231017 · Beschlussvorlage
Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) Buschdorf
Kerndaten
- Nummer
- 231017
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 18.08.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung des Sportausschusses Anhörung
- Sitzung des Hauptausschusses Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Empfehlung
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Beschlussvorlage öffentlich 231017 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) Buschdorf Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 05.09.2023 Anhörung Ausschuss für Mobilität und Verkehr 06.09.2023 Empfehlung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 13.09.2023 Empfehlung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 13.09.2023 Empfehlung Hauptausschuss 14.09.2023 Empfehlung Beirat Bürgerbeteiligung 15.09.2023 Empfehlung Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 20.09.2023 Empfehlung Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 18.10.2023 Empfehlung Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 19.10.2023 Anhörung Sportausschuss 26.10.2023 Anhörung Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 26.10.2023 Empfehlung Rat 09.11.2023 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) für den Ortsteil Bonn- Buschdorf in der Fassung vom Mai 2023 wird als städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 171b Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Voraussetzungen für eine Umsetzung der beschriebenen Projekte zu schaffen. 3. Die Verwaltung wird beauftragt auf der Grundlage des „IEK Buschdorf“ anwendbare Förderprogramme zu sondieren. 4. Die Verwaltung wird beauftragt jährlich den Stand der Maßnahmenumsetzung dokumentierend zu erfassen und dem Rat zu berichten.Seite 1 von 116 Seite 2 Begründung Die Bundesstadt Bonn verfolgt bereits seit vielen Jahren den Ansatz einer kleinräumigen, integrierten Betrachtung auf der Quartiers- und Ortsteilebene. Sie gilt als Identifikationsraum der Bewohnerinnen und Bewohner. Durch gezielt eingesetzte Beteiligungsmethoden kann eine bedarfsgerechte Planung und Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen vorangetrieben werden. Mit der Ausweisung neuer Baugebiete und dem damit verbundenen Wachstum des Ortsteils Buschdorf, gilt es das vorhandene Infrastrukturangebot auszuweiten und darüber hinaus die Chance zu nutzen, ein vielfältiges und bedarfsgerechtes Wohnraum- und Infrastrukturangebot herzustellen. Ein Bürgerantrag im Jahr 2013 gab hierbei den ersten Anstoß für einen intensiven Kommunikationsprozess zwischen der Stadtverwaltung und den BewohnerInnen über die Entwicklungsziele des Ortsteils. Der Rat der Stadt Bonn hat in seiner Sitzung am 18.07.2013 beschlossen, dass für den Ortsteil Buschdorf ein Handlungskonzept erstellt werden soll, welches Entwicklungsperspektiven aufzeigt. Während der im Frühjahr 2015 durchgeführten Perspektivwerkstatt Buschdorf wurden im gemeinsamen Austausch Ideen für die künftige Entwicklung des Ortsteils erarbeitet (DS-Nr. 1512647). Hierbei wurden die zusätzlichen Bedarfe der BewohnerInnen skizziert - wie z.B. KITA, Schule und Mehrgenerationenwohnen. Insbesondere der Bedarf einer altengerechten Quartiersentwicklung wurde sehr deutlich - und folglich als handlungsleitender Schwerpunkt für das Konzept gewählt. In diesem Zusammenhang hat sich die Stadt Bonn mit dem Ortsteil Buschdorf bei dem Landesförderprogramm „Entwicklung altengerechter Quartiere NRW“ beworben. Im Rahmen dessen konnte Ende 2016 für den Zeitraum von insgesamt zwei Jahren ein Quartiersmanagement für Buschdorf eingerichtet und erfolgreich abgeschlossen werden. Die Zielrichtung bestand darin, den Ortsteil insbesondere an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen und ein Integriertes Entwicklungskonzept zu erstellen. Da sich die demographische Bevölkerungszusammensetzung mittlerweile anders darstellt, liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf der altengerechten Quartiersentwicklung - dieser ist jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes. Aufgrund mangelnder personeller Kapazitäten, konnte das Integriertes Entwicklungskonzept bisher nicht final fertig gestellt werden. Im November 2022 wurde das IEK als prioritäre Aufgabe wiederaufgenommen, sodass eine Aktualisierung seitens der Verwaltung vorgenommen und das Konzept ämterübergreifend abgestimmt wurde. Ziel ist, das überarbeitet IEK zeitnah durch den Rat beschließen zu lassen und mit der Umsetzung zu beginnen. Ziel des Integrierten Entwicklungskonzeptes Bonn-Buschdorf Das vorliegende integrierte Entwicklungskonzept (IEK) bildet den Rahmen für die zukünftige Entwicklung des Ortsteils und dient als Handlungsleitfaden für die Stadtplanung als Grundlage für Entscheidungen in den politischen Gremien.Seite 2 von 116 Seite 3 Leitbild, Ziele und Maßnahmen des Integrierten Entwicklungskonzeptes Auf der Grundlage einer umfangreichen Ortsteilanalyse wurden Analysen für unterschiedliche Themenbereiche gemacht. Zusammen mit den Ergebnissen der umfangreichen Beteiligungen wurde ein langfristig tragfähiges Profil für Buschdorf mit dem Slogan: „Buschdorf – eine wachsende Gemeinschaft mit Wohnqualität“ entwickelt. Für die bedarfsgerechte Entwicklung des Ortsteils wurden hierfür sechs Oberthemen aufgestellt: A – Buschdorf wächst und bleibt sich selbst treu – Wohnen und Stadtgestalt B – Buschdorf (regional) versorgt – Infrastruktur und Versorgung C – Buschdorf ist eine wachsende Gemeinschaft für alle Generationen – Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben D – Grünes und aktives Quartier in der Stadt – Freiraum und Sport E – Verbunden in und durch Buschdorf – Verkehr und Mobilität F – Klimaangepasste Quartiersentwicklung Diesen sechs Oberthemen sind insgesamt 18 Ziele mit insgesamt 29 Einzelmaßnahmen zugeordnet, die im gemeinschaftlichen Dialog und stringenter Beteiligung zwischen der Fachverwaltung und der Bewohnerschaft detailliert entwickelt wurden. Bei den Maßnahmen handelt es sich sowohl um bauliche Maßnahmen, als auch weiche soziale Maßnahmen, die das gesellschaftliche Miteinander stärken sollen. Darüber hinaus wurden bereits Elemente der künftigen Maßnahme 4.2.2.1 des Bonner Klimaplans - integrierte, klimafreundlichen Quartiersentwicklung - berücksichtigt. Ziel-, Maßnahmen- und Kostenübersicht Die Übersicht kann der gleichnamigen Anlage entnommen werden. Finanzielle Auswirkungen: Für die Umsetzung des IEK fallen Kosten an, die jedoch noch nicht im Einzelnen beziffert werden können. Das IEK bezieht sich v.a. auf Maßnahmen des laufenden Geschäfts. Für die übrigen Maßnahmen werden Haushaltsmittel genutzt, die in den jeweiligen Fachämtern eingeplant sind.Seite 3 von 116 Seite 4 Anlage/n 1 IEK Buschdorf_Textteil (öffentlich) 2 IEK Buschdorf_ Maßnahmenübersicht (öffentlich) 3 IEK Buschdorf_Maßnahmenübersicht_Plan (öffentlich) 4 IEK Buschdorf_Ziel-, Maßnahmen- und Kostenübersicht (öffentlich)Seite 4 von 116 1Seite 5 von 116 2Seite 6 von 116 3 A Einführung und Statusbericht......................................................................................................... 5 1 Einführung ................................................................................................................................... 5 1.1 Ausgangslage und Anlass..................................................................................................... 5 1.2 Statusbericht ....................................................................................................................... 6 1.3 Betrachtung von Buschdorf im Rahmen des Förderprogramms Altengerechte Quartiersentwicklung in Buschdorf von 2015 bis 2018 .................................................................. 6 2 Herangehensweise und Öffentlichkeitsbeteiligung .................................................................... 7 2.1 Angewandte Beteiligungsformate ....................................................................................... 7 2.1.1 Perspektivwerkstatt Buschdorf ................................................................................... 7 2.1.2 Buschdorf-Forum ......................................................................................................... 8 2.1.3 Buschdorf-Dialog ......................................................................................................... 8 2.1.4 Flächenworkshop Buschdorf ....................................................................................... 8 2.1.5 Aktionstag Wohnen im Alter ....................................................................................... 8 2.1.6 Befragung Älterwerden in Buschdorf .......................................................................... 8 2.1.7 Workshop zum IEK Buschdorf ..................................................................................... 9 2.2 Herangehensweise in der Verwaltung ................................................................................ 9 B Analyse des Untersuchungsraums Bonn Buschdorf........................................................................... 10 3 Der Ortsteil Buschdorf ............................................................................................................... 10 3.1 Abgrenzung und Einordnung des Untersuchungsgebiets in die Bundesstadt Bonn ......... 10 3.2 Beschreibung des Ortsteils ................................................................................................ 10 4 Analyse des Untersuchungsraums Bonn Buschdorf .................................................................. 12 4.1 Soziodemografische Struktur ............................................................................................ 12 4.1.1 Bevölkerungsstand und -entwicklung ....................................................................... 12 4.1.2 Bevölkerungsstruktur ................................................................................................ 13 4.1.3 Altersstruktur ............................................................................................................ 13 4.1.4 SWOT-Analyse der soziodemografischen Struktur ................................................... 14 4.2 Wohnen und Stadtgestalt.................................................................................................. 15 4.2.1 Entstehungsgeschichte .............................................................................................. 15 4.2.2 Denkmalgeschützte und ortsbildprägende Gebäude................................................ 16 4.2.3 Städtebauliche Struktur............................................................................................. 18 4.2.4 Haushaltsstruktur ...................................................................................................... 19 4.2.5 SWOT-Analyse Wohnen und Stadtgestalt ................................................................. 20 4.3 Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben....................................................................... 22 4.3.1 Religiöse Einrichtungen ............................................................................................. 22 4.3.2 Offene Jugendeinrichtungen ..................................................................................... 22 4.3.3 Vereine, Stammtische und Initiativen ....................................................................... 22Seite 7 von 116 4 4.3.4 Kulturelle Angebote und Feste .................................................................................. 23 4.3.5 SWOT-Analyse Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben ...................................... 24 4.4 Infrastruktur und Versorgung ............................................................................................ 25 4.4.1 Schulen ...................................................................................................................... 25 4.4.2 Kindertagesstätten .................................................................................................... 25 4.4.3 Grundversorgung....................................................................................................... 25 4.4.4 SWOT-Analyse Infrastruktur und Versorgung ........................................................... 26 4.5 Freiraum und Sport ........................................................................................................... 28 4.5.1 Grün- und Freiflächen................................................................................................ 28 4.5.1.1 Grünes C ................................................................................................................ 28 4.5.1.2 Urban Gardening ................................................................................................... 28 4.5.1.3 Festwiese ............................................................................................................... 28 4.5.1.4 Friedhof ................................................................................................................. 28 4.5.2 Sport- und Spielflächen ............................................................................................. 28 4.5.3 Freiraum- und Artenschutzkonzepte......................................................................... 29 4.5.3.1 Integriertes Freiraumsystem (IFS) ......................................................................... 29 4.5.3.2 Landschaftsplan Kottenforst ................................................................................. 30 4.5.3.3 Artenschutzkonzept Bonn-Nord ............................................................................ 31 4.5.4 SWOT-Analyse Freiraum und Sport ........................................................................... 33 4.6 Mobilität und Verkehr ....................................................................................................... 34 4.6.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV) ...................................................................... 34 4.6.2 Ruhender Verkehr ..................................................................................................... 34 4.6.3 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ................................................................ 34 4.6.4 Rad- und Fußverkehr ................................................................................................. 35 4.6.5 SWOT-Analyse Mobilität und Verkehr ...................................................................... 35 4.7 Klimaangepasste Quartiersentwicklung ............................................................................ 37 4.7.1 Zukünftige Entwicklung ............................................................................................. 37 4.7.2 Maßnahmen der Klimaanpassung ............................................................................. 38 4.7.3 SWOT-Analyse Klimaangepasste Quartiersentwicklung ........................................... 39 C Perspektiven und Maßnahmen .......................................................................................................... 40 5 Vorstellung eines langfristig tragfähigen Profils für Buschdorf................................................. 40 5.1 Ableitung von Entwicklungszielen und Maßnahmen ........................................................ 40 5.2 Maßnahmenblätter ........................................................................................................... 41 5.3 Maßnahmenübersicht ....................................................................................................... 41 5.4 Ausblick.............................................................................................................................. 41Seite 8 von 116 5 A Einführung und Statusbericht Grußwort der Oberbürgermeisterin Wird nach Beschluss ergänzt Begriffsbestimmungen Was ist ein INTEGRIERTES ENTWICKLUNGSKONZEPT? Ein Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) ist ein strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung, welches sich mit der zukünftigen Entwicklung eines Stadtteils befasst. Solche vom Rat der Stadt Bonn beschlossenen informellen Instrumente sind im Rahmen formeller Verfahren, wie zum Beispiel der Bauleitplanung zu berücksichtigen. Weiterhin bildet das IEK eine Informationsgrundlage für politische Entscheidungen und Verwaltungshandeln. Das IEK ist ein umsetzungsorientiertes Instrument und umfasst neben stadtteilbezogenen Analysen auch Ziele, konkrete Maßnahmen und eine Priorisierung zur Umsetzung. 1 Einführung Um eine bedarfsgerechte und umsetzungsorientierte Quartiersentwicklung konzeptionell zu planen und zu begleiten, ist die Aufstellung eines Entwicklungskonzepts ein geeignetes Instrument. Der Aufstellungsprozess ist partizipativ angelegt und bildet die Bedürfnisse der Bewohnerschaft sehr gut ab. Die Bundesstadt Bonn verfolgt bereits seit vielen Jahren diesen Ansatz. Eine besondere Betrachtung erfährt seit einiger Zeit der am nördlichen Stadtrand gelegene Ortsteil Buschdorf. Das vorliegende integrierte Entwicklungskonzept Buschdorf (IEK) bildet dabei den Rahmen für die zukünftige Entwicklung von Buschdorf und soll als Handlungsleitfaden für Verwaltungshandeln und Grundlage für politische Entscheidungen dienen. Den zeitlichen Horizont zur Umsetzung der Maßnahmen bilden die nächsten 15 bis 20 Jahre. Die Umsetzung kleiner Projekte hat bereits parallel zur Konzepterstellung begonnen. Das IEK Buschdorf gliedert sich in drei Abschnitte. In Abschnitt A – EINFÜHRUNG UND STATUSBERICHT wird eine kurze thematische Einleitung gegeben und der Handlungsbedarf beschrieben. In Abschnitt B – ANALYSE DES UNTERSUCHUNGSRAUMS BONN BUSCHDORF wird der Ortsteil zunächst in einem Kurzportrait näher beschrieben und darauf aufbauend tiefergehend analysiert. Abschnitt C umfasst die ZIELE UND MAßNAHMEN FÜR DIE ENTWICKLUNG DES ORTSTEILS. 1.1 Ausgangslage und Anlass Seit den 1960er Jahren erfährt der Ortsteil Buschdorf einen kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs. Dies ist insbesondere in der Eingemeindung des Ortsteils zur Bundesstadt Bonn Ende der 1960er Jahre begründet. Von den 1960er Jahren bis heute wuchs die Bevölkerung von etwa 650 auf rund 4.900 Einwohner*innen. Auch künftig wird die Bevölkerung durch die geplante Siedlungserweiterung stark anwachsen. Dies führt dazu, dass die vorhandene Infrastruktur im Ortsteil ausgebaut werden muss, um den Bedarfen der Bevölkerung gerecht zu werden. Der Ortsteil ist insbesondere durch Einfamilien- und Reihenhäuser der 1960er bis 1980er Jahre geprägt. Dies hat zur Folge, dass sich die Auswirkungen des demografischen Wandels deutlich zeigen.Seite 9 von 116 6 Die Bewohner*innen, die sich in dem genannten Zeitraum ein Einfamilienhauses erworben haben, befinden sich heute im Rentenalter. Und da es wenig Angebote an kleinem und barrierefreien Wohnraum gibt, ist ein Verbleib in den Häusern mitunter die einzige Möglichkeit, bis ins hohe Alter in Buschdorf zu verbleiben. Diese Häuser sind jedoch nicht barrierefrei, aufwendig zu bewirtschaften und zu groß für einen Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt. Die geplanten Baugebiete eröffnen Chancen, eine Anpassung der Bebauungsstruktur zu vollziehen und den dringend benötigten kleinen, barrierefreien Wohnraum zu schaffen. 1.2 Statusbericht Das Wachstum des Ortsteils führte auch dazu, dass sich im Jahr 2013 Bürger*innen zusammengetan und die Bürgerinitiative ZUKUNFTSWERKSTATT BUSCHDORF gegründet haben. Diese beschäftigt sich seither mit der Frage, wie sich der Ortsteil in Zukunft entwickeln soll und wie die Infrastruktur angepasst werden muss, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Aus diesem Grund hat der Rat der Stadt Bonn in seiner Ratssitzung am 18.07.2013 beschlossen, dass für den Ortsteil Buschdorf ein Rahmenplan erstellt werden soll, der die gewünschte Entwicklung des Ortsteils aufzeigt. Mit dem vorliegenden IEK Buschdorf wird diesem Auftrag nachgekommen. Vor diesem Hintergrund findet seit 2014 ein intensiver Kommunikationsprozess zwischen der Stadtverwaltung und der Bevölkerung statt, um gemeinschaftlich die zukünftige Entwicklung des Ortsteils Buschdorf zu gestalten. So fand im März und April 2015 eine Perspektivwerkstatt mit den Bewohner*innen und Vertreter*innen der Stadtverwaltung statt, um einen ersten Eindruck der Handlungsbedarfe des Ortsteils zu bekommen. Durchgeführt wurde diese von dem Dortmunder Planungsbüro STADTKINDER. Bei der Perspektivwerkstatt wurden die Stärken und Schwächen diskutiert und erste Ideen für die weitere Entwicklung des Ortsteils zusammengetragen. Im Rahmen des Landesförderangebots ENTWICKLUNG ALTENGERECHTER QUARTIERE NRW konnte Ende 2016 ein Quartiersmanagement für Buschdorf eingerichtet und die Begleitung des Entwicklungsprozesses weiterhin gesichert werden. Die Aufgabe des Quartiersmanagements war es, den Kommunikationsprozess mit den Bewohner*innen zu festigen und den Ortsteil tiefergehend zu analysieren. Einer der Aufgaben des Quartiersmanagements bestand darin die vorliegenden Ergebnisse weiterzuentwickeln und dies in ein Integriertes Entwicklungskonzept zu überführen. Seit 2008 ist dies in Nordrhein-Westfalen (NRW) eine verpflichtende Grundlage für den Erhalt von Städtebaufördermitteln sowie für viele weitere Förderprogramme. Das Konzept ist hierbei in erster Linie umsetzungsorientiert, da es über konkrete Ziele und Maßnahmen für den Ortsteil verfügt, welche priorisiert werden. Für Förderanträge sind die einzelnen Maßnahmen zu konkretisieren und mit Zeit- und Kosten- und Finanzierungspläne zu versehen. Bei Maßnahmen ohne Förderung, ist zu prüfen, ob die geschätzten Kosten in die Haushaltsplanung übernommen werden, bzw. laufendes Geschäft der Verwaltung sind. 1.3 Betrachtung von Buschdorf im Rahmen des Förderprogramms Altengerechte Quartiersentwicklung in Buschdorf von 2015 bis 2018 Bereits 2015 ist der Stadtteil Buschdorf in den Fokus einer Quartiersbetrachtung gerückt. Anlass war zu diesem Zeitpunkt der Aufruf des Landesförderprogramm „Altengerechte Quartiere NRW“. Das damalige Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter initiierte ein Förderangebot, das Kommunen mit einem jährlichen Fördervolumen bei der Entwicklung demographiefesterSeite 10 von 116 7 Quartiersstrukturen unterstützen sollte. Da in Buschdorf zu diesem Zeitpunkt ein erhöhter Anteil an Senioren zu verzeichnen war, ist der Stadtteil zur Förderkulisse erklärt geworden. Damit war die altengerechte Quartiersentwicklung seinerzeit anlassgebend für die nähere Betrachtung des Ortsteils und die Landesförderung ermöglichte, die Einrichtung eines Quartiersmanagements. Durch die Förderung konnten darüber hinaus Veranstaltungen und Beteiligungsprozesse umgesetzt werden. Die Anregungen aus den vergangenen Beteiligungsprozessen, fließen in die Maßnahmen und Projekte des IEK ein. Im Rahmen der Beteiligung und der Erstellung des vorliegenden Konzeptes wurde der Fokus von der demografischen Entwicklung auf einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz ausgeweitet. 2 Herangehensweise und Öffentlichkeitsbeteiligung Der Beschluss zur Ausstellung eines Konzeptes wurde am 18.07.2013 gefasst und war die Startschuss für eine intensive Befassung mit dem Stadtteil und einen engen Austausch zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung. Der Prozess wird aus nachfolgender Übersicht ersichtlich: 2013 Bürgerinitiative Zukunftswerkstatt Buschdorf gegründet seit 2014 intensiver Kommunikationsprozess zwischen Stadtverwaltung und Initiative Mitte 2015 Perspektivwerkstatt mit Bevölkerung und Stadtverwaltung zu den zukünftigen Handlungsbedarfen Ende 2016 Quartiersmanagement durch Landesförderprogramm „Entwicklung Altengerechter Quartiere NRW“ für 2 Jahre eingerichtet und erfolgreich abgeschlossen (hat Erstellung des IEKs begleitet) bis Mitte 2019 IEK Buschdorf fachämterübergreifend erarbeitet / liegt im ENTWURF vor 2020 Verwaltungsworkshop zum IEK 2022 Wiederaufnahme des Prozesses und Aktualisierung des IEK 2.1 Angewandte Beteiligungsformate Im Zuge der Quartiersentwicklung Buschdorf wurden verschiedene Beteiligungsformate durchgeführt, um die Belange der Bewohner*innen in den Entwicklungsprozess zu integrieren. 2.1.1 Perspektivwerkstatt Buschdorf Die Perspektivwerkstatt in Buschdorf begann im Herbst 2014 mit einer vorbereitenden Phase, in der vornehmlich eine Bestandsaufnahme in Buschdorf durchgeführt wurde. Bei einer Ortsbegehung mit den Projektbeteiligten der Bürgerinitiative Zukunftswerkstatt Buschdorf und der Stadtverwaltung entstand ein erstes Bild der Strukturen in Buschdorf. Im Rahmen der vorbereitenden Phase fanden zudem Beteiligungsaktionen mit Kindern, Jugendlichen und Senioren statt. So wurden Streifzüge durch den Ortsteil mit Kindern und Jugendlichen unternommen sowie Seniorengespräche durchgeführt. Die eigentliche Perspektivwerkstatt fand an zwei Tagen Ende März 2015 statt. Hier wurden von den Bewohner*innen Stärken und Schwächen des Ortsteils ausgemacht und anschließend Ideen und Wünsche für die zukünftige Entwicklung gesammelt. In einem abschließenden Termin Ende April wurden die gesammelten Ergebnisse in der Bewohnerschaft nochmals überprüft und ergänzt. Die Ergebnisse der Perspektivwerkstatt wurden in einer Dokumentation zusammengefasst und den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt (siehe Anhang Dokumentation Perspektivwerkstatt und Beschlussvorlage).Seite 11 von 116 8 2.1.2 Buschdorf-Forum In regelmäßigen Abständen finden zwischen 2015 und 2018 in Buschdorf Bürger*innenforen unter dem Namen BUSCHDORF-FORUM statt. Es bietet den Arbeitsgruppen, die sich während der Perspektivwerkstatt im März 2015 zu den Themen Mobilität, Mehrgenerationenwohnen und Soziales Zentrum, Soziale Infrastruktur, Sport- und Gesundheitsangebote und Öffentlicher Raum gebildet haben die Möglichkeit, ihren Arbeitsstand öffentlich vorzustellen und zu diskutieren. Weiterhin informiert die Stadtverwaltung die Bewohner*innen über aktuelle Entwicklungen und die nächsten Handlungsschritte der Quartiersentwicklung. Die Teilnehmer*innen erhalten hier die Chance, mitzuwirken und ihre Ideen einfließen zu lassen. Seit der Perspektivwerkstatt 2015 haben sechs BUSCHDORF-FOREN stattgefunden. 2.1.3 Buschdorf-Dialog Beim vierten BUSCHDORF-FORUM im Januar 2017 wurde von den Bewohner*innen der Wunsch einer Vor-Ort-Präsenz des Quartiersmanagements geäußert. Neben den bereits etablierten Beteiligungsformaten hat der BUSCHDORF-DIALOG die Möglichkeit geboten, sich gemeinsam mit der Quartiersmanagerin über die Entwicklung des Ortsteils auszutauschen. Der BUSCHDORF-DIALOG hat seit April 2017, mit Ausnahme der Sommerpause, einmal im Monat stattgefunden. Aufgrund der geringen Resonanz dieses Angebots wurde im November 2017, gemeinsam mit den Bewohner*innen beschlossen, die monatliche Vor-Ort-Präsenz der Quartiersmanagerin einzustellen. 2.1.4 Flächenworkshop Buschdorf Die Bürgerinitiative ZUKUNFTSWERKSTATT BUSCHDORF hat im Jahr 2016 Ideen für die künftigen Grundstücksnutzungen in Buschdorf zusammengetragen. Die hierbei entstandenen Ideen und Planungen wurden der Stadtverwaltung überreicht. Im März 2017 fand ein gemeinsamer Flächenworkshop mit den fünf bestehenden Arbeitsgruppen statt. Ziel des Workshops war es, gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern mögliche Nutzungen für Buschdorf zu erarbeiten. 2.1.5 Aktionstag Wohnen im Alter Um die Buschdorfer Bürgerschaft über altersgerechtes Wohnen zu informieren, wurde von der Stadtverwaltung Bonn im Juli 2017 ein AKTIONSTAG ZUM THEMA WOHNEN IM ALTER organisiert. Bei einem Spaziergang durch den Ortsteil sowie verschiedenen Mitmach-Aktionen erhielten die Bewohner*innen aus Buschdorf ausführliche Informationen über mögliche altersgerechte Umbaumaßnahmen für ihr Eigenheim, Voraussetzungen für alternative Wohnformen und vieles mehr zum Thema WOHNEN IM ALTER. 2.1.6 Befragung Älterwerden in Buschdorf Aufbauend auf den Aktionstag hat das Quartiersmanagement im Februar 2018 eine umfangreiche BÜRGER*INNENBEFRAGUNG ZUM THEMA ÄLTERWERDEN IN BUSCHDORF durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung wurden ausgewertet und fließen in die Quartiersentwicklung ein. Durch die Befragung wurden wertvolle Erkenntnisse gewonnen, wie der Verbleib im gewohnten Lebensumfeld sichergestellt und ein selbstbestimmtes Leben im Ortsteil Buschdorf auch im hohen Alter ermöglicht werden kann.Seite 12 von 116 9 2.1.7 Workshop zum IEK Buschdorf Am 13. April 2018 fand ein Workshop zum IEK Buschdorf statt, bei dem alle Interessierten die Möglichkeit hatten die Zukunft von Buschdorf mitzuplanen. Hier wurden zunächst die Ziele und Maßnahmen für Buschdorf aus den bisherigen Veranstaltungen aufgezeigt. Anschließend konnten Teilnehmer*innen sich miteinander austauschen und ihre Ideen und Vorschläge für eine bedarfsgerechte und zielgerichtete Entwicklung Buschdorfs einbringen. Die gesammelten Ziel- und Maßnahmenvorschläge für das IEK wurden gemeinsam mit den Fachexperten diskutiert und die Ergebnisse dieses Austauschs im Plenum vorgestellt. 2.2 Herangehensweise in der Verwaltung Mit dem vorliegenden aktualisierten Entwurf des IEK Buschdorf ist in den letzten Jahren unter breiter Beteiligung ein Konzept entstanden, das als Handlungsleitfaden für eine zukunftsorientierte Ortsteilentwicklung dient und zudem eine Grundlage für Entscheidungen in den politischen Gremien sein wird. Ziel ist es dementsprechend, das IEK als städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 171b Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) durch den Rat beschließen zu lassen. Mit dem Ratsbeschluss wird das IEK als informelles Instrument eine wichtige Abwägungsgrundlage für Verwaltungshandeln. Darüber hinaus können auf der Grundlage des „IEK Buschdorf“ Förderanträge gestellt werden. Ziel ist, die in dem „IEK Buschdorf“ enthaltenden Maßnahmen fachämterübergreifend weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für eine Umsetzung der beschriebenen Projekte zu schaffen.Seite 13 von 116 10 B Analyse des Untersuchungsraums Bonn Buschdorf 3 Der Ortsteil Buschdorf In Teil B – Analyse des Untersuchungsraums Bonn Buschdorf wird zunächst eine räumliche Einordnung des Untersuchungsgebiets in die Bundesstadt Bonn vorgenommen. Zudem wird der Ortsteil anhand eines Kurzportraits vorgestellt. Darauf aufbauend erfolgt in Kapitel fünf eine umfassende Analyse des Untersuchungsraums. 3.1 Abgrenzung und Einordnung des Untersuchungsgebiets in die Bundesstadt Bonn Die kreisfreie Bundesstadt Bonn liegt im Süden des Bundeslandes NRW. Mit rund 336.000 Einwohner*innen auf einer Fläche von 141 km² ist Bonn als Großstadt ausgewiesen (Stand: 31.12.2021) und unterteilt sich in die vier Stadtbezirke Bonn, Hardtberg, Bad Godesberg und Beuel. Durch den Rhein untergliedert sich die Stadt zudem in einen linksrheinischen und rechtsrheinischen Bereich. Der Ortsteil Buschdorf liegt linksrheinisch am nördlichen Stadtrand und gehört dem Stadtbezirk Bonn an. Im Norden grenzt der Ortsteil an die Stadt Bornheim an. Innerhalb Bonns wird Buschdorf von den Ortsteilen Auerberg und Tannenbusch eingefasst. Das Untersuchungsgebiet des IEK entspricht den administrativen Verwaltungsgrenzen des Stadtteils Buschdorf. Abbildung 1: Lage Buschdorf in Bonn 3.2 Beschreibung des Ortsteils Der Ortsteil Buschdorf ist dörflich geprägt und weist einen ruhigen und grünen Charakter auf. Er untergliedert sich in den nordwestlich gelegenen Wohnstandort, der von landwirtschaftlichen Flächen umgrenzt ist, sowie den Gewerbepark Buschdorf im Süd-Osten. Das Wohngebiet verfügt überSeite 14 von 116 11 verschiedene Siedlungstypen. Im Zentrum befindet sich der historische Ortskern, der von Bebauungsstrukturen bis 1949 umschlossen ist. Bis zu den 1950er Jahren galt Buschdorf mit den Höfen als typisches Bauerndorf. Mit dem Kriegsende und der Übernahme des Regierungssitzes in Bonn 1949 begann auch das Wachstum Buschdorfs. So entstand Anfang der 1960er Jahre zwischen der Kölnstraße und der Trasse der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahn die VdK-Siedlung des Verbandes für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Sozialrentner Deutschlands e.V. (seit 1994 Sozialverband VdK Deutschland). Zu diesem Zeitpunkt gehörte Buschdorf noch dem Amt Duisdorf im Landkreis Bonn an. Im Jahr 1969 wurde Buschdorf in die Stadt Bonn eingemeindet und ist seitdem Teil des Stadtbezirks Bonn. Durch die Hauptstadtfunktion Bonns hatte der Ortsteil in den 1960er bis 1980er Jahren ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Dies schlägt sich auch in der Siedlungsstruktur nieder, die vorwiegend durch Einfamilien- und Reihenhaussiedlungen der 1960er bis 1980er Jahre geprägt ist. Durch das Baugebiet „Im Apfelgarten“ sind in den letzten Jahren zusätzlich Mehrfamilienhäuser entstanden.Seite 15 von 116 12 4 Analyse des Untersuchungsraums Bonn Buschdorf Im Folgenden wird zunächst die soziodemografische Struktur Buschdorfs betrachtet und analysiert. Anschließend erfolgt eine Analyse der Bereiche Wohnen und Stadtgestalt, Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben, Infrastruktur und Versorgung, Freiraum und Sport sowie Verkehr und Mobilität. Die Analysen dienen als Grundlage für die Einschätzung der Ausgangslage im Ortsteil sowie der Ermittlung der Handlungserfordernisse und der Zielsetzungen in den genannten Themenfeldern. Die anschließenden Analysen beziehen sich auf die Daten des statistischen Bezirks Buschdorf. 4.1 Soziodemografische Struktur Die Analyse der soziodemografischen Struktur Buschdorfs wird anhand der Bevölkerungsentwicklung sowie der Bevölkerungs- und Altersstruktur vorgenommen. Diese Kriterien geben Aufschluss darüber, welche Bevölkerungsgruppen in dem Untersuchungsgebiet leben, sodass ein zielgruppenspezifischer Handlungsbedarf ermittelt werden kann. Falls nicht anders vermerkt, beziehen sich die statistischen Daten auf das Jahr 2021. 4.1.1 Bevölkerungsstand und -entwicklung In Buschdorf wohnen insgesamt ca. 4.900 Menschen. Die Einwohnerentwicklung seit der Eingemeindung des Ortsteils Buschdorf zur Bundesstadt Bonn zeigt, dass Buschdorf in den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre ein starkes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen hatte (siehe Abbildung 1). Im Jahr 2019 war durch die bauliche Umsetzung des Gebietes „Im Apfelgarten“ ein Wachstum zu verzeichnen. Mit den geplanten Baugebieten u.a. Im Rosenfeld und den Gebieten Otto-Hahn Straße/Kölnstraße, Kölnstraße/Schlesienstraße, Petrusacker und der Buschdorfer Straße wird die Bevölkerungszahl erneut zunehmen. Abbildung 2: Einwohnerentwicklung in Buschdorf 3000 3200 3400 3600 3800 4000 4200 4400 4600 4800 5000 5200 1987 1993 1997 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2017 2019 2021 Einwohnerentwicklung in Buschdorf 1980 - 2021Seite 16 von 116 13 4.1.2 Bevölkerungsstruktur Der Anteil der Männer und Frauen ist in Buschdorf in etwa gleich verteilt. Der Ausländeranteil kann mit 9,0 Prozent im Vergleich zur Gesamtstadt mit 18 Prozent als gering eingestuft werden (vgl. Stadt Bonn, Statistikstelle, Stand: 31.12.2021). Auffallend zeigt sich, dass der Anteil Arbeitsloser im Vergleich zur Gesamtstadt leicht erhöht ist. So beträgt die Arbeitslosenquote in Buschdorf 7,9 Prozent gegenüber der Gesamtstadt mit 6,8 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Buschdorf mit 5,8 Prozent der unter 25-jährigen im Vergleich zur Gesamtstadt mit 6,5 Prozent (vgl. Stadt Bonn, Statistikstelle, Stand: 31.12.2021). 4.1.3 Altersstruktur Im Zuge der persönlichen Entwicklung ändern sich je nach Alter und Lebenssituation sowohl die persönlichen Bedürfnisse als auch die Anforderungen an das Lebensumfeld. Die Betrachtung der Altersstruktur ist essentiell für die Einschätzung, ob das Quartier allen Bedürfnissen der Bewohnerschaft gerecht wird. In Buschdorf leben 20 Prozent Kinder und Jugendliche in dem Alter zwischen 0 und unter 18 Jahren. Im Vergleich zur Gesamtstadt mit 17 Prozent ist dieser Wert leicht erhöht. Der Anteil der Personen im Alter zwischen 18 und unter 45 Jahre ist mit 32 Prozent in Buschdorf geringer als in der Gesamtstadt (39 Prozent). Die 45 bis 65-jährigen nehmen in Buschdorf einen Anteil von 28 Prozent ein. Hier ist der Wert gegenüber der Gesamtstadt (26 Prozent) leicht erhöht. Diese Ausprägung findet sich auch in der Altersklasse der über 65-jährigen wieder. Hier weist Buschdorf einen Anteil von 21 Prozent auf. Wohingegen in der Gesamtstadt ein Anteil von 18 Prozent vorherrscht. Insgesamt wird deutlich das in Buschdorf der Anteil der über 45-jährigen mit 48 Prozent höher liegt, als in der Gesamtstadt mit 45 Prozent. (Stadt Bonn, Statistikstelle, Stichtag 31.12.2021) (siehe Abbildung 3). Abbildung 3: Altersgruppen in Buschdorf 0 bis unter 18 Jahre; 20% 18 bis unter 45 Jahre; 32% 45 bis unter 65 Jahre; 28% 65 Jahre und älter; 21% ALTERSGRUPPEN IN BUSCHDORF Quelle: Bundesstadt Bonn - Statistikstelle, Stand: 31.12.2021Seite 17 von 116 14 Abbildung 4: Altersgruppen in Bonn Bei der Betrachtung der Altersstruktur in Buschdorf wurde deutlich, dass das Durchschnittsalter in Buschdorf mit 42,9 Jahren nur geringfügig über dem der Gesamtstadt (42,2 Jahre) liegt (Stadt Bonn, Statistikstelle, Stichtag 31.12.2021). 4.1.4 SWOT-Analyse der soziodemografischen Struktur Die Analyse der sozioökonomisch-demografischen Daten zeigt, dass Buschdorf im Vergleich zur Gesamtstadt einen leicht erhöhten Anteil von Menschen über 45 Jahren aufweist. Auch der Anteil der über 65-jährigen ist leicht erhöht. Hieraus lässt sich perspektivisch eine besondere Betrachtung der Bedarfe der Bevölkerungsgruppe der Älteren ableiten. Die vorhandenen Bebauungsstrukturen tragen zudem dazu bei, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein hoher Anteil älterer Menschen in Buschdorf in nicht barrierefreien, vergleichsweise zu großen und aufwendig zu bewirtschaftenden Einfamilien- und Reihenhäusern leben. Des Weiteren ist ein leicht erhöhter Anteil der unter 18-jährigen zu verzeichnen. Auch in Bezug auf die Bevölkerungsgruppe von Kindern und Judenglichen ist eine besondere Betrachtung der Bedarfe geboten. STÄRKEN - Wenig Herausforderungen im Bereich Integration - Über Generationen hinweg gewachsene Bevölkerungsstruktur (Hohe Identifizierung mit dem Ort) SCHWÄCHEN - Hoher Anteil älterer Bewohner*innen - Leicht erhöhte Arbeitslosenquote CHANCEN - Bevölkerungszuwachs und Verjüngung des Ortsteils durch die Ausweisung neuer Baugebiete RISIKEN -Demografischer Wandel und das Älterwerden der Gesellschaft 0 bis unter 18 Jahre; 17% 18 bis unter 45 Jahre; 39% 45 bis unter 65 Jahre; 26% 65 Jahre und älter; 18% ALTERSGRUPPEN GESAMTSTADT BONN Quelle: Bundesstadt Bonn - Statistikstelle, Stand: 31.12.2021Seite 18 von 116 15 4.2 Wohnen und Stadtgestalt Das Themenfeld Wohnen und Stadtgestalt ist ein weiterer Bestandteil zur Beurteilung des Planungsraums. Die Entstehung des Ortsteils, die städtebauliche Struktur sowie die Bebauungsstruktur geben Aufschluss über das vorhandene Wohnungsangebot und das städtebauliche Erscheinungsbild im Ortsteil. Im Rahmen der städtebaulichen Analyse kann eine Überprüfung des Angebots unter Berücksichtigung der bereits in der sozio-demografischen Analyse festgestellten Bedarfslage erfolgen. 4.2.1 Entstehungsgeschichte Die Entstehung des Ortsteils Buschdorf ist historisch geprägt. Die Kartenaufnahme von Tranchot/ v. Müffling (1803-1820) zeigt die ursprüngliche Bebauung des Dorfes „Bursdorp“, welche heute nur noch in Teilen vorhanden ist. Insgesamt verfügt Buschdorf über acht Baudenkmäler. Hinzu kommen weitere drei ortsbildprägende Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen, die Geschichte und das Bild des Ortsteils jedoch maßgeblich prägen. Abbildung 5: Tranchot-Karte (ohne Maßstab) Der historische Ortskern Buschdorfs erstreckt sich entlang der Buschdorfer Straße und der Friedlandstraße und kennzeichnet sich weitestgehend durch Bebauungsstrukturen bis zum Jahr 1949. Der Bestand der gesamten Wohnbebauung Buschdorfs ist vorwiegend in den 1960er-1980er Jahren entstanden.Seite 19 von 116 16 Abbildung 6: Denkmalgeschützte und ortsbildprägende Gebäude 4.2.2 Denkmalgeschützte und ortsbildprägende Gebäude Im Folgenden sind die denkmalgeschützten und ortsbildprägenden Gebäude in Buschdorf aufgeführt, die einen wesentlichen Beitrag für das Erscheinungsbild des Ortsteils leisten. 1) „Villa Kuth“ (Jahrhundertwende) Die Villa Kuth an der Friedlandstraße 21 wurde um die Jahrhundertwende errichtet. Das Gebäude ist bedeutend für die Geschichte des Ortsteils Buschdorf sowie für die städtebauliche Entwicklung der Ortsteile im Bonner Raum, da das Gebäude den Übergang vom im ländlichen Bereich üblichen Bauen zum bürgerlichen Wohnhaus präsentiert. 2) Buschdorfer Burg (Baujahr 1218) Die Burg, wie auch das Dorf „Bursdorp“, lag an der wichtigen Heer- und Handelsstraße von Bonn nach Aachen und gehörte wie die Burgen in Roisdorf, Bornheim, Dersdorf und Roesberg zu einem System, das im 12. Jahrhundert unter anderem zur Wahrung des Landfriedens errichtet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Ritter von Bursdorp stammt aus dem Jahr 1218. Der Wohnturm aus dem 13./14. Jahrhundert bildet auch heute noch den Kern der Hofanlage, die 1876 nach einem Brand in der heute bestehenden Form einer vierflügeligen Backsteinhofanlage aufgebaut wurde. Die Hofanlage mit dem heute vorhandenen Park und dessen Einfriedung sind Teil des Baudenkmals Buschdorfer Burg. 3) GillessenhofSeite 20 von 116 17 Bei dem Gillessenhof an der Buschdorfer Straße 4 handelt es sich um einen ehemaligen rheinischen Viereckshof, dessen Wohnhaus und Kubatur heute denkmalgeschützt sind. Die Entstehung der Hofanlage geht bis in das späte Mittelalter zurück. Sie gehört heute zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Buschdorfs. Durch die herausragende Architektur prägt sie im Zusammenspiel mit der nahegelegenen Buschdorfer Burg maßgeblich das Ortsbild. 4) Fachwerkhaus (Baujahr Ende des 17. Jh.) Das Fachwerkhaus an der Buschdorfer Straße 18 ist bedeutend für die Geschichte des Ortsteils, da es in seiner Gebäudestruktur und städtebaulichen Situation ein typisches Zeugnis für die kleinmaßstäbliche Bauweise in mittelrheinischen Dorflagen ist. 5) „Magerhof“ (Baujahr 1632) Der sogenannte Magerhof soll nach einer mündlichen Überlieferung 1632 als erster nicht geistlicher Hof in Buschdorf entstanden sein. Bei dem Gebäude in der Buschdorfer Straße 19 handelt es sich um den winkelförmig gebauten Wohnteil einer großen Hofanlage in Fachwerkbauweise. 6) Buschdorfer Kapelle (Baujahr 1869) Die neugotische Aegidien-Kapelle ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen, insbesondere für die Geschichte des Ortsteils Buschdorf. Die Kapelle zeigt die Entwicklung der Kirchengemeinden in diesem Teil des Rheinlandes auf. 7) Fachwerkhofanlage (Baujahr 17. Jh.) Die vierflügelige Fachwerkhofanlage an der Buschdorfer Straße 26 ist bedeutend für den Ortsteil Buschdorf, da sie im Zusammenhang mit den noch erhaltenen benachbarten Fachwerkbauten die „Urzelle“ des Dorfes Buschdorf darstellt. 8) „Dorfschmiede“ des Ewertshofes (Baujahr 17. Jh.) Das Wohnhaus an der Buschdorfer Straße 42 ist eines der ältesten Häuser des Buschdorfer Ortskerns. Die Dorfschmiede war einst dem Ewertshof zugeordnet. Der älteste Teil des Gebäudes stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Wohnhaus ist bedeutend für die Geschichte und städtebauliche Entwicklung des Ortsteils, da es die Urzelle des Dorfes darstellt. 9) Annahof Der Annahof an der Von-den-Driesch-Straße 4 ist einer der wenigen, noch bestehenden Höfe in Buschdorf. Die Hofanlage steht nicht unter Denkmalschutz, dennoch ist sie bedeutend für die Ortsteilgeschichte. Der Annahof ist auch heute noch in Betrieb.Seite 21 von 116 18 10) Katholische Kirche Sankt Ägidius (Baujahr 1980) Die katholische Pfarrkirche wurde im Jahr 1980 fertiggestellt und dient seither als Ort der religiösen Gemeinschaft. Seit dem Jahr 2013 gehört sie der katholischen Kirchengemeinde St. Thomas Morus an. Die Kirche, die in der Form eines organischen Kreuzes angeordnet ist und über einen säulenförmigen Kirchturm verfügt, prägt mit ihrer Architektur maßgeblich das Erscheinungsbild des Ortsteils. 4.2.3 Städtebauliche Struktur Durch seine Stadtrandlage und Bebauungsstruktur ist Buschdorf nicht urban, sondern dörflich geprägt. Ein weiteres Merkmal von Buschdorf ist die strukturell-räumliche Unterteilung des Ortsteils in das nordwestlich gelegene Wohngebiet und das südöstlich gelegene Gewerbegebiet. Das Gewerbegebiet ist durch die Schlesienstraße räumlich klar von dem Wohngebiet abgegrenzt, sodass dieses keinen Einfluss auf die Wohnqualität nimmt. Innerhalb der zwei Bereiche ist die Nutzungsstruktur vorwiegend homogen geprägt. Das Wohngebiet ist durch die Ausweisung reiner und allgemeiner Wohngebiete definiert. Eine Mischgebietsausweisung ist lediglich entlang der Schlesienstraße und am Eingang der Otto-Hahn-Straße als Übergang von der Wohnbebauung in das Gewerbegebiet gegeben. Im historischen Ortskern befindet sich ein Bereich mit Geschäften, der sich ebenfalls im Bereich des Wohngebiets befindet. Der Ortsteil weist größtenteils kleinteilige Bebauungsstrukturen wie Einfamilien- und Reihenhäuser mit Satteldächern auf. Mehrfamilienhäuser sind mit der Umsetzung der neuen Baugebiete in den letzten Jahren hinzugekommen, jedoch überwiegen Gebäudetypologien mit niedrigeren Geschosszahlen mit durchschnittlich ein bis zwei Geschossen. Im Zuge der großen Wohnungsnachfrage für die Bundesbeamten entstand in den 1960er und 1970er Jahren im Nordosten Buschdorfs eine Flachdachsiedlung mit durchschnittlich drei bis vier Geschossen und einem Gebäudekomplex, der über fünf Geschosse verfügt. Die Siedlung wird aufgrund der roten Fassadengestaltung bei den Bewohner*innen als ROTE SIEDLUNG bezeichnet. Insgesamt ist die Bebauungsdichte im Gebiet aufgrund der vorherrschenden Bebauungstypologien noch als gering einzustufen. Die Bevölkerungsdichte in Buschdorf beträgt 2.842 Einwohner*innen pro Quadratkilometer (EW/km²). In der Gesamtstadt liegt die Bevölkerungsdichte bei 3.058 EW/km². Die durchschnittliche Wohnungsgröße in Buschdorf liegt bei 100,1 m². In der Gesamtstadt beträgt die Durchschnittsgröße einer Wohnung hingegen 82,6 m². Innerhalb des Bezirks Bonn ist eine Wohnung im Durchschnitt lediglich 75,9 m² groß (vgl. Stadt Bonn, Statistikstelle, Stand 31.12.2021). Im Rahmen der baulichen Umsetzung der Neubaugebiete Im Rosenfeld und den Neubaugebieten u.a. Otto-Hahn Straße/Kölnstraße, Kölnstraße/Schlesienstraße, Petrusacker und Buschdorfer Straße wird der Ortsteil in den kommenden Jahren ein weiteres starkes Bevölkerungswachstum erfahren, eine Zunahme der Bebauungsdichte ist demensprechend zu erwarten. Die geplanten Neubaugebiet bieten zudem die Chance, die homogene Siedlungsstruktur weiter aufzubrechen und ein vielfältiges Angebot an verschiedenen Bautypologien und Wohnungsgrößen zu schaffen.Seite 22 von 116 19 Abbildung 7: Ortsteilentwicklung und Siedlungstypologie Buschdorf 4.2.4 Haushaltsstruktur Bei der Betrachtung der Haushaltsstruktur wird deutlich, dass ein Großteil der Buschdorfer Bewohner*innen in Ein- bis Zweipersonenhaushalten lebt. So leben 37 Prozent der Buschdorfer*innen in einem Einpersonenhaushalt und 30 Prozent in einem Zweipersonenhaushalt (Stadt Bonn, Statistikstelle, Stichtag 31.12.2021). Die Gebäudestruktur zeigt jedoch, dass die Gebäude in Buschdorf zu fast 90 Prozent mindestens drei Zimmer aufweisen, sodass ein Großteil der Bevölkerung in verhältnismäßig großen Wohnungen lebt. Da der Ortsteil, wie bereits beschrieben, den Auswirkungen des demografischen Wandels unterliegt, wird der Bedarf an kleinem, barrierefreiem Wohnraum in Buschdorf weiter steigen. (vgl. Stadt Bonn, Statistikstelle, Stand: 31.12.2021)Seite 23 von 116 20 Abbildung 8: Haushalte nach Typ Buschdorf Abbildung 9: Haushalte nach Typ Bonn 4.2.5 SWOT-Analyse Wohnen und Stadtgestalt Bei der Betrachtung des Städtebaus wird deutlich, dass vorstadtähnliche Strukturen und der historische Ortskern den Charakter des Ortsteils ausmachen. Die Nähe zum Rhein und die ruhige Wohnlage entlang des Grünraums unterstreichen die Qualität des Wohnstandorts. Der Eigenheimbau in den 1960er-1970er Jahren hat zur Folge, dass ein Großteil der Eigentümer*innen der Buschdorfer Häuser sich heute im Rentenalter befinden und in zu großen, nicht barrierefreien und aufwendig zu bewirtschaftenden Häusern leben. Die weitgehend homogene Siedlungsstruktur führt auch dazu, dass relativ wenig kleiner, barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum für diese Zielgruppe vorhanden ist. Auch neuen Wohnraumangebote für kinderreiche Familien und Mietwohnungen gibt es nicht ausreichend. Jedoch würde eine Chance darin liegen, Wohnungen und Häuser entsprechend der Lebensphase und des Platzbedarfs zu tauschen. Einige Kommunen haben bereits positive Erfahrung mit solchen Modellen gemacht. 1-Personen- Haushalte; 37,07% Paare ohne Kinder; 24,02% Paare mit Kinder; 20,41% Alleinerziehende; 4,79% Andere; 13,72% HAUSHALTE NACH TYPEN BUSCHDORF 1-Personen- Haushalte; 51,67% Paare ohne Kinder; 20,20% Paare mit Kinder; 14,27% Alleinerziehend e; 4,09% Andere; 10% HAUSHALTE NACH TYPEN GESAMTSTADT BONNSeite 24 von 116 21 Die enge Bebauung mit Garagenhöfen, bzw. hohe Anzahl an oberirdischen Stellplätzen mit Garagenhöfen und die geringe Attraktivität der ROTEN SIEDLUNG sind Mängel des städtebaulichen Erscheinungsbildes. Die Gebäudesubstanz in Buschdorf vermittelt einen vorwiegend guten Zustand. Eine Ausnahme bildet ein Gebäudekomplex mit drei Mehrfamilienhäusern, die von der Buschdorfer Straße, der Schickgasse und der Johann-Wirtz-Straße eingefasst sind und von Leerstand und Verfall der Gebäudesubstanz geprägt sind. Die geplanten Siedlungserweiterungen bieten einerseits die Chance, die Durchmischung im Gebiet durch die Entstehung von Wohnraum für Familien zu stärken. Andererseits wird dem Bedarf an kleinem, barrierefreien Wohnraum in Form von Mehrfamilienhäusern sowie altersgerechtem Wohnraum nachgegangen. Hierdurch besteht die Chance, dass weiterer Wohnraum im Bestand für junge Familien frei wird. STÄRKEN - Lage des Ortsteiles - Dörflicher Charakter - Historischer Ortskern - Nähe zum Rhein - Ruhige Wohnlage SCHWÄCHEN - Fehlen von kleinem, barrierefreien Wohnraum - Kaum Wohnangebot für kinderreiche Familien - Wenig Angebot an innovativen Wohnformen - Geringer Anteil an Mietwohnungen - Hohe Anzahl oberirdischer Stellplätze mit Garagenhöfen - Geringe Attraktivität der „Roten Siedlung“ CHANCEN - Wohnbaupotenziale zur Ausweitung des Wohnraumangebotes für alle Nutzergruppen - Beschluss zum Mehrgenerationenwohnen in Buschdorf RISIKEN - Demografischer Wandel und das Älterwerden der GesellschaftSeite 25 von 116 22 4.3 Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben In Buschdorf gibt es verschiedene Angebote die dem Bereich Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben zuzuordnen sind. Im Kapitel 4.3 werden die religiösen Einrichtungen, die offenen Jugendeinrichtungen sowie die Vereine, Stammtische und Initiativen vorgestellt. Zudem erfolgt ein kurzer Überblick über die kulturellen Angebote und Feste in Buschdorf. Abschließend wird eine SWOT- Analyse des Themenfeldes Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben vorgenommen. 4.3.1 Religiöse Einrichtungen Es gibt religiöse Einrichtungen, wie die katholische Kirchengemeinde St. Ägidius, eine freie evangelische Kirche mit dem Namen KIRCHE FÜR BONN, einen Hindutempel und einen Treffpunkt für muslimische Bewohner*innen in Buschdorf. Insbesondere das Pfarrzentrum St. Ägidius und die Freie Kirche für Bonn bieten große Räume für gemeinschaftliche Aktivitäten und Feste. Allerdings ist der Abriss des Gemeindehauses von St. Ägidius geplant und soll durch Gemeinschaftsräume im Neubau kompensiert werden. 4.3.2 Offene Jugendeinrichtungen Der Jugendverein Lucky Luke e.V. bietet seit seiner Gründung im Jahr 2006 zusätzlich Angebote für die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Seit der Kündigung der Räumlichkeiten an der Buschdorfer Straße 21, nutzt der Verein das Kellergeschoss des Pfarrzentrums mit. Da das Gemeindezentrum perspektivisch niedergelegt wird, fehlt es dem Verein an einer langfristigen Nutzungsmöglichkeit. 4.3.3 Vereine, Stammtische und Initiativen Auch weitere Vereine, Stammtische und Initiativen befinden sich in Buschdorf, dazu gehören beispielsweise: • die freiwillige Feuerwehr • der Ortsfestausschuss (1973 gegründet und 1999 als Verein eingetragen) • die Buschdorf-Stiftung e.V. -> Hilfe für Menschen in Not • die Bürgerstiftung Buschdorf -> Alten- und Jugendhilfe sowie Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, fördert soziale Projekte • die Katholische Frauengemeinschaft (1972 gegründet) • Buschdorfer Männersenioren (1983 gegründet) • SV Buschdorf 02 e.V. (2002 gegründet) • Karnevalsausschuss Buschdorf e.V. • Kegelvereine „Kallejöcker“ und „Ons kann keene“ • Böschdorfe Käels • Urban Gardening (2015 auf der KBE-Trasse eingerichtet) • OGS-Elterninitiative BuschPänz (1998 gegründet) • Groß & Klein – Engagement an Bonner Grundschulen (Lesepaten).Seite 26 von 116 23 Auch im Bereich der sozialen Vernetzung gibt es in Buschdorf bereits Angebote. So gibt es eine private Buschdorfwebsite, auf der Veranstaltungsinformationen, Fotos vergangener Veranstaltungen sowie ein Überblick über die Geschichte Buschdorfs zu finden sind. Weiterreichend informiert ein privater Newsletter die Buschdorfer*innen per E-Mail über Veranstaltungen und weitere Neuigkeiten. 4.3.4 Kulturelle Angebote und Feste Kulturelle Veranstaltungen finden in den bestehenden Einrichtungen statt, eine Einrichtung ausschließlich für Kultur gibt es im Ortsteil nicht. Das Feuerwehrmuseum, das einst in Buschdorf ansässig war, hat seinen Standort vor einigen Jahren aufgegeben. Verschiedene Traditionsfeste runden jedoch das Angebot an gemeinschaftlichen Aktivitäten ab. So wird von der Katholischen Frauengemeinschaft der Buschdorfer Karneval ausgerichtet. Zudem gibt es jährlich einen Frühjahrsputz, bei dem tatkräftige Helfer*innen aus Buschdorf Müll im öffentlichen Raumsammeln. Ende April findet jährlich das Maiansingen auf dem Buschdorfer Dorfplatz statt. Der Buschdorfer Seniorentag bietet Senior*innen im Mai die Chance, einen kostenlosen Nachmittag mit Musik und Tanz bei Kaffee und Kuchen gemeinschaftlich zu verbringen. Das größte Fest des Jahres ist die Buschdorfer Kirmes Anfang September. Zu Sankt Martin wird ein Martinszug im Ortsteil organisiert. Die Idee für einen Buschdorfer Advent ist im Jahr 2003 entstanden. Dieser findet seither immer am dritten Adventssonntag im Ortskern entlang der Buschdorfer Straße und der Friedlandstraße statt. Zusätzlich zu den jährlichen Feierlichkeiten wurde in Buschdorf bereits zwei Mal ein Jubiläum gefeiert. So brachte eine Urkunde 1977 den Anlass, das 760-jährige Bestehen Buschdorfs zu feiern. Im Jahr 2017 gab es die 800-Jahresfeier Buschdorfs. Hier wurde ein Jahr lang mit zusätzlichen Aktionen und Festen gefeiert. Abbildung 10: Gemeinschaft, Tradition und VereinslebenSeite 27 von 116 24 4.3.5 SWOT-Analyse Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben In Buschdorf ist der Gemeinschaftsgedanke sehr ausgeprägt. Die Bewohner*innen zeigen eine hohe Identifikation mit dem Ortsteil. Dies trägt auch dazu bei, dass das soziale Engagement in Buschdorf bereits sehr stark ausgeprägt ist. Die vielen Feste und Veranstaltungen bewirken ebenfalls, dass die Identifikation weiter steigt. Bislang besteht die Möglichkeit, Räume der Kirche und der Jugendeinrichtung für gemeinschaftliche Veranstaltungen zu nutzen. Gemeinschaftlichen Aktivitäten, Veranstaltungen und Feste können in den Sommermonaten draußen, z.B. auf dem Dorfplatz, stattfinden. Für Kinder und Jugendliche besteht mit der offenen Einrichtung Buschbude des Trägers Lucky Luke e.V ein Angebot für offene Jugendarbeit in Buschdorf. Auch nach einem Umzug in die Räumlichkeiten des Pfarrzentrums, bleibt die Raumsituation der Buschbude mit nur einem Raum jedoch beengt. Die entstehenden Neubaugebiete stellen zudem eine Herausforderung für das gesellschaftliche Miteinander dar. Für die neu zuziehenden Buschdorfer*innen sollten Angebote geschaffen werden, um einen guten Austausch zu ermöglichen. Das bürgerschaftliche Engagement, der gemeinschaftliche Zusammenhalt und die Veranstaltungen, die über das Jahr verteilt in Buschdorf stattfinden, bieten hierbei bereits gute Ansatzpunkte. Mit der Schaffung weiterer Orte der Gemeinschaft und Begegnung kann die Integration und Gemeinschaft zusätzlich gefördert werden. STÄRKEN - Gemeinschaftsgedanke - Hohe Identifizierung mit dem Ortsteil - Soziales Engagement/ Ehrenamt - Veranstaltungen/Feste - Jugendverein Lucky Luke e.V. - Gemeindezentrum als Versammlungsort SCHWÄCHEN - Fehlende Orte der Begegnung - Wenig Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene - Jugendverein ohne dauerhafte Räumlichkeiten CHANCEN - Durchmischung im Ortsteil durch Zuzug junger Familien RISIKEN - Fehlendes Interesse an Ehrenamt - Integration von Neubürger*innen - Nachwuchsprobleme von TraditionsvereinenSeite 28 von 116 25 4.4 Infrastruktur und Versorgung Die soziale Infrastruktur und Versorgung der Anwohnener*innen mit Gütern und Dienstleistungen des kurzfristigen Bedarfs leisten einen entscheidenden Beitrag für die Wohn- und Lebensqualität eines Ortsteils. Diese gilt es in Buschdorf insbesondere im Hinblick auf die Zunahme der Bevölkerung und die Erreichbarkeit älterer und/oder geheingeschränkter Menschen zu überprüfen. 4.4.1 Schulen Im Bereich der sozialen Infrastruktur verfügt Buschdorf über eine katholische Grundschule (KGS) und die Gemeinschaftsgrundschule „Am Apfelgarten“. Derzeit besuchen insgesamt 211 Schüler*innen die zweizügige KGS Buschdorf, wovon 115 Schüler*innen einen Betreuungsplatz in der offenen Ganztagsschule (OGS) in Anspruch nehmen. Mit der GGS „Am Apfelgarten“ ist 2019 ein zweiter –noch provisorischer- Grundschulstandort in Buschdorf gegründet worden. Im Spätsommer 2022 sind die Arbeiten für den Neubau des Schulgebäudes sowie einer Sporthalle aufgenommen worden. 4.4.2 Kindertagesstätten In Buschdorf befinden sich vier Kindertagesstätten: • Evangelischer Kindergarten mit ca. 50 Betreuungsplätzen • Katholischer Kindergarten St. Aegidius mit ca. 65 Betreuungsplätzen • Städtischer Kindergarten „Die Raupe“ mit ca. 45 Betreuungsplätzen • FRÖBEL-Kindergarten „Am Apfelbaum“ mit ca. 80 Plätzen 4.4.3 Grundversorgung Im Bereich der Grundversorgung verfügt Buschdorf über einen Lebensmitteldiscounter, eine Apotheke und drei Ärzte sowie ein Sanitätshaus. Darüber hinaus sind zwei Gastronomiebetriebe und ein Bäcker im Ortsteil ansässig. Eine Sparkassen- oder Postfiliale gibt es im Ortsteil nicht, lediglich einen Bankautomaten und eine Poststelle in dem ansässigen Blumenhandel. Bis Dato ist kein Lebensmittelvollsortimenter in Buschdorf ansässig. Die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Ansiedlung eines REWE Marktes an der Kölnstraße ist jedoch geplant.Seite 29 von 116 26 Abbildung 11: Infrastruktur und Versorgung Karte 4.4.4 SWOT-Analyse Infrastruktur und Versorgung Insgesamt ist die Versorgung mit Einrichtungen der Daseinsvorsorge (Sozial-, Bildungs-, Gesundheitsinfrastruktur sowie kulturellen Angeboten und Einrichtungen) im Gebiet gegeben, diese gilt es jedoch an den Bevölkerungszuwachs anzupassen. Durch den ansässigen Discounter ist die Nahversorgung in Buschdorf zunächst sichergestellt. Der geplante Lebensmittelvollsortimenter wird das Angebot zukünftig vollumfänglich ergänzen. Auch gastronomische Angebote gibt es im Ortsteil nur vereinzelt. Angebote im Bereich der sozialen Infrastruktur sind durch die Grundschulen und Kindergärten vorhanden, diese gilt es jedoch nach Bedarfslage auszubauen. Die Einwohnerzahlen in Buschdorf sind mit der Realisierung des Neubaugebietes „Im Apfelgarten“ deutlich gestiegen. Eine Anpassung der sozialen Infrastruktur ist u.a. durch die Einrichtung eines zusätzlichen Kindergartens sowie einer weiteren Grundschule erfolgt. Dennoch fehlen in Buschdorf im Kindergartenjahr 2022/2023 ca. 26 Kinderbetreuungsplätze. Mit dem geplanten Neubau der Kindertagesstätten Friedlandstraße/von den Driesch Straße ist eine Erweiterung um ca. 2 Gruppen geplant. Auch im Neubaugebiet Rosenfeld werden Flächen für eine neue Kindertagesstätte berücksichtigt. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder bis zur Einschulung, der sich aus den weiteren geplanten Neubaugebieten ergibt, ist derzeit nicht abschätzbar. STÄRKEN - Nahversorgung durch Discounter - Versorgung mit Hausärzten und Apotheke SCHWÄCHEN - Fehlen von: o Vollsortimenter im Ortsteil o Gastronomischen AngebotenSeite 30 von 116 27 o Begegnungsorten o Bank und Postfiliale CHANCEN - Beschluss zur Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters - Ergänzende Angebote auch im Rahmen der weiteren Baugebiete (u.a. Rosenfeld). RISIKEN - Zunahme des OnlinehandelsSeite 31 von 116 28 4.5 Freiraum und Sport Die Betrachtung des Themenfeldes Freiraum und Sport gibt wichtige Hinweise zu der Freiraumqualität des Ortsteils. Mit Blick auf die entstehenden Neubaugebiete in Buschdorf ist dem Schutz der Freiraumfunktionen eine besondere Bedeutung beizumessen. 4.5.1 Grün- und Freiflächen 4.5.1.1 Grünes C Der Ortsteil Buschdorf weist durch seine Lage am Stadtrand einen hohen Anteil an Grün- und Freiflächen auf (Grünanteil 37,4 %; Stadt Bonn, Statistikstelle Stand: 31.12.2021). Eingefasst er durch das GRÜNE C, welches den C-förmigen regionalen Grünzug zwischen Ville und Siebengebirge bezeichnet. Dieser Grünzug wurde als interkommunales Projekt im Rahmen der Regionale 2010 als Landschaftsprojekt des MASTERPLAN GRÜN entwickelt. Ziel des GRÜNEN C ist es, die regionalen Freiräume langfristig zu sichern, zu verknüpfen und weiterzuentwickeln. Der Freiraum umfasst große Acker-, Obst- und Gartenbauflächen, Kulturlandschaften, Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Flüsse und Ufer sowie Kiesgruben. Der Abschnitt in Buschdorf ist insbesondere durch landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt. Im Rahmen der Entwicklung des Grünen C wurde in Buschdorf der Grünzug Rosenfeld als Grüner Rand im Grenzbereich der Städte Bonn und Bornheim realisiert. Das 2,3 Hektar große Gebiet wurde noch vor Realisierung des angrenzenden Baugebietes Im Rosenfeld hergestellt und markiert so bereits heute deutlich den Rand der Siedlungsfläche. Ortsansässige Landwirte legen seit 2013 ausgedehnte Blüh- und Farbfelder an. Eine Streuobstwiese trägt zum Erhalt regionaler Obstsorten bei. Auf dem zum Leitthema Landwirtschaft gestalteten Spielplatz sowie dem multifunktionalen Kleinspielfeld an das auch eine Gymnastikwiese und ein Outdoor-Fitnessangebot angrenzt, können sich alle Generationen aktiv betätigen. Zudem besteht die Möglichkeit im Grünzug Gemüsegärten für eine Saison zu mieten. 4.5.1.2 Urban Gardening Eine weitere Besonderheit in Buschdorf ist das URBAN GARDENING-Projekt entlang der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahntrasse (KBE Trasse). Das Projekt wurde im Frühjahr 2016 ehrenamtlich umgesetzt. Involviert waren sowohl Bewohner*innen als auch Geflüchtete in Buschdorf. 4.5.1.3 Festwiese Die 2.179 Quadratmeter große öffentliche Grünfläche ist im Bebauungsplan als Festwiese festgesetzt und hat eine hohe Bedeutung für die Bewohnerschaft. Sie dient sowohl als Dorfplatz für verschiedene Feste, als auch als Spielwiese. 4.5.1.4 Friedhof Ebenfalls verfügt Buschdorf über einen Friedhof. Der rund 1,01 ha große Ortsteilfriedhof ist im Jahr 1904 entstanden. Mit der 1968 bis 1970 errichteten Trauerhalle und einer Erweiterung in den 1980er Jahren stellt sich der Friedhof heute als eine moderne dörfliche Anlage des 20. Jahrhunderts dar. Geprägt wird das Gelände durch zahlreiche Rotbuchen. 4.5.2 Sport- und Spielflächen Sportangebote gibt es in Buschdorf sowohl Indoor als auch Outdoor. Die Sportmeile in der Straße Am Schildchen verfügt mit einer integrierten Soccerhalle, Indoor-Beachvolleyball, einem Fitness-Studio und einem Indoor-Spielplatz über ein breitgefächertes kommerzielles Sportangebot. Der Fußballverein SV Buschdorf bietet an dem städtischen Sportplatz am Georg-Elser-Weg Fußballtraining fürSeite 32 von 116 29 verschiedene Altersgruppen an. Eine Erweiterung der Sportplatzfläche ist aufgrund der gestiegenen Bedarfe für den Vereinssport vorgesehen. Öffentlich zugängliche und nicht kommerzielle bzw. vereinsgebundene Sport- und Spielangebote wurden im Jahr 2014 mit der Realisierung des Grünzugs Rosenfeld geschaffen. So wurde ein multifunktionales Kleinspielfeld errichtet, auf dem Basketball, Fuß- oder Handball gespielt werden kann. Zudem gibt es angrenzend eine Gymnastikwiese, die über drei starre Fitnessgeräte (Station Liegestütz, Station Dehnen, Station Klimmzug) verfügt und somit für weitere Sportmöglichkeiten genutzt werden kann. An der Otto-Hahn-Straße auf der Höhe des Sportplatzes befindet sich zudem eine Streetballanlage, die über Streetballständer, einen Ballfangzaun und einen Pavillon verfügt. In Buschdorf gibt es zudem sechs Spielplätze an den Standorten Dellweg, Friedlandstraße, Anna- Schubring-Straße, Josef-Kuth-Straße, Im großen Apfelgarten und Im Rosenfeld. Der Spielplatz Im Rosenfeld wurde im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme des GRÜNEN C bereits angelegt, um den künftigen Bedarf im dort entstehenden Neubaugebiet zu decken. 4.5.3 Freiraum- und Artenschutzkonzepte Verschiedene Freiraum- und Artenschutzkonzepte in Bonn dienen der Sicherung des Freiraums sowie dem Schutz von Natur, Landschaft und streng geschützter Tierarten. Die Ziele des Integrierten Freiraumsystems, zukünftig des Bonner Freiraumplans (in der Entwicklung), des Landschaftsplans Kottenforst und des Artenschutzkonzeptes Bonn Nord-West gilt es für die Entwicklung des Ortsteils Buschdorf zu berücksichtigen. 4.5.3.1 Integriertes Freiraumsystem (IFS) Für die Sicherung und nachhaltige Entwicklung der Freiflächen im Bonner Stadtgebiet wurde 1997 das 'Integrierte Freiraumsystem der Stadt Bonn' (IFS) entwickelt. Das IFS steht vorrangig in Zuordnung zum Flächennutzungsplan (FNP) und erfüllt die Aufgabe eines Steuerungs- und Planungsinstruments. Im Jahr 1999 wurde durch einen Beschluss des Hauptausschusses festgelegt, dass das IFS als informelle Abwägungsgrundlage für die Bauleitplanung hinzugezogen werden soll (vgl. DS-Nr. 9801563NV). Mit dem IFS 2012 liegt seit 2014 eine abgeschlossene Aktualisierung des Freiraumsystems vor (vgl. DS-Nr. 1313742). Die Planungsmodellkarte aus dem IFS 1997 wurde im Zuge der Überarbeitung als Zielkonzept 2012 fortgeschrieben (siehe Abbildung 12). Dieses beinhaltet vier Entwicklungsziele: Erhaltung, Erhaltung und Anreicherung, Entwicklung und temporäre Erhaltung. Der Planungsausschuss hat 2014 beschlossen, dass das IFS bei allen raumwirksamen Planungen im Rahmen von Abwägungsprozessen einzubeziehen ist (vgl. DS-Nr. 1313742). In Buschdorf sind einige Freiräume als Kernbereiche ausgewiesen. Als Kernbereich werden Flächen beschrieben, auf denen eine weitere bauliche Entwicklung die Qualität und Quantität der Freiräume Bonns maßgeblich einschränken würde. Dazu gehören in Buschdorf das Amphibienbiotop Buschdorf, die Flächen am Baugebiet Im Rosenfeld sowie Flächen am nördlichen Rand des Nordfriedhofes. Das Konzept hebt zudem die Bedeutung der Vernetzung von Frei- und Grünräumen hervor: In der Karte zum Konzept stellen Pfeilsymbole die zu berücksichtigen grünen Verbindungen dar. Diese Grünverbindungen bestehen vorrangig innerhalb des Siedlungsraumes und sollen durch grüne Verbindungen Lücken im Freiraumsystem schließen. Verbindungspotenzial wird vor allem entlang der Franz-Grünkorn-Str., zwischen der Franz-Grünkorn-Str. und der Otto-Hahn-Straße sowie zur Kölnstraße auf Höhe des Wohngebietes „Im Apfelgarten“ gesehen. Eine lineare Umfeldverbesserung wird dann ausgewiesen, wenn die Vernetzung größerer Freiräume aufgrund fehlenden Platzes im Straßenraum oder aufgrund vorhandener Bebauung nichtrealisierbar ist. Die lineare Umfeldverbesserung sieht beispielsweise vegetative Ergänzungen durch Straßenbäume sowie Straßenbegleitgrün vor. In Buschdorf gilt dies für den im Ort südlichen Teil der Kölnstraße. Bereiche in denen auf eine bauliche Nutzung verzichtet werden soll sind für Buschdorf nicht ausgewiesen.Seite 33 von 116 30 Abbildung 12: Ausschnitt aus dem IFS-Zielkonzept 2012 4.5.3.2 Landschaftsplan Kottenforst Der Landschaftsplan Kottenforst wurde im Jahr 2012 als kommunale Satzung der Bundesstadt Bonn beschlossen und nach Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln im Februar 2013 rechtswirksam. Der Landschaftsplan Kottenforst weist die Freiräume, die das Siedlungsgebiet Buschdorfs umgrenzen, mit den Entwicklungszielen 2 und 8 aus. Das Entwicklungsziel 2 beschreibt die Anreicherung bzw. ökologische Aufwertung einer im Ganzen erhaltungswürdigen Landschaft mit naturnahen Lebensräumen und mit gliedernden und belebenden Elementen. Das Entwicklungsziel 8 beschreibt die Herstellung oder Verbesserung bzw. Sicherstellung der Entwicklungsfähigkeit von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten besonderer Pflanzen- und Tierarten. Bei der Freifläche, die mit dem Entwicklungsziel 8 ausgewiesen ist, handelt es sich um ein Amphibienbiotop. Der Erhalt und die Sicherung der Biotopflächen u.a. für die Wechselkröte ist entsprechend eines zu erstellenden Pflegeplanes, der auf die faunistischen Bedürfnisse abgestimmt ist, sicherzustellen. Die Teilfläche ist zudem als Landschaftsschutzgebiet 2.2 festgesetzt.Seite 34 von 116 31 Abbildung 13: Entwicklungsziele Kottenforst 4.5.3.3 Artenschutzkonzept Bonn-Nord Weiterreichend gibt es in Dransdorf, Tannenbusch und Buschdorf Vorkommen besonders bzw. streng geschützter Tierarten. Um die Vorkommen insbesondere der streng geschützten Arten dauerhaft zu erhalten bzw. sofern erforderlich alternative Lebensräume zu entwickeln, wurde durch die Verwaltung eine Artenschutzkonzeption in Auftrag gegeben. Die Karte des Artenschutzkonzeptes verdeutlicht ein hohes Aufkommen der Zauneidechse in Buschdorf, welches sich insbesondere im Süden des Ortsteils sowie entlang der Bahnschienen konzentriert. Zudem konzentriert sich die Wechselkröte am westlichen Ortsrand von Buschdorf. Für das Neubaugebiet „Im Rosenfeld“ wurden bereits Maßnahmen des Artenschutzes in Form eines Amphibienleitsystems eingerichtet.Seite 35 von 116 32 Abbildung 14: Artenschutzkonzept Bonn Nord Abschnitt Buschdorf Abbildung 15: Bestand Grün- und FreiflächenSeite 36 von 116 33 4.5.4 SWOT-Analyse Freiraum und Sport Der Ortsteil Buschdorf ist durch Einfamilien-, Doppel- sowie Reihenhausbebauung geprägt. Mit dem Neubaugebiet Im Apfelgarten sind auch Mehrfamilienhäuser hinzugekommen. Dennoch verfügen die meisten Haushalte in Buschdorf über Hausgärten -, dadurch ist der Bedarf an öffentlichen Grünflächen nicht in gleicher Weise ausgeprägt wie in anderen dichteren Ortsteilen. Auch die Ansprüche an öffentliches Grün sind hierdurch gegebenenfalls geringer ausgeprägt. Dennoch bringen die räumliche Lage des Ortsteils zwischen der Stadt und dem Freiraum sowie die Nähe zum Rhein zusätzlich ein hohes Maß an Wohnqualität mit sich. Die interkommunalen Freiräume dienen hierbei als großräumiger Naherholungsraum für die Bewohner*innen. Die Zukunftsfähigkeit in Bezug auf eine ökologisch nachhaltige Entwicklung des Gebiets wird durch die Ausweisung des GRÜNEN C positiv unterstützt. Die Spazierwege, das Multifunktionsfeld, der Spielplatz und die Möglichkeit, Selbsterntegärten bei einem externen Partner zu mieten, tragen dazu bei, dass der Freiraum erlebbar und bespielbar ist. Die vorhandenen Spiel- und Bewegungsflächen sowie der Dorfplatz (Festwiese) bieten hierbei qualitative Freiräume innerhalb des Siedlungsbereichs. Entlang der stillgelegten KBE-Trasse hat sich zudem eine Grünschneise ausgebildet und entlang der Kreuzungsbereiche finden sich URBAN GARDENING- Hochbeete, die von den Bewohner*innen angelegt und gepflegt werden. Im Rahmen der Freiraumanalyse ist deutlich geworden, dass Buschdorf diesbezüglich eine hohe Qualität aufweist. Zudem birgt der Ortsteil weitere Potenziale im Bereich Freiraum und Sport. Die vorhandenen Freiräume gilt es jedoch gestalterisch und funktional weiter aufzuwerten, sodass attraktive Aufenthalts- und Begegnungsräume entstehen und die Flächen effektiver genutzt werden können. Sitzmöglichkeiten, die insbesondere der Erholung geheingeschränkter Menschen dienen, sind derzeit nicht zu einem zufriedenstellenden Ausmaß vorhanden. Auch die bestehenden Barrieren im öffentlichen Raum sowie die fehlende Gestaltung der Ortseingänge gilt es zu verbessern. Laut Spielplatzbedarfsplanung 2022ist eine Versorgung mit Spielplatzflächen zwischen 6 m² und 11 m² pro Kind im Alter von 0 bis unter 15 Jahren vorzusehen. In Buschdorf liegt die Versorgung bezogen auf die Bevölkerung 2021 bei knapp 15 m² und kann demnach als gut eingestuft werden. Ein kommerzielles Sportangebot ist durch die Sportmeile Buschdorf gegeben, jedoch ist der Weiterbestand der Anlage nicht auf Dauer sichergestellt, da der Vertrag für das Grundstück ausläuft. Kostenfreie, öffentlich zugängliche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sind bereits im Bereich des Grünen C vorhanden, ein Ausbau des vorhandenen Angebots ist dennoch wünschenswert. STÄRKEN - Grünes C als Naherholungsraum - Nähe zum Rhein - Spiel- und Bewegungsfläche - Dorfplatz/Festwiese - Urban Gardening - Sportmeile - Sportplatz mit Vereinsheim und Funktionsgebäude SCHWÄCHEN CHANCEN - Attraktive, öffentliche Grünflächen im Rahmen der Siedlungserweiterungen RISIKENSeite 37 von 116 34 4.6 Mobilität und Verkehr Das Themenfeld Mobilität und Verkehr umfasst sowohl die Anbindung des Ortsteils als auch die Verkehrswege innerhalb des Siedlungsgebiets. Verkehrsmittel, die in die Betrachtung einfließen, sind der motorisierte Individualverkehr (MIV), der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sowie der Rad- und Fußverkehr. Weitere Indikatoren sind das vorzufindende Wegenetz, die Straßentypologie und Geschwindigkeitsbegrenzung. 4.6.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV) Nordöstlich von Buschdorf verläuft die Kölnstraße, die als Landstraße (L 300) klassifiziert ist. Auf Höhe der Schlesienstraße wird die L 300 zu einer Ortsdurchfahrt. Im Süden Buschdorfs verläuft die Autobahn 555, zu der Buschdorf jedoch keinen direkten Zugang hat. Über die Kölnstraße wird eine Verbindung zum Bonner Zentrum sowie zum Stadtteil Hersel der Stadt Bornheim hergestellt. Die Haupterschließung mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) in Buschdorf erfolgt über die Kölnstraße und die Schlesienstraße. Die Erschließung in das Wohngebiet erfolgt über die Otto-Hahn- Straße und die Friedlandstraße. Innerhalb des Siedlungsgebiets weist Buschdorf ausschließlich Anwohner- und Sammelstraßen auf. Die Straßen in Buschdorf sind fast ausschließlich mit einer Geschwindigkeitsreduzierung versehen oder liegen innerhalb einer Tempo-30-Zone. Die Otto-Hahn- Straße, die sowohl auf die Landstraße als auch auf die Schlesienstraße führt, weist im Bereich des Ortskerns eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf. Lediglich im nördlichen Teilabschnitt zwischen der stillgelegten KBE-Trasse und der Kölnstraße sowie im Süden Richtung des Kreisverkehrs ist eine Geschwindigkeit von 50 km/h zulässig. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h ist zudem auf der Schlesienstraße vorzufinden, die im Süden eine Verbindung nach Tannenbusch schafft und im Norden auf die Landstraße (L300) stößt. Spielstraßen befinden sich größtenteils in den neuen Siedlungsgebieten im Südwesten des Gebiets, diese lassen sich in Schrittgeschwindigkeit (7 km/h) passieren. Vornehmlich herrscht in dem Ortsteil ein Rechts-Vor-Links Gebot. Ein Kreisverkehr sowie zwei Ampelanlagen sind auf der Schlesienstraße nach der Brückenüberquerung der A555 bis zur Landstraße (L300) vorzufinden. 4.6.2 Ruhender Verkehr Ausgewiesene Parkflächen für den ruhenden Verkehr gibt es im öffentlichen Straßenraum kaum. Das Parken für Besucher*innen ist straßenbegleitend möglich. Private Abstellflächen gibt es insbesondere in Form von Einzelgaragen und Garagenhöfen. 4.6.3 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird Buschdorf über die Stadtbahnhaltestelle Buschdorf im Westen des Ortsteils mit der Linie 16 erreicht. Die Fahrzeit mit der Linie 16 zum Hauptbahnhof Bonn beträgt zehn Minuten. Weiterreichend wird Buschdorf durch die Buslinien 604 und 630 angefahren. Die Linie 604 verläuft von Ückersdorf über Lengsdorf, Endenich, Bonn Hauptbahnhof, Nordstadt, Auerberg und Buschdorf nach Hersel. Werktags fährt die Linie in einem 20 Minutentakt, frühmorgens, abends und am Wochenende herrscht ein 30- minütiger Takt. Die Linie 630 verläuft vom Venusberg über Ippendorf, Brüser Berg, Medinghoven, Duisdorf, Dransdorf, Tannenbusch Mitte und Buschdorf mit Endhaltestelle Tannenbusch. Zu Schulanfangs- undSeite 38 von 116 35 Schulendzeiten fährt die Linie in einem 15-Minutentakt. Sonntags herrscht ein 60-Minutentakt. Zu den übrigen Zeiten verkehrt die Linie im 30-minütigem Takt. 4.6.4 Rad- und Fußverkehr Das vorhandene Radwegenetz in Buschdorf ist geprägt durch die vorherrschenden geschwindigkeitsbegrenzten Mischverkehrsflächen. Lediglich auf der Kölnstraße, der Otto-Hahn- Straße und der Schlesienstraße sind separate straßenbegleitende Radwege vorzufinden. Fahrradstraßen sind in Buschdorf noch nicht ausgewiesen. Im südlichen Bereich des Georg-Elser-Wegs geht die Straßennutzung im Rahmen der Unterführung der A555 in eine Fuß- und Radverbindungen über und stellt hiermit eine wichtige Verbindung zum Ortsteil Tannenbusch her. Der Naturraum des Grünen C kann durch eine Verbindung im Nord-Westen erreicht werden. Die fußläufige Verbindung innerhalb des Ortsteils wird durch straßenbegleitende Gehwege geschaffen. Die Gehwege im Ortszentrum weisen aufgrund der alten Bebauungsstrukturen eine geringe Breite auf. Abbildung 16: Mobilität und Verkehr 4.6.5 SWOT-Analyse Mobilität und Verkehr Die Verkehrs- und Mobilitätsanalyse hat ergeben, dass die Erschließung mit dem motorisierten Individualverkehr durch die Kölnstraße und die Schlesienstraße gut ausgebaut ist. Der Anteil an Wohnstraßen und Tempo 30 Zonen trägt zudem dazu bei, dass die Sicherheit im Straßenverkehr gegeben ist. Es bestehen Wünsche der Bewohner*innen die Verkehrsberuhigung auszubauen und die Verkehrssicherheit des Ortsteils weiter zu erhöhen. Im Hinblick auf den ruhenden Verkehr wurdeSeite 39 von 116 36 deutlich, dass Buschdorf einen hohen Anteil an Garagen und Garagenhöfen aufweist, die das städtebauliche Erscheinungsbild der Siedlung maßgeblich beeinflussen. Die Analyse hat zudem ergeben, dass Buschdorf durch den vorhandenen Stadtbahnanschluss und die zwei bestehenden Buslinien gut mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erschlossen ist. Mit der Schaffung des barrierefreien Zugangs zum SPNV konnte die Attraktivität bereits gesteigert werden. In der geplanten Verlängerung der Stadtbahnlinie 63 bis nach Buschdorf liegt eine Chance für eine attraktivere ÖPVN-Anbindung. Ein barrierefreier Ausbau der Bushaltestellen ist noch nicht in allen Bereichen gegeben und schränkt die Attraktivität des ÖPNVs ein. Der Radverkehr wird durch die bestehenden Radwege in Buschdorf gestärkt. Aber auch hier bestehen Mängel, wie beispielsweise die unattraktive Radwegeverbindung in Form einer Unterführung nach Tannenbusch. Durch die Verkehrsberuhigung des Ortsteils profitiert auch der Fußverkehr. Dennoch wurde in der Analyse deutlich, dass Barrieren im öffentlichen Raum, schmale und/oder abschüssige Gehwege die fußläufige Erreichbarkeit innerhalb des Gebiets erschweren. Dem bislang fehlenden Angebot an innovativen Mobilitätsformen wird derzeit durch die Planung einer Car-Sharing Station mit zwei Stellplätzen begegnet. Zusätzlich wird eine Mobilstation mit überdachten Fahrradabstellanlagen, Luftstation für Fahrräder, Fahrradbügel und gegebenenfalls auch Ladestationen und -säulen errichtet. Da insbesondere in dezentralen Lagen der Fokus auf dem Individualverkehr liegt, gilt es den ÖPNV und das Angebot an innovativen Mobilitätsformen möglichst attraktiv zu gestalten, um eine Alternative zur Nutzung des herkömmlichen PKW zu bieten. STÄRKEN - Stadtbahnanschluss - Zwei Buslinien - Hoher Anteil an Wohnstraßen und Tempo 30 Zonen - Schülerlotsen - Neue Mobilitätsstation - SCHWÄCHEN - Fehlende Barrierefreiheit im Straßenraum - Enge Verkehrsführung im Zentrum - Hoher Anteil an Garagenhöfen - Unattraktive Radwegeverbindung nach Tannenbusch (Unterführung) CHANCEN - Barrierefreier Ausbau der Stadtbahnhaltestelle Buschdorf - Reaktivierung der HGK-Trasse (Verbindung Linie 61/63) RISIKEN - Fokus in dezentralen Lagen liegt auf IndividualverkehrSeite 40 von 116 37 4.7 Klimaangepasste Quartiersentwicklung Die Folgen des Klimawandels sind durch das vermehrte Auftreten von Extremereignissen (Starkregen, Hochwasserereignisse, Hitzeperioden) deutlich spürbar geworden und sind zu einer großen Herausforderung für die Stadtentwicklung geworden. Ziel ist es, Anpassungsstrategien zu entwickeln und Quartiere zu schaffen, die für die veränderten Rahmenbedingungen gewappnet sind. Somit werden Klimaschutz und Klimaanpassung zu einem zentralen Baustein der Planung, um ein dauerhaft gesundes Wohnumfeld und eine hohe Lebensqualität zu schaffen. Maßnahmen für eine klimaangepasste Quartiersentwicklung können beispielsweise sein: Begrünung/Entsiegelung, Regenwassermanagement oder Verschattung/Rückstrahlung. 4.7.1 Zukünftige Entwicklung Global wird von einer Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 4 Grad bis zum Jahr 2100 ausgegangen. Gemäß dem Vorsorgeprinzip ist es dementsprechend notwendig, sich auf einen stärkeren Klimawandel vorzubereiten. Auch für die Stadt Bonn wurden erste Modellierungen vorgenommen, um die Situation für das Jahr 2035 (ca.) zu berechnen. Abbildung 17 zeigt die Ergebnisse der Temperaturmodellierung für den Kartenausschnitt Buschdorf. Abbildung 17: Temperatur nachts 04 Uhr in der aktuellen Situation (links) und der Prognose für das Jahr 2035 (rechts) unter der Annahme eines starken Klimawandels In Folge des Klimawandels bleibt die Höhe des Wärmeinseleffektes (Abweichung der Temperatur im Siedlungsraum im Vergleich zu den die Stadt umgebenden Freiflächen) gleich. Jedoch steigen die Temperaturen klimawandelbedingt insgesamt – also auch auf den Grün- und Freiflächen - an. Im Szenario eines starken Klimawandels ist in der modellierten Situation (Jahr 2035) insgesamt von einer Temperaturerhöhung von etwa 1,8°C im Vergleich zur heutigen Situation auszugehen. Mit dem Klimawandel einhergehend wird sich die Anzahl der Hitzetage (über 30°C) und Tropennächte (nicht unter 20°C) erhöhen. Prognosen gehen bis zum Ende des Jahrhunderts von einer 3-5-fach höheren Anzahl dieser Kenntage aus. Für den Menschen besonders belastend sind dabei vor allem längere Hitzeperioden, da die nächtliche Regeneration in Tropennächten eingeschränkt ist. Bzgl. der Niederschlagsentwicklung in der Zukunft ist der Trend nicht so signifikant wie bei der Temperaturentwicklung. Offensichtlich sind jedoch bereits heute Trockenheitsschäden bei der Vegetation. In den vergangenen Jahren trugen vor allem lange andauernde niederschlagsarme Phasen einhergehend mit hohen Temperaturen im Sommer hierzu bei. Im Sommer anfallendeSeite 41 von 116 38 Niederschlagsmengen ereignen sich zudem teils in Form von Starkregenereignissen. Diese gehen zwar in die gemessenen Jahresniederschlagssummen ein, können aber nur zum Teil versickern und pflanzenverfügbar im Boden gespeichert werden, ein (großer) Teil fließt oberirdisch ab oder wird über den Kanal abgeleitet. Auch das Auftreten von Starkregen ist eine Folge des Klimawandels. Das Bonner Stadtgebiet war vor allem seit 2010 bis heute mehrfach von Überflutungen aus Starkregenereignissen inklusive Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und Sachwerten betroffen. Überflutungen können u.a. durch Bachhochwasser und abseits der Bäche inmitten der Bebauung über Hanglagen in tieferen Bereichen im Gelände stattfinden. Die Ortslage Buschdorf wird nicht von Fließgewässern durchflossen. Eine Hochwassergefahr durch Überflutung aus Bächen ist für Buschdorf damit nicht gegeben. Für die Einschätzung von Überflutungen abseits von Bächen und deren Auen zeigen die Starkregengefahrenkarten potentielle Betroffenheiten an. Für die Ortslage Buschdorf, sowohl Wohn- als auch Gewerbegebiet, zeigen sich in der Starkregengefahrenkarte für ein statistisch gesehen einmal in einem 100-Jahreszeitraum aufgetretenes, ein sog. 100-jährliches Ereignis, stellenweise mögliche Überflutungsgefahrenbereiche. Vor allem in einigen wenigen tiefer gelegenen Straßenbereichen, aber auch in Geländebereichen an Gebäuden kann sich das Wasser sammeln. Auch auf tiefer gelegenen Freiflächen kann möglicherweise Regenwasser stehen und dort versickern. Abbildung 18: Auszug aus der Starkregengefahrenkarte für ein 100jährliches Ereignis 4.7.2 Maßnahmen der Klimaanpassung Im Rahmen des Projektes „mutabor“, welches im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie durch das Bundesumweltministerium gefördert wird, werden aktuell die Potenziale zur Vorsorge vor zunehmender Hitze für die gesamte Stadt Bonn abgeschätzt.Seite 42 von 116 39 Abbildung 19: kategorisierte Maßnahmenmöglichkeiten zum Hitzeschutz (Grafik aus dem Projekt mutabor) Abbildung 19 stammt aus dem Projekt „mutabor“ und zeigt das Portfolio der grundsätzlich zur Reduktion von Hitzebelastung geeigneten Maßnahmen. Die Maßnahmen zur Verschattung, zur Erhöhung der Wasserspeicherung und Verdunstung, zur Verringerung der Aufheizung von Oberflächen und zur Reduktion anthropogener Wärmeeinträge können grundsätzlich auch nachträglich im Siedlungsbestand realisiert werden. Verbesserungen der Durchlüftung sind meist nur im Zusammenhang mit Veränderungen am Städtebau möglich und sollten im Neubau, bei Nachverdichtung oder der Bestandssanierung mitgedacht werden. Die direkten Einflussmöglichkeiten der Stadt Bonn liegen vor allem im Bereich der städtischen Flächen und Infrastruktur. Daneben können planungsrechtliche Auflagen im Neubau die Maßnahmenumsetzung verbindlich regeln. Maßnahmenumsetzungen im Bestand können durch die Stadt Bonn im Rahmen von Förderprogrammen und Informations- bzw. Beratungsangeboten unterstützt werden. 4.7.3 SWOT-Analyse Klimaangepasste Quartiersentwicklung STÄRKEN - bislang überwiegend günstige bioklimatische Situation im Wohngebiet - gute Ansätze in ganz Buschdorf: Urban Gardening, einige Stellplätze mit Rasengitterstein/Fugenpflaster, teils Begrünung von Kleinstflächen z.B. begrünte Mülltonnenboxen, begrünte Pergole über Tiefgarageneinfahrt - vorhandenes Quartiersmanagement SCHWÄCHEN - überwiegend ungünstige bioklimatische Situation im Gewerbegebiet - hoher Versiegelungsgrad im Gewerbegebiet - kaum sichtbare Gebäudebegrünungen - Vorgärten teils in Schotter/versiegelt CHANCEN - einige geplante Entwicklungsvorhaben stellen Gelegenheitsfenster zur Klimaanpassung dar RISIKEN - Verschlechterung der bioklimatischen Situation durch Nachverdichtung und KlimawandelSeite 43 von 116 40 - vermutlich hoher Anteil selbstnutzender Gebäudeeigentümer - Roll-Out Klimaschutzmodellprojekt für Gewerbegebiete - energetische Quartierssanierung (Klimaplan) - hohes Potenzial zur Begrünung z.B. im Bereich der diversen Garagenhöfe C Perspektiven und Maßnahmen 5 Vorstellung eines langfristig tragfähigen Profils für Buschdorf Anhand der Analyse wurden verschiedene Stärken und Schwächen in unterschiedlichen Themenbereichen ermittelt. Aus der Analyse abgeleitet schließt sich eine Konzeption an, wie sich der Ortsteil perspektivisch entwickeln soll, wie vorhandene Stärken ausgebaut werden können und wie bestehende Schwächen ausgebessert werden können. Hierzu wurde aus den Ergebnissen der bisherigen Beteiligungsformate ein zukunftsfähiges Stadtteilprofil mit dem Slogan: „Buschdorf – eine wachsende Gemeinschaft mit Wohnqualität“ entwickelt. 5.1 Ableitung von Entwicklungszielen und Maßnahmen Für die bedarfsgerechte Entwicklung des Ortsteils wurden Ziele für die sechs Oberthemen formuliert: A | Buschdorf wächst und bleibt sich selbst treu – Wohnen und Stadtgestalt B | Buschdorf (regional) versorgt – Infrastruktur und Versorgung C | Buschdorf ist eine wachsende Gemeinschaft für alle Generationen – Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben D | Grünes und aktives Quartier in der Stadt – Freiraum und Sport E | Verbunden in und durch Buschdorf – Mobilität und Verkehr F | Klimaangepasste Quartiersentwicklung Die einzelnen Maßnahmen dienen der Umsetzung eines zukunftsfähigen Profils „Buschdorf – eine wachsende Gemeinschaft mit Wohnqualität“. Die Maßnahmen sind sowohl den Oberthemen, als auch den Entwicklungszielen zugeordnet. Die aufgezeigten Maßnahmen weisen unterschiedliche Planungsstände auf. So befinden sich einige bereits in der Umsetzung, andere befinden sich in der Planung oder in der Überprüfung der Umsetzbarkeit. Die Maßnahmenübersicht gibt Hinweise zu den Rahmenbedingungen, den nächsten Schritten zur Umsetzung, der Priorität, dem zeitlichen Horizont zur Umsetzung und den relevanten Akteuren.Seite 44 von 116 41 5.2 Maßnahmenblätter In den Maßnahmenblättern werden die einzelnen Maßnahmen zunächst beschrieben, anschließend werden die Rahmenbedingungen, wie z.B. vorhandene politische Beschlüsse, dargelegt und die nächsten Schritte zur Planung und Umsetzung der Maßnahme erläutert. Es folgt eine Priorisierung der Maßnahme und die Angabe des Umsetzungszeitraums. Zudem werden die relevanten Akteure benannt, die bei der Planung und Umsetzung beteiligt werden. Abschließend wird eine Aussage zu der Fördermöglichkeit gemacht. In dem Feld für sonstige Anmerkungen werden beispielsweise Querverweise zu anderen Maßnahmen aufgezeigt. 5.3 Maßnahmenübersicht Der folgende Übersichtsplan kennzeichnet die verschiedenen Maßnahmen und Projekte, die für eine positive Ortsteilentwicklung ermittelt wurden. Die farblichen Kreise kennzeichnen die Zugehörigkeit der jeweiligen Maßnahme zu den Themenfeldern. 5.4 Ausblick Für den Ortsteil Buschdorf wurden nicht nur umfangreiche Bestandsanalysen durchgeführt. Der gesamte Prozess wurde stetig durch umfangreiche und vielfältige Beteiligungsformate begleitet, sodass gemeinsam mit den Bewohner*innen ein Handlungsleitfaden für die nächsten 15 bis 20 Jahre erarbeitet werden konnte. Alle interessierten Akteure werden weiterhin in den Prozess einbezogen und regelmäßig über weitere Beteiligungsformate informiert. Das IEK Buschdorf, als informelles strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung, soll als fachliche Grundlage für politische Entscheidungen und formelle Planungsprozesse dienen. Darüber hinaus wird die Verwaltung sich um Fördermittel bemühen, um weitere Maßnahmen umzusetzen.Seite 45 von 116 1 MAßNAHMENÜBERSICHT IEK BUSCHDORF Stand: 02.06.2023 Inhaltsverzeichnis A | Buschdorf wächst und bleibt sich selbst treu – Wohnen und Stadtgestalt ................................................................................................................................... 4 Ziel A 1: Optimierung der Funktionsteilung des Ortsteils ...................................................................................................................................................................... 4 Maßnahme A 1.1 Umnutzung der Fläche der Sportteile in eine Wohnnutzung ................................................................................................................................ 4 Maßnahme A 1.2 Wohnen und Gewerbe an der Ecke Kölnstraße/ Schlesienstraße ......................................................................................................................... 6 Maßnahme A 1.3 Wohnen und Gewerbe Am Petrusacker ................................................................................................................................................................ 8 Ziel A 2: Verträgliches Ortsteilwachstum für Buschdorf ...................................................................................................................................................................... 10 Maßnahme A 2.1 Konzept für eine verträgliche Nachverdichtung von Baulücken, Brachen und Leerstand .................................................................................. 10 Ziel A 3: Gestalterische und städtebauliche Aufwertung .....................................................................................................................................................................12 Maßnahme A 3.1 Konzept zur Aufwertung und Belebung des Ortskerns ....................................................................................................................................... 12 Maßnahme A 3.2 Erhöhung der Wohnumfeldqualität im bestehenden Geschosswohnungsbau ..................................................................................................14 Ziel A 4: Wohnangebot für alle Zielgruppen schaffen .......................................................................................................................................................................... 16 Maßnahme A 4.1 Hohen Bedarf an kleinem, barrierefreien sowie bezahlbaren Wohnungsangebot decken ................................................................................ 16 Maßnahme A 4.2 Angebot an innovativen Wohnformen schaffen – Mehrgenerationenwohnen in den neuen Baugebieten ...................................................... 19 B | Buschdorf (regional) versorgt – Infrastruktur und Versorgung.................................................................................................................................................... 22 Ziel B 1: Verbesserung des Nahversorgungsangebots ......................................................................................................................................................................... 22 Maßnahme B 1.1 Errichtung eines Lebensmittelvollsortimenters + Dienstleistungen + Wohnen ..................................................................................................22 Maßnahme B 1.2 Wochenmarkt auf dem Dorfplatz etablieren....................................................................................................................................................... 24 Ziel B 2: Bedarfsdeckung und Optimierung der sozialen Infrastruktur ................................................................................................................................................ 26 Maßnahme B 2.1 Sanierung und Erweiterung der sozialen Infrastruktur ....................................................................................................................................... 26Seite 46 von 116 2 C | Buschdorf ist eine wachsende Gemeinschaft für alle Generationen – Gemeinschaft, Tradition und Vereinsleben ................................................................. 28 Ziel C 1: Förderung aktiver Nachbarschaft ........................................................................................................................................................................................... 28 Maßnahme C 1.1 Unterstützung der Ehrenamtsarbeit und Integration von Neubürgerinnen von Neubürgern ............................................................................ 28 Ziel C 2: Schaffung von Begegnungsräumen ........................................................................................................................................................................................30 Maßnahme C 2.1 Bedarfsprüfung für ein Quartiers-/Begegnungszentrum Buschdorf und neue Angebote in den Neubauprojekten .......................................... 30 Maßnahme C 2.2 Neue Räumlichkeiten für den Jugendverein Buschdorf ...................................................................................................................................... 32 D | Grünes und aktives Quartier in der Stadt – Freiraum und Sport ................................................................................................................................................. 34 Ziel D 1: Deckung der Naherholungsfunktion in Buschdorf ................................................................................................................................................................. 34 Maßnahme D 1.1 Entwicklung einer kleingärtnerisch genutzten Fläche ......................................................................................................................................... 34 Maßnahme D 1.2 Konzept zur Erhöhung der Nutzungsvielfalt der Festwiese................................................................................................................................. 36 Ziel D 2: Gemeinschaftliche Gestaltung des öffentlichen Raums......................................................................................................................................................... 38 Maßnahme D 2.1 Urban Gardening/ Beetpatenschaften ................................................................................................................................................................ 38 Ziel D 3: Schaffung eines neuen Sportangebots, bzw. Optimierung des vorhandenen Angebots ....................................................................................................... 40 Maßnahme D 3.1 Konzept für ein neues Sport- und Gesundheitszentrum ..................................................................................................................................... 40 Maßnahme D 3.2 Erweiterung des Sportplatzes des SV Buschdorf ................................................................................................................................................. 42 E | Verbunden in und durch Buschdorf – Mobilität und Verkehr ...................................................................................................................................................... 44 Ziel E 1: Verbesserung der ÖPNV-Anbindung ....................................................................................................................................................................................... 44 Maßnahme E 1.1 Verlängerung der Linie 63/ Kombination Linie 61/63 ..........................................................................................................................................44 Maßnahme E 1.2 Verbesserung der Serviceleistungen von Bus und Bahn ......................................................................................................................................46 Ziel E 2: Förderung innovativer Mobilitätsformen ............................................................................................................................................................................... 48 Maßnahme E 2.1 Errichtung einer Mobilitätsstation ....................................................................................................................................................................... 48 Ziel E 3: Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen ................................................................................................................................................................................... 50 Maßnahme E 3.1 Verkehrsberuhigung des Ortsteils........................................................................................................................................................................50Seite 47 von 116 3 Maßnahme E 3.2 Erhöhung der Schulwegsicherheit .......................................................................................................................................................................52 Ziel E 4: Barrierefreie Gestaltung im Straßenraum .............................................................................................................................................................................. 54 Maßnahme E 4.1 Barrierefreier Ausbau öffentlicher Zuwegungen ................................................................................................................................................. 54 Ziel E 5: Verträgliche Gestaltung des ruhenden Verkehrs .................................................................................................................................................................... 56 Maßnahme E 5.1 Konzept zur verträglichen Gestaltung des ruhenden Verkehrs ........................................................................................................................... 56 F | Klimaangepasste Quartiersentwicklung ........................................................................................................................................................................................ 58 Ziel F 1: Klimaangepasstes Bauen in den Neubaugebieten ...........
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:37 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de