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231320 · Beschlussvorlage

Spielleitplanung Auerberg

Nummer
231320
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
09.10.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 30.01.2024 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 30.11.2023 Empfehlung
  3. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 15.11.2023 Empfehlung
  4. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 25.01.2024 Empfehlung
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Untergeordnet

  1. 231320-01 AA Spielleitplanung Auerberg Antrag zur Vorlage 231320
  2. 231320-03 AA Öffnung der Bolzplätze Spielleitplanung Auerberg Antrag zur Vorlage 231320
  3. 231320-02 ST Spielleitplanung Auerberg Antrag zur Vorlage 231320

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Beschlussvorlage
öffentlich
231320
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
Spielleitplanung Auerberg
Beratungsfolge
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 29.11.2023 Empfehlung
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 30.11.2023 Empfehlung
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
13.12.2023 Empfehlung
Bezirksvertretung Bonn 30.01.2024 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Spielleitplanung für Auerberg wird zugestimmt und die im Konzept aufge-
zeigten Maßnahmen werden weitergehend geprüft und im Einzelnen zur Um-
setzung vorgeschlagen.
Begründung
2018 wurde das Integrierte Entwicklungskonzept für Auerberg erstellt (DS
1811628). Eine Anforderung aus dem Konzept ist die Erarbeitung einer Spiel-
leitplanung für die städtischen Spielflächen in Auerberg.
Mit der Spielplatzbedarfsplanung (DS 230055) wurden Handlungsempfehlun-
gen für alle öffentlichen Spiel- und Bolzplätze den politischen Gremien zu Be-
schlussfassung vorgelegt. Mit dem zeitgleich vorgelegten Spielflächenkonzept
(DS 230056) werden Qualitätsstandards und Ausstattungsmerkmale als Grund-
lage für die Spielflächengestaltung festgelegt. Mit der Umsetzung der geforder-
ten Maßnahmen aus den beiden Planungsgrundlagen wird sich das öffentliche
Spielangebot in Auerberg qualitativ deutlich verbessern und ein wichtiger
Schritt für eine kind- und familiengerechte Gestaltung des Ortsteils eingeleitet.
Mit der Spielleitplanung werden verschiedene Ziele verfolgt. Ein Ziel ist die
quantitative und qualitative Verbesserung des Spielplatzangebotes. Darüber
hinaus wurden mit dem Integrierten Entwicklungskonzept aber noch weitrei-
chendere Forderungen verknüpft, die über die Spielplatzbedarfsplanung und
die Inhalte des Spielflächenkonzepts hinausgehen.
Spielleitplanung verfolgt das Ziel ein kind- und familiengerechtes Umfeld zu
schaffen und Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen sys-
tematisch in den Vordergrund der Stadtplanung zu stellen. Spielleitplanung
bezieht sich damit nicht nur auf Spielplätze im eigentlichen Sinne, sondern be-
trachtet den Sozialraum und die Nutzungspotentiale in ihm. Auch Flächen, die
nicht explizit als Spielplätze ausgewiesen sind, dienen Kindern und Jugendli-
chen als Aufenthalts- und Spielorte. Es kann sich um Grünflächen, Plätze oderSeite 1 von 53
Seite 2
Wege handeln. Aber auch Sportanlagen, Straßen, Schulhöfe oder private
Flächen können in die Betrachtung mit einfließen. Gefahrloses, eigenständiges
Fortbewegen im Sozialraum spielt eine bedeutende Rolle in der Spielleitpla-
nung. Insofern ist eine Analyse der Wegeverbindungen notwendig.
Darüber hinaus fließen vielfältige Aspekte in eine Spielleitplanung mit ein: Multi-
funktionale Nutzungsmöglichkeiten, generationsübergreifende Spiel- und Be-
wegungsflächen, identifikationsstiftende Maßnahmen sowie Orientierungshilfen
im Ortsteil können hierbei exemplarisch genannt werden.
Das vorliegende Konzept für die Spielleitplanung Auerberg greift diese Aspekte
auf und verdeutlicht Verbesserungspotentiale. Ein umfangreiches Partizipati-
onsverfahren war dabei ein wesentlicher Bestandteil. Aufbauend auf den Er-
gebnissen aus dem Beteiligungsprozess wurden Handlungsziele entwickelt und
mögliche Umsetzungsmaßnahmen aufgezeigt.
Anlage/n
1 231320 Spielleitplanung Auerberg_2023-09-25 (öffentlich)Seite 2 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
1
Spielleitplanung
Bonn-Auerberg
Stand: 2023Seite 3 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
2
Auftragnehmer:
Landschaftsarchitekturbüro Hoff
Planung Ökologie Freiraum
Augenerstraße 45
45276 Essen
Tel.: 0201-280 31-3
Fax: 0201-280 31-40
info@martina-hoff.de
www.martina-hoff.de
Martina Hoff, Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin
Sarah Baumann-Moser, Dipl.-Ing. (Landschaftsarchitektur)
Anna Weiland, B.Sc. Landschaftsarchitektur/Master Sc. Städtebau
Auftraggeber:
Stadt Bonn
Amt für Kinder, Jugend und Familie
St. Augustiner Str. 86
53225 BonnSeite 4 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Spielleitplanung Auerberg
1. Überblick und Vorgehensweise
1.1 Exkurs Spiel- und Freizeitverhalten
2. Räumliche Analyse
2.1 Grüne Infrastruktur
2.2 Sicherheit und Kriminalprävention
3. Spielraumanalyse
3.1 Soziale Struktur
3.2 Spielflächenbilanz
3.3 Einzugsbereich und Kategorien
3.4 Streifräume
3.5 Barrierefreiheit
4. Beteiligungsergebnisse
5. Leitbild
6. Steckbriefe mit Handlungsempfehlungen
6.1 Maßnahmenschwerpunkte
6.2 Spielen in Auerberg
6.2.1 Öffentliche Spielplätze
6.2.2 Private Spielplätze
6.2.3 Informelles Spielen
6.2.4 Jugendliche
6.2.5 Auerberger Achse
6.3 Bewegen in Auerberg
6.3.1 Spazierrunde Auerberg
6.3.2 Mobilität
6.3.3 Bolzplätze
6.3.4 Sport
6.4 Lernorte in Auerberg
6.4.1 Schulhöfe
7. Zusammenfassung
7.1 Ausblick und Prioritäten
8. AbbildungsverzeichnisSeite 5 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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1. Überblick und Vorgehensweise
Für den Ortsteil Auerberg wurde im Jahr 2018 ein Integriertes
Entwicklungskonzept (IEK) erstellt. Mit dem Konzept wird ein
abgestimmter Prozess für die kurz- bis mittelfristige Entwicklung des
Ortsteils angestrebt. Auerberg grenzt nordöstlich an die Bonner
Innenstadtbereiche und gehört zu den einwohnerstärksten und relativ
dicht besiedelten Ortsteilen der Bundesstadt Bonn. Umfangreiche
bauliche Entwicklungen und stark gestiegene Einwohnerzahlen
kennzeichnen die aktuelle Situation in Auerberg.
Das Integrierte Entwicklungskonzept formuliert unter Ziel 2 „Öffentliche
Räume als Multifunktionale Begegnungsorte“ die Maßnahme 7:
Erarbeitung und Umsetzung einer Spielleitplanung für die städtischen
Spielflächen. Im IEK sind 10 Flächen dafür identifiziert. Mit diesem
Konzept der Spielleitplanung wird ein erster Schritt dieser Maßnahme
umgesetzt.
Im Fokus stehen eine quantitative und qualitative Verbesserung des
Spielplatzangebotes, die Erstellung eines Leitbildes und die
Verbesserung der Wegeverbindungen zwischen den Spielflächen. Die
soziale Struktur soll in einem generationsübergreifenden Ansatz
berücksichtigt werden.
Vor diesem Hintergrund wurde für die Erarbeitung der Spielleitplanung
in Auerberg wie folgt vorgegangen:
Nachdem in einem Auftakttermin mit dem Auftraggeber Ziele,
Erwartungen und Ablauf formuliert und abgestimmt wurden, fand ein
Workshop statt, an dem neben dem Amt für Kinder, Jugend und Familie
und dem Amt für Umwelt und Stadtgrün verschiedene Ämter teilnahmen
und so der partizipative und interdisziplinäre Prozess begonnen wurde.
In ämterübergreifender Zusammenarbeit wurden vorhandene Ansätze
und Ideen aus den unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln
(Gesundheit, Sport, Jugend, Senior:innen, Grünflächen, Tiefbau, Umwelt
u.a.) sowie des Quartiersmanagements zusammengetragen.
Im Vorfeld sowie im Anschluss des Workshops fand eine umfangreiche
Bestandsaufnahme der Spielflächen statt. Vorhandene Grundlagen,
Karten, Material etc. wurden gesichtet und es fand eine Begehung der
(Spiel-)Flächen sowie des gesamten Stadtteils statt. Wegeverbindungen
wie Grünverbindungen, aber auch Alltagswege und ggf. nicht öffentliche
„Schleichwege“ wurden analysiert.
Ausgehend von den Ergebnissen des ämterübergreifenden Workshops,
der Bestandsaufnahme und den Ergebnissen aus den
Partizipationsveranstaltungen wurde ein konzeptionelles Leitbild für die
Spielleitplanung in Auerberg formuliert.
Eine umfangreiche Beteiligung unterschiedlicher Zielgruppen hat den
gesamten Prozess der Spielleitplanung begleitet. Nutzergruppen wie
Kinder und Jugendliche, aber auch Expert:innen und Vertreter:innen
anderer Zielgruppen im Stadtteil wurden intensiv beteiligt. Ergänzend zu
dem oben beschriebenen ämterübergreifenden Workshop wurden
folgende Methoden durchgeführt:
 Akteursrunde im Plangebiet mit unterschiedlichsten Vertreter:innen
des Stadtteils
 Kinder- und Jugendpartizipation mit Grundschüler:innen,
Jugendlichen und Kindergartenkindern in Form von sogenannten
„Streifzügen“
 Eine enge Abstimmung mit dem Auftraggeber und die Präsentation
der Ergebnisse vervollständigt die umfangreiche Beteiligung
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde beschlossen den Ämterworkshop
sowie die Akteursrunde im Online-Format durchzuführen.
In Abstimmung mit dem Auftraggeber wurden Steckbriefe zu
Schwerpunktthemen im Stadtteil erarbeitet. Vor dem Hintergrund, dass
es sich um eine vernetzende, alters- und generationsübergreifende
Spielleitplanung handelt, ist diese Vorgehensweise sinnvoll. Die
Steckbriefe enthalten die themenspezifischen Ergebnisse der
Beteiligung, eine Kurzbeschreibung, die quantitative und qualitative
Analyse der Spielplätze, Perspektiven, Handlungsbedarfe, mögliche
Maßnahmen sowie erste Vorschläge für die Neugestaltung. Etwa zehn
Maßnahmen wurden in Form von grafischen Skizzen oder in Textform
detaillierter ausgearbeitet (Grüne Blöcke/Skizzen).Seite 6 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
5
Die Ergebnisse werden in diesem Konzept, bestehend aus textlicher und
kartographischer Darstellung, zusammengefasst. Es werden
Maßnahmenschwerpunkte sowie die wichtigsten Handlungsbereiche
genannt.
1.1 Exkurs Spiel- und Freizeitverhalten
Spielflächen sind für die Bewegung, die soziale Interaktion sowie das
Naturerleben von Kindern, für ihre körperliche und psychisch-emotionale
Entfaltung unerlässlich. Sie bieten den nötigen Raum für die motorische
Entwicklung von Kindern, da an unterschiedlichen Geräten Fähigkeiten
und Grenzen erprobt und geschult werden können. Zudem haben
Untersuchungen herausgefunden, dass eine bessere
Körperbeherrschung Einfluss auf spätere schulische Leistungen hat
(Kinder brauchen Spielplätze! 2018).
Die soziale Funktion von Spielflächen wird auch in einer Untersuchung
dadurch belegt, dass Kinder sich mehr gleichaltrige Spielgefährten
wünschen und ihre Freizeit mit anderen Kindern verbringen möchten
(„Die KidsVerbraucherAnalyse 2008 Markt-Media Studie für Kinder-
Zielgruppen“; Egmont Ehapa Media GmbH, 2008). Kinder planen Treffen
an Spielflächen anstatt auf zufällige Begegnungen zu hoffen.
Das Naturerleben ist bei vielen Kindern heutzutage ein untergeordnetes
Thema. In den letzten Jahrzehnten ist durch zunehmende Verdichtung
des städtischen Raums der Aktionsradius von Kindern deutlich
eingeschränkter und sie spielen nur noch selten in der freien Natur. Um
Naturerleben zu schaffen, kann auf naturpädagogische Freizeitangebote
oder Feriencamps ausgewichen werden, allerdings sind dies
organisierte und beaufsichtigte Angebote. Laut einer Emnid-Umfrage,
die 2015 durchgeführt und von der Deutschen Wildtier Stiftung in Auftrag
gegeben wurde, haben 22% der Kinder noch nie ein freilebendes Tier
gesehen und die Hälfte der Kinder zwischen vier und zwölf Jahren ist
noch nie auf einen Baum geklettert. Dabei ergeben viele Studien, dass
das Naturerleben die motorischen Fähigkeiten, Sprachvermögen,
Selbstbewusstsein wie auch soziale Kompetenzen fördert („Emnid-
Umfrage belegt: Kindern fehlt der Kontakt zur Natur“; Artikel, Deutsche
Wildtier Stiftung, 2015). Naturnah gestaltete Spielbereiche, die von den
Kindern eigenständig erforscht und bespielt werden können,
unterstützen die kindliche Entwicklung.
Die Aneignung von Freiräumen bedeutet für Kinder vor allem eine
Auseinandersetzung mit der räumlichen, sozialen und kulturellen
Umwelt. Sie erwerben durch diese Auseinandersetzung neue
Fähigkeiten, welche ihre Entwicklung fördern. Die soziale und kulturelle
Identität wird somit durch das Quartier, in dem sie aufwachsen,
mitbestimmt. An diesem Punkt kann die Stadtplanung eingreifen, indem
qualitative Freiräume geschaffen werden.
Studien verweisen darauf, dass einem Viertel der Kinder gesunde
Entwicklungsbedingungen im öffentlichen Raum vorenthalten werden
(„Eine kinder- und familienfreundliche Stadtgestaltung muss wieder mehr
Berücksichtigung finden“; Pressemitteilung, Deutsches Kinderhilfswerk,
2018). Hinzu kommt, dass gerade Kinder aus finanzschwächeren
Familien auf eine ausreichende Anzahl und Qualität der angrenzenden
Freiräume angewiesen sind. Aufgrund der meist dichter bebauten
Wohnlage, weniger strukturierten und oftmals kostenpflichtigen
Freizeitangebote sowie dem geringeren Mobilitätsradius nutzen diese
Kinder den öffentlichen Raum häufiger und intensiver. Wird ihnen der
Freiraum genommen, kann es hier zu Entwicklungsstörungen kommen.
Dies belegt auch die Kinderstudie „Raum für Kinderspiel!“ des deutschen
Kinderhilfswerks (2015), die Spielmöglichkeiten und
Wohnumfeldbedingungen von Kindern und ihren Einfluss auf
Lebensalltag und Entwicklungschancen untersucht hat.
Deutlich verschärft wurde die Situation bekanntermaßen durch die
Corona-Pandemie. Die gleichzeitige Schließung von Kindertages-
einrichtungen, Schulen und Spielplätzen im Rahmen der ersten Welle
hatte auf viele Familien (insbesondere bei beengten Wohnverhältnissen)
verheerende Folgen. Der Nutzungsdruck, der auf den Freiräumen und
insbesondere auf den Spielflächen seitdem als Orte für soziale
Interaktion, Bewegung, Freizeit und Erholung lastet, hat ihre Bedeutung
deutlich bestätigt und verstärkt.
Daher ist es nicht nur von Belang ausreichend Spielflächen zu schaffen,
sondern auch den öffentlichen Raum bespielbar zu gestalten, wie dies in
einigen deutschen Städten schon geschieht, wie etwa in Brühl (Rhein-Seite 7 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Erft-Kreis), Rheydt/Mönchengladbach (NRW) oder der ersten
bespielbaren Stadt Griesheim (Hessen). Dabei ist es von besonderer
Bedeutung, den öffentlichen Raum auch aus Sicht der Kinder und
Jugendlichen zu beurteilen, da deren Blickwinkel von dem der
Erwachsenen teilweise deutlich abweicht. Auch das Deutsche
Kinderhilfswerk fordert eine „kontinuierliche Mitsprache und
Mitbestimmung“ von Kindern und Jugendlichen (Raum für Kinderspiel
2015).
Da Spielflächen einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von
Kindern haben, sollten diese attraktiver und einfach zugänglich gestaltet
werden. Die Stadtplanung kann an dieser Stelle zum einen durch eine
übergeordnete Spielleitplanung und zum anderen durch eine
kinderfreundliche Gestaltung des Wohnumfeldes eine gute Grundlage
schaffen.Seite 8 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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2. Räumliche Analyse
2.1 Grüne Infrastruktur
Für eine gesunde Entwicklung von Kindern sind Spielflächen in
ausreichender Quantität und hochwertiger Qualität wesentlich.
Gleichzeitig sind Spielplätze wichtige klimatische Ausgleichsräume im
Stadtraum, was ein Blick auf die Bonner Klimakarte und in die
Klimaplanungshinweise bestätigt. Ähnlich Senior:innen und Kranken
sind auch Kinder besonders anfällig für Hitzebelastung. Vor diesem
Hintergrund sind Spielflächen ein wichtiger Baustein der Grünen
Infrastruktur. Zur Grünen Infrastruktur gehören Aspekte wie Klima,
Regenwasser, Biodiversität, Identifikation und Gemeinschaft sowie die
Bedeutung als lebenswerter Freiraum. Entsprechend beinhaltet das
Spielflächenkonzept, das zurzeit beraten wird, auch eine Leitlinie für
„Grüne Infrastruktur auf Spielflächen“, die in der Planung berücksichtigt
wird.
Eine nachhaltige und funktionierende Gestaltung fördert frühzeitig
Identifikation und Gemeinschaft. Aus diesem Grund sind auch
Maßnahmen zur Beteiligung wie Mitmachaktionen ein wesentlicher
Bestandteil der Planung.
Im Folgenden wird anhand der einzelnen Themenfelder die Situation in
Bonn-Auerberg beschrieben.
Klima
Aktuell ist Auerberg kein ausgeprägter „Hitze-Hot-Spot“. Der Stadtteil ist
umgeben von Grünzügen wie Klosteracker, Rheindorfer Bach und
Nordfriedhof. Durch ihre Nähe zu den thermisch ungünstigen
Siedlungsflächen übernehmen die Grün- und Freiflächen im Stadtteil, zu
denen auch die Spielplätze gehören, eine wichtige klimatische
Ausgleichsfunktion.
Siedlungsräume mit vergleichbar hoher Wärmebelastung sind die
Auerberger Mitte und auch die Reihenhäuser zwischen Kopenhagener
und Insterburger/Tilsiter Straße. Weitere Schwerpunkte bestehen
entlang der Pariser Straße, Josefshöhe und im Umfeld der Dubliner
Straße.
Entsprechend soll die klimaausgleichende Funktion der Grün- und
Freiflächen gestärkt werden. Neben den genannten Grünflächen kommt
auch der Auerberger Achse eine große Bedeutung zu.
Abb. 1: Klimaanalysekarte 2018 (Tag)
Mögliche Maßnahmen
 (Kinder-)Aktionen auf den Spielflächen
 Durchführung von Beteiligungsverfahren in der
Planungsphase um Akzeptanz zu erhöhen
 Mitmachaktionen in die Umsetzung integrieren und so
Identifikation fördern
 Planung vielseitig nutzbarer Flächen
 Umweltpädagogische Angebote schaffen
 Verwendung nachhaltiger und / oder klimaneutraler Produkte
in der GestaltungSeite 9 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Starkregen
Die Starkregen-Gefahrenkarte zeigt die überflutungsgefährdeten
Bereiche nach einem Starkregenereignis. Dargestellt ist die maximale
Gefahrenabschätzung für ein 100-jährliches Hochwasser, welches
statistisch gesehen mit der Wahrscheinlichkeit von 1/100 jedes Jahr
stattfinden kann. Ein Restrisiko für die Flutung von Flächen besteht
dennoch. Die Spielplätze sind in unterschiedlichem Maße betroffen.
Die Sickerfähigkeit der Flächen/Böden in Auerberg wird erhalten und
gestärkt, Versiegelung dort wo möglich vermieden. Auf befestigten
Flächen wird die Sickerfähigkeit z.B. durch die Anlage von Rigolen
gefördert.
Abb. 2: Starkregen-Gefahrenkarte, 100-jährlich
Hochwasser
Sowohl ein 100-jährliches Rheinhochwasser, wie auch ein Extrem-
Hochwasser führt zu einer Flutung des Rheindorfer Baches. Das Wasser
steigt in beiden Fällen entlang der Böschung an der Straße „An der
Rheindorfer Burg“, sodass der Stadtteil Auerberg randlich leicht betroffen
ist.
Mögliche Maßnahmen
 Befestigte Flächen reduzieren/auf ein Minimum begrenzen
 Lockere Baum- und Strauchgruppen planen
 Förderprogramm „Begrünung“ der Stadt Bonn für
Gebäudebegrünung, Entsiegelung und Begrünung
 Teilnahme am Programm „Coole Schule NRW“ (Runderlass
des MULNV vom 21. Juni 2022) empfohlen, zur Förderung
von Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung,
Gutachten, Planung, Bau und Bepflanzung an Schulen (in
Abstimmung mit Fachämtern)
Mögliche Maßnahmen
 Sickerfähige Flächen planen, Versiegelung reduzieren
 Planung von Mulden/Rigolen (auch auf Spielflächen)
 Identifizierung Grund- und Regenwasserbeeinflusster
Bereiche
 Anpassung der GeländemodellierungSeite 10 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Abb. 3: Hochwassergefahrenkarte für ein mittleres (100-jährlich) Hochwasser
Lärm
Den größten Einfluss auf den 24-Stunden-Pegel haben die A565 und
Josefshöhe. Beeinflusst wird vor allem der Teilraum an der
Seehausstraße, aber auch der Bereich bis zur Londoner-/Dubliner
Straße. Weitere sogenannte Belastungsachsen sind Kölnstraße und
Pariser Straße.
Die Auerberger Mitte als zentraler Ort an der Pariser Straße ist wenig
lärmgeschützt. Bis auf den Spielplatz Eupener Straße werden alle
weiteren Spielplätze von den Hauptlärmquellen wenig bis nicht
beeinflusst. Diese Funktion als „Ruheort“ gilt es als Ausgleich zu stark
beeinflussten Orten zu erhalten und zu stärken.
Abb. 4: Lärm, 24-Stunden-Pegel (Straße, Stadtbahn, Schiene, Gewerbe)
Schutzgebiete
Im Norden und Osten ist Auerberg umgeben vom Landschaftsschutz-
gebiet Rheindorfer Bach und Auf dem Klosteracker und Lausacker. Zwei
kleinere, sehr zentral gelegene Teilflächen entlang der Pariser Straße
und in der Ausgleichsfläche Auerberg sind ebenfalls als Bestandteil des
LSG ausgewiesen. Das Landschaftsschutzgebiet ist Bestandteil des
Landschaftsplans Kottenforst.
Mögliche Maßnahmen
 Anordnung sensibler Nutzungen auf der von der Straße
abgewandten Seite
 Grünpflanzungen (Hecken) zwecks Lärmdämpfung
 Bau von vertikalen, bepflanzten (Grün-)Wänden
 Höchstgeschwindigkeiten reduzieren (z.B. Tempo 30)
 Förderung von emissionsarmen Transportmitteln, wie ÖPNV,
Fahrrad-, FußverkehrSeite 11 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Die Lage am Stadtrand macht Auerberg zu einem sehr durchgrünten
Stadtteil. Durch entsprechende Maßnahmen in der Planung können
Lebensräume geschützt und Biodiversität weiter gefördert werden. Der
Pflanzbestand an Spielplätzen wird ertüchtigt, sodass die Flächen ihre
Funktion im Biotopverbund einnehmen können.
Abb. 5: NSG- und LSG-Gebiete NRW
2.2 Sicherheit und Kriminalprävention
Zu einer hohen Qualität einer Spielfläche gehört auch ein einwandfreier
Sicherheits- und Pflegezustand der Fläche. Neben der Einhaltung von
Vorgaben für Fallschutz und Bewegungsräume betrifft das auch die
Instandhaltung der Spielgeräte. Weiterhin ist die soziale Sicherheit
wichtig: die hohe Frequentierung eines Ortes verhindert unerwünschte
Vorfälle, wie etwa Vandalismus. Weiterhin sollte die Fläche gut
einsehbar sein und über mindestens zwei Zugänge verfügen, um ein
Einsperren oder Blockieren durch Personengruppen zu verhindern. Eine
verschmutzte oder vermüllte Fläche in schlechtem Pflegezustand
vermindert die Aufenthaltsqualität spürbar. Scherben können für Kinder
sogar gefährlich werden.
Aus dem Expert:innengespräch mit der Kriminalprävention der Stadt
Bonn am 18.03.2022 ging hervor, dass Auerberg eine vergleichsweise
geringe Kriminalitätsrate hat. Im Rahmen der vorangegangenen
Beteiligung wurden selten und vereinzelt Angsträume genannt, wie etwa
die Unterführung unter der A565 am Rheindorfer Bach. Da Angsträume
rein subjektiv sind, gilt es sie im Rahmen der Projektentwicklung zu
ermitteln, ernst zu nehmen, zu prüfen und zu reduzieren.
Den ortsansässigen Schulen ist das Angebot zur technischen und
städtebaulichen Kriminalprävention bekannt. Für die Planung der
konkreten Projekte besteht das Angebot der Kriminalprävention für
ortsbezogene Fragen zur Verfügung zu stehen.Mögliche Maßnahmen
 Spielflächen als Naturspielflächen entwickeln und so in den
Biotopverbund einbauen
 Einsatz klimaangepasster Gehölze
 Bepflanzung mit standortgerechten, regenerationsfähigen
und raschwachsenden Gehölzen in großer Artenvielfalt
 Vielseitige Vegetationsflächen maximieren
 Sofern möglich Anlage extensiver Wiesen oder Staudenfluren
als insektenfreundliche Bepflanzung
 Nistmöglichkeiten für Tiere schaffen (Insektenhotels,
Nistkästen)
 Schützenswerte Bereiche sichernSeite 12 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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3. Spielraumanalyse
3.1 Soziale Struktur
Im Bonner Stadtvergleich ist Auerberg ein sehr junger Stadtteil. Der
Anteil der Bewohner:innen unter 18 Jahren liegt bei 19,8% und somit
deutlich über dem Bonner Mittelwert (Stadtbezirk Bonn: 15,8%,
Gesamtstadt 16,7%). (Stand der Daten: 31.12.2020, Quelle: Stadt Bonn)
 Der höchste Anteil an Kinder <18 Jahre lebt im Teilraum Londoner
Straße
 Der höchste Anteil an Kindern <3 Jahre lebt im Teilraum Auerberger
Mitte
 Der niedrigste Anteil an Kindern <18 Jahre lebt im Teilraum Brüsseler
Straße
Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl an Kindern in Auerberg kommt
der Spielleitplanung eine besondere Gewichtung zu.
3.2 Rechtliche Grundlagen
Eine öffentliche Spielfläche ist eine Freifläche, die zum Spielen
ausgewiesen und mit meist künstlich geschaffenen Spielgeräten
gestaltet ist. Grundsätzlich besteht kein vereinheitlichtes und
rechtsverbindliches Berechnungsverfahren zur Ermittlung des
kommunalen Spielflächenbedarfs. Allerdings gibt es verschiedene
unverbindliche Regelwerke, die Richtwerte für die Beurteilung und
Planung von Spielflächen stellen, wie in der DIN 18034, von der ARGE
Bau und im Runderlass des Innenministers NRW. Sie alle dienen dem
Erhalt, bzw. der Sicherung einer bedarfsgerechten Versorgung. Die
Stadt Bonn hat die Richtlinien geprüft und auf dieser Grundlage eine
eigene Richtlinie zur Ermittlung von Spielflächenbedarf,
Einzugsbereichen und Kategorien festgelegt.
3.3 Spielflächenbilanz
Die Richtlinie der Stadt Bonn legt einen Richtwert von 8,5 m² pro Kind
unter 15 Jahre zugrunde mit einer Toleranzbreite von 2,5 m² nach oben
und nach unten. Das heißt, als bedarfsgerecht gilt eine Versorgung von
6 bis 11 m² pro Kind im Alter von 0 bis unter 15 Jahren. In Bonn-Auerberg
stellt sich die Situation folgendermaßen dar:
Spielfläche Bonn Auerberg gesamt: 10.617 m²
Einwohnerzahl Auerberg: 10.022
Kinder <15: 1.711
Kinder <18: 2.021
(Stand: 31.12.2020, Quelle: Stadt Bonn)
Das ergibt eine Fläche von etwas über 6 m² SF/ Kind <15 Jahren, womit
Auerberg an der unteren Versorgungsgrenze liegt.
3.4 Einzugsbereich und Kategorien
Die Einzugsbereiche von Spielplätzen werden sowohl mit fußläufiger,
wie auch mit radialer Entfernung angegeben. Die radiale Entfernung
bezieht sich auf die Luftlinie um die Spielfläche. Aufgrund der gebauten
Flensburger
Straße 16,5%
Stockholmer
Straße 17,7%
Osloer Straße
19,6%
Brüsseler
Straße 15,4%
Auerberger
Mitte 16,7%
Londoner
Straße 28,3%
Seehausstraße
19%
Dubliner Straße
23,4%Georg-v-
Boeselager-
Straße 15,5%
Abb. 6: Anteil der Kinder <18 Jahre in den einzelnen Teilräumen Auerbergs (Stand der Daten:
31.12.2020, Quelle: Stadt Bonn)Seite 13 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Struktur und dem Verlauf der Straßen und Wege ist die radiale
Entfernung jedoch ungleich der Entfernung, die zu Fuß zurückgelegt
werden kann.
Kategorien der Stadt Bonn:
Spielplatz mit nahem Einzugsbereich: 300-1.000 m², Radius 300 m,
entspricht einem Fußweg von ca. 400 m, für Kinder bis 9 Jahren
geeignet.
Spielplatz mit zentraler Versorgungsfunktion: >1.000 m², Radius 800
m, Fußweg etwa 1.000 m, für Kinder bis 14 Jahren, bzw. Kleinkinder in
Begleitung Erwachsener geeignet
3.5 Streifräume
Um das Mobilitätsverhalten von Kindern und Jugendlichen zu veran-
schaulichen und nachvollziehbar analysieren zu können, ist es sinnvoll,
ein Stadtgebiet in Streifräume einzuteilen. Ein Streifraum ist der Bereich
eines Gebiets, den Kinder - in Abhängigkeit von ihrem Alter - eigen-
ständig, alleine oder in Begleitung gleichaltriger Kinder bewältigen und
sich zu eigen machen. Begrenzt wird ein Streifraum durch für Kinder
nicht überquerbare Barrieren wie größere Straßen, Eisenbahnlinien und
Fließgewässer. Entsprechend enden die Einzugsbereiche der
Spielflächen daher nicht radial entlang der Luftlinie, sondern orientieren
sich an den realen Streifraumgrenzen.
Auerberg wurde in für Kinder gefahrlos nutzbare Streifräume eingeteilt.
Sie werden durch die Autobahn, bzw. starkbefahrene Straßen wie der
Kölnstraße, der Josefshöhe oder der Friedrich-Wöhler-Straße, dem
Industriegebiet im Süden und dem Rheindorfer Bach begrenzt. Da in den
Streifzügen beobachtet wurde, dass Kinder (im Grundschulalter) ab 6
Jahren die Querungsmöglichkeiten der Pariser Straße sicher nutzen,
wurde diese nicht als Barriere gewertet. Kinder unter sechs Jahren sind
in der Regel in Begleitung Erwachsener oder älterer Kinder im Stadtteil
unterwegs, sodass sie die Pariser Straße unter Aufsicht queren.
3.6 Barrierefreiheit
Inklusion ist selbstverständlicher Bestandteil der Planung. Planer:innen
haben die Aufgabe, attraktive Aufenthaltsorte für alle zu entwickeln.
Schließlich soll gleichberechtigte Teilhabe natürlich auch auf
Spielflächen für alle möglich sein. Dabei geht es nicht darum, vor allem
auf Sonderlösungen wie z.B. die Rollstuhlschaukel zu setzen. Vielmehr
geht es darum, statt einzelne Gruppen oder Einschränkungen, wie
Sehbehinderung, Mobilitätsbeeinträchtigung oder kognitive
Einschränkungen in den Fokus zu stellen, alle Kinder mit ihren
individuellen Fähigkeiten im Blick zu haben. Mit einer vielfältigen
Gestaltung wird so gemeinsames Spiel und gleichberechtigte Teilhabe
aller auf Spielplätzen möglich.
Drei einfache Regeln helfen im Umgang mit der Inklusion:
Abb. 7: Die blaue Linie stellt die realen Barrieren als Grenzen der Streifräume von Kindern in Bonn-
Auerberg dar.Seite 14 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
13
 Die Räder-Füße-Regel – zur Erreichbarkeit
 Die 2-Sinne-Regel – zur Wahrnehmbarkeit
 Die Keep-It-Short-And-Simple-Regel – zur Verständlichkeit
Spielelemente sollten mehrfach nutzbar sein und Raum lassen für
Aneignung, Fantasie und Kreativität der Kinder. Dabei geht es nicht
darum, alles für alle gleichermaßen entstehen zu lassen, sondern darum,
dass es für jeden etwas gibt. Angesichts knapper Kassen kann nicht alles
neu entstehen. Der Fokus liegt vielmehr auf Erreichbarkeit und auf
vielfältigen, multifunktionalen Spielstrukturen, die Rollenspiel,
Sinneserfahrungen und Bewegungsspiel auf Wiesen, Fahr- und
Laufstrecken o.ä. unterstützen. Getreu nach dem Motto: „Nicht daneben,
sondern gemeinsam und mittendrin.“
Doch allein eine gute Gestaltung vor Ort reicht nicht aus, um einen
Spielplatzbesuch zu ermöglichen. Sie muss in erforderliche Maßnahmen
eingebettet sein. Der Spielplatzbesuch beginnt bereits mit der
Erreichbarkeit und auch während des Aufenthalts muss eine gewisse
Infrastruktur sichergestellt werden.
Vor diesem Hintergrund sollte der Schwerpunkt inklusiver Angebote
daher zunächst auf den bedeutsamen Spielräumen liegen.
Insbesondere bei körperlichen Beeinträchtigungen ist es wichtig, einen
Ausflug vorab gut planen zu können. Daher sollten Informationen
ergänzend online bereitgestellt werden. In Kooperation mit dem
Behindertenbeirat der Stadt ist zu klären, wie hier sinnvoll vorgegangen
werden kann.
Auch um eine generationsübergreifende Nutzung garantieren zu
können, ist es wichtig, dass Spielflächen barrierefrei erreichbar sind.
Dies beinhaltet barrierefreie Zugänge ohne Stufen sowie Möglichkeiten
zum Abstützen und Festhalten oder Sitzmöglichkeiten in ausreichender
Zahl.
Bauliche Merkmale der Inklusion im Außengelände*
 Zugänge und Hauptwege sind barrierefrei herzustellen: Stufen
müssen vermieden oder durch Rampen ergänzt werden; auf
ausreichende Wegebreiten ist zu achten (lichte Wegbreiten
mindestens 150 cm, Rampenbreiten mindestens 120 cm).
Barrierefreie Anbindungen an Gehsteige, Parkplätze und öffentliche
Verkehrsmittel.
 Die grundsätzliche Orientierung muss durch eine leicht
nachvollziehbare Lesbarkeit der gesamten Anlage und der einzelnen
Bereiche möglich sein
 Bei der Gestaltung eines „Spielplatzes für Alle“ muss über den für die
Benutzung der einzelnen Spielgeräte erforderlichen Platzbedarf
hinaus ein zusätzliches Maß an Bewegungsfläche vorgesehen
werden, die es Kindern möglich macht, sich von Gerät zu Gerät zu
bewegen, ohne einander zu beeinträchtigen oder zu gefährden.
 Die Gerätegrundausstattung – z. B. Schaukel, Sandkiste und Rutsche
– sollte für alle erreichbar sein.
 Spielgeräte, die Mehrfachnutzung nicht nur ermöglichen, sondern
geradezu provozieren, sind jenen vorzuziehen, deren Nutzung
„eindeutig“ festgelegt ist. Wenige Geräte, die zur Mehrfachnutzung
einladen, erhöhen den Spielwert beträchtlich im Vergleich zu einem
Überangebot „monofunktionaler“ Geräte.
 Es sind Elemente und Orte vorzusehen, die die Bespielbarkeit auch
bei Schlechtwetter und starker Sonneneinstrahlung gewährleisten.
*Quelle: Netzwerk der österreichischen Beratungsstellen für barrierefreies Planen und Bauen,
Technisches Informationsblatt 4.Seite 15 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
14
4. Beteiligungsergebnisse
Partizipation ist in Bonn bereits ein selbstverständlicher Bestandteil der
Planungsprozesse für Sanierung und Neuplanung öffentlicher
Spielplätze. Entsprechend fanden auch im Vorfeld der Spielleitplanung
nutzergruppenspezifische Beteiligungsformate statt, wie
Ämterworkshop, Stadtteilspaziergänge mit Kindern und Jugendlichen,
Akteursworkshop und vereinzelte Expert:innengespräche. Im Folgenden
werden die einzelnen Formate kurz dargestellt. Die Ergebnisse fließen
in die Steckbriefe ein, weshalb an dieser Stelle auf eine detaillierte
Darstellung verzichtet wird.
Auch für die Umsetzung der in diesem Konzept empfohlenen
Maßnahmen wird davon ausgegangen, dass sie durch zielgruppen-
orientierte, ortsspezifische und bedarfsgerechte Partizipationsformate
begleitet werden. Im Rahmen der Steckbriefe wird Beteiligung daher
nicht explizit als Umsetzungsschritt genannt. Ausnahmen stellen
Maßnahmen dar, bei denen mittels Partizipation die Akzeptanz in
besonders hohem Maße sichergestellt werden soll.
Ämterworkshop
Um zu Beginn des Projekts in einen fachlichen Austausch zu treten und
einen Überblick über laufende und geplante Projekte, erforderliche
Grundlagen, wichtige Projektschwerpunkte und -inhalte zu schaffen,
wurde als erstes Partizipationsverfahren ein Ämterworkshop am
15.05.2021 durchgeführt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der
Workshop online umgesetzt.
Teilnehmende Ämter:
 Amt für Kinder, Jugend und Familie
 Amt für Umwelt und Stadtgrün
 Sportamt
 Stadtplanungsamt
 Schulamt
 Sozialamt
 Quartiersmanagement
Abb. 8: Wo sind Sie aktiv? Teilergebnis aus dem Ämterworkshop am 15.05.2022
Kinder- und Jugendbeteiligung
Im Herbst 2021 fanden mit Auerberger Kindern und Jugendlichen
sogenannte „Streifzüge“ statt. Für diese Fotoerkundungen liefen die
Kinder in Kleingruppen mit Fotoapparat, Liste und Begleitperson durch
den Stadtteil und zeigten ihre Spielorte. Dabei gab es keine festgelegte
Route, die Kinder konnten frei wählen. Um die verschiedenen
Altersgruppen gut abdecken zu können, wurden gezielt Schulen,
Kindergärten und das Jugendzentrum angesprochen. Obwohl sie nicht
direkt im Stadtteil liegt, wurde die Jahnschule aufgrund ihrer räumlichen
Nähe zu Auerberg eingebunden.
Teilnehmende Institutionen:
 Hedwigschule, Alter 14-17 (07.10.2021)
 Jahnschule, Alter 7-10 (07.10.2021)
 Bernhardschule, Alter 6 - 9 (08.10.2021)
 Kita Rheingarten, Alter 5 - 6 (12.10.2021)
 Jugendzentrum Auerberg, Alter 7-13 (12.10.2021)Seite 16 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
15
Abb. 9-10: Eindrücke aus der Kinder- und Jugendbeteiligung
Akteursrunde
Im Rahmen eines Workshops wurden mit Auerberger Multiplikator:innen
erste Handlungsfelder diskutiert, die auf Grundlage der durchgeführten
Planungs- und Beteiligungsschritte erarbeitet worden waren. Hierzu
wurden Vereine, Institutionen und Organisationen gezielt, aber breit
eingeladen, inklusive der Elternvertreter:innen von Schulen und
Kindergärten. Auch dieser Workshop fand aufgrund der Corona-
Pandemie am 20.01.2022 am Abend von 17 bis 19 Uhr online statt.
Teilnehmende:
 Amt für Kinder, Jugend und Familie
 Fachdienst für Familien- und Erziehungshilfe
 Quartiersmanagement Auerberg
 Jahnschule
 St.-Hedwig-Schule
 Kita Helsinkistraße
 Städtische Kita Friedrich-Wöhler-Straße
 Jugendzentrum Auerberg
 Evangelisches Kinder- und Jugendforum
 Städtebauliche Kriminalprävention
 Ortsausschuss Auerberg
 Freiwillige Feuerwehr Graurheindorf
Abb. 11: Umfrage zu öffentlichen Spielplätzen – Teilergebnis aus dem Akteursworkshop am
20.01.2022Seite 17 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
16
5. Leitbild
Die Qualität Auerbergs liegt in seiner starken Durchgrünung, die auch
durch die Lage des Stadtteils am nördlichen Stadtrand Bonns zustande
kommt. Sie steht in Kontrast zu einem sehr urbanen Charakter, der durch
eine Bebauung aus großen Mehrfamilienhäusern, stark verdichteten
Bereichen wie der Auerberger Mitte und städtischen Verkehrsachsen
zustande kommt. Die Stärke, die aus diesem Nebeneinander von
Gegensätzen entsteht, bildet den Leitgedanken für die Entwicklung von
Handlungsvorschlägen und Maßnahmen.
Leitbild Bonn-Auerberg
 In Auerberg gibt es attraktive Angebote für alle Altersgruppen
und besonders für Kinder und Jugendliche.
 Die Auerberger:innen entdecken die Qualitäten ihres
Stadtteils, halten sich gerne dort auf und identifizieren sich
mit ihm.
 Eine flächendeckende Versorgung mit Spielflächen und -
möglichkeiten macht das Quartier für Kinder, Jugendliche und
Familien attraktiv.
 In zentraler Lage wird ein Spielplatz mit attraktiven
Spielmöglichkeiten für jede Altersgruppe als
Quartierspielplatz entwickelt.
 Die Spielflächen sind abwechslungsreich, attraktiv und
spielpädagogisch wertvoll. Sie berücksichtigen die aktuellen
Erkenntnisse des Spiel- und Freizeitverhaltens von Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen und werden dem
(zukünftigen) Bedarf gerecht.
 In Bezug auf die Planung, Gestaltung und Pflege sind sie aus
finanzieller Sicht optimiert.
 Die Spielflächen und -möglichkeiten werden vernetzt und sind
für Kinder und Jugendliche sicher erreichbar. Wo möglich,
werden Grünflächen und -achsen für Wegverbindungen
genutzt, wodurch der Spielraum erweitert wird.
 Die Verbindungswege durch Auerberg werden durch ein
System aus Spielelementen/-punkten sinnvoll ergänzt.
 Bewegung im Freien wird durch die Schaffung informeller,
vereinsungebundener Sportmöglichkeiten gefördert.
 Im Freien entstehen Begegnungsräume, durch die das
nachbarschaftliche Netzwerk gestärkt wird.
 Die Erhaltung, Ergänzung und Stärkung von Grünstrukturen
sorgt für gute klimatische Bedingungen und trägt zur
Biodiversität bei.
 Die Planung berücksichtigt die Versickerung von Regen,
bindet sie in die Gestaltung ein und schafft hierfür gute
Bedingungen.Seite 18 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
17
6. Steckbriefe mit Handlungsempfehlungen
6.1 Maßnahmenschwerpunkte
Im Rahmen der Konzeptbearbeitung sind Maßnahmenschwerpunkte
entstanden, die aus fachlicher Sicht für die Phase der
Konzeptumsetzung priorisiert werden sollten. In den
Maßnahmesteckbriefen werden sie zeichnerisch oder als Textblock
(grün) als Projektskizze weiter detailliert. Im Folgenden werden sie kurz
genannt, die Abfolge spiegelt keine Priorität wider.
Entwicklung des Spielplatzes Luxemburger Straße zum Quartiersspielplatz
Der Spielplatz Luxemburger Straße war in allen Beteiligungsgruppen
sehr beliebt und besitzt das Potenzial im Kontext mit dem Bolzplatz und
in Nähe des neuen Quartierszentrums zu einem Quartiersspielplatz für
alle Altersgruppen und als Treffpunkt für den Stadtteil entwickelt zu
werden.
 s. Steckbrief „Öffentliche Spielplätze“
Konzept für den Spielplatz Eupener Straße
In Folge der Beteiligungsaktionen wie auch aus planerischer Sichtweise
wurde deutlich, dass der Spielplatz Eupener Straße erhalten bleiben soll,
die Angebote und seine Anbindung an den Stadtteil jedoch überdacht
werden müssen.  s. Steckbrief „Öffentliche Spielplätze“
Spielflächenversorgung Georg-von-Boeselager-Quartier
Im Auerberger Süden mangelt es an einer qualifizierten Spielfläche,
insbesondere vor dem Hintergrund der räumlichen Barrieren. Aus
diesem Grund sollte hier eine Lösung gefunden werden, etwa durch eine
Standortsuche, wie auch durch die Möglichkeiten am Schulhof St.
Hedwig und / oder etwa Spielpunkten am Sportplatz Nord.  s.
Steckbrief „Öffentliche Spielplätze“
Jugendorte in Auerberg
Da in Auerberg keine Treffpunkte für Jugendliche im Freiraum bekannt
sind, wird empfohlen, unter kontinuierlichem Einbezug dieser
Altersgruppe ein qualifiziertes Freiraumangebot zu entwickeln, etwa in
Form von Jugendtreffpunkten, informellen Sportmöglichkeiten, o.ä.  s.
Steckbrief „Jugendliche“
Entwicklung der Auerberger Achse
Als zentraler, erreichbarer, zusammenhängender Freiraum in Auerberg
sollten die Maßnahmen für die Auerberger Achse zügig im Rahmen
eines Gesamtkonzeptes umgesetzt werden. Hierbei wird eine enge
Zusammenarbeit mit der städtebaulichen Kriminalprävention empfohlen,
um eine möglichst große Akzeptanz der Maßnahmen und soziale
Kontrolle zu gewährleisten.  s. Steckbrief „Auerberger Achse“
Spazierrunde Auerberg
Eine Spazierrunde kann Auerberg in seiner städtischen Randlage gut mit
seiner Umgebung verbinden, enthält großes Potenzial für die
Freizeitgestaltung und Identifikation mit dem Stadtteil.  s. Steckbrief
„Spazierrunde Auerberg“
Kinderwege durch Auerberg
Ziel ist eine Vernetzung von Kinderwegen zwischen Aufenthaltsorten,
wie Spielflächen, Bolzplätze, Schulhöfe und weitere. Denn auch durch
die städtische Randlage besitzt Auerberg das Potenzial zu einem
bespielbaren Quartier zu werden. Dieses Potenzial sollte genutzt
werden, um die Kinder in ihrer selbständigen Erfahrung des Quartiers
auf eigenen Wegen zu unterstützen.  s. Steckbrief „Mobilität“Seite 19 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
18
Gestaltung des Bolzplatzes Stockholmer Straße
Sanierungsbedarf, die Vermeidung von Anwohnerkonflikten und die
Nähe zum Jugendzentrum machen eine Neugestaltung des Bolzplatzes
Stockholmer Straße unverzichtbar.  s. Steckbrief „Bolzplätze“
Schulhof St. Hedwig
Im Rahmen der Beteiligungsaktionen stellte sich heraus, dass der
Schulhof St. Hedwig von unterschiedlichen Gruppen nach OGS-Betrieb
gerne aufgesucht wird. Vor dem Hintergrund seiner Multifunktionalität
sollte er dahingehend umgestaltet werden.  s. Steckbrief
„Schulhöfe“
Blaues Klassenzimmer Rheindorfer Bach
Bonn-Auerberg bietet durch das kombinierte Potenzial der städtischen
Randlage, des Rheindorfer Baches und der angrenzenden Institutionen
Jahnschule, Bernhardschule und Kitas als mögliche
Kooperationspartner:innen gute Voraussetzungen für ein Blaues
Klassenzimmer als außerschulischer Lernort.  s. Steckbrief
„Schulhöfe“Seite 20 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
19
6.2 Spielen in Auerberg
6.2.1 Öffentliche Spielplätze
Ausgangslage
Als attraktive und altersgerecht ausgestattete Spielflächen ist die Rolle
von Spielplätzen als sozialer, emotionaler und motorischer Lern- und
Erprobungsraum innerhalb des Konzeptes der „Bespielbaren Stadt“ sehr
wichtig. Insbesondere in Auerberg mit einem hohen Bevölkerungsanteil
unter 18 Jahren und mit einer teilweise verdichteten Bebauung kommt
einer guten Versorgung und Erreichbarkeit durch attraktive Spielräume
eine hohe Bedeutung zu.
In Auerberg gibt es insgesamt sechs öffentliche Spiel- und Bolzplätze,
die im Bereich zwischen Saarbrückener Straße, Kölnstraße, Rheindorfer
Bach und Auerberger Allee liegen. Somit ist der Stadtteil im Norden gut
versorgt, während im Süden im Umfeld von Seehausstraße und Georg-
von-Boeselager-Straße ein deutliches Defizit besteht. Der größte und
beliebteste Spielplatz (3.492 m² mit Bolzplatz) ist der „Kaiserspielplatz“
auf dem Areal des ehemaligen Kaiser Supermarkts an der Luxemburger
Straße. Der Kleinste ist der Spielplatz an der Tilsiter Straße (798 m²).
Das Angebot an allen Spielplätzen richtet sich überwiegend an Kinder
über drei Jahre. Für einen der Spielplätze besteht aktuell eine
Spielplatzpatenschaft.
Auerbergs Spielplätze sind wichtige klimatische Ausgleichsräume zu den
thermisch ungünstigen Siedlungsräumen. Mit Ausnahme des
neugestalteten Spielplatzes am Jugendzentrum (Stockholmer Straße)
haben alle Flächen einen attraktiven, eingewachsenen Baumbestand.
Perspektive
Die Spielplätze bieten zukünftig ein differenziertes und attraktives
Angebot für alle Altersklassen. Der Auerberger Süden wird mit
ausreichend Spielmöglichkeiten versorgt. Spielplatzpatenschaften
werden ausgebaut. Die Funktion der Flächen als klimatische
Ausgleichsräume bleibt erhalten und wird gefördert.
Aus der Beteiligung
 Der Spielplatz Luxemburger Straße ist in allen
Altersgruppen sehr beliebt
 Es fehlen jedoch Angebote für Kinder unter 3 Jahren (U3)
 Es mangelt an einer attraktiven Ausstattung
 Als größeres Element wurde eine Seilbahn gewünscht
 Die Spielplätze wirken teils schlecht gepflegt
 Südlich der Kölnstraße/An der Josefshöhe besteht ein
deutliches Defizit an Spielmöglichkeiten
Abb. 14: SP Luxemburger Straße Abb. 15: SP Eupener Straße (Basketballfeld)
Abb. 12: SP Stockholmer Straße Abb. 13: BP Stockholmer StraßeSeite 21 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
20
3 – Stockholmer Straße
5 – Luxemburger Straße
mit Bolzplatz
2 – Tilsiter Straße
Bolzplatz
Stockholmer Straße
4 – Osloer Straße1 – Eupener Straße
Abb. 16: Darstellung der Versorgungsradien der Spiel- und Bolzplätze im Verhältnis zu den StreifräumenSeite 22 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
21
Fachliche Einschätzung der öffentlichen Spielplätze in Auerberg
Name Größe
(m²) Besonderheiten Beteiligung Maßnahmen
Spiel- und
Bewegung
Aufenthalt
Flächen-
potenzial
Barrierefreiheit
Pflegezustand
1 –
Eupener
Straße
2.159  Randlage im Planungsgebiet
 Im Umfeld höchster Anteil an
Personen >60 Jahre
 Eupener Straße wird als stark
befahren wahrgenommen
 Lärmbelastung durch
Kölnstraße
 Verkehrssituation wird von
einigen Erwachsenen als
problematisch gesehen
 Von Kindern und Jugendlichen
im Rahmen der Beteiligung
nicht aufgesucht
 Erhalt der Spielfläche
 ortssensible, geeignete Planung
mittels Partizipationsverfahren
erzielen
 Nachfrage Basketballfeld klären
und berücksichtigen
 Lärmschutz einbeziehen
0 0 0 - 0
2 –
Tilsiter Straße
798  Strauchreihe gliedert den
Spielplatz
 Entfernung von Bernhardschule
und Geschosswohnungen
Stockholmer Straße <300m
 Spielgeräte eher für jüngere
Kinder
 Mütter mit kleinen Kindern
treffen sich dort häufig
 Spielangebot <9 Jahre
ausbauen, insbesondere für
Kleinkinder
 Highlight-Spielgerät als
Alleinstellungsmerkmal und zur
Attraktivierung der Fläche
0 0 + - 0
3 –
Stockholmer
Straße
2.105  Neugestaltet
 Am stärksten versiegelter
Spielplatz
 Nahe Jugendzentrum,
Bernhardschule und
Geschosswohnungen gelegen
 „Hügel“ unter befragten
Kindern mäßig beliebt
 Ersatz für ehem. Skateanlage
auf der Festwiese
 Erhalt der Spielfläche
 Thema „Bewegung“ fortsetzen
und in Neugestaltung des
Bolzplatzes berücksichtigen
0 0 + 0 +
4 –
Osloer Straße
1.208  Randlage im Planungsgebiet
 Anteil an Kindern im Umfeld
sehr hoch
 Idyllisch, aber kaum
Spielmöglichkeiten
 Von einigen Kindern schlecht
bewertet (U9)
 Attraktives, differenziertes
Angebot für Schulkinder mit
Highlight-Spielgerät
 Öffnung zur Fahrradstraße
 Wasserstand bei Starkregen
berücksichtigen
- - + - -
5 -
Luxemburger
Straße (Kaiser-
spielplatz) mit
Bolzplatz
3.492  Größter, bekanntester und
beliebtester Spielplatz
 Anbindung an Auerberger Allee
 Angebot U3 gering
 Sehr beliebt
 Tischtennis oft belegt durch
Jugendliche oder Familien
 Ausbau zum Quartiersspielplatz
 Altersgerechtes Angebot
 Regenwasser bespielbar
machen
 Ausgleichsfläche einbeziehen
durch niedrigschwelliges
Angebot
 Barrierefreie Angebote
0 + 0 - +Seite 23 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
22
 Querverweis Steckbriefe: Bolzplätze, Jugendliche, Schulhöfe
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Handlungsbedarf und mögliche Maßnahmen
 Kaiserspielplatz als Spielplatz mit zentraler
Versorgungsfunktion für das Quartier qualifizieren
 Standortsuche und Konzept für einen Spielplatz im
Auerberger Süden (Georg-Boeselager-Straße/
Seehausstraße)
 Entlastung der Unterversorgung an Spielflächen im
Auerberger Süden durch Aufwertung und Nutzung des
Schulhofs St. Hedwig nach OGS-Betrieb (Abstimmung
Schulamt) (s. Steckbrief „Schulhöfe“)
 Ebenso Netzwerk aus Spiel- und Sportpunkten im Sportpark
Nord entwickeln (Abstimmung Sportamt)
 Im Rahmen der Planungsprozesse, barrierefreie Zugänge
und Angebote auf den Spielplätzen entwickeln
 Aufwertung des Spielplatzumfeldes durch
Geländemodellierung und klimaangepasster Bepflanzung
 Spielplatzpatenschaften fördern
 Bei Neu-, bzw. Überplanungen der Schulhöfe die Aufenthalts-
und Spielqualität für Kinder und Nachbar:innen nach OGS-
Betrieb in die Planung einbeziehen (s. Steckbrief „Schulhöfe“)
Projektskizze – Spielflächenversorgung im Quartier Georg-von-
Boeselager-Straße/Seehausstraße
Schaffung eines öffentlichen Spielangebotes für das Quartier durch
Prüfung verschiedener Möglichkeiten.
 Prüfung eines möglichen Spielflächenangebots im Quartier Georg-
Boeselager-Straße/Seehausstraße u.a. durch Ansprache von
Wohnbaugesellschaften
 Querungsmöglichkeiten Kölnstraße per Fuß und/oder Rad schaffen /
stärken in Kooperation mit Fachämtern zwecks Anbindung des
Auerberger Südens an den restlichen Stadtteil
Projektskizze – Spielpunkte im Sportpark Nord
Netz aus Spiel- und Sportpunkten im Sportpark Nord entwickeln zwecks
Entlastung der Unterversorgung an Spielflächen im Auerberger Süden
 Konzept für ein Netz aus Spielpunkten im Sportpark Nord, wie etwa
Drehteller, Stehwippe u.v.m.
 Ermittlung geeigneter Standorte
 Verbindung zu einer Route, sodass die Spielpunkte sowohl gezielt
angesteuert, als auch als „Parcours“ abgelaufen werden können
 Einbezug der nordöstlich gelegenen Grünfläche am Rheindorfer Bach
 Abstimmung der Maßnahmen mit dem Sportamt und bei Einbezug
weiterer Flächen im Umfeld mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün.Seite 24 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
23
Projektskizze – Spielplatz Eupener Straße
Ortssensible Gestaltung für den Spielplatz Eupener Straße
 Entwicklung eines ortssensiblen Konzepts zur Neuausrichtung unter
Berücksichtigung der demografischen Struktur im angrenzenden Quartier
Flensburger Straße (Im Auerberger Vergleich relativ geringer Anteil an
Kindern, dennoch im Bonner Mittel)
 Einbezug der Nachbarschaft bei der Ideensammlung / in der Beteiligung
 Berücksichtigung der Versorgungsfunktion hinsichtlich des geplanten Bau-
gebiets am Friedhof Nord
 Gestaltung des Kleinkindbereichs mit Sandspielbereich, Rutschen-
türmchen und Häuschen
 Schaukel und Kletterturm erhalten und versetzen, Wipptiere abbauen
 Entsiegelung des nördlichen Bereichs und Anlage als „Dorfanger“ (Wiese)
 Randbereiche/Böschung als extensive Wiese pflegen
 Behutsame Aufpflanzung an der Böschung zur Kölnstraße als Maßnahme
zur Lärmdämpfung
 Prüfung der Verkehrssituation Eupener Straße
 Erhalt des vitalen Gehölzbestandes
 Erhalt und Entwicklung der bioklimatischen Entlastungsfunktion
 Prüfung der starkregenbezogenen Entlastungsfunktion
Abb. 17: Konzeptionelle Skizze zur Gestaltung des Spielplatzes Eupener Straße
Abb. 18: Beispiel für eine BalancierstreckeSeite 25 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
24
Abb. 19: Konzeptionelle Skizze zur Gestaltung des Spielplatzes Tilsiter Straße
Projektskizze – Spielplatz Tilsiter Straße
Naturnahe Gestaltung des Spielplatzes mit Schwerpunkt kleinere Kinder
 Ausbau des Spielangebotes für Kleinkinder
 Erweiterung um Balancierangebot
 Einfassung der Sandfläche in Teilbereichen mit Natursteinquadern
 Sitzmöglichkeiten für Begleitpersonen schaffen (Bänke)
 Aufpflanzung der Hecke (Steigerung des Aufenthaltswertes)
 Prüfen, wie durch die Gestaltung das Rückhaltepotenzial erhalten bzw.
vergrößert werden kann
Abb. 20-22: Beispiele für Häuschen, Kletterturm und Sandspiel für KleinkinderSeite 26 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
25
Abb. 23: Konzeptionelle Skizze zur Gestaltung des Spielplatzes Osloer Straße
Abb. 24: Beispiel für eine Kletter- und Balancierlandschaft
Projektskizze – Spielplatz Osloer Straße
Gestaltung für den Spielplatz Osloer Straße
 Bewegungsorientierte und altersgerechte Ausweitung des Spielangebotes
für Kinder verschiedener Altersklassen
 Highlight-Spielgerät als Alleinstellungsmerkmal (Thema: Balancieren,
Hangeln)
 Bau von Holzpodesten als Sitzmöglichkeit
 Anbindung des Spielplatzes an die Straße zur Rheindorfer Burg über
neuen Zugang z. B. als Treppenanlage mit Abstellmöglichkeiten für
Fahrräder
 Vitalen Baumbestand erhalten
 Wasserstand bei Starkregen berücksichtigen
 (Potentielle) klimatische und Regenrückhaltefunktion der Fläche in der
Abb. 25-26: Beispiele für HolzpodesteSeite 27 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
26
Abb. 27: Konzeptionelle Skizze zur Gestaltung des Spielplatzes Luxemburger Straße als Spielfläche mit zentraler Versorgungsfunktion
Projektskizze - SP Luxemburger Straße
Gestaltung einer Spielfläche mit zentraler Versorgungsfunktion für das Quartier
 Berücksichtigung des inklusiven 2-Wege-2-Sinne-Prinzips
 Zonierung in Bereiche für Kleinkinder und (Schul-)Kinder
 Schulkindbereich mit Highlight-Spielgerät wie Kletterkombi, ggf. barrierefreie Spielkombi
 Kleinkindbereich inklusiv, etwa mit Liegebrett im Sandspielbereich
 Bolzplatz mit zweitem Zugang versehen
 Südwestlich des Bolzplatzes Wiese für freies Spiel
 Vorzugsweise Verwendung natürlicher Materialien in der Gestaltung der Gesamtfläche,
wie z.B. Holzhäcksel, Holz, Mulch, Naturstein, u.v.m.
 Barrierefreie Anbindung der Eingänge
 Erhalt vitaler Gehölze
 Gehölzpflanzungen und -unterpflanzungen im Sinne der Biodiversität und mit biologisch
wertvollen Pflanzen
 Erhalt und Optimierung der klimatischen Entlastungsfunktion
 In Rücksprache mit Fachämtern Möglichkeiten zur Starkregenvorsorge, wie etwa
Sickermulde südlich des Schulkindbereiches prüfen
Abb. 28: Beispiel für ein Highlight-Spielgerät
Abb. 29: Beispiel für ein Sandspielgerät für
KleinkinderSeite 28 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
27
6.2.2 Private Spielplätze
Ausgangslage
Da in den großen Geschosswohnbauten viele Kinder leben, kommt den
wohnungsnahen Spielflächen in Auerberg eine große Bedeutung zu.
Grundlage für die Anlage privater Spielplätze ist die „Satzung der Stadt
Bonn über die Beschaffenheit und Größe von Spielplätzen für
Kleinkinder“ (vom 3. April 1973). Entsprechend gibt es in Bonn-Auerberg
vor allem im Umfeld von Geschosswohnungsbau private Spielplätze. Die
Qualität der Flächen schwankt deutlich. Trotz der Pflicht der Eigentümer
sie in einem „benutzbaren Zustand“ zu erhalten, sind viele der
Spielplätze in einem sehr schlechten Zustand. Einige bestehen lediglich
aus einer Sandfläche, eventuell mit einem Wipptier, wie etwa an den
Geschossbauten Stockholmer und Osloer Straße.
Der durch Hecken zergliederte Spielkomplex an der Londoner Straße ist
trotz alter und teils defekter Spielgeräte bei Kindern beliebt. Dazu gehört
auch ein kleiner Bolzplatz aus Sand. Bei einem Besuch vor Ort spielten
die Kinder erstaunlicherweise jedoch auf der Straße vor dem Wohnbau,
der Spielplatz war leer. Die neuen Spielflächen hinter den Bauten an der
Pariser Straße/Auerberger Allee wurden in der Kinder- und
Jugendbeteiligung nicht aufgesucht oder genannt. Zäune machen
jedoch sehr deutlich, dass sie nur den Kindern zur Verfügung stehen, die
dort auch wohnen.
Der Spielplatz an Haus Müllestumpe ist bei Kindern wie Erwachsenen
sehr beliebt. Abseits vom Verkehr im Grünen gelegen, grenzt der
Spielplatz an den Biergarten von Haus Müllestumpe an. Eltern stehen
Sitzmöglichkeiten und Gastronomie zur Verfügung, während sie die
Kinder im Blick haben. Besonders attraktiv für Kinder ist das
Wasserspiel. Die große Wiese mit zwei Toren und einer Slackline bietet
viel Bewegungsraum.
Durch die Lage in den Höfen der großen Geschosswohnbauten sind die
Flächen von einer mittleren bis mäßigen Wärmebelastung betroffen.
Entsprechend kommt der Bepflanzung von Spielflächen im Umfeld von
Geschosswohnungsbau eine wichtige Funktion für das Mikroklima zu,
insbesondere vor dem Hintergrund des Aufenthalts von Kleinkindern.
Auch hier ist der Spielplatz Haus Müllestumpe durch die Lage am
Rheindorfer Bach eine Ausnahme: Im Gegensatz zu den anderen
Spielplätzen ist er wichtiger klimatischer Ausgleichsraum.
Aus der Beteiligung
 Der private Spielplatz an Haus Müllestumpe ist bei Kindern
und Erwachsenen sehr beliebt, besonders Wasserspiel und
Picknickwiese. Wunsch nach mehr Spiel- und
Sitzmöglichkeiten
 Der private Spielplatz Londoner Straße gefällt den Kindern
gut, ist aber in schlechtem Zustand. Die Spielgeräte sind alt
und viele defekt. Wünschenswert: Seilbahn oder Skateplatz
statt Bolzplatz
 Auf den privaten Spielflächen Stockholmer Straße wird von
den Kindern eine bessere Ausstattung gewünscht (Rutsche,
Schaukel, Bänke)
Abb. 31: SP Flensburger Straße 56
Abb. 30: SP Pariser Straße 37/39Seite 29 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
28
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Perspektive
Die wohnungsnahen, privaten Spielflächen sind attraktiv gestaltet,
gut ausgestattet und gepflegt und bieten ein altersgerechtes,
differenziertes Angebot für Kleinkinder. Durch die Gestaltung des
Umfelds mit Pflanzen liefern sie einen wichtigen Beitrag zur
gesundheitlichen und klimatischen Situation.
Handlungsbedarf und mögliche Maßnahmen
 Umgestaltung der Spielplätze und Ergänzung durch eine
zeitgemäße, attraktive und altersgerechte Ausstattung
 Anreiz für Eigentümer:innen zur Um-/Neugestaltung schaffen,
etwa durch Gestaltungskatalog als roter Faden und/oder
Angebot für Planung oder Beratung schaffen.
 Aufwertung durch klimaangepasste Pflanzungen und
Entsiegelung von Innenhöfen (unter Berücksichtigung
planerischer Anforderungen, wie Feuerwehrzufahrten, u.v.m.)
 Ggf. Wasserstand bei Starkregenfällen berücksichtigen und
in die Gestaltung einbeziehen
Abb. 32: Lage der kartierten privaten Spielplätze in AuerbergSeite 30 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
29
6.2.3 Informelles Spielen
Ausgangslage
Informelle Spielorte sind Orte, die keine ausgeschriebene, offizielle
Spielfläche sind, sondern von Kindern in ihrer ursprünglichen Funktion
uminterpretiert, angeeignet und so einer neuen Nutzung (Spielen)
zugeführt werden. In Auerberg wurden im Rahmen der Streifzüge mit
Kindern und Jugendlichen etwa zehn verschiedene informelle Spielorte
aufgesucht. Strauchpflanzungen im Grünzug Auerberg werden als
Spielgebüsch genutzt, auf großen Findlingen an der Osloer/Stockholmer
Straße wird balanciert oder ein Uferabschnitt am Rheindorfer Bach wird
zum Bötchen fahren genutzt. Alle aufgesuchten Orte waren sehr
naturnah gestaltet und stehen stellvertretend für viele mehr, die es mit
Sicherheit im Stadtteil gibt. Durch solche Orte wird schnell deutlich, dass
Kinder gerne auf naturnahen, unkontrollierten und unreglementierten
Flächen spielen, die vielfältige Interpretationen und Spielmöglichkeiten
zulassen. Entsprechend ist es wichtig, solche Orte weiter zur Verfügung
zu stellen und zu erhalten. Ein gutes Beispiel für die Planung solcher
Flächen ist das Projekt „Wildnis für Kinder“ in Herne und Bochum. Hier
wurden gezielt Grünflächen im Umfeld von Wohnquartieren als
Naturerfahrungsräume für Kinder zur Verfügung gestellt. Sie richten sich
vor allem an die Altersgruppe sechs bis zwölf Jahren. Die Flächen sind
sehr strukturreich, fördern Neugierde, Kreativität und bieten Raum für
Selbstverwirklichung (www.wildnis-fuer-kinder.de). Gerade in Auerberg
mit seiner städtischen Randlage könnte sich ein solches Projekt lohnen.
Solche naturnahen Bereiche wären etwa in der Grünachse Auerberger
Mitte denkbar oder im Umfeld Rheindorfer Bach.
Perspektive
Informelle Spielorte sind in Auerberg willkommen und werden
gefördert. Vereinzelt werden Flächen gezielt als Naturerfahrungs-
räume zur Verfügung gestellt. Die Standorte von „Naschpflanzen“
und Kastanienbäumen im Quartier sind bekannt und werden an von
Kindern frequentierten Fußwegen sinnvoll ergänzt.
Aus der Beteiligung
 Einzelne Elemente sind sehr beliebt, wie Spielgebüsch im
Grünzug Auerberg zum Spielen und Verstecken oder die
Findlinge in der Stockholmer Straße zum Klettern und
Balancieren
 Kinder spielen gerne am Rheindorfer Bach an zugänglichen
Stellen, z.B. an der Jahnschule und an der Burg Graurheindorf
 Einzelne Bäume und Sträucher mit ihren Früchten sind
bekannt, z.B. „unser“ Kastanienbaum, Brombeersträucher und
Obstbäume
 Wiese an der Kita „An der Rheindorfer Burg“ guter Ort für ein
Picknick, bzw. zum Grillen
Abb. 35-36: „Wildnis für Kinder“ im mittleren Ruhrgebiet
Abb. 33: Rheindorfer Bach in Auerberg Abb. 34: Findlinge in der Stockholmer StraßeSeite 31 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
30
 Querverweis Steckbriefe: Öffentliche Spielplätze, Auerberger
Achse, Jugendliche, Mobilität
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Handlungsvorschläge und mögliche Maßnahmen
 Verortung und Gestaltung von Naturerfahrungsräumen nach
dem Muster von „Wildnis für Kinder“, etwa in der Grünachse
Auerberg
 Erhalt und Ergänzung von „Naschpflanzen“ und Bäumen mit
Spielwert, insbesondere an von Kindern stark frequentierten
FußwegenSeite 32 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
31
6.2.4 Jugendliche
Ausgangslage
Die Gruppe der Jugendlichen stellt eine besondere soziale Gruppe in
einem speziellen Alter dar. Mit Jugendzentrum und Jugendforum besteht
in Auerberg ein gutes Angebot an offenen Treffs für Jugendliche im
Quartier. Seitens der Jugendlichen besteht jedoch auch das Bedürfnis,
sich mit Gleichaltrigen fern von erwachsener Begleitung zu treffen. Die
Streifzüge in Auerberg mit älteren Jugendlichen (14/15-17 Jahre) der St.-
Hedwig-Schule spiegeln dieses Bedürfnis sehr alterstypisch wider.
Genannt wurde vor allem der Wunsch nach Sitzmöglichkeiten, um sich
mit Freund:innen im Freien zu treffen. Zwar wurden einige beliebte Orte
genannt, es sind jedoch keine offiziellen Jugendtreffpunkte mit Sitzplatz
und Überdachung in Auerberg bekannt. Es wird empfohlen, dieses
Defizit mit den Jugendlichen zu thematisieren. Gemeinsam können
Ideen für Ort und Ausstattung von Treffpunkten gefunden und umgesetzt
werden mit dem Ziel, ein altersgerechtes, akzeptiertes und konfliktfreies
Freiraumangebot für Jugendliche in Auerberg zu schaffen.
Die Orte, die bisher genannt wurden, sollten in die Überlegungen
einbezogen werden. Darunter konkret Haus Müllestumpe, Schulhof
Bernhardschule und Auerberger Mitte, Spielplatz Luxemburger Straße,
die Wiese am Rheindorfer Bach (neben der Kita am Rheindorfer Bach,
zum Grillen), der Grünzug Auerberg und das Rheinufer. An Burg
Graurheindorf wurden Sitzmöglichkeiten und die Ruhe gelobt, diese
müssen jedoch erneuert werden.
Mögliche Maßnahmen
 Planung von separaten Jugendorten in Auerberg gemeinsam
mit den Jugendlichen
 Standortprüfung für eine Skateanlage
Aus der Beteiligung
 Freizeitgestaltung: „Chillen“, mit Freunden treffen, Musik hören,
Sport, Grillen am Rheindorfer Bach oder Rheinufer
 Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten an Treffpunkten (z.B.
Rheinufer, Schulhof Bernhardschule)
 Aufenthaltsorte außerhalb von Auerberg sind das Rheinufer
und Bonner Zentrum
 In Auerberg gibt es keine Orte im Freiraum, die gezielt für
Jugendliche gebaut wurden (Aussage aus dem
Akteursworkshop)
Abb. 37-38: Beliebte Aufenthaltsorte sind u.a. das Rheinufer oder die Auerberger Mitte
Perspektive
In Auerberg gibt es ein Angebot für Jugendliche im Freien, dass den
besonderen Bedürfnissen dieser Altersgruppe nach Kommunikation
und Begegnung gerecht wird und die genderspezifischen
Bedürfnisse berücksichtigt. An geeigneten Orten entstehen separate
Jugendtreffpunkte/-orte, die nicht in Konflikt zu anderen Alters- und
Bevölkerungsgruppen stehen und von den Jugendlichen akzeptiert
werden. Die Maßnahmen werden gemeinsam mit den Jugendlichen
entwickelt.Seite 33 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
32
 Querverweis Steckbriefe: Öffentliche Spielplätze, Informelles
Spielen, Auerberger Achse, Sport
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Projektskizze - „Jugendorte in Auerberg“
Entwicklung, Gestaltung und Umsetzung von separaten Jugendorten im
Freiraum gemeinsam mit den Auerberger Jugendlichen
 Erarbeitung eines räumlichen und gestalterischen Konzepts für
Jugendtreffpunkte in Auerberg, gemeinsam mit den Jugendlichen
 Einbezug der Jugendlichen in die einzelnen Planungsschritte
 Klare Kommunikation des Prozesses und seiner Abläufe, der einzelnen
Schritte und ihrer Dauer, ggf. unter Nutzung der sozialen Medien, um die
Jugendlichen abzuholen und mitzunehmen
 Begleitung durch feste Ansprechpartner:innen
 Umsetzung/Bau einzelner Projekte durch die Jugendlichen
 Berücksichtigung klassischer Konflikte zu Nachbarn und anderen
Altersgruppen, wie Senior:innen und /oder Kleinkindern bei der Verortung
 Werden die Jugendlichen kontinuierlich einbezogen und mit ihrer
Meinung ernst genommen, steigt die Identifikation mit dem Resultat und
auch das Verantwortungsgefühl
 Kooperation mit der Streetworkerin/Jugendzentren/JugendpflegeSeite 34 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
33
6.2.5 Auerberger Achse
Ausgangslage
Die Auerberger Achse führt vom Nordfriedhof im Südwesten bis an den
Rheindorfer Bach im Nordosten und ist eine wichtige Verbindung aus der
Quartiersmitte in die umliegenden Grünstrukturen. Sie hat das Potenzial,
das Auerberger Zentrum zu stärken und trägt zur autofreien Infrastruktur
des Stadtteils bei. Sie ist in verschiedene Abschnitte gegliedert: Auerberger
Allee im Süden, Auerberger Mitte und der Grünzug Auerberg im Norden.
Die Ausgleichsfläche an der Helsinkistraße bindet als Querspange den
Spielplatz Luxemburger Straße an. Im Süden führt die Brüsseler Straße an
die Kölnstraße. Die Haltestelle „Auerberger Mitte“ wird von Bus und
Straßenbahn angefahren, hier steht eine Mietstation für Fahrräder. Sie ist
ein Mobilitätsknotenpunkt in Auerberg. Die Auerberger Mitte selbst ist stark
versiegelt und somit bioklimatisch sehr ungünstig sowie von der Pariser
Straße als Lärmquelle stark belastet.
 Querverweis Steckbriefe: Öffentliche Spielplätze, Informelles
Spielen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Perspektive
Entlang der Auerberger Achse entsteht ein vielseitiges Angebot, das
sich an verschiedene Nutzergruppen richtet. Verbindendes Element
ist ein Spielparcours. Durch die Präsenz vieler verschiedener
Nutzergruppen steigt in der Auerberger Achse die soziale Kontrolle,
sodass weder Angsträume noch Vandalismus entstehen. Die
Auerberger Mitte ist beliebter Aufenthaltsort mit angenehmem Klima.
Abb. 39: Pflanzkübel gepflegt durch Auerberger
Bürger:innen
Abb. 40: Mobilitätsknotenpunkt Auerberger
Mitte
Abb. 41: Kühe im Grünzug Auerberg Abb. 42: Zugang aus Richtung Brüsseler Str.
Aus der Beteiligung
 Die Kinder wünschen sich entlang der Auerberger Achse mehr
Spielmöglichkeiten
 Kuh- und Esel-Statuen sind positiv bewertet, auch naturnahe
Spielorte („Spielgebüsch“, Naschpflanzen)
 Hundekot negativ
 Beliebte Anbindung an den Rheindorfer Bach für Auerberger
 Anbindung an Kölnstraße über Brüsseler Straße negativ
bewertetSeite 35 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
34
Abb. 43: Konzeptionelle Skizze zur Entwicklung der Auerberger Achse
Projektskizze - Auerberger Achse
Gesamtkonzept für die Auerberger Achse mit durchgängigen Spielparcours mit
Spielpunkten/-flächen, evtl. als Pfad und/oder begleitet durch wiederkehrende Baumart (z.B.
Blüh-/Naschgehölz)
 Gestaltung der Spielflächen mit naturnahen Materialien, wie Geländemodellierung,
Natursteinblöcke, Baumstämme, Gehölze...)
 Spielpunkte als Einzelgeräte
 Ggf. Planung einer Seilbahn in der Auerberger Allee (Wunsch einiger Kinder und Jugendlichen
aus der Beteiligung)
 Berücksichtigung des Wasserstandes bei Regen in der Gestaltung der Spielflächen in der
Auerberger Allee/Grünzug Auerberg, z.B. Weidenbauten, Regenwasser bespielbar machen)
 Verwendung biologisch wertvoller, klimaangepasster Gehölze
 Klare Gestaltung der Eingangssituationen zur Auerberger Achse  In der Auerberger Mitte Förderung von
Fassadenbegrünung zwecks Begrünung und
Begünstigung der humanbioklimatischen Situation
 Einsatz von Baumrigolen in der Auerberger Mitte
prüfen
 Gestaltung eines Jugendtreffs in der Auerberger
Achse nahe Auerberger Mitte (s. Steckbrief
„Jugendliche“)
 Gestalterische Anbindung an Rheindorfer Bach,
z.B. über wiederkehrende Blüh-/Naschgehölze
und/oder Beschilderung
 Prüfung wie das Rückhaltepotenzial erhalten oder
vergrößert und mit Nutzung als Spielfläche
vereinbart werden kann
 Prüfung der klimatischen Bedeutung der Flächen
und wie sie erhalten/gestärkt werden kann.
 Prüfung Umgang mit schutzwürdigem Biotop an
der Pariser Straße
 Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen von
Mitmachaktionen um Identifikation mit der Fläche
zu fördern
 Frühzeitige Einbindung und Abstimmung mit der
städtebaulichen KriminalpräventionSeite 36 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
35
6.3 Bewegen in Auerberg
6.3.1 Spazierrunde Auerberg
Ausgangslage
Eine wichtige Charakteristik Auerbergs ergibt sich aus der Lage am
nördlichen Stadtrand Bonns. Der Stadtteil liegt unweit des Rheins und
grenzt an den qualitätsvollen Grünzug Grünes C an. Planungen zur
Umlegung und Renaturierung des Rheindorfer Baches und Entwicklung
eines Freiraumkonzeptes sind initiiert.
Durch eine relativ lockere Baustruktur (trotz teils massiver Einzelbauten)
ist der Stadtteil selbst relativ gut durchgrünt und von einem Netz an
Fußwegen durchzogen. Neben wenigen digitalisierten Vorschlägen auf
Apps oder Internetseiten wie z.B. komoot gibt es aktuell keine
ausgewiesenen Wanderwege oder Spazierrunden, die durch den
Stadtteil und sein Umfeld führen.
 Querverweis
Steckbriefe: Informelles Spielen, Auerberger Achse, Mobilität,
Sport
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Perspektive
Eine ausgewiesene „Spazierrunde Auerberg“ macht das Quartier
erlebbar und verbindet die Mitte des Quartiers mit Rheindorfer Bach,
Klosteracker und Rhein zwecks Naherholung. Durch den Fokus auf
Auerberger Orte wird der Charakter des Stadtteils herausgearbeitet,
seine Attraktivität gefördert und dadurch die Identifikation mit ihm.
Handlungsvorschläge und mögliche Maßnahmen
 Räumliches und umweltpädagogisches Konzept für eine
ausgewiesene Spazierrunde in Auerberg unter Berücksichtigung
umweltpädagogischer Aspekte. Mögliche Themen: „Zwischen Stadt
und Land“ oder „Spielend durch Auerberg“.
 Planung verschiedener Stationen, z.B. an örtlichen POIs, Spiel- und
Freizeitstätten wie Rheindorfer Burg, Haus Müllestumpe, Auerberger
Mitte, Auerberger Allee, Sportstätte Nord, Spielplatz Luxemburger
Straße
 Inklusive einer barrierefreien, familienfreundlichen Runde mit
familienfreundlichen Stationen
 Entwicklung unter Einbezug lokaler Multiplikator:innen
Aus der Beteiligung
 Die Kinder gehen gerne an den Rheindorfer Bach zum
Spazieren mit ihren Eltern (ggf. weiter bis an den Rhein)
 Jugendliche halten sich gerne am Rhein auf (Rheindorfer
Hafen)
Abb. 44-46: Beispiel Waldpromenade HaardSeite 37 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
36
Abb. 47: Konzeptionelle Skizze für eine Spazierrunde Auerberg mit familienfreundlicher Route
Projektskizze – Spazierroute Auerberg
Recherche und Ausarbeitung einer Auerberger Route
mit Stationen und inklusive familienfreundlicher Runde
 Erarbeitung eines räumlichen und
umweltpädagogischen Konzepts für eine Spazierrunde
in Auerberg (mögliche Themen „Stadt und Land“,
„Spielend durch Auerberg“, …)
 Inklusive einer barrierefreien, familienfreundlichen
Runde mit familienfreundlichen Stationen
 Entwicklung unter Einbezug lokaler Multiplikator:innen
 Dazu Planung verschiedener Standorte z.B. an
örtlichen POIs, Spiel- und Freizeitstätten wie
Rheindorfer Burg, Haus Müllestumpe, Auerberger Mitte,
Auerberger Allee, Sportstätte Nord, Spielplatz
Luxemburger Straße
 Konzept für die Wegweisung vor Ort
 Kommunikationskonzept (analog und digital)
 Einbindung der Routen in das Nahmobilitätsnetz
berücksichtigen und kommunizieren
 Im LSG Berücksichtigung der Entwicklungsziele und
Festsetzungen des LP Kottenforst und Abstimmung
baulicher Maßnahmen mit Fachämtern
 Entwicklung und Abstimmung baulicher Maßnahmen in
hochwassergefährdeten BereichenSeite 38 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
37
6.3.2 Mobilität
Ausgangslage
Die Quartiersspaziergänge mit den Kindern haben gezeigt, dass
insbesondere Schulkinder sich sehr sicher und selbständig durch
Auerberg bewegen. Begrenzt wird dieser Raum durch die räumlichen
Barrieren Kölnstraße und Josefshöhe als stark befahrene Ein- bzw.
Ausfallstraßen in die Bonner Innenstadt. Beide Straßen bieten wenige
Querungsmöglichkeiten für Fußgänger:innen. So wird etwa die Situation
an der Kita Rheindorfer Burg für Fußgänger:innen zu einem „Nadelöhr“
auf der Josefshöhe. Die Kölnstraße ist entlang der Geschäftszeile auf
Höhe des Nordfriedhofs geprägt von mehreren unübersichtlichen Ein-
und Ausfahrtssituationen. In Verbindung mit dem Gewerbegebiet im
Süden Auerbergs geraten die Teilräume Georg-von-Boeselager-Straße
und Seehausstraße in eine Insellage mit schlechter Spielversorgung. Die
Friedrich-Wöhler-Straße wird zudem von (Paket-)Lieferverkehr stark
befahren und ist für Kinder schwer selbständig überquerbar.
Als zentrale Auerberger Erschließungsstraße wird die Pariser Straße
insbesondere von Kindern ab sechs Jahren an den
Querungsmöglichkeiten gekreuzt.
Ein großes Potenzial bieten in Auerberg die Auerberger Achse wie auch
die kleinen Fußwege zwischen den Geschosswohnungsbauten.
Denkbar ist hier ein Netz aus Kinderwegen, das teils auch
straßenunabhängig sein kann. Dies ist insbesondere vor dem
Hintergrund wichtig, dass Kinder mit zu den mobilsten
Verkehrsteilnehmern gehören. Pro Tag legen sie mehr Wege zurück als
der Durchschnitt der Bevölkerung (s. ILS „Kids im Quartier“ S. 18). Stark
frequentierte Straßen stellen für die Pflege ihrer sozialen Beziehungen
eine große, teils unüberwindbare Hürde dar. Darüber hinaus können
Kinder in ihrer selbständigen Erfahrung des Quartiers auf eigenen
Wegen unterstützt werden.
Perspektive
In Auerberg gibt es ein sicheres Wegenetz, das für Kinder wichtige
Orte verbindet und ihnen Mobilität im Quartier selbständig und sicher
ermöglicht.
Aus der Beteiligung
 Kinder ab 6 Jahren bewegen sich sehr sicher über die Pariser
Straße an den Querungsmöglichkeiten
 Unterführung A565 von Kindergartenkindern als „Angstraum“
wahrgenommen (Aufenthalt Jugendliche)
 Straße An der Rheindorfer Burg ist gut zum Radfahren, einige
Erwachsene bezeichneten fahrende bzw. parkende Autos als
problematisch
 Die meisten Kinder aus der Beteiligung mit dem
Jugendzentrum sind vor allem zu Fuß unterwegs, manchmal
mit Roller/Fahrrad; sie bewegen sich häufig alleine (ohne
erwachsene Begleitung) im Stadtteil
 Inlineskaten findet in ganz Auerberg statt (Inline-Skateroute
Jugendforum)
 Erwachsene bewerten die Eupener Straße als sehr gefährlich
(kein Bürgersteig, viel Autoverkehr)
 Kölnstraße für Kinder schwer überquerbar
 Friedrich-Wöhler-Straße gefährlich durch Frequentierung
(Paket)lieferdienste
Abb. 48: Querungsmöglichkeit Josefshöhe Abb. 49: Kölnstraße / AllensteinerstraßeSeite 39 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
38
 Querverweis Steckbriefe: Öffentliche Spielplätze, Informelle
Spielorte
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Handlungsvorschläge und mögliche Maßnahmen
 Wegenetz zur Verbindung von bestehenden Spiel- und
Aufenthaltsorten von Kindern für Fuß- und Radverkehr
 Orte markieren, an denen Kinder günstig die Straßenseite
wechseln können (Bsp. „Kleiner Griesheimer“)
 Auerberger Süden anbinden, z.B. durch sichtbare Gestaltung
der Fußgänger:innenquerungen an der Kölnstraße
 Ebenfalls Querungen der Josefshöhe sichtbar machen
 Stärkung Fahrradstraße „An der Rheindorfer Burg“
 „Kinderwege“ online und/oder gedruckt zur Verfügung stellen,
z.B. im Stadtplan Bonn (www.stadtplan.bonn.de)
 Spielstraßen einrichten
 Unterführung/Überführung A565 neugestalten
Projektskizze - „Kinderwege durch Auerberg“
Entwicklung eines sicheren Netzes an Fuß- und Radwegen zwischen
Kinderorten, wie Spielflächen, Bolzplätzen, Schulhöfen und
Jugendzentren im Sinne eines bespielbaren Quartiers.
 Ermittlung von Orten, die für Kinder wichtig sind, wie Spielflächen,
Bolzplätze, Schulhöfe, Sportplätze, Jugendzentren u.v.m.
 Kartierung der von Kindern stark genutzten Wege
 Prüfung der Wegeverbindungen zu den Spielorten
 Ergänzung zu einem sinnvollen Netz an Spielpunkten, Fuß- und
Radwegen
 Kennzeichnung der Kinderwege durch ein klar lesbares Symbol, ggf.
im Pflaster
 Digitale und/oder analoge Darstellung in einer Karte und
Veröffentlichung, etwa über www.stadtplan-bonn.de
Abb. 50: Temporäre Spielstraße Abb. 51: „Kleine Griesheimer“ markiert KinderstraßenSeite 40 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
39
6.3.3 Öffentliche Bolzplätze
Ausgangslage
In Auerberg gibt es zwei öffentliche Bolzplätze. Der Bolzplatz
Luxemburger Straße liegt zentral im Stadtteil und ist bei den Kindern und
Jugendlichen sehr beliebt. Er verfügt über schalldämpfende Zäune und
einen Aschebelag. Der Bolzplatz an der Stockholmer Straße übernimmt
durch seine Nähe zum Jugendzentrum eine wichtige
Versorgungsfunktion für den Stadtteil. Die Lage unmittelbar am
Wohngebiet sorgt für Lärmproblematik. Eine Neugestaltung ist dringend
erforderlich. Hierbei müssen der aktuelle planerisch-rechtliche Status,
die Erneuerung des Belags, wie auch lärmdämpfende Maßnahmen
berücksichtigt werden. Ein Basketballfeld gibt es am Spielplatz Eupener
Straße. Wie damit umgegangen wird, gilt es im Rahmen der
Beteiligungsaktion zum Spielplatz zu klären.
Jahnschule und Bernhardschule sind jeweils mit einem Bolzplatz
ausgestattet. Der Bolzplatz an der Bernhardschule ist kürzlich erneuert
worden. Für die Öffentlichkeit ist er aktuell jedoch nicht zugänglich, um
Verschmutzung und Lärmbelästigung zu vermeiden. Auch der Bolzplatz
Jahnschule ist geschlossen. Für beide Bolzplätze wird eine kontrollierte
Öffnung mittels Online-Buchungssystem empfohlen (s. Steckbrief
„Sport“). Im Zuge der Umbauarbeiten am Sportpark Nord sind an der
Josefshöhe kürzlich ein Kleinspielfeld und ein Basketballfeld entstanden,
die für Kinder und Jugendliche vereinsungebunden zu regelmäßigen
Zeiten zugänglich sind (Mo-Fr 8-22 Uhr, Sa/So 8-20 Uhr).
Weiterhin gibt es einen Bolzplatz in privater Hand am nördlichen Ende
des Wohnkomplexes Londoner Straße. Eine Neugestaltung sollte im
Rahmen einer Umgestaltung des Spielplatzes durch die Wohnbau-
gesellschaft erfolgen.
Perspektive
Die öffentlichen Bolzplätze in Auerberg sind gut ausgestattet und
instandgesetzt unter Berücksichtigung lärmmindernder Maßnahmen
und ihrer Funktion für kindliches Ballspiel. Die Bolzplätze auf
Schulhöfen sind unter der Woche nach OGS-Betrieb, wie auch am
Wochenende öffentlich zugänglich.
Sportplatz Nord
(Kleinspiel- und
Basketballfeld
Aus der Beteiligung
 Bolzplatz Stockholmer Straße ist wegen des Belags bei den
Kindern unbeliebt
 Bolzplatz Luxemburger Straße wird gerne genutzt
 Bolzplatz Bernhardschule neu, aber nicht öffentlich zugänglich
Abb. 52: Lage der Bolzplätze und Basketballfelder in Auerberg
BernhardschuleEupener
Straße
(Basketballfeld
)
Stockholmer Straße
Luxemburger Straße
Londoner Straße
JahnschuleSeite 41 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
40
 Querverweis Steckbriefe: Öffentliche Spielplätze, Private
Spielplätze, Sport
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Abb. 53: Beispiel Kleinspielfeld, Erich-Kästner-Schule,
Oberhausen
Abb. 54: Konzeptionelle Skizze für die Gestaltung
des Bolzplatzes Stockholmer Straße
Handlungsvorschläge und mögliche Maßnahmen
 Gestaltung des Bolzplatzes Stockholmer Straße unter
Berücksichtigung des räumlichen Kontextes zum angrenzenden
Jugendzentrum Auerberg und Spielplatz. Gestaltung als
Ballspielfeld für Kinder
 Bolzplätze an Schulhöfen über Online-Buchungssystem nach
OGS-Betrieb kontrolliert nutzbar machen
 Aufnahme der Bolzplätze in eine App, die informelle Angebote
in der Stadt Bonn bündelt, vernetzt und so Selbstgestaltung
vereinfacht (s. Steckbrief „Sport“)
 Gestaltung des Umfelds als
Fläche für „bewegtes Spiel“,
z.B. mit Balltrichter,
Drehscheibe,
Balancierstämmen…mit
sickerfähigem Fallschutz
(Ausnahme Balltrichter)
 Fläche sickerfähig und begrünt,
zwecks Wartung mit
befahrbarem Belag gestalten
 Klärung des klimatischen
Potenzials der Fläche für seine
Umgebung
 Förderung des
Rückhaltepotenzials
Projektskizze - BP Stockholmer Straße
Gestaltung einer Freifläche für
bewegtesSpiel mit Kleinspielfeld für
Ballspiel
 Verwendung schalldämpfender Tore für
das KleinspielfeldSeite 42 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
41
6.3.4 Sport
Ausgangslage
In Bonn-Auerberg gibt es zwei Sportanlagen, an denen vor allem
vereinsgebundener Sport stattfindet. In der kleineren Anlage des TV
Rheindorf an der Kopenhagener Straße spielen viele Kinder aus dem
Stadtteil im Verein Fußball. Am Rand der Sportfläche wird ein Standort
für eine Calisthenics-Anlage geprüft.
An der Josefshöhe im Süden Auerbergs beginnt der Sportpark Nord, der
beidseits der A565 liegt. Aktuell wird der Sportpark umgebaut. Während
der Bereich südlich der A565 sportlichen Wettkämpfen dient, wird das
nördliche Areal für den Stadtteil weiter geöffnet. Dies geschah durch die
Anlage neuer Kleinspielfelder (s. Steckbrief Bolzplätze) und ist eine
Reaktion auf die steigende Beliebtheit des informellen Sports, die sich
vor allem bei Jugendlichen abzeichnet (s. Zeitschrift
Playground@Landscape, Ausgabe 5/2021).
Informeller Sport zeichnet sich durch ein hohes Maß an
Selbstorganisation und -gestaltung aus, was viel Kreativität und
Flexibilität zulässt. Das Smartphone ist das zentrale Element dieses
Prozesses, sowohl was die zeitliche, örtliche und soziale Organisation
angeht, als auch die öffentlichkeitswirksame Präsentation auf medialen
Kanälen, wie YouTube, Instagram oder TikTok. Aktuell sind im Sportpark
Nord einzelne Sportfelder über den Stadtplan Bonn im Internet buchbar.
Eine App, die informellen Sport stadtweit koordiniert, gibt es derzeit nicht.
Im Sportamt gibt es jedoch aktuell Überlegungen, eine zu entwickeln.
Perspektive
Neben vereinsgebundenem Sport gibt es in Auerberg ein
niedrigschwellig zugängliches und differenziertes Angebot an
informellen, spontan nutzbaren, vereinsungebundenen Sport-
möglichkeiten für alle, sowohl dauerhaft als auch temporär.
Schwerpunkt bildet die Altersgruppe der Jugendlichen. Die
Vernetzung und Koordination der Teilnehmer ist per Smartphone
möglich.
Aus der Beteiligung
 Der Sportpark Nord ist in allen Altersgruppen sehr beliebt
 Viele Jugendliche verbringen dort ihre Zeit
 Die Flächen sind begrenzt vereinsungebunden nutzbar
 Viele Kinder spielen Fußball im TV Rheindorf
 Calisthenics einbinden (im Jugendforum sehr beliebt)
 Fußball- und Tobeplatz im Sportpark gewünscht
 Wunsch nach einer qualifizierten Skateanlage als adäquater
Ersatz für die aufgegebene kleine Anlage auf der Festwiese
 Streetball aktuell sehr populär
Abb. 55: Bsp. Carl-Mosterts-Park, Gelsenkirchen
Abb. 56: „Sport im Park“ bald auch in Auerberg?Seite 43 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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 Querverweis Steckbriefe: Jugendliche, Bolzplätze
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Handlungsvorschläge und mögliche Maßnahmen
 Sportparcour vom Sportpark Nord z.B. entlang des Rheindorfer
Baches zum TV Rheindorf und zurück, etwa über die
Auerberger Achse mit niedrigschwelligen „Fitness-Punkten“,
z. B. Balancierbalken, u.v.m.
 Prüfung informeller Sportangebote im Umfeld des Sportparks
Nord wie einer Calisthenics-Anlage
 Umsetzung eines qualifizierten Skateangebots, das mit den
Auerberger Jugendlichen entwickelt wird, Prüfung der
Standorte auf der Wiese hinter dem Berufskolleg am
Rheindorfer Bach oder Wiese Brungsgasse/Kopenhagener
Straße (s. Steckbrief „Jugendliche“)
 Veranstaltung von Sport-Events für Kinder und Jugendliche wie
Beachvolleyball, Streetball oder Skaten z. B. in der Auerberger
Mitte als urbaner Kulisse zwecks Inszenierung für Social-Media
 Vernetzung mit Bonner Programmen, wie „Sport im Park“
(Standort z. B. Auerberger Allee, Grünanlage Rheindorfer Bach
oder Sportpark Nord)
 Kontinuierliche Einbindung der Auerberger Jugendlichen mittels
partizipativen Prozesses, um zielgruppengerecht planen zu
könnenSeite 44 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
43
6.4 Lernorte in Auerberg
6.4.1 Schulhöfe
Ausgangslage
Die Schulhöfe in Auerberg haben das Potenzial, eine multifunktionale
Rolle im Stadtteil einzunehmen. Sie sind nicht nur Lernort, sie stellen
auch Spiel- und Bewegungsraum für Kinder dar. Je nach Zugänglichkeit
und Nutzung im Nachmittagsbereich können sie wichtiger Treff- und
Vernetzungspunkt für das Quartier sein, wofür die Schule St. Hedwig ein
gutes Beispiel ist. Angesichts der Zeit, die Kinder durch Ausbau des
OGS-Betriebs zunehmend an Schulen verbringen, ist es an Schulen
besonders wichtig auf die klimatische Situation zu achten. Denn
schließlich leiden neben älteren Menschen vor allem Kinder
gesundheitlich unter der Zunahme von Hitze und Trockenheit.
Zustand und Ausstattung der vier Schulhöfe in Bonn-Auerberg sind sehr
unterschiedlich: 2004 neu gebaut und 2017 erweitert, verfügt die
Jahnschule über relativ viel Grünfläche mit Obstbäumen, Schulgarten,
Hecke, Teich und Amphitheater, wie auch einen Bolzplatz. Die
Grundschule St. Bernhard wurde zu einer vierzügigen Schule baulich
erweitert. Auf dem Gelände ist an der Osloer Straße ein neuer Bolzplatz
entstanden. Auch an der Hauptschule St. Hedwig werden derzeit drei
Bautrakte am Schulhof zwischen Richthofenstraße und Kölnstraße durch
ein energieeffizientes Gebäude in Holzbauweise ersetzt. In diesem
Bereich wird der Schulhof neugestaltet, der jedoch nachmittags
abgeschlossen bleibt. Der vordere Schulhof ist geöffnet. An der Schule
St. Hedwig finden im Nachmittagsbereich Kursangebote für
verschiedene Altersgruppen statt, sodass die Schule zu einem
Treffpunkt für den Stadtteil wird. Die starke Frequentierung führt
potenziell zu einem hohen Maß an sozialer Kontrolle. Mütter mit kleinen
Kindern mit Roller kommen ebenfalls gerne hierher. Durch seine Lage
hat der Schulhof St. Hedwig das Potenzial, die Unterversorgung an
Spielflächen im Auerberger Süden zu entlasten.
Die Schulhöfe weisen einen unterschiedlichen Grad an Versiegelung auf.
Während die Jahnschule über relativ viel Grünfläche verfügt, ist etwa die
Schule St. Hedwig stark versiegelt. Mitunter führt das zu einer mäßigen
bis starken klimatischen Belastung, wie auch einer eingeschränkten
Versickerungsfähigkeit bei Starkregenereignissen. Es wird eine
Teilnahme am Programm „Coole Schule NRW“ empfohlen. Laut
Runderlass des MULNV vom 21. Juni 2022 werden Dach- und
Fassadenbegrünung, aber auch Gutachten, Planung, Bau und
Bepflanzung von Maßnahmen gefördert, wie:
 Entsiegelung und Begrünung versiegelter Schul-/Kitahöfe
 Schulgärten, Biotope und Grüne Klassenzimmer
 Mulden oder Rigolen zur Regenwasserversickerung und -
speicherung
 Baum- und Strauchpflanzungen
Für die Schulen St. Hedwig und Jahnschule sind Josefshöhe und
Kölnstraße beeinträchtigende Lärmquellen. Grundsätzlich sind die
Bonner Schulhöfe laut Ratsbeschluss nach OGS-Betrieb als Spielplätze
geöffnet. Der Bolzplatz der Grundschule St. Bernhard bleibt jedoch
aufgrund von möglichen Beschwerden wegen Ruhestörung und Sorge
um Vandalismus geschlossen.
Bis auf das Amphitheater auf dem Gelände der
Jahnschule, gibt es in Bonn-Auerberg keinen
bekannten außerschulischen Lernort, an dem
Unterricht im Freien stattfinden kann und der
öffentlich zugänglich ist. Ein geeigneter Ort für
ein sogenanntes „Blaues Klassenzimmer“ wäre
das Umfeld des Rheindorfer Bachs.
Aus der Beteiligung
 Auf Schulhöfen sind vor allem Spielgeräte beliebt
 Jugendliche wünschen sich mehr Sitzmöglichkeiten, um sich
mit Freund/innen zu treffen
 Jahnschule für Radfahren gut geeignet
 Sitzplatz St. Hedwig schwer einsehbar aber beliebt
 St. Hedwig im Nachmittagsbereich durch Auerberger:innen
stark frequentiert
 Vor Corona an St. Hedwig auch Fahrradkurse
Abb. 57: Bsp. Blaues Klassenzimmer, DuisburgSeite 45 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
44
Bei einem Blauen Klassenzimmer handelt es sich um einen
niedrigschwellig gestalteten Ort mit Sitzmöglichkeiten an dem Unterricht
im Freien stattfinden kann. An Bächen wird ein Zugang zum Wasser
geschaffen, sodass dort etwa Kescheraktionen stattfinden oder
Wasserproben für Untersuchungen durch die Schüler:innen entnommen
werden können. Anhand einer Infotafel können die Unterrichtsthemen
und ggf. Untersuchungsergebnisse dargestellt werden.
Multifunktionalität
Grüne
Infrastruktur
Handlungsfelder 1 2 3 4 5
Spielen
Bewegen
Vernetzen
Lernen
Perspektive
Die Schulhöfe in Auerberg sind kind- und jugendgerecht gestaltet.
Sie sind im Nachmittagsbereich zugänglich und übernehmen ihre
(soziale) Vernetzungsfunktion für den Stadtteil. Sie sind
klimaresilient gestaltet, was ein gutes Mikro- und Lernklima, wie
auch die Versickerung von Regenwasser fördert. In Auerberg gibt es
einen außerschulischen Lernort, an dem Unterricht im Freien
möglich ist und Kinder ihre Umwelt gezielt erleben können.
Handlungsvorschläge und mögliche Maßnahmen
 Bei Neu-/Umgestaltung, Funktion der Schulhöfe für Aufenthalt
und Spielen im Stadtteil nach OGS-Betrieb in die Neu- bzw.
Überplanung einbeziehen (etwa Ausstattung mit ausreichend
Sitzgelegenheiten und einem altersgerechten,
abwechslungsreichen Angebot an Spielmöglichkeiten)
 Umgestaltung des vorderen Schulhofs St. Hedwig
 Prüfung Teilnahme am Programm „Coole Schule NRW“ zwecks
klimaangepasster Gestaltung der Schulhöfe (s. Richtlinie über
die Gewährung von Zuwendungen zur Klimawandelvorsorge in
Kommunen“ vom 21. Juni 2022)
 Verbesserung des Mikro- und Lernklimas durch Entsiegelung,
Beschattung und Begrünung der Schulhöfe (s.o.)
 Einbezug von Mulden / Rigolen / Baumrigolen in die Planung
 Konzept für ein „Blaues Klassenzimmer“ am Rheindorfer Bach
Abb. 60: Bsp. Grundschule in Alpen
Abb. 59: JahnschuleAbb. 58: Hauptschule St. HedwigSeite 46 von 53
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Aktuell wird ein Planungskonzept „Rheingärten“, das auf Grundlage
eines Bürgerantrags (Ortsausschuss Auerberg) und politischem
Beschluss für den Freiraum zwischen Auerberg, Buschdorf und Hersel
zurückgeht, erarbeitet. Das Konzept sieht eine Entwicklung des
Freiraums im Sinne des Klimaschutzes und der Naherholung unter
besonderer Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes vor. Die
geplante Verlegung des Rheindorfer Baches in diesen Freiraum fließen
in das Konzept ein.
Im Rahmen der Erarbeitung des Bonner Freiraumplans wurde dieser
Raum vertieft als Lupenraum betrachtet. In einem Stakeholderworkshop
wurden Ideen für eine nachhaltige und klimaangepasste Entwicklung
gesammelt. Dabei wurde die Idee eines „blauen Klassenzimmers“ am
neuen Lauf des Rheindorfer Baches eingebracht, das im Sinne der
Bildung für nachhaltige Entwicklung eine Stelle der Wissensvermittlung
für Kinder und Jugendliche am Ökosystem Bach bieten könnte.
Projektskizze - „Schulhof St. Hedwig“
Gestaltung des Schulhofs St. Hedwig unter Berücksichtigung seiner
zentralen Funktion für den Stadtteil.
 Konzept für die Gestaltung des Schulhofs in seiner Doppelfunktion als
Pausenhof und Aufenthaltsort für Schüler:innen im Schulbetrieb, wie auch
als von Auerberger:innen stark frequentierter Ort nach OGS-Betrieb
 Laut Beteiligung Sitzplatz viel genutzt, Frequentierung durch Mütter mit
Kleinkindern mit Roller, Teilnehmende auf dem Weg zu ihren Kursen,
Jugendlichen, …
 Berücksichtigung seines Potenzials hinsichtlich der schlechten
Spielflächenversorgung im Georg-Boeselager-Quartier und
Seehausstraße
 Abstimmung der Machbarkeit von Maßnahmen mit dem Schulamt
 Verbesserung der klimatischen Situation, insbesondere vor dem
Hintergrund des Schulhofs als Lern- und Aufenthaltsraum der
Schüler:innen (u.a. Programm „Coole Schule NRW“)
Abb. 61: Bsp. Blaues Klassenzimmer
Katernberger Bach, EssenSeite 47 von 53
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7. Zusammenfassung
7.1 Ausblick und Prioritäten
Der Stadtteil Auerberg verfügt über eine gute Grundlage für ein
nachhaltiges und gut ausgebildetes Netz an Wegen und
Freiraumangeboten. Zu den Potenzialen, die Auerberg zu bieten hat,
gehören:
 Naturnähe und Durchgrünung durch Randlage im Stadtgebiet
 Im Vergleich zu innerstädtischen Quartieren gibt es außer Kölnstraße,
Josefshöhe und A565 relativ wenige räumliche Barrieren (wenn man
den Rheindorfer Bach als Potenzial betrachtet)
 Auerberg ist im Bonner Vergleich ein relativ kinderreicher Stadtteil
 Durch die Lage gibt es insbesondere um die Wohnbauten und durch
die Auerberger Achse ein Netz an verkehrsarmen Fußwegen
 Gemäß Bewertung der Stadt Bonn verfügt Auerberg insgesamt über
eine ausreichende quantitative Versorgung an Spielflächen
(allerdings gibt es schlecht versorgte Bereiche um die Georg-
Boeselager-Straße und Seehausstraße)
Folgende Faktoren können zu einer deutlichen Verbesserung der
Lebensqualität und zu einer geförderten Identifikation mit dem Stadtteil
führen. Vorausgesetzt die qualitative Aufwertung der Spielflächen mit
einem altersgerechten, differenzierten Angebot findet statt. Aus diesem
Grund sollten für die einzelnen Spielflächen je nach Lage und Bedarf
eigene Gestaltungsschwerpunkte entwickelt werden:
 Als größter Spielplatz sollte der „Kaiserspielplatz“ (Luxemburger
Straße) als Quartiersspielplatz mit barrierefreiem Angebot für Klein-
und Schulkinder entwickelt werden. Förderlich ist die Herstellung
eines räumlichen Kontexts zur Auerberger Achse mit dem
vorgeschlagenen Spielparcours.
 Neugestaltung des Bolzplatzes Stockholmer Straße.
 Der Spielplatz Osloer Straße eignet sich für eine Anbindung an die
Straße Rheindorfer Burg, die eine Radanbindung an den Rhein
ermöglicht. Ggf. könnte „Wasser“ hier das Thema in der Gestaltung
sein, z.B. in Form eines „Schiffes“ als Klettergerüst.
 Der Spielplatz Tilsiter Straße bedient als kleinster Spielplatz eher den
nahen Einzugsbereich. Die Beteiligung spiegelt wider, dass er vor
allem von Müttern mit kleinen Kindern genutzt wird. Entsprechend
sollte er auch für Kleinkinder und barrierefrei umgestaltet werden.
 Wie in den Steckbriefen erwähnt, sollte der Spielplatz Eupener Straße
als Spielfläche erhalten bleiben und geprüft werden, welche
Funktionen er zukünftig erfüllen kann. Im Falle einer Sanierung sollte
über ein umfangreiches Partizipationsverfahren Nutzungs-
möglichkeiten eruiert werden, damit die Fläche wieder als attraktiv für
die jungen Menschen in Auerberg wahrgenommen wird und die
Nutzungsintensität gesteigert werden kann.
Keine der Spielflächen darf aufgegeben werden, da Auerberg im Bonner
Vergleich ein sehr kinderreicher Stadtteil ist.
Bei der Umgestaltung der Spielflächen ist auch der Rhythmus von 15 bis
20 Jahren für die Überarbeitung der Spielflächen, der sich
erfahrungsgemäß einstellt, zu berücksichtigen.
Spielplatzpatenschaften gibt es in Auerberg wenige. Werden sie
gefördert, wird auch die soziale Kontrolle erhöht.
Durch Veranstaltungen wie Spielplatzfeste oder die Einbindung der
Spiel- und Freiflächen in besondere Aktionen, wie Stadtteilfest,
Ferienaktion, Sport im Park, etc. werden die Flächen in den Fokus
gerückt und ihre Attraktivität erhöht.
Ein weiterer Schwerpunkt der Planungsprozesse ist die
Berücksichtigung der Spielflächen als wichtige Bausteine der Grünen
Infrastruktur. Sie bleiben u. a. klimatische Ausgleichsräume,
Starkregenpuffer und können wichtige Stationen eines Grünen
Wegenetzes im Quartier sein. Hier empfiehlt sich die Abstimmung und
Kooperation mit den entsprechenden Ämtern
Im Vergleich zu den öffentlichen Spielflächen, befinden sich die privaten
Spielflächen im Umfeld von Geschosswohnungsbau überwiegend (aber
nicht ausschließlich) in einem sehr schlechten Zustand. Um
wohnungsnahe Angebote insbesondere für Kleinkinder zu schaffen,
bleibt es wichtig, mit den Wohnbaugesellschaften in Kontakt zu treten
und hier Anreize für eine Umgestaltung zu schaffen (s. Steckbrief 6.1.2
Private Spielflächen).Seite 48 von 53
Spielleitplanung Bonn-Auerberg
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Auffällig ist der Mangel an inoffiziellen Jugendtreffpunkten im Quartier.
An dieser Stelle besteht Handlungsbedarf (s. Steckbrief 6.1.5
Jugendliche).
Nicht zu unterschätzen ist auch das multifunktionale Potenzial der
Schulhöfe im Rahmen einer nachhaltigen Spielleitplanung mitunter für
Klima, Spielort, Quartierstreffpunkt und mehr.
Neben einer qualitativen, differenzierten und funktionierenden
Gestaltung trägt die Berücksichtigung dieser Aspekte dazu bei, dass die
Spielflächen nachhaltig zu identifikationsstiftenden Treffpunkten und
Begegnungsorten für Auerberg werden.Seite 49 von 53
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Maßnahmen hoch mittel nie-
drig Bemerkungen
6.2.1 Öffentliche Spielplätze
Eupener Straße Erarbeitung einer ortssensiblen Planung mittels Partizipationsverfahrens
Tilsiter Straße Spielangebot für Kleinkinder ausbauen mit Schwerpunkt naturnahem Spielen
Stockholmer Straße Bewegungsorientierte Angebote in die Planung einbinden wie auch Grünpflanzungen zwecks
Beschattung/klimatischem Ausgleich
Osloer Straße Angebot für kleinere und ältere Kinder schaffen; Öffnung des Spielplatzes zur Fahrradstraße "An der
Rheindorfer Burg"
Luxemburger Straße Ausbau zum Quartiersspielplatz mit zentraler Versorgungsfunktion; altersgerechte und barrierefreie
Angebote
Spiel- und Sportpunkte im Sportpark Nord Netzwerk aus Spiel- und Sportpunkten im Sportpark Nord entwickeln zwecks Entlastung der
Unterversorgung mit Spielflächen im Auerberger Süden
Spielplatzpatenschaften Spielplatzpatenschaften bewerben und fördern zwecks sozialer Kontrolle, Pflege, Identifikation
6.2.2 Private Spielplätze
Gestaltungs- und/oder Beratungsangebot für
Eigentümer:innen
Anreiz für private Eigentümer:innen schaffen, die Spielflächen im Umfeld von Geschosswohnungsbau für
Kleinkinder aufzuwerten, z.B. Gestaltungskatalog, Beratungsangebot o.ä.
6.2.3 Informelles Spielen
Konzeption von Naturerfahrungsräumen Förderung von naturnahem Spielen durch Identifikation geeigneter Flächen für Naturerfahrungsräume;
naturnahe Gestaltung durch etwa Geländemodellierung, Bepflanzung, …
Baum- und Strauchpflanzungen als Naschpflanzen /
Gehölze mit Spielwert
Pflanzung von Naschpflanzen und Gehölzen mit "Spielwert" (z.B. Kletterbäume, Spielgebüschen, …) an
geeigneten Orten im Stadtteil
6.2.4 Jugendliche
Planung von freiraumbezogenen Jugendorten in Auerberg Ermittlung, Planung und Umsetzung von freiraumbezogenen Standorten für Jugendtreffpunkte
gemeinsam mit den Jugendlichen
Standortprüfung Skateanlage Prüfung eines Standorts für eine Skateanlage in Auerberg in Kooperation mit der JahnschuleSeite 50 von 53
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6.2.5 Auerberger Achse
Gesamtkonzept Auerberger Achse mit Spielparkour Gesamtkonzept für die Entwicklung der Auerberger Achse mit einem durchgängigen Spielparkour aus
Spielpunkten und -flächen als verbindendes, zentrales Element
Maßnahmen der Grünen Infrastruktur in der Auerberger
Mitte
Planung und Umsetzung von Maßnahmen der Grünen Infrastruktur, wie Fassadenbegrünung,
Baumrigolen zur Aufwertung des Klimas und der Aufenthaltsqualität in der Auerberger Mitte
Gestaltung der Eingangssituationen zur Auerberger Achse Anbindung an das Wegenetz durch eine klare, identifikationsstiftende Gestaltung der Zugänge
Anbindung an den Rheindorfer Bach Förderung eines grünen Netzes in Auerberg durch Anbindung an die umliegenden Grünstrukturen
mittels wiederkehrender Baum-/Strauchpflanzung und/oder Beschilderung
6.3.1 Spazierrunde Auerberg
Konzept Spazierrunde Auerberg Entwicklung der Infrastruktur für Naherholung in Auerberg durch Konzeption, Planung und Umsetzung
einer Spazierroute inkl. familienfreundlicher, barrierefreier Runde (Einbezug der umliegenden Grünräume)
6.3.2 Mobilität
Konzept und Umsetzung der "Kinderwege durch Auerberg" Entwicklung eines (markierten) Netzes aus Fuß- und Radwegen zwischen Kinderorten im Sinne eines
bespielbaren Quartiers
Begleitend digitale und analoge Kommunikation /
Veröffentlichung
Kommunikation über digitale und/oder analoge Medien (App / Internsetseite / Printmedien) zwecks
Information vorab und Bewerbung
Temporäre Spielstraßen Förderung von Spielen in öffentlichem Raum durch Einrichtung von temporären Spielstraßen
Fußgängerquerungen Josefshöhe / Kölnstraße Sichtbarkeit von Fußgänger:innenquerungen an stark befahrenen Straßen erhöhen, etwa Josefshöhe
und Kölnstraße
Unter-/Überführung A565 Gestalterische Aufwertung der Unter- und Überführung an der A 565
6.3.3 Bolzplätze
Gestaltung Bolzplatz Stockholmer Straße Gestaltung des Bolzplatzes Stockholmer Straße und Ertüchtigung in seiner Funktion für kindliches
Ballspiel
Nutzung der Bolzplätze an Schulhöfen nach OGS-Betrieb Bolzplätze an Schulhöfen nach OGS-Betrieb kontrolliert nutzbar/mietbar machen, etwa über Online-
BuchungssystemSeite 51 von 53
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6.3.4 Sport
Sport-Parkour Auerberg zwischen Sportpark Nord und TV
Rheindorf
Entwicklung eines Sport-Parkour Auerberg etwa zwischen Sportpark Nord und TV Rheindorf am
Rheindorfer Bach entlang mit niedrigschwelligen "Fitness-Punkten"
Informelle Sportangebote im Umfeld des Sportparks Nord Prüfung auf die Planung und Umsetzung informeller Sportangebote im Umfeld des Sportparks Nord, wie
einer Calisthenics-Anlage
Sport-Events für Kinder und Jugendliche in der Auerberger
Mitte
Organisation von Sport-Events für Kinder und Jugendliche wie Beachvolleyball, Streetball oder Skaten
etwa in der Auerberger Mitte als urbaner Kulisse (Identifikationsstiftend)
Sport im Park Vernetzung mit Bonner Programmen, wie "Sport im Park" mit Standorten, wie Auerberger Allee,
Grünanlage am Rheindorfer Bach,…
Sportstätten vor Ort zugänglich machen Sportangebote vor Ort über z.B. App zugänglich und buchbar machen
App zur Bündelung informeller Sportangebote in Bonn Entwicklung einer App zur Bündelung und Vernetzung informeller Sportangebote (inkl. Bolzplätze) in
Auerberg, bzw. erweitert in der Stadt Bonn (Kooperation mit Sportamt)
6.4.1 Schulhöfe
Aufenthalts- und Spielqualität nach OGS-Betrieb Funktion der Schulhöfe für Aufentha

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Datenstand: 02.11.2026, 21:28 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de