231132 · Große Anfrage
CDU Große Anfrage Notkrankenhaus
Kerndaten
- Nummer
- 231132
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 26.06.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Untergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (2.639 Zeichen)
Große Anfrage öffentlich 231132 Fragesteller/in: Reiner Burgunder CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bonn CDU Große Anfrage Notkrankenhaus Beratungsfolge Unterausschuss Denkmalschutz 16.08.2023 Entscheidung Fragestellung Die Verwaltung wird um Beantwortung folgender Frage gebeten: Beabsichtigt die Stadt Bonn den zeitgeschichtsträchtigen Ort in Beuel, auf dem sowohl die 1. Integrierte Gesamtschule Bonns steht als auch, dass unter der Turnhalle getarnte „Notkrankenhaus“ durch eine denkmal- bzw. museale Darstellung im Sinne einer „Aktiven Erinnerungskultur“ zu würdigen? Begründung Innenpolitisch spiegelt der Ort die heftig geführten Diskussionen über die Änderung der Bildungsreformen in den 70er und 80er Jahren wider. Der sogenannte „Schulkampf“ wurde auch hier in Beuel ausgetragen. Neben den drei heute noch bestehenden Privatschulen (Oberkassel: Ernst-Kalkuhl- Gymnasium, Beuel-Süd: Kardinal-Frings-Gymnasium, Pützchen: St. Adelheid- Gymnasium) gab es keine städtische Schule, die das Abitur anbot. Die Gesamtschule entstand 1978 aus einer Elterninitiative. Die hohen Anmeldezahlen begründeten den Bau der 1. Integrierten Gesamtschule, die wegen ihrer roten Ziegelsteine von ihren Gegnern etwas despektierlich „Ketchup-Schule“ genannt wurde. Sie konnte 1981 bezogen werden. Außenpolitisch heizte der Streit um den Nato-Doppelbeschluß vom 12.12.1979 die Zeit des Kalten Krieges wieder an. Vielen sind die großen Friedensdemonstrationen vom 10. Oktober 1981 (350.000 Teilnehmer) und vom 10. Juni 1982 (500.000 Teilnehmer) in Bonn noch in Erinnerung. In Bonn gab es Bunker, die für den Notfall als Rettungsinseln in der Stadt verteilt waren. Gleichzeitig mit dem Bau der Turnhalle für die neue Gesamtschule entstand unter der Turnhalle ein Not- bzw. Hilfskrankenhaus für den Fall X. 1984 wurde der Bunker „Notkrankenhaus“ im Rahmen eines Festaktes vom Land Nord-Rhein-Westfalen an die damalige Bundeshauptstadt übergeben. Der Bunker wurde zweimal zur Unterbringung von Personen genutzt, einmal für ca. 600 Polizisten während des Weltwirtschaftsgipfels 1985 und einmal für 300Seite 1 von 2 Seite 2 DDR-Übersiedler 1989. Es gibt in Bonn keine Schutzräume oder Bunker mehr für die Bevölkerung. Das Hilfskrankenhaus ist vermutlich das letzte in Deutschland, dass noch in seinem Ursprung erhalten ist. Der museale Wert ist daher sehr groß. Eine Besichtigung könnte für Schüler*Innen und interessierten Erwachsenen, aufschlussreich und Meinungsbildend für die Zukunft sein. Dieser Ort spiegelt Zeitgeschichte beispielhaft und ganz konkret wieder, die noch viel mehr ausgeführt werden kann, als hier angerissen wird. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 22:13 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de