231007 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Bürgerantrag: Geplante Fahrradstraßen in Bonn zügig umsetzen
Kerndaten
- Nummer
- 231007
- Art
- Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
- Veröffentlicht
- 23.05.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Entscheidung federführend
Dateien
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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich öffentlich 231007 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB 21.05.2023 Bürgerantrag: Geplante Fahrradstraßen in Bonn zügig umsetzen Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 30.08.2023 Entscheidung Inhalt des Bürgerantrages Der Antrag hat folgenden Wortlaut: Ich beantrage mit diesem Bürgerantrag, dass die Stadt Bonn an ihrem geplan- ten Konzept der Fahrradstraßen festhält und den Umbau der genannten 44 Straßen in Fahrradstraßen zügig umsetzt! Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 4 Betreff Geplante Fahrradstraßen in Bonn zügig umsetzen Ihr Antrag Ich beantrage mit diesem Bürgerantrag, dass die Stadt Bonn an ihrem geplanten Konzept der Fahrradstraßen festhält und den Umbau der genannten 44 Straßen in Fahrradstraßen zügig umsetzt! PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 2 von 4 Begründung des Antrags Mit meinem Bürgerantrag FÜR die geplante Umsetzung der Fahrradstraßen nehme ich gezielt Stellung zu dem Fahrradstraßen ablehnenden Bürgerantrag von Anwohner:innen aus der Südstadt, der fordert, dass der Wegfall von Parkplätzen möglichst zu vermeiden sei und vorher keine Fahrradstraßen eingerichtet werden sollen. Dem möchte ich vehement widersprechen! Die Jahrzehntelange autoorientierte Verkehrspolitik muss beendet werden. Klimaschutzmaßnahmen müssen schnell ergriffen werden, auch in der Kommunalpolitik und ja auch vor unserer eigenen Haustür. Die 1,5 Grad Klimaerwärmung werden schon in diesem Jahrzehnt erreicht (IPCC Bericht 2023). Der Synthesebericht von Weltklimarat fordert drastischere Maßnahmen. Der für die Einrichtung der Fahrradstraßen in der Südstadt vorgesehene Wegfall von rund 200 Parkplätzen weckt bei einigen Anwohner:innen und anderen Menschen mit eigener Autoorientierung Kritik und Widerstand. Dennoch gilt es daran unbedingt festzuhalten! Wer in der Südstadt lebt, wohnt so zentral mit einer so zentralen Infrastruktur und mit einer hohen Baudichte, dass Anwohner:innen nicht erwarten können, vor jeder Haustüre einen freien Parkplatz vorzufinden. Wenn auch in der Südstadt immer mehr Autos und immer größere Autos zugelassen werden, wird der sog. Parkdruck immer größer. Das äußert sich in immer mehr illegalem und verkehrsbehinderndem und -gefährdenden Parken, vor allem zu Lasten des Fußverkehrs. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet eine verstärkte Fußverkehrs- und Radverkehrsfreundlichkeit und eine systematische Parkraumbewirtschaftung sowie eine verstärkte Überwachung und Ahndung des illegalen und verkehrsbehindernden und -gefährdenden Parkens. In der Abwägung der Belange der Verkehrssicherheit des Fuß- und Radverkehrs und der Bequemlichkeit des Autoverkehrs sind daher dringend neue Gewichtungen nötig. Der Wegfall von Parkraum muss deshalb in Kauf genommen werden und ist mit der Verbesserung der Verkehrssicherheit und Attraktivität des Radverkehrs in der Südstadt gut begründet. Damit kann erreicht werden, dass sich mehr Anwohner:innen nach Alternativen umschauen wie z.B. Carsharing; ÖPNV oder eben das Fahrrad und den täglichen Ärger beim Autoabstellen durch Verkauf oder Verschrotten ihres Autos abstellen. Der Hinweis, dass die Poppelsdorfer Allee bereits über Fahrradwege verfüge und die geplanten Fahrradstraßen (Kurfürstenstr. und Königstraße) streckenweise parallel verlaufen, hilft denjenigen, die zu ihren abseits der Allee gelegenen Wohnungen gelangen wollen, nicht weiter. Das gesamte Straßennetz muss fuß- und fahrradfreundlich gestaltet werden. Da würde ich weiter dagegen argumentieren, dann brauchen wir auch keine weiteren Straßen (und Autobahnen) mehr in Bonn zu planen, bauen oder auszubauen. Haben wir doch genug! Was hilft mir der Fahrradweg auf der Poppelsdorfer Allee, wenn ich vom Jagdweg per Fahrrad sicher! und schnell in das Juridicum möchte? Es gilt also ein zusammenhängendes Netz an Fahrradstraßen auszubauen, damit eine echte Alternative zum Autoverkehr entstehen kann. Und Netz bedeutet, dass viele Fahrradstraßen entstehen – die nicht im Irgendwo plötzlich enden. Auf ein weiteres Argument des ablehnenden Bürgerantrages möchte ich noch eingehen. Der Antragsteller schreibt: „Die Standardmaße für Fahrradstraßen von 4,50 Meter Breite und Gehwegen von mindestens 1,50 Meter würden der historischen Struktur der Südstadt mit ihren Gründerzeitbauten nicht gerecht“. Bei einer dichten Bebauung wie in der Südstadt würde eigentlich auf beiden Seiten eine Gehwegbreite von 2,50 m für sicheren und bequemen Fußverkehr erforderlich. Davon sind wir weit entfernt, weil alle Gehwege durch parkende Autos in ihrer nutzbaren Breite eingeschränkt sind. Jahrzehnte hat man diese Behinderung und Gefährdung des Fußverkehrs politisch und planerisch in Kauf genommen, weil man das Abstellen von Autos an jedem Haus wie ein wichtigeres „Grundrecht“ erachtet hat als sicheren Fußverkehr und Aufenthalt. In Zeiten der Klimakrise muss sicherer Fuß- und Radverkehr aber deutlich höher gewichtet werden als bequemes Abstellen von Autos. Nun genug an Gegenargumenten – Nun nur einige wichtige Argumente FÜR eine schnelle Umsetzung der Fahrradstraßen sind: 1)Immer wieder taucht in der Diskussion die Forderung auf, es müssten erst Alternativen für die Menschen geschaffen werden, bevor man irgendetwas an der vorhandenen Auto-Infrastruktur verändert. Es ist so, dass die zur Verfügung stehende Fläche begrenzt ist. In einer dicht bebauten Stadt wie Bonn kann Platz nicht einfach neu geschaffen werden, sondern kann nur durch Neuverteilung der vorhandenen Flächen entstehen. 2)In Bezug auf den Radverkehr wird teilweiße Unverständnis über die geplante Regelbreite der Fahrradstraßen von 4,5 m geäußert. Hierzu möchte ich besonders den Sicherheitsaspekt als Argument anführen. Eine häufige Unfallursache für Radfahrer sind sogenannte Dooring-Unfälle, bei denen Autofahrer, die gerade eingeparkt haben, ohne auf den Verkehr zu achten, die Fahrertür öffnen. 3)Vor diesem Hintergrund möchte ich auch besonders hervorheben, dass die von der Stadt vorgeschlagene Einrichtung weiterer Fahrradstraßen nicht nur Radfahrenden zu Gute kommt. Umgesetzt werden sollen auch ausreichende nutzbare Gehwegbreiten, die auch für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl und das Gehen in Gruppen wieder nutzbar werden. Das ist ein wichtiger Aspekt für soziale Teilhabe. Derzeit müssen auf den weitgehend zugeparkten Straßen der Südstadt Zufussgehende oft auf die Fahrbahn ausweichen, um nebeneinander gehen zu können. 4)Mit Hilfe der Fahrradstraßen kann auch das Thema der Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr sinnvoll gelöst werden. In der Vergangenheit hat die Stadt Bonn in der Südstadt mehrfach die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung gewechselt, mal mit Freigabe und dann wieder mit Rücknahme der Freigabe. Mit Fahrradstraßen kann dieses Problem besser gelöst werden. 5)Bleibt noch die Frage, warum es weitere Fahrradstraßen in Bonn braucht. Noch bilden die wenigen in den letzten Jahren eingerichteten Fahrradstraßen kein zusammenhängedes Netz. Immerhin wurden damit aber PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 3 von 4 schon gute Erfahrungen gemacht. Deswegen ist die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen im Sinne der Fahrradförderung und Verkehrssicherung zu unterstützen. Bonn sollte so schnell wie möglich ein gesamtstädtisches System von Fahrradstraßen umsetzen. Deswegen kann auch nicht mit der Umsetzung gewartet werden, bis die Stadt überall Ersatz für wegfallende Parkplätze geschaffen hat. Es gibt kein Grundrecht auf Parken vor der eigenen Haustür oder am nächsten Laden oder Arbeitsplatz. Hiermit bestätige ich, dass ich seit mindestens drei Monaten in Bonn wohne. PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:58 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de