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231005 · Mitteilungsvorlage

Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland – Information über die für 2024 eingereichten Anträge, Bericht über die in 2023 geförderten Projekte

Nummer
231005
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
31.05.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Kulturausschusses 20.06.2023 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
231005
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
41 Kulturamt
Dezernat:
Dez. IV
Regionale Kulturförderung durch den
Landschaftsverband Rheinland – Information über
die für 2024 eingereichten Anträge, Bericht über die
in 2023 geförderten Projekte
Beratungsfolge
Kulturausschuss 20.06.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland dient
dazu, die Vielfalt und Nachhaltigkeit des kulturellen Angebots im Rheinland zu
stärken und zu bewahren sowie weithin wahrnehmbar und erlebbar zu machen.
Neben dem LVR und den Mitgliedskörperschaften des LVR sind seit dem Jahr
2020 auch kreisangehörige Städte und Gemeinden, Museen, Sammlungen,
Archive, operativ tätige Stiftungen, gemeinnützige Vereine und Institutionen,
Jugend- und Bürgerzentren in gemeinnütziger Trägerschaft, kirchliche Institutio-
nen, selbstständige öffentliche Einrichtungen und Fördervereine antragsberech-
tigt. Dritte müssen sich zwecks Antragstellung rechtzeitig an die für sie zustän-
digen Kreise und kreisfreien Städte wenden. Für eine formelle Antragstellung
beim LVR sind die Anträge dann durch die zuständige Mitgliedskörperschaft bis
spätestens zum 31.03. eines jeden Jahres für das Folgejahr einzureichen.
Die Verwaltung ist seit 2014 verpflichtet, den Kulturausschuss über die beim
LVR eingereichten Anträge im Rahmen der Regionalen Kulturförderung zu in-
formieren.
Eingereichte Anträge für das Jahr 2024
Für das Förderjahr 2024 (ff.) wurden dem LVR durch die Verwaltung vier Anträ-
ge nach Vorprüfung der Unterlagen mit folgender alphabetischer Reihenfolge
der Antragsteller*innen fristgerecht weitergereicht:
1. Projekt: Zwei Menschen – Das Künstlerpaar Franz M. Jansen und
Fifi Kreutzer / Ausstellung
Projektträger: August Macke Haus gGmbH
Beantragte Förderung: 20.000 €
Der Maler und Grafiker Franz M. Jansen (1885–1958) und die Kunstge-
werblerin und Malerin Fifi Kreutzer (1891–1977) sind als wichtige und
markante Protagonisten im Umfeld von August Macke und einer nach
neuen Ausdrucksformen strebenden Künstlerschaft in die rheinischeSeite 1 von 4
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Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts eingegangen. Doch ob-
wohl sie mehr als fünfzig Jahre miteinander verbunden waren, seit ihrer
Heirat 1917 zusammenlebten, arbeiteten, sich gegenseitig inspirierten
und austauschten, wurden sie bisher nur jeder für sich und sein bzw. ihr
Werk vorgestellt. Dabei prägten ihre innere Verbundenheit mit der Natur
und die Liebe zur Landschaft das Werk beider. Neben Gemälden,
Zeichnungen und druckgrafischen Werken umfasst es vielfältige ange-
wandte Arbeiten, mit denen das Künstlerpaar sein persönliches Leben-
sumfeld gestaltete. Die geplante Ausstellung soll nun erstmals Franz M.
Jansen und Fifi Kreutzer als Künstlerpaar in den Fokus rücken und da-
bei Gemeinsamkeiten und Interdependenzen in ihren Werken vor dem
Hintergrund ihres persönlichen Werdegangs sowie der politischen, ge-
sellschaftlichen und sozialen Umwälzungen ihrer Zeit aufzeigen.
2. Projekt: 200 Jahre Bonner Karneval
Projektträger: Bundesstadt Bonn – Zentrum für Stadtgeschichte
und Erinnerungskulturen
Beantragte Förderung: 190.000 € (50.000 € für 2024, 65.000 € für 2025
und 75.000 € für 2026)
Das Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen plant anläss-
lich des 200-jährigen Bestehens des Bonner Karnevals eine kulturhisto-
rische Ausstellung im Stadtraum. Ziel der Ausstellung ist es, die große
gesellschaftliche Bedeutung des Karnevals für die Menschen in der
Stadt Bonn und der Region darzustellen. Die Ausstellung soll dabei nicht
nur eine historische Perspektive auf den Brauchkomplex Karneval in
Bonn und der Region bieten, sondern soll als Katalysator wirken, um die
Umwelt, Beziehungen und die eigene Existenz in der Stadt unter einer
neuen Perspektive zu betrachten. Die soziale Dimension des Festes
steht dabei im Fokus. Karneval verbindet unterschiedliche Communities
und fördert zwischenmenschliche Kontakte zwischen Individuen. Diese
Charakteristik nimmt die Ausstellung auf. Sie wandert dynamisch durch
die Stadt und ihre Viertel, orientiert sich dabei am Jahreslauf des
Brauchkomplexes, arbeitet mit unterschiedlichen Co-Gastgeber*innen.
Im Verlaufe eines Jahres sollen so nicht nur die unterschiedlichen Facet-
ten des organisierten wie nicht organisierten Karnevals in Bonn beleuch-
tet werden, sondern auch die Bedeutung von Brauchgrenzen und ganz-
jährigem Vereinsleben dargestellt werden. Ein partizipativer Bereich soll
Gegenwartspositionen, Leerstellen, individuelle Meinungen und Ge-
schichten sowie Gegenpositionen erarbeiten.
3. Projekt: Friends of Friends of Friends / Ausstellungsprojekt
Projektträger: Das Esszimmer – Raum für Kunst+
Beantragte Förderung: 15.000 €
Das Ausstellungsprojekt wird sich im 1. Halbjahr 2024 mit dem Aspekt
der Freundschaft als wichtigem Baustein von Resilienz, individueller und
gesellschaftlicher, beschäftigen. Aktuelle Zusammenschlüsse von Künst-
ler*innen, die einerseits der Selbstermächtigung dienen und andererseits
Alternativen zu Marktmechanismen darstellen, dienen auch der gegen-
seitigen Stärkung und Unterstützung. Sie sind Strategien, um eine eige-
ne und gemeinsame Widerstandskraft/Resilienz herzustellen. Anhand
von entsprechenden Zusammenschlüssen, die eingeladen und vorge-Seite 2 von 4
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stellt werden, wird untersucht, inwiefern diese im künstlerischen/ kultu-
rellen erprobten Strategien, auch auf andere Systeme Anwendung fin-
den können. Das Ausstellungskonzept reagiert auf diesen Ansatz, indem
es ein befreundetes Künstlerkollektiv (AMV aus Québèc/Kanada) ein-
lädt, dieses weitere assoziierte Künstler*innen oder eben Freund*innen
einlädt, die wiederum einen Zusammenschluss von Künstler*innen oder
einen von Künstler*innen geführten Ausstellungsraum einladen. Die sich
so entwickelnden Ausstellungen fließen ineinander über und treten mit-
einander in einen Diskurs, der auch auf der Vermittlungsebene aufgegrif-
fen und weitergeführt werden soll.
4. Projekt: Myzel - nature takes / Ein Sing-Klang-Sprechwerk im
urbanen Raum
Projektträger: fringe ensemble
Beantragte Förderung: 25.000 €
Myzel ist ein großes Projekt zum Thema des Verhältnisses Mensch und
Natur, basierend auf einer breiten Recherche in der Bevölkerung und
unter Beteiligung vieler Gruppen und Menschen der Zivilgesellschaft, mit
Aufführungen im öffentlichen Raum. Die gezielte Recherche zu Naturer-
fahrungen im Rheinland, die Beziehung der Menschen zu ihrer Region,
zu ihren Kulturlandschaften sind zentrales Thema. Geleitet von dem Ge-
danken dass sich das Verhältnis von Mensch und Natur verändern
muss, spielen Aspekte der Angst, so wie der Angst vor der Natur eine
Rolle – z. B. in Bezug auf Hochwassererfahrungen und der Bedeutung
der Flusslandschaft für das Leben der Menschen. Bereits in der Recher-
che arbeiten wir mit Bürger*innen unterschiedlicher Stadtteile, mit Schü-
ler*innen und Studierenden zusammen, erreichen auch weniger kulturaf-
fine Menschen. Wir möchten so ein interkulturelles Bild von Mensch-
Naturerfahrungen erarbeiten, das aus unterschiedlichen Perspektiven
speziell Bezug nimmt auf die uns bestimmende Kultur- und Naturregion.
Dabei spielen historische sowie gegenwärtige Aspekte ebenso eine Rol-
le, wie der Blick in die Zukunft. In der Zusammenarbeit von Profis und
Laien entsteht aus zahlreichen kleineren Werken eine Performance, die
niederschwellig und barrierefrei im öffentlichen Raum allen einen Zu-
gang ermöglicht.
Über die für das Jahr 2024 (ff.) beantragten Förderungen werden die Gremien
des LVR voraussichtlich Ende 2023 entscheiden.
Bewilligte Anträge für das Jahr 2023
Für das Förderjahr 2023 (ff.) wurden dem LVR durch die Verwaltung der Bun-
desstadt Bonn vier Anträge nach Vorprüfung der Unterlagen fristgerecht einge-
reicht (siehe DS-Nr. 220919), die daraufhin eine Förderung erhielten:
1. „Einbau einer Doppelgeschossrollregalanlage im Magazinneubau
des neuen Stadtarchivs“
Bundesstadt Bonn, Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek
Beantragt: 220.000 € (20.000 € für 2023 und 200.000 € für 2024)
Bewilligt: 220.000 € (20.000 € für 2023 und 200.000 € für 2024)
2. „Neuausrichtung des Deutschen Museums Bonn zum zentralen
Forum für KI in NRW – unter besonderer Berücksichtigung vonSeite 3 von 4
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digitaler Inklusion“
Deutsches Museum Bonn
Beantragt: 540.000 € (jeweils 180.000 € für die Jahre 2023, 2024
und 2025)
Bewilligt: 540.000 € (jeweils 180.000 € für die Jahre 2023, 2024
und 2025)
3. „Langzeitarchivierung „Bearbeitung und Verzeichnung des Fotoar-
chivs von Dietmar Schneider aus Köln““
Stiftung Rheinisches Archiv für Künstlernachlässe
Beantragt: 98.000 € (jeweils 49.000 € für 2023 und 2024)
Bewilligt: 98.000 € (jeweils 49.000 € für 2023 und 2024)
4. „WESTWIND 2023 zum 30-jährigen Jubiläum von Theater Marabu“
Verein marabu projekte e.V.
Beantragt: 35.000 €
Bewilligt: 30.000 €
Folgende mehrjährige Projekte erhielten in 2023 eine Folgeförderung:
1. „Wir machen Zukunft! – künstlerisches Forschen. Mit jungen Men-
schen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“
Bundesstadt Bonn – Kulturamt
Beantragt: 75.000 € (jeweils 25.000 € für die Jahre 2022, 2023 und
2024)
Bewilligt: 75.000 € (jeweils 25.000 € für die Jahre 2022, 2023 und
2024)
2. „Wissenschaftliche Bestandsaufnahme, Dialog und künstlerische
Intervention von Orten des Erinnerns „Aktive Erinnerungskultur““
Bundesstadt Bonn – Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek
der Bundesstadt Bonn
Beantragt: 60.000 € (jeweils 30.000 € für die Jahre 2022 und 2023)
Bewilligt: 40.000 € (jeweils 20.000 € für die Jahre 2022 und 2023)
Anlage/n
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Datenstand: 03.11.2026, 10:39 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de