231233 · Mitteilungsvorlage
Sachstandsbericht und Ausblick zum Parkraumkonzept Beuel-Mitte
Kerndaten
- Nummer
- 231233
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 21.07.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 231233 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Sachstandsbericht und Ausblick zum Parkraumkonzept Beuel-Mitte Beratungsfolge Bezirksvertretung Beuel 09.08.2023 Kenntnisnahme Ausschuss für Mobilität und Verkehr 15.08.2023 Kenntnisnahme Mitteilung: Mit dem Beschluss des Rates zur gesamtstädtischen Parkraumstrategie (DS 212060) am 10.02.2022 wurde die Verwaltung damit beauftragt, in allen Quartieren im gesamten Stadtgebiet, in denen ein hoher Parkdruck vorliegt, schrittweise die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung zu prüfen. Im Stadtbezirk Beuel wurde das Untersuchungsgebiet Beuel-Mitte am höchsten priorisiert. Mit den erforderlichen Parkraumerhebungen wurde im 4. Quartal 2022 das Ingenieurbüro IKS Mobilitätsplanung aus Kassel beauftragt. Die Erhebungen fanden in KW 16 (17.04.-21.04.2023) statt. Der ursprünglich im März (KW 12) vorgesehene Termin wurde aufgrund der zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr verworfen, damit ein repräsentatives Ergebnis an einem Normalwerktag erfasst werden konnte. Das Untersuchungsgebiet wird abgegrenzt durch die Werdstraße und Clemensstraße im Norden, die Niederkasseler und Königswinterer Straße im Nordosten, die Bahntrasse der Bundesbahn im Osten, die Ringstraße im Süden sowie den Rhein im Westen (sh. Anlage 1). Erste Untersuchungsergebnisse: Aktuelle Parksituation Im Untersuchungsgebiet standen zum Erhebungszeitraum ca. 3.300 öffentlich zugängliche Parkplätze zur Verfügung. Davon etwa 500 auf größeren Sammelparkplätzen und in Tiefgaragen. Die Parkplätze im öffentlichen Straßenraum sind im Umfeld der Geschäftsbereiche mittels Parkgebühren bewirtschaftet (siehe Abbildung 1). Die Parkplätze in den angrenzenden Wohngebieten sind nicht bewirtschaftet. Insgesamt unterliegen damit ca. 90 % der Parkplätze im öffentlichen Straßenraum keiner Bewirtschaftung. Die Parkplätze auf größeren Sammelparkplätzen und in Tiefgaragen sind hingegen mit über 65 % mittels Parkgebühren bewirtschaftet. Nur 15 % dieser Parkplätze sind unbewirtschaftet. Die Parkplätze im öffentlichen Straßenraum sind in mehreren Abschnitten halbseitig/ oder ganz auf dem Gehweg angelegt. Teilweise sind dieSeite 1 von 6 Seite 2 verbleibenden Restgehwegbreiten schmaler als 1,50 m. Die Gehwege sind an mehreren Abschnitten aufgrund der parkenden Fahrzeuge nicht mehr barrierefrei. Für das Abstellen von Fahrrädern sind verschiedene Angebote im Untersuchungsgebiet vorhanden. Diese befinden sich insbesondere in den Geschäftsbereichen und am Bahnhof. Erhebung des Parkbedarfs nach Nutzergruppen Um die tatsächliche Auslastung und die im Gebiet parkenden Nutzergruppen zu erheben, wurde gemäß den Bestimmungen des Datenschutzes und nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik eine Parkraumerhebung durchgeführt. Dazu wurde das Untersuchungsgebiet entsprechend der Struktur und der örtlichen Zusammenhänge in zwei Verkehrszellen geteilt. Die Grenze verlief nördlich und südlich der Sankt Augustiner Straße. Zu festgelegten Intervallen (9 Uhr bis 21 Uhr zweistündig und um 2 Uhr nachts) wurden die parkenden Fahrzeuge erfasst. Mit den Ergebnissen lässt sich die Auslastung und die Parkdauer der Fahrzeuge hinreichend nachvollziehen, um entsprechende Auswertungen abzulesen und die Nutzergruppen zu bestimmen. Beispielsweise können Fahrzeuge, die nachts erhoben wurden, Bewohner*innen zugeordnet werden. Fahrzeuge die nur einmal erhoben wurden, können der Nutzergruppe Kund*innen/ Besucher*innen zugeordnet werden. Fahrzeuge mit längeren Standdauern deuten auf Beschäftigte hin. Innerhalb der Erhebungen wurden so in den jeweiligen Teilbereichen die Gesamtauslastung zu den verschiedenen Uhrzeiten und der Anteil der einzelnen Nutzergruppen (Bewohner*innen, Beschäftigte und Kund*innen/ Besucher*innen) ermittelt. Ziel einer Parkraumbewirtschaftung ist nicht nur die Ordnung des Verkehrs und die Reduzierung von Behinderungen und illegaler Inanspruchnahme öffentlicher Flächen, sondern in einem integrierten Parkraumkonzept erfolgt auch eine Beschränkung sowie räumliche und zeitliche Zuordnung des Parkraumangebots nach Verkehrszwecken und Nutzergruppen. Analyse und vorläufige Handlungsempfehlungen Die Bestandsanalyse des bestehenden Parkraumangebotes zeigt, dass die Gesamtauslastung im Untersuchungsgebiet durchgängig über 80 % liegt. Damit besteht im Gesamtgebiet über den gesamten Tag mindestens ein hoher Parkdruck. Das hat Auswirkungen auf Kund*innen, die teils erhebliche Probleme haben, im direkten Umfeld der Geschäfte einen freien Parkplatz zu finden. Aber auch für Bewohner*innen, die ihr Fahrzeug in der Nähe ihrer Wohnung abstellen möchten. In der Analyse wird auch ein Verteilungsproblem deutlich, was unter anderem auf die bestehenden Bewirtschaftungsstrukturen zurückzuführen ist. Während sowohl zur Spitzenstunde um 11 Uhr als auch um 2 Uhr nachts viele zentrale Abschnitte im öffentlichen Straßenraum sogar überlastet sind (illegales Parken), stehen in direkt angrenzenden Tiefgaragen Parkplätze leer. Auch in den Außenbereichen des Untersuchungsgebietes besteht eine geringere Auslastung. Diese Analyse spricht für eine flächendeckende Bewirtschaftung des Untersuchungsgebietes. Die konkrete Ausgestaltung soll die verschiedenen Anforderungen möglichst zielgerichtet und verständlich abbilden:Seite 2 von 6 Seite 3 • Bevorzugung Kundenverkehre in Geschäftsstraßen • Mischnutzung Kundenverkehre / Bewohner*innen im Umfeld der Geschäftsbereiche • Bevorzugung Bewohner*innen in den Wohnbereichen Durch die Bewirtschaftung sollen die Anwohnenden im Quartier bevorzugten Zugriff auf die langfristige Nutzung der Parkmöglichkeiten erhalten. Weiterhin profitieren Nutzer*innengruppen, die kurzfristig parken (zum Besuch des Einzelhandels, Arztbesuche oder Inanspruchnahme von Dienstleistungen sowie das Handwerk und Pflegedienste durch die Nutzung ihrer Sonderparkausweise). Aufgrund der sehr guten ÖPNV-Anbindung innerhalb des Quartiers kann eine Verlagerung der Nutzer*innengruppe der Beschäftigten aus dem Quartier erzielt werden. Die Situation für Beschäftigte kann durch Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements zusätzlich verbessert werden. Zudem bestehen Mängel bei der straßenräumlichen Anordnung der Parkplätze. Zugeparkte Gehwege und nicht ausreichende Geh- und Aufenthaltsflächen führen zu Beeinträchtigungen. Im Rahmen des finalen Parkraumkonzeptes soll in diesem Zusammenhang eine Neuordnung des Parkraumangebotes in einzelnen Straßen(-abschnitten) vorgenommen werden. Wo Flächen im Zuge dieser Neuordnung freiwerden, sollen Anregungen der Bürger*innen zur zukünftigen Nutzung aus dem Beteiligungsprozess "Bönnsche Viertel" berücksichtigt werden. Um in Anbetracht der teilweise schmalen Straßenräume sowohl den Bedürfnissen der parkenden Anwohner*innen als auch der Fußgänger*innen gerecht zu werden, müssen Lösungen und Kompromisse gefunden werden. Dazu ist es von hoher Bedeutung, frühzeitig Prioritäten abzustimmen. Auch im Themenfeld Fahrradparken konnten Problembereiche identifiziert werden. Im Bereich des Bahnhofs und der westlichen Geschäftsbereiche bestand eine sehr hohe Auslastung des bestehenden Angebotes. Zudem fehlt es an dezentralen Angeboten in den angrenzenden Wohnbereichen (Wildparken). Da Radverkehrsplanung Angebotsplanung ist (wo keine geeignete Abstellanlage, da in der Regel auch kein abgestelltes Fahrrad), kann der zusätzliche Bedarf an Abstellanlagen nur abgeschätzt werden. Das zusätzliche Angebot geeigneter Fahrradabstellanlagen wird als ein Baustein betrachtet, die Mobilität im Quartier zu verbessern, da Fahrräder deutlich weniger Platz beanspruchen als ein Pkw. Dabei sollen neue Fahrradabstellanlagen die Barrierefreiheit der Fußgänger*innen nicht zusätzlich einschränken, sondern können sogar dazu beitragen, Sichtbeziehungen zu verbessern. Zentrale Ziele eines Parkraumkonzeptes sind grundsätzlich die: • Vereinheitlichung der Parkregelungen, • Sicherung des Bewohnerparkens durch die Einführung von Bewohnerparkregelungen mit der Anwendung des Mischprinzips,Seite 3 von 6 Seite 4 • Verdrängung eines Großteils der Nutzergruppe der Beschäftigten auf private (in der Regel vorhandenen) Stellplatzanlagen, • Gewährleistung einer effektiven Auslastung des Parkraums in Geschäftsbereichen • Wiedergewinnung von Verkehrsflächen für Fußgänger*innen sowie von Aufenthaltsflächen durch eine Reduktion des Parkraumangebotes • Integration alternativer Mobilitätsangebote (Fahrradabstellanlagen, E- Ladestationen, Carsharing, etc.) • Erhöhung der Verkehrssicherheit Weiteres Vorgehen: Auf Basis der erfassten Untersuchungsergebnisse plant die Verwaltung im 3. Quartal 2023 ein zweiphasiges Beteiligungsverfahren in Form von Workshops durchzuführen, welches durch eine Online-Beteiligungsmöglichkeit über das städtische Beteiligungsportal „Bonn-macht-mit“ ergänzt wird (sh. DS 231234). Im Rahmen des ersten Workshops, welcher für Mittwoch, den 16.08.2023 vorgesehen ist, wird das Ingenieurbüro IKS Mobilitätsplanung in Zusammenarbeit mit der Verwaltung die Bestandsanalyse sowie erste mögliche Handlungsoptionen vorstellen. Anschließend wird die Veranstaltung Raum zum Diskutieren und Einbringen eigener Erwartungen und Zielvorstellungen sowie zur Beantwortung allgemeiner Fragestellungen zum Thema Parkraummanagement und Parkraumkonzepte bieten. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse sowie unter Berücksichtigung der Anregungen der Bürger*innen erarbeitet die Verwaltung zusammen mit IKS in der Folge ein detailliertes Parkraum- und Mobilitätskonzept für das Untersuchungsgebiet Beuel-Mitte, welches in einem zweiten Workshop den Bürgerinnen und Bürgern nochmals präsentiert und mit ihnen diskutiert werden soll. An beide Workshops, welche in Präsenz stattfinden werden, schließt sich zudem eine zweiwöchige Online-Beteiligung über das städtische Beteiligungsportal „Bonn-macht-mit“ an, um einen möglichst breiten Diskurs mit den Bürgerinnen und Bürgern zu führen. Zur Berücksichtigung der Belange von Handel und Gewerbe steht die Verwaltung in Kontakt mit Vertreter*innen der ansässigen Unternehmen. Es ist vorgesehen, deren Belange anhand der Untersuchungsergebnisse und des ausgearbeiteten Konzepts gezielt zu erörtern. Die Ergebnisse aus dem laufenden Beteiligungsverfahren "Bönnsche Viertel" werden im Rahmen der Beteiligung zum Parkraumkonzept Beuel-Mitte einbezogen werden. Anregungen der Bürger*innen für freiwerdende Flächen werden entsprechend berücksichtigt werden. Zeitplan: Workshop 1 – Bestandsanalyse und Zielfindung Mittwoch, der 16.08.2023 von 18:00 - 20:00 Uhr im Ratssaal des Beueler Rathauses (Anmeldung erforderlich) Online-Beteiligung von Donnerstag, den 17.08.2023 bis einschließlichSeite 4 von 6 Seite 5 Donnerstag, den 31.08.2023 Workshop 2 – Handlungsschwerpunkte und Maßnahmen Mittwoch, der 27.09.2023 von 18:00 – 20:00 Uhr im Ratssaal des Beueler Rathauses (Anmeldung erforderlich) Online-Beteiligung von Donnerstag, den 28.09.2023 bis einschließlich Donnerstag, den 12.10.2023 Erst im Anschluss wird eine Vorlage für die Bezirksvertretung Beuel erarbeitet und abschließend über die Umsetzung des Parkraumkonzeptes entschieden. Anlage/n 1 Lageplan - Bewirtschaftung in Beuel-Mitte (öffentlich)Seite 5 von 6 Karte 2: Bewirtschaftung im Bestand Stand: ��.��.���� Universitätsplatz 12 | 34127 Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: OpenStreetMap (CC BY-SA) Maßstab: 1:7.500 Parkraumkonzept Bonn Beuel-Mitte Legende Grenze des Untersuchungsgebiets Bahnhof Sondergebäude (Kita, Schule, Krankenhaus) Geschäftsbereich Bewirtschaftung: Gebührenpflichtig (mit Handyparken) Kurzparken mit Parkscheibenregelung Unbewirtschaftet Sonderparkplatz (B: Behindertenparkplatz; E: E-Ladestation; T: Taxistand; L: Ladezone) Keine legalen Parkmöglichkeiten Parkplatzanlage / Tiefgarage (Bewirt- schaftung wird durch Farbgebung angezeigt) *Private Parkplatzanlagen und Parkhäuser wurden nicht dargestellt Werdstraße Clemensstraße Niederkasseler Straße An der Wolfsburg Jahnstraße Königswinterer Straße Gustav-Kessler-Straße Kreuzstraße Friedrich-Breuer-Straße Siegfried-Leopold-Straße Zingsheimstraße Goetheallee Auf der Schleide Limpericher Straße Rudolf-Hahn-Straße Ringstraße Johannesstraße Königsheimstraße HelenenstraßeAgnesstraße Steinerstraße Hermannstraße Marienstraße Rheinaustraße Johann-Link-Straße Agnesstraße Neustraße Rheindorfer Straße Von-Sandt-Straße Kaiser-Konrad-Straße Combahnstraße Sankt Augustiner Straße B �� Kennedybrücke Rheinaustraße B �� B �Seite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:56 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de