231046 · Mitteilungsvorlage
75 Jahre Grundgesetz – Überblick über geplante Aktivitäten 2023/2024 in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 231046
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 05.06.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 231046 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Dezernat IV Dezernat: Dez. IV 75 Jahre Grundgesetz – Überblick über geplante Aktivitäten 2023/2024 in Bonn Beratungsfolge Kulturausschuss 20.06.2023 Kenntnisnahme Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 21.06.2023 Kenntnisnahme Rat 22.08.2023 Kenntnisnahme Mitteilung: Demokratie muss - in Bonn, in Deutschland und weltweit – jeden Tag aufs Neue verteidigt, erklärt, gelebt und erkämpft werden. Bonn ist in besonderer Weise legitimiert, der Ort zu sein, an dem die Geschichte und auch die Zukunft der Bundesrepublik rückblickend-historisch und perspektivisch-politisch nach vorne gerichtet erforscht und erörtert werden kann. Dazu soll Bonn als „Geburtsstadt des Grundgesetzes“ zu einer einladenden und innovativen Demokratiestadt entwickelt werden, mit dem Ziel der Förderung von Mitbestimmungs- und Entfaltungsmöglichkeiten zugunsten eines positiven Mitmach-Klimas für Menschen aus allen Generationen, Nationen, Milieus. Den 75. Geburtstag des Grundgesetzes nimmt die Verwaltung zum Anlass, sämtliche Beiträge aller Akteur*innen und Institutionen, die sich gesellschaftspolitisch, wissenschaftlich und kreativ mit den Themen Demokratiegeschichte, Verfassungsrecht und Demokratieförderung beschäftigen, zu bündeln und zu vernetzen, um daraus für das Jubiläumsjahr ab 1. September 2023 bis Ende 2024 Formate, Projekte und Veranstaltungen zu präsentieren. Darüber hinaus sollen aber auch langfristige, zukunftsgerichtete, visionäre und partizipative Formate in vielseitigen Kooperationen initiiert werden, um den Demokratiestandort Bonn zu stärken. Das Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen hat in einer Recherche über 250 Akteur*innen identifiziert, die sich in Bonn für eine lebendige Demokratie engagieren. Mit einem ersten Netzwerktreffen direkt nach den Sommerferien, wird mit dem Aufbau eines lokalen Akteurs- Netzwerks ein organisatorischer Rahmen geschaffen, in dem Kooperationen entstehen und ausgebaut werden können. Der Universität Bonn kommt hierbei sowohl als Wissenschaftseinrichtung als auch als Kooperationspartner (z.B. Wissenschaftsnacht) eine besondere Rolle zu. Seit März 2023 koordiniert und kommuniziert hierzu ein „Demokratiebeauftragter“ als Koordinierungsstelle Demokratie im Sport- und Kulturdezernat die Aktivitäten der städtischen Institute sowie externerSeite 1 von 7 Seite 2 Kultur-Akteure und der Zivilgesellschaft Das Programm der Jubiläumsaktivitäten wächst dynamisch, wird sich im Laufe des 2. Halbjahres weiter füllen und online – auch auf bonn.de – verfügbar sein. Auf der zugrundeliegenden Internetplattform können sich in Kürze alle Akteur*innen präsentieren und ihre Aktivitäten eintragen. Protokollarische Veranstaltungen im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten: Feierstunde anlässlich 75 Jahre Eröffnungsfeier Parlamentarischer Rat am 1. September 2023: Die Feierstunde wird im Kern für die Bundesstadt Bonn eine protokollarische Veranstaltung mit einem Rahmenprogramm für die Teilnehmenden sein. Federführendes Verfassungsorgan ist der Deutsche Bundestag. Weiteres ist in der Abstimmung mit den Bundesinstitutionen, worüber vom Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit gesondert informiert wird. Jubiläumsaktivitäten der städtischen Institute (Auswahl): Theater Bonn Das Theater Bonn wird als MARKTPLATZ FÜR DEMOKRATIE besondere Produktionen und Rahmenveranstaltungen zum Jahr der Demokratie auf die Bühne bringen: Im Rahmen von Fokus 33 - Forschungsreise von den Ursachen von Verschwinden und Verbleiben hat im Juni 2024 COLUMBUS von Werner Egk Premiere. Diese Funkoper, die 1934 vom Reichssender München ausgestrahlt und 1942 und 1951 szenisch aufgeführt wurde, ist eine beinahe historisch-nüchterne Reportage über den Kolonialismus. Gleichzeitig ist Werner Egk, der während des Nationalsozialismus weiter in Deutschland lebte und arbeitete, nicht unumstritten. Vor dem Hintergrund dieser Ambiguitäten sind Vorträge und Diskussionen geplant, die einerseits den Kolonialismus und seine Folgen bis in heutigen demokratischen Gesellschaften beleuchten, andererseits aber auch einen Fokus auf die Musikgeschichte unmittelbar nach 1945 legen und die Frage aufwerfen, wie frei die Kunst zu diesem Zeitpunkt war. FLUSSLANDSCHAFT / FLUT – In seinem letzten Roman „Frauen vor Flusslandschaft“ summiert Heinrich Böll als streitbarer Demokrat sein politisches Lebenswerk, das wie kein anderes verwoben ist mit der Gründung und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland. Bölls Blick fokussiert dabei nicht die Männer und Macher, sondern die Frauen an ihrer Seite. Ihre Haltungen – des Unbehagens, der Verweigerung, des Widerstands – bestimmen die Haltung des Romans und erzählen die Geschichte einer unabgeschlossenen Vergangenheit, deren Erinnerung immer auch eine Erinnerung an die Gegenwart ist. Die Produktion FLUSSLANDSCHAFT / FLUT orientiert sich an diesem Roman und wird im Juni 2024 im Schauspielhaus Premiere haben. Als Rahmenprogramm sind u.a. Nachgespräche und Diskussionen geplant, die sich insbesondere mit den Anfängen der Demokratie in Bonn auseinandersetzen. ERSCHÜTTERUNGEN – Lesung von und mit Joachim Gauck (SchauspielSeite 2 von 7 Seite 3 Bonn in Kooperation mit der Parkbuchhandlung) am 10. September 2023 POETRY SLAM – RedeFreiheit! Im Rahmen des Opernrasens gehört die Bühne vor der Oper einen Abend lang dem Bonner Poetry Slam. Jeder darf zu Wort kommen und wir feiern gemeinsam, das Recht auf freies Sprechen. Dieser Tag wird insbesondere in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stadtteilvereinen und Jugendzentren gestaltet. Geplant sind verschiedenen Workshops in denen Kinder und Jugendliche im Vorfeld einerseits ermutig werden, Themen zu finden, die sie beschäftigen und andererseits natürlich ihren Poetry Slam vorbereiten können. Die Kinderoper BRUNDIBÁR des jüdischen Komponisten Hans Krasa wurde in Theresienstadt uraufgeführt. In der Inszenierung am Theater Bonn, die am 21.3.24 wieder aufgenommen wird, wird die scheinbar harmlose Geschichte von zwei Kindern, die für ihre kranke Mutter Milch besorgen wollen, durch den Rahmenmonolog von Lisa Sommerfeldt in den Kontext der Entstehung und Aufführung des Werkes eingebettet. Die Aufführungsserie von BRUNDIBÁR wird von einem Rahmenprojekt begleitet, in dem Kinder und Jugendliche sich mit vergangenen und gegenwärtigen Diskriminierungserfahrungen auseinandersetzen und die Werte der Demokratie diskutieren. Beethoven-Orchester Bonn Das BOB plant in direktem Zusammenhang mit den Verfassungsjubiläum: Ein Kammerkonzert in der Woche der Feierlichkeiten in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte (Mai 2024), in dem das Thema Utopie/Arkadien/Deutschland im Zentrum steht. Das internationale Signum Quartett spielt Werke von Haydn, Schubert und Brahms. Drei Konzerte im Juni 2024rund um Beethovens Neunte, die „Europa- Hymne“, deren Uraufführung sich im Mai 2024 zum 200. Male jährt. Im Konzert „Im Spiegel“ unterhält sich Dirk Kaftan mit Matthias Brandt, der nicht nur ein großer Künstler, sondern auch scharfsinniger Beobachter gesellschaftlicher Zusammenhänge ist, und spürt dem Verbindenden in beiden Jubiläen nach. Mit „200 Jahre Beethovens IX“. Im Jugendkonzert wird es u.a. um die Themen Demokratie und Teilhabe, sowie politische Utopien gehen. Beethovenfest Unter dem (Arbeits)Titel WAS IHR WOLLT setzt sich das Beethovenfest Bonn 2024 mit der Organisation von Gesellschaft, macht und Verantwortung auseinander. Demokratische Denk- und Handlungsweisen sind nicht natürlich menschgegeben, sie müssen durch strukturelle Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen immer wieder neu geübt und als wertvoll empfunden werden. Drei Handlungsfelder prägen das Festivalprogramm: 1. Die Einladung von Ensembles und Projekten, die in ihrer inneren Verfasstheit Demokratie vorleben und produktiv aushalten. 2. Das Entwickeln von Programmen, die die Themen und Spannungsfelder der demokratischen Gesellschaft oder der Demokratiegeschichte musikalisch und dramaturgisch erlebbar machen. 3. Modelle der programmatischen und kuratorischen Teilhabe erproben und eine nachhaltige Strategie zu diesem Handlungsfeld entwickeln und verabschieden. Konkret werden diese Handlungsfelder mit Leben gefüllt durch: diverse Konzertprogramme, die sich mit Demokratie & GesellschaftSeite 3 von 7 Seite 4 auseinandersetzen ein Sonderprojekt zu den Artikeln des Grundgesetzes ein Stadtteilfest im ehemaligen Regierungsviertel die Bespielung von Bonner Demokratieorten Kunstmuseum Bonn Das Kunstmuseum bereitet anlässlich der Jubiläen Präsentationen und Diskurse rund um die Beuys-Arbeiten zur Direkten Demokratie vor. Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen · Die Gedenkstätte nimmt den Parlamentarischen Rat in den Blick, da viele seiner Mitglieder von Verfolgung, Berufsverbot oder Inhaftierung in der NS- Zeit betroffen waren oder ins Exil gezwungen wurden; fünf Mitglieder waren in Konzentrationslagern, andere wiederrum hatten in der NS-Zeit Karriere gemacht und/oder waren am Terror beteiligt. Die Gedenkstätte entwickelt hierzu Formate und plant die Kooperation mit Bonner Schulen. · Das Stadtarchiv ist wichtiger Zulieferer von Quellenmaterial für andere Institute und das Presseamt. Auch wird die Rubrik „Zeitfenster“ im städtischen Social Media Auftritt unter diesem Schwerpunktthema vom Stadtarchiv bespielt. 2024 erschient eine gemeinsame Publikation mit dem „LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte“ zur „Bonner Republik“. · Das Stadtmuseum plant drei Ausstellungen: In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv eine Ausstellung basierend auf der o.g. Publikation zur „Bonner Republik“. Ein partizipatives Ausstellungsformat, mit dem unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema Demokratie in der heutigen Zeit herausgearbeitet werden sollen. Eine Ausstellung in der Reihe „Spurensuche“ zum Thema „Exil“. Stadtbibliothek Bonn Bibliotheken erbringen täglich ganz grundlegende Angebote und entscheidende Leistungen zur politischen Bildung und Demokratie. An dem Jubiläumsprogramm wird sich die Stadtbibliothek Bonn in Form von Medienausstellungen und Lesungen beteiligen. Volkshochschule Bonn Die Volkshochschule wird im Programm des 2. Halbjahres 2024 aus Anlass der Demokratie-Jubiläen einen Schwerpunkt bilden: Der Fachbereich „Politik, Wissenschaft und Internationales“ will ausgehend von den deutschen Jubiläen zeigen, was Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Partizipation in anderen Regionen der Welt bedeuten und welche Rolle sie für eine globale nachhaltige Entwicklung spielen. Der Fachbereich „Kultur und Kunst“ wird das Thema Demokratie zum einen durch partizipativ-künstlerische Angebote aufgreifen. Hier sind u.a. ein Fotografie- und Schreibworkshop angedacht, mit dem Ziel der künstlerischen Erforschung von Bonn als Ort der Demokratie. Zum anderen sollen in Vorträgen, Ausstellungen und Exkursionen Fragen aufgegriffen werden, die sich mit dem Fundament unseres Gemeinwohls und unseres zukünftigen Zusammenlebens befassen. Dabei soll der Fokus auf einer breiten Vielfalt von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, Generationen und sozialen Milieus liegen. 200 Jahre Beueler Weiberfastnacht Vom 10.11.2023 bis zum 05.09.2024 wird unter der Schirmherrschaft von Frau Oberbürgermeisterin Dörner das 200-Jährige Jubiläum der BeuelerSeite 4 von 7 Seite 5 Weiberfastnacht mit zahlreichen Veranstaltungen in der Session 2023/2024 und danach bis Pützchens Markt 2024 gefeiert. Am Programm unter dem Motto „Starke und selbstbewusste Frauen in Bonn“ beteiligt sind neben den Akteuren der Weiberfastnacht zahlreiche städtische Ämter und Einrichtungen, wie z.B. Kulturamt, Gleichstellungsbeauftragte, Amt für Internationales, Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit, Beethovenfest gGmbH u.v.m. Aktivitäten Dritter (Auswahl): Internationaler Demokratiepreis Bonn Am 7. September 2024 findet im WCCB die Verleihung des Internationalen Demokratiepreis Bonn statt. Der Preis wird vom gleichnamigen Verein verlie- hen. Der Internationale Demokratiepreis Bonn ist Symbol für das Engagement von Menschen, die weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte kämpfen oder gekämpft haben. Er wird an natürliche oder juristische Personen vergeben, die sich um die Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht haben. Zu den Preisträ- ger*innen der vergangenen Jahre gehören u.a. der ehemalige tschechische Präsident Václav Havel sowie die liberianische Bürgerrechtlerin und Politikerin Leymah Roberta Gbowee. Der Verein Internationaler Demokratiepreis Bonn e. V. plant darüber hinaus weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr in Kooperation mit Dritten. Internationaler Kant-Kongress (8. bis 13.9.2024) Im Gedenken an den 300. Geburtstag Kants und im Hinblick auf die politischen Entwicklungen unserer Tage lautet das Thema des Kongresses "Kants Projekt der Aufklärung". Der 14. Internationale Kant-Kongress mit Veranstaltungen zu den Themen Kant und die Würde des Menschen, Kants Theorie der Demokratie, Rechtslehre u.a. wird von der Universität Bonn (Institut für Philosophie) und der Kant-Gesellschaft (Deutschland) in Kooperation mit der Stadt Bonn (Begleitprogramm und räumlicher Support) veranstaltet. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (AT) Demokratie gestalten (30.05 bis 13.10.2024); Winter 2024 bis Frühjahr 2025, Japanisches Palais, Dresden. Ein Ausstellungsprojekt der Bundeskunsthalle in Bonn und des Kunstgewerbemuseums, Staatliche Kunstsammlungen Dresden Braucht unsere Demokratie ein Update? 200 Jahre nach der Französischen Revolution erscheint es an der Zeit, über neue Formen der Mitbestimmung nachzudenken. Wie können wir die Beteiligung an politischen Entscheidungen modernisieren? Wie kann Mitbestimmung gerechter werden? Die Ausstellung Demokratie gestalten (Arbeitstitel) blickt auf neue Ideen für mehr Demokratie sowie traditionelle Formen der Mitbestimmung. Neben Kunst und Design werden Dokumente der politischen Kulturgeschichte, Architektur, aber auch Film und Fotografie zu sehen sein. Jeder Aspekt der Demokratie wurde gestaltet und kann dementsprechend auch anders gestaltet werden. Diese Feststellung betrifft nicht nur Wahlzettel oder Plakate, sondern auch die Mechanismen, nach denen unser demokratisches System funktioniert, etwa die Repräsentation durch Parteien oder die Art und Weise, wie wir wählen. Haben denn wirklich alle Zugang zu politischer Teilhabe und wollen die Menschen auch teilhaben? Wer wurde und wird bis heute benachteiligt, wer wird oder fühlt sich bislang noch gar nicht gehört?Seite 5 von 7 Seite 6 Tatsächlich wird in Bürger*innenräten, Community-Beiräten und ähnlichen Initiativen eine wirksamere Demokratie bereits erprobt. Diesen Paradigmenwechsel will die Ausstellung Demokratie gestalten (Arbeitstitel) untersuchen und die Gestaltung von Wahl- und deliberativen sowie partizipativen Prozessen aufzeigen. Im Vorfeld der Ausstellung werden in Bonn und Dresden Bürger*innen-Beiräte zur Demokratisierung der jeweiligen Institution stattfinden. Wichtigstes Ziel ist es, die beiden Häuser so umzugestalten, dass sie offener und einladender werden, als sie es heute sind. Damit wird die Kultureinrichtung selbst zum demokratischen Raum – zu einem deliberativen Museum. Jährlich stattfindende Großveranstaltungen wie Rhein in Flammen, Deutsche Post Marathon, Tag des Bonner Sports, Karneval, Bonner Theaternacht, Bonner Kirchennacht, Konzertevents wie Green Juice oder Panama-Festival etc. sollen gewonnen werden, die Themen des Demokratie- Jubiläums vielen Menschen lebendig zugänglich zu machen. Maßnahmen zur Stärkung des Demokratiestandortes: Neues Netzwerk Verfassungsstädte Weimar – Frankfurt a.M. – Bonn Die Stadt Bonn ist Mitglied des neugegründeten „Netzwerkes Verfassungsstädte“ (DS 230660). Ziel des Netzwerkes ist es, sich zu verbindenden Demokratiegeschichte, ihrer Erforschung und Vermittlung zu bekennen und Projekte der historisch-politischen Bildung zu entwickeln. Dazu wird sich das Netzwerk künftig mindestens einmal jährlich im Forum Verfassungsstädte treffen. Die Aktivitäten des Netzwerkes werden von der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte (GEDG) mit Sitz in Weimar koordiniert und z.T. finanziert. Es ist geplant, in den nächsten Jahren weitere Verfassungsstädte als Mitglieder aufzunehmen. Dies ist einer der Tagesordnungspunkte beim nächsten Netzwerktreffen im Herbst 2023 in Bonn. Zum eigentlichen Jubiläumsdatum (23.05.2024) ist als Staffelstabübergabe eine 14-tägige „Fahrt zum Grundgesetz“ per Fahrrad, Schiff, zu Fuß, Segelflieger etc. nach Bonn geplant. Ebenfalls plant die GEDG zu diesem Datum eine dreitägige wissenschaftliche Tagung zu Verfassungsgeschichte und –recht auf dem Petersberg. Ferner plant die GEDG im Jahr den ersten „Tag der Verfassungsgeschichte“ in Form einer Großveranstaltung – voraussichtlich in Bonn. Durch die Zusammenarbeit der Verfassungsstädte wird ein starkes Zeichen für unsere Demokratiegeschichte gesetzt. Pflanzung “Hain der Demokratie” Auch die GEDG ist sich der Klimakrise und der daraus resultierenden Anforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte bewusst. Aus dieser Überzeugung heraus und als Ausgleich der auf der “Fahrt zum Grundgesetz” entstehenden Emissionen, die durch die Nutzung von Verbrennungsmotoren der Staffelteilnehmenden entstehen können, werden die Netzwerkpartner Frankfurt am Main und Weimar junge Bäume nach Bonn schicken, welche zusammen mit einem Baum der Verfassungsstadt Bonn in einen “Hain der Demokratie” gepflanzt werden sollen. Zugleich sollen an allen Stationen der Fahrt Bäume gepflanzt werden, die an die demokratiegeschichtliche Tradition der Freiheitsbäume erinnern. Forum Exilkultur im Windeckbunker Das geplante Forum Exilkultur (s. DS 220064 und DS 230553) ist ein zentraler Bestandteil der Bonner Strategie zur Demokratieförderung. Das ProjektSeite 6 von 7 Seite 7 begründet das erste „Exilmuseum“, das auf einer authentischen Sammlung basiert, mit dem Kooperationspartner UNO die Brücke in die Gegenwart schlägt und damit zum Modell für eine globale und solidarische Demokratiekultur wird. Ausgangspunkt und Basis des Forums Exilkultur Bonns ist die Sammlung Memoria des Kölner Sammlers Thomas B. Schumann. In dem unter Denkmalschutz stehenden Windeck-Bunker im Herzen der Bonner Innenstadt soll ein Ort der Exil-, Erinnerungs- und Demokratiekultur mit nationaler und internationaler Strahlkraft entstehen. Regionales Netzwerk Gemeinsam mit den Gebietskörperschaften und Demokratie-Akteuren der Region wird an einem regionalen Cluster zu den Themen Demokratiegeschichte, -forschung und -förderung gearbeitet. Jubiläums-Dachmarke Die Kommunikation soll unter einer Dachmarke erfolgen, unter dem das Jubiläum selbst sowie in Bonn stattfindende Jubiläumsaktivitäten gebündelt und mit einer möglichst großen Strahlkraft nach außen dargestellt werden. Über die Jubiläums-Dachmarke wird vom Amt für Presse-, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit gesondert informiert. Touristische Vermarktung Das Programm zum Jubiläum 75 Jahre Grundgesetz wird auch in touristischen Formaten vermarktet (u. a. Führungen auf dem Weg der Demokratie, im Plenarsaal oder in der Villa Hammerschmidt). Bonn ist als Geschichts- und Zukunftsort für gelebte Demokratie eins der zentralen Themen der touristischen Vermarktung in dem am 9. Februar 2023 vom Rat beschlossenen touristischen Leitbild. Anlage/n KeineSeite 7 von 7
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:58 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de