231026 · Mitteilungsvorlage
Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn - Abschlussbericht
Kerndaten
- Nummer
- 231026
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 06.03.2024
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
- Sitzung des Betriebsausschusses für Seniorenzentren Kenntnisnahme
- Sitzung des Betriebsausschusses SGB Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Kulturausschusses Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 231026 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn - Abschlussbericht Beratungsfolge Kulturausschuss 09.04.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 10.04.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 16.04.2024 Kenntnisnahme Betriebsausschuss SGB 16.04.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Mobilität und Verkehr 17.04.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 17.04.2024 Kenntnisnahme Betriebsausschuss für Seniorenzentren 22.05.2024 Kenntnisnahme Rat 20.06.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Der Rat der Bundesstadt Bonn hat im November 2019 beschlossen: „Unsere Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral“ (DS 190232). Mit dem Zielbeschluss Bonner Klimaplan (DS 222006) legte die Verwaltung die dafür erforderliche Gesamtstrategie vor sowie das Arbeitsprogramm Klimaschutz, das die Stadtverwaltung mit städtischen Haushaltsmitteln in den Jahren 2023- 25 umsetzen soll. Der Klimaplan 2035 ist als Gesamtstrategie zur Erreichung der Klimaneutralität für das Projekt „Klimaneutraler Konzern“ maßgeblich. Kernziel des Projekts Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn war es somit, für die untersuchten Bereiche innerhalb des Konzern Stadt Bonn Szenarien zu entwickeln, anhand derer die Beteiligungen und Eigenbetriebe eine Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2035 unter Einhaltung des 1,5°-Pfad-Restbudgets erreichen können. Der Untersuchung ging eine umfassende Ermittlung der konkreten bereits laufenden und mittelfristig geplanten Projekte der genannten Beteiligungen, Ämter und Betriebe voraus. In die Szenarien Entwicklung konnten die bereits laufenden und avisierten Aktivitäten integriert werden. Diese Untersuchung war deshalb lohnenswert, da rund 40% der gesamtstädtischen Treibhausgasemissionen durch diese stadteigenen Unternehmen verursacht werden und hier das wesentliche Reduktionspotenzial liegt, auf das die Stadt unmittelbar beziehungsweise mittelbar Einfluss nehmen kann.Seite 1 von 38 Seite 2 Folgende Bereiche wurden untersucht und haben sich in die Erarbeitung des Ergebnisses „Klimaneutraler Konzern“ aktiv eingebracht: · Stadtwerke Bonn GmbH mit den Konzerntöchtern o Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, o MVA Müllverwertungsanlage Bonn GmbH, o SWB Verkehrs GmbH, o BonnNetz GmbH, o Stadtwerke Bonn GmbH-Holding, o Bonner City Parkraum GmbH · Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH · Bonnorange AöR · WorldConference Center Management GmbH · Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG · Stadt Bonn mit o Theater der Bundesstadt Bonn, o Seniorenzentren der Bundesstadt Bonn, o Städtisches Gebäudemanagement Bonn. Darüber hinaus wurde auch der städtische Fuhrpark im Verantwortungsbereich der folgenden, städtischen Ämter untersucht: o Fuhrpark-Management (Amt 10), o Feuerwehr und Rettungsdienst (Amt 37) Im Ergebnis zeigt sich, A) dass die · BonnNetz GmbH · SWB Verkehrs- GmbH · Bonner City Parkraum GmbH · Stadtwerke Bonn GmbH-Holding mit den bereits heute schon laufenden und avisierten Projekten die Zielsetzung des Klimaplans vollständig erfüllen und somit die Klimaneutralität unterSeite 2 von 38 Seite 3 Einhaltung des 1,5°-Pfad-Restbudgets erreichen können. B) Zudem resultiert aus den Maßnahmen der/des · Vereinigten Bonner Wohnungsbau AG · Bonnorange AöR · Fuhrparkmanagements von Feuerwehr und Rettungsdienst (Amt 37) · Seniorenzentren der Bundesstadt Bonn · Theaters der Bundesstadt Bonn dass die Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2035 erreicht werden kann, jedoch lediglich unter Einhaltung eines 1,75°- Restbudgets. Die mit dem Abschlussbericht „Klimaneutraler Konzern“ vorgelegten Szenarien und Hinweise zeigen Möglichkeiten zusätzlicher Maßnahmen auf, wie stadtkonzernweit eine vollständige, dem Bonner Klimaplan entsprechende Zielerreichung gelingen kann. Der Bericht liegt allen Beteiligten vor. Mit dem Abschlussbericht liegt nun ein konkreter Maßnahmenkatalog vor, den die Verwaltung in das Monitoring und Controlling zum Klimaplan aufnehmen wird, um das beschlossene Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Anlage/n 1 Abschlussbericht Klimaneutraler Konzern (öffentlich)Seite 3 von 38 Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn EXPOSEE Das Projekt Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn (KSB) zeigt Szenarien für den KSB zum Erreichen von Kli- maneutralität bis 2035 auf. Die definierten Maßnahmen basieren auf konkreten Planungen der einzelnen Betei- ligungen und Eigenbetriebe, die in die Zukunft weiter- entwickelt wurden. Paul Jüngst, Katharina Sprotte, Christina WeißSeite 4 von 38 Abschlussbericht Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn Seite 1 von 34 A) Inhaltsverzeichnis 1 Zusammenfassung.................................................................................................................................................................... 3 2 Einleitung ..................................................................................................................................................................................... 5 2.1 Zielsetzung 5 2.2 Zusammenhang Klimaplan 5 2.3 Beschreibung Vorgehensweise und Zeitplan 6 3 Beschreibung Ausgangssituation ...................................................................................................................................... 8 3.1 Teilnehmende Beteiligungen und Eigenbetriebe 8 8 3.2 Treibhausgasbilanz 2019 8 4 Dekarbonisierungspfade der Einzelunternehmen .................................................................................................... 9 4.1 Stadtwerke Bonn - Energie- und Wasserversorgung 9 4.2 Stadtwerke Bonn – Verwertung 12 4.3 Stadtwerke Bonn – Verkehr und Elektrische Bahnen 14 4.4 Stadtwerke Bonn - BonnNetz 15 4.5 Stadtwerke Bonn - Holding 16 4.6 VEBOWAG 17 4.7 Städtisches Gebäudemanagement und weitere Liegenschaften 19 4.8 Fuhrparks der Stadt Bonn und der Feuerwehr 21 4.9 Theater 25 4.10 Seniorenzentren 26 4.11 Bonnorange 27 5 Hinweise zur Umsetzung der Aktivitäten ................................................................................................................... 30 5.1 Finanzielle Herausforderungen 30 5.2 Bündelung verteilter Kompetenzen 30 6 Konformität der Absenkungspfade mit dem 1,5°-Pfad......................................................................................... 31 7 Monitoringkonzept ............................................................................................................................................................... 32 8 Überblick Fördermittel ....................................................................................................................................................... 32Seite 5 von 38 Abschlussbericht Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn Seite 2 von 34 B) Abbildungsverzeichnis Abbildung 2-1: Zusammenhang Klimaplan und Klimaneutraler Konzern...................................................................... 6 Abbildung 2-2: Projektzeitplan und Vorgehensweise .............................................................................................................. 7 Abbildung 3-1: Teilnehmende Beteiligungen und Eigenbetriebe ....................................................................................... 8 Abbildung 3-2: Klimabilanz Konzern Stadt Bonn 2019 ...........................................................................................................9 Abbildung 4-1: Absenkungspfad EnW.......................................................................................................................................... 10 Abbildung 4-2: Absenkungspfad SWBV ....................................................................................................................................... 14 Abbildung 4-3: Absenkungspfad Bonn Netz .............................................................................................................................. 15 Abbildung 4-4: Absenkungspfad SWB Holding ........................................................................................................................ 16 Abbildung 4-5: Absenkungspfad BCP ........................................................................................................................................... 17 Abbildung 4-6: Absenkungspfad VEBOWAG ............................................................................................................................. 19 Abbildung 4-7: Absenkungspfad SGB ........................................................................................................................................... 21 Abbildung 4-8: Absenkungspfad Fuhrparkmanagement..................................................................................................... 23 Abbildung 4-9: Absenkungspfad Theater Bonn ....................................................................................................................... 26 Abbildung 4-10: Absenkungspfad Seniorenzentren Bonn ................................................................................................. 27 Abbildung 4-11: Absenkungspfad bonnorange........................................................................................................................ 29 C) Tabellenverzeichnis Tabelle 1-1: Zusammenfassende Bewertung für die Beteiligungen und Eigenbetriebe ........................................... 4 Tabelle 4-1: Sanierungsobjekte VEBOWAG ............................................................................................................................... 18 Tabelle 4-2: Sanierungsobjekte SGB (nur aktuell in der Planungsphase befindliche Objekte) .......................... 20 Tabelle 4-3: Übersicht Fahrzeuge städtischer Fuhrpark (FPM) und Feuerwehr (FW) ......................................... 24 Tabelle 4-4: Investitionskosten Fahrzeuge FPM...................................................................................................................... 25 Tabelle 4-5: Investitionskosten Fahrzeuge FW ........................................................................................................................ 25 Tabelle 4-6: Übersicht Fahrzeuge bonnorange ........................................................................................................................ 29 Tabelle 4-7: Geschätzte Investitionskosten E-Fahrzeuge bonnorange ......................................................................... 29 Tabelle 8-1: Überblick Fördermöglichkeiten ............................................................................................................................ 34Seite 6 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 3 von 34 1 Zusammenfassung Kernziel des Projekts Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn war es für die einzelnen Beteiligungen und Ei- genbetriebe innerhalb des Konzern Stadt Bonn Szenarien zu entwickeln, so dass die Beteiligungen und Ei- genbetriebe ihre Emissionen entsprechend dem 1,5°-Pfad absenken können. Im Laufe des Projekts wurde das Projektziel mit Ratsbeschluss vom 23.03.20231 konkretisiert. Es wird nunmehr nicht nur Klimaneutra- lität bis 2035 für Bonn gefordert, sondern auch die Einhaltung des 1,5°-Budgets. Die Ausgangsbasis waren die durch die Beteiligungen und Eigenbetriebe bereits geplanten Maßnahmen, welche in Richtung der Erreichung von Klimaneutralität bis 2035 weiterentwickelt wurden. Im Ergebnis ergibt sich aktuell folgende Bewertung: Beteiligung/ Eigenbetrieb Emissionen 2019 [t CO2eq] Bewertung Voraussetzung Energie- und Wasser- versorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH (EnW) 598.122 Erreichung 1,5°-Pfad abhängig von Wärmeleitplanung Erstellung und Umset- zung Wärmeleitplanung mit 1,5°-Pfad als Prä- misse MVA Müllverwertungs- anlage Bonn GmbH (MVA) 135.753 Klimaneutralität 2035 erreichbar2 Abscheidung und stoff- liche Verwertung CO2 aus MVA BonnNetz GmbH 20.252 1,5°-Pfad erreichbar Regulative Lösung für Netzverluste auf Basis Grünstrom bis 2025 SWB Verkehrs- GmbH 19.080 1,5°-Pfad wird erreicht Umsetzung Plan inkl. Empfehlungen Vereinigte Bonner Woh- nungsbau AG 18.554 1,75°-Pfad erreichbar Umsetzung Plan inkl. Empfehlungen (insb. serielle Sanierung) Städtisches Gebäude- management 16.231 1,5°-Pfad abhängig von Ergebnis Strategie Ge- bäudebestand Erstellung und Umset- zung eines Konzepts für 1 Beschlussvorlage 222006 auf https://www.bonn.sitzung-online.de/vo020?VOLFDNR=2008754&refresh=false (Stand: 05.05.2023) 2 Klimaneutralität 2035 bedeutet, dass die Emissionen bis 2035 auf nahe Null abgesenkt werden, die Absenkung in den Jahren vor 2035 aber nicht dem 1,5 bzw. 1,75° Pfad folgt und damit in Summe bis 2035 mehr Emissionen entstehen, als das 1,5° Ziel vorsieht.Seite 7 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 4 von 34 einen klimaneutralen Gebäudebestand Bonnorange AöR 1.935 Klimaneutralität 2035 erreichbar2 Umsetzung Plan inkl. Empfehlungen Fuhrparkmanage- ment/Feuerwehr und Rettungsdienst 1.572 Klimaneutralität 2035 erreichbar2 Umsetzung Plan inkl. Empfehlungen Seniorenzentren der Bundesstadt Bonn 1.138 1,75°-Pfad erreichbar Umsetzung Plan inkl. Empfehlungen Theater der Bun- desstadt Bonn 1.032 1,75°-Pfad erreichbar Umsetzung Plan inkl. Empfehlungen Bonner City Parkraum GmbH 147 1,5°- Pfad wird erreicht Umsetzung laut Pla- nung Stadtwerke Bonn GmbH-Holding 122 1,5°- Pfad wird erreicht Umsetzung laut Pla- nung Tabelle 1-1: Zusammenfassende Bewertung für die Beteiligungen und Eigenbetriebe Es zeigt sich, dass insbesondere bei den beiden größten Emittenten EnW und MVA die Erreichung der Kli- maneutralität bis 2035 bzw. die Erreichung des 1,5° Pfades abhängig ist von weiterer Planung bzw. dem technologischen Fortschritt. Auch bei den Fuhrparkbetrieben Bonnorange und Fuhrparkmanagement/Feuerwehr und Rettungsdienst zeichnet sich ab, dass bei Schwerlast- und Sonderfahrzeuge aktuell die Möglichkeit zur Umstellung auf al- ternative Antriebe noch nicht gegeben ist. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass bis 2035 alle Fahrzeug- typen die nötige technologische Reife erreichen. Dies gilt nicht für die Busflotte des ÖPNV, wo die technolo- gische Reife bereits gegeben ist. Nur die BonnNetz, SWB Verkehr, Bonner City Park und SWB Holding können aktuell einen 1,5°-Pfad errei- chen. Für Seniorenzentren, Theater und Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG scheint die Erreichung eines 1,75°-Pfades möglich. Damit ergibt sich in Summe ein gemischtes Bild. Insbesondere bei den beiden größten Emittenten besteht erhöhter Handlungsbedarf.Seite 8 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 5 von 34 2 Einleitung 2.1 Zielsetzung Das Ziel des Projekts „klimaneutraler Konzern Stadt Bonn“ ist es, gemeinsam mit den Unternehmen bzw. Organisationen des Konzerns Stadt Bonn Absenkungspfade zu entwickeln, die so weit wie möglich in Ein- klang mit der Einhaltung des 1,5° Ziels stehen. Die entwickelten Pfade stellen dabei Szenarien dar, im Sinne einer technologischen Machbarkeit und haben nicht den Anspruch einer detaillierten Planung. Grundsätzlich sollen folgende Fragestellungen beantwortet werden: - Erscheint es aus heutiger Sicht möglich, eine Absenkung der Emissionen in Einklang mit dem 1,5°- Pfad zu erreichen? - Welche emissionsbedingten Prozesse/Anlagen/Gebäude müssen zusätzlich zu den geplanten Ak- tivitäten angegangen werden? - Welche technologischen Möglichkeiten bestehen dafür heute und voraussichtlich in Zukunft? Die Ergebnisse aus diesem Projekt sollen die Organisationen dazu befähigen, Emissionseinsparungen als Kriterium in ihre Prozesse zu integrieren und ihre Entscheidungen auch an Emissionszielen auszurichten. Dabei sollen die erarbeiteten Emissionspfade als Benchmark dienen. 2.2 Zusammenhang Klimaplan Das Projekt Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn baut zum Teil auf den Ergebnissen des Klimaplans auf bzw. wurde zeitlich teilweise parallel bearbeitet. Es gibt daher gemeinsame Schnittmengen zwischen den beiden Projekten, die im Folgenden erläutert werden sollen. Der Klimaplan beschreibt einen strategischen Prozess zur Klimaneutralität (der Gesamtstadt) und ist des- halb von diesem Ziel aus gedacht. Er betrachtet einerseits die Stadtverwaltung und andererseits die Zivil- gesellschaft wie Unternehmen, Bürger*innen und Verkehr der Stadt Bonn. Erste konkrete Aktivitäten des Klimaplans sind für den Zeitraum bis 2025 vorgesehen, die im Wesentlichen von der Stadtverwaltung um- gesetzt werden sollen. Im Gegensatz dazu liegt der Fokus dieses Projekts auf dem Konzern Stadt Bonn, also denjenigen Unterneh- men und Organisationen, auf die die Stadt Bonn über die entsprechenden Entscheidungsgremien Einfluss hat. Der Konzern Stadt Bonn wird als Unternehmensverbund mit hohem Anteil an den kommunalen Ge- samtemissionen auch aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive betrachtet. Szenarien für Klimaneut- ralität werden von heute aus gedacht mit einer Perspektive bis 2035 als Zielerreichungsjahr für Klimaneut- ralität. Die definierten Aktivitäten basieren auf konkreten Planungen der Beteiligungen und Eigenbetriebe, die in die Zukunft weiterentwickelt werden. Klimaplan und das Projekt „klimaneutraler Konzern Stadt Bonn“ betrachten Klimaneutralität damit aus ver- schiedenen Perspektiven und sollen sich gegenseitig ergänzen. Bei der Bearbeitung dieses Projekts wurde daher auf Konsistenz zum Klimaplan geachtet, dazu wurden die Schnittmengen zwischen Klimaplan und diesem Projekt identifiziert und die vorgeschlagenen Aktivitäten aufeinander abgestimmt. Die folgende Ab- bildung zeigt Handlungsfelder des Konzerns Stadt Bonn und Aktivitäten des Klimaplans im Überblick.Seite 9 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 6 von 34 Abbildung 2-1: Zusammenhang Klimaplan und Klimaneutraler Konzern 2.3 Beschreibung Vorgehensweise und Zeitplan In einem ersten Schritt wurden in den einzelnen Organisationen des Konzern Stadt Bonn die bisher geplan- ten Aktivitäten erhoben und in Bezug auf Ihre Emissionsminderungswirkung bewertet. Die so entstandenen Absenkungspfade bilden die Business-as-usual Szenarien je Unternehmen ab. Die Absenkungspfade wurden in einem zweiten Schritt den 1,5°- und 1,75°-Pfaden aus dem Klimaplan ge- genübergestellt. Dadurch konnten Abweichungen gegenüber der geplanten Zielabsenkung identifiziert werden. In den Fällen mit relevanten Abweichungen wurden in enger Abstimmung im Rahmen von Workshops zu- sammen mit den Ansprechpartnern der Unternehmen/Organisationen weitere Aktivitäten erarbeitet. Diese Aktivitäten wurden wie die geplanten Aktivitäten ebenfalls auf ihre Emissionsminderungswirkung bewer- tet und in die Absenkungspfade aufgenommen. Im Ergebnis entstehen so unter Berücksichtigung aller als möglich bzw. realistisch betrachteter Aktivitäten Absenkungspfade, die soweit möglich 1,5°-Szenarien ab- bilden. Diese Szenarien stellen die Referenzszenarien für die einzelnen Unternehmen/Organisationen für die zukünftige Planung und Umsetzung dar. Abschließend werden die Umsetzung der Aktivitäten und das regelmäßige Monitoring des aktuellen Stands der Emissionen betrachtet. Für die im Zeitraum bis 2025 umzusetzenden Aktivitäten wird außerdem ein Überblick über mögliche Quellen von Fördergeldern gegeben. Die folgende Abbildung stellt das Vorgehen grafisch dar:Seite 10 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 7 von 34 Abbildung 2-2: Projektzeitplan und VorgehensweiseSeite 11 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 8 von 34 3 Beschreibung Ausgangssituation 3.1 Teilnehmende Beteiligungen und Eigenbetriebe Abbildung 3-1: Teilnehmende Beteiligungen und Eigenbetriebe 3.2 Treibhausgasbilanz 2019 Die diesem Projekt zugrunde liegende Treibhausgasbilanz wurde als Erstbilanz des Konzerns Stadt Bonn für das Bilanzjahr 2019 erstellt. Sie dient dem Ziel Transparenz über die aktuellen Emissionen zu schaffen und definiert damit die Ausgangsbasis für alle weiteren Schritte zur Vermeidung, Verminderung und Kom- pensation von Treibhausgasen. Die Bilanzierung wurde als Unternehmensbilanz (Corporate Carbon Footprint) nach dem Greenhouse Gas Protocol erstellt und umfasst alle in Abbildung 3-1 genannten Organisationen des Konzerns Stadt Bonn. Es wurden die Geltungsbereiche Scope 1 und Scope 2 (direkte Emissionen und indirekte Emissionen aus Ener- giebezug) sowie die Scope 3 Kategorien 3 (Brennstoffe und energiebezogene Emissionen) und 13 (vermie- tete oder verleaste Sachanlagen) bilanziert.Seite 12 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 9 von 34 In Abgrenzung zur kommunalen Klimabilanz des Klimaplan (nach BISKO Standard) ergibt sich hiermit eine Teilbilanz, die die von den Unternehmen des Konzern Stadt Bonn verursachten Emissionen umfasst, nicht aber die in die kommunale Klimabilanz zusätzlich noch eingehenden Emissionen der Energieversorgung der Bürger und Unternehmen, die nicht über die Stadtwerke Bonn versorgt werden, sowie deren Emissio- nen aus dem Individualverkehr. Im Ergebnis zeigt sich eine klare Fokussierung auf die Unternehmen der SWB (hier insbesondere die Spar- ten Energie und Wasser, Verwertung und Bus und Bahn) sowie die VEBOWAG und die Eigenbetriebe und eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen der Stadt Bonn, die zusammen über 90% der Emissionen verantwor- ten. Damit sind für die Erreichung der Klimaneutralität 2035 insbesondere Aktivitäten in diesen Unternehmen ausschlaggebend. Abbildung 3-2: Klimabilanz Konzern Stadt Bonn 2019 Zur Vermeidung von Doppelbilanzierungen wurden alle Emissionen, die aus der Nutzung von Fernwärme in den einzelnen Organisationen entstehen, verursachungsgemäß bei der EnW bilanziert. Die Reduktion der Emissionen aus Fernwärme müssen langfristig durch geeignete Aktivitäten der EnW sichergestellt werden und werden daher ausschließlich in Kapitel 4.1. behandelt. 4 Dekarbonisierungspfade der Einzelunternehmen 4.1 Stadtwerke Bonn - Energie- und Wasserversorgung Die Stadtwerke Bonn GmbH sind mit rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten in Bonn eines der größten Wirtschaftsunternehmen im Raum Bonn/Rhein-Sieg mit einem konsolidierten Jah- resumsatz von rund 500 Millionen Euro.Seite 13 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 10 von 34 Die Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH (EnW) ist eine Tochtergesellschaft der Stadt- werke Bonn GmbH, in der die Versorgung der Stadt Bonn sowie Teilen der Region Rhein-Sieg mit Strom, Erdgas, Wasser und Fernwärme gebündelt sind. 4.1.1 Klimabilanz 2019 Die Emissionen der EnW im Jahr 2019 betrugen rund 588.122 t CO2-eq. Die mit Abstand größte Emissions- menge entfiel dabei mit 409.259 t CO2-eq auf die Versorgung der Bonner Bürger mit Erdgas, gefolgt von 169.013 t CO2-eq, welche auf den Erdgaseinsatz zur Bereitstellung von Fernwärme für Bonn notwendig waren. Darüber hinaus fielen 18.898 t CO2-eq für die Stromversorgung der Kunden der Stadtwerke Bonn an. 4.1.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Erste konkrete Aktivitäten zur Vermeidung von Emissionen sind insbesondere die Umstellung der Heiz- kraftwerke auf grünen Wasserstoff sowie die Einbindung einer Großwärmepumpe in die Fernwärmever- sorgung. In einem ersten Schritt ist beabsichtigt, im Heizkraftwerk Nord bis zu 15 %Vol. grünen Wasserstoff bei der Erzeugung von Strom und Fernwärme beizumischen. Durch den reduzierten Bedarf an Erdgas wer- den ca. 9.700 tCO2-eq vermieden. In einem zweiten Schritt soll ein Teil der benötigten Fernwärme mit Hilfe einer neu errichteten Großwärmepumpe (circa 20 MWth) bereitgestellt werden. Dies würde es ermöglichen, mit Hilfe der natürlichen Wärme des Rheins und Strom aus erneuerbaren Energien ca. 28.000 tCO2-eq aus der Verbrennung von Erdgas zu vermeiden. Schließlich ist im Zeitraum bis 2035 geplant, das Heizkraftwerk Nord (HKW) gänzlich auf Wasserstoff umzustellen. Als Ergebnis dieser Maßnahme werden 131.089 tCO2-eq eingespart. Darüber hinaus realisiert die EnW Programme zur Unterstützung des Ausbaus von PV-Anlagen bei ihren Kunden sowie die Verpachtung von Wärmepumpen. Abbildung 4-1: Absenkungspfad EnW Bewertung Zur Erreichung der Klimaneutralität der Erzeugung von Fernwärme für Bonn gibt es bereits eine Planung seitens der EnW, in der die Umstellung des HKW auf Wasserstoff die tragende Rolle spielt. Dies erscheint im Kontext der Gegebenheiten in Bonn realistisch. Voraussetzung für die vollständige Umstellung des HKW 168.884 159.195 131.089 18.898 18.898 17.643 16.629 409.259 409.259 408.367 408.367 2019 2025 2030 2035 Emissionen Erdgas Heizkraftwerke Emissionen Strom- verbrauch Haushalte und GHD Bonn Emissionen Erdgas- verbrauch Haushalte und GHD Bonn Summe: 598.122 tCO2-eq 587.415 tCO2-eq 425.742tCO2-eq 1) 15 %Vol. im Heizkraftwerk Nord; 2) Flusswärmepumpe 20 MWth zur Fernwärmeerzeugung; 3) 100% in allen Heizwerken; 4) Mieterstrom und PV-Pacht Großwärme -pumpe2 Beimischung Wasserstoff1 Verpachtung Wärme- pumpen 1,75° Pfad gemäß Klimaplan 1,5° Pfad gemäß Klimaplan PV-Anlagen bei Kunden4 557.163 tCO2-eq Umstellung auf Wasserstoff3Seite 14 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 11 von 34 auf Wasserstoff wird der Umbau der Gasturbine sowie der Anschluss des Kraftwerks an das Wasserstoff- Transportnetz sein. Zu diesem Zweck hat die EnW eine Gasturbine angeschafft, die eine Beimischung von grünem Wasserstoff sowie den Umbau auf die Verbrennung reinen Wasserstoffs ermöglicht. Zur Überbrü- ckung der Zeit bis zum Anschluss des HKW an ein zukünftiges Wasserstoff-Netz wird der Standort HKW Nord hinsichtlich seiner Eignung für einen Elektrolyseur untersucht, , welcher anteilig die für die Beimi- schung notwendigen Mengen an Wasserstoff bereitstellen soll. In Folge des im Zeitraum 2030 bis 2035 ge- planten Umbaus wird der Betrieb schrittweise von der Beimischung von 15 %Vol. grünen Wasserstoffs auf den vollständigen Betrieb mit grünem Wasserstoff umgestellt. Voraussetzung hierfür ist die Verfügbarkeit ausreichender Mengen an grünem Wasserstoff. Dafür wird der Anschluss an ein Wasserstoff-Transportnetz notwendig sein. Die Planung der Betreiber der Ferngasnetze sieht bis 2032 auf den Trassen zwischen Köln und Wiesbaden den Umbau einer bestehenden Erdgasleitung auf Wasserstoff sowie die Errichtung einer neuen Wasserstoffleitung vor. Auf Grundlage des Verlaufs bestehender Leitungen ist davon auszugehen, dass der Anschluss einer Stichleitung zum Heizkraftwerk auf Höhe von Siegburg, Sankt Augustin bzw. gar im Bonner Stadtgebiet (östliche Rheinseite) möglich sein wird. Technisch wäre eine Erzeugung ausreichen- der Mengen an Wasserstoff im Prozess der Elektrolyse in Deutschland denkbar. Gleichzeitig ist aus wirt- schaftlicher Perspektive davon auszugehen, dass die Erzeugung großer Mengen grünen Wasserstoffs3 in Wind- und Sonnenreichen Regionen Europas und der Welt günstiger sein wird, wodurch ein Import aktuell am wahrscheinlichsten ist. Zu voraussichtlichen Kosten kann gegenwärtig noch keine zuverlässige Aussage getroffen werden. Gleichzeitig sieht die Planung der EnW bereits eine Diversifizierung der Fernwärmezeugung durch Errich- tung einer Großwärmepumpe vor. Im weiteren Verlauf der Planung der Entwicklung der Fernwärmeerzeu- gung sollte (u. a. im Zusammenhang mit der Wärmeleitplanung) eine intensive Suche nach geeigneten Quel- len erneuerbarer Wärme und Standorten für Großwärmepumpen erfolgen. Wie aus Abbildung 4-1 zu ersehen ist, wird die Einhaltung des Ziels der Klimaneutralität davon abhängig sein, inwiefern es gelingt, die Emissionen aus dem Gasverbrauch von Haushalten und GHD in Bonn zu sen- ken. Sowohl im Klimaplan der Stadt Bonn als auch in diesem Projekt wurde die zukünftige Wärmeversor- gung als zentrale Herausforderung auf dem Weg zur Klimaneutralität identifiziert. Es zeigt sich, dass die Umsetzung einer mit dem 1,5°-Ziel kohärenten Transformation der Wärmeversorgung eine zentrale Vo- raussetzung zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Bonn ist. Eine Planung liegt diesbezüglich noch nicht vor. Mit Blick darauf sind Stadt und Stadtwerke sich einig, den Bürgern zeitnah ein belastbares Zielbild der klimaneutralen Wärmeversorgung von Bonn liefern zu wollen sowie Pfade der Zielerreichung zu beschrei- ben. Dies soll im Rahmen der Wärmeleitplanung erfolgen, die im Kontext des Klimaneutralen Konzerns mit den relevanten Akteuren als nächstes Vorhaben zeitnah durchgeführt wird. Um diesem Prozess nicht vor- zugreifen, werden zunächst die folgenden Leitplanken für die Wärmeleitplanung formuliert. Weitere Empfehlung Erarbeitung Umsetzung einer mit dem 1,5°-Ziel kohärenten Wärmeleitplanung, unter Erfüllung der folgen- den Anforderungen: 1) Festlegung realistischer Sanierungsfahrpläne unter Berücksichtigung serieller Sanierung und Quartiers- sanierung 2) Priorisierung der Versorgungsalternativen je Gebäude, Quartier und Stadtteil auf Grundlage von Bedarf- sprognosen 3 Der Energiebedarf des Heizkraftwerks Nord betrug 2019 ca. 0,9 TWh. Um diesen vollständig durch grünen Wasserstoff zur ersetzen wären ca. 1,3 TWh an erneuerbaren Strom erforderlich.Seite 15 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 12 von 34 3) Identifikation der Potenziale des Ausbaus von Fernwärme und erneuerbarer Energien für den Ausbau von Strom- und Fernwärmenetzen 4) Weiterentwicklung von Quartierskonzepten, insbesondere des Konzepts von Inselnetzen zur Wärme- versorgung mit kommunalen Liegenschaften als Keimzellen inklusive der Definition geeigneter Quar- tiere 5) Bewertung der möglichen Rolle intensivierter Aktivitäten der Stadtwerke Bonn (EGM) im Bereich Wärme-Contracting 6) Aufstellung eines Fahrplans für die Transformation des Erdgasverteilnetzes unter Wahrung der sozial- verträglichen Versorgungssicherheit In Zusammenhang mit der Wärmeleitplanung und darüber hinaus wird die Fortsetzung und Erweiterung der folgenden Untersuchungen zur klimaneutralen Fernwärmeversorgung empfohlen: 1) Weitere Vertiefung der Auseinandersetzung mit der Integration erneuerbarer Wärme, insb.: a) Geeigneten Standorte für Großwärmepumpen b) Potenzialen zur Nutzung von Abwärme aus Abwasser und Industrie / Gewerbe c) Wegen zur Absenkung des Temperaturniveaus im Fernwärmenetz 2) Ausräumung bestehender Risikofaktoren der Erzeugung von Fernwärme aus Wasserstoff durch Fort- führung intensiver Beschäftigung mit: a) Perspektiven rechtzeitiger Verfügbarkeit ausreichender Mengen von Wasserstoff b) Auswirkung des Einsatzes von Wasserstoff (insbesondere der Brennstoffkosten) auf den Fernwär- mepreis 4.2 Stadtwerke Bonn – Verwertung MVA Müllverwertungsanlage Bonn GmbH (MVA) ist eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Bonn GmbH. Die MVA betreibt die Müllverwertungsanlage, in der jährlich rund 250 000 Tonnen Abfall4 thermisch verwertet werden. Bei der Verbrennung entstehen rund 500 Mio. kWh Dampf, aus welchem im benachbar- tem Heizkraftwerk Nord (EnW) Strom und Fernwärme produziert wird. 4.2.1 Klimabilanz 2019 Mit 132.871 t CO2-eq entfallen ca. 98 % der Emissionen der MVA auf die thermische Verwertung der Restab- fälle und siedlungsähnlichen Gewerbeabfälle aus der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie dem Kreis Ahrweiler. Nach den angewandten Bilanzierungsgrundsätzen bestehen diese Abfälle jeweils zur Hälfte aus biogenen und fossilen Abfällen. Darüber hinaus fielen in der MVA 2.374 t CO2-eq an Emissionen aus der Verbrennung von Heizöl zur Aufrechterhaltung des Verbrennungsprozesses an sowie 477 t CO2-eq für den in der MVA benötigten Strom an. 4.2.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Bereits umgesetzt wurde in der MVA die Umstellung des Eigenbedarfs an elektrischem Strom auf Grünstrom. Dies erfolgt über den Einkauf von Herkunftsnachweisen aus erneuerbaren Energien. Das zent- rale Vorhaben im Kontext der für 2035 angestrebten Klimaneutralität ist die Realisierung einer Anlage zur 4 größtenteils aus Restabfällen und siedlungsähnliche GewerbeabfälleSeite 16 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 13 von 34 Abscheidung von CO2 aus dem Rauchgas der MVA. Dieses soll in einem sich anschließenden Verarbeitungs- prozess in Methanol umgewandelt werden. Die Veräußerung des Methanols zur stofflichen Verwendung in der chemischen Industrie soll dazu führen, dass das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 im Kreislauf aus Herstellung, Verwendung und Verwertung von Kunststoffen gebunden bleibt. Im Ergebnis würde die MVA klimaneutral betrieben werden bzw. könnte gar zu einer CO2-Senke werden, da ebenfalls das CO2 aus dem biogenen Anteil der Abfälle gebunden würde. Bewertung Die Technologie der Abscheidung von CO2 aus den Rauchgasen mit anschließender Umwandlung in Stoffe, die in industriellen Prozessen Verwendung finden können (CCU5), hat die Marktreife noch nicht erreicht6. Es ist folgerichtig davon auszugehen, dass sie – wenn überhaupt - erst gegen Ende des Betrachtungszeit- raums zur Verfügung stehen wird. Daher wurde im Kontext des Klimaneutralen Konzerns ein besonderes Augenmerk auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten zur Verwertung des anfallenden Restmülls ver- wendet. Im Ergebnis konnten keine Technologien identifiziert werden, die eine Verbrennung des Restmülls ersetzen könnten. Gleichzeitig wurden an die Projektverantwortlichen von bonNova7 Technologien heran- getragen, die im Zuge einer Vorsortierung zur Verringerung der Müllverbrennung zugeführter Mengen an Abfällen beitragen könnten. Ohne Einsatz von CCS/CCU bzw. einer möglichen Verringerung der zu verbren- nenden Abfallmengen, ist eine Verringerung der Emissionen daher kaum zu erreichen. Im Ergebnis ist ak- tuell davon auszugehen, dass die Klimaneutralität der MVA 2035 erreicht werden kann, ein mit dem 1,5°- Ziel konformer Pfad jedoch nicht eingehalten wird. Weitere Empfehlung Wir empfehlen, die durch die MVA geplanten Untersuchungen zur Validierung der CCU Technologie fortzu- setzen und dabei technologische Alternativen, wie Ersatzbrennstoffe oder Methanol zur Nutzung in der che- mischen Industrie im Auge zu behalten. Gleichzeitig wird empfohlen auch außerhalb des Bereichs von Bau- materialien ein Kreislaufwirtschaftskonzept zu entwickeln, mit dem Ziel unabhängig evtl. Entscheidungen auf Bundesebene, die durch Bürger und Gewerbe produzierten Müllmengen zu reduzieren. 5 Aus dem Englischen: Carbon Capture and Utilization 6 Erste Anlagen zur CO2-Abscheidung aus der Müllverbrennung mit einer Abscheideleistung von bis zu 4.000 tCO2 sind in den Nieder- landen und Japan in Betrieb. Erste Anlagen im industriellen Maßstab befinden sich im Bau – die größte in Norwegen mit einer Abschei- deleistung von 400.000 tCO2. Anlagen mit angeschlossener Umwandlung in Produkte für die stoffliche Verwertung in der Industrie sind nicht bekannt. 7 Vorhaben zum Umbau/Modernisierung der MVASeite 17 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 14 von 34 4.3 Stadtwerke Bonn – Verkehr und Elektrische Bahnen Die SWB Verkehrs- GmbH & Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises GmbH (kurz: SWBV) ist über eine Beteiligungsgesellschaft 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Bonn. Die SWBV ist ein kommunales Verkehrsunternehmen in Bonn und Umgebung mit dem Kerngeschäft des Linienverkehrs von Bussen, Stadt- und Straßenbahnen. 4.3.1 Klimabilanz 2019 Die gesamten Emissionen der SWBV beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 19.080 t CO2-eq. Größter Verursa- cher von THG-Emissionen war der Einsatz von Diesel für den Betrieb der Busflotte mit 14.457 t CO2-eq (rund drei Viertel der SWBV-Emissionen), gefolgt von dem Einsatz von elektrischem Strom für den Fahrbe- trieb der Bahnen bzw. für die Verwaltung (3.974 t CO2-eq). Die restlichen Emissionen resultierten aus der Wärmebereitstellung sowie dem Service-Fuhrpark (zusammengefasst 650 t CO2-eq). 4.3.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Die Umstellung der Bahnen und der Verwaltung auf Grünstrom ist bereits umgesetzt (jährliche Emissions- reduktion von 3.974 t CO2-eq). Des Weiteren ist eine Inbetriebnahme von 129 Elektrobussen laut Wirt- schaftsplan für 2022-2027 vorgesehen. In diesem Zeitraum sollen 93 Standard-Elektrobusse sowie 36 Ge- lenk-Elektrobusse mit einer Einsparung von 65 t CO2-eq je Bus in den Fuhrpark der SWBV aufgenommen werden. Unter Annahme einer weiteren kontinuierlichen Beschaffung von Elektrobussen bis 2035 sowie dem damit verbundenen Ersatz von Diesel-Bussen (welche über den aktuellen Wirtschaftsplan hinausge- hen) lassen sich bis 2035 die gesamten Emissionen aus dem Betrieb von Bussen absenken. Auch ist die Elektrifizierung der Service-Fuhrpark bis 2035 vorgesehen, was zu einer weiteren jährlichen Reduktion von 274 t CO2-eq führt. So zeigt der aktuelle Absenkungspfad der SWBV lediglich eine Restemission von 375 t CO2-eq /Jahr im Jahr 2035, welche aus der Wärmeversorgung der Gebäude resultiert. Abbildung 4-2: Absenkungspfad SWBV Bewertung Mit den beschriebenen Aktivitäten und der Umsetzung der aktuellen Planung liegt eine Voraussetzung für die Erreichung 1,5°- Pfad für die SWBV vor. Weitere EmpfehlungSeite 18 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 15 von 34 Um auch die Restmenge der Emissionen (375 t CO2-eq) abzusenken, sollte das Potential der Gebäudesanie- rung der SWBV ausgewertet und geeignete Konzepte umgesetzt werden. 4.4 Stadtwerke Bonn - BonnNetz Die BonnNetz GmbH ist ein Tochterunternehmen der Energie- und Wasserversorgung Bonn-Rhein/Sieg GmbH. Ihr Geschäftsfeld ist die Planung, der Bau und der Betrieb der Energienetze im Bonner Stadtgebiet. Seit dem Geschäftsjahr 2016 ist sie Eigentümerin der gesamten Strom- und Gasnetze der Bundesstadt Bonn und betreibt diese gemäß den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). 4.4.1 Klimabilanz 2019 Die Emissionen der BonnNetz beliefen sich im Jahr 2019 auf 20.252 t CO2-eq. Den größten Anteil davon machten die Emissionen aus Netzverlusten mit 19.152 t CO2-eq aus. Die restlichen Emissionen wurden aus der Wärmebereitstellung und dem Fuhrpark verursacht (zusammengefasst 1.100 t CO2-eq). 4.4.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Aufgrund der Tatsache, dass die Emissionen aus Netzverlusten den allergrößten Anteil der Emissionen von BonnNetz ausmachen (rund 95%), besteht in diesem Bereich auch das größte Absenkungspotential. Unter der Annahme, dass aufgrund einer Anpassung der Regulierung für den Umgang mit Netzverlusten eine Um- stellung der Netzverluste auf Grünstrom bis 2025 möglich sein wird, könnte hier ein Pfad deutlich unter dem 1,5° Ziel schon vor 2025 erreicht werden. Eine weitere angedachte Aktivität zur Reduktion von CO2- Emissionen ist die energetische Sanierung der Betriebswohnungen Endenicher Straße. Der Fuhrpark wurde bereits teilweise auf Elektromobilität umgestellt und ein weiterer Austausch von Fahrzeugen ist in Planung. Abbildung 4-3: Absenkungspfad Bonn Netz Bewertung Mit den beschriebenen Aktivitäten könnte eine Voraussetzung für die Erreichung 1,5°- Pfad für die Bonn- Netz vorliegen. Jedoch wird eine Lösung zur Umstellung der Netzverluste im Stromnetz auf Grünstrom be- nötigt (Regulierung). Weitere Empfehlung Die Möglichkeiten zur Umstellung der Netzverluste im Stromnetz sollten hinsichtlich der Regulierung re- gelmäßig beobachtet und evaluiert werden.Seite 19 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 16 von 34 4.5 Stadtwerke Bonn - Holding Die Stadtwerke Bonn GmbH-Holding (SWB GmbH) ist in erster Linie für die verwaltungstechnischen Tätig- keiten der Stadtwerke Bonn zuständig. Sie ist am Standortkomplex Theaterstraße ansässig und verfügt über einen eigenen Fuhrpark. 4.5.1 Klimabilanz 2019 Die gesamten Emissionen der Stadtwerke Bonn GmbH-Holding beliefen sich im Jahr 2019 auf 122 t CO2-eq. Davon entfielen 112 t CO2-eq auf die Emissionen aus Stromnutzung in der Verwaltung und 10 t CO2-eq auf den Fuhrpark. 4.5.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Die Umstellung auf Grünstrom wurde mittlerweile umgesetzt. Des Weiteren soll der Fuhrpark schrittweise auf Elektromobilität ab 2025 umgestellt werden. Abbildung 4-4: Absenkungspfad SWB Holding Bewertung Mit den umgesetzten bzw. geplanten Aktivitäten kann ein Paris-Konformer Absenkungspfad (1,5°) erreicht werden. Weitere Empfehlung Im Rahmen der Vorbildfunktion der SWB wäre auch eine Sanierung der Liegenschaften empfehlenswert, um den Energieverbrauch zu drosseln. 4.5.3 Bonner City Parkraum GmbH Die Bonner City Parkraum GmbH (BCP) betreibt Parkhäuser und Parkplätze in der Stadt Bonn, unterhält eine Verwaltung und hat einen eigenen Fuhrpark.Seite 20 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 17 von 34 4.5.4 Klimabilanz 2019 Die gesamten Emissionen der BCP beliefen sich im Jahr 2019 auf 147 t CO2-eq. Davon entfielen 141 t CO2- eq auf die Emissionen aus Stromnutzung in der Verwaltung und 6 t CO2-eq auf den Fuhrpark. 4.5.5 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Die Umstellung auf Grünstrom wurde mittlerweile umgesetzt. Des Weiteren soll der Fuhrpark schrittweise auf Elektromobilität ab 2023 umgestellt werden. Abbildung 4-5: Absenkungspfad BCP Bewertung Mit den umgesetzten bzw. geplanten Aktivitäten kann ein Paris-Konformer Absenkungspfad (1,5°) erreicht werden. 4.6 VEBOWAG Als kommunales Immobilienunternehmen sorgt die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (VEBOWAG) da- für, dass es in Bonn bezahlbaren Wohnraum gibt. Aktuell verfügt sie über rund 6.500 eigene Wohnungen, von denen mehr als drei Viertel Mietpreis- bzw. Belegungsbindungen unterliegen. Im Zuge des demografi- schen Wandels ist derzeit der energieeffiziente Neubau von barrierefreien Wohnungen ein wichtiger Auf- gabenschwerpunkt. 4.6.1 Klimabilanz 2019 Die Emissionen der VEBOWAG beliefen sich im Jahr 2019 auf 18.554 t CO2-eq. Den größten Anteil davon machten die Emissionen der Mietobjekte aus, davon 10.740 t CO2-eq für die Wärmeversorgung und 7.746 t CO2-eq für die Stromversorgung. Die restlichen Emissionen wurden durch die Wärmebereitstellung für die Verwaltung und den Fuhrpark verursacht (zusammengefasst 68 t CO2-eq). 4.6.2 Roadmap 2035 Geplante AktivitätenSeite 21 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 18 von 34 Das mit Abstand größte Absenkungspotenzial besteht im Bereich der Mietobjekte. Die VEBOWAG hat be- reits konkrete Planungen bzgl. der Objektsanierungen inklusive Umstellung der Wärmeversorgung bis ein- schließlich 2028 erstellt. Für die Zeit ab 2028 wurde ein Absenkungspfad auf Basis einer Kurzanalyse für serielles Sanieren angenommen (siehe auch Informationen unter „weitere Empfehlung“). Dabei wurde da- von ausgegangen, dass die Sanierungsrate gegenüber dem Zeitraum bis 2025 erhöht werden kann. Jahreszeitraum 2023-2025 2026-2030 2031-2035 Gebäudetyp 129 Objekte laut VEBO- WAG Planung; Pilotpro- jekte serielle Sanierung 63 Objekte laut VEBO- WAG Planung; weitere 253 Objekte serielle Sa- nierung (Prio 1) 160 Objekte serielle Sa- nierung (Prio 2), 143 Gebäude konventi- onell saniert Fläche 65.000 m2 120.000 m2 150.000 m2 Mehraufwand Sanie- rung1 40 Mio. € 75 Mio. € 95 Mio. € Emissionseinsparung durch Sanierung2 2.800 t CO2-eq 3.900 t CO2-eq 4.000 t CO2-eq Wärmebezug pro Jahr 10 GWh insgesamt (Mittelwert 80 MWh) 18 GWh insgesamt (Mittelwert 60 MWh) 20 GWh insgesamt (Mittelwert 70 MWh) 1 Schätzung Mehrkosten der energetischen Sanierung in Anlehnung Klimaplan etwa 630 €/m² 2 Auf Basis Angaben VEBOWAG sowie bei seriell sanierten Objekten vollständige Einsparung Tabelle 4-1: Sanierungsobjekte VEBOWAG Im Bereich der Stromversorgung wurde das technische PV-Potenzial auf Basis des Solarkatasters NRW er- hoben. Mit dem verfügbaren Potenzial in Höhe von 18 MWp (bzw. 15 GWh/a) lässt sich bereits ein Großteil des Stromverbrauchs der Mieter, der auf knapp 20 GWh/a geschätzt wurde, decken. Die Installation von PV-Anlagen kann und sollte aus unserer Sicht mit der (seriellen) Sanierung verbunden werden. Der skiz- zierte Absenkungspfad berücksichtigt daher mögliche Emissionsminderungen im Strombereich erst zu- sammen mit der Gebäudesanierung.Seite 22 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 19 von 34 Abbildung 4-6: Absenkungspfad VEBOWAG Bewertung Bei Umsetzung der Aktivitäten entsprechend Planung ist eine Erreichung der 1,75°- Pfades möglich. Weitere Empfehlung Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden mit der VEBOWAG die Vorteile und Möglichkeiten der seriellen Sanierung diskutiert. Diese ermöglicht grundsätzlich kurze Sanierungsdauern bei bewohntem Zustand und zusätzlichen Fördermöglichkeiten. Ein weiterer Vorteil der seriellen Sanierung ist die Möglichkeit der gleichzeitigen Ausstattung der sanierten Gebäude mit PV-Anlagen, so dass neben der Reduzierung des Wär- meenergiebedarfs gleichzeitig eine teilweise Eigenerzeugung des benötigten Stroms erreicht werden kann. Eine Kurzanalyse hat ein grundsätzliches Eignungspotenzial von etwa 75% ergeben. Aktuell wird geprüft, ob und für welche Gebäude sich eine serielle Sanierung schon jetzt wirtschaftlich darstellen lässt. Es wird empfohlen, diese Option auch in Zukunft weiter zu evaluieren, da bei steigender technologischer Reife von sinkenden Kosten ausgegangen wird. 4.7 Städtisches Gebäudemanagement und weitere Liegenschaften Das städtische Gebäudemanagement Bonn (kurz: SGB) gehört als eigenbetriebsähnliche Einrichtung zum Dezernat der Oberbürgermeisterin und ist zuständig für die Planung, den Bau und die Unterhaltung von Liegenschaften. Zu den Aufgaben des SGB gehören die Erstellung, Instandhaltung, der Umbau, Ausbau und die Modernisie- rung sowie laufende Unterhaltung von Gebäuden und baulichen Anlagen. Des Weiteren kümmert sich das SGB um die Themen Energiemanagement, Gebäudereinigung, Hausmeisterdienste sowie die Ver- und An- mietung von Gebäuden. Weitere Liegenschaften der Stadtverwaltung, die in der Klimabilanz enthalten sind, gehören zum Tiefbau- amt, Amt für Soziales und Wohnen sowie Amt für Umwelt und Stadtgrün. t CO2eqSeite 23 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 20 von 34 4.7.1 Klimabilanz 2019 Die gesamten Emissionen des SGB und der weiteren Liegenschaften aus dem Energiemanagement beliefen sich im Jahr 2019 auf 16.231 t CO2-eq. Größter Verursacher von THG-Emissionen war der Einsatz von Erd- gas (14.680 tCO2-eq) und Heizöl (1.366 t CO2-eq) für die Erzeugung von Raumwärme. Die restlichen Emis- sionen resultieren in erster Linie aus Vermietung an Dritte und machen in Summe 185 t CO2-eq aus. 4.7.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Das SGB setzt aktuell bei circa 65 Objekten emissionsrelevante Sanierungs-Aktivitäten um, die bis 2026 abgeschlossen werden. Aktivitäten, die sich noch nicht in der Planungsphase befinden, wurden nicht be- trachtet. Ebenso nicht betrachtet wurden die Liegenschaften der weiteren Stadtverwaltung. Von den 65 ge- nannten Aktivitäten betreffen etwa 15 Aktivitäten fernwärmeversorgte Gebäude, deren Emissionen verur- sachungsgemäß bei der EnW bilanziert sind (vgl. auch Anmerkung in Kapitel 3.2). Von den verbleibenden Aktivitäten lagen für etwa 15 Objekte ausreichende Informationen vor, um die Emissionseinsparung ab- schätzen zu können. Bei den restlichen Objekten handelt es sich größtenteils um Aktivitäten wie z.B. klima- neutrale Gebäudeerweiterungen oder Einzelmaßnahmen, wie zum Beispiel Austausch von Fenster, deren Emissionswirkung nur unter Berücksichtigung von Zusatzinformationen abgeschätzt werden kann. Die Emissionswirkung der Einzelmaßnahmen ist daher in dieser Abschätzung nicht enthalten, findet aber auf Basis reduzierter Energieverbrauchswerte in den Klimabilanzen der Folgejahre automatisch Berück- sichtigung. In Summe liegt die geschätzte Emissionsverminderung der 15 ausgewerteten Objekte bei 1.834 t CO2-eq. Jahreszeitraum 2020-2025 2026-2030 2031-2035 Gebäudetyp 8 Objekte laut SGB Pla- nung (vier Schulen, drei Kitas, eine Feuerwa- che)8 7 Objekte laut SGB Pla- nung (drei Schulen, zwei Kitas, eine Feuer- wache, ein sonstiges Gebäude)7 -7 Emissionseinsparung durch Sanierung 339 t CO2-eq 1.496 t CO2-eq - Tabelle 4-2: Sanierungsobjekte SGB (nur aktuell in der Planungsphase befindliche Objekte) 8 weitere Objekte wurden bereits identifiziert, konkrete Planung steht noch ausSeite 24 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 21 von 34 Abbildung 4-7: Absenkungspfad SGB Darüber hinaus wurden Vorschläge erarbeitet für eine mögliche Erreichung des 1,5°-Pfades. Eine vorge- schlagene Option ist die gezielte Sanierung der worst-performing-buildings, d.h. der Gebäude, die im Ver- gleich zu Referenzgebäuden des gleichen Typs am meisten Energie pro Fläche verbrauchen. Dieses Vorge- hen erfordert jedoch die Sanierung einer Vielzahl von teils relativ kleinen Gebäuden. Daher wurde alterna- tiv auch die Sanierung der Gebäude mit den absolut höchsten Emissionsbeiträgen untersucht. Hierdurch kann die Zahl der Objekte erheblich begrenzt werden, allerdings steigt ebenso die Komplexität der einzel- nen Projekte aufgrund der Größe. Eine konkrete Auswertung des SGB zu den beiden vorgeschlagenen Optionen steht noch aus. Bewertung Im Rahmen des Zielbeschlusses zum Bonner Klimaplan ist das SGB beauftragt, ein Konzept für einen klima- neutralen Gebäudebestand zu erstellen. Die Erreichbarkeit des 1,5° Ziels kann erst nach Vorlage des Ergeb- nisses beurteilt werden. Mit den bisherigen Aktivitäten lässt sich das 1,5° Ziel noch nicht erreichen. Weitere Empfehlung Die über den Klimaplan beschlossene Strategie für einen klimaneutralen Gebäudebestand sollte zusammen mit den beiden oben vorgeschlagenen Sanierungsoptionen in einen konkreten Plan überführt werden, der im Ergebnis sowohl die theoretische Emissionsabsenkung als auch die nutzerspezifischen Erfordernisse berücksichtigt. Darüber hinaus wird es in vielen Fällen auch erforderlich werden, die Ertüchtigung des Brandschutzes, die Erneuerung von Leitungsanlagen bis hin zur Generalsanierung im Rahmen des Konzepts zu betrachten. Dabei ist es wichtig, zunächst eine Planungsbasis zu schaffen, d.h. für alle Aktivitäten bei der Planung auch die Emissionsminderungspotenziale abzuschätzen und diese auch als Kriterium in den Entscheidungspro- zess mit einfließen zu lassen. 4.8 Fuhrparks der Stadt Bonn und der Feuerwehr Zu den Aufgaben des Fuhrparkmanagement der Bundesstadt Bonn gehören die Beschaffung und Unterhal- tung sowie der Verkauf aller städtischen Fahrzeuge. Die Beschaffung und Unterhaltung des Fuhrparks von Feuerwehr und Rettungsdienst erfolgt unabhängig vom städtischen Fuhrpark (ausgenommen davon sindSeite 25 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 22 von 34 die Abrechnung der Unterhaltungsleistungen, die bisher durch das städt. Fuhrparkmanagement durchge- führt werden). 4.8.1 Klimabilanz 2019 1.572 t CO2-eq sind auf die Fuhrparks zurückzuführen (hauptsächlich Diesel). Die Emissionen umfassen den gesamten Fuhrpark der Stadt Bonn inkl. Eigenbetriebe SGB und Theater sowie die Berufs- und freiwillige Feuerwehr. Nicht enthalten sind bonnorange AÖR, Stadtwerke Konzern und Eigenbetrieb Seniorenzentren. Die Fuhrparkemissionen dieser Betriebe sind in den jeweiligen Kapiteln enthalten. Eine weitere Aufteilung auf einzelne Fahrzeuge wurde in der Klimabilanz nicht vorgenommen. 4.8.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Das städtische Fuhrparkmanagement hat seit 2020 in den Fahrzeugklassen M9 und N1 bereits über 40 Fahr- zeuge (112 Fahrzeuge seit 2017) mit E-Antrieb beschafft und konnte dadurch mehr als 100 t CO2-eq ein- sparen. Auch bei der Feuerwehr wurde bereits 2021 ein E-Gabelstapler angeschafft. Im Februar 2023 wurde ein Mehrzweckfahrzeug (MAN e-TGE) für Transporte zwischen den Wachen in Betrieb genommen. Zusammen mit den Verantwortlichen des Fuhrparkmanagements sowie des Fuhrparks der Feuerwehr wurde eine Strategie für den weiteren Umstieg auf E-Antriebe abgestimmt. Dabei wurden die Fahrzeuge in Fahrzeugklassen unterteilt (PKW, LKW bis 7,5 t und LKW ab 7,5 t etc.). Aufgrund der derzeit am Markt erhältlichen Technologie wird der Verbrennungsmotor für Feuerwehr und Rettungsdienst und auch bei Lkw/SeFa der Klasse N2/N3 im städt. Fuhrpark absehbar noch die vorherrschende Technologie bleiben. Im Sinne der Erreichung der Klimaneutralitätsziele sollten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Rahmen von Pilotprojekten getestet werden, sobald sie am Markt verfügbar sind und die finanziellen Gegebenheiten es ermöglichen. Für den Absenkungspfad wurde je nach (angenommener) technologischer Reife eine anteilige Umstellung einzelner Fahrzeugklassen auf E-Antrieb in den jeweiligen Jahreszeiträumen eingeplant. Bei den Feuer- wehrfahrzeugen und den selbstfahrenden Fahrzeugen (SeFa) des städtischen Fuhrparks wurde berücksich- tigt, dass ggfs. dauerhaft einige Fahrzeuge aufgrund von internen Vorgaben oder erforderlichem Aufbau bedingter Nebenantriebe nicht auf alternative Antriebe umgerüstet werden können. Im Rahmen der Abwä- gung ist die Versorgungssicherheit im Zweifel höher zu gewichten. 9 Fahrzeugklassen: M: Fahrzeuge zur Personenbeförderung N1: Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen N2: Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen bis zu 12 Tonnen N3: Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 TonnenSeite 26 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 23 von 34 Abbildung 4-8: Absenkungspfad Fuhrparkmanagement Bewertung Mit dem vorgeschlagenen Vorgehen ist theoretisch – unter der Annahme, dass mittelfristig THG-neutrale Antriebsformen zur Verfügung stehen - eine Absenkung möglich, die bis 2030 oberhalb des 1,75°-Pfad ver- läuft und bis 2035 den 1,5°-Pfad erreicht. Die Planung wird sich jedoch dauerhaft neu an reellen Rahmenbedingungen ausrichten müssen. Dies gilt insbesondere für die zeitige Verfügbarkeit der Fahrzeuge (Marktreife und Lieferfristen), als auch die Aus- stattung mit den notwendigen Finanzmitteln sowie ggfs. eine Abweichung von den festgeschriebenen Ab- schreibungsfristen, sofern Fahrzeuge mit langer Nutzungsdauer vorzeitig ersetzt werden sollen. Auch ist zu berücksichtigen, dass durch Austausch von Fahrzeugen vor Ablauf der Abschreibungsdauer zu- sätzliche Emissionen zu berücksichtigen sind (da die Emissionen aus der Herstellung der ausgetauschten Fahrzeuge vorzeitig abgeschrieben werden). Diese wurden weder in der Klimabilanz noch in diesem Pro- jekt betrachtet, können aber bei Fahrzeugen je nach Materialzusammensetzung und Stromherkunft einen beträchtlichen Anteil ausmachen. Jahreszeitraum 2023-2025 2026-2030 2031-2035 Anzahl zu beschaffende Fahrzeuge: PKW FPM 32 43 7 LKW FPM bis 7,5 t 21 49 56 LKW FPM ab 7,5 t 2 8 4 SeFa FPM10 - 7 72 10 selbstfahrende Arbeitsmaschinen: Lkw der Klassen N1 bis N3 mit hydraulisch angetriebenen Aufbauten; SeFa werden als Arbeits- maschinen wie z.B. Kehrmaschine, Kanalreiniger, Saugefahrzeug, Kranfahrzeug, Hubarbeitsbühne oder Multigeräteträger für den in- dividuellen Einsatz ausgestattet sind.Seite 27 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 24 von 34 PKW FW - 13 - Löschfahrzeuge (HLF, LF, TLF) - 13 17 Hubrettungsfahrzeuge (DLK) - 2 2 Sonstige LKW FW - 10 15 Rettungswagen - 10 12 Sonstige Transporter FW - 20 25 Summe Anzahl Fzg 55 175 210 Vermiedene Emissionen: Emissionsreduktion [t CO2-eq] FPM 160 373 705 Emissionsreduktion [t CO2-eq] FW - 138 151 Summe Emissionsreduktion [t CO2-eq] 160 511 856 Investitionskosten: Investitionskosten FPM [Mio € brutto] 4,8 11,9 20,7 Investitionskosten FW [Mio € brutto] - 32,6 40,7 Summe Investitionskosten [Mio € brutto] 4,6 44,5 61,4 Tabelle 4-3: Übersicht Fahrzeuge städtischer Fuhrpark (FPM) und Feuerwehr (FW) Für die Investitionskosten des FPM wurden die folgenden Preise zugrunde gelegt (Stand Ausschreibungs- ergebnisse 02/2023): Fahrzeugtyp Investitionskosten [brutto in €] PKW auch inkl. kommunaler Ausstattung/ Ausrüs- tung 50.000 LKW bis 7,5 t 120.000Seite 28 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 25 von 34 LKW ab 7,5 t 340.000 SeFa 170.000 Tabelle 4-4: Investitionskosten Fahrzeuge FPM Für die Fahrzeuge der Feuerwehr wurden aufgrund der Sonderausrüstung/-aufbau 50% auf die Kosten des FPM aufgeschlagen. Für Rettungswagen und Löschfahrzeuge wurden individuelle Kosten angesetzt. Die Preise spiegeln die Kosten zum Vergabezeitpunkt 3/23 wider. Sobald Serienreife erreicht wird, kann von einer Annäherung der Kosten ausgegangen werden: Fahrzeugtyp Investitionskosten [brutto in €] PKW 75.000 LKW ab 7,5 t 510.000 Rettungswagen 600.000 Löschfahrzeuge (HLF, LF, TLF) 1.100.000 Hubrettungsfahrzeuge (DLK) 1.300.000 Tabelle 4-5: Investitionskosten Fahrzeuge FW Aktuell sind Fahrzeuge mit alternativen Antrieben insbesondere der Feuerwehr bis zu doppelt so teuer, wie entsprechende Fahrzeuge mit Dieselantrieb. Je nach Laufleistung kann ein Teil der erhöhten Investitions- kosten in der Betriebsphase wieder eingespart werden. Weitere Empfehlung Etwa 60 weitere SeFa Geräte des Fuhrparkmanagements (Arbeitsmaschinen, Zugmaschinen, Kleintrakto- ren, Großflächenmäher) wurden in der Analyse ausgelassen, da es hierzu weder Verbräuche gab noch ein Austausch aktuell möglich bzw. vorgesehen ist. Auch diese Sefa Geräte sollten, sofern der Markt sie anbietet nach und nach ausgetauscht werden. 4.9 Theater Das Theater gehört als eigenbetriebsähnliche Einrichtung zum Dezernat IV und ist die Dachorganisation der Schauspiel- und Operneinrichtungen der Stadt Bonn. Es bedient die Kulturbereiche Oper, Schauspiel und Tanz. Das Theater umfasst die Oper, das Schauspielhaus in Bad Godesberg inkl. Villa am Kurpark sowie die Theaterwerkstätten in Beuel. 4.9.1 Klimabilanz 2019 Dies Emissionen des Theaters der Bundesstadt Bonn beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 1.032 tCO2-eq. Größter Verursacher von THG-Emissionen war der Einsatz von Erdgas für die Wärmebereitstellung der Theaterwerkstätten mit rund 897 tCO2-eq, gefolgt von dem Einsatz von Erdgas für die Wärmeversorgung des Schauspielhauses (111 tCO2-eq) Die restlichen Emissionen resultierten aus dem Einsatz von Diesel, Benzin und CNG für den Fuhrpark (zusammengefasst 24 tCO2-eq).Seite 29 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 26 von 34 4.9.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Die Umstellung der Stromversorgung auf Grünstrom wurde bereits für alle Objekte umgesetzt und zusätz- lich weitere Aktivitäten zur Einsparung von Strom ergriffen (u.a. Austausch der Leuchtmittel in LED, Ab- schaltung der Außenbeleuchtung). Des Weiteren wurde die Anschaffung eines E-Sprinters bereits umge- setzt, ein E-Lastenrad wurde angeschafft und Bike-Leasing implementiert. Der Ausbau von Ladesäulen wird vorangetrieben. Ein zweiter Sprinter und ein LKW sollen elektrisch betrieben werden. Auch dafür wird eine Hochleistungs-Ladesäule geplant. Die Aktivitäten sind beantragt. Eine Senkung der Emissionen durch die Wärmeversorgung wird angestrebt (u.a. auch durch Einsparmaß- nahmen) und perspektivisch sollen die Wärmeerzeugungstechnologien umgestellt werden; hier ist jedoch noch Herausforderungen zu begegnen, u.a. aufgrund von Auflagen im Bereich Denkmalschutz. Abbildung 4-9: Absenkungspfad Theater Bonn Bewertung Mit den beschriebenen Aktivitäten und der Umsetzung der aktuellen Planung befindet sich das Theater Bonn derzeit auf einem Absenkungspfad zwischen dem 1,75°- und 1,5°-Pfad gemäß Klimaplan. Weitere Empfehlung Um auch die Restmenge der Emissionen (361 tCO2-eq) abzusenken, sollte eine detaillierte Evaluation der Optionen für die Theaterwerkstätten (Sanierung vs. Abriss/Neubau) durchgeführt werden. Ein Fokus sollte hier insbesondere auf die Themen Finanzierung und auf den Umgang mit den Herausforderungen im Denk- malschutz) sowie den Altlasten gelegt werden (die Theaterwerkstätten stehen teilweise unter Denkmal- schutz, z.B. die erhaltenen Industriefassaden, der Schornstein, das Verwaltungsgebäude und das Pförtner- häuschen). Für alle Objekte des Theater Bonn sollten geeignete Wärmekonzepte zusammen mit dem SGB unter Berücksichtigung von speziellen Auflagen im Denkmalschutz evaluiert werden. 4.10 Seniorenzentren Die Seniorenzentren der Bundesstadt Bonn (kurz: Seniorenzentren) gehören als eigenbetriebsähnliche Ein- richtung zum Dezernat II. Sie sind für die Unterbringung, Pflege, Betreuung und Versorgung älterer Men- schen zuständig. Die Stadt Bonn unterhält drei vollstationäre Seniorenzentren in ihrer Trägerschaft (dasSeite 30 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 27 von 34 Wilhelmine-Lübke-Haus in Duisdorf, das St. Albertus-Magnus-Haus in Pützchen und das Haus Elisabeth in Ippendorf). Des Weiteren verfügen die Seniorenzentren über eine Zentralverwaltung im Haus der Bonner Altenhilfe in Duisdorf und das Tagespflegehaus in der Breite Straße. 4.10.1 Klimabilanz 2019 Die Gesamtemissionen der Seniorenzentren beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 1.138 tCO2-eq. Größter Ver- ursacher von THG-Emissionen war der Einsatz von Erdgas für die Wärmebereitstellung in den drei vollsta- tionären Seniorenzentren mit 1.127 tCO2-eq. Die restlichen Emissionen resultierten aus der Verwendung von Benzin und Diesel im Fuhrpark (zusammengefasst etwa 11tCO2-eq). Die größte Emissionsquelle war das Haus Elisabeth mit 473,19 t CO2-eq. 4.10.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Eine Umstellung auf Grünstrom ist bereits für alle Objekte erfolgt. Der Fuhrpark der Seniorenzentren soll bis 2035 komplett auf Elektromobilität umgestellt werden. Weitere Aktivitäten sind Ersatzneubauten für das St. Albertus-Magnus-Haus bis 2023 (Mietobjekt) und für das Haus Elisabeth (Effizienzhaus 40 EE) bis 2025. Abbildung 4-10: Absenkungspfad Seniorenzentren Bonn Bewertung Mit den beschriebenen Aktivitäten befinden sich die Seniorenzentren Bonn derzeit auf einem Absenkungs- pfad zwischen dem 1,75°- und 1,5°-Pfad gemäß Klimaplan. Weitere Empfehlung Um auch die Restmenge der Emissionen (429 tCO2-eq) abzusenken, sollte das Potential der Erneuerung der Anlagentechnik des Wilhelmine-Lübke-Haus abgeschätzt und im Anschluss erarbeitete Aktivitäten umge- setzt werden. 4.11 Bonnorange Die bonnorange AöR übernimmt die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers, soweit diese nicht auf den Zweckverband Rheinische Entsorgungs-Kooperation (REK) übertragen sind. Weitere Aufga-Seite 31 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 28 von 34 ben der AöR sind die Stadtreinigung und der Winterdienst im Sinne der Bestimmungen des Straßenreini- gungsgesetzes NRW sowie der Betrieb der Werkstatt. Der Wertstoffhof auf dem Gelände der MVA Bonn in der Immenburgstraße wird nicht weiter berücksichtigt, da die Räumlichkeiten an dem Standort gegen eine Nutzungspauschale angemietet wurden und bei der SWB enthalten sind. Die bonnorange verfügt über zwei Betriebsstätten inkl. Verwaltungsgebäuden und zwei Wertstoffhöfe. 4.11.1 Klimabilanz 2019 Die gesamten Emissionen der bonnorange AöR beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 1.935 tCO2-eq. Die meis- ten THG-Emissionen wurden durch den Fuhrpark mit rund 1.900 tCO2-eq verursacht, wobei die Abfallsam- melfahrzeuge (972 tCO2-eq) und die LKW > 7,5t (434 tCO2-eq) zusammen bereits für 74% der Fuhrpark- Emissionen verantwortlich sind. Die restlichen Emissionen resultierten aus Verbräuchen sonstiger Ener- gieträger auf den Betriebshöfen. 4.11.2 Roadmap 2035 Geplante Aktivitäten Eine Umstellung auf Grünstrom ist bei der bonnorange bereits erfolgt. Darüber hinaus ist seit Jahren ein elektrobetriebener PKW in der Abfallwirtschaft im Einsatz sowie elf Elektrotransporter (Acar) in der Stadt- reinigung. Ebenfalls wurden diverse elektrogetriebene handgeführte Geräte angeschafft als auch seit No- vember 2022 ein elektrischer LKW (18t) für den Tonnentausch angemietet. Größtes Potential in der Minderung von Treibhausgasemissionen bietet eine sukzessive Umstellung des Fuhrparks der bonnorange auf Elektromobilität. Mit den Verantwortlichen des Fuhrparkmanagements der bonnorange wurde ein möglicher Pfad für den Austausch von Fahrzeugen zur Elektromobilität entwickelt. Dafür wurden die Fahrzeuge in die folgenden Kategorien unterteilt: Abfallsammelfahrzeuge, LKW > 7,5t, PKW, Selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Sprinterklasse. Bei dem möglichen Vorgehen wurden Kriterien wie die Marktreife bestimmter Technologien, CO2-Minderungspotential und wirtschaftliche Kriterien be- rücksichtigt. Dennoch ist dieser Absenkungsplan zu Status Quo noch sehr variabel, da die Lieferfristen, technologische Entwicklung und Marktreife sowie das verfügbare Budget für die Beschaffung von Fahrzeugen durch die bonnorange zu klärende Faktoren sind. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über einen möglichen Fahrzeugtausch und die damit verbundenen (Mehr-) Kosten (Schätzung). Jahreszeitraum 2023-2025 2026-2030 2031-2035 Anzahl zu beschaffende Fahrzeuge: Abfallsammelfahrzeug 2 18 18 LKW > 7,5 t - 16 8 PKW 18 - - Selbstfahrende Arbeitsmaschi- nen 3 20 20Seite 32 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 29 von 34 Sprinterklasse - 23 6 Summe Anzahl Fzg 23 77 52 Vermiedene Emissionen: Summe Emissionsreduktion [t CO2-eq] 106 1018 776 Investitionskosten: Summe Investitionskosten [Mio €] 4,2 37,0 30,3 Mehrkosten: Mehrkosten aufgrund Antriebs- art Elektroantrieb [Mio €] 2,6 23,8 19,7 Tabelle 4-6: Übersicht Fahrzeuge bonnorange Fahrzeugtyp Geschätzte Investitionskosten [brutto in €] Abfallsammelfahrzeug 941.000 LKW > 7,5 t 456.150 PKW 58.400 Selbstfahrende Arbeitsmaschinen 430.500 Sprinterklasse 182.707,50 Tabelle 4-7: Geschätzte Investitionskosten E-Fahrzeuge bonnorange Abbildung 4-11: Absenkungspfad bonnorangeSeite 33 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 30 von 34 Bewertung Mit den beschriebenen Aktivitäten erreicht die bonnorange bis 2025 ein Emissionsniveau knapp oberhalb, bis 2030 knapp unterhalb des 1,75°-Pfades. Bis 2035 können die Emissionen auf ein Niveau unterhalb des 1,5°-Pfades gesenkt werden. Weitere Empfehlung Der Markt für neue Fahrzeugtechnologien sollte weiterhin engmaschig beobachtet werden. Des Weiteren wurde die Idee eines neuen Flottenkonzepts (mehrere kleinere Abfallsammelfahrzeuge, anstelle von aus- schließlich großen Fahrzeugen) andiskutiert. Gegebenenfalls sollten neue Ansätze für ein entsprechendes Transformationskonzept weiterverfolgt werden. Neben CO2-Minderungspotentialen könnten hier u.U. Kos- tenvorteile gehoben werden. 5 Hinweise zur Umsetzung der Aktivitäten Bei der Umsetzung der geplanten Aktivitäten entsprechend den Absenkungspfaden gibt es einige Heraus- forderungen, die sich im Laufe der Gespräche mit den teilnehmenden Organisation herauskristallisiert ha- ben und auf die hier nochmal eingegangen werden soll. 5.1 Finanzielle Herausforderungen Die im Rahmen Klimaneutralen Konzerns erarbeiteten Aktivitäten sowie weitere noch zu entwickelnde Maßnahmen sind für die betroffenen Organisationen teilweise mit erheblichen Kosten verbunden. Nicht alle Organisationen haben die Möglichkeit, die Kosten (in voller Höhe) über zusätzliche Einnahmen decken zu können. Neben der Inanspruchnahme von evtl. Fördermitteln wird daher eine Klärung über die Bereit- stellung der finanziellen Mittel benötigt. 5.2 Bündelung verteilter Kompetenzen Die unterschiedlichen Organisationen des Konzern Stadt Bonn stehen teilweise ähnlichen Herausforderun- gen bei der Umsetzung gegenüber. Zu den Querschnittsthemen, die fast alle Organisationen betreffen gehö- ren: 1) Sanierung von Liegenschaften (Dämmung, Wärmeversorgung, Installation von EE-Anlagen) 2) Umstellung von Fahrzeugflotten (inklusive dafür notwendiger Infrastruktur) Gleichzeitig existieren innerhalb des Konzerns umfassende Kompetenzen in diesen Feldern: 1) SWB: Wärme- und Stromversorgung sowie Aufbau privater und öffentlicher Ladeinfrastruktur, Optimie- rung von Wärmeerzeugungsanlagen 2) Bonnorange, Fuhrparks der Stadt und Feuerwehr: Flotten- und Fuhrparkmanagement 3) Vebowag, SGB: Gebäudesanierung Diese Kompetenzen sind ein wertvolles Kapital für eine zügige und optimierte Umsetzung. Es wird daher empfohlen, organisationsübergreifende Arbeitsgruppen zu den Querschnittsthemen aufzusetzen mit den Zielen: 1) Kompetenzaufbau 2) ErfahrungsaustauschSeite 34 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 31 von 34 3) Gemeinsame Pilotprojekte (z.B. neue Fahrzeuge, Sanierungskonzepte möglichst frühzeitig testen und Erfahrungen sammeln/auswerten etc.) 4) Abstimmung der Planungen innerhalb KSB Vorteile eines solchen Vorgehens liegen in erster Linie in der Zeit- und Kostenersparnis. Der Konzern Stadt Bonn kann damit seiner Vorbildrolle besser gerecht werden. Ggfs. kann das gewonnene Wissen auch ge- nutzt werden, um die Bürger und Unternehmen in der Erreichung von Klimaneutralität zu unterstützen. 6 Konformität der Absenkungspfade mit dem 1,5°-Pfad In Übereinstimmung mit dem Bonner Klimaplan werden für alle Beteiligungen und Eigenbetriebe des Kon- zerns Stadt Bonn Absenkungspfade angestrebt, die mit dem 1,5°-Pfad für energiebedingte Emissionen kom- patibel sind. Die vorliegende Analyse zeigt, dass aktuell nur für einen Teil der Unternehmen klare Planungen vorliegen, wie dies erreicht werden kann. In einigen Fällen (MVA, schwere Nutzfahrzeuge etc.) ist ein 1,5°- konformer Absenkungspfad von der weiteren technologischen Entwicklung abhängig. Bei anderen ist die Einhaltung des 1,5°-Pfades von der Erstellung und Umsetzung weiterer Planwerke (Wärmeleitpla- nung/EnW, Gebäudestrategie/SGB) abhängig. In allen Fällen sind darüber hinaus vorausschauende Pla- nung und die Verfügbarkeit ausreichender Finanzmittel sowie personeller und evtl. weiterer Ressourcen Voraussetzung für die zeitgerechte Umsetzung der Aktivitäten und damit für die Zielerreichung. Gleichzeitig ist anzuerkennen, dass emissionsmindernde Aktivitäten der Unternehmen im Rahmen der Klimabilanzierung nach Greenhouse-Gas-Protokoll und BISKO teilweise ohne Auswirkung bleiben: So investieren die Stadtwerke Bonn bereits seit 2015 in Wind- und Solarkraftwerke in Deutschland und weiten diese Aktivitäten stetig aus. Dies trägt zur Errichtung von über 400 MWel an Wind- und über 100 MWel an Solarkraftwerken in Deutschland bei. Der durch die Wind- und Solarkraftwerke jähr- lich erzeugte Strom trägt, bezogen auf die Anteile der Stadtwerke Bonn, zur Vermeidung von ca. 100.000 tCO2-eq aus fossiler Stromerzeugung bei. Da diese Wind- und Solarkraftwerke im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes durch die Bundesregierung gefördert werden, wirkt sich diese Emis- sionsminderungen nicht in den Bilanzen der Stadtwerke Bonn bzw. der kommunalen Bilanz aus. Eine Investition in eine Solaranlage auf dem Dach wirkt sich etwa für die VEBOWAG bzw. die SGB nur in dem Umfang auf die Bilanz des Unternehmens aus, in dem auch der durch die Solaranalage erzeugte Strom zu dem Zeitpunkt selbst verbraucht werden kann. Für Wohngebäude sind das teils nur 20 % des im Jahresverlauf erzeugten Stromes. Der Ausbau der Infrastruktur für öffentliches Laden in Bonn durch die SWB wiederum trägt zur Ver- meidung der Emissionen der Stadt Bonn bei, indem fossile Kraftstoffe durch idealerweise erneuerba- ren Strom ersetzt werden. Gleichzeitig wirkt sich diese Emissionsminderung nicht auf die GHG-Bilanz der Stadtwerke aus. Der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung bestehender Emissionen (insb. im Bereich Wärme und Verkehr) ist im Kontext des Klimaneutralen Konzerns absolute Priorität einzuräumen. Dies gilt sowohl für den Einsatz der Personalkapazität als auch den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln. So sollte bei der Abwägung zwischen Investitionen in erneuerbare Strom- bzw. Wärmeerzeugung der Beitrag zur Senkung des Fußabdrucks des Unternehmens ein zentrales Bewertungskriterium sein. Gleichzeitig sollten Wege gefunden werden, ein Engagement in emissionsmindernde Aktivitäten der Unternehmen besser zu honorieren. Der Klimaplan schlägt zum Anreiz von Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen die Umsetzung eines Klimafonds vor. Dabei erhalten die Teilnehmer pro eingesparte Tonne CO2 eine Prämie, die im LaufeSeite 35 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 32 von 34 der Jahre immer geringer wird, um Emissionseinsparungen möglichst bald umzusetzen. Dieses Instrument ließe sich grundsätzlich auch zur Finanzierung von Maßnahmen im kommunalen Bereich einsetzen (ggfs. mit einem separaten Budget). Zum möglichst effizienten Einsatz des zur Verfügung stehenden Budgets soll- ten Projekte mit möglichst geringen CO2-Vermeidungskosten vorrangig gefördert werden. Einsparungen lassen sich über geeignete Messungen/Berechnungen bzw. über Klimabilanzen nachweisen. Bei erfolgrei- chem Einsatz des Klimafonds im kommunalen Bereich sollte das Volumen nach Möglichkeit aufgestockt werden. Hier sind eventuell auch Finanzierungsmöglichkeit außerhalb des städtischen Haushalts zu prüfen. 7 Monitoringkonzept Aktivitäten zur Einsparung von Emissionen wurden in fast allen Organisationen des Konzerns Stadt Bonn schon vor diesem Projekt ergriffen und geplant. Für viele der Organisationen war dieses Projekt aber eine erste strukturierte Auseinandersetzung mit dem Klimaneutralitätsziel in 2035. Wichtig für die Zielerreichung ist eine regelmäßige Prüfung des Fortschritts und eine Anpassung der Pla- nung an sich ändernde Rahmenbedingungen (technologisch, ökonomisch etc.). Es wird daher empfohlen den Fortschritt jährlich im Rahmen von aktualisierten Klimabilanzen zu erheben, so dass bei Abweichungen ggfs. frühzeitig gegengesteuert werden kann. Auch die Roadmap sollte regelmäßig aktualisiert werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der zu erstel- lenden Wärmeleitplanung sollte deren Auswirkungen auf die Klimaziele der Stadt bewertet werden. Ideal- erweise sollte dies bereits im Laufe des Projekts, spätestens jedoch nach dessen Abschluss bewertet wer- den. Auch im Zuge der Umsetzung empfiehlt sich eine Überprüfung der Roadmap, mindestens alle drei Jahre. Hier sollten neue technologische Möglichkeiten mit aufgenommen werden und die Planung sollte auf Basis der Erfahrungen aus der bisherigen Umsetzung optimiert werden. In diesem Sinne sind die erarbei- teten Roadmaps als lebendige Planung zu verstehen, die sich flexibel anpassen lässt. Das Controlling und die Weiterentwicklung dieser Planung sollten zentral koordiniert werden. Dies erleich- tert es auch, die Synergien zu heben, die sich aus der Bündelung des in den Beteiligungen und Eigenbetrie- ben vorhandenen Know-Hows ergeben. Diesbezüglich sieht bereits der Klimaplan vor, das Monitoring, Con- trolling und Reporting des Klimaplans auf Basis von Wirkungsindikatoren im Programmbüro klimaneutra- les Bonn 2035 zu bündeln. Daher liegt es nahe, die Steuerung und das Monitoring Aktivitäten im Klimaneut- ralen Konzern Stadt Bonn auch dort anzusiedeln. 8 Überblick Fördermittel Die folgende Tabelle gibt einen ersten Überblick über Förderungen, die im Zusammenhang mit den Aktivi- täten der einzelnen Organisationen von Interesse sein können. Vor Antragsstellung sind die genauen Kon- ditionen und Antragsberechtigungen jeweils im Detail zu prüfen: Beschreibung Quelle Anwen- dungSeite 36 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 33 von 34 Kommunale Wärmeplanung: Erstellung von kommunalen Wärmeplänen in Kommu- nen und kommunalen Zusammenschlüssen. Zuschuss von 60% der förderfähigen Gesamtausgaben (bei An- tragstellung bis 31.12.2023 90%). Kommunalrichtlinie https://www.klimaschutz.de/de/foerde- rung/foerderprogramme/kommunalricht- linie/erstellung-einer-kommunalen- waermeplanung EnW effiziente Wärmenetze: Anreize für Wärmenetzbetreiber in den Neubau von Wärmenetzen mit hohen Anteilen an erneuerbaren Energien zu investieren und bestehende Netze zu de- karbonisieren. Gefördert werden Transformations- pläne und Machbarkeitsstudien, Systemische Förde- rung für Neubau und Bestandsnetze, Einzelmaßnah- men und Betriebsführungskosten in Höhe von bis zu 50% der förderfähigen Kosten. BAFA https://www.bafa.de/DE/Energie/Ener- gieeffizienz/Waermenetze/Effizi- ente_Waermenetze/effiziente_waerme- netze_node.html EnW Machbarkeitsstudien: Ziel einer Machbarkeitsstudie ist es, anstehende Inves- titionen, Sanierungen oder Modernisierungen im Anla- gen und Infrastrukturbereich (z.B. Mobilitätsinfrastruk- tur) in dem Sinne vorzubereiten und zu planen, dass hohe Treibhausgasminderungspotenziale erzielt und Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden können. Zuschuss von 50% der förderfähigen Gesamtausgaben. Kommunalrichtlinie https://www.klimaschutz.de/de/foerde- rung/foerderprogramme/kommunalricht- linie/erstellung-von-machbarkeitsstudien bonno- range, FPM, FW, SWB Kommunale Netzwerke: Gefördert werden Aufbau, Betrieb und Begleitung ei- nes Klimaschutz-Netzwerks zu einem Handlungsfeld des kommunalen Klimaschutzes. Zuschuss von 60% der förderfähigen Gesamtausgaben (externe Kosten). Kommunalrichtlinie https://www.klimaschutz.de/de/foerde- rung/foerderprogramme/kommunalricht- linie/aufbau-und-betrieb-kommunaler- netzwerke/netzwerkphase alle Energiemanagement: Gefördert werden die Einrichtung sowie die Erweite- rung eines Energiemanagements (EM). Bezuschusst werden Ausgaben für Software, Mestechnik, Gebäude- bewertungen, Fachpersonal, Dienstleister etc. Kommunalrichtlinie https://www.klimaschutz.de/de/foerde- rung/foerderprogramme/kommunalricht- linie/implementierung-und-erweiterung- eines-energiemanagements SGB Energieeffizient Sanieren (Wohngebäude, 261) Bei Sanierung auf mindestens Effizienzhaus-Stufe 85 bis 150.000 € Kredit je Wohneinheit sowie Tilgungszu- schuss zwischen 5 bis 20%. 10% Extrazuschuss bei Sanierung von „Worst Perfor- ming Buildings“. KfW https://www.kfw.de/inlandsfoerde- rung/Privatpersonen/Bestehende-Immo- bilie/F%C3%B6rderprodukte/Bun- desf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effizi- ente-Geb%C3%A4ude-Wohn- geb%C3%A4ude-Kredit-(261-262)/ VEBO- WAG, SGBSeite 37 von 38 Abschlussbericht klimaneutraler Kon- zern Stadt Bonn Seite 34 von 34 Energieeffizient Sanieren (Kommunen, 264/464) Neben Wohngebäuden auch Sanierung von Nichtwohn- gebäuden (Kredit bis 10 Mio € bzw. 5-40% Tilgungszu- schuss). Zusätzliche Boni möglich. KfW https://www.kfw.de/inlandsfoerde- rung/%C3%96ffentliche-Einrichtun- gen/Kommunen/F%C3%B6rderpro- dukte/Bundesf%C3%B6rderung- f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude- Kommunen-Kredit-(264)/ https://www.kfw.de/partner/KfW-Part- nerportal/Kommunen-kommunale-sozi- ale-Unternehmen/F%C3%B6rderpro- dukte/Kommunen-%E2%80%93-Zu- schuss-(464)/index.jsp alle Mietwohnraumförderung – Modernisierung Gefördert wird unter anderem die energetische Moder- nisierung von Mietwohnraum (Kredit bis 200.000 €, bis zu 55% Tilgungsnachlass) NRW.BANK https://www.nrwbank.de/de/foerde- rung/foerderprodukte/15360/mietwohn- raumfoerderung---modernisierung.html Serielles Sanieren Bonus zu den Förderprodukten Energieeffizient sanie- ren (261/264/464) in Höhe von 15% der Sanierungs- kosten. KfW https://www.kfw.de/inlandsfoerde- rung/Bundesf%C3%B6rderung- f%C3%BCr-effiziente- Geb%C3%A4ude/Serielles-Sanieren/ SGB, VEBO- WAG Elektromobilität Das Land NRW fördert Kauf, Leasing oder Miete von Batterieelektrofahrzeugen (40% der Anschaffungskos- ten) und Brennstoffzellenfahrzeugen (60% der An- schaffungskosten) sowie Busse mit bis zu 60% des Dif- ferenzbetrags. Darüber hinaus werden auch Ladeinfra- struktur und Netzanschlüsse für den kommunalen Fuhrpark und Beschäftigte sowie der ÖPNV gefördert. NRW https://www.elektromobilitaet.nrw/kom- munen/foerderung-fuer-kommunen/ FPM, FW, bon- norange, SWB Elektromobilität – nur Busse im Personenverkehr Gefördert wird die Beschaffung/Umrüstung von Bus- sen auf alternative Antriebe (Batterie, Brennstoffzelle, Biomethan), nicht öffentlicher Infrastruktur mit bis zu 80% der Differenzkosten. BMDV https://bmdv.bund.de/Shared- Docs/DE/Anlage/K/foerderichtlinie-alter- native-antriebe-busse-personalver- kehr.pdf?__blob=publicationFile SWBV Tabelle 8-1: Überblick FördermöglichkeitenSeite 38 von 38
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