli 2021 und (D) August 2021. Die submerse Makrophytenvegetation war artenarm ausgeprägt und wurde von der neophytischen Art Egeria densa (Dichtblättrige Wasserpest) dominiert (RAABE et al. 2010). Des Weiteren fanden sich in geringen Häufigkeiten Callitriche sp. (Wasserstern) und Myriophyllum spicatum (Ähren-Tausendblatt). Abbildung 3-13: Nachweis der neophytischen Art Egeria densa im Unteren Derleteich im (A) April 2021 und (B) Juli 2021.Seite 32 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 28 4 Maßnahmenempfehlungen Für eine nachhaltige Sanierung des Unteren Derleteichs bieten sich folgenden Maßnahmenoptionen an: ▪ Entschlammung und Vertiefung ▪ Optimierung der Wasserführung und Verminderung von Sedimenteinträgen ▪ Anpflanzung von niedrigwüchsigen Wasserpflanzen ▪ Etablierung einer angepassten fischereilichen Nutzung ▪ Verminderung externer Nährstoffquellen (bei Bedarf) Entschlammung und Vertiefung Für eine nachhaltige Sanierung des Unteren Derleteichs wird vorrangig eine Entschlammung mit anschließender Vertiefung des Gewässers empfohlen. Die Entschlammung dient dabei der Entnahme des nährstoffreichen Substrats (insb. des organisch-lehmigen Substrates), welches als interne Nährstoffquelle zur Entwicklung von Algen- und Blaualgen beiträgt. Die anschließende Vertiefung zielt darauf ab, dass Wasservolumen zu vergrößern um hierdurch den prognostizierten klimatischen Entwicklungen (u.a. Temperaturanstieg, Starkregen- ereignisse, Trockenperioden) und den damit einhergehenden Auswirkungen auf das Gewässersystem perspektivisch entgegenzuwirken (s. u.a. KROPP et al. 2009, LANUV 2021b, GARACK et al. 2022). Im Zuge einer Vertiefung sind möglichst Wassertiefen >4 m anzustreben. Bei der Planung einer Vertiefung sind u.a. die Mächtigkeiten der anstehenden Substrattypen sowie deren Versickerungsfähigkeit und die Grundwasserspiegellage zu ermitteln und zu berücksichtigen. Des Weiteren ist uferseitig im Zuge einer Vertiefung ein Flachuferbereich (Uferneigung mindestes 1:5) zu erhalten. Im Vorfeld einer Entschlammung und Vertiefung ist das gesamte Gewässer abzufischen. Die entnommenen Fische sind durch Umsetzung in andere geeignete Gewässer zu schützen. Hiervon ausgenommen sind zum einen die invasive Schwarzmaulgrundel sowie vorhandene Karpfen; beide Arten sind fachgerecht abzuschlagen und dem Abdecker zuzuführen. Es ist die Möglichkeit zu prüfen, ob der Zulauf temporär über eine Rohrleitung direkt mit dem Ablauf gekoppelt werden kann, so dass eine Entschlammung und Vertiefung im „trockenen“ Gewässer durchgeführt werden kann. Diese Variante wäre voraussichtlich aus Kostengründen einer Nassbaggerung vorzuziehen. Optimierung der Wasserführung und Verminderung von Sedimenteinträgen Zur Optimierung der Wasserführung und gleichzeitiger Verminderung von Sedimenteinträgen sollte am Zufluss ein regulierbares Abschlagsbauwerk (ggf. mit vorgeschaltetem natürlich gestaltetem Absetzbecken) installiert werden. Hierdurch kann bei Starkregenereignissen der Eintrag von Sedimenten vermindert werden. Der Ablauf (Mönch) ist ebenfalls auf seine Funktionsfähigkeit und Dichtigkeit zu überprüfen; bei geringem Wasserdargebot (z.B. Trockenperioden) sollte der Ablauf verschließbar sein. Die Ertüchtigung der Zu- und Ablaufbauwerke zielt insgesamt darauf ab, starke Wasserstandsschwankungen zu vermeiden und Sedimenteinträge zu reduzieren. Im Zusammenspiel mit einer Vertiefung dienen die Maßnahmen am Zu- und Abfluss dem langfristigen Erhalt der Wasserfläche.Seite 33 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 29 Anpflanzung von niedrigwüchsigen Wasserpflanzen Zur Förderung der gewünschten Nutzung (Erholungs- und Angelnutzung) empfiehlt sich im Nachgang an eine Entschlammung und Vertiefung eine Anpflanzung mit niedrigwüchsigen Wasserpflanzen. Hierfür eigenen sich insbesondere Wasserpflanzen aus der Gruppe der Armleuchteralgen, welche Wuchshöhen von circa 1 m in der Regel nicht überschreiten. Ausschlaggebend für die Möglichkeit einer Anpflanzung von Armleuchteralgen sind die Rahmenbedingungen im Gewässer nach einer Entschlammung und Vertiefung. Insbesondere spielt das neu angeschnittene Substrat eine wichtige Rolle (Substrattyp, Nährstoffgehalt). Bei Bedarf kann eine Schicht mit nährstoffarmem Sand aufgebracht werden, um die Bedingungen für die Etablierung von Armleuchteralgen zu optimieren. Welche Armleuchteralgenarten für eine Anpflanzung in Frage kommen würden, hängt von den sich einstellenden chemisch-physikalischen Bedingungen im Gewässer ab. Zu beachten ist, dass die Verfügbarkeit von geeigneten Spendergewässern oftmals den „Flaschenhals“ bei Anpflanzungsprojekten darstellen kann. Etablierung einer angepassten fischereilichen Nutzung Nach Abschluss der oben aufgeführten Maßnahmen ist ein gewässertypischer Fischbestand mit entsprechendem Raubfischanteil (Hecht) im Unteren Derleteich zu etablieren. Hierbei ist der Anteil an benthivoren Fischarten (z.B. Schleien im Hecht-Schleien-Typ) auf ein Mindestmaß zu reduzieren, um die Resuspension von Sedimenten und Nährstoffen zu begrenzen. Auf Grund der relativ geringen Größe des Gewässers ist eine allenfalls sehr extensive angelfischereiliche Nutzung anzustreben. Um diese Nutzung nachhaltig zu gestalten, wird empfohlen, die Fischentnahmen zu reglementieren und zukünftige Besatzmaßnahmen auf Basis einer belastbaren Fangstatistik abzuleiten. Zur Förderung der gewünschten Nutzung (Erholungs- und Angelnutzung) wird zudem die Auflichtung der Ufergehölze empfohlen. Gefällte Bäume (z.B. Erlen) sollen punktuell als Totholz zur Erhöhung der Habitatdiversität im Teich belassen werden. Verminderung externer Nährstoffeinträge Perspektivisch ist zu berücksichtigen, dass bei einer Verringerung interner Nährstoffquellen - durch die Entnahme der nährstoffreichen Sedimente – zukünftig externe Nährstoffquellen im Unteren Derleteich an Bedeutung gewinnen können. Um den möglichen Einfluss der Nährstoffeinträge über den Zufluss zukünftig gesichert abschätzen zu können, wird eine regelmäßige Erfassung der Nährstofffrachten (insbesondere Phosphor) empfohlen. Bei Bedarf sind Nährstoffeinträge über die Zuläufe technisch und/oder biologisch zu reduzieren. Alternativ ist unter Kosten-Nutzen-Aspekten zukünftig auch die Möglichkeit einer wiederkehrenden Phosphor-Fällung im Unteren Derleteich selbst zu berücksichtigen.Seite 34 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 30 5 Kostenüberschlag Zur Orientierung wurde - zusätzlich zu den beauftragten Positionen - ein grober Kostenüberschlag erstellt. Als Grundlage wurden weitgehend Erfahrungswerte bzw. Experteneinschätzungen verwendet. Mit Hinblick auf den orientierenden Charakter der vorliegenden Untersuchung wurden weitere Kosten (u.a. weitere notwendige Detailuntersuchungen, Machbarkeitsstudie, Ausführungsplanung, ökologische Baubegleitung) nicht berücksichtigt. Tabelle 5-1: Kostenüberschlag Sanierung Unterer Derleteich (Stand April 2022) Position Positiondetail Anzahl/ Menge Einheit € pro Anzahl/ Menge Kosten Entschlammung Fische Abfischen des Teiches1 1 Pschl. 6.500,00 € 6.500,00 € Zulauf Temporärer Anschluss des Zulaufs an den Ablauf mittels Rohrleitung offen Entschlammung organisch-lehmiger Schlamm - Entnahme und Trockung (Zentrifuge, Kammerfilterpresse, o.ä.) 500 m3 100,00 € 50.000,00 € Kosten Deponierung (DK I) 650 t 30,00 € 19.500,00 € Kosten Deponierung (DK II) 650 t 40,00 € 26.000,00 € Vertiefung Entnahme Bodenmaterial (Vertiefung von ca. 2/3 der Teichfläche auf ca. 4 m) 4000 m3 30,00 € 120.000,00 € Verbringung Bodenmaterial (Annahme Z1.2) 5200 t 20,00 € 104.000,00 € Optimierung Wasserführung Zulauf regulierbares Abschlagsbauwerk (Wehr) 1 Pschl. 10.000,00 € 10.000,00 € vorgeschaltetes Absetzbecken offen Ablauf Kontrolle und ggf. Ertüchtigung Mönch 1 Pschl. 5.000,00 € 5.000,00 € Anpflanzung Armleuchteralgen Ankauf und Einbau nährstoffarmer Sand (ca. 0,25 m Schicht) 300 m3 35,00 € 10.500,00 € Vorbereitung, Entnahme, Anpflanzung & Monitoring 1 Pschl. 10.000,00 € 10.000,00 € Fischbesatz gewässertypischer Besatz 1 Pschl. 2.000,00 € 2.000,00 € Beprobung Zufluss Nährstoffe & Wassermengen (monatlich über 1 Jahr) 1 Pschl. 10.000,00 € 10.000,00 € Netto Gesamt (wenn DK I) 347.500,00 € Netto Gesamt (wenn DK II) 354.000,00 € Fußnote(n) 1 Beinhaltet die Entnahme u. Umsetzen von Fischen bzw. Kosten für fachgerechte EntsorgungSeite 35 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 31 6 Literatur BREUKELAAR, A. W., E. H. R. R. LAMMENS, J. G. P. KLEIN BRETELER & I. TÁTRAI (1994) Effects of benthivorous bream (Abramis brama) and carp (Cyprinus carpio) on sediment resuspension and concentrations of nutrients and chlorophyll a. Freshwater Biology 32:113-121. CONRAD, O., B. BECHTEL, M. BOCK, H. DIETRICH, E. FISCHER, L. 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Sedimentuntersuchungen Unterer Derleteich (LAGA & DepV)Seite 53 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 49Seite 54 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 50Seite 55 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 51Seite 56 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 52Seite 57 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 53Seite 58 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 54Seite 59 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 55Seite 60 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 56Seite 61 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 57Seite 62 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 58 Rohdaten - Geländeuntersuchungen Datum Wassertrübung (Wasserfärbung) Witterung* Sonstige Beobachtungen 20.04.2021 trüb (grünlich) - sonnig - Windstärke 0-1 - Wolken 10% - Wasserstand 44 cm (Oberkante Ablauf Steine bis Wasseroberfläche) - Makrophyten: Myriophyllum spicatum, Egeria densa, Callitriche sp. 01.06.2021 sehr trüb (bräunlich) - sonnig - Windstärke 0-1 - Wolken 25% - Wasserstand 54 cm (Oberkante Ablauf Steine bis Wasseroberfläche) - Schildkröten 07.07.2021 sehr trüb (grau-bräunlich) - sonnig - Windstärke 0-1 - Wolken 35% - Wasserstand 38 cm (Oberkante Ablauf Steine bis Wasseroberfläche) - Karpfen, Algenschlieren 17.08.2021 trüb (gräulich) - bedeckt - Windstärke 0-1 - Wolken 75% - Wasserstand 56 cm (Oberkante Ablauf Steine bis Wasseroberfläche) * Angabe der Windstärke in Beaufort von 0 (kein Wind) bis 12 (Orkan) Datum Chlorophyll a ddd μg L-1 Gesamt-Phosphor ddd μg L-1 Ortho-Phosphat-P (Epilimnion) μg L-1 Ortho-Phosphat-P (über Grund) μg L-1 20.04.2021 79 38 2 2 01.06.2021 100 100 2 2 07.07.2021 10 160 27 31 17.08.2021 12 100 5 7Seite 63 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 59 Tiefe m Sauerstoff (mg L-1) 20.04.21 01.06.21 07.07.21 17.08.21 0,0 17,2 17,5 3,2 5,6 0,1 17,5 17,4 3,2 5,7 0,2 17,5 17,4 3,2 5,6 0,3 17,4 17,4 3,2 5,6 0,4 17,4 17,2 3,2 5,5 0,5 17,2 10,5 3,3 5,4 0,6 17,1 - 3,4 5,4 0,7 16,9 - 3,4 5,4 0,8 - - 3,4 5,3 0,9 - - 3,4 5,1 1,0 - - 3,4 - - = keine Messung möglich (Wassertiefe zu gering) Tiefe m Temperatur (°C) 20.04.21 01.06.21 07.07.21 17.08.21 0,0 10,3 17,7 18,6 17,1 0,1 10,1 17,6 18,2 17,1 0,2 9,9 17,3 18,1 17,1 0,3 9,8 17,1 17,9 17,0 0,4 9,7 16,8 17,7 17,0 0,5 9,6 16,9 17,5 17,0 0,6 9,6 - 17,4 16,9 0,7 9,6 - 17,3 16,9 0,8 - - 17,2 16,9 0,9 - - 17,3 16,9 1,0 - - 17,2 - - = keine Messung möglich (Wassertiefe zu gering)Seite 64 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 60 Tiefe m Leitfähigkeit (μS cm-1) 20.04.21 01.06.21 07.07.21 17.08.21 0,0 334,4 397,1 373,8 412,5 0,1 329,8 393,7 369,9 412,7 0,2 329,3 391,8 369,5 412,9 0,3 328,3 390,9 369,3 412,9 0,4 328,1 391,6 369,3 412,8 0,5 327,2 391,1 368,6 412,6 0,6 327,3 - 368,3 412,1 0,7 327,4 - 368,8 411,8 0,8 - - 369,4 411,8 0,9 - - 369,9 411,8 1,0 - - 370,8 - - = keine Messung möglich (Wassertiefe zu gering) Tiefe m pH 20.04.21 01.06.21 07.07.21 17.08.21 0,0 8,97 8,96 7,11 7,11 0,1 9,01 8,95 7,08 7,11 0,2 9,00 8,93 7,08 7,11 0,3 8,98 8,91 7,08 7,11 0,4 8,97 8,89 7,09 7,11 0,5 8,93 8,88 7,08 7,11 0,6 8,90 - 7,07 7,11 0,7 8,85 - 7,07 7,11 0,8 - - 7,07 7,11 0,9 - - 7,07 7,11 1,0 - - 7,06 - - = keine Messung möglich (Wassertiefe zu gering)Seite 65 von 66 Grundlagenerhebung Unterer Derleteich lana ● plan 61 Tiefe m Redoxpotential (mV) 20.04.21 01.06.21 07.07.21 17.08.21 0,0 157,9 -301,7 156,4 93,6 0,1 158,7 -315,4 156,7 94,3 0,2 159,3 -318,5 156,7 94,7 0,3 160,2 -320,5 156,5 95,0 0,4 161,7 -325,0 156,3 95,2 0,5 162,4 -329,1 156,5 96,2 0,6 162,6 - 156,7 97,6 0,7 162,3 - 156,6 97,9 0,8 - - 156,3 101,1 0,9 - - 155,6 101,1 1,0 - - 117,8 - - = keine Messung möglich (Wassertiefe zu gering)Seite 66 von 66
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