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231408 · Beschlussvorlage

Neubau des Kurfürstenbades

Nummer
231408
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
16.08.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 06.09.2023 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Sportausschusses 31.08.2023 Empfehlung
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 12,9 MB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 231408-01 AA SPD-Fraktion BV Bad Godesberg: Neubau des Kurfürstenbades Antrag zur Vorlage 231408
  2. 231408-02 Neubau des Kurfürstenbades

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Beschlussvorlage
öffentlich
231408
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt
Dezernat:
Dez. IV
Neubau des Kurfürstenbades
Beratungsfolge
Sportausschuss 31.08.2023 Empfehlung
Bezirksvertretung Bad Godesberg 06.09.2023 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Die Bezirksvertretung Bad Godesberg stimmt der Vorplanung für
den Neubau des Kurfürstenbades zu.
2. Die Sportverwaltung wird ermächtigt auf Grundlage der
Vorplanungsergebnisse alle juristischen, vergabetechnischen und
bautechnischen Schritte und Leistungen für eine
„TOTALUNTERNEHMER-VERGABE = TU“ zu beauftragen und das
entsprechende Vergabeverfahren einzuleiten und durchzuführen.
Hierzu können auch weitere externe Fachleute beauftragt werden.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Bürgerinnen und Bürger in Bad
Godesberg über den aktuellen Planungsstand im Rahmen einer
öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung zu informieren.
Begründung
Der Rat der Bundesstadt Bonn hat in seiner Sitzung am 18.06.2020 den
Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft beschlossen (DS
200671). Danach soll auf dem Grundstück des ehemaligen Kurfürstenbades
nach vorherigem Abriss ein Neubau errichtet werden. Das neue Bad soll das
Profil eines Gesundheitsbades erhalten.
Die Verwaltung ist mit dem vorgenannten Beschluss ermächtigt worden, für die
zu prüfenden infrastrukturellen Maßnahmen die Leistungsphasen 1
(Grundlagenermittlung) und 2 (Vorplanung einschließlich Kostenschätzung)
nach HOAI zu beauftragen und hierzu Aufträge an externe Planungsbüros zu
vergeben.
Die Ergebnisse der Vorplanung LP2 für den Neubau des Kurfürstenbades
liegen der Sportverwaltung vor. Die v. g. Planungsleistungen wurden erbracht
und liefern belastbare Aussagen.Seite 1 von 42
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1. Aufgabenstellung
Auf dem Grundstück des alten Kurfürstenbades Kürfürstenallee 7a, 53177
Bonn soll nach dem oben genannten Beschluss des Rates ein Neubau mit dem
folgenden Raumprogramm errichtet werden:
￿Ein Lehrschwimmbecken 12,5m x 10m Wassertiefe 0m bis 1,8m mit
Hubboden
￿Ein Sportschwimmerbecken 25mx12,5m mit Sprunganlage 1m Brett und 3m
Brett
￿Ein Kinderbecken 5m x 5m
￿Ein Multifunktionsbecken, Wasserfläche 80m², Wassertiefe 0m bis 1,8m mit
Hubboden
￿Ein ca. 330m² großer Saunabereich mit finnischer Sauna, Dampfbad, Infrarot-
Sauna, Sauna-Ruheraum und Sauna-Außenbereich
￿Entsprechende Sanitär-, Sozial- und Nebenräumen nach KOK
(Koordinierungskreis Bäder) und entsprechend der Arbeitsstättenrichtlinie
Hinweis:
Der Rückbau des alten Kurfürstenbades wurde in der Sitzung der
Bezirksvertretung Bad Godesberg am 08.06.2022 (DS 221044) beschlossen.
2. Allgemeine Objektbeschreibung
Auf Grund der sehr begrenzten zur Verfügung stehenden bebaubaren Fläche
ist ein zweigeschossiger Baukörper mit aufgesatteltem Technikgeschoss
geplant. Die Beckenebene ist zweigeteilt, ein Lehrschwimmbecken ist auf der
Erdgeschossebene angeordnet, Sport-, Multifunktions- und Kinderbecken
befinden sich, untereinander getrennt, im Obergeschoss. Unmittelbar an das
erdgeschossige Foyer mit dem im Zentralbereich angeordneten Paul-Magar-
Mosaik „Heiterer Tag am Wasser“ befinden sich angrenzend die
Sammelumkleiden, Dusch- und WC-Bereiche, sowie die erforderlichen
Personalräume. Der Zugang zum Obergeschoss erfolgt über eine
Treppenanlage bzw. über eine Aufzugsanlage. Im Obergeschoss befinden sich
die den Becken zugeordneten Umkleiden, Dusch- und WC-Bereiche. Darüber
hinaus soll an der nördlichen Gebäudeflanke eine Sauna mit parkseitig
orientierten Ruheräumen und angrenzendem Außenbereich angeordnet
werden. Alle Funktionsbereiche sind barrierefrei ausgestattet. Die komplette
Dachfläche soll mit einer extensiven Dachbegrünung begrünt werden und
vollflächig mit einer PV-Anlage ausgestattet werden.
Für alle Glasflächen werden nachweislich wirksame Maßnahmen zum Schutz
vor Vogelschlag ergriffen, um artenschutzrechtliche Verbotsbestände zuSeite 2 von 42
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vermeiden. Hierbei werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse (Rössler,
et. Al. (2022): Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht. Schweizerische
Vogelwarte Sempach) berücksichtigt.
Die Eignung für eine teilweise Begrünung der Fassaden wird im weiteren
Planungsprozess geprüft. Geeignete Bereiche werden wand- oder
bodengebunden begrünt, nicht dafür geeignete Fassadenbereiche werden hell
gestaltet. Im Außenbereich werden verschattete Bereiche vorgesehen, um die
Hitzebelastung an heißen Tagen zu reduzieren.
3. Klimaschutz und Klimaanpassung
Die Stadt Bonn beabsichtigt bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden, sich
kontinuierlich zu einer klimaresilienten Stadt weiterzuentwickeln und
Vulnerabilitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu reduzieren. Diese
Zielsetzungen wurden 2019 mit dem Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz
und Klimaanpassung (DS 190114), welches sich als der
Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn versteht, durch den Rat beschlossen.
Vor diesem Hintergrund werden Anforderungen und Maßgaben zu Klimaschutz
(z. B. Energieeffizienzstandard, Energieversorgung, solarenergetische
Optimierung, nachhaltiges Bauen) und Klimaanpassung (z. B. Optimierung der
Durchlüftung, Dachbegrünung) formuliert. Diese Anforderungen sind im
bisherigen Planungsprozess bereits berücksichtigt worden.
4. Energie- und Technikkonzept
Die Betriebskosten eines jeden Bades betragen im Lebenszyklus des
Gebäudes ein Vielfaches der Investitionskosten. Dabei machen die
Energiekosten einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten in einem Hallenbad
aus. Die Vorplanung des Kurfürstenbades als Gesundheitsbad hat einen
Schwerpunkt auf einen optimierten und nachhaltigen Ressourceneinsatz
gelegt.
Der Rat der Bundesstadt Bonn hatte im November 2019 beschlossen: "Unsere
Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral" (DS 190232), operationalisiert
wird dieses Ziel durch den „Bonner Klimaplan“ (DS 222006).
Der Planungsansatz sieht wie folgt aus:
• Minimierung des Gebäudeenergiebedarfs
• Optimale Nutzung von Wärmerückgewinnungssystemen
• Einsatz von Wärmepumpen und Solaranlage für die Energieversorgung
• Ausschließliche Verwendung von regenerativen Energien für den
RestenergiebedarfSeite 3 von 42
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Unter Bezug auf die zu realisierenden Becken- und Nebennutzungsflächen
stellt sich der Jahresenergiebedarf des neuen Kurfürstenbades wie folgt dar:
Wärmebedarf Bad: 1.150.000 kWhth/a
Strombedarf Bad: 325.000 kWhel/a
Strombedarf WP: 350.000 kWhel/a
Summe Strombedarf: 675.000 kWh
Stromproduktion PV: -210.000 kWhel/a
Resultierender Strombezug: 465.000 kWh (Stromautarkie 31 %)
Die geplante Gebäudehülle entspricht in etwa dem Effizienzgebäude 40, der
Jahresprimärenergiebedarf liegt zwischen den Anforderungen der
Effizienzgebäude 40 und 55.
Die Wärmeversorgung ist mit vier bedarfsgerechten und kaskadenartig zu- und
abschaltbaren Wärmepumpen geplant. Es werden dabei zwei verschiedene
Wärmepumpensysteme eingesetzt.
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe benutzt die aus den oben beschriebenen
Wärmerückgewinnungssystemen gewonnen Abwärme, um diese auf einem
energetisch höheren Niveau zum Heizen und zur Warmwasserbereitung
bereitzustellen. Bis zu drei weitere Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die
Umgebungsluft als Wärmequelle um das Gebäude mit Wärme zu versorgen.
Der Strombedarf von Schwimmbädern ist trotz aller Maßnahmen zur
Energieeffizienz und Energieeinsparung hoch. Durch den Einsatz der
regenerativen Wärmepumpentechnologie wird der Strombedarf gleichzeitig
mehr als verdoppelt.
Trotz der Einplanung einer möglichst großen Solaranlage mit ca. 250 kWp, ist
eine autarke Stromversorgung im Kurfürstenbad nicht möglich. Es ist ein
zusätzlicher Strombezug von ca. 465.000 kWh pro Jahr notwendig. Für ein
klimaneutrales Kurfürstenbad muss „grüner Strom“ bezogen werden.
Hierzu teilen die SWB verbindlich mit; Zitat E-Mail SWB vom 04.07.2023:
„Wie alle Lieferstellen der Bundesstadt Bonn, wird auch das Kurfürstenbad
zukünftig mit BonnNatur-Strom versorgt. BonnNatur ist 100% Ökostrom,
zertifiziert nach dem "Grüner Strom Label" (GSL), und ist CO 2-frei. Die
Lieferung ist ganzjährig und umfasst dementsprechend auch die Wintermonate.
Damit dürfte einem ganzjährigen klimaneutralen Betrieb nichts im Wege
stehen.“
Fazit:
Mit der Umsetzung des v. g. Energie- und Technikkonzeptes kann das neue
Kurfürstenbad ohne fossile Energieträger betrieben werden.
(weitere Informationen siehe Anlage 2, 3 und Anlage 10)Seite 4 von 42
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5. Kosten
Die Gesamtkosten (KG200 bis KG700) betragen nach der Kostenschätzung der
beteiligten Fachplaner gem. DIN 276 ca. 33,2 Mio.€ (Brutto, Stand: 31.12.2022)
Die Zusammensetzung dieser Kosten ergibt sich aus Anlage 10.
Nach dem Bericht der Projektsteuerung (Anlage 14) entspricht die
Kostenschätzung der Tiefe einer Vorplanung und erscheint plausibel.
Gegenüber den bisher geschätzten Kosten i. H. von 32,9 Mio.€ (Brutto)
ergeben sich Mehrkosten durch das optimierte Energie- und Technikkonzept i.
H. von 300.000,00€ (Brutto).
Hinweis:
Gem. den Ausführungen unter Punkt 8 und dem Rahmenterminplan unter
Anlage 11 ist mit einer rechtsverbindlichen Beauftragung eines
Totalunternehmers bis zum 31.12.2024 zu rechnen.
Nach einer Marktanalyse sowie dem Baupreisindex ist eine jährliche
Kostensteigerung
i. H. ca. 5%, bis zur Beauftragen des TU, zu berücksichtigen!
Des Weiteren ist ein TU-Zuschlag von ca. 15% einzuplanen!
Somit ergeben sich Projektgesamtkosten von 42 Mio.€ (Brutto)
(weitere Informationen siehe Anlage 11-13)
6. Planungsrecht
Der Bebauungsplan Nr. 8116-13 aus dem Jahr 1984 setzt hier unter anderem
eine „Fläche für den Gemeinbedarf – Schwimmbad“ und überbaubare
Grundstücksflächen fest.
Daneben enthält er rechtlich unbestimmte Festsetzungen zu der Zahl der
zulässigen Vollgeschosse, die in anderen Fällen zu einer Gesamtunwirksamkeit
des Bebauungsplanes geführt hatten (vgl. DS – Nr. 210702 – Bebauungsplan
„Freier Weg“). Die Verwaltung wird vor diesem Hintergrund zeitnah einen
Beschluss zur Aufhebung dieses Bebauungsplanes in die Beratungen der
politischen Gremien einbringen.
Eine erste planungsrechtliche Beurteilung des Entwurfs für das neue Hallenbad
hat ergeben, dass dieses Vorhaben sich grundsätzlich in die Eigenart der
näheren Umgebung einfügt, auch wenn die überbaubaren Grundstücksflächen
des Bebauungsplanes überschritten werden. Bei einer eventuellen Anlage von
Freibereichen mit intensiver Publikumsnutzung ist ausreichender Lärmschutz
insbesondere im Hinblick auf umgebende Wohnnutzung sicherzustellen. Es istSeite 5 von 42
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vorstellbar, wie in anderen vergleichbaren Fällen, ein Bauvorhaben auf
Grundlage einer planungsrechtlichen Beurteilung nach § 34 BauGB zu
genehmigen, wenn ein Beschluss zur Aufhebung des maßgeblichen
Bebauungsplanes gefasst wurde, um ihm den noch formal anhaftenden
Rechtsschein seiner Geltung zu nehmen.
Eine abschließende planungsrechtliche Prüfung steht noch aus.
7. Termine
Ein Rahmenterminplan ist als Anlage 10 dieser Vorlage beigefügt.
Unter dem Vorbehalt der politischen Zustimmung, der gesicherten
Finanzierung, der erfolgreichen Durchführung des TU Vergabeverfahrens
(siehe hierzu Punkt 8) sowie hinreichenden Personalressourcen kann mit einer
Fertigstellung des neuen Kurfürstenbades zum 30.06.2027 gerechnet werden.
8. Ausblick und TU - Vergabeverfahren
Gemäß § 5 Abs. 2 VOB/A EU sind Leistungen grundsätzlich in der Menge
aufgeteilt (Teillose) und getrennt nach Art oder Fachgebiet (Fachlose) zu
vergeben. Mehrere Teil- oder Fachlose dürfen zusammen vergeben werden,
wenn wirtschaftliche oder technische Gründe dies erfordern.
Da es sich bei dem Neubau des Kurfürstenbades um einen technisch
höchstanspruchsvollen Sonderbau handelt, bei dem eine besondere
Abhängigkeit der Gewerke untereinander besteht, wird unter der Leitung des im
Sport- und Bäderamtes zuständigen Projektleiters, soweit rechtlich zulässig,
eine Totalunternehmervergabe als Gesamtvergabe angestrebt.
Der Totalunternehmer ist ein Bauunternehmer, der bei der Errichtung eines
Bauwerks neben der Bauausführung auch Planungsleistungen erbringt. Im
konkreten Fall sind das die HOAI Leistungsphasen: LP3 bis LP9.
Die Sportverwaltung schlägt die Errichtung des neuen Kurfürstenbades durch
einen Totalunternehmer = TU vor und beabsichtigt, die juristische,
vergaberechtliche Prüfung sowie die Verfahrensbegleitung durch eine externe
Kanzlei ausführen zu lassen.
Des Weiteren soll die Projektleitung durch externe Fachleute begleitet und
unterstützt werden.
9. Bürgerinformationsveranstaltung
Die Sportverwaltung schlägt vor, den Bürgerinnen und Bürgern in Bad
Godesberg den aktuellen Planungsstand in einer öffentlichen
Bürgerinformationsveranstaltung vorzustellen.Seite 6 von 42
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10. Finanzierung
Für den Neubau des Kurfürstenbades ist auf der Grundlage der
Kostenschätzung sowie unter Berücksichtigung einer jährlichen
Kostensteigerung und eines TU-Zuschlages von Kosten in Höhe von ca. 42
Mio. € auszugehen (siehe Ziffer 5). Die Baukosten sind noch um die
abzugsfähigen Vorsteuern zu kürzen. Nach Berechnung der steuerlichen
Implikationen reicht die Verwaltung eine entsprechende Übersicht nach.
In der Bäderpauschale sind in der mittelfristigen Finanzplanung für die
Umsetzung dieses Projektes bisher 15 Mio. € vorgesehen. Gegenüber den
Annahmen zum bisherigen Finanzrahmen ergibt sich somit ein
voraussichtlicher Mehrbedarf in Höhe von 27 Mio. €.
Die Gründe für diesen Mehrbedarf hat die Verwaltung in der Stellungnahme DS
230895-01 dargelegt. Insbesondere das gegenüber den ursprünglichen
Annahmen erweiterte und politisch beschlossene Raumprogramm für das
Kurfürstenbad ist demnach ursächlich für die Kostenentwicklung.
Der Mittelbedarf für den Neubau des Kurfürstenbades kann aus den im
Haushalt bereits vorhandenen Ansätzen in der Bäderpauschale finanziert
werden, da andere im Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner
Bäderlandschaft vorgesehenen Maßnahmen noch keinen
entscheidungsfähigen Sachstand erreicht haben und somit in der zeitlichen
Abfolge erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können.
Der für eine Umsetzung aller Maßnahmen aus dem Rahmenplan zur
Neuordnung der Bäderlandschaft voraussichtlich anfallende finanzielle
Mehrbedarf sollte bei den nächsten Haushaltsberatungen berücksichtigt
werden.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.08.03 Bereitstellung und Betrieb von
Bädern
1.52.00.08.03.02 Schwimmhallen
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in
Auszahlungen 500.000 €
11.500.000 €
15.000.000 €
15.000.000 €
5520008038000/78.5300 2024
2025 (MFP)
2026 (MFP)
2027 (MFP)
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
42.000.000 €
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle / Veranschlagt Noch bereit- DeckungSeite 7 von 42
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FiPos in zustellen
Auszahlungen /
Aufwendungen
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
Anlage/n
1 Anlage 1, Architektonische Erläuterungen zur Vorplanung (öffentlich)
2 Anlage 2, TGA - Energie- und Technikkonzept (öffentlich)
3 Anlage 3, Bauphysikalisches Konzept zur Vorplanung (öffentlich)
4 Anlage 4, Grundrisspläne EG und 1.OG zur Vorplanung (öffentlich)
5 Anlage 5, Lageplan zur Vorplanung (öffentlich)
6 Anlage 6, Perspektive 1 Blick auf das Kurfürstenbad (öffentlich)
7 Anlage 7, Perspektive 2 Blick ins Foyer mit Paul Magar Mosaik (öffentlich)
8 Anlage 8, Perspektive 3 Blick auf das Sportbecken (öffentlich)
9 Anlage 9, Perspektive 4 Blick auf das Multifunktionsbecken mit Kinderbecken
im Hintergrund (öffentlich)
10 Anlage 10, Perspektive 5 Blick auf das Kurfürstenbad mit PV Anlage und
Dachbegrünung, Vogelperspektive (öffentlich)
11 Anlage 11, Rahmenterminplan (öffentlich)
12 Anlage 12, Kostenschätzung gem. DIN 276 (öffentlich)
13 Anlage 13, Ergänzung zur Kostenschätzung (öffentlich)
14 Anlage 14, Bericht der Projektsteuerung (öffentlich)Seite 8 von 42
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Architektonische Erläuterung zur Vorplanung
Projekt: Kurfürstenbad Bonn Bad Godesberg
Projektkürzel: NKB
Adresse: Kurfürstenallee 7a
53177 Bonn
Bauherr Bundesstadt Bonn
Die Oberbürgermeisterin
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Vertreten durch:
Sport- und Bäderamt
Projektleitung:
Dipl.-Ing. Wolfgang Ziegert
Kurfürstenallee 2-3, 53177 Bonn
Objektplanung: ava Anderhalten Architekten GmbH
Friedrichstraße 127
10117 Berlin
Stand: 01.02.2023Seite 9 von 42
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Ausgangssituation
Die Bundesstadt Bonn beabsichtigt auf dem Grundstück des ehemaligen
Kurfürstenbades nach vorherigem Rückbau und Abriss ein zeitgemäßes Hallenbad zu
errichten und hat ava Anderhalten Architekten mit der Planung des Neubaus des
Kurfürstenbades in Bonn Bad Godesberg beauftragt. Vorgesehen ist die Realisierung
des Hallenbades an gleicher Position des Bestandsgebäudes im Bereich des
hinterliegenden Grundstücks Kurfürstenallee 7a.
Für das Baugrundstück sieht der entsprechende Bebauungsplan der Stadt Bonn
Flächen für den Gemeinbedarf in Form eines Schwimmbades vor, bergseitig in ein-
und zweigeschossiger und talseitig in zwei- und dreigeschossiger Bauweise mit
Flachdach. Die Gebäudehöhe des Neubaus wird unterhalb der Firsthöhe des
benachbarten Altenheims liegen, die Vorgaben zu den Gebäudeabmessungen der
Grundfläche wurden mit 56m x 35m an der Grundfläche des Bestandsgebäudes unter
Berücksichtigung des Raumprogramms orientiert.
Das Gelände hat ein variierendes Höhenniveau und besteht aus einer niedrigen,
nahezu ebenen Fläche im Bereich der Grundstückszufahrt und des östlichen
Gebäudevorbereiches und einer im Gebäudeverlauf stark ansteigende Hangsituation
von Ost nach West von 67,20 ü.N.N. bis auf 76,90 ü.N.N. Die gesamte
Grundstücksfläche beträgt ca. 5.623 m². Geschützter Großbaumbestand ist vor allem
im westlichen Hangbereich im Übergang zum Redoutenpark vorhanden.
Die Ver- und Entsorgung des Gebäudes erfolgt über die vorhandene Zufahrt von der
Kurfürstenallee, im östlichen Bereich des Grundstücks. Die Feuerwehrzufahrt ist von
dort gewährleistet. Die Freianlagen als öffentliche Fläche werden mit Zugang von der
Kurfürstenallee entsprechend gestaltet. Als Bauherrschaft tritt die Bundesstadt Bonn,
Sport- und Bäderamt Technisches Baumanagement TBM, in Erscheinung. Das
Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt Bonn (Sport- und Bäderamt).
Städtebaulich, gestalterisches Konzept
Der kompakte zweigeschossige Baukörper des Hallenbades mit bereichsweise
aufgesatteltem Technikgeschoss, wird im hinterliegenden Grundstücksbereich zur
Kurfürstenallee als Solitärbebauung an der Hangkante zum Stadtpark positioniert.
Das langgestreckte rechteckige Gebäude ist, parallel zu den Grundstücksgrenzen, an
der Hangkante orientiert. Die Gebäudemasse tritt zur Bebauung an der
Kurfürstenallee zweigeschossig mit zurückgesetztem Staffelgeschoss und hangseitig
zum Park, ein- bis zweigeschossig in Erscheinung. Die Ausrichtung des Baukörpers
orientiert sich an der Position des Bestandsbauwerks, die Grundfläche des Baukörpers
entspricht den durch Stadt Bonn vorabgestimmten städtebaulich begrenzten Maßen
von 56 x 35 Metern. Die obere Beckenebene und der Saunabereich haben rückwärtig
einen direkten Bezug zu der Grünfläche des Redoutenparks, der Saunabereich mit
ebenerdigem Ausgang zum rückwärtigen Außenbereich.Seite 10 von 42
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Entwurfsbeschreibung
Der Neubaukörper wird frontal in der Achse der Erschließungsstraße von der
Kurfürstenallee erschlossen. Durch das erdgeschossige Foyer mit direktem Zugang
zu Treppe und Aufzug erreichen die Besucher die Beckenebene im 1.Obergeschoss.
Die Beckenebene ist zweigeteilt: Ein Lehrschwimmbecken mit separaten
Sanitäranlagen, Sammelumkleide- und Föhnbereich ist auf Erdgeschossebene
angeordnet. Die Sport-, Multifunktions- und Kinderbecken befinden sich, voneinander
getrennt, im 1.Obergeschoss.
Auf der Eingangsebene bietet das Foyer einen Sichtbezug für Besucher zum
Lehrschwimmbecken. Unmittelbar an das erdgeschossige Foyer angrenzend sind
Umkleide-, Sanitär- und Aufenthaltsbereiche für das Personal angeordnet. Die
Technikräume der Badewasseraufbereitung mit außenseitig zugänglichem
Chlorgasraum sind im hangseitigen Erdgeschoss mit kurzem Weg zum
Personalbereich verortet.
Auf der Beckenebene des 1.Obergeschosses befinden sich das Sportbecken mit 3m-
Plattform und 1m-Sprunganlage, das Multifunktionsbecken mit Hubboden, das
Kinderbecken mit Kleinkindbereich. Unmittelbar angrenzend aber räumlich und
akustisch getrennt ist die Saunalandschaft verortet. Becken- und Saunaruhebereiche
haben einen direkten Sichtbezug zur Grünanlage des Redoutenparks. An der
nördlichen Gebäudeflanke ist der angrenzende Außenbereich mit Saunagarten von
den parkseitig orientierten Ruheräumen zu erschließen.
Die Technikzentrale in der Dachebene nimmt die lüftungstechnischen Anlagen auf.
Das neue Hallenbad wird den Charakter eines Gesundheitsbades erhalten. Die
Integration der vor Ort vorhandenen Heilquellen, Draitschquelle und Kurfürstenquelle
ist geplant, diese werden im Eingangsfoyer und im Saunabereich durch Trinkbrunnen
erschlossen.
Konstruktion und Material
Der Entwurf sieht im Erdgeschoss eine WU-Betonkonstruktion in Form einer an der
Außenseite mineralisch gedämmten „weißen Wanne“ mit zusätzlicher
„Schwarzabdichtung“ vor. Die geschlossenen Fassadenbereiche im Erd- und
Obergeschoss werden mit vorgehängten und hochgedämmten Natursteinplatten
bekleidet. Raumseitig sind die Fassaden als Betonoberflächen sichtbar oder mit
Keramikfliesen belegt. Für die Fensterelemente und Pfosten-Riegelfassaden sind
3-fach Isolierverglasungen vorgesehen. Der Eingang mit Windfang wird ebenfalls als
Glasfassade in Pfosten-Riegel Konstruktion mit Türelement erstellt.
Die Decke über EG und eine Teildecke über dem 1.OG, im Bereich der darüber
liegenden Technikzentrale, werden als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Zwischen
den Wänden spannen im Bereich der Schwimmbecken jeweils quer zur Hallenrichtung
Stahlträger auf denen Holzelemente, mit integrierter akustischer Wirkung, als
Nebentragwerk angeordnet sind.
Die übrigen Decken über Erd- und Obergeschoss sind weitgehend mit akustisch
wirksamen Abhangdecken aus Holzwerkstoffen und mineralischer Bauweise
verkleidet. Die raumlufttechnischen Anlagen sind im Technikaufbau des
2.Obergeschoss untergebracht, dessen Dachkonstruktion auf denSeite 11 von 42
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Stahlbetonaußenwänden und dem Stahltragwerk über dem 1. Obergeschoss aufliegt.
Als Dachhaut ist eine einlagige Kunststoffbahn unter Schutzlage, Drainschicht und
extensiver Dachbegrünung vorgesehen. Die Dachfläche wird vollflächig mit einer PV-
Anlage ausgestattet.Die Position der raumlufttechnischen Geräte ermöglicht für den
Hallengrundriss kurze Leitungswege. Nichttragende Innenwände werden in Bereichen
mit Feuchtigkeitsbelastung in Leichtbauweise mit zementgebundener Beplankung, als
GK-Trockenbauwände oder KS-Mauerwerkswände ausgeführt. Die Umkleidebereiche
mit Garderobenschränken sind als Systemtrennwände mit feuchteresistenten,
farbigen VSG-Platten ausgeführt. Die Türen der Sanitärbereiche werden in
Stahlzargen mit Nassraumtüren ausgeführt, im erdgeschossigen Technikbereich
werden Stahltüren in Stahlzargen in T30RS Bauweise eingesetzt. Sanitärräume sind
bereichsweise gefliest oder mit abwaschbarem Anstrich versehen. Die tragenden
Innenwände sind mit einem Sockelfliesenbereich und darüber liegendem
Dispersionsfarbanstrich versehen.
Akustisch wirksame Trennwände zwischen den einzelnen Schwimmbecken werden als
raumhohe Verglasungen aus VSG in Stahlrahmen erstellt.
Raumprogramm
Das Raumprogramm und die Raumgrößen übertreffen die Empfehlungen der
Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und des Deutschen Sauna-Bundes.
Das Sportbecken mit den Abmessungen 25,0m x 12,5m und eine Tiefe zwischen 1,80 m
und 3,80m, mit einer Sprunganlage in Form eines 1m-Bretts und einer 3m-Plattform
bildet das Zentrum des Hallenbades. Für die Schul- und Vereinsnutzung steht auf der
unteren Beckenebene ein Lehrschwimmbecken 12,5m x 10,0m, Wassertiefe bis 1,8m
mit Hubboden zur Verfügung. Die barrierefreien Umkleiden sind in die
Sammelumkleiden der Schüler inkludiert. Im 1.Obergeschoss befindet sich ein räumlich
und akustisch abgetrenntes Multifunktions- und Gesundheitsbecken mit einer
Wasserfläche von 80 m² und Wassertiefe 0m bis 1,8m die mit einem Hubboden
einstellbar ist. Ein ebenfalls räumlich und akustisch getrennter Kinderbereich wird mit
einem 25 m² großen Becken mit Wasserattraktionen und zwei unterschiedlichen
Tiefenbereichen zwischen 15 und 40cm angelegt. Den Beckenbereichen sind vier
Sammelumkleiden und zehn Einzelumkleiden sowie entsprechende Dusch- und WC-
Einheiten zugeordnet. Der etwa 330 m² große Saunabereich mit separaten Umkleide-
und Sanitärräumen, Finnischer Sauna, Dampfbad, vier Infrarotsaunen,
Kaltwasserbereich, Tauchbecken, Salzwand sowie Ruhe und Aufenthaltsbereichen, ist
räumlich getrennt vom Hallenbadbetrieb und bietet eine direkte Verbindung zum
Saunagarten mit außenliegendem Tauchbecken und weiteren Ruhemöglichkeiten.Seite 12 von 42
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Erschließung
Über die zentrale Treppenanlage mit Aufzugskern wird sowohl das Foyer, die
Beckenebene des 1.Obergeschosses als auch die Technikzentrale in der Dachebene
direkt erschlossen.
Alle öffentlichen Bereiche des Eingangsbereichs und der unteren Beckenebene sind
barrierefrei ohne Aufzug zugänglich.
Das Sport-, Multifunktions- und Kinderbecken sowie die Saunaanlagen sind über den
Aufzug im zentralen Erschließungskern barrierefrei angebunden.
Nachhaltigkeit
Der kompakte Baukörper verfügt über ein sehr gutes Verhältnis zwischen Volumen
und Hüllfläche. Für die erdberührten und durch Wasser beanspruchten Bereiche wird
Stahlbeton mit einem hohen Recyclinganteil eingesetzt. Die gesamte Gebäudehülle
wird mineralisch hochgedämmt. Im Bereich der Deckenplatte der Beckenebene
kommen Holzwerkstoffe zum Einsatz. Die Wandflächen der Beckenbereiche und
Nassräume werden mit hochwertiger Sanitärkeramik ausgestattet.
Zur vertikalen Erschließung des schwellenlosen Gebäudes ist ein Aufzug mit
Mehrsinnbedienung vorgesehen. Die Türbreiten im Gebäude sind in den
entsprechenden Bereichen auf Rollstuhlbreiten angepasst. Neben den barrierefreien
Sanitäranlagen auf der Beckenebene befindet sich eine barrierefreie WC-
/Duscheinheit im Erdgeschoss.
Die Dachflächen werden begrünt und soweit möglich mit Photovoltaikelementen
belegt.
Durch das Zusammenspiel von langlebigen Materialien, guter Reinigungs- und
Pflegefähigkeit, einfacher Revisionierbarkeit und guter Benutzbarkeit wird
perspektivisch eine lange Lebensdauer bei niedrigen Betriebskosten erreicht.
Paul Magar Mosaik
Für das Kurfürstenbad in Bad Godesberg entstand 1964 das große Glasmosaik
„Heiterer Tag am Wasser“ des Bonner Künstlers Paul Magar, das von der Glasmalerei
Oidtmann in Linnich ausgeführt wurde. Das Mosaik soll erhalten, transloziert und
zukünftig in den Neubau integriert werden. Da das venezianische Glasmosaik nicht
mehr zerstörungsfrei von der Oberfläche gelöst werden kann, wird das gesamte
Bauteil ausgebaut, eingelagert und im Neubau an prominenter Stelle im Foyer wieder
eingebautSeite 13 von 42
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Projekt-Kenndaten
Grundstücksfläche 5623 m2
Grundfläche Gebäude 1972 m2
Geschossfläche 4990 m2
GRZ 0,89
GFZ 0,35
Wasserflächen gesamt 558,50m2
Schwimmerbecken Wassertiefe 1,80m - 3,80m
Abmessungen 25,00m x 12,50m
Wasserfläche 328,50m2
Multifunktions- / Gesundheitsbecken
Wassertiefe 0,00m - 1,80m
Abmessungen 10,00m x 8,00m
Wasserfläche 80,00m2
Kinderbecken Wassertiefe 0,00m - 0,45m
Abmessungen 5,00m x 5,00m
Wasserfläche 25,00m2
Lehrschwimmbecken Wassertiefe 0,00m - 1,80m
Abmessungen 12,50m x 10,00m
Wasserfläche 125,00m2
Saunabereich (ohne Saunagarten) ca.330m2Seite 14 von 42
Bauen im Klimawandel –
Energie- und Technikkonzept im
Neuen Kurfürstenbad
Bonn – Bad Godesberg
Aachen, im Juli 2023
Bauherr Bundesstadt Bonn
Sport- und Bäderamt
Technisches Baumanagement TBM
Rathaus Bad Godesberg
Kurfürstenallee 2-3,
53177 Bonn
Fachplanung
Alexanderstraße 69-71
52062 Aachen
Tel.: 0241 / 47 467 - 0
Verfasser Christian von Schwartz
Michael JanßenSeite 15 von 42
NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg
Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 1 von 6
Einführung
Die Betriebskosten eines jeden Bades betragen im Lebenszyklus des Gebäudes ein Vielfaches der
Investitionskosten. Dabei machen die Energiekosten einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten in
einem Hallenbad aus. Aus diesem Grund liegt ein Schwerpunkt der Planung und der späteren Nutzung
des Gesundheitsbades im effizienten und nachhaltigen Ressourceneinsatz.
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Gaskrise ist es eine logische Zielsetzung im Projekt,
den Gesamtenergiebedarf vom Neubau zu minimieren und das Bad klimaneutral zu betreiben. Der
Planungsansatz sieht wie folgt aus:
➔ Minimierung des Gebäudeenergiebedarfs
➔ Optimale Nutzung von Wärmerückgewinnungssystemen zur Reduktion des Energiebedarfs
➔ Einsatz von Wärmepumpen und Solaranlage für die Energieversorgung
➔ Ausschließliche Verwendung von regenerativen Energien für den Restenergiebedarf
Minimierung des Jahresenergiebedarfs und Zielvorgabe
Wird der Gesamtenergiebedarf minimiert, bedarf es auch keinem Ressourceneinsatz von fossilen oder
regenerativen Energien.
Bei komplexen Bauten, wie öffentlichen Hallenbädern, hat sich der Gesetzgeber in den verschiedenen
Normen, Richtlinien und Energiegesetzen (z.B. GEG, DIN 18599, etc.) in Bezug auf den Energiebedarf
bislang damit begnügt, lediglich Anforderungen an die Gebäudehülle zu machen. Obwohl der
Energieverlust über die Gebäudehülle über das Jahr gesehen in einem Hallenbad nur ca. 20 % des
Gesamtwärmeverbrauches ausmacht. Für den Stromeinsatz werden keine Grenzwerte vorgegeben.
Abbildung 1: Wärmeverluste Schwimmbad
Im Bäderbau werden daher zum besseren Vergleich und Bewertung der Bäder Energiekennzahlen
gebildet. Es werden Energiekennwerte als Wärmebedarf und Strombedarf (Nutzenergie) bestimmt. Als
Bezugsgröße wird die genutzte Beckenwasserfläche (WF) in m² verwendet.
Bereits im Rahmen des Planungswettbewerbs im Jahr 2021 wurden durch das Planungsbüro
ambitionierte Zielwerte für den Wärmebedarf und Strombedarf definiert. Diese Bedarfsziele waren auch
gemeinsame Planungsgrundlage in der Leistungsphase 2 mit allen Fachplanungen:
➔ Allgemeiner Strombedarf Bad: 550 kWhel/m²WF
➔ Wärmeenergiebedarf Bad: 2.000 kWhth/m²WF
Daraus ergeben sich anhand der zu realisierenden Beckenflächen aufgerundet folgende Zielvorgaben
für den Jahresenergiebedarf des Neuen Kurfürstenbad:
➔ Strombedarf Bad: 325.000 kWhel/a
➔ Strombedarf WP: 350.000 kWhel/a
➔ Summe Strombedarf: 675.000 kWh
➔ Stromproduktion PV: -210.000 kWhel/a
➔ Resultierender Strombezug: 465.000 kWh (Stromautarkie 31 %)
➔ Wärmebedarf Bad: 1.150.000 kWhth/aSeite 16 von 42
NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg
Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 2 von 6
In den folgenden Grafiken sind die ermittelten Jahresverläufe für den Wärme- und Strombedarf
dargestellt.
Abbildung 2: Statische Berechnung für den Wärmebedarf und die Wärmeverbrauchsanteile im
Jahresverlauf
Abbildung 3: Statische Berechnung für den Strombedarf und die Stromeigenerzeugung im Jahresverlauf0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Wärmebedarf in kWh
Szenario Wärmebedarf Kurfürstenbad
Energiebilanz - monatlicher Wärmebedarf
Verluste Rückspülwasser Verluste Verdunstung Bedarf WWB (Duschen)
WRG-Verluste Verluste Gebäudehülle Wärmebedarf Hallenbad GESAMT
Poly. (Wärmebedarf Hallenbad GESAMT)
Ansatz 2000 kWh/m²WF
Gesamt Wärmebedarf 1.150.000 kWh/Jahr-
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
70.000
80.000
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Strombedarf/-produktion in kWh
Szenario Strombedarf Kurfürstenbad
Energiebilanz - monatlicher Strombedarf und PV-Stromproduktion
Allgemeiner Strombedarf Bad Strombedarf WP für Wärmeversorgung
Gesamt Strombedarf in kWh Stromproduktion aus PV 250 kWp
Poly. (Gesamt Strombedarf in kWh)
Gesamt Strombedarf inkl. WP 675.000 kWh/Jahr
PV-Eigenstromerzeugung 210.000 kWh/Jahr
Resultierender Strombezug 465.000 kWh/Jahr
Stromautarkie 31 %Seite 17 von 42
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Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 3 von 6
Optimale Nutzung der vorhandenen Energie durch Wärmerückgewinnung
Bäder sind durch einen hohen natürlichen Wärmebedarf charakterisiert, da sehr viel warmes Wasser
genutzt wird. Daher kommt – wenn alle anderen Aspekte beachtet sind – dem Punkt der
Wärmerückgewinnung in Schwimmbädern eine ganz entscheidende Bedeutung zu, um den
Energiebedarf zu minimieren und die Energieversorgung zu optimieren.
Energiestrategie:
➔ Kein Wärmequantum verlässt ungeprüft die Gebäudehülle.
➔ Solange, wie sich eine Weiternutzung auch unter wirtschaftlichen Aspekten effizient und
zukunftsweisend darstellen lässt, wird es im Gebäude gehalten.
➔ Durch Einsatz von Wärmerückgewinnung soll möglichst viel thermische Energie aus dem
Gebäude wieder nutzbar gemacht werden.
Im Kurfürstenbad Bonn werden deshalb gleich vier Hauptsysteme zur Wärmerückgewinnung
eingesetzt:
1. WRG in den Lüftungsanlagen
Die Wärme der verbrauchten Luft (Abluft) wird über Plattenwärmetauscher dazu verwendet die
Frischluft aufzuwärmen. Diese Art der Wärmerückgewinnung ist gesetzlich vorgeschrieben. Der
geplante Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung von ca. 90 % geht jedoch deutlich über die
gesetzlichen Vorgaben hinaus.
2. WRG mittels Fortluftwärmepumpe
Die Restwärme der verbrauchten Luft aus den Lüftungsanlagen wird in einem zweiten Prozess
zusätzlich genutzt. Eine Fortluftwärmepumpe ist eine Luftwärmepumpe, die die benötigte
Wärme nicht aus der Umgebungsluft, sondern aus der Fortluft der Lüftungsanlagen bezieht. Die
Fortluft wird über das ganze Jahr auf unter 5°C abgekühlt. Die entzogene Energie von bis zu
100 kW reicht aus, um zwei Schwimmbecken ganzjährig zu betreiben.
3. WRG durch Spülabwasseraufbereitungsanlage
Als Spülabwasser wird das aus den Anlagen zur Aufbereitung von Schwimm- und
Badebeckenwasser anfallende Filterrückspülwasser bezeichnet. Durch eine Aufbereitung und
Rückführung in den Schwimmbadwasserkreislauf kann nicht nur der Wasserverbrauch um 75
%, sondern auch der Energiebedarf um 90 % gesenkt und die entzogene Energie dem Bad
über einen Wärmepumpenprozess wieder zugeführt werden.
4. WRG von Duschabwasser
Die Abwasserwärmeverluste im Bad können bis zu 25 % in der Gesamtenergiebilanz
ausmachen. Daher soll auch dem bis zu 40°C warmen Duschabwasser die Wärme mittels
Wärmerückgewinnung entzogen und möglichst direkt wieder dem kalten Duschwasser
zugeführt werden.
Einsatz von Wärmepumpen und Solaranlage für die Energieversorgung
Wärmeerzeugung
Seitens der Stadt Bonn war aufgrund des Nachhaltigkeitsgedankens ohnehin klar, dass die
Anforderungen des GEG und EEWärmeG unter Nutzung erneuerbarer Energien übererfüllt werden
sollen. Im Laufe der Planungsphase wurde im Einklang mit dem Bonner Klimaplan 2035 festgelegt,
dass das Neue Kurfürstenbad vollständig klimaneutral zu betreiben ist.
Unter diesen Vorgaben und den Planungsvoraussetzungen hat sich bei der Betrachtung zur Abdeckung
des ganzjährigen Wärmeenergiebedarfs herausgestellt, dass der Einsatz von vier bedarfsgerechten und
kaskadenartig zu- und abschaltbaren Wärmepumpen eine energetisch sinnvolle Lösung ist. Es werden
dabei zwei verschiedene Wärmepumpensysteme eingesetzt.
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe benutzt die aus den oben beschriebenen Wärmerückgewinnungs-
systemen gewonnen Abwärme, um diese auf einem energetisch höheren Niveau zum Heizen und zur
Warmwasserbereitung bereitzustellen. Es wird auch die Verlegung eines Flächenkollektors in der
Bodenplatte und Gründungspfählen als Wärmetauscher in Betracht gezogen, um zusätzliche Wärme
aus den erdberührten Betonbauteilen (Oberflächennahe Geothermie) zu generieren. Eine endgültige
Entscheidung ist hier jedoch erst in LP 3 in Abstimmung mit der Tragwerksplanung möglich.Seite 18 von 42
NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg
Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 4 von 6
Bis zu drei weitere Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle um das
Gebäude mit Wärme zu versorgen. Der Leistungseinsatz der Wärmepumpen ist bei sehr niedrigen
Außentemperaturen und den einzuhaltenden Immissionsrichtwerten sorgfältigst zu planen. Eine
schalltechnische Voruntersuchung hat den Einsatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen geprüft und unter
Einsatz von Minderungsmaßnahmen für realisierbar.
Abbildung 4: Energieflussdiagramm Neues Kurfürstenbad
Alternative regenerative Wärmequellen stehen am Standort nicht zur Verfügung. Es wurden nochmals
Untersuchungen zum Einsatz von Geothermie durchgeführt. Der Neubau des Kurfürstenbads liegt im
geplanten Heilquellenschutzgebiet Zone III A der Draitsch- und der Kurfürstenquelle. Nach Auskunft der
Unteren Wasserbehörde sind Bohrungen in diesem Bereich nur bis maximal 22- 25 m erlaubnisfähig.
Auf dem Grundstück des Kurfürstenbades wäre sogar nur der Bau eines Erdsondenfeldes mit einer
Bohrtiefe von 15 m möglich, aber energetisch nicht sinnvoll.
Auch die Anbindung an ein Fernwärmenetz ist geprüft worden. Nach Aussage der Stadtwerke kommt
ein Fernwärmeanschluss erst in 10 bis 15 Jahren in Betracht.
Stromerzeugung und Strombezug
Der allgemeine Strombedarf eines Bades ist übers Jahr gesehen konstant. Der Strombedarf von
Schwimmbädern ist trotz aller Maßnahmen zur Energieeffizienz und Energieeinsparung hoch. Durch
den Einsatz der regenerativen Wärmepumpentechnologie wird der Strombedarf gleichzeitig mehr als
verdoppelt, siehe Abbildung 2.
Eine autarke Stromversorgung mit einer Solaranlage ist im Kurfürstenbad nicht möglich. Durch Nutzung
aller verfügbaren Dachflächen für eine maximale PV-Fläche, entsteht eine Solaranlage mit ca. 250 kWp
Leistung und einer Stromeigenerzeugung von ca. 210.000 kWh pro Jahr. Diese Leistung reicht jedoch
nur dazu aus, ca. 31 % des Jahresstrombedarfs vom Bad regenerativ und autark zu erzeugen.
Es ist ein zusätzlicher Strombezug von ca. 465.000 kWh pro Jahr notwendig. Für ein klimaneutrales
Kurfürstenbad muss „grüner Strom“ bezogen werden. Hierzu muss nach der Bauphase bei der Nutzung
von Ökostrom ein anbieterspezifischer CO2-Emissionsfaktor ermittelt werden.Seite 19 von 42
NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg
Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 5 von 6
Sanitärtechnik
Bei der Trinkwasserinstallation wurde ein besonderes Augenmerk auf optimierte Hygienestandards
gelegt. Das Bad ist mit einem übergeordneten Wassermanagementsystem zur Steuerung
Hygienespülprogramm, thermischer Desinfektion und Funktionskontrolle aller Armaturen ausgestattet:
Alle Trinkwasserentnahmestellen werden entweder im Badebetrieb genutzt oder aber automatisch
gespült. Die räumliche Zuordnung erfolgte nach dem Prinzip kurzer Leitungswege bei Vermeidung von
unnötigen Stichleitungen.
Zur Schonung der Trinkwasserressourcen und Minimierung der Betriebskosten werden alle öffentlichen
Duschen/Waschtische mit wassersparenden, berührungslosen Armaturen inkl. Hygienespülung
ausgestattet.
Lüftungstechnik
Die Ausführung der Lüftungstechnik hat einen enormen Einfluss auf den Energieverbrauch vom Bad.
Die Be- und Entlüftung der Badehallen und Nebenräume übernehmen sechs Lüftungsanlagen. Es
handelt sich dabei um hocheffiziente, energiesparende Anlagen, die im ständigen Abgleich von
Temperatur und Feuchte für die Behaglichkeit der Badegäste und den Schutz der Bausubstanz sorgen.
Die Gesamtluftmenge beträgt ca. 40.000 m³/h.
Die Dimensionierung der Anlagen erfolgt nach der Richtlinie VDI 2089 jedoch mit einer reduzierten,
ressourcenschonenden Nennluftmenge. Das ist aufgrund der vorgesehenen innovativen Luftführung
realisierbar. Die Luftführung hat nicht nur großen Einfluss auf die Aufenthaltsqualität im Bad. Sie hat
auch entscheidende Bedeutung auf die Verdunstungsverluste der Wasserbecken und damit auf den
größten Energieverbraucher im Schwimmbad. In einem Standard-Hallenbad betragen die
Verdunstungsverluste bis zu 40 % vom Gesamtwärmeverlust eines Bades.
Die Reduzierung der Verdunstungsverluste ist eine der wenigen großen Einflussgrößen auf den
Energieverbrauch von Bädern. Das Einsparpotential beträgt bis zu 25 % vom Wärmeverbrauch. Das
wird durch das neue Luftführungssystem „Luftführung abwärts“ möglich. Die Abluft wird in Bodennähe
abgeführt, wodurch sich eine stabile Feuchteschichtung über den Becken bis zur Hallendecke einstellt
und gleichzeitig Schadstoffe und Feuchte effektiv abgeführt werden können. Die Einbringung der Zuluft
muss aufgrund von 3-fach-Verglasung und hochwertiger Bauphysik nur noch mittels optimierter
Auslässe impulsarm in ca. 2/3 der Raumhöhe in die Hallen eingebracht werden.
Abbildung 5: Effizienzkonzept Luftführung abwärtsSeite 20 von 42
NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg
Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 6 von 6
Badewasseraufbereitung
Die Aufbereitung des Badewassers erfolgt nach DIN 19643 über Saugfilteranlagen in der Verfahrens-
kombination Flockung, Mehrschicht- Filtration, A-Kohle und Chlorung.
Für die Wasserflächen sind jeweils eigene Filterkreisläufe bzw. Aufbereitungsanlagen vorgesehen. Die
Aufteilung auf mehrere Kreisläufe erlaubt eine flexible Betriebsweise in Abhängigkeit von der Belastung
und den Betriebszeiten der einzelnen Becken aber auch unterschiedliche Wassertemperaturen. Zudem
können Energie- und Wassersparprogramme bedarfsweise genutzt werden.
Zur Desinfektion der jeweiligen Beckenkreisläufe wird Chlorgas im Vollvakuumverfahren verwendet. Zur
Stabilisierung des pH-Wertes und zur Einsparung von pH-Korrekturchemikalien sind Marmorkies-
reaktoren vorhanden. Alle Beckenkreisläufe sind mit einer eigenen Mess- und Regeltechnik
ausgestattet, die alle Volumenströme mittels induktiver Durchflussmengenmesser überwacht und über
eine automatische Erfassung sowie Regelung der Hygienehilfsparameter steuert.
Eine Direkteinleitung des Filterspülabwassers in die Kanalisation findet nicht statt. Um möglichst wenig
Frischwasser einzusetzen und damit den Ressourceneinsatz sowie die Betriebskosten zu reduzieren,
ist eine Spülabwasseraufbereitungsanlage vorgesehen. Das bei der Filterrückspülung anfallende
Spülabwasser wird mittels einer Wasseraufbereitungsanlage zu 75 % wieder dem Filterkreislauf
zugeführt. Hierbei erfolgt auch eine Wärmerückgewinnung des Filterspülwassers.
Die Wasserattraktionen in den Becken sind programmgesteuert. Eingriffe nach Ermessen des
Personals zur Anpassung an die Besucherfrequenz sind jederzeit möglich.
Elektrotechnik
Das Bad verfügt über eine Beleuchtungssteuerung, die in tageslichtabhängige und Dauerlicht-Bereiche
unterteilt ist. Diese werden über energiesparende LED-Leuchten versorgt. So lassen sich verschiedene
Beleuchtungsansprüche über gespeicherte Lichtszenarien abrufen. In den Becken werden zudem RGB-
LED-Beckenwasserscheinwerfer verbaut, sodass auch hier direkt unterschiedliche Lichtstimmungen
erzeugt werden können. Das Bad erhält außerdem eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage.
Analog zur Beleuchtung ist auch die Beschallung in verschiedene Beschallungsbereiche unterteilt und
kann ebenfalls entsprechend der jeweiligen Nutzungsszenarien eingestellt und gesteuert werden.
Eine flächendeckende Überwachung leistet eine Brandmeldeanlage mit DIN-Ton-Alarmierung und
Aufschaltung auf eine ständig besetzte Stelle. Flächendeckend sind Rauchmelder installiert. Lediglich
im Hallenbereich sind „nur“ Druckknopfmelder installiert, da hier mit Kanalrauchmeldern die RLT-
Anlagen überwacht und im Brandfall ausgeschaltet werden.
Aufzugstechnik
Die barrierefreie Erschließung macht die Installation eines Aufzugs erforderlich. Dieser wird auch für
einen Liegend-Transport ausgelegt. Die Aufschaltung der Notrufanlage erfolgt auf die zentrale
Leittechnik. Eine statische Brandfallsteuerung wird ebenfalls berücksichtigt.
Gebäudeautomation
Für die Steuerung und Überwachung aller technischen Anlagen wurde eine zentrale Gebäudeleittechnik
vorgesehen, die von einem Server und mehreren Bedientableaus in den Aufsichtsräumen und an den
Schaltschränken bedient werden kann. Sie ermöglicht es, die komplexen technischen Anlagen jederzeit
zu überwachen. Neben der örtlichen Steuerung der Anlagen kann die komplette technische Anlage auch
aus der Ferne überwacht werden.
Die Gebäudeleittechnik bietet auch die Möglichkeit, bei Bedarf die Anlagen bis in die Steuerungsebene
zu optimieren. Die nach der DgfdB vorgegeben Zählerkonzepte werden zur Erfassung aller für die
(Energie-)Optimierung erforderlichen Daten umgesetzt. Die GLT speichert zudem alle Betriebs-
kennzahlen, von den Hygienehilfsparametern der Badewasseranlage und den Systemtemperaturen der
Energieerzeugungsanlagen bis zu den Nutzungszeiten sowie den Wassertemperaturen der
Duschanlagen, so dass ein Energiemonitoring und Energiemanagement gezielt möglich sind.
Eine Aufbereitung und Bereitstellung von interessanten und transparenzfördernden Informationen über
die aktuelle und dauerhaft nachhaltige Betriebsweise des Bades könnte durch die GLT im Gebäude
oder auf der Website für den interessierten Nutzer des Bades in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden.Seite 21 von 42
Anlage 3:
Bauphysikalisches Konzept zur
Vorplanung
- Zusammenfassung LP2 -
Projekt: Neues Kurfürstenbad Bonn
Kurfürstenallee 7a
53177 Bonn
Auftraggeber: Bundesstadt Bonn
Kurfürstenallee 2-3
53177 Bonn
Auftragnehmer: AAINA GmbH
Institut für Nachhaltiges Bauen Aachen
Grüner Weg 1
D-52070 Aachen
Projetnummer: 202214
7 Seiten
Aachen, 06.02.2023Seite 22 von 42
Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept
Anforderungen an das Gebäude Seite 2INSTITUT FÜR
NACHHALTIGES BAUEN
AACHEN
1 Anforderungen an das Gebäude
Das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur
Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG) führt das Ener-
gieeinspargesetz, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmege-
setz zusammen. Es legt Anforderungen an die thermische Gebäudehülle (Dämmdicken und
Fensterqualitäten) und den Primärenergiebedarf des Gebäudes fest. Die Ermittlung der wär-
meübertragenden Umfassungsflächen und der Volumina erfolgt gemäß
DIN V 18599 – Teil 1.
Primärenergiebedarf
Zur Berechnung des zulässigen Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 wird das Gebäude
entsprechend der Nutzung und der technischen Versorgung in unterschiedliche Zonen ein-
geteilt. Zunächst wird ein Referenzgebäude gleicher Geometrie, Nettogrundfläche, Ausrich-
tung und Nutzung mit den im GEG in Anlage 2 angegebenen technischen Ausführungen
gemäß DIN V 18599 berechnet. Anschließend wird das Ist-Gebäude mit der tatsächlichen
geplanten Anlagentechnik und den geplanten U-Werten berechnet. Der so ermittelte Ist-Wert
wird dann mit dem Soll-Wert (Referenzwert) verglichen.
Der Nachweis für das vorliegende Gebäude wird als ein Mehrzonenmodell nach
DIN V 18599 geführt. Der Anforderungswert ergibt sich aus dem Primärenergiebedarf des
Referenzgebäudes abzgl. 25 %, um die Anforderungen des GEGs einzuhalten. Zum
01.01.2023 ist der Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes um 45 % abzusenken, um
den Anforderungswert zu ermitteln.
Mittlere Wärmedurchgangskoeffizienten
Neben dem Jahresprimärenergiebedarf ist bei Nichtwohngebäuden nachzuweisen, dass die
mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der wärmeübertragenden Umfassungsfläche ei-
nes zu errichtenden Nichtwohngebäudes vorgegebene Grenzwerte nicht überschreiten.Seite 23 von 42
Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept
Energetisches Planungskonzept Seite 3INSTITUT FÜR
NACHHALTIGES BAUEN
AACHEN
2 Energetisches Planungskonzept
Für den rechnerischen Nachweis wird das Gebäude als Mehrzonenmodell nach
DIN V 18599 berechnet. Die haustechnischen Parameter werden entsprechend der gebäu-
detechnischen Fachplanung bilanziert.
Nachfolgend werden die geplanten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der wesentli-
chen Außenbauteile angegeben.
Tabelle 2-1: Dämmstärken und bauphysikalische Eigenschaften
Bauteil Bauphysikalische Qualität U in W/(m²K)
AF01 Außenfenster
Uw = 0,90 W/(m²K)
Ug = 0,80 W/(m²K)
g = 0,5
0,800
AF03 Außenfenster EG: Empfang,
Personalraum, Büros
Uw = 0,90 W/(m²K)
Ug = 0,80 W/(m²K)
g = 0,4
0,800
AW01 Außenwand 22 cm WD Typ WAP in WLS 035 0,152
AW02 Außenwand gegen Erdreich 18 cm WD Typ PB in WLS 040 0,211
AW03 Opakes Element 22 cm WD Typ WBP in WLS 035 0,176
FB01 Bodenplatte gegen Erdreich,
beheizt 10 cm Ausgleichs-WD in WLS 040 0,361
DA01 Gründach i.M. 40 cm WD Typ DAA in WLS 040
als Warmdach, begrünt 0,098
Die Wärmebrücken werden pauschal durch Erhöhung der Wärmedurchgangskoeffizienten
um ∆UWB = 0,05 W/(m²K) für die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche erfasst.
Derzeit ist im Nachweis nach GEG ein Luftdichtheitsnachweis berücksichtigt, so dass eine
Gebäudedichtheitsprüfung durchzuführen ist. Die Gebäudedichtheit bei einer Druckdifferenz
von 50 Pa gemäß DIN V 18599 darf maximal q50 = 2,0 m³/(m²*h) betragen. Die Ergebnisse
müssen zur Abnahme vorliegen.Seite 24 von 42
Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept
Ökobilanz Seite 4INSTITUT FÜR
NACHHALTIGES BAUEN
AACHEN
Mit den oben angegebenen Wärmedurchgangskoeffizienten und den Parametern zur ge-
planten Anlagentechnik wurde das Objekt nach dem in DIN V 18599 angegebenen Berech-
nungsverfahren bewertet. Die baurechtlichen Anforderungen werden erfüllt.
Tabelle 2-2: Nachweis gemäß GEG und BEG
Nachweis der thermischen Hülle [W/(m2K)]
Bauteilgruppe zul. U,GEG vorh. U,GEG Prozentuale
Unterschreitung
Opake Außenwand
≥ 19 °C 0,28 0,16 ~ 43 %
Opake Außenwand
12 °C bis < 19 °C 0,50 0,15 ~ 70 %
Transparente
Außenbauteile 1,50 0,90 ~ 40 %
Nachweis des Primärenergiebedarfs [kWh/(m2a)]
Referenzwert qp,Ref
zul. qp,GEG, 2022
zul. qp,GEG, 2023 vorh. qp
Prozentuale
Unterschreitung
181,64 136,23
99,90 88,73 ~ 35 %
~ 11 %
3 Ökobilanz
3.1 Bauteilgruppen
Folgende Bauteilgruppen sind zu berücksichtigen:
- Außenwände (inkl. Fenster und Türen) und Kellerwände
- Dach
- Geschossdecken (inkl. Fußbodenaufbau und -belägen sowie Beschichtungen)
- Bodenplatte (inkl. Fußbodenaufbau und -belägen sowie Beschichtungen)
- Fundamente
- Innenwände und Türen (inkl. Beschichtungen sowie Innenstützen)
- Wärme- und Kälteerzeugungsanlagen sowie lufttechnische Anlagen (ohne Rohre,
Leitungen, Kanäle, …)
- Sonstige gebäudetechnische Anlagen (z.B. Photovoltaik)
Kleinteilige Bauteile wie z.B. Schalter oder Verbindungsmittel können i.d.R. vernachlässigt
werden. Hierfür wird ein Sicherheitsbeiwert von 1,2 angesetzt.Seite 25 von 42
Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept
Ökobilanz Seite 5INSTITUT FÜR
NACHHALTIGES BAUEN
AACHEN
3.2 Ergebnisse
Folgend werden die Ergebnisse der ökobilanziellen Bewertung des Gebäudes zusammen-
gefasst. Dabei werden sowohl die Gesamtergebnisse dargestellt, als auch die der Umwelt-
indikatoren.
Gesamtergebnisse
In den nachfolgenden zwei Tabellen sind die Ergebnisse der Umweltindikatoren für das Ist-
Gebäude (oben) und das Referenz-Gebäude (unten) dokumentiert. Es sind sowohl die Ge-
samtwerte angegeben, als auch die Einzelwerte für die jeweiligen Lebenswegphasen A-D.
Tabelle 3-1: Gesamtergebnisse Ist-Gebäude
IST-GEBÄUDE
GWP ODP POCP AP EP PEne PEges
CO2 CFC11 C2H4 SO2 PO4-3
[MJ/m²NGF*a]
[kg/(m²NGF*a)]
A1-A3 8,67 1,62·10-9 3,44·10-3 1,25·10-2 2,01·10-3 74,48 95
B4 0,64 3,17·10-10 7,60·10-4 1,04·10-3 1,53·10-4 11 14
B6 30,05 3,01·10-9 3,70·10-3 4,93·10-2 6,43·10-3 410,09 523,05
C3-C4 0,89 0 0 0 0 2,88 3,16
D -0,49 -2,17·10-9 -5,75·10-5 -7,51·10-4 -8,35·10-5 -7 -9
GESAMT 39,77 2,87·10-9 0,01 0,06 0,01 491,75 625,35
Tabelle 3-2: Gesamtergebnisse Ref-Gebäude
REF-GEBÄUDE
GWP ODP POCP AP EP PEne PEges
CO2 CFC11 C2H4 SO2 PO4-3
[MJ/m²NGF*a]
[kg/(m²NGF*a)]
A
9,40 5,30·10-7 4,20·10-3 3,70·10-2 4,70·10-3 123 151
B2
C3-C4
D
B6 49,67 7,38·10-8 6,14·10-3 6,20·10-2 4,98·10-3 741 761
GESAMT 59,07 6,04·10-7 1,03·10-2 9,90·10-2 9,68·10-3 864 912
Nachfolgend sind die jeweiligen Anteile von Produktion (blau), Instandsetzung (violett), Ent-
sorgung und Gutschriften (hellgrün) und Nutzung (orange) an den Umweltindikatoren pro-
zentual dargestellt. Die Nutzung des Gebäudes über den Lebenszyklus hat bei allen Umwel-
tindikatoren den größten Anteil an den erzeugten Umweltwirkungen.Seite 26 von 42
Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept
Ökobilanz Seite 6INSTITUT FÜR
NACHHALTIGES BAUEN
AACHEN
Abbildung 3-1 Anteil Lebenszyklus an Umweltwirkungen
Die folgende Abbildung gibt eine Übersicht über den prozentualen Anteil der Bauteile bzw.
Kostengruppen an den Emissionen der Umweltindikatoren für die Produktion des Gebäudes.
Abbildung 3-2 Anteil Bauteile an Umweltwirkungen für ProduktionSeite 27 von 42
Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept
Ökobilanz Seite 7
INSTITUT FÜR
NACHHALTIGES BAUEN
AACHEN
Global Warming Potential (GWP)
Der GWP-Wert wird in kg CO2-Äq./(m2a) angegeben und stellt das Treibhauspotential eines
Stoffes dar. Durch die Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre werden die bo-
dennahen Luftschichten erwärmt, was auch unter dem Begriff „Treibhauseffekt“ bekannt ist.
Um die Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase zu vereinheitlichen bzw. ver-
gleichbar zu machen, werden diese in der Maßeinheit CO2-Äquivalente angegeben.
Die Ergebnisse sind im untenstehenden Diagramm dargestellt. Die dunkel hinterlegten Bal-
ken stellen die Ergebnisse der Konstruktion dar, während die helleren Balken die des Ge-
bäudebetriebs zeigen.
Abbildung 3-3 GWP-Wert IST- und REF-Gebäude
Zusammenfassend liegt eine ökobilanziell betrachtet durchschnittliche konventionelle Kon-
struktion des Gebäudes vor. Der Betrieb des Gebäudes und somit auch die Gesamtwerte
der Ökobilanz-Indikatoren erreichen eine Unterschreitung der Referenzwerte.
Aachen, den 06.02.2023
Dipl.-Ing. Marius VonteinSeite 28 von 42
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Kostenschätzung - 1.Ebene NKB - Neues Kurfürstenbad Bonn
Kostenschätzung DIN 276 Stand: 14.02.2023
1. Ebene aktualisiert am 15.07.2023
Kostengruppen (KG) GP Netto
200 Herrichten und Erschließen 100.000,00 €
300 Bauwerk — Baukonstruktionen 14.678.816,00 €
400 Bauwerk — Technische Anlagen 6.409.022,00 €
Es erfolgte am 15.07.23 eine Aktualisierung der Kosten in KG 400 aufgrund der
Änderungen am Energiekonzept
500 Außenanlagen und Freiflächen 1.500.000,00 €
600 Ausstattung und Kunstwerke 700.000,00 €
700 Baunebenkosten 4.500.000,00 €
Gesamtkosten ∑ 200 bis 700 (Netto) 27.887.838,00 €
+19% MwSt. 5.298.689,22 €
Gesamtkosten ∑ 200 bis 700 (Brutto) 33.186.527,22 €
ca. 33,2 Mio €
Hinweis: Kostenschätzung gem. DIN 276,
Die Ermittlung der Kostenschätzung ∑ 200 bis 700 erfolgt durch die
Büros ava Anderhalten Architekten und Inco
Baupreisindex Statistisches Bundesamt, Stand 31.12.2022
Gesamtkosten ∑ 200 bis 700 (Brutto) mit Stand 31.12.2022Seite 38 von 42
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Prüfbericht LPh 1+2
Kurzbericht Projektsteuerung erstellt durch BMP
Baumanagement GmbH
Projekt
NKB – Neubau Kurfürstenbad Bonn
Bauherr
Bundesstadt Bonn
Sport- und Bäderamt
Technisches Baumanagement TBM
Stand
07.02.2023Seite 40 von 42
Inhalt Anlage 10_ Prüfbericht der Projektsteuerung
Projekt NKB – Neubau Kurfürstenbad Bonn
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1 Prüfbericht LP 2 - Kurzbericht
1.1 Allgemeine Anmerkungen
Die BMP Baumanagement GmbH (BMP) ist für die Projektsteuerung (bis LPh 2) im Projekt Neubau-
Kurfürstenbad Bonn beauftragt. Die LPh 1+2, Grundlagenermittlung und Vorplanung wurde im Zeitraum
07/2022 bis 02/2023 erbracht. Am 10.08.2022 fand ein erster gemeinsamer Planungsworkshop mit
allen Projektbeteiligten statt. Darauffolgend wurden regelmäßige Abstimmungen mit allen Projektbetei-
ligten in Präsenz durchgeführt.
Es ist auftraggeberseitig vorgesehen, nach der Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) einen „To-
talunternehmer (TU)“ zu beauftragen.
1.2 Projektziele
Die Projektziele wurden durch den Auftraggeber im Hinblick auf Termine, Kosten und Qualitäten /
Quantitäten sowie Nachhaltigkeit festgelegt und stellen die Projektgrundlage dar.
Qualitäten und Quantitäten
Durch den Auftraggeber wurden die Qualitäten und Quantitäten sowie das Raum- und Bäderprogramm
definiert. Das neue Bad erhält 4 Schwimmbecken: ein Lehrschwimmbecken, ein Multifunktionsbecken,
ein Kinderbecken sowie ein Sportbecken mit Sprunganlage. Des weitern erhält das Bad eine Sau-
nalandschaft. Das bekannte Mosaik des Künstlers Paul Magar aus dem Bestand soll in den Neubau
integriert werden.
Gegenüber dem Bestand hat sich das Raumprogramm somit deutlich erweitert, dennoch können die
städtebaulich begrenzten Maße für die Grundfläche von 56 x 35 m eingehalten werden und orientieren
sich somit an den Maßen des Bestands.
Nachhaltigkeit
Die Fokussierung auf das Thema Nachhaltigkeit wurde durch den Auftraggeber festgelegt.
Sämtliche Fachplaner haben Ihre Planungen dahingehend forciert (bspw. PV-Anlage auf dem Dach,
Wärmerückgewinnung oder Minimierung des Energiebedarfs).
Zudem wurde das Büro AAINA GmbH (Institut für Nachhaltiges Bauen Aachen) mit dem Wärmschutz-
nachweis sowie mit der Ökobilanziellen Bewertung beauftragt.
Sämtliche entsprechende Nachweise und Berechnungen wurden durch die Fachplaner erbracht und
liegen vor.Seite 41 von 42
Inhalt Anlage 10_ Prüfbericht der Projektsteuerung
Projekt NKB – Neubau Kurfürstenbad Bonn
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Termine
In Abstimmung mit allen Projektbeteiligten wurden folgende Rahmentermine festgelegt:
Kosten
Durch die Fachplaner wurde eine Kostenschätzung gemäß DIN 276 mit Stand 31.12.2022 übergeben.
Die Freianlagenplanung ist zum Stand 31.12.2022 nicht beauftragt. Die Kosten der KG 500 wurden
grob durch den Auftraggeber ermittelt.
Auf Grund der aktuell besonders volatilen Marktsituation, insbesondre mit Hinblick auf Unwägbarkeiten
durch Krisen wie dem Ukraine-Krieg und den daraus nicht hervorsehbaren Folgen, wurde ein Baupreis-
steigerung von 5 % p.a. im Zeitraum bis zur TU-Beauftragung angesetzt.
Zudem wird ein TU-Zuschlag von 15% einkalkuliert. Somit ergibt sich folgende Kostensituation:
KG 200 – 600: 27.534.027,20 € Brutto
KG 700: 5.355.000,00 € Brutto
Baupreissteigerung: 3.371.125,00 € Brutto
TU-Zuschlag: 4.933.354,00 € Brutto
Gesamtsumme: 41.193.506,00 € Brutto
1.3 Fazit
Die Vorliegenden Planunterlagen entsprechen in der Tiefe der vereinbarten Qualität einer Vorplanung.
Die vorgegeben (Planungs-) Projektziele konnten umgesetzt werden. Insbesondere ist hier das auf den
footprint des Bestandes umzusetzende, umfangreichere Raumprogramm zu nennen.
Durch die regelmäßigen intensiven gemeinsamen Besprechungen in Präsenz, konnten bereits über
den Stand einer Vorplanung hinaus Abstimmungen erfolgen. Dies kommt der Bearbeitungszeit der LP
3 (Entwurfsplanung) zugute.
Gemäß den Planungen und Beschreibungen der Fachplaner, wird das Gebäude allen ökologischen
und qualitativen Anforderungen gerecht.
Die Kostenschätzung entspricht der Tiefe eine Vorplanung und erscheint plausibel. Im Zuge der LP 3
sollte diese auf Einsparpotentiale überprüft werden.Seite 42 von 42

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Datenstand: 03.11.2026, 01:47 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de