231408 · Beschlussvorlage
Neubau des Kurfürstenbades
Kerndaten
- Nummer
- 231408
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 16.08.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Entscheidung federführend
- Sitzung des Sportausschusses Empfehlung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 231408 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 52 Sport- und Bäderamt Dezernat: Dez. IV Neubau des Kurfürstenbades Beratungsfolge Sportausschuss 31.08.2023 Empfehlung Bezirksvertretung Bad Godesberg 06.09.2023 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Die Bezirksvertretung Bad Godesberg stimmt der Vorplanung für den Neubau des Kurfürstenbades zu. 2. Die Sportverwaltung wird ermächtigt auf Grundlage der Vorplanungsergebnisse alle juristischen, vergabetechnischen und bautechnischen Schritte und Leistungen für eine „TOTALUNTERNEHMER-VERGABE = TU“ zu beauftragen und das entsprechende Vergabeverfahren einzuleiten und durchzuführen. Hierzu können auch weitere externe Fachleute beauftragt werden. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Bürgerinnen und Bürger in Bad Godesberg über den aktuellen Planungsstand im Rahmen einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung zu informieren. Begründung Der Rat der Bundesstadt Bonn hat in seiner Sitzung am 18.06.2020 den Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft beschlossen (DS 200671). Danach soll auf dem Grundstück des ehemaligen Kurfürstenbades nach vorherigem Abriss ein Neubau errichtet werden. Das neue Bad soll das Profil eines Gesundheitsbades erhalten. Die Verwaltung ist mit dem vorgenannten Beschluss ermächtigt worden, für die zu prüfenden infrastrukturellen Maßnahmen die Leistungsphasen 1 (Grundlagenermittlung) und 2 (Vorplanung einschließlich Kostenschätzung) nach HOAI zu beauftragen und hierzu Aufträge an externe Planungsbüros zu vergeben. Die Ergebnisse der Vorplanung LP2 für den Neubau des Kurfürstenbades liegen der Sportverwaltung vor. Die v. g. Planungsleistungen wurden erbracht und liefern belastbare Aussagen.Seite 1 von 42 Seite 2 1. Aufgabenstellung Auf dem Grundstück des alten Kurfürstenbades Kürfürstenallee 7a, 53177 Bonn soll nach dem oben genannten Beschluss des Rates ein Neubau mit dem folgenden Raumprogramm errichtet werden: Ein Lehrschwimmbecken 12,5m x 10m Wassertiefe 0m bis 1,8m mit Hubboden Ein Sportschwimmerbecken 25mx12,5m mit Sprunganlage 1m Brett und 3m Brett Ein Kinderbecken 5m x 5m Ein Multifunktionsbecken, Wasserfläche 80m², Wassertiefe 0m bis 1,8m mit Hubboden Ein ca. 330m² großer Saunabereich mit finnischer Sauna, Dampfbad, Infrarot- Sauna, Sauna-Ruheraum und Sauna-Außenbereich Entsprechende Sanitär-, Sozial- und Nebenräumen nach KOK (Koordinierungskreis Bäder) und entsprechend der Arbeitsstättenrichtlinie Hinweis: Der Rückbau des alten Kurfürstenbades wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg am 08.06.2022 (DS 221044) beschlossen. 2. Allgemeine Objektbeschreibung Auf Grund der sehr begrenzten zur Verfügung stehenden bebaubaren Fläche ist ein zweigeschossiger Baukörper mit aufgesatteltem Technikgeschoss geplant. Die Beckenebene ist zweigeteilt, ein Lehrschwimmbecken ist auf der Erdgeschossebene angeordnet, Sport-, Multifunktions- und Kinderbecken befinden sich, untereinander getrennt, im Obergeschoss. Unmittelbar an das erdgeschossige Foyer mit dem im Zentralbereich angeordneten Paul-Magar- Mosaik „Heiterer Tag am Wasser“ befinden sich angrenzend die Sammelumkleiden, Dusch- und WC-Bereiche, sowie die erforderlichen Personalräume. Der Zugang zum Obergeschoss erfolgt über eine Treppenanlage bzw. über eine Aufzugsanlage. Im Obergeschoss befinden sich die den Becken zugeordneten Umkleiden, Dusch- und WC-Bereiche. Darüber hinaus soll an der nördlichen Gebäudeflanke eine Sauna mit parkseitig orientierten Ruheräumen und angrenzendem Außenbereich angeordnet werden. Alle Funktionsbereiche sind barrierefrei ausgestattet. Die komplette Dachfläche soll mit einer extensiven Dachbegrünung begrünt werden und vollflächig mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Für alle Glasflächen werden nachweislich wirksame Maßnahmen zum Schutz vor Vogelschlag ergriffen, um artenschutzrechtliche Verbotsbestände zuSeite 2 von 42 Seite 3 vermeiden. Hierbei werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse (Rössler, et. Al. (2022): Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht. Schweizerische Vogelwarte Sempach) berücksichtigt. Die Eignung für eine teilweise Begrünung der Fassaden wird im weiteren Planungsprozess geprüft. Geeignete Bereiche werden wand- oder bodengebunden begrünt, nicht dafür geeignete Fassadenbereiche werden hell gestaltet. Im Außenbereich werden verschattete Bereiche vorgesehen, um die Hitzebelastung an heißen Tagen zu reduzieren. 3. Klimaschutz und Klimaanpassung Die Stadt Bonn beabsichtigt bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden, sich kontinuierlich zu einer klimaresilienten Stadt weiterzuentwickeln und Vulnerabilitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu reduzieren. Diese Zielsetzungen wurden 2019 mit dem Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz und Klimaanpassung (DS 190114), welches sich als der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn versteht, durch den Rat beschlossen. Vor diesem Hintergrund werden Anforderungen und Maßgaben zu Klimaschutz (z. B. Energieeffizienzstandard, Energieversorgung, solarenergetische Optimierung, nachhaltiges Bauen) und Klimaanpassung (z. B. Optimierung der Durchlüftung, Dachbegrünung) formuliert. Diese Anforderungen sind im bisherigen Planungsprozess bereits berücksichtigt worden. 4. Energie- und Technikkonzept Die Betriebskosten eines jeden Bades betragen im Lebenszyklus des Gebäudes ein Vielfaches der Investitionskosten. Dabei machen die Energiekosten einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten in einem Hallenbad aus. Die Vorplanung des Kurfürstenbades als Gesundheitsbad hat einen Schwerpunkt auf einen optimierten und nachhaltigen Ressourceneinsatz gelegt. Der Rat der Bundesstadt Bonn hatte im November 2019 beschlossen: "Unsere Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral" (DS 190232), operationalisiert wird dieses Ziel durch den „Bonner Klimaplan“ (DS 222006). Der Planungsansatz sieht wie folgt aus: • Minimierung des Gebäudeenergiebedarfs • Optimale Nutzung von Wärmerückgewinnungssystemen • Einsatz von Wärmepumpen und Solaranlage für die Energieversorgung • Ausschließliche Verwendung von regenerativen Energien für den RestenergiebedarfSeite 3 von 42 Seite 4 Unter Bezug auf die zu realisierenden Becken- und Nebennutzungsflächen stellt sich der Jahresenergiebedarf des neuen Kurfürstenbades wie folgt dar: Wärmebedarf Bad: 1.150.000 kWhth/a Strombedarf Bad: 325.000 kWhel/a Strombedarf WP: 350.000 kWhel/a Summe Strombedarf: 675.000 kWh Stromproduktion PV: -210.000 kWhel/a Resultierender Strombezug: 465.000 kWh (Stromautarkie 31 %) Die geplante Gebäudehülle entspricht in etwa dem Effizienzgebäude 40, der Jahresprimärenergiebedarf liegt zwischen den Anforderungen der Effizienzgebäude 40 und 55. Die Wärmeversorgung ist mit vier bedarfsgerechten und kaskadenartig zu- und abschaltbaren Wärmepumpen geplant. Es werden dabei zwei verschiedene Wärmepumpensysteme eingesetzt. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe benutzt die aus den oben beschriebenen Wärmerückgewinnungssystemen gewonnen Abwärme, um diese auf einem energetisch höheren Niveau zum Heizen und zur Warmwasserbereitung bereitzustellen. Bis zu drei weitere Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle um das Gebäude mit Wärme zu versorgen. Der Strombedarf von Schwimmbädern ist trotz aller Maßnahmen zur Energieeffizienz und Energieeinsparung hoch. Durch den Einsatz der regenerativen Wärmepumpentechnologie wird der Strombedarf gleichzeitig mehr als verdoppelt. Trotz der Einplanung einer möglichst großen Solaranlage mit ca. 250 kWp, ist eine autarke Stromversorgung im Kurfürstenbad nicht möglich. Es ist ein zusätzlicher Strombezug von ca. 465.000 kWh pro Jahr notwendig. Für ein klimaneutrales Kurfürstenbad muss „grüner Strom“ bezogen werden. Hierzu teilen die SWB verbindlich mit; Zitat E-Mail SWB vom 04.07.2023: „Wie alle Lieferstellen der Bundesstadt Bonn, wird auch das Kurfürstenbad zukünftig mit BonnNatur-Strom versorgt. BonnNatur ist 100% Ökostrom, zertifiziert nach dem "Grüner Strom Label" (GSL), und ist CO 2-frei. Die Lieferung ist ganzjährig und umfasst dementsprechend auch die Wintermonate. Damit dürfte einem ganzjährigen klimaneutralen Betrieb nichts im Wege stehen.“ Fazit: Mit der Umsetzung des v. g. Energie- und Technikkonzeptes kann das neue Kurfürstenbad ohne fossile Energieträger betrieben werden. (weitere Informationen siehe Anlage 2, 3 und Anlage 10)Seite 4 von 42 Seite 5 5. Kosten Die Gesamtkosten (KG200 bis KG700) betragen nach der Kostenschätzung der beteiligten Fachplaner gem. DIN 276 ca. 33,2 Mio.€ (Brutto, Stand: 31.12.2022) Die Zusammensetzung dieser Kosten ergibt sich aus Anlage 10. Nach dem Bericht der Projektsteuerung (Anlage 14) entspricht die Kostenschätzung der Tiefe einer Vorplanung und erscheint plausibel. Gegenüber den bisher geschätzten Kosten i. H. von 32,9 Mio.€ (Brutto) ergeben sich Mehrkosten durch das optimierte Energie- und Technikkonzept i. H. von 300.000,00€ (Brutto). Hinweis: Gem. den Ausführungen unter Punkt 8 und dem Rahmenterminplan unter Anlage 11 ist mit einer rechtsverbindlichen Beauftragung eines Totalunternehmers bis zum 31.12.2024 zu rechnen. Nach einer Marktanalyse sowie dem Baupreisindex ist eine jährliche Kostensteigerung i. H. ca. 5%, bis zur Beauftragen des TU, zu berücksichtigen! Des Weiteren ist ein TU-Zuschlag von ca. 15% einzuplanen! Somit ergeben sich Projektgesamtkosten von 42 Mio.€ (Brutto) (weitere Informationen siehe Anlage 11-13) 6. Planungsrecht Der Bebauungsplan Nr. 8116-13 aus dem Jahr 1984 setzt hier unter anderem eine „Fläche für den Gemeinbedarf – Schwimmbad“ und überbaubare Grundstücksflächen fest. Daneben enthält er rechtlich unbestimmte Festsetzungen zu der Zahl der zulässigen Vollgeschosse, die in anderen Fällen zu einer Gesamtunwirksamkeit des Bebauungsplanes geführt hatten (vgl. DS – Nr. 210702 – Bebauungsplan „Freier Weg“). Die Verwaltung wird vor diesem Hintergrund zeitnah einen Beschluss zur Aufhebung dieses Bebauungsplanes in die Beratungen der politischen Gremien einbringen. Eine erste planungsrechtliche Beurteilung des Entwurfs für das neue Hallenbad hat ergeben, dass dieses Vorhaben sich grundsätzlich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt, auch wenn die überbaubaren Grundstücksflächen des Bebauungsplanes überschritten werden. Bei einer eventuellen Anlage von Freibereichen mit intensiver Publikumsnutzung ist ausreichender Lärmschutz insbesondere im Hinblick auf umgebende Wohnnutzung sicherzustellen. Es istSeite 5 von 42 Seite 6 vorstellbar, wie in anderen vergleichbaren Fällen, ein Bauvorhaben auf Grundlage einer planungsrechtlichen Beurteilung nach § 34 BauGB zu genehmigen, wenn ein Beschluss zur Aufhebung des maßgeblichen Bebauungsplanes gefasst wurde, um ihm den noch formal anhaftenden Rechtsschein seiner Geltung zu nehmen. Eine abschließende planungsrechtliche Prüfung steht noch aus. 7. Termine Ein Rahmenterminplan ist als Anlage 10 dieser Vorlage beigefügt. Unter dem Vorbehalt der politischen Zustimmung, der gesicherten Finanzierung, der erfolgreichen Durchführung des TU Vergabeverfahrens (siehe hierzu Punkt 8) sowie hinreichenden Personalressourcen kann mit einer Fertigstellung des neuen Kurfürstenbades zum 30.06.2027 gerechnet werden. 8. Ausblick und TU - Vergabeverfahren Gemäß § 5 Abs. 2 VOB/A EU sind Leistungen grundsätzlich in der Menge aufgeteilt (Teillose) und getrennt nach Art oder Fachgebiet (Fachlose) zu vergeben. Mehrere Teil- oder Fachlose dürfen zusammen vergeben werden, wenn wirtschaftliche oder technische Gründe dies erfordern. Da es sich bei dem Neubau des Kurfürstenbades um einen technisch höchstanspruchsvollen Sonderbau handelt, bei dem eine besondere Abhängigkeit der Gewerke untereinander besteht, wird unter der Leitung des im Sport- und Bäderamtes zuständigen Projektleiters, soweit rechtlich zulässig, eine Totalunternehmervergabe als Gesamtvergabe angestrebt. Der Totalunternehmer ist ein Bauunternehmer, der bei der Errichtung eines Bauwerks neben der Bauausführung auch Planungsleistungen erbringt. Im konkreten Fall sind das die HOAI Leistungsphasen: LP3 bis LP9. Die Sportverwaltung schlägt die Errichtung des neuen Kurfürstenbades durch einen Totalunternehmer = TU vor und beabsichtigt, die juristische, vergaberechtliche Prüfung sowie die Verfahrensbegleitung durch eine externe Kanzlei ausführen zu lassen. Des Weiteren soll die Projektleitung durch externe Fachleute begleitet und unterstützt werden. 9. Bürgerinformationsveranstaltung Die Sportverwaltung schlägt vor, den Bürgerinnen und Bürgern in Bad Godesberg den aktuellen Planungsstand in einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung vorzustellen.Seite 6 von 42 Seite 7 10. Finanzierung Für den Neubau des Kurfürstenbades ist auf der Grundlage der Kostenschätzung sowie unter Berücksichtigung einer jährlichen Kostensteigerung und eines TU-Zuschlages von Kosten in Höhe von ca. 42 Mio. € auszugehen (siehe Ziffer 5). Die Baukosten sind noch um die abzugsfähigen Vorsteuern zu kürzen. Nach Berechnung der steuerlichen Implikationen reicht die Verwaltung eine entsprechende Übersicht nach. In der Bäderpauschale sind in der mittelfristigen Finanzplanung für die Umsetzung dieses Projektes bisher 15 Mio. € vorgesehen. Gegenüber den Annahmen zum bisherigen Finanzrahmen ergibt sich somit ein voraussichtlicher Mehrbedarf in Höhe von 27 Mio. €. Die Gründe für diesen Mehrbedarf hat die Verwaltung in der Stellungnahme DS 230895-01 dargelegt. Insbesondere das gegenüber den ursprünglichen Annahmen erweiterte und politisch beschlossene Raumprogramm für das Kurfürstenbad ist demnach ursächlich für die Kostenentwicklung. Der Mittelbedarf für den Neubau des Kurfürstenbades kann aus den im Haushalt bereits vorhandenen Ansätzen in der Bäderpauschale finanziert werden, da andere im Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft vorgesehenen Maßnahmen noch keinen entscheidungsfähigen Sachstand erreicht haben und somit in der zeitlichen Abfolge erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können. Der für eine Umsetzung aller Maßnahmen aus dem Rahmenplan zur Neuordnung der Bäderlandschaft voraussichtlich anfallende finanzielle Mehrbedarf sollte bei den nächsten Haushaltsberatungen berücksichtigt werden. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.08.03 Bereitstellung und Betrieb von Bädern 1.52.00.08.03.02 Schwimmhallen Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Auszahlungen 500.000 € 11.500.000 € 15.000.000 € 15.000.000 € 5520008038000/78.5300 2024 2025 (MFP) 2026 (MFP) 2027 (MFP) Einzahlungen Investiver Finanzsaldo 42.000.000 € Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / Veranschlagt Noch bereit- DeckungSeite 7 von 42 Seite 8 FiPos in zustellen Auszahlungen / Aufwendungen Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich Anlage/n 1 Anlage 1, Architektonische Erläuterungen zur Vorplanung (öffentlich) 2 Anlage 2, TGA - Energie- und Technikkonzept (öffentlich) 3 Anlage 3, Bauphysikalisches Konzept zur Vorplanung (öffentlich) 4 Anlage 4, Grundrisspläne EG und 1.OG zur Vorplanung (öffentlich) 5 Anlage 5, Lageplan zur Vorplanung (öffentlich) 6 Anlage 6, Perspektive 1 Blick auf das Kurfürstenbad (öffentlich) 7 Anlage 7, Perspektive 2 Blick ins Foyer mit Paul Magar Mosaik (öffentlich) 8 Anlage 8, Perspektive 3 Blick auf das Sportbecken (öffentlich) 9 Anlage 9, Perspektive 4 Blick auf das Multifunktionsbecken mit Kinderbecken im Hintergrund (öffentlich) 10 Anlage 10, Perspektive 5 Blick auf das Kurfürstenbad mit PV Anlage und Dachbegrünung, Vogelperspektive (öffentlich) 11 Anlage 11, Rahmenterminplan (öffentlich) 12 Anlage 12, Kostenschätzung gem. DIN 276 (öffentlich) 13 Anlage 13, Ergänzung zur Kostenschätzung (öffentlich) 14 Anlage 14, Bericht der Projektsteuerung (öffentlich)Seite 8 von 42 Seite 1 / 6 ava Architektonische Erläuterung zur Vorplanung Projekt: Kurfürstenbad Bonn Bad Godesberg Projektkürzel: NKB Adresse: Kurfürstenallee 7a 53177 Bonn Bauherr Bundesstadt Bonn Die Oberbürgermeisterin Berliner Platz 2 53111 Bonn Vertreten durch: Sport- und Bäderamt Projektleitung: Dipl.-Ing. Wolfgang Ziegert Kurfürstenallee 2-3, 53177 Bonn Objektplanung: ava Anderhalten Architekten GmbH Friedrichstraße 127 10117 Berlin Stand: 01.02.2023Seite 9 von 42 Seite 2 / 6 ava Ausgangssituation Die Bundesstadt Bonn beabsichtigt auf dem Grundstück des ehemaligen Kurfürstenbades nach vorherigem Rückbau und Abriss ein zeitgemäßes Hallenbad zu errichten und hat ava Anderhalten Architekten mit der Planung des Neubaus des Kurfürstenbades in Bonn Bad Godesberg beauftragt. Vorgesehen ist die Realisierung des Hallenbades an gleicher Position des Bestandsgebäudes im Bereich des hinterliegenden Grundstücks Kurfürstenallee 7a. Für das Baugrundstück sieht der entsprechende Bebauungsplan der Stadt Bonn Flächen für den Gemeinbedarf in Form eines Schwimmbades vor, bergseitig in ein- und zweigeschossiger und talseitig in zwei- und dreigeschossiger Bauweise mit Flachdach. Die Gebäudehöhe des Neubaus wird unterhalb der Firsthöhe des benachbarten Altenheims liegen, die Vorgaben zu den Gebäudeabmessungen der Grundfläche wurden mit 56m x 35m an der Grundfläche des Bestandsgebäudes unter Berücksichtigung des Raumprogramms orientiert. Das Gelände hat ein variierendes Höhenniveau und besteht aus einer niedrigen, nahezu ebenen Fläche im Bereich der Grundstückszufahrt und des östlichen Gebäudevorbereiches und einer im Gebäudeverlauf stark ansteigende Hangsituation von Ost nach West von 67,20 ü.N.N. bis auf 76,90 ü.N.N. Die gesamte Grundstücksfläche beträgt ca. 5.623 m². Geschützter Großbaumbestand ist vor allem im westlichen Hangbereich im Übergang zum Redoutenpark vorhanden. Die Ver- und Entsorgung des Gebäudes erfolgt über die vorhandene Zufahrt von der Kurfürstenallee, im östlichen Bereich des Grundstücks. Die Feuerwehrzufahrt ist von dort gewährleistet. Die Freianlagen als öffentliche Fläche werden mit Zugang von der Kurfürstenallee entsprechend gestaltet. Als Bauherrschaft tritt die Bundesstadt Bonn, Sport- und Bäderamt Technisches Baumanagement TBM, in Erscheinung. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt Bonn (Sport- und Bäderamt). Städtebaulich, gestalterisches Konzept Der kompakte zweigeschossige Baukörper des Hallenbades mit bereichsweise aufgesatteltem Technikgeschoss, wird im hinterliegenden Grundstücksbereich zur Kurfürstenallee als Solitärbebauung an der Hangkante zum Stadtpark positioniert. Das langgestreckte rechteckige Gebäude ist, parallel zu den Grundstücksgrenzen, an der Hangkante orientiert. Die Gebäudemasse tritt zur Bebauung an der Kurfürstenallee zweigeschossig mit zurückgesetztem Staffelgeschoss und hangseitig zum Park, ein- bis zweigeschossig in Erscheinung. Die Ausrichtung des Baukörpers orientiert sich an der Position des Bestandsbauwerks, die Grundfläche des Baukörpers entspricht den durch Stadt Bonn vorabgestimmten städtebaulich begrenzten Maßen von 56 x 35 Metern. Die obere Beckenebene und der Saunabereich haben rückwärtig einen direkten Bezug zu der Grünfläche des Redoutenparks, der Saunabereich mit ebenerdigem Ausgang zum rückwärtigen Außenbereich.Seite 10 von 42 Seite 3 / 6 ava Entwurfsbeschreibung Der Neubaukörper wird frontal in der Achse der Erschließungsstraße von der Kurfürstenallee erschlossen. Durch das erdgeschossige Foyer mit direktem Zugang zu Treppe und Aufzug erreichen die Besucher die Beckenebene im 1.Obergeschoss. Die Beckenebene ist zweigeteilt: Ein Lehrschwimmbecken mit separaten Sanitäranlagen, Sammelumkleide- und Föhnbereich ist auf Erdgeschossebene angeordnet. Die Sport-, Multifunktions- und Kinderbecken befinden sich, voneinander getrennt, im 1.Obergeschoss. Auf der Eingangsebene bietet das Foyer einen Sichtbezug für Besucher zum Lehrschwimmbecken. Unmittelbar an das erdgeschossige Foyer angrenzend sind Umkleide-, Sanitär- und Aufenthaltsbereiche für das Personal angeordnet. Die Technikräume der Badewasseraufbereitung mit außenseitig zugänglichem Chlorgasraum sind im hangseitigen Erdgeschoss mit kurzem Weg zum Personalbereich verortet. Auf der Beckenebene des 1.Obergeschosses befinden sich das Sportbecken mit 3m- Plattform und 1m-Sprunganlage, das Multifunktionsbecken mit Hubboden, das Kinderbecken mit Kleinkindbereich. Unmittelbar angrenzend aber räumlich und akustisch getrennt ist die Saunalandschaft verortet. Becken- und Saunaruhebereiche haben einen direkten Sichtbezug zur Grünanlage des Redoutenparks. An der nördlichen Gebäudeflanke ist der angrenzende Außenbereich mit Saunagarten von den parkseitig orientierten Ruheräumen zu erschließen. Die Technikzentrale in der Dachebene nimmt die lüftungstechnischen Anlagen auf. Das neue Hallenbad wird den Charakter eines Gesundheitsbades erhalten. Die Integration der vor Ort vorhandenen Heilquellen, Draitschquelle und Kurfürstenquelle ist geplant, diese werden im Eingangsfoyer und im Saunabereich durch Trinkbrunnen erschlossen. Konstruktion und Material Der Entwurf sieht im Erdgeschoss eine WU-Betonkonstruktion in Form einer an der Außenseite mineralisch gedämmten „weißen Wanne“ mit zusätzlicher „Schwarzabdichtung“ vor. Die geschlossenen Fassadenbereiche im Erd- und Obergeschoss werden mit vorgehängten und hochgedämmten Natursteinplatten bekleidet. Raumseitig sind die Fassaden als Betonoberflächen sichtbar oder mit Keramikfliesen belegt. Für die Fensterelemente und Pfosten-Riegelfassaden sind 3-fach Isolierverglasungen vorgesehen. Der Eingang mit Windfang wird ebenfalls als Glasfassade in Pfosten-Riegel Konstruktion mit Türelement erstellt. Die Decke über EG und eine Teildecke über dem 1.OG, im Bereich der darüber liegenden Technikzentrale, werden als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Zwischen den Wänden spannen im Bereich der Schwimmbecken jeweils quer zur Hallenrichtung Stahlträger auf denen Holzelemente, mit integrierter akustischer Wirkung, als Nebentragwerk angeordnet sind. Die übrigen Decken über Erd- und Obergeschoss sind weitgehend mit akustisch wirksamen Abhangdecken aus Holzwerkstoffen und mineralischer Bauweise verkleidet. Die raumlufttechnischen Anlagen sind im Technikaufbau des 2.Obergeschoss untergebracht, dessen Dachkonstruktion auf denSeite 11 von 42 Seite 4 / 6 ava Stahlbetonaußenwänden und dem Stahltragwerk über dem 1. Obergeschoss aufliegt. Als Dachhaut ist eine einlagige Kunststoffbahn unter Schutzlage, Drainschicht und extensiver Dachbegrünung vorgesehen. Die Dachfläche wird vollflächig mit einer PV- Anlage ausgestattet.Die Position der raumlufttechnischen Geräte ermöglicht für den Hallengrundriss kurze Leitungswege. Nichttragende Innenwände werden in Bereichen mit Feuchtigkeitsbelastung in Leichtbauweise mit zementgebundener Beplankung, als GK-Trockenbauwände oder KS-Mauerwerkswände ausgeführt. Die Umkleidebereiche mit Garderobenschränken sind als Systemtrennwände mit feuchteresistenten, farbigen VSG-Platten ausgeführt. Die Türen der Sanitärbereiche werden in Stahlzargen mit Nassraumtüren ausgeführt, im erdgeschossigen Technikbereich werden Stahltüren in Stahlzargen in T30RS Bauweise eingesetzt. Sanitärräume sind bereichsweise gefliest oder mit abwaschbarem Anstrich versehen. Die tragenden Innenwände sind mit einem Sockelfliesenbereich und darüber liegendem Dispersionsfarbanstrich versehen. Akustisch wirksame Trennwände zwischen den einzelnen Schwimmbecken werden als raumhohe Verglasungen aus VSG in Stahlrahmen erstellt. Raumprogramm Das Raumprogramm und die Raumgrößen übertreffen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und des Deutschen Sauna-Bundes. Das Sportbecken mit den Abmessungen 25,0m x 12,5m und eine Tiefe zwischen 1,80 m und 3,80m, mit einer Sprunganlage in Form eines 1m-Bretts und einer 3m-Plattform bildet das Zentrum des Hallenbades. Für die Schul- und Vereinsnutzung steht auf der unteren Beckenebene ein Lehrschwimmbecken 12,5m x 10,0m, Wassertiefe bis 1,8m mit Hubboden zur Verfügung. Die barrierefreien Umkleiden sind in die Sammelumkleiden der Schüler inkludiert. Im 1.Obergeschoss befindet sich ein räumlich und akustisch abgetrenntes Multifunktions- und Gesundheitsbecken mit einer Wasserfläche von 80 m² und Wassertiefe 0m bis 1,8m die mit einem Hubboden einstellbar ist. Ein ebenfalls räumlich und akustisch getrennter Kinderbereich wird mit einem 25 m² großen Becken mit Wasserattraktionen und zwei unterschiedlichen Tiefenbereichen zwischen 15 und 40cm angelegt. Den Beckenbereichen sind vier Sammelumkleiden und zehn Einzelumkleiden sowie entsprechende Dusch- und WC- Einheiten zugeordnet. Der etwa 330 m² große Saunabereich mit separaten Umkleide- und Sanitärräumen, Finnischer Sauna, Dampfbad, vier Infrarotsaunen, Kaltwasserbereich, Tauchbecken, Salzwand sowie Ruhe und Aufenthaltsbereichen, ist räumlich getrennt vom Hallenbadbetrieb und bietet eine direkte Verbindung zum Saunagarten mit außenliegendem Tauchbecken und weiteren Ruhemöglichkeiten.Seite 12 von 42 Seite 5 / 6 ava Erschließung Über die zentrale Treppenanlage mit Aufzugskern wird sowohl das Foyer, die Beckenebene des 1.Obergeschosses als auch die Technikzentrale in der Dachebene direkt erschlossen. Alle öffentlichen Bereiche des Eingangsbereichs und der unteren Beckenebene sind barrierefrei ohne Aufzug zugänglich. Das Sport-, Multifunktions- und Kinderbecken sowie die Saunaanlagen sind über den Aufzug im zentralen Erschließungskern barrierefrei angebunden. Nachhaltigkeit Der kompakte Baukörper verfügt über ein sehr gutes Verhältnis zwischen Volumen und Hüllfläche. Für die erdberührten und durch Wasser beanspruchten Bereiche wird Stahlbeton mit einem hohen Recyclinganteil eingesetzt. Die gesamte Gebäudehülle wird mineralisch hochgedämmt. Im Bereich der Deckenplatte der Beckenebene kommen Holzwerkstoffe zum Einsatz. Die Wandflächen der Beckenbereiche und Nassräume werden mit hochwertiger Sanitärkeramik ausgestattet. Zur vertikalen Erschließung des schwellenlosen Gebäudes ist ein Aufzug mit Mehrsinnbedienung vorgesehen. Die Türbreiten im Gebäude sind in den entsprechenden Bereichen auf Rollstuhlbreiten angepasst. Neben den barrierefreien Sanitäranlagen auf der Beckenebene befindet sich eine barrierefreie WC- /Duscheinheit im Erdgeschoss. Die Dachflächen werden begrünt und soweit möglich mit Photovoltaikelementen belegt. Durch das Zusammenspiel von langlebigen Materialien, guter Reinigungs- und Pflegefähigkeit, einfacher Revisionierbarkeit und guter Benutzbarkeit wird perspektivisch eine lange Lebensdauer bei niedrigen Betriebskosten erreicht. Paul Magar Mosaik Für das Kurfürstenbad in Bad Godesberg entstand 1964 das große Glasmosaik „Heiterer Tag am Wasser“ des Bonner Künstlers Paul Magar, das von der Glasmalerei Oidtmann in Linnich ausgeführt wurde. Das Mosaik soll erhalten, transloziert und zukünftig in den Neubau integriert werden. Da das venezianische Glasmosaik nicht mehr zerstörungsfrei von der Oberfläche gelöst werden kann, wird das gesamte Bauteil ausgebaut, eingelagert und im Neubau an prominenter Stelle im Foyer wieder eingebautSeite 13 von 42 Seite 6 / 6 ava Projekt-Kenndaten Grundstücksfläche 5623 m2 Grundfläche Gebäude 1972 m2 Geschossfläche 4990 m2 GRZ 0,89 GFZ 0,35 Wasserflächen gesamt 558,50m2 Schwimmerbecken Wassertiefe 1,80m - 3,80m Abmessungen 25,00m x 12,50m Wasserfläche 328,50m2 Multifunktions- / Gesundheitsbecken Wassertiefe 0,00m - 1,80m Abmessungen 10,00m x 8,00m Wasserfläche 80,00m2 Kinderbecken Wassertiefe 0,00m - 0,45m Abmessungen 5,00m x 5,00m Wasserfläche 25,00m2 Lehrschwimmbecken Wassertiefe 0,00m - 1,80m Abmessungen 12,50m x 10,00m Wasserfläche 125,00m2 Saunabereich (ohne Saunagarten) ca.330m2Seite 14 von 42 Bauen im Klimawandel – Energie- und Technikkonzept im Neuen Kurfürstenbad Bonn – Bad Godesberg Aachen, im Juli 2023 Bauherr Bundesstadt Bonn Sport- und Bäderamt Technisches Baumanagement TBM Rathaus Bad Godesberg Kurfürstenallee 2-3, 53177 Bonn Fachplanung Alexanderstraße 69-71 52062 Aachen Tel.: 0241 / 47 467 - 0 Verfasser Christian von Schwartz Michael JanßenSeite 15 von 42 NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 1 von 6 Einführung Die Betriebskosten eines jeden Bades betragen im Lebenszyklus des Gebäudes ein Vielfaches der Investitionskosten. Dabei machen die Energiekosten einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten in einem Hallenbad aus. Aus diesem Grund liegt ein Schwerpunkt der Planung und der späteren Nutzung des Gesundheitsbades im effizienten und nachhaltigen Ressourceneinsatz. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Gaskrise ist es eine logische Zielsetzung im Projekt, den Gesamtenergiebedarf vom Neubau zu minimieren und das Bad klimaneutral zu betreiben. Der Planungsansatz sieht wie folgt aus: ➔ Minimierung des Gebäudeenergiebedarfs ➔ Optimale Nutzung von Wärmerückgewinnungssystemen zur Reduktion des Energiebedarfs ➔ Einsatz von Wärmepumpen und Solaranlage für die Energieversorgung ➔ Ausschließliche Verwendung von regenerativen Energien für den Restenergiebedarf Minimierung des Jahresenergiebedarfs und Zielvorgabe Wird der Gesamtenergiebedarf minimiert, bedarf es auch keinem Ressourceneinsatz von fossilen oder regenerativen Energien. Bei komplexen Bauten, wie öffentlichen Hallenbädern, hat sich der Gesetzgeber in den verschiedenen Normen, Richtlinien und Energiegesetzen (z.B. GEG, DIN 18599, etc.) in Bezug auf den Energiebedarf bislang damit begnügt, lediglich Anforderungen an die Gebäudehülle zu machen. Obwohl der Energieverlust über die Gebäudehülle über das Jahr gesehen in einem Hallenbad nur ca. 20 % des Gesamtwärmeverbrauches ausmacht. Für den Stromeinsatz werden keine Grenzwerte vorgegeben. Abbildung 1: Wärmeverluste Schwimmbad Im Bäderbau werden daher zum besseren Vergleich und Bewertung der Bäder Energiekennzahlen gebildet. Es werden Energiekennwerte als Wärmebedarf und Strombedarf (Nutzenergie) bestimmt. Als Bezugsgröße wird die genutzte Beckenwasserfläche (WF) in m² verwendet. Bereits im Rahmen des Planungswettbewerbs im Jahr 2021 wurden durch das Planungsbüro ambitionierte Zielwerte für den Wärmebedarf und Strombedarf definiert. Diese Bedarfsziele waren auch gemeinsame Planungsgrundlage in der Leistungsphase 2 mit allen Fachplanungen: ➔ Allgemeiner Strombedarf Bad: 550 kWhel/m²WF ➔ Wärmeenergiebedarf Bad: 2.000 kWhth/m²WF Daraus ergeben sich anhand der zu realisierenden Beckenflächen aufgerundet folgende Zielvorgaben für den Jahresenergiebedarf des Neuen Kurfürstenbad: ➔ Strombedarf Bad: 325.000 kWhel/a ➔ Strombedarf WP: 350.000 kWhel/a ➔ Summe Strombedarf: 675.000 kWh ➔ Stromproduktion PV: -210.000 kWhel/a ➔ Resultierender Strombezug: 465.000 kWh (Stromautarkie 31 %) ➔ Wärmebedarf Bad: 1.150.000 kWhth/aSeite 16 von 42 NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 2 von 6 In den folgenden Grafiken sind die ermittelten Jahresverläufe für den Wärme- und Strombedarf dargestellt. Abbildung 2: Statische Berechnung für den Wärmebedarf und die Wärmeverbrauchsanteile im Jahresverlauf Abbildung 3: Statische Berechnung für den Strombedarf und die Stromeigenerzeugung im Jahresverlauf0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Wärmebedarf in kWh Szenario Wärmebedarf Kurfürstenbad Energiebilanz - monatlicher Wärmebedarf Verluste Rückspülwasser Verluste Verdunstung Bedarf WWB (Duschen) WRG-Verluste Verluste Gebäudehülle Wärmebedarf Hallenbad GESAMT Poly. (Wärmebedarf Hallenbad GESAMT) Ansatz 2000 kWh/m²WF Gesamt Wärmebedarf 1.150.000 kWh/Jahr- 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Strombedarf/-produktion in kWh Szenario Strombedarf Kurfürstenbad Energiebilanz - monatlicher Strombedarf und PV-Stromproduktion Allgemeiner Strombedarf Bad Strombedarf WP für Wärmeversorgung Gesamt Strombedarf in kWh Stromproduktion aus PV 250 kWp Poly. (Gesamt Strombedarf in kWh) Gesamt Strombedarf inkl. WP 675.000 kWh/Jahr PV-Eigenstromerzeugung 210.000 kWh/Jahr Resultierender Strombezug 465.000 kWh/Jahr Stromautarkie 31 %Seite 17 von 42 NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 3 von 6 Optimale Nutzung der vorhandenen Energie durch Wärmerückgewinnung Bäder sind durch einen hohen natürlichen Wärmebedarf charakterisiert, da sehr viel warmes Wasser genutzt wird. Daher kommt – wenn alle anderen Aspekte beachtet sind – dem Punkt der Wärmerückgewinnung in Schwimmbädern eine ganz entscheidende Bedeutung zu, um den Energiebedarf zu minimieren und die Energieversorgung zu optimieren. Energiestrategie: ➔ Kein Wärmequantum verlässt ungeprüft die Gebäudehülle. ➔ Solange, wie sich eine Weiternutzung auch unter wirtschaftlichen Aspekten effizient und zukunftsweisend darstellen lässt, wird es im Gebäude gehalten. ➔ Durch Einsatz von Wärmerückgewinnung soll möglichst viel thermische Energie aus dem Gebäude wieder nutzbar gemacht werden. Im Kurfürstenbad Bonn werden deshalb gleich vier Hauptsysteme zur Wärmerückgewinnung eingesetzt: 1. WRG in den Lüftungsanlagen Die Wärme der verbrauchten Luft (Abluft) wird über Plattenwärmetauscher dazu verwendet die Frischluft aufzuwärmen. Diese Art der Wärmerückgewinnung ist gesetzlich vorgeschrieben. Der geplante Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung von ca. 90 % geht jedoch deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. 2. WRG mittels Fortluftwärmepumpe Die Restwärme der verbrauchten Luft aus den Lüftungsanlagen wird in einem zweiten Prozess zusätzlich genutzt. Eine Fortluftwärmepumpe ist eine Luftwärmepumpe, die die benötigte Wärme nicht aus der Umgebungsluft, sondern aus der Fortluft der Lüftungsanlagen bezieht. Die Fortluft wird über das ganze Jahr auf unter 5°C abgekühlt. Die entzogene Energie von bis zu 100 kW reicht aus, um zwei Schwimmbecken ganzjährig zu betreiben. 3. WRG durch Spülabwasseraufbereitungsanlage Als Spülabwasser wird das aus den Anlagen zur Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser anfallende Filterrückspülwasser bezeichnet. Durch eine Aufbereitung und Rückführung in den Schwimmbadwasserkreislauf kann nicht nur der Wasserverbrauch um 75 %, sondern auch der Energiebedarf um 90 % gesenkt und die entzogene Energie dem Bad über einen Wärmepumpenprozess wieder zugeführt werden. 4. WRG von Duschabwasser Die Abwasserwärmeverluste im Bad können bis zu 25 % in der Gesamtenergiebilanz ausmachen. Daher soll auch dem bis zu 40°C warmen Duschabwasser die Wärme mittels Wärmerückgewinnung entzogen und möglichst direkt wieder dem kalten Duschwasser zugeführt werden. Einsatz von Wärmepumpen und Solaranlage für die Energieversorgung Wärmeerzeugung Seitens der Stadt Bonn war aufgrund des Nachhaltigkeitsgedankens ohnehin klar, dass die Anforderungen des GEG und EEWärmeG unter Nutzung erneuerbarer Energien übererfüllt werden sollen. Im Laufe der Planungsphase wurde im Einklang mit dem Bonner Klimaplan 2035 festgelegt, dass das Neue Kurfürstenbad vollständig klimaneutral zu betreiben ist. Unter diesen Vorgaben und den Planungsvoraussetzungen hat sich bei der Betrachtung zur Abdeckung des ganzjährigen Wärmeenergiebedarfs herausgestellt, dass der Einsatz von vier bedarfsgerechten und kaskadenartig zu- und abschaltbaren Wärmepumpen eine energetisch sinnvolle Lösung ist. Es werden dabei zwei verschiedene Wärmepumpensysteme eingesetzt. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe benutzt die aus den oben beschriebenen Wärmerückgewinnungs- systemen gewonnen Abwärme, um diese auf einem energetisch höheren Niveau zum Heizen und zur Warmwasserbereitung bereitzustellen. Es wird auch die Verlegung eines Flächenkollektors in der Bodenplatte und Gründungspfählen als Wärmetauscher in Betracht gezogen, um zusätzliche Wärme aus den erdberührten Betonbauteilen (Oberflächennahe Geothermie) zu generieren. Eine endgültige Entscheidung ist hier jedoch erst in LP 3 in Abstimmung mit der Tragwerksplanung möglich.Seite 18 von 42 NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 4 von 6 Bis zu drei weitere Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle um das Gebäude mit Wärme zu versorgen. Der Leistungseinsatz der Wärmepumpen ist bei sehr niedrigen Außentemperaturen und den einzuhaltenden Immissionsrichtwerten sorgfältigst zu planen. Eine schalltechnische Voruntersuchung hat den Einsatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen geprüft und unter Einsatz von Minderungsmaßnahmen für realisierbar. Abbildung 4: Energieflussdiagramm Neues Kurfürstenbad Alternative regenerative Wärmequellen stehen am Standort nicht zur Verfügung. Es wurden nochmals Untersuchungen zum Einsatz von Geothermie durchgeführt. Der Neubau des Kurfürstenbads liegt im geplanten Heilquellenschutzgebiet Zone III A der Draitsch- und der Kurfürstenquelle. Nach Auskunft der Unteren Wasserbehörde sind Bohrungen in diesem Bereich nur bis maximal 22- 25 m erlaubnisfähig. Auf dem Grundstück des Kurfürstenbades wäre sogar nur der Bau eines Erdsondenfeldes mit einer Bohrtiefe von 15 m möglich, aber energetisch nicht sinnvoll. Auch die Anbindung an ein Fernwärmenetz ist geprüft worden. Nach Aussage der Stadtwerke kommt ein Fernwärmeanschluss erst in 10 bis 15 Jahren in Betracht. Stromerzeugung und Strombezug Der allgemeine Strombedarf eines Bades ist übers Jahr gesehen konstant. Der Strombedarf von Schwimmbädern ist trotz aller Maßnahmen zur Energieeffizienz und Energieeinsparung hoch. Durch den Einsatz der regenerativen Wärmepumpentechnologie wird der Strombedarf gleichzeitig mehr als verdoppelt, siehe Abbildung 2. Eine autarke Stromversorgung mit einer Solaranlage ist im Kurfürstenbad nicht möglich. Durch Nutzung aller verfügbaren Dachflächen für eine maximale PV-Fläche, entsteht eine Solaranlage mit ca. 250 kWp Leistung und einer Stromeigenerzeugung von ca. 210.000 kWh pro Jahr. Diese Leistung reicht jedoch nur dazu aus, ca. 31 % des Jahresstrombedarfs vom Bad regenerativ und autark zu erzeugen. Es ist ein zusätzlicher Strombezug von ca. 465.000 kWh pro Jahr notwendig. Für ein klimaneutrales Kurfürstenbad muss „grüner Strom“ bezogen werden. Hierzu muss nach der Bauphase bei der Nutzung von Ökostrom ein anbieterspezifischer CO2-Emissionsfaktor ermittelt werden.Seite 19 von 42 NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 5 von 6 Sanitärtechnik Bei der Trinkwasserinstallation wurde ein besonderes Augenmerk auf optimierte Hygienestandards gelegt. Das Bad ist mit einem übergeordneten Wassermanagementsystem zur Steuerung Hygienespülprogramm, thermischer Desinfektion und Funktionskontrolle aller Armaturen ausgestattet: Alle Trinkwasserentnahmestellen werden entweder im Badebetrieb genutzt oder aber automatisch gespült. Die räumliche Zuordnung erfolgte nach dem Prinzip kurzer Leitungswege bei Vermeidung von unnötigen Stichleitungen. Zur Schonung der Trinkwasserressourcen und Minimierung der Betriebskosten werden alle öffentlichen Duschen/Waschtische mit wassersparenden, berührungslosen Armaturen inkl. Hygienespülung ausgestattet. Lüftungstechnik Die Ausführung der Lüftungstechnik hat einen enormen Einfluss auf den Energieverbrauch vom Bad. Die Be- und Entlüftung der Badehallen und Nebenräume übernehmen sechs Lüftungsanlagen. Es handelt sich dabei um hocheffiziente, energiesparende Anlagen, die im ständigen Abgleich von Temperatur und Feuchte für die Behaglichkeit der Badegäste und den Schutz der Bausubstanz sorgen. Die Gesamtluftmenge beträgt ca. 40.000 m³/h. Die Dimensionierung der Anlagen erfolgt nach der Richtlinie VDI 2089 jedoch mit einer reduzierten, ressourcenschonenden Nennluftmenge. Das ist aufgrund der vorgesehenen innovativen Luftführung realisierbar. Die Luftführung hat nicht nur großen Einfluss auf die Aufenthaltsqualität im Bad. Sie hat auch entscheidende Bedeutung auf die Verdunstungsverluste der Wasserbecken und damit auf den größten Energieverbraucher im Schwimmbad. In einem Standard-Hallenbad betragen die Verdunstungsverluste bis zu 40 % vom Gesamtwärmeverlust eines Bades. Die Reduzierung der Verdunstungsverluste ist eine der wenigen großen Einflussgrößen auf den Energieverbrauch von Bädern. Das Einsparpotential beträgt bis zu 25 % vom Wärmeverbrauch. Das wird durch das neue Luftführungssystem „Luftführung abwärts“ möglich. Die Abluft wird in Bodennähe abgeführt, wodurch sich eine stabile Feuchteschichtung über den Becken bis zur Hallendecke einstellt und gleichzeitig Schadstoffe und Feuchte effektiv abgeführt werden können. Die Einbringung der Zuluft muss aufgrund von 3-fach-Verglasung und hochwertiger Bauphysik nur noch mittels optimierter Auslässe impulsarm in ca. 2/3 der Raumhöhe in die Hallen eingebracht werden. Abbildung 5: Effizienzkonzept Luftführung abwärtsSeite 20 von 42 NKB – Neues Kurfürstenbad, Bonn – Bad Godesberg Inco GmbH │Kurzfassung_Energiekonzept Seite 6 von 6 Badewasseraufbereitung Die Aufbereitung des Badewassers erfolgt nach DIN 19643 über Saugfilteranlagen in der Verfahrens- kombination Flockung, Mehrschicht- Filtration, A-Kohle und Chlorung. Für die Wasserflächen sind jeweils eigene Filterkreisläufe bzw. Aufbereitungsanlagen vorgesehen. Die Aufteilung auf mehrere Kreisläufe erlaubt eine flexible Betriebsweise in Abhängigkeit von der Belastung und den Betriebszeiten der einzelnen Becken aber auch unterschiedliche Wassertemperaturen. Zudem können Energie- und Wassersparprogramme bedarfsweise genutzt werden. Zur Desinfektion der jeweiligen Beckenkreisläufe wird Chlorgas im Vollvakuumverfahren verwendet. Zur Stabilisierung des pH-Wertes und zur Einsparung von pH-Korrekturchemikalien sind Marmorkies- reaktoren vorhanden. Alle Beckenkreisläufe sind mit einer eigenen Mess- und Regeltechnik ausgestattet, die alle Volumenströme mittels induktiver Durchflussmengenmesser überwacht und über eine automatische Erfassung sowie Regelung der Hygienehilfsparameter steuert. Eine Direkteinleitung des Filterspülabwassers in die Kanalisation findet nicht statt. Um möglichst wenig Frischwasser einzusetzen und damit den Ressourceneinsatz sowie die Betriebskosten zu reduzieren, ist eine Spülabwasseraufbereitungsanlage vorgesehen. Das bei der Filterrückspülung anfallende Spülabwasser wird mittels einer Wasseraufbereitungsanlage zu 75 % wieder dem Filterkreislauf zugeführt. Hierbei erfolgt auch eine Wärmerückgewinnung des Filterspülwassers. Die Wasserattraktionen in den Becken sind programmgesteuert. Eingriffe nach Ermessen des Personals zur Anpassung an die Besucherfrequenz sind jederzeit möglich. Elektrotechnik Das Bad verfügt über eine Beleuchtungssteuerung, die in tageslichtabhängige und Dauerlicht-Bereiche unterteilt ist. Diese werden über energiesparende LED-Leuchten versorgt. So lassen sich verschiedene Beleuchtungsansprüche über gespeicherte Lichtszenarien abrufen. In den Becken werden zudem RGB- LED-Beckenwasserscheinwerfer verbaut, sodass auch hier direkt unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugt werden können. Das Bad erhält außerdem eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage. Analog zur Beleuchtung ist auch die Beschallung in verschiedene Beschallungsbereiche unterteilt und kann ebenfalls entsprechend der jeweiligen Nutzungsszenarien eingestellt und gesteuert werden. Eine flächendeckende Überwachung leistet eine Brandmeldeanlage mit DIN-Ton-Alarmierung und Aufschaltung auf eine ständig besetzte Stelle. Flächendeckend sind Rauchmelder installiert. Lediglich im Hallenbereich sind „nur“ Druckknopfmelder installiert, da hier mit Kanalrauchmeldern die RLT- Anlagen überwacht und im Brandfall ausgeschaltet werden. Aufzugstechnik Die barrierefreie Erschließung macht die Installation eines Aufzugs erforderlich. Dieser wird auch für einen Liegend-Transport ausgelegt. Die Aufschaltung der Notrufanlage erfolgt auf die zentrale Leittechnik. Eine statische Brandfallsteuerung wird ebenfalls berücksichtigt. Gebäudeautomation Für die Steuerung und Überwachung aller technischen Anlagen wurde eine zentrale Gebäudeleittechnik vorgesehen, die von einem Server und mehreren Bedientableaus in den Aufsichtsräumen und an den Schaltschränken bedient werden kann. Sie ermöglicht es, die komplexen technischen Anlagen jederzeit zu überwachen. Neben der örtlichen Steuerung der Anlagen kann die komplette technische Anlage auch aus der Ferne überwacht werden. Die Gebäudeleittechnik bietet auch die Möglichkeit, bei Bedarf die Anlagen bis in die Steuerungsebene zu optimieren. Die nach der DgfdB vorgegeben Zählerkonzepte werden zur Erfassung aller für die (Energie-)Optimierung erforderlichen Daten umgesetzt. Die GLT speichert zudem alle Betriebs- kennzahlen, von den Hygienehilfsparametern der Badewasseranlage und den Systemtemperaturen der Energieerzeugungsanlagen bis zu den Nutzungszeiten sowie den Wassertemperaturen der Duschanlagen, so dass ein Energiemonitoring und Energiemanagement gezielt möglich sind. Eine Aufbereitung und Bereitstellung von interessanten und transparenzfördernden Informationen über die aktuelle und dauerhaft nachhaltige Betriebsweise des Bades könnte durch die GLT im Gebäude oder auf der Website für den interessierten Nutzer des Bades in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden.Seite 21 von 42 Anlage 3: Bauphysikalisches Konzept zur Vorplanung - Zusammenfassung LP2 - Projekt: Neues Kurfürstenbad Bonn Kurfürstenallee 7a 53177 Bonn Auftraggeber: Bundesstadt Bonn Kurfürstenallee 2-3 53177 Bonn Auftragnehmer: AAINA GmbH Institut für Nachhaltiges Bauen Aachen Grüner Weg 1 D-52070 Aachen Projetnummer: 202214 7 Seiten Aachen, 06.02.2023Seite 22 von 42 Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept Anforderungen an das Gebäude Seite 2INSTITUT FÜR NACHHALTIGES BAUEN AACHEN 1 Anforderungen an das Gebäude Das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG) führt das Ener- gieeinspargesetz, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmege- setz zusammen. Es legt Anforderungen an die thermische Gebäudehülle (Dämmdicken und Fensterqualitäten) und den Primärenergiebedarf des Gebäudes fest. Die Ermittlung der wär- meübertragenden Umfassungsflächen und der Volumina erfolgt gemäß DIN V 18599 – Teil 1. Primärenergiebedarf Zur Berechnung des zulässigen Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 wird das Gebäude entsprechend der Nutzung und der technischen Versorgung in unterschiedliche Zonen ein- geteilt. Zunächst wird ein Referenzgebäude gleicher Geometrie, Nettogrundfläche, Ausrich- tung und Nutzung mit den im GEG in Anlage 2 angegebenen technischen Ausführungen gemäß DIN V 18599 berechnet. Anschließend wird das Ist-Gebäude mit der tatsächlichen geplanten Anlagentechnik und den geplanten U-Werten berechnet. Der so ermittelte Ist-Wert wird dann mit dem Soll-Wert (Referenzwert) verglichen. Der Nachweis für das vorliegende Gebäude wird als ein Mehrzonenmodell nach DIN V 18599 geführt. Der Anforderungswert ergibt sich aus dem Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes abzgl. 25 %, um die Anforderungen des GEGs einzuhalten. Zum 01.01.2023 ist der Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes um 45 % abzusenken, um den Anforderungswert zu ermitteln. Mittlere Wärmedurchgangskoeffizienten Neben dem Jahresprimärenergiebedarf ist bei Nichtwohngebäuden nachzuweisen, dass die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der wärmeübertragenden Umfassungsfläche ei- nes zu errichtenden Nichtwohngebäudes vorgegebene Grenzwerte nicht überschreiten.Seite 23 von 42 Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept Energetisches Planungskonzept Seite 3INSTITUT FÜR NACHHALTIGES BAUEN AACHEN 2 Energetisches Planungskonzept Für den rechnerischen Nachweis wird das Gebäude als Mehrzonenmodell nach DIN V 18599 berechnet. Die haustechnischen Parameter werden entsprechend der gebäu- detechnischen Fachplanung bilanziert. Nachfolgend werden die geplanten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der wesentli- chen Außenbauteile angegeben. Tabelle 2-1: Dämmstärken und bauphysikalische Eigenschaften Bauteil Bauphysikalische Qualität U in W/(m²K) AF01 Außenfenster Uw = 0,90 W/(m²K) Ug = 0,80 W/(m²K) g = 0,5 0,800 AF03 Außenfenster EG: Empfang, Personalraum, Büros Uw = 0,90 W/(m²K) Ug = 0,80 W/(m²K) g = 0,4 0,800 AW01 Außenwand 22 cm WD Typ WAP in WLS 035 0,152 AW02 Außenwand gegen Erdreich 18 cm WD Typ PB in WLS 040 0,211 AW03 Opakes Element 22 cm WD Typ WBP in WLS 035 0,176 FB01 Bodenplatte gegen Erdreich, beheizt 10 cm Ausgleichs-WD in WLS 040 0,361 DA01 Gründach i.M. 40 cm WD Typ DAA in WLS 040 als Warmdach, begrünt 0,098 Die Wärmebrücken werden pauschal durch Erhöhung der Wärmedurchgangskoeffizienten um ∆UWB = 0,05 W/(m²K) für die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche erfasst. Derzeit ist im Nachweis nach GEG ein Luftdichtheitsnachweis berücksichtigt, so dass eine Gebäudedichtheitsprüfung durchzuführen ist. Die Gebäudedichtheit bei einer Druckdifferenz von 50 Pa gemäß DIN V 18599 darf maximal q50 = 2,0 m³/(m²*h) betragen. Die Ergebnisse müssen zur Abnahme vorliegen.Seite 24 von 42 Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept Ökobilanz Seite 4INSTITUT FÜR NACHHALTIGES BAUEN AACHEN Mit den oben angegebenen Wärmedurchgangskoeffizienten und den Parametern zur ge- planten Anlagentechnik wurde das Objekt nach dem in DIN V 18599 angegebenen Berech- nungsverfahren bewertet. Die baurechtlichen Anforderungen werden erfüllt. Tabelle 2-2: Nachweis gemäß GEG und BEG Nachweis der thermischen Hülle [W/(m2K)] Bauteilgruppe zul. U,GEG vorh. U,GEG Prozentuale Unterschreitung Opake Außenwand ≥ 19 °C 0,28 0,16 ~ 43 % Opake Außenwand 12 °C bis < 19 °C 0,50 0,15 ~ 70 % Transparente Außenbauteile 1,50 0,90 ~ 40 % Nachweis des Primärenergiebedarfs [kWh/(m2a)] Referenzwert qp,Ref zul. qp,GEG, 2022 zul. qp,GEG, 2023 vorh. qp Prozentuale Unterschreitung 181,64 136,23 99,90 88,73 ~ 35 % ~ 11 % 3 Ökobilanz 3.1 Bauteilgruppen Folgende Bauteilgruppen sind zu berücksichtigen: - Außenwände (inkl. Fenster und Türen) und Kellerwände - Dach - Geschossdecken (inkl. Fußbodenaufbau und -belägen sowie Beschichtungen) - Bodenplatte (inkl. Fußbodenaufbau und -belägen sowie Beschichtungen) - Fundamente - Innenwände und Türen (inkl. Beschichtungen sowie Innenstützen) - Wärme- und Kälteerzeugungsanlagen sowie lufttechnische Anlagen (ohne Rohre, Leitungen, Kanäle, …) - Sonstige gebäudetechnische Anlagen (z.B. Photovoltaik) Kleinteilige Bauteile wie z.B. Schalter oder Verbindungsmittel können i.d.R. vernachlässigt werden. Hierfür wird ein Sicherheitsbeiwert von 1,2 angesetzt.Seite 25 von 42 Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept Ökobilanz Seite 5INSTITUT FÜR NACHHALTIGES BAUEN AACHEN 3.2 Ergebnisse Folgend werden die Ergebnisse der ökobilanziellen Bewertung des Gebäudes zusammen- gefasst. Dabei werden sowohl die Gesamtergebnisse dargestellt, als auch die der Umwelt- indikatoren. Gesamtergebnisse In den nachfolgenden zwei Tabellen sind die Ergebnisse der Umweltindikatoren für das Ist- Gebäude (oben) und das Referenz-Gebäude (unten) dokumentiert. Es sind sowohl die Ge- samtwerte angegeben, als auch die Einzelwerte für die jeweiligen Lebenswegphasen A-D. Tabelle 3-1: Gesamtergebnisse Ist-Gebäude IST-GEBÄUDE GWP ODP POCP AP EP PEne PEges CO2 CFC11 C2H4 SO2 PO4-3 [MJ/m²NGF*a] [kg/(m²NGF*a)] A1-A3 8,67 1,62·10-9 3,44·10-3 1,25·10-2 2,01·10-3 74,48 95 B4 0,64 3,17·10-10 7,60·10-4 1,04·10-3 1,53·10-4 11 14 B6 30,05 3,01·10-9 3,70·10-3 4,93·10-2 6,43·10-3 410,09 523,05 C3-C4 0,89 0 0 0 0 2,88 3,16 D -0,49 -2,17·10-9 -5,75·10-5 -7,51·10-4 -8,35·10-5 -7 -9 GESAMT 39,77 2,87·10-9 0,01 0,06 0,01 491,75 625,35 Tabelle 3-2: Gesamtergebnisse Ref-Gebäude REF-GEBÄUDE GWP ODP POCP AP EP PEne PEges CO2 CFC11 C2H4 SO2 PO4-3 [MJ/m²NGF*a] [kg/(m²NGF*a)] A 9,40 5,30·10-7 4,20·10-3 3,70·10-2 4,70·10-3 123 151 B2 C3-C4 D B6 49,67 7,38·10-8 6,14·10-3 6,20·10-2 4,98·10-3 741 761 GESAMT 59,07 6,04·10-7 1,03·10-2 9,90·10-2 9,68·10-3 864 912 Nachfolgend sind die jeweiligen Anteile von Produktion (blau), Instandsetzung (violett), Ent- sorgung und Gutschriften (hellgrün) und Nutzung (orange) an den Umweltindikatoren pro- zentual dargestellt. Die Nutzung des Gebäudes über den Lebenszyklus hat bei allen Umwel- tindikatoren den größten Anteil an den erzeugten Umweltwirkungen.Seite 26 von 42 Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept Ökobilanz Seite 6INSTITUT FÜR NACHHALTIGES BAUEN AACHEN Abbildung 3-1 Anteil Lebenszyklus an Umweltwirkungen Die folgende Abbildung gibt eine Übersicht über den prozentualen Anteil der Bauteile bzw. Kostengruppen an den Emissionen der Umweltindikatoren für die Produktion des Gebäudes. Abbildung 3-2 Anteil Bauteile an Umweltwirkungen für ProduktionSeite 27 von 42 Kurfürstenbad Bonn – Anlage 3 – Bauphysikalisches Konzept Ökobilanz Seite 7 INSTITUT FÜR NACHHALTIGES BAUEN AACHEN Global Warming Potential (GWP) Der GWP-Wert wird in kg CO2-Äq./(m2a) angegeben und stellt das Treibhauspotential eines Stoffes dar. Durch die Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre werden die bo- dennahen Luftschichten erwärmt, was auch unter dem Begriff „Treibhauseffekt“ bekannt ist. Um die Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase zu vereinheitlichen bzw. ver- gleichbar zu machen, werden diese in der Maßeinheit CO2-Äquivalente angegeben. Die Ergebnisse sind im untenstehenden Diagramm dargestellt. Die dunkel hinterlegten Bal- ken stellen die Ergebnisse der Konstruktion dar, während die helleren Balken die des Ge- bäudebetriebs zeigen. Abbildung 3-3 GWP-Wert IST- und REF-Gebäude Zusammenfassend liegt eine ökobilanziell betrachtet durchschnittliche konventionelle Kon- struktion des Gebäudes vor. Der Betrieb des Gebäudes und somit auch die Gesamtwerte der Ökobilanz-Indikatoren erreichen eine Unterschreitung der Referenzwerte. Aachen, den 06.02.2023 Dipl.-Ing. Marius VonteinSeite 28 von 42 Seite 29 von 42 Seite 30 von 42 Seite 31 von 42 ava Anderhalten Architekten - Kurfürstenbad BonnSeite 32 von 42 ava Anderhalten Architekten - Kurfürstenbad BonnSeite 33 von 42 ava Anderhalten Architekten - Kurfürstenbad BonnSeite 34 von 42 ava Anderhalten Architekten - Kurfürstenbad BonnSeite 35 von 42 ava Anderhalten Architekten - Kurfürstenbad BonnSeite 36 von 42 Seite 37 von 42 Kostenschätzung - 1.Ebene NKB - Neues Kurfürstenbad Bonn Kostenschätzung DIN 276 Stand: 14.02.2023 1. Ebene aktualisiert am 15.07.2023 Kostengruppen (KG) GP Netto 200 Herrichten und Erschließen 100.000,00 € 300 Bauwerk — Baukonstruktionen 14.678.816,00 € 400 Bauwerk — Technische Anlagen 6.409.022,00 € Es erfolgte am 15.07.23 eine Aktualisierung der Kosten in KG 400 aufgrund der Änderungen am Energiekonzept 500 Außenanlagen und Freiflächen 1.500.000,00 € 600 Ausstattung und Kunstwerke 700.000,00 € 700 Baunebenkosten 4.500.000,00 € Gesamtkosten ∑ 200 bis 700 (Netto) 27.887.838,00 € +19% MwSt. 5.298.689,22 € Gesamtkosten ∑ 200 bis 700 (Brutto) 33.186.527,22 € ca. 33,2 Mio € Hinweis: Kostenschätzung gem. DIN 276, Die Ermittlung der Kostenschätzung ∑ 200 bis 700 erfolgt durch die Büros ava Anderhalten Architekten und Inco Baupreisindex Statistisches Bundesamt, Stand 31.12.2022 Gesamtkosten ∑ 200 bis 700 (Brutto) mit Stand 31.12.2022Seite 38 von 42 Seite 39 von 42 Prüfbericht LPh 1+2 Kurzbericht Projektsteuerung erstellt durch BMP Baumanagement GmbH Projekt NKB – Neubau Kurfürstenbad Bonn Bauherr Bundesstadt Bonn Sport- und Bäderamt Technisches Baumanagement TBM Stand 07.02.2023Seite 40 von 42 Inhalt Anlage 10_ Prüfbericht der Projektsteuerung Projekt NKB – Neubau Kurfürstenbad Bonn Seite 2 von 3 1 Prüfbericht LP 2 - Kurzbericht 1.1 Allgemeine Anmerkungen Die BMP Baumanagement GmbH (BMP) ist für die Projektsteuerung (bis LPh 2) im Projekt Neubau- Kurfürstenbad Bonn beauftragt. Die LPh 1+2, Grundlagenermittlung und Vorplanung wurde im Zeitraum 07/2022 bis 02/2023 erbracht. Am 10.08.2022 fand ein erster gemeinsamer Planungsworkshop mit allen Projektbeteiligten statt. Darauffolgend wurden regelmäßige Abstimmungen mit allen Projektbetei- ligten in Präsenz durchgeführt. Es ist auftraggeberseitig vorgesehen, nach der Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) einen „To- talunternehmer (TU)“ zu beauftragen. 1.2 Projektziele Die Projektziele wurden durch den Auftraggeber im Hinblick auf Termine, Kosten und Qualitäten / Quantitäten sowie Nachhaltigkeit festgelegt und stellen die Projektgrundlage dar. Qualitäten und Quantitäten Durch den Auftraggeber wurden die Qualitäten und Quantitäten sowie das Raum- und Bäderprogramm definiert. Das neue Bad erhält 4 Schwimmbecken: ein Lehrschwimmbecken, ein Multifunktionsbecken, ein Kinderbecken sowie ein Sportbecken mit Sprunganlage. Des weitern erhält das Bad eine Sau- nalandschaft. Das bekannte Mosaik des Künstlers Paul Magar aus dem Bestand soll in den Neubau integriert werden. Gegenüber dem Bestand hat sich das Raumprogramm somit deutlich erweitert, dennoch können die städtebaulich begrenzten Maße für die Grundfläche von 56 x 35 m eingehalten werden und orientieren sich somit an den Maßen des Bestands. Nachhaltigkeit Die Fokussierung auf das Thema Nachhaltigkeit wurde durch den Auftraggeber festgelegt. Sämtliche Fachplaner haben Ihre Planungen dahingehend forciert (bspw. PV-Anlage auf dem Dach, Wärmerückgewinnung oder Minimierung des Energiebedarfs). Zudem wurde das Büro AAINA GmbH (Institut für Nachhaltiges Bauen Aachen) mit dem Wärmschutz- nachweis sowie mit der Ökobilanziellen Bewertung beauftragt. Sämtliche entsprechende Nachweise und Berechnungen wurden durch die Fachplaner erbracht und liegen vor.Seite 41 von 42 Inhalt Anlage 10_ Prüfbericht der Projektsteuerung Projekt NKB – Neubau Kurfürstenbad Bonn Seite 3 von 3 Termine In Abstimmung mit allen Projektbeteiligten wurden folgende Rahmentermine festgelegt: Kosten Durch die Fachplaner wurde eine Kostenschätzung gemäß DIN 276 mit Stand 31.12.2022 übergeben. Die Freianlagenplanung ist zum Stand 31.12.2022 nicht beauftragt. Die Kosten der KG 500 wurden grob durch den Auftraggeber ermittelt. Auf Grund der aktuell besonders volatilen Marktsituation, insbesondre mit Hinblick auf Unwägbarkeiten durch Krisen wie dem Ukraine-Krieg und den daraus nicht hervorsehbaren Folgen, wurde ein Baupreis- steigerung von 5 % p.a. im Zeitraum bis zur TU-Beauftragung angesetzt. Zudem wird ein TU-Zuschlag von 15% einkalkuliert. Somit ergibt sich folgende Kostensituation: KG 200 – 600: 27.534.027,20 € Brutto KG 700: 5.355.000,00 € Brutto Baupreissteigerung: 3.371.125,00 € Brutto TU-Zuschlag: 4.933.354,00 € Brutto Gesamtsumme: 41.193.506,00 € Brutto 1.3 Fazit Die Vorliegenden Planunterlagen entsprechen in der Tiefe der vereinbarten Qualität einer Vorplanung. Die vorgegeben (Planungs-) Projektziele konnten umgesetzt werden. Insbesondere ist hier das auf den footprint des Bestandes umzusetzende, umfangreichere Raumprogramm zu nennen. Durch die regelmäßigen intensiven gemeinsamen Besprechungen in Präsenz, konnten bereits über den Stand einer Vorplanung hinaus Abstimmungen erfolgen. Dies kommt der Bearbeitungszeit der LP 3 (Entwurfsplanung) zugute. Gemäß den Planungen und Beschreibungen der Fachplaner, wird das Gebäude allen ökologischen und qualitativen Anforderungen gerecht. Die Kostenschätzung entspricht der Tiefe eine Vorplanung und erscheint plausibel. Im Zuge der LP 3 sollte diese auf Einsparpotentiale überprüft werden.Seite 42 von 42
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:47 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de