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230853-22 · Mitteilungsvorlage

Adenauerallee - Abschluss der Markierungsarbeiten und Beginn des Verkehrsversuchs

Nummer
230853-22
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
04.09.2025
Letzte Änderung
30.10.2026
  • Bundeskanzlerplatz Straße· Gronau, Bonn Hauptort
  • Adenauerallee Straße· Südstadt, Bonn
  • Weberstraße Straße· Südstadt, Bonn
  • Kaiserstraße Straße· Südstadt, Bonn
  • Reuterstraße Straße· Südstadt, Bonn
  • Bonner Talweg Straße· Südstadt, Bonn
  • Baumschulallee Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung noch nicht verknüpft Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 02.12.2025 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Rates 15.12.2025 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 153,5 KB Öffnen ↗

Übergeordnet

  1. 230853 Planung im Rahmen der Sanierung der Adenauerallee (B9) zwischen Koblenzer Tor und Bundeskanzlerplatz

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
230853-22
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Dezernat III
Dezernat:
Dez. III
Adenauerallee - Abschluss der
Markierungsarbeiten und Beginn des
Verkehrsversuchs
Beratungsfolge
Rat 13.11.2025 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 02.12.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 31.12.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Im Anschluss an die Sanierung der Adenauerallee sind die Markierungs- und
Beschilderungsarbeiten zwischenzeitlich abgeschlossen worden. Im Rahmen
eines von der Bezirksregierung vorgegebenen mindestens 12-monatigen
Verkehrsversuchs wird ab Anfang September die Leistungsfähigkeit der
Verbindung für den Kfz-Verkehr sowie die Verkehrssicherheit für den
Radverkehr erhoben. Der Verkehrsversuch wird in enger Abstimmung mit der
Bezirksregierung Köln durchgeführt, welche den Versuch begleiten wird.
Sowohl der Aufbau als auch die Bewertungskriterien wurden mit der Stadt Bonn
abgestimmt (vgl. Schreiben der Bezirksregierung Köln vom 14. Mai 2025
(DS230853-19) und vom 19.08.2025, siehe Anhang).
Bewertungskriterien zum Verkehrsversuch
Die Verwaltung wird sich während des Versuchs regelmäßig mit der
Bezirksregierung austauschen. Es ist ausdrücklich vorgesehen, auch kurzfristig
auf gewonnene Erkenntnisse zu reagieren und wo möglich notwendige
Modifikationen der Verkehrsführung vorzunehmen.
Während des Versuchs untersucht die Verwaltung folgende Aspekte:
• Verkehrsfluss und Kapazität: Im Rahmen des Versuchs werden die
Verkehrszahlen, die Angebotsqualität auf der Strecke und an den
Knotenpunkten, die Reisezeit sowie die Verkehrsentwicklung im
umliegenden Verkehrsnetz betrachtet.
• Verkehrssicherheit: Hierbei werden die Unfallzahlen sowie definierte
Gefahrenstellen beobachtet. Zudem sammelt die Verwaltung während
des Versuchs monatliche Rückmeldungen von Polizei und Feuerwehr.
Im Vordergrund steht dabei der Blick auf die Unfalllage sowie
gegebenenfalls Beobachtungen kritischer Verkehrssituationen zur
Beurteilung der Verkehrssicherheit.
• Akzeptanz der Verkehrsteilnehmenden: Diese untersucht dieSeite 1 von 6
Seite 2
Verwaltung auf Basis einer Online-Befragung und weiteren
Rückmeldungen aus der Stadtgesellschaft.
Eine detaillierte Übersicht über die zwischen Bezirksregierung und
Stadtverwaltung abgestimmten Bewertungskriterien findet sich in der Anlage.
Aufbau des Versuchs auf der Adenauerallee
Zur Untersuchung der Verkehrssituation und der späteren Bewertung auf Basis
der oben aufgeführten Kriterien wurde ein externes Unternehmen beauftragt,
welches folgende Technik auf der Adenauerallee einsetzt:
• Videodetektion von 06:00 – 21:00 am Knotenpunkt Am
Hofgarten/Adenauerallee
• Videodetektion von 06:00 – 21:00 am Knotenpunkt
Weberstraße/Adenauerallee
• Videodetektion von 06:00 – 21:00 an der Einmündung Erste
Fährgasse/Adenauerallee
• Durchgehende Erfassung der täglichen Verkehrsstärke mittels
Seitenradargeräten je Fahrtrichtung am Querschnitt Adenauerallee
• Videodetektion von 06:00 – 21:00 einer Lieferzone auf der
Adenauerallee
Die drei erstgenannten Erhebungen sollen sowohl für die Verkehrszählung als
auch für eine Verkehrssicherheitsanalyse herangezogen werden. Weiter soll
wiederkehrend monatlich an zwei Tagen zum Abgleich an folgenden
Querschnitten die Verkehrsstärke mittels Videodetektion aufgenommen
werden:
• Weberstraße
• Kaiserstraße
• Reuterstraße
• Bonner Talweg
• Wittelsbacher Ring / Baumschulallee
Der Versuchsaufbau ist in dieser Form mit der Bezirksregierung Köln
abgestimmt.
Weiteres Vorgehen nach Ende des Versuchszeitraums
Nach Ende des Versuchs wird ein externes Fachbüro die gesammelten Daten
aufbereiten und auswerten. Gemeinsam mit der Bezirksregierung Köln wird
anschließend auf Basis der Bewertungskriterien das Versuchsergebnis
ermittelt. Anschließend erfolgt die Entscheidung über die zukünftige
Verkehrsführung nach dem Verkehrsversuch. Hierfür gibt es drei Szenarien:
• Die jetzige Verkehrsführung mit insgesamt zwei durchgängigen Kfz-
Fahrstreifen und eigenen Radfahrstreifen wird dauerhaft beibehalten.
• Die jetzige Verkehrsführung wird grundsätzlich verstetigt, jedoch werden
auf Basis der Versuchsergebnisse Anpassungen an der
Verkehrsführung oder gegebenenfalls im Umfeld der Adenauerallee
vorgenommen.
• Die jetzige Verkehrsführung kann nicht beibehalten werden, wenn dieSeite 2 von 6
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Anforderungen des Versuchs nicht erfüllt werden. In diesem Fall sollen
wieder vier durchgängige Kfz-Fahrstreifen eingerichtet werden. Wie die
Radverkehrsführung in diesem Fall aussehen würde, ist zum jetzigen
Zeitpunkt offen.
Die Bezirksregierung hat bestätigt, dass die bisherige Verkehrsführung (4 KFZ-
Spuren mit Radschutzstreifen auf der Fahrbahn) aufgrund des vorhandenen
Querschnitts unter Beachtung der aktuell geltenden Richtlinien nicht wieder
eingerichtet werden kann (vgl. Anlage). Auf Basis der vorliegenden
Verkehrszahlen ist eine Vierstreifigkeit für den Kfz-Verkehr nach den
einschlägigen Regelwerken nicht zwingend notwendig.
Die Verwaltung wird die Politik und Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen
zum Verkehrsversuch informieren.
Am Dienstag, 02.09.2025 hat die Verwaltung eine Klage nebst Antrag auf
einstweiligen Rechtsschutz gegen die aktuelle verkehrsrechtliche Anordnung
des mit der Bezirksregierung abgestimmten Verkehrsversuchs auf der
Adenauerallee erreicht, die auf die Wiederherstellung der früheren Markierung
abzielt. Das Gericht hat eine Frist für die Antragserwiderung von 14 Tagen
gesetzt. Die Verwaltung prüft derzeit die Angelegenheit und wird die politischen
Gremien über das weitere Verfahren informieren.
Anlage/n
1 Bewertungskriterien Verkehrsversuch Adenauerallee (öffentlich)Seite 3 von 6
Bewertungskriterien zum Verkehrsversuch 2025 auf der
Adenauerallee zwischen Bundeskanzlerplatz und Koblenzer Tor
Vorbemerkung:
Durch die Neuaufteilung des Straßenraumes im Bereich der Adenauerallee ist geplant,
zur Umsetzung der städtischen Mobilitätsstrategie u.a. mehr Raum für die sichere und
attraktive Radmobilität zu schaffen. Gleichzeitig stellt die Adenauerallee eine wichtige
Verkehrsachse für den motorisierten Verkehr in Bonn dar und soll sowohl während als
auch nach dem Verkehrsversuch ihre Bedeutung als Bundesstraße behalten.
Inwieweit die neue Verkehrsaufteilung den besonderen Anforderungen an die
Verkehrssicherheit und der Leistungsfähigkeit gerecht werden kann, wird im Rahmen
des bevorstehenden Verkehrsversuchs anhand von Datenerhebungen untersucht und
bewertet. Die erhobenen Verkehrsdaten werden in Kennziffern zur Qualitätsbewertung
der neuen Verkehrsaufteilung überführt und dienen als Entscheidungsgrundlage, ob
die neue Verkehrsführung dauerhaft umgesetzt werden kann oder ob Anpassungen an
der Verkehrsführung auf der Adenauerallee oder ggf. ergänzend im Umfeld erforderlich
werden oder vier KfzFahrstreifen wieder einzurichten sind. Die ursprüngliche
Verkehrsführung mit Schutzstreifen für den Radverkehr kann aufgrund des
vorhandenen Querschnitts unter Beachtung der aktuell geltenden Richtlinien nicht
wieder eingerichtet werden. Im Falle einer Wiedereinrichtung von vier KfzFahrstreifen
muss demnach die Radverkehrsführung im Gegensatz zur vorherigen
Verkehrsraumraufteilung anders ausgestaltet werden.
Die nachstehend genannten Zielvorgaben dienen dabei als Orientierung für die
Wirkungsanalyse, entscheiden aber nicht allein darüber, ob der Versuch als erfolgreich
gilt.
1. Verkehrsfluss und Kapazität
1.1 Vergleich der Verkehrserhebungsdaten
Abgleich und Analyse der vorliegenden Daten aus den Jahren 20232025/2026
Vorher/NachherUntersuchung
MIV, Rad und Fußverkehr
Zielvorgabe:
Sichere, attraktive Radverkehrsführung möglichst mit Erhöhung des
Radverkehrsanteils auf der Adenauerallee.
1.2 Angebotsqualität auf den Knotenpunkten
Einstufung ins Regelwerk
Weberstraße/B9 und Hofgarten/B9 anhand der HBS auf Basis der ermittelten
Verkehrserhebungen.Seite 4 von 6
- Verkehrsmengen (24h, werktags)
- Spitzenstundenbelastungen (Morgenspitze / Abendspitze)
Zielvorgabe:
- Erreichen der Qualitätsstufe nach HBS von mindestens „D“ oder zumindest
keine Verschlechterung zum Vorher-Zeitraum, sofern vorher eine niedrigere
Qualitätsstufe ermittelt wurde.
- Im Falle des Eintritts einer niedrigeren Qualitätsstufe wird dies im Rahmen einer
Variantenabwägung im Sinne der E Klima in der Bewertung Berücksichtigung
finden.
1.3 Angebotsqualität auf der Strecke
Überprüfung der Strecken der Adenauerallee mittels der Qualitätsstufen des
Verkehrsablaufs (QSV) als auch der Angebotsqualität in den Netzabschnitten
(SAQ/Scalable Quality Value). Vergleich 2023 zu 2025/2026.
Zielvorgabe:
- Erreichen der Qualitätsstufe nach HBS von mindestens „D“ oder zumindest
keine Verschlechterung zum Vorher-Zeitraum, sofern vorher eine niedrigere
Qualitätsstufe ermittelt wurde.
- Im Falle des Eintritts einer niedrigeren Qualitätsstufe wird dies im Rahmen einer
Variantenabwägung im Sinne der E Klima in der Bewertung Berücksichtigung
finden.
1.4 Verkehrsfluss des MIV
Untersuchung der Reisezeitveränderungen auf den relevanten Strecken.
Zielvorgabe (Adenauerallee):
- Übernahme der per Ratsbeschluss vom 22.08.2023 für den dreimonatigen
Verkehrsversuch im Jahr 2024 festgelegten Grenzwerte für die
Reisezeitverluste zwischen Koblenzer Tor und Bundeskanzlerplatz
(Durchschnittswert < 4 Minuten, Spitzenzeit < 8 Minuten) als Maßstab für die
Abwägung des Gesamtergebnisses.
1.5 Umgehungsverkehre
Vergleich der erhobenen Verkehrszahlen für die im Ergebnisprotokoll der
Untersuchungskriterien unter Punkt 2.2.2 „Umliegendes Verkehrsnetz“ definierten
Strecken.
Zielvorgabe:
- Keine zusätzlichen, über den Vorher-Untersuchungszeitraum hinausgehenden
Überlastungseffekte.Seite 5 von 6
2. Verkehrssicherheit
2.1 Unfallzahlen (Gesamtzahl, nach Unfalltyp)
Abgleich der Unfallzahlen nach Unfalltyp (zeitlich/räumlich)
Vergleich Vorher-Nachher, Vergleich Unfallkostenrate
Einordnung und Abgleich mit vergleichbaren Straßen und Straßenräumen.
Zielvorgabe:
- Keine Unfallhäufungsstellen / -linien im Bereich der Adenauerallee gemäß
gemeinsamem Unfallerlass NRW vom 10.06.2021.
2.2 Gefahrenstellen (Videoanalyse)
Analyse der definierten Gefahrenstellen (insbesondere Radverkehr als freie
Linksabbieger im Mischverkehr und freie Rechtsabbieger) anhand von
Videoanalysen und gemeinsamen Ortsbegehungen.
2.3 Rückmeldung Polizei / Feuerwehr
Sammlung weiterer Rückmeldungen
Polizeimeldungen gemäß Punkt 3 „Verkehrssicherheit“ des Ergebnisprotokolls zu
den Untersuchungskriterien.
3. Akzeptanz der Verkehrsteilnehmenden
3.1 Online-Befragung
Zusammenfassung der Umfrage, Auswertung der Antworten und Darstellung in
einem zusammenfassenden Bericht.
3.2 Stellungnahmen und sonstige Rückmeldungen
Weitere Rückmeldungen aus der Stadtgesellschaft werden gesammelt, um ein
größtmögliches Gesamtbild zu erhalten.
Bonn, 19.08.2025
. .
. . Ordnungs- und
Straßenverkehrsbehörde Dezernat 25
Abteilungsleitung Bezirksregierung Köln
Stadt BonnSeite 6 von 6

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Datenstand: 02.11.2026, 20:18 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de