231033-02 ST · Stellungnahme der Verwaltung
FDP Antrag: Aufforstung im Bonner Stadtgebiet zur Kompensation von CO2 privater Haushalte
Kerndaten
- Nummer
- 231033-02 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 25.08.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Übergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (4.130 Zeichen)
Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 231033-02 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III FDP Antrag: Aufforstung im Bonner Stadtgebiet zur Kompensation von CO2 privater Haushalte Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 29.08.2023 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Die Erhöhung natürlicher CO2-Senken als Ausgleich nicht vermeidbarer Treibhausgasemissionen ist ein wichtiger Schritt bei der Erreichung der Klimaziele. Hierzu ist im Rahmen des Zielbeschluss Bonner Klimaplan (DS 222006) für die Bundesstadt Bonn in Band 2: Aktionsplan im Handlungsfeld Kompensation, Maßnahmensteckbrief Nr. 7.1.1.1. die Erstellung einer Potenzialstudie natürliche CO2-Senken auf Bonner Stadtgebiet vorgesehen. Als natürliche CO2-Senken gelten Maßnahmen im Bereich der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft. Hierbei stellen u.a. Aufforstungsmaßnahmen einen erheblichen Beitrag zur Bindung von CO2 dar, wenn sie an sinnvoller Stelle realisiert werden. Im städtischen Bereich stehen dem Nutzen dieser Maßnahmen konkurrierende Funktionen auf den zur Verfügung stehenden Flächen sowie negative Folgeerscheinungen der Pflanzmaßnahmen gegenüber, die im Folgenden erläutert werden. Bei städtischen Freiflächen sowohl im bebauten wie auch im nicht bebauten Bereich handelt es sich um Flächen, die für die Bewohnenden der Stadt eine Vielzahl von Funktionen erfüllen. Neben den Funktionen der Klimaanpassung dienen sie im Sinne des Wohlfahrtsprinzips als Treffpunkt, als Spiel- und Bewegungsraum oder einfach als ein Ort zur Erholung für alle Bürger*innen der Stadt. Bäume sind dabei ein sehr wesentliches Element. Sie gliedern Räume, öffnen Blickbeziehungen, spenden Schatten und dienen Tieren als Rückzug und Nahrung sowie zur Fortpflanzung. Allerdings werden in einer öffentlichen Parkanlage auch andere Flächen benötigt. Stauden- und Strauchpflanzungen erhöhen die Struktur- und Artenvielfalt, aber auch die Attraktivität der Anlagen für Besucherinnen und Besucher. Rasen- und Wiesenflächen bieten darüber hinaus auch die Möglichkeit, in Parkanlagen zu spielen und zu lagern. Die Mitarbeitenden des Amts für Umwelt und Stadtgrün der Bundesstadt Bonn pflegen und entwickeln die Anlagen im Sinne der ursprünglichen Planung. Dabei spielen seit vielen Jahren die Klimawandelvorsorge und die Erhöhung der Artenvielfalt von Fauna und Flora eine sehr wichtige Rolle. Im Rahmen dieser Pflege und Entwicklung der Park- und Grünanlagen werden regelmäßigSeite 1 von 2 Seite 2 Bäume ersetzt und, wo es sinnvoll möglich ist, zusätzlich gepflanzt. Baumpflanzungen über das bisherige Maß hinaus würden diese wichtigen Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten der Grünflächen für die Bürgerinnen und Bürger Bonns erheblich einschränken. Es würde aber auch die Strukturvielfalt der Parkanlagen vermindern und damit die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren reduzieren. Die CO2-Bindung durch Bäume besteht zudem auch nur solange, wie das Holz des Baumes nicht verbrannt oder auf natürliche Weise durch Pilze und Mikroorganismen wieder in seine Ursprungsbestandteile zersetzt wird. Dabei wird das CO2 nämlich wieder freigesetzt. Mit Blick auf die immer heißer werdenden Sommer stellen gerade im bebauten Gebiet offene Wiesenflächen im Gegensatz zu geschlossenen Baumbeständen eine höhere nächtliche Kaltluftlieferung. Leider sind die potenziell für Baumpflanzungen in Frage kommenden Flächen endlich, so dass Neupflanzungen im baulichen Außenbereich häufig im Rahmen von gesetzlich verpflichtenden Ausgleichsmaßnahmen oder der Umsetzung von Maßnahmen aus den Landschaftsplänen erfolgen. Im Stadtwald gibt es keine nennenswerten freien Flächen für Aufforstungsmaßnahmen. Der CO2-Ausstoß der Bonner Bevölkerung kann nicht durch die Pflanzung von Bäumen auf öffentlichen Flächen allein kompensiert werden, weil dafür die Fläche nicht ausreicht. Der Fokus wird auf die Reduktion von CO2-Emissionen gelegt werden. Wie im Bonner Klimaplan dargestellt, wird sich die Bundesstadt Bonn mit weiteren Möglichkeiten von CO2-Senkungen auch in Zukunft auseinandersetzen. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 05:28 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de