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230853-08 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Planung im Rahmen der Sanierung der Adenauerallee (B9) zwischen Koblenzer Tor und Bundeskanzlerplatz

Nummer
230853-08 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
05.07.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Rates 22.08.2023 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 05.09.2023 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 15.08.2023 Kenntnisnahme
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  1. 230853 Planung im Rahmen der Sanierung der Adenauerallee (B9) zwischen Koblenzer Tor und Bundeskanzlerplatz

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
230853-08 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Planung im Rahmen der Sanierung der
Adenauerallee (B9) zwischen Koblenzer Tor und
Bundeskanzlerplatz
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 08.08.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 15.08.2023 Kenntnisnahme
Rat 22.08.2023 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Die Verwaltung hat am 6. und 7.6.2023 eine Verkehrszählung auf der
Adenauerallee durchgeführt. Gezählt wurde am Knotenpunkt Am Hofgarten /
Adenauerallee (B9) / Erste Fährgasse und am Knotenpunkt Weberstraße /
Adenauerallee (B9) / Zweite Fährgasse.
Am Hofgarten / Adenauerallee (B9) / Erste Fährgasse:
Aus der Zählung vom 6.-7.6.2023 ergibt sich, dass an diesen beiden Tagen ein
Spitzenwert von 19.462 Kfz/Tag gezählt wurde. Im Vergleich wurden im Jahr
2018 20.715 Kfz/Tag gezählt. Bezogen auf den am stärksten belasteten Tag
entspricht das einem Rückgang von ca. 1.250 Kfz/Tag (-6 Prozent). In der
Spitzenstunde wurden ca. 1.500 Kfz/h gezählt. Für den Radverkehr pro Tag
konnte in dem Zeitraum ein Anstieg von 3.478 auf 3.998 Radfahrten festgestellt
werden. Das entspricht einem Plus von ca. 500 Radfahrten/Tag (ca. +15
Prozent).
Weberstraße / Adenauerallee (B9) / Zweite Fährgasse
Für den Knotenpunkt Weberstraße / Adenauerallee (B9) / Zweite Fährgasse
wurde am 6.-7.6.2023 ein Spitzenwert von 20.193 Kfz/Tag gezählt. Im
Vergleich wurden im Jahr 2018 21.251 Kfz/Tag gezählt. Bezogen auf den am
stärksten belasteten Tag entspricht das einem Rückgang von ca. 1.050 Kfz/Tag
(-5 Prozent). In der Spitzenstunde wurden ca. 1.500 Kfz/h gezählt. Für den
Radverkehr pro Tag konnte in dem Zeitraum eine Zunahme von 2.097 auf
2.223 Radfahrten festgestellt werden. Das entspricht einem Plus von ca. 120
Radfahrten/Tag (ca. +6 Prozent).
Insgesamt lässt sich folglich an beiden Zählstellen ein Rückgang des Kfz-
Verkehrs und ein Anstieg des Radverkehrs feststellen. Die hohen
Radverkehrszahlen unterstreichen die Bedeutung der Adenauerallee, die vonSeite 1 von 9
Seite 2
außerordentlich vielen Personen als direkte Verbindungsachse und
unmittelbare Route zu ihren Zielen genutzt wird.
Aus den Zähldaten ergibt sich, dass aufgrund der gemessenen
Verkehrsstärken (Spitzenstunde ca. 1.500 Kfz/h) nach den Empfehlungen für
Radverkehrsanlagen (ERA) auf einer vierspurigen Straße
mindestens ein Schutzstreifen markiert werden muss. Dafür muss ausreichend
Straßenraum zur Verfügung stehen: in Bereichen mit Parkraum mindestens 15
m zwischen den Bordsteinen, in Bereichen ohne Parken mindestens 14 m. In
Bereichen mit Abbiegebeziehungen muss zusätzlicher Raum für die
Abbiegestreifen berücksichtigt werden. Diese erforderlichen Breiten sind auf
der Adenauerallee nicht gegeben (siehe Abbildungen DS 230853-04 ST). Das
bedeutet, dass nach den geltenden Richtlinien und Regelwerken vier
Fahrstreifen und ein Schutzstreifen nicht markiert werden können.
Auch im Falle eines Vollausbaus der Straße ist ein Umbau mit vier Fahrspuren
+ Schutzstreifen und regelkonformen 2,50 m breiten Gehwegen nicht möglich.
Hierfür sind die Breiten von Häuserkante zu Häuserkante
nicht durchgehend gegeben. Zudem existieren weitere Zwangspunkte, wie
beispielweise U-Bahnaufgänge, die sich nicht versetzen lassen und einen
Ausbau mit vier Fahrspuren für den MIV + Schutzstreifen unmöglich machen.
Die Unterschreitung der Maße der vorgenannten Normen bedeutet, Abstriche
von den damit vorgegebenen Standards zur Verkehrssicherheit zu machen (zu
den Risiken siehe Ausführungen in der DS 230853-04 ST). Darüber hinaus
weist die Verwaltung darauf hin, dass bei einer Neuaufteilung des
Straßenraums von Fassade zu Fassade sowohl eine Vervielfachung der
Kosten als auch eine deutliche Verlängerung der Bauzeit zu erwarten wäre.
Zähldaten:
Am Hofgarten / Adenauerallee (B9), Zst.: 11, 06.06.2023, 00:00 - 24:00 Uhr,
24-h-Block
Arm 1: Kfz: 19.322
SV (> 3,5 t): 247
Rad: 3.998
Am Hofgarten / Adenauerallee (B9), Zst.: 11, 07.06.2023, 00:00 - 24:00 Uhr,
24-h-Block
Arm 1: Kfz: 19.462
SV (> 3,5 t): 321
Rad: 3158
Weberstraße / Adenauerallee (B9), Zst.: 12, 06.06.2023, 00:00 - 24:00 Uhr, 24-
h-BlockSeite 2 von 9
Seite 3
Arm 1: Kfz: 19.703
SV (> 3,5 t): 278
Rad: 2.223
Weberstraße / Adenauerallee (B9), Zst.: 12, 07.06.2023, 00:00 - 24:00 Uhr, 24-
h-Block
Arm 1: Kfz: 20.193
SV (> 3,5 t): 344
Rad: 1820
Zum Vergleich die Daten aus dem Jahr 2018, mit denen bisher
argumentiert wurde:
Knotenpunktzählung B9/Am Hofgarten (nördlicher Ast – entspricht Arm 1) vom
09.10.2018: 20.715 Kfz / 334 SV / 3.478 Rad
Knotenpunktzählung B9/Weberstraße (nördlicher Ast – entspricht Arm 1) vom
09.10.2018: 21.251 Kfz / 347 SV / 2.097 Rad
Zu den Punkten 6 und 7 aus dem Änderungsantrag der CDU (DS 230853-
05)
6. Begrünungen mit Staudenmischpflanzungen, wie in der Endenicher Allee,
sind zwar im Vergleich zu anderen Staudenpflanzungen und vor allem
Wechselflor pflegearm, doch benötigen diese deutlich mehr Pflege, als eine
Ansaat oder Bodendeckerpflanzungen. Damit Grünflächen in Zukunft mit dem
derzeit vorhandenen Personal pflegbar bleiben, sind Staudenmischpflanzungen
nur punktuell und nicht universell einzusetzen. Die Verwaltung empfiehlt daher
dringend eine Straße, wie die Adenauerallee, mit einer Einsaat
insektenfreundlicher heimischer Kräuter zu begrünen. Damit könnte die Straße
als Trittsteinbiotop mindestens für blütenbestäubende Insekten fungieren. Ob
einzelne neuralgische herausragende Punkte als Staudenmischpflanzung
ausgeführt werden, ist im Rahmen einer konkreten Planung zu prüfen.
7. Die Adenauerallee bietet Potenzial für zusätzliche Baumpflanzungen. Der
Umfang ist im Rahmen einer konkreten Planung zu prüfen.
Anlage/n
1 Strassenbreiten Adenauerallee (öffentlich)
2 Anhang B9 (öffentlich)Seite 3 von 9
Seite 4 von 9
Anhang zu 230853-04 ST „Ergänzende Stellungnahme
zu: Planung im Rahmen der Sanierung
der Adenauerallee (B9) zwischen Koblenzer Tor und
Bundeskanzlerplatz
QuerschnitteSeite 5 von 9
2,60 m
Fußverkehr
2,50 m
Fußverkehr
2,70 m + 0,30
Protektion
Radverkehr
2,70 m + 0,30
Protektion
Radverkehr
3,50 m
Kfz-Verkehr
3,50 m
Kfz-Verkehr
Vorgelegte Planvariante
18,80 m von Häuserkante zu Häuserkante, Neuaufteilung
der Spuren zwischen Bordsteinen
Querschnitt der vorgelegten Planung
(hier stellvertretend an einer Stelle ohne Kfz-Parken/Bäume sowie außerhalb der Knotenpunkte; Spuraufteilung dazu siehe Lagepläne)
0,7
mSeite 6 von 9
Kombination Kfz 4-spurig und neue Schutzstreifen
1,30 m mehr benötigt als vorhanden
2,50 m
Fußverkehr
2,60 m
Fußverkehr
1,50 m
Schutz-
streifen
1,50 m
Schutz-
streifen
2,75 m
Kfz-Verkehr
2,75 m
Kfz-Verkehr
3,25 m
Kfz-Verkehr
3,25 m
Kfz-Verkehr
Fiktivskizze Neuanlage von Fahrradschutzstreifen + 4 Kfz-FahrspurenSeite 7 von 9
2,50 m
Fußverkehr
2,50 m
Radverkehr
(Radweg +
Sicherheitstrenn-
streifen)
2,50 m
Radverkehr
(Radweg +
Sicherheitstrenn-
streifen)
2,50 m
Fußverkehr
2,20 m
Bäume
&
Parken
2,20 m
Bäume
&
Parken
6,50 m
Kfz-Verkehr
(2 x 3,25 m)
6,50 m
Kfz-Verkehr
(2 x 3,25 m)
benötigt: 27,4 m Gesamtbreite
= rund 3 bis 9 Meter mehr, als in diversen Teilen der B9 zur Verfügung steht
In dieser Fiktiv-Skizze gibt es keine Linksabbiegemöglichkeiten für Kfz und keine Mittelinseln für den querenden Fußverkehr.
Musterquerschnitt Neuanlage mit 4 Kfz-Spuren und zeitgemäßer/regelkonformer Radinfrastruktur mit Kfz-Parken/Bäume.
Darstellung der benötigten MaßeSeite 8 von 9
2,50 m
Fußverkehr
2,00 m
Rad-
verkehr
2,50 m
Fußverkehr
2,00 m
Rad-
verkehr
Straßeneinrichtung =
Laternen,
Schildermasten etc.
Straßeneinrichtung =
Laternen,
Schildermasten etc.
6,50 m
Kfz-Verkehr
(2 x 3,25 m)
6,50 m
Kfz-Verkehr
(2 x 3,25 m)
= rund 1 bis 6 m mehr, als in diversen Teilen der B9 zur Verfügung steht
In dieser Fiktiv-Skizze gibt es keine Linksabbiegemöglichkeiten und keine Mittelinseln für den querenden Fußverkehr, sowie keine Bäume oder
Parken.
benötigt: 24 m Gesamtbreite
Musterquerschnitt Neuanlage mit 4 Kfz-Spuren und zeitgemäßer/regelkonformer Radinfrastruktur ohne Kfz-Parken/Bäume
Darstellung der benötigten MaßeSeite 9 von 9

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Datenstand: 03.11.2026, 00:42 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de