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230774 · Mitteilungsvorlage

Bericht über Projekte des Kulturamts sowie eingeworbene Drittmittel im Jahr 2022 und Überblick über geplante Projekte im Jahr 2023

Nummer
230774
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
28.04.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Kulturausschusses 30.05.2023 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
230774
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
41 Kulturamt
Dezernat:
Dez. IV
Bericht über Projekte des Kulturamts sowie
eingeworbene Drittmittel im Jahr 2022 und
Überblick über geplante Projekte im Jahr 2023
Beratungsfolge
Kulturausschuss 16.05.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Der Bericht ist der Anlage zu entnehmen.
Anlage/n
1 Bericht über eingeworbene Drittmittel 2022 und geplante Projekte 2023 Amt
41-1 (öffentlich)Seite 1 von 12
1
Mitteilung:
I. Bericht über durchgeführte Projekte im Jahr 2022
Das Kulturamt hat im Jahr 2022 im Bereich der Produktgruppe 1.04.01 „Kulturelle Projekte“
folgende Projekte durchgeführt und dazu die erforderlichen Drittmittel von rd. 507.866
€ akquiriert:
1. Lokale Projekte
 Landesprojekt „Kultur und Schule“
Im Schuljahr 2021/22 konnten insgesamt 23 Projekte durchgeführt werden.
Schülerinnen und Schüler aus Schulen aller Schulformen hatten so die Gelegenheit, in
Ergänzung des üblichen Unterrichts und unter professioneller künstlerischer Leitung,
ein kulturelles Projekt zu erarbeiten. Die Bandbreite der Projekte reichte dabei
beispielsweise von den Themen Identität, über urbane Orte bis hin zu afrikanischen
Musikinstrumenten und Land Art im Kottenforst. Die Projekte konnten weitestgehend
ohne pandemie-bedingte Unterbrechungen durchgeführt werden und die Erfahrungen
aus dem vorherigen Schuljahr – wie z. B. die Nutzung digitaler Möglichkeiten – flossen
in die neuen Projekte ein. Die Anmeldezahlen der vergangenen beiden Schuljahre
waren aufgrund der Pandemie leicht rückläufig, obgleich das Projekt von allen Seiten
als bereichernde und wertvolle Ergänzung des Schulalltags bewertet wird. Um zukünftig
wieder mehr Schulen für eine Teilnahme an Kultur und Schule zu gewinnen, ist geplant
eine Informationsbroschüre für die Bonner Schulen zu entwerfen. Die untenstehenden
Zahlen beziehen sich ausschließlich auf das Kalenderjahr 2022.
Städtischer Eigenanteil 6.750,00 €
Drittmittel Land NRW 64.050,00 €
Anteil Schulen/
Fördervereine
6.750,00 €
GESAMT 77.550,00 €
 Landesprojekt „Kulturrucksack“
Im Jahr 2022 konnte der Bonner Kulturrucksack unter Beteiligung von 24 Projektträgern
aus der städtischen sowie freien Kulturszene und Trägern der Jugendhilfe umgesetzt
werden. Die insgesamt 36 Workshops und Angebote fanden über das gesamte Jahr
unter dem Motto „Freude frei!“ statt. Es nahmen rd. 425 Kinder und Jugendliche im Alter
von 10 bis 14 Jahren aus Bonn und dem Umland am Projekt teil. Die im Vergleich zu
den Jahren vor 2020 deutlich geringere Anzahl an Teilnehmenden erklärt sich primär
aus den anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie (kleinere Gruppengrößen,
Ausfälle, Überangebot durch Nachholprojekte etc.).
Städtischer Eigenanteil 16.056,66 €
Drittmittel Land NRW 90.670,45 €
GESAMT 106.727,11 €Seite 2 von 12
2
 Landesprojekt „Kulturstrolche NRW“
Kulturstrolche NRW ist ein von den beiden Kultursekretariaten gegründetes Programm,
das sich an Grundschüler*innen richtet und vom Land NRW gefördert wird. In Begleitung
von Lehrkräften gehen die Kinder von der 2. bis 4. Klasse auf kulturelle „Erkundungstour“
und nutzen Kulturangebote in ihrer Stadt in den Bereichen Theater, Literatur, Kunst,
Medien, Tanz, Musik und Geschichte. Sie lernen Kulturschaffende und kulturelle Orte
kennen, schauen hinter die Kulissen, werden selbst künstlerisch tätig und halten die über
einen Zeitraum von drei Jahren gesammelten Erfahrungen in Kulturtagebüchern fest. Das
Projekt dient darüber hinaus der Bildung eines nachhaltigen Netzwerks zwischen
Grundschulen, Kultureinrichtungen und lokalen Künstler*innen. Das Kulturamt stieg 2022
in das Projekt ein – ein finanzieller Eigenanteil der Stadt ist derzeit noch nicht notwendig.
Die Bonner Kulturstrolche starteten zunächst einzügig mit einer zweiten Klasse der Paul-
Gerhardt-Schule in Beuel. 21 Schüler und Schülerinnen lernten die Sparten Theater
(Kooperationspartner Theater Marabu) und die Sparte Musik (Kooperationspartner
Beethoven Orchester Bonn) kennen.
Städtischer Eigenanteil 0,00 €
Drittmittel NRW
KULTURsekretariat
405,50 €
GESAMT 405,50 €
 „Stadtgartenkonzerte“
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause fand die Veranstaltungsreihe wieder an
ihrem angestammten Platz im Stadtgarten am Alten Zoll statt. Aufgrund der
Hofgartenkonzerte gab es im Jahr 2022 nur acht anstatt der üblichen zehn
Veranstaltungstage. Es traten insgesamt 19 Künstlergruppen auf. Dabei war es wieder die
Mischung aus lokalen, regionalen und überregionalen sowie internationalen Künstlerinnen
und Künstlern, die den besonderen Charme der Reihe ausmacht. Vom ersten Konzert an
fand sich ein breites Publikum ein, häufig Stammgäste, die nach den Jahren der Pandemie
nahtlos an die vorhergehenden Jahre anknüpfte. Durch die Beteiligung der verschiedenen
Kooperationspartner*innen, zum ersten Mal war auch die Stadt Potsdam mit dabei, war
eine Vielfalt der auftretenden Künstler*innen gewährleistet. Alle Konzertabende waren
ausnahmslos sehr gut besucht und belegen, dass das niedrigschwellige Konzept „umsonst
und draußen“ weiterhin gut angenommen wird.
Städtischer Eigenanteil 39.468,78 €
Drittmittel NRW KULTURsekretariat 800,00 €
Institut français 500,00 €
indirekte
Sachleistungen
3.100,00 €
GESAMT 43.868,78 €
 „Tag der Stadtmusik“
Am 6. August 2022 fand das Festival „Stadtmusik 2.0 – die ganze Stadt klingt!“ als
Neuauflage der Veranstaltung „Stadtmusik“ erstmals mit verändertem Konzept statt.
Angelehnt an die Idee der Fête de la Musique wurde das Fest bis 2019 konzeptionell in
Zusammenarbeit mit verschiedenen Bonner Kooperationspartner*innen durchgeführt und
jeweils an einem Samstag im August die Bonner Innenstadt auf verschiedenen BühnenSeite 3 von 12
3
und Plätzen musikalisch bespielt. Nach einer pandemie-bedingten Pause wurde das
Konzept ab dem Jahr 2022 leicht verändert. Es umfasst nun die gesamte Stadt Bonn und
trägt die Musik an einem Tag in alle vier Stadtbezirke hinein, um Kultur niedrigschwellig
für noch mehr Bürger*innen erlebbar zu machen. So erklang 2022 am Rheinufer in Beuel,
auf dem Friedensplatz in der Bonner Innenstadt, in der Fußgängerzone in Duisdorf und im
Stadtpark Bad Godesberg Musik. Den Abschluss bildeten, wie in den Vorjahren, die
abendlichen Konzerte der parallel stattfindenden Stadtgartenkonzerte auf der Bühne am
Alten Zoll. Die Konzeption des Programms und die Betreuung der Bühnen erfolgte durch
die Einbeziehung von Kooperationspartner*innen aus dem Jugend-, Musik-, und (Sub-)
Kulturbereich. Es traten insgesamt 19 Bands an fünf verschiedenen Orten auf.
Städtischer Eigenanteil 17.978,41 €
GESAMT 17.978,41 €
 Vielfalt! – Bonner Kultur- und Begegnungsfest
Vielfalt! – Das Bonner Kultur- und Begegnungsfest fand im Jahr 2022 am 12. Juni auf
dem Markt statt. Es gab eine Zusammenarbeit mit den Ämtern für Internationales und
Globale Nachhaltigkeit sowie dem Amt für Kinder, Jugend und Familie. Auf den Verkauf
von Speisen und Getränken wurde verzichtet und neben den Bühnen-beiträgen der
teilnehmenden Vereine und Organisationen traten auch professionelle lokale
Musiker*innen auf. Die umliegende Gastronomie konnte ihre Außenterrassen in leicht
zurückgebauter Form betreiben und bot somit u. a. Sitzgelegenheiten für die
Besuchenden. Mit rund 3.000 Besucher*innen war der Andrang ähnlich hoch wie bei
den vorherigen Festen, welche noch auf Markt und Münsterplatz stattfanden. Die in
2022 erstmals erprobte neue Form des Festes wird künftig weitergeführt.
Städtischer Eigenanteil 8.984,14 €
GESAMT 8.984,14 €
 „Alles muss raus“
Als Fortsetzung des Bonner Kultursommers 2021 brachte die Brotfabrik Bühne Bonn in
Kooperation mit dem Kulturamt innerhalb der Reihe „Alles muss raus“ die Kultur 2022
erneut hinaus – dieses Mal in die Stadteile Beuel, Mehlem und Gronau. An sechs
Veranstaltungstagen vom 10. August bis 7. September reichte das Programm von
zeitgenössischer arabischer Musik und World Beat Sounds im Biergarten der Brotfabrik
bis hin zu Familientagen im Mehlemer Drachensteinpark und dem Amphitheater im
Freizeitpark Rheinaue. Dort präsentierten sich brillant gespielte Alphörner neben einem
Percussion-Konzert, Kindertheater, Hochseiltheater und das Kinderatelier der
Jugendkunstschule im arte fact einem sehr aufgeschlossenen Publikum. Den
Abschluss fand die Reihe in einer Best of-Ausgabe von „Kunst gegen Bares“ der lokalen
Kleinkunstszene.
Städtischer Eigenanteil 10.000,00 €
GESAMT 10.000,00 €Seite 4 von 12
4
 Dritte kulturelle Solidarmaßnahme – Arbeitsstipendienprogramm für Bildende und
Darstellende Künstler*innen
Im Februar 2021 hat der Hauptausschuss anstelle des Rates nach § 60 Abs. 2 GO
NRW die Anpassung der Entschädigungsordnung des Rates und der Bezirks-
vertretungen der Bundesstadt Bonn geändert beschlossen. Im Zuge dessen wurde
ebenfalls festgehalten, dass die aus der Änderung resultierenden finanziellen
Einsparungen in 2021 zur Unterstützung der Bonner Kultureinrichtungen und der
Kulturschaffenden aus Bonn eingesetzt werden sollen. Im Jahr 2022 standen damit
30.000 Euro zur Verfügung, die im Rahmen eines Arbeitsstipendienprogrammes
Bonner bildende und darstellende Künstler*innen mit einem Stipendium in Höhe von
3.000 Euro fördern sollte. Es konnten insgesamt vier Stipendien an bildende
Künstlerinnen vergeben werden. Die verbleibenden 18.000 Euro wurden dann in einer
vierten Ausschreibung vergeben.
Städtischer Eigenanteil 12.000,00 €
GESAMT 12.000,00 €
 Vierte kulturelle Solidarmaßnahme – Arbeitsstipendienprogramm für Künstler*innen
aus den Bereichen Literatur, Film und Medienkunst
Im Rahmen einer vierten kulturellen Solidarmaßnahme wurden sechs Arbeitsstipendien
in Höhe von jeweils 3.000 Euro für Bonner Künstler*innen aus den Bereichen Literatur,
Film und Medienkunst ausgeschrieben. Die Stipendien wurden an drei Autor*innen und
an drei Filmemacherinnen vergeben.
Städtischer Eigenanteil 18.000,00 €
GESAMT 18.000,00 €
 How to… - Informations- und Fortbildungsreihe für die freie Kulturszene
Ende 2022 wurde mit „How to…“ ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das zum Ziel hat,
die freischaffenden Bonner Kulturakteur*innen gezielt fortzubilden. Im Dezember
fanden zwei mehrstündige Workshops zum Thema „Finanzplan,
Verwendungsnachweis und Zuwendungsrecht“ sowie zum Thema „Überzeugende
Förderanträge verfassen“ statt. Beide Workshops waren gut besucht und wurden sehr
gut evaluiert.
Städtischer Eigenanteil 2.031,82 €
GESAMT 2.031,82 €
 „Bonn ist Demokratie“
Zwischen Frühling 2021 und Winter 2021/22 wurden Grundlagen, Anforderungen,
Chancen, Thesen, Leitgedanken und Fragestellungen zum Themenkomplex „Bonn ist
Demokratie“ von zwei freien Honorarkräften gesammelt bzw. erarbeitet und in
verschiedenen internen sowie externen Gesprächsrunden diskutiert. Im Laufe der
Diskussionen wurden Zwischenziele erreicht, die Eingangsideen herausgearbeitet und
gefestigt sowie das Feedback einschlägiger Institutionen und Organisationen
eingearbeitet. Die Endergebnisse sind zur weiteren Verwendung an das Zentrum für
Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen übergegangen.Seite 5 von 12
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Städtischer Eigenanteil 3.195,00 €
GESAMT 3.195,00 €
 Auftaktveranstaltung „Nachhaltige Kulturstrategie 2023 ff.“
Am 30. Mai fand im Opernhaus die Auftaktveranstaltung zur „Nachhaltigen
Kulturstrategie der Stadt Bonn“ statt, an der zahlreiche Vertreter*innen der freien Szene
sowie von Bonner Kulturinstitutionen teilnahmen. Nach der Begrüßung und drei
Impulsvorträgen, gab es im Anschluss drei Labore und final einen kurzen Ausblick auf
den weiteren Prozess der Erarbeitung der Strategie unter Beteiligung der Kulturszene.
Städtischer Eigenanteil 2.064,72 €
Indirekte Sachleistung 200,00 €
GESAMT 2.264,72 €
 „Support your local venues“ – Bürger*innenbeteiligung Bezirk Bonn
Bei diesem niederschwelligen, kulturellen Förderprogramm handelt es sich um die
Umsetzung eines Bürger*innen Antrags zur „Förderung lokaler Kulturveranstaltungen
und Konzerte“, dessen Umsetzung der Rat nach Anhörung in der Bezirksvertretung
Bonn am 24.08.2022 beschlossen hat. Mit den von dort bereitgestellten Mitteln konnten
nach Juryentscheid gezielt Veranstalter*innen unterstützt werden, die bislang nicht oder
nur wenig gefördert wurden. Gefördert wurden auch kommerzielle Veranstalter*innen,
wenn sie ein Programm präsentierten, mit dem sie keinen Gewinn erzielten. Gefördert
wurden in der zweiten Jahreshälfte 2022 zehn Veranstalter*innen mit zwölf
Veranstaltungsformaten und insgesamt 27 Konzerten, von Hip Hop über Folk bis hin zu
Jazz und afrikanischer Musik.
Städtischer Eigenanteil 20.795,59 €
GESAMT 20.795,59 €
 „Klex-Atelier für geflüchtete Kinder aus der Ukraine“
Die Jugendkunstschule im arte fact setzte im Sommer 2022 ein bildende Kunst-Projekt
für geflüchtete ukrainische Kinder um. Das Projekt fand an sechs Terminen in der
Brotfabrik, parallel zum dort durchgeführten Mittagstisch für Geflüchtete, statt. Nach
dem Essen konnten die Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren unter professioneller
Anleitung von zwei Kunstpädagoginnen in einem offenen Atelier kreativ werden. Pro
Termin nahmen rund zehn Mädchen und Jungen teil. Unterstützt wurde das Projekt
durch einen Dolmetscher der Brotfabrik.
Städtischer Eigenanteil 1.340,00 €
GESAMT 1.340,00 €Seite 6 von 12
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 „New Placemaking“
In einer Kooperation zwischen dem Kulturamt der Stadt Bonn und Bonner
Kulturinstitutionen und -akteur*innen sollen Impulse für die kulturelle Belebung der
„Bönnschen Viertel“ (Innere Nordstadt und Combahnviertel) gesetzt werden. Das Projekt
„New Placemaking“ nimmt das Ziel des gesamtstädtischen Projekts „Bönnsche Viertel“
vorweg und möchte an den durch nachhaltige Mobilität möglichen gewonnenen Plätzen in
den beiden Quartieren Orte der Begegnung und der sozialen Teilhabe schaffen. Hierfür
wird der Ansatz um die Methoden eines „Reallabors“ gewählt, einer Form der Kooperation
zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Kulturszene, bei der das gegenseitige
Lernen in einem experimentellen Umfeld im Vordergrund steht. Zunächst steht das
Auskundschaften von geeigneten Standorten für dezentrale sozio-ökologische Kultur- und
Kommunikationsräume innerhalb der beiden Modellquartiere im Fokus. Es folgen unter
anderem der Aufbau von sogenannten Freeboxen (nicht vom Kulturamt finanziert) und die
kulturelle Belebung der beiden Modellquartiere mit Kunstaktionen. Parallel hierzu finden
zwei Lehrveranstaltungen der Universität Bonn (Geografisches Institut, Bereich
Kulturgeografie) und der Hochschule Niederrhein (Kulturpädagogik, B.A.-Studiengang)
statt – die Ergebnisse fließen in eine Gesamtevaluation des Projekts ein.
Städtischer Eigenanteil 15.000,00 €
GESAMT 15.000,00 €
 „Graffiti-Hall of Fame am Brassertufer“
Gemeinsam mit dem Bonner Graffiti-Künstler Eugen Schramm und dem Ameron Bonn
Hotel Königshof konnte Ende 2022 eine dritte legale Übungswand für Graffiti, eine
sogenannte „Hall of Fame“, am Brassertufer, direkt unterhalb der Terrasse des Hotel
Königshof, eröffnet werden. Immer im Winterhalbjahr, vom 15. Oktober bis zum 15.
März, steht die rund 330 qm große Wand der Allgemeinheit zur Verfügung; im
Sommerhalbjahr, vom 16. März bis 14. Oktober, darf die Wand nicht genutzt werden.
Die erste Wintersaison wurde mit einem Graffiti-Jam am 4. Dezember eröffnet. Das
Kulturamt übernahm hierfür die Kosten der ersten Grundierung der Wand, stellte
Spraydosen und ein Gerüst für den Jam zur Verfügung und übernahm die Kosten für
ein von ARTpolis – Community Arts & Music Lab organsiertes begleitendes Live-
Musikprogramm zur Veranstaltung.
Städtischer Eigenanteil 4.930,07 €
Indirekte Sachleistungen 200,00 €
GESAMT 5.130,07 €
 „BonnFest 2022“
Die Bonner Innenstadt verwandelte sich vom 30. September bis zum 2. Oktober rund
um Münsterplatz, Remigiusplatz, Markt, Friedensplatz, Friedrichstraße und Bottlerplatz
in ein Veranstaltungsgelände. Die Besucher*innen erwartete ein vielfältiges Programm,
das auf fünf Plätzen und zwei Bühnen stattfand. Die beiden Bühnen auf dem Markt- und
Münsterplatz boten Musik, Unterhaltung, Tanz und Informationen. Durch die finanzielle
Unterstützung der Stadt Bonn konnte der Veranstalter city-marketing bonn e.V. in
Kooperation mit dem Kulturamt weitere Bonner Künstler*innen für die Bühnen des
Festes verpflichten. Es handelte sich dabei um die Umsetzung eines Beschlusses der
Bezirksvertretung Bonn vom 13.04.2021, der pandemiebeding erst im Jahr 2022Seite 7 von 12
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erfolgen konnte. Insgesamt konnten so neun Bands als zusätzliches (lokales)
Kulturprogramm präsentiert werden.
Städtischer Eigenanteil 10.000,00 €
GESAMT 10.000,00 €
2. Regionale Projekte
 „Wir machen Zukunft! Künstlerisches Forschen – Mit jungen Menschen auf dem Weg
zur Nachhaltigkeit“
In dem auf drei Jahre (2022–2024) angelegten Kooperationsprojekt zwischen der Stadt
Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis erforschen junge Menschen zwischen fünf und 21
Jahren gemeinsam mit Künstler*innen, wie die Menschen in der Vergangenheit und
Gegenwart mit dem Thema Nachhaltigkeit umgegangen sind und was es braucht, um
auch in Zukunft nachhaltig die Ressourcen unserer Welt einzusetzen. „Wir machen
Zukunft“ ist ein kulturelles Bildungsprojekt an der Schnittstelle von Bildender Kunst und
künstlerischem Forschen, das über kreatives Experimentieren und Werken einen
vielseitigen Ansatz bietet. Im ersten Projektjahr wurde der Fokus auf die Vergangenheit
gelegt. Die von professionellen Künstler*innen und Kunstpädagog*innen konzipierten
und angeleiteten Angebote und Workshops fanden in Kitas und Schulen sowie als freie
Gruppenangebote kostenfrei statt. Nachhaltigkeitsexpert*innen aus der Region, die
beispielsweise auf Wasserwirtschaft, Müllvermeidung, Nutzung von KI, nachhaltige
Landwirtschaft oder Biodiversität spezialisiert sind, begleiteten die Workshops bzw.
Expeditionen. Als Partner*innen standen zahlreiche Institutionen aus Kunst und
Wissenschaft bereit. Auch kommunale Klimastellen und -akteur*innen wurden
eingebunden (z. B. Leitstelle Klimaschutz der Bundesstadt Bonn oder die
Energieagentur Rhein-Sieg e. V.). Im ersten Projektjahr 2022 haben insgesamt 714
Kinder und Jugendliche an 46 Kreativangeboten mit 48 Künstler*innen teilgenommen.
Städtischer Eigenanteil 20.000,00 €
Städtischer Eigenanteil
(Klimaförderung)
20.000,00 €
Drittmittel Landschaftsverband
Rheinland
22.832,14 €
Land NRW 22.832,14 €
Eigenanteil
Rhein-Sieg-Kreis
5.500,00 €
KSK-Stiftung für den
Rhein-Sieg-Kreis
5.000,00 €
GESAMT 96.164,28 €
 „Käpt´n Book – 20. Rheinisches Lesefest für Kinder und junge Erwachsene“
Die Jubiläumsausgabe des „Rheinischen Lesefests Käpt’n Book“ fand zwischen dem
23. Oktober und dem 6. November 2022 an 177 Orten in Bonn und der Region statt. Es
waren 27 Gemeinden, Kommunen und Kreise beteiligt. Von den 478 Veranstaltungen
fanden 322 Veranstaltungen in Bonn und 156 Veranstaltungen in der Region statt.
Neben 378 Autor*innenlesungen gab es zahlreiche Workshops, Theater- und
Filmaufführungen sowie musikalisch-literarische Veranstaltungen. Die 51 eingeladenen
Autor*innen kamen aus ganz Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Polen und
Südafrika. Bei insgesamt 15 Familienfesten in Bonn und 14 Familienfesten in der
Region begeisterte das bunte Programm kleine und große Besucher*innen. Auch 2022Seite 8 von 12
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boten Museen, Bibliotheken und andere kulturelle Einrichtungen bei den Festen ein
kostenloses Programm für alle Altersgruppen an. Inhaltlich lag der Fokus beim
Jubiläum, neben einem „Best of“ aus 20 Jahren Lesefest, vor allem auf dem Umgang
mit Krisen, Ängsten und Sorgen, auf Toleranz, Liebe und Respekt, aber auch auf
zukunftsweisenden Themen wie Nachhaltigkeit und dem Verhältnis des Menschen zur
Natur. Das Lesefest 2022 erreichte insgesamt rund 33.220 Kinder, Jugendliche und ihre
Familien. Davon entfielen ca. 25.400 Personen auf Bonn und ca. 7.820 auf die Region.
Städtischer Eigenanteil 78.000,00 €
Drittmittel
Land NRW 111.442,26 €
Partneranteile 71.192,07 €
Stiftung der
Sparda-Bank West
30.000,00 €
Goethe-Institut 25.000,00 €
ProHelvetia 4.641,78 €
Spende 1.800,00 €
Indirekte
Sachleistungen
28.000,00 €
1.350,00 €
10.900,00 €
700,00 €
GESAMT 363.026,11 €
3. Internationale Projekte
Das Kulturamt hat im Jahr 2022 pandemiebedingt bzw. durch die weiterhin anhaltenden
Auswirkungen der Pandemie keine internationalen Projekte durchgeführt. Durch die
wiederkehrenden Lockdowns in China wurde ein angedachtes Projekt mit
Kulturschaffenden aus Chengdu abgesagt. Ein avisiertes Projekt zur städtischen
Projektpartnerschaft mit Buchara in Usbekistan wurde in das Jahr 2023 verschoben.
4. Netzwerk-Arbeit
Über die Förderung der freien Kulturszene sowie die projektmäßige Einbeziehung von
städtischen Einrichtungen und freien Künstlerinnen und Künstler hinaus, wurden in der
Vergangenheit verschiedene Runden zum Austausch eingerichtet. Ein Teil der
Netzwerkarbeit musste als Auswirkung der Corona-Pandemie 2022 noch ausgesetzt
werden, ein Teil wurde wiederaufgenommen
 Kulturstammtisch
Nach einer pandemiebedingten Pause wurde der Kulturstammtisch des Kulturamtes
im Herbst 2022 wiederaufgenommen. Das 8. Vernetzungs- und Austauschformat
dieser Art traf auf große Resonanz. An der Veranstaltung, die im Atelierhaus des
Bonner Kunstvereins stattfand, nahmen rund 65 Bonner Kulturakteur*innen teil.
 Kultur und Migration
Die Treffen von Kulturamt und der ehemaligen Stabsstelle Integration mit
Kultureinrichtungen sollen der Information und dem Austausch über kulturelle
Angebote in Bonn, die (auch) Geflüchtete und Bonnerinnen und Bonner mit
Migrationshintergrund ansprechen, dienen. Pandemiebedingt wurden die Sitzungen
2020, 2021 sowie 2022 ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme ist für 2023 geplant.Seite 9 von 12
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Seit März 2022 informiert zudem ein regelmäßiger Newsletter des Kulturamtes über
Fördermöglichkeiten, Neuigkeiten und Eigenveranstaltungen.
II. Übersicht über eingeworbene Drittmittel im Jahr 2022
Die folgende Übersicht fasst die oben im Text genannten Fördersummen auf einen Blick
zusammen. Im Jahr 2022 konnten insgesamt rd. 507.866 € Drittmittel generiert werden.
Damit ließ sich das eingesetzte Budget des Kulturamts in Höhe von ca. 337.270 € fast
verdoppeln.
Projekt Förderer direkt indirekt bzw.
Sachspenden
Kultur und Schule Land NRW 64.050,00 €
Teilnehmende Schulen/
Fördervereine
6.750,00 €
Kulturrucksack Land NRW 90.670,45 €
Kulturstrolche NRW KULTURsekretariat 405,50 €
Wir machen Zukunft! Landschaftsverband
Rheinland
22.832,14 €
Land NRW 22.832,14 €
Rhein-Sieg-Kreis 5.500,00 €
Städte- und Gemeinden-
Stiftung der Kreissparkasse
Köln im Rhein-Sieg-Kreis
5.000,00 €
Lesefest Käpt´n Book Land NRW 111.442,26 €
Partneranteile 71.192,07 €
Stiftung der Sparda-Bank West 30.000,00 €
Goethe-Institut 25.000,00 €
Spende 1.800,00 €
ProHelvetia 4.641,78 €
Indirekte Sachleistungen 40.950,00 €
Stadtgartenkonzerte
NRW KULTURsekretariat 800,00 €
Institut français 500,00 €
Indirekte Sachleistungen 3.100,00 €
Graffiti-Hall of Fame Indirekte Sachleistungen 200,00 €
Auftaktveranstaltung
„Nachhaltige
Kulturstrategie“
Indirekte Sachleistungen 200,00 €
Summe 451.166,34 € 56.200,00 €
DRITTMITTEL GESAMT 507.866,34 €Seite 10 von 12
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Folgende Projektmittel konnten demnach für die vom Kulturamt durchgeführten Projekte
eingesetzt werden:
Drittmittel gesamt 507.866,34 €
städtischer Eigenanteil
(darin enthalten GEMA-Beiträge,
Beiträge zur Künstlersozialkasse* und
Mitgliedsbeitrag NRW KULTURsekretariat
Wuppertal)
337.269,78 €
Bewirtschaftete Projektsumme gesamt 845.136,12 €
*Die Angaben zur Künstlersozialkasse beziehen sich auf Grund deren Abrechnungsverfahren
auf das Jahr 2021.
III. Geplante Projekte des Kulturamts für das Jahr 2023
Neben den jährlichen Projekten des Kulturamtes (Rheinisches Lesefest Käpt´n Book, Kultur
und Schule, Kulturrucksack NRW, Kulturstrolche NRW, Tag der Stadtmusik, Stadtgarten-
konzerte, Kultur- und Begegnungsfest Vielfalt!) werden im Jahr 2023 folgende Projekte
eingeführt bzw. umgesetzt:
 Graffiti-Wettbewerb an der „Hall of Fame“ am Brassertufer
Im Februar 2022 wurde vom Kulturamt ein Graffiti-Wettbewerb zum Thema „Grenze –
Limes – Rhein“ ausgelobt, der zum Ziel hatte, ein großformatiges Wandbild („Mural“)
für die neue Graffiti-Übungswand am Brassertufer hervorzubringen. Am Wettbewerb
beteiligten sich sieben Graffiti-Künstler*innen bzw. Kollektive aus Bonn. Alle
eingereichten Entwürfe konnten nach Begutachtung durch eine Jury auf der Wand
umgesetzt werden. Das Wandbild, das Ende März 2023 fertiggestellt wurde, soll die
Wand bis Mitte Oktober 2023 zieren – danach ist die Wand wieder als legale
Übungswand freigegeben.
 Sprach-Kultur-Ferien
Für 2023 ist die Wiederaufnahme des Kooperationsprojektes mit der Internationalen
Begegnungsstätte der Stadt Bonn nach dreijähriger Pause (pandemiebedingt und
Umzug der Internationalen Begegnungsstätte) geplant. Es handelt sich bei dem Projekt
um ein Sprachförderprogramm während der Sommerferien, bei dem Sprachkurse in
Verbindung mit Workshops verschiedener künstlerischer Sparten in
Kultureinrichtungen angeboten werden. Zielgruppe sind zugewanderte Kinder und
Jugendliche.
 Fortbildungsreihe „How to…“
Die Ende 2022 eingeführte Fortbildungsreihe für Kulturakteur*innen der Stadt Bonn wird
2023 fortgeführt:
o 25. März 2023, „How to… Veranstaltungen leiten: aber richtig: Das Prinzip der
Veranstaltungsleitung“, IBIT GmbH Bonn
o 1. April 2023, „How to… VG Bild Kunst - Was bildende Künstlerinnen und Künstler
über das Urheberrecht und die VG Bild-Kunst wissen sollten“,
Dr. Anke Schierholz, Justiziarin der VG Bild-Kunst (in Kooperation mit dem
Künstlerforum Bonn und dem Atelierhaus des Bonner Kunstvereins)
o 13. Mai 2023, „ How to… VG Wort - Sinnvoll für Publizistinnen und Publizisten?!“,
Dr. Anke Schierholz, Justiziarin der VG Bild-Kunst
(in Kooperation mit dem Literaturhaus Bonn und der Stadtbibliothek Bonn)Seite 11 von 12
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o Sommer 2023, Wie profitieren Musiker*innen von der GEMA
o Sommer 2023, Steuern, Selbständigkeit und andere Fallstricke
o Herbst 2023, Alles rund um die Künstlersozialkasse
o November 2023, Wiederholung „How to… Überzeugende Förderanträge
verfassen“
o November 2023: Wiederholung „How to… Finanzplan, Verwendungs-nachweis
und Zuwendungsrecht“
Darüber hinaus sind weitere Projekte in Planung:
 „Aus der Szene“ (AT)
Bei diesem Pilotprojekt handelt es sich um die Vergabe von Mitteln zur Förderung eines
kostenlosen Kulturprogramms – analog zum „Bonner Kultursommer“ (2021) und zu
dessen Anschlussprojekt „Alles muss raus!“ (2022). Es sind zwei Ausschreibung
geplant bzw. die Ausschreibung von zwei Konzepten für verschiedene Zielgruppen: a)
ein Projekt, das geeignet ist, Kinder und/oder Jugendliche zu erreichen, die bisher nicht
oder nicht in ausreichendem Maße am kulturellen Leben teilhaben konnten
(aufsuchendes Format; partizipativ; möglichst nicht sprachbasiert; z. B. darstellende
Künste oder Figurentheater, bildende Kunst, Musik; bevorzugt in Stadtteilen wie
Tannenbusch, Mehlem, Medinghoven, Küdinghoven, Auerberg, Dransdorf, Pennenfeld
oder Lannesdorf-Nord) und b) ein Projekt, das geeignet ist, Erwachsene sowie ältere
Mitbürger*innen zu erreichen, die bisher nicht oder nicht in ausreichendem Maße am
kulturellen Leben teilhaben konnten (möglichst nicht sprachbasiert; z. B. darstellende
Künste, bildende Kunst oder Musik) und partizipativ angelegt ist.
 Produktionsunterstützung für die freie Musikszene
Dieses Pilotprojekt soll nach einer Markterkundung zur Studiolandschaft in Bonn
umgesetzt werden. Ziel ist die Förderung der freien Musikszene (Nachwuchs sowie
bereits etablierte Musiker*innen) durch eine noch festzulegende Art der „Produktions-
unterstützung“.
 Beteiligung an den „Jüdischen Kulturtagen Rhein Ruhr“
Nach einer pandemiebedingten, vierjährigen Pause sollen die „Jüdischen Kulturtage
Rhein Ruhr“ 2023 wieder stattfinden. Bonn hat sich auch in der Vergangenheit an
diesem dezentralen Festival, das vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden von
Nordrhein K.d.ö.R. ausgerichtet wird, beteiligt. In der Vergangenheit waren rund 15
Städte im Rheinland, Ruhrgebiet und dem Bergischen Land Teil der Veranstaltung. Ziel
ist es, das vielfältige jüdische Leben und die lebendige jüdische Kultur in Nordrhein-
Westfalen widerzuspiegeln. Die Veranstaltungen (Ausstellungen, Lesungen,
Theatervorstellungen, Filmvorführungen und Konzerte) sollen als Begegnungsprojekte
zum gemeinsamen Erleben aufrufen.Seite 12 von 12

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Datenstand: 02.11.2026, 19:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de