230996 · Beschlussvorlage: Einleitung
Einleitung des Vergabeverfahrens zur Lieferung eines digitalen Patientendokumentationssystems für den Rettungsdienst der Bundesstadt Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 230996
- Art
- Beschlussvorlage: Einleitung
- Veröffentlicht
- 04.07.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage: Einleitung öffentlich 230996 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 37 Feuerwehr und Rettungsdienst Dezernat: Dez. I Einleitung des Vergabeverfahrens zur Lieferung eines digitalen Patientendokumentationssystems für den Rettungsdienst der Bundesstadt Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 16.08.2023 Entscheidung Beschlussvorschlag Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Lieferung eines digitalen Patienten- dokumentationssystems für den Rettungsdienst der Bundesstadt Bonn wird zugestimmt. Begründung Der Rat der Bundesstadt Bonn hat mit Beschluss vom 10.02.2022 (DS 211792) der Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans zugestimmt und die Verwaltung mit der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Erreichung der hier dargestellten Entwicklungsziele beauftragt. Zu den hier umzusetzenden Maßnahmen zählt die Einführung eines elektronischen Systems zur Erfassung von Patientendaten inkl. der medizinischen Dokumentation. Mit diesem, auf mobilen Endgeräten basierenden System, soll ein elektronisches Dokumentations-, Auswertungs- und Qualitätssicherungssystem beschafft werden, mit dem die Einsatzdaten elektronisch erfasst und effizient weiterverarbeitet werden können. Mit dem System werden die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Dokumentation, Datenschutz und Qualitätsmanagement gemäß § 7a des Gesetzes über den Rettungsdienst sowie die Notfallrettung und den Krankentransport (RettG NRW) erfüllt. Das Gesetz hat hier konkrete Vorgaben an die Rettungsdienstträger formuliert, dass geeignete Qualitätsmanagementstrukturen geschaffen werden, um anhand einer differenzierten Datenerfassung und -auswertung eine regelmäßige Analyse der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität des Rettungsdienstes zu ermöglichen. Hieraus sind etwaige Verbesserungen der Qualität im Rettungsdienst abzuleiten und deren Umsetzung zu realisieren. Die im Rettungsdienst derzeit papierbasiert erhobenen Daten werden bislang überwiegend zu Abrechnungs- und Dokumentationszwecken genutzt. Während Art und Umfang der Abrechnungsdaten der Refinanzierung der Gebühren dienen, erfolgt die Dokumentation der rettungsdienstlichen Daten („Was ist passiert?“ bzw. „Welche Maßnahmen wurden eingeleitet?“) vorrangig zumSeite 1 von 3 Seite 2 Nachweis der Patientenversorgung. Eine rein papierbasierte Dokumentation weist hier in vielen Bereichen Defizite gegenüber einem elektronischen System auf und wird insoweit den gesetzlichen Anforderungen nicht vollumfänglich gerecht: • Risiko einer qualitativ schwankenden Leistungserbringung • Fehlende Erkennung systematischer Schwachstellen • Fehlende systematische Rückkopplungsmöglichkeiten • Vorwürfe und Haftungsfälle • Fehlende Erkennung von Entwicklungen und Trends • Keine individuelle Verbesserungsmöglichkeit der Arbeitsweise • Erfassung und Analyse letztlich zufällig erkannter Ereignisse, die zu Fehlschlüssen und falschen Prognosen führen können • Nur sporadische und zeitintensive Überprüfung der Vollständigkeit der Dokumentation möglich • Notwendigkeit der Archivierung, Speicherung und Wiederherstellbarkeit der erstellten medizinischen Dokumentationseinheiten (z. B. notwendige Lagerkapazitäten zur Einhaltung der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen) • Erforderliche Dokumentation unter Einhaltung der Anforderungen gem. §§ 630 f – h Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) • Einhaltung der Anforderungen an die Qualitätssicherung gem. § 7a RettG NRW • Sicherung und Dokumentation der durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst freigegebenen notfallmedizinischen Maßnahmen aufgrund des neuen Berufsbildes der Notfallsanitäterin bzw. des Notfallsanitäters • fehlende Möglichkeit der Auswertung medizinischer Dokumentationsinhalte Durch den Einsatz eines elektronischen Datenerfassungssystems ergeben sich vielfältige Auswertungsmöglichkeiten im Rahmen des Controllings (überwachendes Kennzahlensystem) bis hin zur Schaffung einer fortschrittlichen Datenbasis für die Gebührenkalkulation und Satzungserstellung. Die erhobenen Daten werden in Echtzeit über entsprechende Schnittstellen und Anbindung an das Einsatzleitrechnersystem an die erforderlichen Stellen weitergeleitet und über ein Auswertungstool für das Controlling nutzbar gemacht. Das Einlesen von Versichertenstammdaten der Gesundheitskarte erleichtert die Abrechnung mit den Kostenträgern. Ein weiterer, zukunftsorientierter Aspekt ist die zunehmend geforderte automatisierte Vorabübermittlung von rettungsdienstlichen Einsatzdaten an dieSeite 2 von 3 Seite 3 jeweiligen aufnehmenden Krankenhäuser, um die dortige Aufnahme und Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten zu beschleunigen und Prozesse zu optimieren. Auf Grund der wachsenden und immer komplexeren Leistungsverzeichnisse der Rettungsdienstträger haben die anbietenden Firmen reagiert und sich von reinen Hard- und Softwarelieferanten hin zu umgänglichen Dienstleistenden entwickelt, die Gesamtlösungen anbieten und die Systeme über die Vertragsdauer warten, schulen und pflegen. Das auf mobile Endgeräte gestützte Datenerfassungssystem soll in mehreren Stufen auf allen Fahrzeugen der Notfallrettung der Bundesstadt Bonn und den Krankentransportfahrzeugen der eingebundenen Hilfsorganisationen eingeführt werden. Die Leistungserbringer wurden hierauf bereits im 2022 durchgeführten Einbindungsverfahren hingewiesen und werden im Rahmen des regelmäßigen Austauschs über den Projektverlauf informiert. Die Kostenträger haben dem Rettungsdienstbedarfsplan einschließlich der hier beschriebenen Maßnahmen zugestimmt. Die Maßnahme zur Lieferung eines Patientendokumentationssystems ist daher vollständig über Gebühren refinanziert und mit Einnahme- und Ausgabepositionen im Haushalt dargestellt. Vergabeart öffentlich offen (EU) aufgeforderte Firmen beschränkt nichtoffen (EU) x mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb Freihändig bzw. Verhandlungsvergabe x Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der vorgeschriebenen Vergabeart Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto VOB UVgO x VgV 2024 - 2026 890.100,00 € Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto (konsumtiv) / Finanzposition (investiv) CO-Kontierung (konsumtiv) / Finanzstelle (investiv) 1.02.21 Rettungsdienst 527130 783100 3702211 3702212 3702213 5370002213000 5370002215000 Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von Haushaltsresten Mittel x ja nein ja x nein freigegeben x vorgesehen Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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