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230707 · Beschlussvorlage

Netzwerk Frühe Hilfen: Weitergewährung des Zuschusses (2023/2024)

Nummer
230707
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
12.04.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 26.04.2023 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
230707
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
Netzwerk Frühe Hilfen: Weitergewährung des
Zuschusses (2023/2024)
Beratungsfolge
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 26.04.2023 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, die Angebote der Frühen Hilfen - Das Netzwerk
für Väter, Mütter und Kinder - des Caritasverbandes für die Stadt Bonn e.V. und
des Familienkreises e.V. in den Jahren 2023 und 2024 weiterhin finanziell zu
fördern und den beigefügten Fördervertrag zu schließen.
Der Zuschuss beträgt im Jahr 2023 bis zu 494.335,24 Euro und im Jahr 2024
bis zu 510.636,53 Euro.
Begründung
1. Ausgangssituation
Sowohl der Caritasverband als auch der Familienkreis engagieren sich in Ko-
operation mit zahlreichen anderen freien Trägern bereits seit vielen Jahren im
Bereich der Frühen Hilfen, um werdende Eltern und Familien mit kleinen Kin-
dern frühzeitig zu erreichen und bei Bedarf durch niederschwellige und alltags-
praktische Hilfsangebote individuell zu unterstützen.
Zu den wesentlichen Unterstützungs- und Hilfsangeboten der beiden Träger im
Bereich der Frühen Hilfen gehören bisher insbesondere:
• Koordination des Netzwerkes Frühe Hilfen
• Beratung und Clearing in Familien, insbesondere durch Hausbesuche
• Vermittlung von passgenauen Hilfen
• Ehrenamtliche Unterstützung von Familien: Dazu Einbindung, Qualifika-
tion und Koordination von ehrenamtlichen Helfer*innen zur vielfältigen
Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern
• Kurzfristige Einsätze von Familienhebammen und Familien-
Gesundheits-Kinderkrankenpfleger:innen zur Unterstützung in familiären
KrisensituationenSeite 1 von 28
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• Organisation von regelmäßigen Netzwerktreffen
• Leitung und Organisation von Arbeitskreisen (u.a. AK Bindung, AK Qua-
litätsentwicklung)
• Frühe Hilfen in der Klinik in Kooperation mit den beteiligten Kranken-
häusern
• Mitwirkung an einem bedarfsorientierten Unterstützungssystem für Fa-
milien, Eltern und werdende Mütter in Krisenzeiten (z.B. kurzfristige
Förderprogramme)
• „Neu Im Leben“ in Kooperation mit den beteiligten Trägern
• Ehrenamtlicher Besuchsdienst: „Hallo Baby“
• Koordinierung und Begleitung des Qualitätszirkels der Entwicklungs-
und Sozialpädiatrie
• Pflege und Weiterentwicklung des Bonner Familienportals für die Ziel-
gruppe Familien mit Kindern von 0-3 Jahren
• Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken im Sinne einer gemeinsamen
Bonner Präventionskette
Die Förderung erfolgte dabei jeweils unter dem Vorbehalt, dass die Haushalts-
mittel teilweise durch Mittel aus der sogenannten „Bundesstiftung Frühe Hilfen“
gegenfinanziert werden.
Für das Jahr 2022 betrug der Bundeszuschuss 188.868,00 Euro. Für das Jahr
2023 erhält die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 208.467,00 Euro. Es ist zu
erwarten, dass die jährliche Förderung durch die Bundesstiftung fortbesteht.
Damit wird ein Großteil des von der Stadt Bonn gewährten Gesamtzuschusses
durch die Mittel des Bundes finanziert.
Insgesamt kann festgestellt werden, dass sich die Arbeit und die damit verbun-
denen Aufgaben der beiden Träger in den letzten Jahren sehr bewährt haben.
So war es den beiden Trägern stets möglich, ihre Aufgaben und Tätigkeitsfel-
der den aktuellen Herausforderungen, wie z. B der Corona-Pandemie anzupas-
sen und entsprechend auszurichten. So sind die oben genannten Angebote
nicht nur wichtige Bestandteile des Bonner Kinderschutzkonzeptes, sondern
tragen auch wesentlich dazu bei, besonderen Belastungssituationen von Fami-
lien entgegenzuwirken. Darüber hinaus konnten in den Jahren 2021 und 2022
zahlreiche Maßnahmen über das Corona-Aufholpaket im Baustein der Frühen
Hilfen zusätzlich angestoßen und umgesetzt werden.
2. Aktuelle Situation
Die konkreten Inhalte und Zahlen des Jahres 2021sind dem in der Anlage be-
findlichen Jahresbericht 2022des Netzwerkes Frühe Hilfen zu entnehmen.Seite 2 von 28
Seite 3
Besonders hervorzuheben ist die Weiterqualifizierung des Angebotsbereichs
„Frühe Hilfen in der Klinik“. Dieses Angebot erfährt weiterhin großen Zuspruch
und ist damit ein sehr erfolgreiches und zugleich zukunftsweisendes Angebot.
In 2023 wird voraussichtlich eine weitere Bonner Geburtsklinik einen durch die
Frühen Hilfen begleiteten Lotsendienst einrichten.
Die „Neu im Leben“-Angebote, mit denen Offene Treffs und Hebammensprech-
stunden für Schwangere und Eltern mit Babys und kleinen Kindern im Stadtteil
angeboten werden, werden in das Regelangebot der Frühen Hilfen aufgenom-
men. Daher erhöht sich an dieser Stelle die Regelförderung der Frühen Hilfen
um 50.000 Euro, wobei die Mittel an die durchführenden Kooperationspartner in
den Stadtteilen weitergeleitet werden (Siehe hierzu DS 202363).
Ferner ist an dieser Stelle die Zusammenarbeit des Netzwerkes mit der „Koor-
dinierungsstelle Kinderstark“ zu nennen. Diese enge Kooperation machte ins-
besondere die Weiterentwicklung und Verstetigung von Projekten und Aufga-
benfeldern im Sinne der Bonner Präventionskette möglich, die insbesondere
Familien in prekären Situationen Entlastung und Unterstützung bieten.
Die Erhöhung der Zuschüsse für die kommenden zwei Haushaltsjahre beruht
neben der Ausweitung der Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenschwestern und der Aufnahme der Neu-Im-Leben-Angebote auf
den gestiegenen Personal- und Sachkosten.
Zusätzlich erhalten die Frühen Hilfen Mittel aus dem Förderprogramms „Kin-
derstark“ für die Einrichtung eines Lotsendienstes in Kinderarztpraxen sowie
die Pflege des Familienportals.
Von den erforderlichen Mitteln sind 412.192,01 Euro (2023) und 421.246,81
Euro (2024) in den Haushaltsanmeldungen enthalten. Die Differenzbeträge von
82.143,23 Euro (2023) und 89.389,72 Euro (2024) können aus dem Gesamt-
budget des Jugendamtes geleistet werden. Die Förderung entspricht den Rege-
lungen des § 82 GO NRW (vorläufige Haushaltsführung).
Den genannten Ausgaben stehen bisher Zuschüsse aus der Bundesstiftung
Fond Frühe Hilfen in Höhe von 208.467,00 Euro für das Jahr 2023 gegenüber.
Anlage: Jahresbericht Frühe Hilfen 2022
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbe-
zeichnung
Produkt Produktbezeichnung
1.06.05 Sonst. Leistungen zur
Förderung junger Men-
schen und Familien
1.06.05.01 Allgemeine Förderung der Erzie-
hung in der Familie
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten (2023)
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
DeckungSeite 3 von 28
Seite 4
Auszahlungen /
Aufwendungen
494.335,24 € 151000605/
731000
2023:
412.192,01 €
2023: 82.143,23
€
Gesamtbudget
Amt 51
Einzahlungen /
Erträge
208.467,00 €
Haushaltsbelastung
jährlich
285.868,24 €
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten (2024)
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
510.636,53 € 151000605/
731000
2024:
421.246,81 €
2024: 89.389,72
€
Gesamtbudget
Amt 51
Einzahlungen /
Erträge
208.467,00 €
Haushaltsbelastung
jährlich
302.164,53 €
Anlage/n
1 230707 Jahresbericht FH 2022 (öffentlich)Seite 4 von 28
Frühe Hilfen Bonn -
Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Jahresbericht 2022Seite 5 von 28
Inhalt
1 Einleitung 1
2 Beispiel aus der Praxis 2
3 Kontakt- und Vermittlungsstelle für Familien und Fachkräfte 3
4 Netzwerkkoordination 5
4.1 Netzwerkpartner 5
4.2 Netzwerktreffen 5
4.3 Arbeitskreis Bindung 6
4.4 Qualitätsentwicklung 6
4.5 Frühe Hilfen im Stadtteil: Neu im Leben 8
5 Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Gesundheitshilfe 9
5.1 Frühe Hilfen in der Klinik 9
5.2 Ehrenamtlicher Besuchsdienst "Hallo Baby" 9
5.3 Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie 10
6 Zusammenarbeit Frühe Hilfen und kinderstark – NRW schafft Chancen 10
6.1 Bonner Familienportal 10
6.2 Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen 11
6.3 Aufholen nach Corona 12
7 Öffentlichkeitsarbeit 14
8 Ausblick 15
8.1 Kurzvorstellung Koordinierungsstelle 16
8.2 Übersicht: Aufgaben der Koordinierungsstelle 17
8.3 Weitere Anlagen 18Seite 6 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
1 Einleitung
Das vergangene Jahr war geprägt von den vielfältig negativen Auswirkungen der Pandemie sowie der
zunehmenden Verunsicherung und den existenziellen Sorgen von Eltern mit Beginn des Krieges in der
Ukraine und der Energiekrise. Die Nachwirkungen der coronabedingten Maßnahmen haben zu
Ängsten vor Ansteckung und oftmals zu sozialer Isolation geführt. Gerade Familien, bei denen
Schwangerschaft, Geburt und erste Lebensjahre in diese Zeit fielen, hatten ein großes Bedürfnis nach
Ansprache, Austausch, Anteilnahme und fachlicher Anleitung. Hinzu kam die sich verstärkende
existenzielle Not, die der Krieg in der Ukraine und die darauffolgenden steigenden Preise für Energie
und Lebensmittel mit sich brachten. Der Anteil der Familien, der sich um die Existenz sorgt, stieg und
wird uns auch 2023 weiter begleiten. Diese Nöte zeigten sich in einer Zunahme der Anfragen in der
Koordinierungsstelle um 13% und umfangreicheren Betreuungszeiten durch die pädagogischen sowie
die gesundheitsorientierten Fachkräfte der Koordinierungsstelle. Der zunehmend infrastrukturelle
Mangel, bzw. fehlendes Fachpersonal bei Kinderbetreuung, Frühförderung und Psychotherapie für
Erwachsene und Kinder- und Jugendliche wirkten sich negativ aus, wenn z.B. die Vermittlung in ein
Angebot in einigen Fällen nicht oder nur mit langer Wartezeit gelingen konnte. Auch diese Entwicklung
wird sich leider verstärken und uns weiter begleiten.
Die neu geschaffenen oder erweiterten Angebote des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“
haben hier einen kleinen Ausgleich schaffen können. Dass dies trotz der engen und bürokratischen
Vorgaben des Aktionsprogramms in kurzer Planungszeit gelungen ist, ist den beteiligten
Netzwerkpartnern zu verdanken. Die Zahl der ca. 900 erreichten Familien und deren Rückmeldungen
machen den Bedarf der Familien noch einmal mehr deutlich.
Die Netzwerkarbeit wurde 2022 ist einer guten Mischung von digitalen und analogen Formaten
durchgeführt. Die Fachkräfte haben es genossen, sich wieder in Präsenz treffen zu können. Insgesamt
gab es viel personellen Wechsel bei den Netzwerkpartnern durch Ruhestand und höhere Fluktuation
in einigen Arbeitsfeldern. Unverändert groß war die Motivation der Netzwerkpartner, gemeinsam für
alle begleiteten Familien das bestmögliche Unterstützungsangebot zu organisieren und hierfür nach
pragmatischen Lösungen zu suchen. Diesem Anliegen trägt die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen
Rechnung, schafft Austauschmöglichkeiten, fachlichen Input und Wissenstransfer zwischen den
vielfältigen Arbeitsbereichen.
Wesentlicher Bestandteil der Arbeit der Koordinierungsstelle ist zunehmend die Zusammenarbeit mit
der Koordinierungsstelle kinderstark, die im Amt für Kinder, Jugend und Familie angesiedelt ist und für
den strukturellen Aufbau der Präventionskette für alle Altersgruppen in Bonn zuständig ist. Erster
Baustein sind die Frühen Hilfen mit der Zuständigkeit für Familien mit Kindern von 0-3 Jahren.
Gemeinsame Zielsetzung ist das gesunde Aufwachsen und Teilhabemöglichkeiten für alle Kinder in
Bonn.
Ein besonderes Highlight für die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen und ihre Netzwerkpartner war der
Besuch der Bundesministerin Lisa Paus - gemeinsam mit Landesministerin Josephine Paul und
Oberbürgermeisterin Katja Dörner - im Rahmen ihrer Sommerreise.Seite 7 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
2 Beispiel aus der Praxis
Familie Hussein
Frau Hussein*, eine binationale Familie mit einem fünfjährigen Sohn und im Februar geborenen
Zwillingen, meldete sich bei den Frühen Hilfen und bat um Unterstützung durch eine
ehrenamtliche Kraft. Im Hausbesuch wurde schnell deutlich, dass die Mutter sich, u.a. bedingt
durch eine Lernbehinderung, mit der Versorgung der Kinder überfordert fühlte, während es dem
Kindsvater ein großes Anliegen war, wieder arbeiten zu gehen und den Lebensunterhalt der Familie
zu sichern. Anträge auf Jobcenterleistungen, Kindergeld und Elterngeld waren noch nicht gestellt
worden. Den Eltern war dies bewusst, sie hatten es aber bis dato nicht geschafft, sich
Unterstützung zu organisieren. Darüber hinaus gab es viele Fragen zur Gesundheit, Entwicklung
und Erziehung der Kinder. Um zunächst einmal die Existenz der Familie zu sichern und die Fragen
bzgl. der Kinder klären zu können, wurde eine Familienhebamme eingesetzt.
Dieser gelang es, die Familie darin zu unterstützen, ihre Behördenangelegenheiten zu klären und
das bestehende Netzwerk (Schwangerschaftsberatungsstelle, Sozialberatung) zu nutzen. Dazu
gehörte es auch, dass die Eltern die Nutzung digitaler Medien für die Kommunikation mit den
Behörden übten, wie zum Beispiel E-Mails verfassen und Anhänge einbinden.
Der Familienhebamme konnte die Mutter stärken, so dass sie souveräner im Umgang mit ihren
Kindern wurde. Es fiel ihr leichter, allein Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und auch Ausflüge zu
unternehmen. Für einen Besuch des Drachenfels nutzte sie beispielsweise den Gutschein, den sie
über das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ erhalten hatte. Bei der Teilnahme an einem
ebenfalls über das Aktionsprogramm finanzierte Familienangebot in den Ferien lernte sie andere
Mütter mit ihren Kindern kennen, erhielt Unterstützung durch die Kursleiterin und Anregung für
die sinnvolle Beschäftigung ihrer Kinder. Auch die warme Mahlzeit für die ganze Familie, die im
Rahmen der Feriengruppe angeboten wurde, war für die Mutter eine große Entlastung.
Nachdem die dringendsten Themen bearbeitet waren, wurde eine Ehrenamtliche eingesetzt, um
die Familie in alltagspraktischen Dingen zu entlasten.
Zum Abschluss der Familienhebammenbegleitung war die Kindsmutter in der Lage, sich allein um
ihre Kinder zu kümmern und Behördenangelegenheiten mit Unterstützung der Beratungsstellen zu
regeln. Dem Kindsvater war es dadurch möglich, wieder arbeiten zu gehen und auch die Kindsmutter
plant, wieder eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen, sobald die Kinder einen Betreuungsplatz
haben.
*Namen geändertSeite 8 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
3 Kontakt- und Vermittlungsstelle für Familien und Fachkräfte
Zahl der Anfragen und Hausbesuche
Das vergangene Jahr war geprägt von einer intensiven
Familienarbeit. Dies schlägt sich auch in der Zahl der
Anfragen nieder, die mit 453 den höchsten Wert seit
Jahren erreicht und einer Zunahme von rund 13% im
Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auffallend ist auch,
dass über die Hälfte (54%, 49% in 2021) der Anfragen
durch die Familien selbst erfolgte. In rund 36% (45% in
2021) der Fälle meldeten sich verschiedene
Institutionen, die die Familien begleiteten und
zusätzliche Unterstützung vorschlugen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich hier eine Verschiebung hin
zu Anfragen durch die Familien selbst, was damit zu tun haben kann, dass viele Zugänge in der
Coronazeit weggefallen sind und erst langsam wieder aktiviert werden.
Auch die Zahl der face-to-face-Kontakte erreichte mit 173
(149 in 2021) eine Steigerung um rund 16% und damit eine
neue Höchstzahl. Videoberatungen wurden kaum
gewünscht. Eine große Entlastung war es für die
Durchführung der Hausbesuche, als in der zweiten
Jahreshälfte in Bezug auf die Corona-Schutzmaßnahmen
face-to-face Kontakte wieder deutlich einfacher
umzusetzen waren.
Die zwei Familienhebammen und die Familien-
Gesundheits- und Kinderkrankenschwester des Teams der
Koordinierungsstelle waren im Rahmen der
Gesundheitsorientierten Familienbegleitung (GFB) tätig.
Durch die zusätzlichen Mittel des Förderprogramms
„Aufholen nach Corona“ konnten die zur Verfügung
stehenden Stunden aufgestockt werden. Sie begleiteten
2022 insgesamt 59 Familien (53 in 2021) und führten 541
(276 in 2021) Hausbesuche durch. Dies zeigt, dass die Arbeit
der GFB mit neun Hausbesuchen pro Familie im Vergleich zu
2021 (rund fünf Hausbesuche pro Familie) an Intensität
deutlich zugenommen hat.
Die Arbeit der GFB wird von den Familien als sehr unterstützend wahrgenommen und trägt deutlich
zu einer Entspannung des Familiensystems bei, wie die folgende Aussage einer Mutter zeigt: „Die
Kinderkrankenschwester hat uns ein gutes Gefühl gegeben. Ich wurde sofort ruhiger, weil da jemand
vom Fach war, der uns ernst genommen hat.“ (Mutter von 1,5 Jahre altem Jungen, mit Saugverwirrung
26 25
39
53 59
0
20
40
60
80
2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl begleiteter Familien
durch Einsatz einer GFB
416 412 367 401 453
0
100
200
300
400
500
2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl AnfragenSeite 9 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
und Problemen bei der Gewichtszunahme, begleitet für 1 Jahr durch die Familien- Gesundheits- und
Kinderkrankenschwester).
Belastungsfaktoren der Familien
Bei telefonischen oder schriftlichen Kontaktaufnahmen geht es immer wieder um
Informationsanfragen über Angebote in Bonn. Hier wird meist der Grund des Anrufs und das
Beratungsergebnis erfasst und keine Anamnese der Familiensituation vorgenommen.
Bei Telefonaten mit Beratungscharakter und Hausbesuchen werden in der Regel Belastungsfaktoren
und Ressourcen der Familie dokumentiert, die benannt werden. Dies betrifft im Jahr 2022 rund 61%
aller Anfragen (65% in 2021).
Nachfolgend werden die Belastungen beschrieben, die im Rahmen der Gespräche erfasst werden
konnten: Bei 36% (35% in 2021) der Familien wurde ein Belastungsfaktor erfasst, bei 46% (55% in
2021) der Familien zwei bis vier Belastungsfaktoren. Die Zahl der Familien mit fünf und mehr
Belastungsfaktoren liegt bei 14% (9% in 2021).
Bei der Art der Belastungsfaktoren hat die Zahl der Familien mit einer „belasteten Biografie“ mit 35%
(25% in 2021) deutlich zugenommen. Die chronische körperliche und/oder psychische Erkrankungen
sind mit 33% (36% in 2021) in etwa gleichgeblieben. Weitere häufige Belastungsfaktoren in den
Familien waren alleinerziehende Elternteile (30%, 26% in 2021), ein Kind mit einer chronischen
Erkrankung/Behinderung oder einer Regulationsstörung (28%, 27% in 2021) sowie Armut und
finanzielle Not (26%, 24% in 2021). Fehlende Sprach- und Systemkenntnisse wurden bei 25% der
Familien erfasst (21% in 2021), eine Kinderzahl von drei und mehr bei rund 18% (26% in 2021).
Anbindung an passgenaue Hilfen
Die Zusammenarbeit mit Anbietern von
Unterstützungsangeboten für Familien ist für die
Koordinierungsstelle von großer Wichtigkeit. Nur so
können Mütter und Väter für sich und ihre Kinder
passgenaue Hilfen erhalten. Die Vermittlung
verschiedener Angebote ist breit aufgestellt und
zeigt, wie wichtig eine umfassende Kenntnis der
verschiedenen Systeme ist: Die Familien wurden
u.a. an andere Beratungsstellen wie z.B.
Erziehungsberatungsstellen 20 % (14% in 2021) sowie an spezifische ambulante Dienste, wie z.B.
Haushalthilfen 15% (12% in 2021) vermittelt. Auch medizinische Einrichtungen und Professionen, wie
Klinken, Ärzte und Hebammen waren mit 14% (15% in 2021) der Vermittlungen wichtige
Kooperationspartner der Koordinierungsstelle. Weitere waren die Schwangerschaftsberatungsstellen
mit 11% (11% in 2021) und das Jugendamt mit dem Fachdienst Kinderschutz und den Fachdiensten für
Familien- und Erziehungshilfen mit 6% der Fälle (3,5% in 2021).
Ehrenamtliche Unterstützung in Familien
Die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen (EA) der Koordinierungsstelle wurde ebenfalls im
zweiten Halbjahr aufgrund des Wegfalls vieler Coronamaßnahmen wieder einfacher. Die
Elternhelfer:innen des Familienkreises und die Familienpatinnen des Caritasverbandes unterstützten
im vergangenen Jahr 38 Bonner Familien mit 83 Kindern. Insgesamt leisteten die 45 ehrenamtlichen
"Ich bin ja jetzt in Deutschland - ohne die
Familienhebamme hätte ich mich hier im
deutschen System nicht zurechtgefunden.
Sie hat mir nicht nur mit dem Baby
geholfen, sondern auch bei allem
anderen.“
Mutter, persische Wurzeln, Baby 1 Jahr alt,
begleitet von Familienhebamme für 1 JahrSeite 10 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Mitarbeiterinnen von Familienkreis und Caritas 1942 Stunden freiwillige Arbeit (1504 in 2021). Je
Familie ergibt sich so ein Durchschnittswert von ca. 51 Stunden ehrenamtlicher Unterstützung (32
Stunden in 2021). Einsatzdauer und -intensität hängen vom Einzelfall ab, daher variiert die Anzahl der
in jeder Familie tatsächlich aufgewendeten Stunden erheblich.
In den Jahren der Corona-Pandemie sind die
Zahlen der begleiteten Familien sowie der face-
to-face-Kontakte aufgrund der oben
beschriebenen Problematiken deutlich
gesunken, in 2022 stiegen sie erstmals wieder an.
Die in der Coronapandemie erworbenen
Fähigkeiten in der Nutzung digitaler Tools für die
Akquise, Qualifizierung und Begleitung der
Ehrenamtlichen wurden auch im Jahr 2022
weiter genutzt. So können der Zugang zu
Interessent:innen und die Teilnahme an Schulungs- und Fortbildungsveranstaltungen variabel und an
den Bedürfnissen der Ehrenamtlichen ausgerichtet werden.
4 Netzwerkkoordination
4.1 Netzwerkpartner
Mit seinen 56 Kooperationspartnern bildet das Netzwerk Frühe Hilfen die gesamte Expertise in den
Bereichen Gesundheit, Jugendhilfe, psychiatrische Versorgung, Frühförderung, Familienbildung und
Kinderbetreuung in Bonn ab. In der zweiten Jahreshälfte konnte die Netzwerkarbeit wieder analoger
stattfinden – Formate, die sich in der Pandemie digital bewährt haben, wurden weiter fortgeführt. Bei
allen Netzwerk-Formaten wurden gleichbleibend hohe Teilnehmerzahlen erreicht – auch die
Präsenztreffen in der zweiten Jahreshälfte wurden sehr gut angenommen.
4.2 Netzwerktreffen
Verstärkt durch die Corona-Pandemie, standen die psychischen Erkrankungen weiter im Fokus der
Netzwerkarbeit.
So gab es im März 2022 einen gemeinsamen digitalen Fachtag in Kooperation mit dem Netzwerk JuPs
und der LVR Klinik „Familien mit psychisch erkrankten Eltern: Belastungen erkennen und gemeinsam
handeln.“ Referent war der Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychiotherapie Dr. Michael Hipp.
Trotz technischer Probleme am Anfang kamen ca. 180 Fachkräfte aus Bonn digital zusammen. Die
Oberbürgermeisterin Katja Dörner und der ärztliche Direktor der LVR Klinik Prof. Dr. Banger hielten
jeweils ein Grußwort.
Ergänzend dazu hat die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen im gleichen Monat einen weiteren Online-
Vortrag organisiert mit Frau Prof. Dr. Philipsen der Uniklinik Bonn zum Thema „Psychische
Krankheitsbilder, Symptome und Auswirkungen für die betroffenen Eltern (und Angehörige).“
Die Veranstaltungsplanung erfolgte zunehmend in Absprache oder gemeinsam mit anderen
Netzwerken vor Ort. So hat sich die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen im Juni an der
Auftaktveranstaltung von „kinderstark – NRW schafft Chancen“ mit der Moderation von Workshops
beteiligt.Seite 11 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Mit der September-Veranstaltung „Humor ist, wenn man lachend trotzt“ hat sich das Netzwerk Frühe
Hilfen der Frage gewidmet, inwiefern Humor als Methode in der sozialen Arbeit eingesetzt werden
kann und - angeleitet von Humortrainer Jan-Rüdiger Vogel - auch selbst Übungen dazu gemacht. Unser
Fazit: Humor hilft Ängste zu überwinden, entschärft Konflkte, reduziert Stress und baut
Widerstandskraft auf. Humor ist in Krisenzeiten ein wirksames Mittel zur Förderung der Resilienz und
sowohl für die Eltern und Kinder als auch für die Fachkräfte wichtig, um auch in schweren Zeiten
zuversichtlich zu bleiben.
Angesichts des Fachkräftemangels und der aktuellen Probleme, wie fehlender bezahlbarer Wohnraum
und steigende Energiekosten, stand im Dezember die Frage im Fokus, wie wir die Arbeit in den Frühen
Hilfen zwischen Anspruch und realen Bedingungen mit den Familien gestalten können. In Kleingruppen
wurde ein Austausch initiiert mit der Zielsetzung, vorhandene Ressourcen sichtbar zu machen und die
Vernetzung in der fallbezogenen Arbeit zu fördern. Vorab hat die Koordinierungsstelle bei den
Fachkräften eine Abfrage zu ihrer Arbeit mit Familien angesichts der anhaltenden Krisen durchgeführt.
Die Ergebnisse sind mit dem letzten Newsletter 2022 veröffentlicht wurden. In dieser Abfrage wurde
sehr deutlich, dass die steigenden Belastungen der Familien auch auf Kosten der Fachkräfte gehen und
diese sich ebenfalls belasteter fühlen als vor der Pandemie. Die schwerwiegendsten Probleme der
Familien sind aus Sicht der Fachkräfte die fehlenden Kinderbetreuungsplätze, mangelnder Wohnraum,
die Energiekrise, fehlende finanzielle Absicherung und bürokratische Hürden. Eine mangelnde
Versorgung erleben die Fachkräfte in erster Linie in den Bereichen Kinderbetreuung und
psychotherapeutischer Versorgung.
Durchschnittlich nehmen an den Netzwerktreffen 50-60 Fachkräfte teil. Die Zufriedenheit wird in der
anonymisierten Evaluation als sehr hoch angegeben.
Zusätzlich zu den Netzwerktreffen findet jährlich die Fortbildungsreihe „Das Netzwerk für Einsteiger“
statt, in der in drei Modulen Basiswissen zu Frühen Hilfen und Angeboten in Bonn, Eltern-Kind-Bindung
und Kinderschutz vermittelt wird. Die Fortbildungsreihe richtet sich an neue Fachkräfte in Bonn und
Fachkräfte, die nicht regelmäßig die Netzwerktreffen besuchen können. Die Fortbildungsreihe wurde
2022 ausnahmslos online durchgeführt und erreichte ca. 15 - 20 Teilnehmer:innen je Termin.
4.3 Arbeitskreis Bindung
Im vergangenen Jahr fanden vier Treffen statt. Der Arbeitskreis beschäftigte sich weiter mit der
Gültigkeit der Bindungstheorie in Bezug auf die kulturelle Vielfalt der Familien. Die Fachkräfte haben
im vergangenen Jahr einen Leitfaden für ein qualitatives Interview entwickelt, mit dessen Hilfe
Familien zu ihrem Blick auf die Begleitung und Erziehung ihres Kindes und ihr Verständnis von Bindung
befragt werden sollen. Ziel ist es, die Befragung von 10 bis 15 Familien in 2023 durchzuführen und mit
der Auswertung zu beginnen. Darüber hinaus werden im Arbeitskreis Bindung aktuelle Themen
besprochen und Informationen über bestehende Angebote ausgetauscht. Der Arbeitskreis fördert die
Zusammenarbeit auf der Fallebene und ermöglicht gleichzeitig die intensive Auseinandersetzung mit
fachbezogenen Themen.
4.4 Qualitätsentwicklung
Der Arbeitskreis Qualitätsentwicklung hat im letzten Jahr die Zielsetzung für die Dialogworkshops mit
Eltern ausgearbeitet, die von der Koordinierungsstelle im Juni durchgeführt und ausgewertet wurden.Seite 12 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Unter dem Titel „Guter Start ins Leben – was brauchen Eltern in Bonn?“ wurden am 14. und 15. Juni
2022 die Dialog-Workshops der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen durchgeführt. Die Workshops
richteten sich an Mütter, deren jüngstes Kind nicht älter als drei Jahre alt und deren Hauptwohnsitz
die Stadt Bonn ist. Die Evaluation der Inanspruchnahme von Hilfen in den ersten Lebensjahren nach
der Geburt eines Kindes sowie die Zugänge und Informationen standen im Vordergrund der Treffen.
Zum anderen wurden die Eltern nach ihrer Perspektive zu Willkommensangeboten befragt.
Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Zugang
✓ Für den Einstieg in Angebote wünschen sich mehrfach belastete Familien mit geringen eigenen
Ressourcen persönliche Kontakte oder Begleitungen.
✓ Vertrauenspersonen aus dem privaten oder institutionellen Umfeld sind insbesondere bei mehrfach
belasteten Familien wichtige Türöffner für Angebote.
✓ Lotsendienste und Willkommensangebote eignen sich als Türöffner-Angebote, die die
Inanspruchnahme von Angeboten (und Hilfen) durch gezielte Weitergabe von Informationen erhöhen,
bzw. Anreize schaffen.
Information
✓ Eltern benötigen in verschiedenen Phasen einfach zugängliche Informationen rund um die Themen
Schwangerschaft, Geburt, Erziehung, kindliche Entwicklung, bürokratische Erfordernisse und zum
Berufseinstieg.
✓ Informationen zu Angeboten müssen einfach gestaltet, klar formuliert sein und wiederholt
angeboten werden.
Nutzung und Inanspruchnahme
✓ Die Inanspruchnahme von Angeboten hängt von der individuellen Lebenssituation und Problemlage
ab. Es gibt keine Regelhaftigkeit für die Inanspruchnahme und diese hängt davon ab, welche
individuellen und institutionellen Zugangsmöglichkeiten zu Informationen und Angeboten die Eltern
haben.
✓ Das Angebot muss für die Eltern zum für sie richtigen Zeitpunkt kommen.
Angebote
✓ Angebote sollten einen „Wohlfühlfaktor“ vermitteln: „Da muss ich hin“. Es sollte keinen
zusätzlichen Druck erzeugen, z.B. durch ein kompliziertes Anmeldeverfahren, ungünstige Uhrzeiten
oder schlechte Erreichbarkeit. Die Rahmenbedingungen sollten in ihrer Ausgestaltung offen sein und
freien Zugang ermöglichen.
✓ Eltern schätzen niederschwellige Austauschmöglichkeiten mit anderen Eltern sowie aufsuchende
Angebote.
✓ Niederschwellige Gruppenangebote im Stadtteil wirken der Vereinzelung und Vereinsamung
entgegen, fördern den Austausch untereinander und können dazu beitragen, Eltern gezielter zu
informieren.
Zu den Dialogworkshops wurde ein eigener Bericht veröffentlicht, der Empfehlungen für Verwaltung
und Politik enthält.
Als zweite Maßnahme im Rahmen der Qualitätsentwicklung wurde ein Leitfaden für
Wirkungsinterviews entwickelt, um die Arbeit der Gesundheitsfachkräfte in Bonn zu evaluieren.
Insgesamt haben 10 Interviews mit Eltern stattgefunden, die jeweils 1 – 1,5 Std. dauerten. DieSeite 13 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Auswertung der Interviews wird im ersten Quartal 2023 abgeschlossen. Diese Maßnahme konnte im
Rahmen des „Aufholprogramms“ durchgeführt werden (siehe auch 6.3 Aufholen nach Corona).
4.5 Frühe Hilfen im Stadtteil: Neu im Leben
„Neu im Leben“ (NiL) ist ein Kooperationsangebot von Frühe Hilfen Bonn, dem Diakonischen Werk,
dem Deutschen Kinderschutzbund OV Bonn e.V., der Katholischen Familienbildungsstätte, Maria im
Walde und pro familia, sowie den städtischen Familienzentren „Farbenfroh“, „Monti-Häuschen“ und
„Familienzentrum Medinghoven“. Die offenen, stadtteilbezogenen Treffs und
Hebammensprechstunden für (werdende) Eltern und Familien mit Kindern bis zu drei Jahren werden
von pädagogisch qualifizierten Kursleiterinnen begleitet. Insgesamt wird das Angebot an acht
Standorten im Bonner Stadtgebiet umgesetzt. Fokussiert wird, neben dem konzeptionell verankerten
niedrigschwelligen Zugang, die Vernetzung der Eltern sowie deren Beratung und Unterstützung. Auch
wird hier ein einfacher Zugang ins Hilfesystem gewährleistet, der bei Bedarf weitere Unterstützung
vermittelt und über mögliche Maßnahmen informiert. Außerdem fanden an zwei Standorten
kostenlose und unverbindliche Hebammensprechstunden statt. Thematische Schwerpunkte waren
hier unter anderem die Ernährung von Kleinkindern, Corona und dessen Auswirkungen auf Kinder, die
Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Erziehung unter Berücksichtigung verschiedener kultureller
Hintergründe sowie die Aufklärungsarbeit in Bezug auf Endometriose und anderer gynäkologischer
Erkrankungen. Das Angebot wird halbjährig evaluiert, wobei die Teilnehmer:innenzahlen vor allem in
den ersten sechs Monaten aufgrund der pandemischen Situation im Vergleich zu der Zeit „vor der
Pandemie“ gering waren. So mussten einige Gruppen nach Beendigung der pandemischen
Einschränkungen neu aufgebaut werden. Die Hebammensprechstunden befinden sich aktuell
ebenfalls in einer erneuten Aufbauphase – zwei Sprechstunden sollen 2023 wieder neu an den Start
gehen.
Die stadtteilbezogenen Gruppenangebote konnten im Jahr 2022 insgesamt 105 Erwachsene mit
insgesamt 116 Kindern erreichen. Im Rahmen der halbjährig durchgeführten Evaluation zeigte sich,
dass die meisten Teilnehmenden das Angebot durch Mund-zu-Mund Propaganda kennen (49%). Dieser
Zugang deckt sich mit der Vermutung, dass es immer einer „Gatekeeper-Person“ bedarf, die durch
Vertrauen in das Angebot vermittelt. Die „Neu im Leben“ Gruppen werden zu 96% von Müttern
besucht, was sich durch die klar definierte Zielgruppe („nur für Frauen“) an einigen Standorten erklären
lässt. In der Evaluation zeigt sich außerdem, welche Belastungsfaktoren die Familien in ihrem Alltag
besonders begleiten: Isolation (56 Personen), mangelnde Sprachkenntnisse (35 Personen),
Fluchtgeschichte (15 Personen) und fehlendes Erziehungswissen (23 Personen). Neu im Leben fungiert
neben der niedrigschwelligen Austauschmöglichkeit auch als Zugang ins Hilfesystem.
Es ist als Erfolg zu werten, dass die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen und die beteiligten Träger es trotz
der schwierigen (pandemischen) Bedingungen geschafft haben, die Strukturen für die Familien
weitgehend aufrechtzuerhalten. Aus Sicht der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen wäre es dringend
notwendig, die niederschwelligen Angebote als Zugänge und „Türöffnerangebote“ auszubauen, was
zusätzlicher Ressourcen bedarf. Ein entsprechender Antrag ist bei der Verwaltung und den politischen
Akteuren eingegangen. Die Entwicklungen der letzten Krisen-Jahre sowie die Ergebnisse der Dialog-
Workshops mit Eltern im Juni 2022 zeigen, wie wichtig niederschwellige Gruppenangebote als Zugang
und Anlaufstelle für mehrfach belastete Eltern sind. Die Fachkräfte in den Frühen Hilfen beobachten
einen hohen Austauschbedarf der Eltern, eine verstärkte Unsicherheit bei Ersteltern sowie eineSeite 14 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
gewisse Antriebslosigkeit, etwas zu unternehmen und mit dem eigenen Kind aktiv zu werden. Das
eigene Zuhause hat sich, so der Eindruck der Koordinierungsstelle, in der Pandemie zunehmend zu
einer isolierten „Blase“ entwickelt, die Einsamkeit hervorruft und vielfach dazu führt, dass Eltern den
Entwicklungsbedürfnissen ihrer Kinder nach Bewegung, Erkundung und sozialer Interaktion nicht
gerecht werden (können).
5 Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Gesundheitshilfe
5.1 Frühe Hilfen in der Klinik
Im vergangenen Jahr hat sich die Arbeit der Gesundheitsfachkräfte (GFK) in den beiden Geburtskliniken
St. Marien-Hospital und Universitätsklinikum (UKB) weitestgehend normalisiert.
Da es personell 2022 nicht anders möglich war, betrug der Stellenumfang der Lotsin im St.-Marien-
Hospital mit 10 Wochenstunden (statt früher 15 Wochenstunden) ein Drittel weniger als in den
Vorjahren. Zudem gab es Ausfallzeiten aufgrund der durchgeführten Weiterbildung zur
Familienhebamme als auch aus Krankheitsgründen. Die Zahl der erreichten Familien war damit im St.-
Marien-Hospital weiter nicht auf dem Niveau der Vorjahre. Im UKB sind dagegen zwei Fachkräfte mit
insgesamt 1,0 Vollzeitstelle tätig und können damit deutlich mehr Familien erreichen.
In den beiden Kliniken wurden insgesamt 2477 Gespräche geführt (2390 UKB und 87 St.-Marien-
Hospital). Im Universitätsklinikum konnten so 87% (75% in 2021) aller Familien mit einem
Neugeborenen im Bezug zur Geburtenzahl erreicht werden. Im St.-Marienhospital liegt der Prozentsatz
mit 4 % aufgrund des geringeren Stundenumfangs im letzten Jahr deutlich unter dem des Vorjahres
(9%). Die durchschnittliche Fallbearbeitungszeit liegt im St. Marien-Hospital bei rund 80 Minuten für
Gespräche mit den Patient:innen und die anschließende Anbindung an passgenaue Hilfen. Von Seiten
der Universitätsklinik liegen keine Vergleichsdaten vor.
In Absprache mit dem Jugendamt der Stadt Bonn wurden zu Beginn des Jahres 2022 das
Gemeinschaftskrankenhaus und das Johanniter-Krankenhaus angeschrieben, um das Interesse an
einer Kooperation mit den Frühen Hilfen im Rahmen eines Lotsendienstes zu erfragen. Mit dem
Gemeinschaftskrankenhaus wird die Kooperation im bisherigen Rahmen weitergeführt. Das
Johanniter-Krankenhaus hat Bereitschaft signalisiert, einen Lotsendienst aufzubauen und die
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen ist im Gespräch mit dem Chefarzt der Gynäkologie und der leitenden
Hebamme, mit dem Ziel das Vorhaben 2023 umzusetzen.
5.2 Ehrenamtlicher Besuchsdienst "Hallo Baby"
Der Besuchsdienst „Hallo Baby“ konnte im Jahr 2022 unter strengen Hygienevorkehrungen stattfinden.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen mussten bei jedem Dienst einen aktuellen Bürgertest vorlegen
sowie eine FFP2-Maske tragen. Zudem war eine spezielle Hygieneschulung Voraussetzung für den
Besuch des Krankenhauses als ehrenamtliche Mitarbeiterin. Trotz dieser Einschränkungen fand der
Besuchsdienst glücklicherweise wieder weitestgehend statt. Auch die coronabedingten Einbrüche bei
der Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen konnten durch gezielte Werbung aufgefangen werden.
Zwischen sechs und zehn „Hallo Baby“-Frauen übernehmen die drei Dienste pro Woche. Mit viel
Engagement und Kreativität übernahm das Team aus langjährigen und neuen Mitarbeiterinnen diese
Aufgabe und konnte im vergangenen Jahr mit 1581 Familien rund 73% bezogen auf die Geburtenrate
persönlich besuchen. Dem Prozentsatz von rund 80 aus den Jahren vor der Pandemie konnte somit
fast wieder erreicht werden, nachdem er im Vorjahr pandemiebedingt bei 5 % lag.Seite 15 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
5.3 Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie
Der von der Koordinierungsstelle gemeinsam mit Herrn Dr. Groß, niedergelassener Pädiater,
konzipierte Interdisziplinäre Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie konnte im Jahr 2022 drei
Mal tagen. Als weiterer Partner stellt das Kinderneurologische Zentrum der LVR-Klinik seine
Räumlichkeiten zur Verfügung und bereichert den Arbeitskreis mit seiner fachlichen Expertise. In der
Regel nimmt der Chefarzt Dr. Peter Borusiak selbst teil, was auch der Vernetzung mit den
niedergelassenen Pädiater:innen und weiteren Akteuren sehr zugute kommt. Die teilnehmenden
Kinder- und Jugendärzt:innen begrüßen die Möglichkeit von Fallvorstellungen unter Beteiligung von
Fachkräften der Frühen Hilfen, des Jugendamtes sowie des Gesundheitsamtes. Zudem werden
regelmäßig Expert:innen dazu geladen - 2022 zu den Themen Interkulturelle Kommunikation in der
Kinderarztpraxis und Schulbegleitung.
6 Zusammenarbeit Frühe Hilfen und kinderstark – NRW schafft
Chancen
Die im Jahr 2020 begonnene Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle von kinderstark wurde im
vergangenen Jahr erfolgreich fortgeführt. Das Programm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ hat
zum Ziel, Kindern ein gesundes Aufwachsen und gleiche Teilhabechancen zu ermöglichen und strebt
den Aufbau einer kommunalen Präventionskette für Kinder und Jugendliche von 0-18 Jahren an. Die
Frühen Hilfen sind der erste Baustein dieser Präventionskette. Im Rahmen des Landesprogramms
werden die Angebote der Koordinierungsstelle „Bonner Familienportal“ und „Lotsendienst in Kinder-
und Jugendarztpraxen“ gefördert.
In regelmäßigen Jour Fixes der Koordinierungsstellen kinderstark und Frühe Hilfen wurden sowohl
strukturelle als auch inhaltliche Fragestellungen besprochen, Absprachen getroffen und
Schnittstellenthemen bearbeitet. Zudem wurden im Rahmen eines gemeinsamen
Entwicklungsworkshops mit einer Kollegin des MKJFGFI1 die jeweilige Ausrichtung der
Koordinierungsstellen herausgearbeitet. Demnach agiert die Koordinierungsstelle kinderstark eher
strategisch und als strukturgebendes Programm und die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen eher
taktisch-operativ.
6.1 Bonner Familienportal
Ziel des Bonner Familienportals ist es, Angebote von Bonner Einrichtungen für Familien sichtbar zu
machen und über eine einfache Suchmaske passgenaue Angebote in der Umgebung zu finden.
Insgesamt können aktuell 620 Angebote von 180 Bonner Einrichtungen gefunden werden. Die
Angebote werden von den Einrichtungen selbst eingepflegt. Im Jahr 2022 wurde Angebote im Bonner
Familienportal ca. 5000 Mal aufgerufen. Das ist eine Verdoppelung der Aufrufe im Vergleich zu den
vorherigen Jahren.
Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen ist für die Qualitätssicherung der vorhandenen Angebote
zuständig, z.B. durch Überprüfung der Aktualität oder Gültigkeit der angegebenen Links. Die Träger
1 Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRWSeite 16 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
werden durch Rundschreiben und Ansprache bei Netzwerktreffen motiviert, neue Angebote regelhaft
einzutragen. Zudem wurden 2022 vier Online-Schulungen für Akteure durchgeführt, die bereits
Angebote ihrer Einrichtung im Portal eintragen sowie neue Interessierte. Neu eingeführt wurde 2022
eine 14-tägige Online-Sprechstunde, die bisher aber nur selten in Anspruch genommen wurde.
Eintragende werden auch individuell von der Koordinierungsstelle angeleitet und unterstützt. Diese
hat ein Benutzerhandbuch erstellt und ist zudem zuständig für die Kontaktpflege und die Vergabe der
Benutzerdaten für neu hinzugekommene Einrichtungen.
Ein zentraler Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist, ist die
gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Koordinierungsstellen Frühe Hilfen
und kinderstark, hier vor allem die Entwicklung der grafischen Darstellung
des Bonner Familienportals. Eine öffentlichkeitswirksame professionelle
Darstellung und Bewerbung des Portals (digital, social media) würde die
Akzeptanz und die Verbreitung des Portals bei Nutzer:innen erhöhen und
Einrichtungen motivieren, sich verstärkt und zuverlässiger zu beteiligen.
In einem ersten Schritt ist eine Postkarte entwickelt worden, die 2022 bei
verschiedenen Veranstaltungen an Familien verteilt und den
Familienzentren und Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt wurde.
Derzeit ist das Bonner Familienportal über die Webseiten der Stadt Bonn
und Frühe Hilfen Bonn zu finden.
Die geplante Erweiterung auf Angebote für Kinder ab 6 Jahre bis Jugendliche zum Berufseintritt wurde
seitens des MKJFGFI, das für die technische Entwicklung des Portals zuständig ist, auf Frühjahr 2023
verschoben.
6.2 Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen
Der Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen bietet regelmäßige Sprechstunden für Familien mit
Kindern von 0 bis 18 Jahren durch eine sozialpädagogische Fachkraft der Koordinierungsstelle Frühe
Hilfen Bonn an. Diese finden derzeit in drei pädiatrischen Praxen an: Im Stadtteil Medinghoven in der
Praxis von Frau Dr. Sternberg und Frau Dr. Staberock, in Auerberg in der Praxis von Herrn Dr. Wolf und
Frau Dr. Pathani sowie in der Nähe des Hauptbahnhofes in der
Praxis von Frau Dr. Schwalber-Schiffmann und Frau Dr. Stöcker.
Ziel ist es, Familien an ein passendes Angebot im Stadtteil oder
auch stadtweit anzubinden, wenn die Möglichkeiten der Praxis
ausgeschöpft sind.
Im vergangenen Jahr hat die Lotsin 60 Familien beraten und bei
Bedarf und auf Wunsch der Familie in passende Angebote
vermittelt. Die Altersspanne der Kinder in den vorgestellten
Familien reicht vom Säuglings- bis zum Jugendalter, die
meisten sind zwischen 11 und 18 Jahren alt. Die Themenfelder
sind sehr umfangreich: So berichten Familien von
Erziehungsunsicherheiten mit ihrem Säugling, von der großen
Belastung durch chronisch kranke oder behinderte Kinder oder
von Kindern mit einem erhöhten Medienkonsum, Essstörungen
oder Schulproblemen.Seite 17 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Die beteiligten Praxen bezeichnen die Sprechstunde als sehr entlastend. In der Regel sind in jeder
Praxis mehrere oder sogar viele Familien bekannt, bei denen weiterführende Unterstützung über das
medizinische Angebot hinaus erforderlich ist. Diesen Familien nun ein Angebot machen zu können und
damit auch die notwendigen medizinischen Themen unterstützen zu können, ist ein wichtiger Baustein
der Präventionskette.
Weitere Informationen zu dem Lotsendienst in Kinder- und Jugendarztpraxen sind dem gesonderten
Jahresbericht zu entnehmen.
6.3 Aufholen nach Corona
Die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen war 2022 mit der inhaltlichen und organisatorischen
Koordination der Maßnahmen des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ im Rahmen der Frühen
Hilfen zuständig. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle kinderstark. Die
beteiligten Maßnahmenträger waren die Familienbildungsstätten Haus der Familie, Katholische
Familienbildungsstätte und Haus Vielinbusch, das Kommunale Integrationszentrum, der
Kinderschutzbund OV Bonn e.V. und pro familia. Zudem konnte die Erzählcafé-Reihe „Es war eine
schwere Geburt“ in Kooperation mit der bundesweiten Erzählcafé-Aktion und den
Schwangerschaftsberatungsstellen esperanza (Caritas) und EVA (Diakonie) durchgeführt werden. Ziel
war es, Angebote der Begegnung und des Austauschs für Familien zu schaffen, verbunden mit einem
Spiel-, Bewegungs- oder Erlebnisangebot für die Kinder. Weiterhin wurden Maßnahmen zur Entlastung
der Eltern durchgeführt.
Insgesamt konnten 885 Mütter und Väter mit 935 Kindern im Bereich der
Familienbildungsmaßnahmen erreicht werden, was ein großer Erfolg ist. Einen Überblick über die
erreichten Familien zeigt die unten stehende Tabelle – aufgrund der ganz unterschiedlichen
Maßnahmen und Angebote sind die Zahlen nicht in direktem Vergleich zu betrachten.
Es zeigte sich wie schon im Vorjahr, dass die Akquise von Familien für die geplanten Maßnahmen
besonders dann erfolgreich war, wenn die Ansprache im persönlichen Kontakt erfolgte. Die Ansprache
für die Angebote erfolgte daher v.a. durch Fachkräfte (Familienhebammen,
Schwangerschaftsberater:innen, Kursleiter:innen, Ehrenamtliche). Für die Werbung wurde eine
Postkarte für alle Angebote, die im Bereich der Frühen Hilfen im „Aufholpaket“ initiiert stattfanden,
entwickelt sowie eine eigene Unterseite auf der Homepage www.fruehehilfen-bonn.de. Die Postkarte
wurde breit verteilt, um möglichst viele Familien zu erreichen. Das Projekt des Kommunalen
Integrationszentrums mit seiner persönlichen Ansprache von Familien auf Bonner Spielplätzen
verbunden mit dem Hinweis auf die vielfältigen Angebote ergänzte die Maßnahmen in besonderer
Weise.
Auch eine breit gestreute Onlinewerbung (Homepage, Facebook, Instagram) war hilfreich, um Eltern
auf die neuen Angebote aufmerksam zu machen.
Die Rückmeldungen der Familien waren insgesamt sehr positiv. Auffallend war der große Bedarf nach
Austausch und Beratung in den Familien. Viele Eltern nutzten die unverbindlichen Angebote, um auch
persönlichere Themen, wie psychische Belastungen und familiäre Konflikte anzusprechen. Hier wurde
die gute Vernetzung zu Beratungsstellen und anderen Einrichtungen im Netzwerk Frühe Hilfen als sehr
wertvoll beschrieben, um die Familien gut weitervermitteln zu können.Seite 18 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Deutlich wurde im vergangenen Jahr jedoch auch, wie sehr sich der Fachkräftemangel auf die
Ausgestaltung von Angeboten auswirkt. Die über das Aktionsprogramm verfügbaren Mittel wurden
u.a. auch aus diesem Grund nicht vollständig abgerufen, da für geplante Angebote das Personal fehlte.
Auch wurde immer wieder die Problematik geschildert, die die Einschränkungen bzgl. des Alters der
Kinder mit sich brachte. So zeigten sich auch Familien mit Kindern im Alter von 4 Jahren und älter an
den neuen Angeboten interessiert oder Familien brachten nicht nur ihr Baby sondern auch ältere
Kinder mit in die Angebote, für die dann entsprechende Materialien bereitgehalten werden mussten.
Dies zeigt deutlich, wie wichtig die Planung auch von altersübergreifenden Angeboten ist, damit alle
Familienmitglieder sich willkommen geheißen fühlen.
Im Jahr 2022 hat die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen
gemeinsam mit den Netzwerkpartnern rund 800
Gutscheine an Familien ausgegeben. Hier arbeiteten alle
Fachkräfte im Netzwerk Frühe Hilfen gut zusammen, um
besonders belasteten Familien Teilhabe zu ermöglichen.
Familien konnten entweder schwimmen gehen, das
Museum König besuchen oder die Drachenfelsbahn nutzen.
Im Rahmen des Aufholprogramms konnten von Seiten der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen zudem
Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätsentwicklung realisiert werden sowie die
Unterstützung durch Gesundheitsfachkräfte erweitert werden.
" Der Besuch des Museums König war
wunderbar, selbst unsere Kleinen
waren schwer beeindruckt."
Aussage einer pädagogischen Fachkraft
Anbieter Maßnahme
Anzahl
teilnehmende
Erwachsene
Anzahl
teilnehmende
Kinder
Haus der Familie Bewegung, Spiel &
Spaß
93 92
Offenes Elterncafé 527 596
Katholische
Familienbildungsstätte
Eltern-Kind-Gruppe
Osterferien 8 13
Eltern-Kind-Gruppe
Sommerferien
9 13
Ausflug Kiddido 13 23
Vielinbusch Eltern-Kind-Gruppe 32 62
Kommunales
Integrationszentrum
Spielerisch in die
Familienbildung
103 147
Erzählcafé „Schwere
Geburt“
(versch. Träger)
Offenes
Gesprächsangebot
für Eltern
20 7
Koordinierungsstelle Frühe
Hilfen Bonn
Fotoaktion „Mein
Familienbild“
80 -
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Alle Beteiligten haben sehr gut zusammengearbeitet, um im Rahmen der Vorgaben des
Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ ein vielfältiges, den Bedarfen der Familien gerecht
werdendes, Angebot zu erstellen. Erfreulich ist, dass einige Angebote durch die Aufnahme in die
städtische Förderung, die Akquise anderer Mittel oder Drittmittel in 2023 fortgesetzt werden können.
7 Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiger Aufgabenbereich in der Bonner Koordinierungsstelle. Die
Homepage der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen entwickelt sich immer mehr zu einem umfangreichen
Wissensportal rund um Familie, Frühe Hilfen, lokale Angebote und aktuelle Problemlagen wie z.B. die
Energiekrise. Auch besondere Angebote und Stellenausschreibungen der Netzwerkpartner sind auf der
Homepage zu finden. Auch in den Mailings und drei- bis viermal jährlich versendeten Newslettern
erhalten die Bonner Fachkräfte relevante Informationen für ihre Arbeit. Die Koordinierungsstelle Frühe
Hilfen beteiligte sich auch an Veranstaltungen und war sowohl beim Erziehungshilfetag in Bonn als
auch beim Weltkindertag mit einem Stand vertreten.
Ein besonderes Ereignis
war im vergangenen Jahr
der Besuch der
Bundesfamilienministerin
Lisa Paus und der
Landesfamilienministerin
Josephine Paul bei den
Frühen Hilfen Bonn. Am
Beispiel des „Neu im
Leben“-Angebotes im
Eltern-Kind-Treff des
Kinderschutzbundes OV
Bonn e.V. konnte die
Bedeutung der
niederschwelligen
Elternarbeit und Vernetzung mit weiteren Hilfsangeboten aus dem Bereich der Gesundheitshilfe
gezeigt werden. So werden im Eltern-Kind-Treff u.a. auch eine (Familien-) Hebammensprechstunde
durch pro familia als auch eine kinderärztliche Sprechstunde der Praxis Dr. Wolf/Dr. Patani angeboten.
Neben den beiden Ministerinnen waren auch die Oberbürgermeisterin Katja Dörner sowie Mechthild
Paul, zuständige Abteilungsleiterin in der BzGA vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen und Julia Funk
von der Bundesstiftung Frühe Hilfen anwesend.
Über den Besuch wurde in verschiedenen Medien berichtet, u.a. auch im Bonner Generalanzeiger.
Weitere Informationen und Bilder zum Ministerinnen-Besuch.Seite 20 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
8 Ausblick
2023 wird das Arbeitsfeld der Frühen Hilfen und insgesamt der Sozialsysteme weiter herausfordernd
bleiben.
Die Auswirkungen der Pandemie auf Familien, Kinder und Jugendliche zeigen sich bei einigen Kindern
weiterhin in Form von Entwicklungsrückständen, verstärkten Ängsten, Essproblematiken und
psychischen Belastungen. Auch Eltern sind nach wie vor extrem belastet, hier kommen seit letztem
Jahr aufgrund der Energiekrise zunehmend (drohende) Armut und Existenzsorgen hinzu.
Durch einen zunehmend strukturellen Mangel können Familien oft nicht an passgenaue Hilfen
vermittelt werden, bei Diagnostik und Frühförderung gibt es teils sehr lange Wartezeiten.
Betreuungsplätze für Kinder fehlen im vierstelligen Bereich, ebenso fehlen Psychotherapieplätze für
Kinder und Erwachsene. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp – Familien aller sozialer Schichten leben
zunehmend in beengten Verhältnissen.
In dieser Gemengelage tritt die pädagogische Arbeit dann in den Hintergrund, wenn es erforderlich ist,
die Familie bei ihren bürokratischen und logistischen Themen zu beraten und zu unterstützen. Es gilt
auch Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln, was nicht einfach ist, wenn z.B. keine Wohnung oder
Kitaplatz in Aussicht ist. Dieser Umstand ist auch für die Fachkräfte eine sehr belastende Situation.
Von daher gilt es, die Netzwerkarbeit dazu zu nutzen, die vorhandenen Angebote, Ressourcen und
Zugänge immer wieder sichtbar zu machen. In vielen Bereichen hat sich über die Coronajahre ein
Generationswechsel vollzogen. Von daher wird es 2023 wieder mehr Präsenztreffen geben, um das
Kennenlernen zu fördern. Es ist zudem ein gemeinsames Netzwerktreffen mit kinderstark, JuPs und
Kinderschutz geplant zum Thema „Wie gemeinsamer Kinderschutz gelingen kann“.
Da belastende Geburtserfahrungen zunehmend von den Eltern im Beratungssetting benannt werden,
wird die Koordinierungsstelle eine Informations- und Aufklärungsseite zu diesem Thema auf der
Homepage einpflegen und Eltern ermutigen, sich frühzeitig um Hilfe und Beratung zu kümmern.
Um den gesteigerten Bedarfen der Eltern gerecht zu werden, legt die Koordinierungsstelle Frühe Hilfen
auch 2023 weiterhin den Fokus darauf, die Zugänge für Eltern weiter auszubauen. Es laufen
Bestrebungen, den Lotsendienst in den Geburtskliniken auf das Johanniter-Krankenhaus auszuweiten.
Zudem sollen bei „Neu im Leben“ zwei Hebammensprechstunden (wieder) installiert werden, die
durch die Pandemie zum Erliegen gekommen sind.
Die Personalkapazitäten für die persönliche Begleitung der Familie durch die pädagogischen und die
gesundheitsorientierten Fachkräfte müssen dringend angepasst werden. Gleiches gilt für die
niederschwelligen Zugänge der Frühen Hilfen in den Stadtteilen. Entsprechende Angebote dienen als
Kontakt- und Informationspunkte, sind „Türöffner“ zu weiteren, ggf. höherschwelligen Hilfen und
verhindern Einsamkeit.
Die persönliche Ansprache und längerfristige Begleitung von Familien ist ausschlaggebend für einen
Effekt der Frühen Hilfen in der Familie, die Stärkung der Eltern und die gute Entwicklung des Kindes.
Eltern wünschen sich einen niederschwelligen Zugang zu Gruppenangeboten, Austausch und
Information. Das waren wesentliche Ergebnisse der Dialogworkshops mit Eltern im Juni 2022. Die
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen hat einen entsprechenden Antrag für die Aufstockung der
personellen Kapazitäten gestellt.Seite 21 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Anlagen
8.1 Kurzvorstellung Koordinierungsstelle
Die Koordinierungsstelle des Netzwerks Frühe Hilfen Bonn ist im Auftrag der Stadt Bonn tätig und wird
von Familienkreis e.V. und Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. getragen.
Sie wurde 2011 eingerichtet und ist für den im Bundeskinderschutzgesetz gesetzlich verankerten Auf-
und Ausbau eines Netzwerks Frühe Hilfen zuständig. Darüber hinaus fungiert sie als Kontakt- und
Vermittlungsstelle für werdende Eltern und Familien mit Kindern bis zu 3 Jahren und stellt
Unterstützungs- und Entlastungsangebote bereit. In das Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden sind
aktuell 57 Einrichtungen und Träger u.a. aus den Bereichen Gesundheitshilfe, Jugendhilfe, Soziales,
Familienbildung, Ehrenamt. Die Zusammenarbeit im Netzwerk ist durch eine
Kooperationsvereinbarung verbindlich geregelt.
8.1.1 Angebote für Familien: Information – Beratung – Vermittlung – Unterstützung
Die Koordinierungsstelle ist für alle Familien in Bonn in der Schwangerschaft und mit Kindern bis zum
3. Lebensjahr sowie für Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Familien beraten, betreuen oder
unterstützen, ansprechbar. Dabei übernimmt sie eine Lotsenfunktion, indem Informationen
weitergegeben oder an andere spezialisierte Anbieter vermittelt wird. Die Beratung erfolgt telefonisch
und auf Wunsch durch einen Hausbesuch. Zusätzlich stehen in den beiden größten Bonner
Geburtskliniken, der Universitäts-Frauenklinik sowie dem St.-Marien-Hospital jeweils eine
Gesundheitsfachkraft (GFK; Familienhebamme und/oder Familien-Gesundheits- und
Kinderkrankenschwester) zur Beratung, Unterstützung und der passgenauen Vermittlung zur
Verfügung. Weitere Familienhebammen werden aufsuchend bei Familien in belasteten Lebenslagen
tätig. Zur alltagspraktischen Entlastung stehen ca. 50 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen bereit, die die
Familien individuell unterstützen und bei einem guten Start ins Leben eines Kindes helfen.
Insgesamt gibt es an acht Standorten niederschwellige Eltern-Kind-Gruppen von unterschiedlichen
Trägern, die an Familien- oder Gemeindezentren angegliedert und für Eltern kostenfrei sind.
Regelmäßige Hebammensprechstunden runden das Angebot ab.
8.1.2 Netzwerkkoordination: Systemübergreifende Kooperation – Strukturentwicklung –
Wissenstransfer
Die Netzwerkkoordination und -steuerung erfolgt durch zwei Koordinatorinnen, die durch eine
interdisziplinär besetzte Koordinierungsgruppe unterstützt werden. Vier Netzwerktreffen pro Jahr und
spezifische Unterarbeitskreise zu den Themenschwerpunkten Bindung und Qualitätsentwicklung
sowie ein Qualitätszirkel Entwicklungs- und Sozialpädiatrie bilden den strukturellen Rahmen des
systemübergreifenden Austauschs der Akteure.
Zentrale Aufgabe ist es hier, die Bedarfe der Familien und mögliche Zugangshürden zu benennen,
Schnittstellen zu bearbeiten, Vereinbarungen für die Zusammenarbeit zu treffen und den Wissens- und
Informationstransfer sicher zu stellen. Dazu gibt es digitalisiert einen Angebotskatalog, einen
Newsletter sowie eine Wissensplattform für Fachkräfte mit einem einfachen Zugriff. Die
Netzwerkarbeit wird regelmäßig evaluiert und konzeptionell angepasst.Seite 22 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
8.2 Übersicht: Aufgaben der KoordinierungsstelleSeite 23 von 28
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Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
8.3 Weitere Anlagen
1. Inanspruchnahme der Angebote für Familien
1.a Zuordnung der Anfragenden
1.b Kenntnis über Angebot der Frühen Hilfen
1.c Zuordnung anrufende Institutionen
1.d Weitervermittlung an andere Angebote
1.e Belastungsfaktoren
2. Digitale Medien
3. Frühe Hilfen im Stadtteil „Neu im Leben“
4. Frühe Hilfen in der Klinik und ehrenamtlicher Besuchsdienst „Hallo Baby“Seite 24 von 28
Jahresbericht 2021 - Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
455
40
119
davon wurden
 253 Anfragende telefonisch beraten und vermittelt
38 Familien durch eine ehrenamtliche Kraft unterstützt
1738 Stunden waren die ehrenamtlichen Kräfte in den Familien im Einsatz
83 Kinder waren in den von den ehrenamtlichen Kräften betreuten Familien
39 Familien durch eine Familienhebamme begleitet
20 Familien durch eine Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin begleitet
und
173 Mal wurden Familien von pädagogischen Fachkräften zu Hause besucht
199 Stunden verbrachten die pädagogischen Fachkräfte in den Familien
325 Mal wurden Familien von Familienhebammen persönlich betreut
423 Stunden verbrachten die Familienhebammen in den Familien
193 Mal hatten die Familienhebammen telefonischen oder schriftlichen Kontakt mit den Familien
75 Stunden verwendeten die Familienhebammen für den telefonischen oder schriftlichen Kontakt
146 Mal wurden Familien von Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin betreut
118 Stunden verbrachte die Familien.Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin in den Familien
Anlagen Jahresbericht 2022
1. Inanspruchnahme der Angebote für Familien
Anfragen von Familien und Fachkräften erhielt die Koordinierungsstelle der Frühen Hilfen
Anfragen aus dem Vorjahr übernommen
Stunden Aufwand hatte die Koordinierungsstelle bei der Beantwortung der Erstanfragen
Seite 1 von 4Seite 25 von 28
Jahresbericht 2021 - Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
1a. Zuordnung der Anfragenden
1b. Kenntnis über Angebot der Frühen Hilfen
1c. Zuordnung anrufende Institutionen
1d. Weitervermittlungen an andere Angebote
36%
45%
8%
7% 4%
Woher kommen die Anfragen?
Institution
Mutter
Vater
Verwandte / Bekannte
keine Angabe
27%
9%
4% 4% 3% 3% 3% 2% 2% 2%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
Woher hatten die Anrufer Kenntnis von den Frühen Hilfen?
Klinik, Arzt, Hebamme
Internet/Presse/Flyer
Sonstiges
Beratungsstellen
FFE/FD Kinderschutz
Mund-zu-Mund Propaganda
spezielle ambulante Dienste
Schwangerschaftsberatung
HzE-Träger
FZ/Kinderbetreuung
41%
7% 7% 5% 5% 4% 3% 2% 1% 1% 1%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
45%
Woher kamen die anrufenden Institutionen?
Klinik, Arzt, Hebamme
FFE/FD Kinderschutz
spezielle ambulante Dienste
Beratungsstellen
HzE-Träger
FZ/Kinderbetreuung
Schwangerschaftsberatung
Sonstiges
Gesundheitsamt
Internet/Presse/Flyer
Jobcenter
20%
15%
14% 13%
11%
6%
3% 2% 2% 2%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
Wohin erfolgt die Vermittlung?
Beratungsstellen
spezielle ambulante Dienste
Klinik, Arzt, Hebamme
Sonstiges
Schwangerschaftsberatung
FFE/FD Kinderschutz
Familienbildung
HzE-Träger
FZ/Kinderbetreuung
Familienbüro
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Jahresbericht 2021 - Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
Bei 280 Anfragen wurden die Belastungsfaktoren erfasst und ausgewertet.
620
180 Einrichtungen
5000 Aufrufe der Angebotssuche im Bonner Familie jährlich
3800 Aufrufe der Website der Frühen Hilfen jährlich
3 versendete Newsletter an
757 Empfänger
1e. Belastungsfaktoren
2. Digitale Medien
eingestellte Angebote im Bonner Familienportal
35% 33%
30%
28%
26% 25%
18%
16%
14%
12%
10% 8%
4%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
Belastungsfaktoren belastete Biographie der Eltern
chronische / psychische Erkrankung / Sucht der
Eltern
Alleinerziehend
Frühgeburt / behindertes Kind / krankes Kind /
schwieriges Temperament
Armut / Arbeitslosigkeit
fehlende Sprach-und/oder Systemkenntnisse
Familien mit 3 und mehr Kindern
Minderjährige / junge Mutter (bis 25 Jahre)
Flüchtling
Fehlendes Erziehungswissen
Mehrlinge / schnelle Schwangerschaftsfolge
Geringe Bildung
späte Erstgebärende
36%
23%
15%
9%
14%
0%
5%
10%
15%
20%
25%
30%
35%
40%
Wie häufen sich die Belastungsfaktoren bei den
Familien?
Familien mit 1 Risikofaktor
Familien mit 2 Risikofaktoren
Familien mit 3 Risikofaktoren
Familien mit 4 Risikofaktoren
Familien mit 5 und mehr
Risikofaktoren
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Jahresbericht 2021 - Frühe Hilfen Bonn - Das Netzwerk für Vater, Mutter, Kind
An den "Neu im Leben" Kursen haben teilgenommen
105 Familien aus
Ländern mit
116 Kindern
74% hatten einen Migrationshintergrund
Hauptsächliche Belastungsfaktoren waren mit
57% Isolation/fehlende familiäre Kontakte
37% fehlende/mangelnde Sprachkenntnisse
22% fehlendes Erziehungswissen
19% Alleinerziehend
17% belastete Biographie der Eltern
so dass eine Auswertung nicht möglich war.
*sowohl die Anzahl der betreuten Frauen/ Familien als auch der prozentuale Anteil sind u.a. abhängig von der unterschiedlichen
wöchentlichen Arbeitsszeit der Gesundheitsfachkräfte als auch von den klinikspezifischen Strukturen und daher nicht unmittelbar
vergleichbar.
prozentualer Antweil der vom Besuchsdienst "Hallo Baby"
kontakierten Frauen/ Familien 73%
Prozentualer Anteil der duch Gesundheitsfachkräfte betreuten
Frauen/Familien im Rahmen der vorhandenen Arbeitszeit* 4%
Anzahl der vom Besuchsdienst "Hallo Baby" kontaktierte
Frauen/ Familien 1581
87%
Anzahl Geburten 2154 2743
Anzahl betreuter Frauen/Familien durch
Gesundheitsfachkräfte* 87 2.390
Die Hebammensprechstunde von "Neu im Leben"
4. Frühe Hilfen in der Klinik und ehrenamtlicher Besuchsdienst "Hallo Baby"
St.- Marien-Hospital Universitätsklinikum
Die Hebammensprechstunden haben aufgrund der angespannten Situation durch Corona Pandemie und in den Familenzentren nur
vereinzelt stattgefunden,
3. Frühe Hilfen im Stadtteil: "Neu im Leben"
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Datenstand: 02.11.2026, 17:55 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de