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230692 · Mitteilungsvorlage

Büro für lokale Nachhaltigkeit - Durchgeführte und laufende Projekte 2022/2023

Nummer
230692
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
16.04.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.05.2023 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
230692
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Büro für lokale Nachhaltigkeit - Durchgeführte und
laufende Projekte 2022/2023
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
17.05.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit im Amt für Umwelt und Stadtgrün berichtet
dem zuständigen Fachausschuss einmal jährlich über die durchgeführten Pro-
jekte des vergangenen Jahres und die laufenden Projekte mit Auswirkungen in
das Folgejahr. Der Jahresbericht 2022 ist als Anlage beigefügt.
Anlage/n
1 Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022 (öffentlich)Seite 1 von 18
Büro für lokale Nachhaltigkeit -
Jahresbericht 2022
ANLAGE ZUR MITTEILUNGSVORLAGE IM AUSSCHUSS FÜR UMWELT, KLIMA UND
LOKALE AGENDA
VERFASSER: AMT FÜR UMWELT UND STADTGRÜN DER BUNDESSTADT BONN (67-42)
NACHHALTIG@BONN.DESeite 2 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
1
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn berichtet dem zuständigen
Fachausschuss einmal jährlich über die durchgeführten Projekte des vergangenen Jahres
und die laufenden Projekte mit Auswirkungen in das Folgejahr.
Der Jahresbericht 2022 ist in folgende Kapitel unterteilt:
1. Nachhaltigkeitsbericht / Nachhaltigkeitsstrategie
2. Fair Trade Town
3. Bio-Stadt
4. Festival „Bonn – Rundum nachhaltig“ 2023
5. Weitere Handlungsfelder / Projekte
6. Veröffentlichungen
Das Büro für lokale Nachhaltigkeit ist als Sachgebiet im Amt für Umwelt und Stadtgrün
verortet. Im Stellenplan sind 4 Stellen für die Aufgabenerfüllung vorgesehen, von denen drei
Stellen in Teilzeit besetzt sind. Eine Stelle ist aufgrund von Elternzeit und einem internen
Stellenwechsel 2022 größtenteils vakant.
1. Nachhaltigkeitsbericht / Nachhaltigkeitsstrategie
Der Bonner Nachhaltigkeitsbericht erfasst seit 2005 in den vier Leitkategorien
„Wohlbefinden“, „soziale Gerechtigkeit“, „Umweltqualität und Ressourceneffizienz“ sowie
„wirtschaftliche Effizienz“ insgesamt 55 Indikatoren und verfolgt dabei das Ziel, nachhaltige
Entwicklungen sichtbar zu machen. Der 5. Nachhaltigkeitsbericht wurde 2019 veröffentlicht.
Zudem wurde 2020 auf Basis dieses Berichts und mit Fördergeldern, die das Amt für
Internationales und globale Nachhaltigkeit akquiriert hat, ein erster Lokalbericht zu den
nachhaltigen Entwicklungszielen (Voluntary Local Review, kurz VLR) veröffentlicht. Dabei
wurde erstmals die Nachhaltigkeitsberichterstattung mit den politisch beschlossenen
Zielsetzungen der Nachhaltigkeitsstrategie zusammengeführt und anhand qualitativer und
quantitativer Auswertungen über den Fortschritt der Umsetzung der 17 SDGs in der
Kommune berichtet. Bonn war damals weltweit unter den ersten 40 Kommunen, die einen
solchen VLR vorgelegt haben, um die zentrale Bedeutung von Kommunen für die
Umsetzung der SDGs zu dokumentieren, und fand damit international viel Aufmerksamkeit.
Unter Federführung des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit (02) und des
Amtes für Umwelt und Stadtgrün (67) und mit Beteiligung der dezernatsübergreifenden
Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit wurde in einem Pilotprojekt 2021/22 der Berichtsrahmen
Nachhaltige Kommune des Rates für Nachhaltige Entwicklung erprobt. Ziel des Projekts war
es, einen Nachhaltigkeitsbericht mit einem Berichtsrahmen zu verfassen, den auch andere
Kommunen nutzen, um eine bessere Vergleichbarkeit unter den Kommunen zu
ermöglichen. Veröffentlicht wurde der Bericht 2022 (DS-Nummer 227272). Die englische
Version des Berichts erschien als Voluntary Local Review (2) 2022 und wurde am 14. Juli
2022 beim Nachhaltigkeitsgipfels (High Level Political Forum on Sustainable Development)
der Vereinten Nationen durch Frau Dörner vorgestellt.
Die Erfahrung daraus zeigt, dass die kommunale Nachhaltigkeitsberichterstattung neu
aufgestellt werden sollte. Für eine zeitgemäße und wirkungsvolle Berichterstattung ist es
erforderlich, die Datenerfassung und Bereitstellung von Stichtagen zu entkoppeln. Ziel ist
es, Daten zur nachhaltigen Entwicklung Bonns zielgerichtet und möglichst tagesaktuell zu
erfassen und Verwaltung, Stadtgesellschaft und politischen Entscheidungsträgern digital inSeite 3 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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Form eines Dashboards jederzeit zur Verfügung zu stellen. Neben einer höheren
Nutzbarkeit ist auch eine bessere Datentransparenz ein großer Mehrwert.
Die Verwaltung wird die Weiterentwicklung der Berichterstattung ämterübergreifend
vorantreiben und den Rat sowie die zugehörigen Fachausschüsse über das weitere
Vorgehen informieren.
2. Fair Trade Town
Bonn ist seit 2010 als Fair Trade Town zertifiziert und fördert in diesem Kontext den Fairen
Handel in der Stadt. Zu den Aufgaben des Büros für lokale Nachhaltigkeit gehört die gezielte
Unterstützung von Aktivitäten des Fairen Handels in Bonn. Dabei steht das Büro für lokale
Nachhaltigkeit zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren zur Seite, sorgt für
Vernetzung der verschiedensten Beteiligten, initiiert Kooperations-Veranstaltungen und
führt eigene durch, unterstützt interne Ansätze zur sozial-nachhaltigen Beschaffung und
wirbt im städtischen Raum mittels Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die stärkere
Nutzung des Fairen Handels.
2.1 Faire Woche
Der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Fairer Handel liegt in der Durchführung der
bundesweiten Fairen Woche, im vergangenen Jahr vom 16. bis 30. September, um die
überregionalen Synergieeffekte in der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Die
Veranstaltungsreihe zur Fairen Woche wurde auf Initiative des Büros für lokale
Nachhaltigkeit erneut auf verschiedenen Werbeflächen in der Öffentlichkeit beworben. Dazu
gehörten Megalights für die Dauer von einer Woche, Infoscreens an Hauptbahnhof und
Stadthalle Bad Godesberg für die Dauer von zehn Tagen und Innenwerbung in Stadtbussen
für die Dauer von einem Monat.
Die Bonner Veranstaltungen zur Fairen Woche wurden
wie in den Vorjahren im Büro für lokale Nachhaltigkeit von
den verschiedensten Akteur*innen erfragt und in einem
Programmheft zusammengefasst. Es wies in einer
gedruckten Auflage von 600 Stück und in einem Online-
Dokument in diesem Jahr auf insgesamt 30
Veranstaltungen hin, darunter Ausstellungen, ein faires
Café, Filme, Verköstigung von fairem Streetfood,
Kennenlernrabatte im Verkauf und Vorträge.
Außerdem organisierte das Büro für lokale Nachhaltigkeit
wie in den Vorjahren im Rahmen der Fairen Woche das
Nachhaltigkeitsfestival Bonn – Rundum nachhaltig, das
weiter unten in einem eigenen Punkt aufgeführt wird.
Alle Informationen zur Fairen Woche werden unter dem
Link auf der städtischen Homepage bereitgestellt.
Bundesstadt Bonn,
Britta Amorin
Foto: Britta AmorinSeite 4 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
3
2.2 Veranstaltungen und Aktionen außerhalb der Fairen Woche
Die infolge der Pandemie eingeführten Online-Vorträge wurden 2022 beibehalten. Zum
Internationalen Frauentag am 8. März hat das Büro für lokale Nachhaltigkeit in Kooperation
mit der Jahrespartnerin der Stadt Bonn, Femnet, zu einer Veranstaltung unter dem Titel
„Ungesund, existenzgefährdend und diskriminierend - Über die Arbeitsbedingungen von
Frauen in der indischen Textilindustrie“ eingeladen. Eine indische Aktivistin berichtete im
Interview in englischer Sprache (mit professioneller Übersetzung) live aus Bangalore über
die Arbeits- und Lebenssituation von Frauen in dortigen Textilfabriken.
Am 8. Dezember fand im Vorfeld des Internationalen Tags der Menschenrechte eine zweite
Online-Veranstaltung aus dem Themenfeld des Fairen Handels mit dem
Kooperationspartner Südwind-Institut statt. Hier ging es um Zwangsarbeit,
Schuldknechtschaft und Kinderarbeit in der Schuh- und Lederindustrie, der Verantwortung
von Unternehmen und das Instrument eines Lieferkettengesetzes.
Eine besondere Aktion konnte in Kooperation mit der Steuerungsgruppe Fair Trade Town
Bonn umgesetzt werden. Zwei Mitglieder des Weltladens arbeiteten eine sogenannte
Recyclingchallenge aus: Bonner Schulen waren aufgerufen, sich mit den Klassen 7 bis 9
an einem Wettbewerb zum Sammeln ausrangierter Handys und Jeans zu beteiligen. Dazu
wurden zum einen umfangreiche Informationen für Lehrkräfte und Schüler*innen erstellt,
zum anderen wurde mittels der App Biparcours eine Rallye mit dem Titel „Fair sammeln in
Bonn“ veröffentlicht. Der Parcours führte zu verschiedenen Läden, die sich in Bonn dem
fairen Handel verschrieben haben. Durch Beantwortung von Fragen in einem Quiz konnten
die Schüler*innen die Abgabeorte von Jeans und Handys herausfinden; Siegergruppen
waren dann jene, die dort bis zum einem bestimmten Datum die meisten Handys bzw. die
meisten ausrangierten Jeans abgegeben hatten. Die gesamte Organisation des Ablaufs
wurde vom Büro für lokale Nachhaltigkeit übernommen, ebenso wie die Verleihung von
Preisen – faire Fußbälle und Geldgewinne für die Klassenkasse – an die Gewinnerklassen
im September auf der Veranstaltung Bonn – Rundum nachhaltig. Die Gewinnerklassen
wurden öffentlich auf der Bühne der Veranstaltung ausgezeichnet und gewürdigt.
Auch im Juni konnte eine kleine Aktion zusammen mit dem Bonner Weltladen umgesetzt
werden: Anlässlich des zwanzigjährigen Geburtstages des Bonn-Cafés der „Rheinischen
Affaire“, es handelt sich um biologisch angebauten und fair gehandelten Kaffee, gab es für
Passant*innen einen Kaffeeausschank auf einer Straße in der Innenstadt, organisatorisch
unterstützt vom Kirchenpavillon. Zusammen mit dem Kaffee überreichten
Weltladenmitglieder und die Koordinatorin der Fair Trade Town Bonn faire Schokotäfelchen
und Infomaterial.
2.3 Vernetzungen
Steuerungsgruppe Fair Trade Town Bonn
2022 hat das Büro für lokale Nachhaltigkeit zu zwei Sitzungen der Steuerungsgruppe Fair
Trade Town eingeladen. Sie fanden weiterhin aufgrund der Corona-Pandemie online statt.
Die Treffen dienten vor allem dem gegenseitigen Austausch über verschiedene Aktionen
sowie der Werbung und der Vorbereitung für das Festival „Bonn – Rundum nachhaltig 2022“
und zur Teilnahme der Fairen Woche.Seite 5 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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AG Sport und Nachhaltigkeit
Auf Initiative des Sport- und Bäderamtes war bereits 2021 eine Arbeitsgemeinschaft Sport
und Nachhaltigkeit eingerichtet worden, der - neben weiteren Teilnehmer*innen des Amtes
für Umwelt und Stadtgrün sowie des Stadtsportbundes - auch das Büro für lokale
Nachhaltigkeit angehört.
Ein im Jahr 2020 vom Sport- und Bäderamt gestartetes Pilotprojekt mit Fairtrade-Fußbällen
wurde 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht mit dem Ergebnis, dass diese Bälle
uneingeschränkt für den Vereinssport empfohlen werden. Das Sport- und Bäderamt konnte
für weitere Interessenten einen Preisnachlass in Höhe von 40 Prozent erwirken. Mit
tatkräftiger Unterstützung der Verwaltung wurde durch den Stadtsportbund Bonn eine
Infoseite zum Thema Sport und Nachhaltigkeit erstellt. Interessierte Vereine können sich
hier nun über das Zusammenspiel von Sport und Nachhaltigkeit informieren und Tipps für
die Praxis erhalten. Sport und Nachhaltigkeit – Internetangebot des Stadtsportbunt Bonn ist
unter dem Link abrufbar.
2.4. Rezertifizierung als Fair Trade Town
Nach der erstmaligen Zertifizierung als Fair Trade Town 2010 wurde Bonn inzwischen fünf
Mal rezertifiziert und zwar in den Jahren 2014, 2016, 2018, 2020 und 2022. Für die aktuelle
Rezertifizierung musste erneut die Erfüllung der fünf Kriterien als Bedingung für die
Titelerneuerung nachgewiesen werden. Die Ausstellung der Urkunde wurde im November
per Pressemitteilung der Stadt Bonn verkündet.
2.5. Strategieberatung und Prozessbegleitung fairer Handel
Auf Einladung von Engagement Global wurde ein Strategieberatungsprozess im Bereich
fairer Handel und faire Beschaffung initiiert. Dazu wurde vom Referat Vergabedienste eine
Interessenbekundung formuliert, die positiv von Engagement Global aufgenommen und in
der Folge eine Begleitung des Prozesses durch eine Agentur angekündigt wurde. Nach
einem ersten Auftakttreffen vom Referenten der Oberbürgermeisterin, dem Referat
Vergabedienste, dem Amt 02 und dem Büro für lokale Nachhaltigkeit mussten weitere
Aktivitäten zunächst aufgrund von Krankheiten verschoben werden. 2023 soll der konkrete
Prozess umgesetzt werden, um die vorhandenen Beschaffungsstrukturen zu überprüfen
und gemeinsam mit den vielfältigen städtischen Akteur*innen Vorschläge zur Integration in
den Beschaffungsprozess zu erarbeiten.
3. Bio-Stadt
Bonn ist 2019 als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen und 19. Stadt bundesweit dem
Biostädte-Netzwerk beigetreten (vgl. DS-Nummer: 1910042). Das Netzwerk wächst stetig;
Inzwischen sind in NRW auch Köln, Much und Münster Bio-Städte.
Gebündelt werden die Aktivitäten im Büro für lokale Nachhaltigkeit durch die Koordinatorin
der Bio-Stadt Bonn. Diese steht sowohl Kolleg*innen innerhalb der Stadtverwaltung als auch
zivilgesellschaftlichen Akteur*innen unterstützend zur Seite, sorgt für Vernetzung der
verschiedensten Beteiligten der in Bonn engagierten Initiativen im Bio- und
Ernährungsbereich, initiiert Veranstaltungen und wirbt im städtischen Raum mittelsSeite 6 von 18
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Öffentlichkeits- und Informationsarbeit für die Aufklärung und Bewusstseinsbildung zur
gesunden und regionalen Ernährung mit Bio-Lebensmitteln in der Bonner Bevölkerung.
Dabei konzentriert sich die Arbeit auf folgende in verschiedenen Beschlüssen festgelegte
Handlungsfelder:
1. Mehr Bio in Bonner Kindereinrichtungen
(vgl. DS-Nummer: 1710400, 1710400EB3, 1710400NV4, 1712866,
1810127 und 1812927)
2. Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn
(vgl. DS-Nummer: 1810127)
3. Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner.
Die Koordination der Bio-Stadt Bonn unterstützt bezüglich der beiden ersten
Handlungsfelder (Mittagsverpflegung in Bonner Kindereinrichtungen sowie mehr Bio auf
landwirtschaftlichen Flächen) beratend das Schulamt, das Jugendamt und das Amt für
Wirtschaftsförderung. Das dritte Handlungsfeld ist komplett im Büro für lokale Nachhaltigkeit
angesiedelt und wird durch die Kooperation mit den verschiedenen Bonner Initiativen im
Bio- und Ernährungsbereich und Akteur*innen der Agrar- und Ernährungswirtschaft
bearbeitet.
3.1 Mehr Bio in Bonner Kinder- und Senioreneinrichtungen
Im Berichtsjahr hat die Koordination der Bio-Stadt Bonn zu zwei Sitzungen der
ämterübergreifenden Arbeitsgruppe „Bio Gemeinschaftsverpflegung“ eingeladen. Am 19.
Januar sowie am 8. November 2022 eruierte die Arbeitsgruppe, bestehend aus Schulamt,
Jugendamt, Seniorenzentren und Amt für Umwelt und Stadtgrün die Möglichkeiten zur
Umsetzung des aktuellen Beschluss, die Bio-Quoten in der Gemeinschaftsverpflegung zu
erhöhen (vgl. DS-Nummer: 212329). In der Arbeitsgruppe wurde der aktuelle Sachstand in
den beteiligten Ämtern zusammengetragen und das weitere Vorgehen geplant. Eine
ausführliche Stellungnahme zum Sachstand der Gemeinschaftsverpflegung ist im Laufe des
Jahres 2023 geplant.
3.2 Mehr Bio auf landwirtschaftlichen Flächen der Stadt Bonn
Das Amt für Umwelt und Stadtgrün und das Amt für Wirtschaftsförderung arbeitet
gemeinsam an dem Ziel eine nachhaltige Bewirtschaftung der städtischen
landwirtschaftlichen Flächen in Bonn stetig zu fördern. Hierzu findet ein enger Austausch im
Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe statt.
Zusätzlich zur Arbeit der amtsübergreifenden AG der Stadtverwaltung wurden die Themen
Vergabe und Verpachtung landwirtschaftlicher städtischen Flächen auch beim
Netzwerktreffen der Bio-Städte in Bonn in einem der in diesem Rahmen durchgeführten
Workshops gesondert behandelt, wobei ein fruchtbarer Austausch zwischen den Bio-
Städten stattfand.Seite 7 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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Die Verwaltung verfolgt das Ziel, im Jahr 2023 Kriterien für die Vergabe von
landwirtschaftlichen Pachtflächen zu Erarbeiten und sukzessive für die Neuverpachtung
anzuwenden. Hierbei werden die Erfahrungen aus dem Netzwerk der Bio-Städte
angewandt. Die Kriterien werden dem Rat und den Fachgremien nach Erarbeitung
vorgestellt.
Nach zwei Jahren der Corona-Pandemie war es im Jahr 2022 möglich, eine
Präsenzveranstaltung mit den Pächter*innen landwirtschaftlicher städtischen Flächen zu
organisieren. Ursprünglich geplant, war die Veranstaltung gemeinsam mit der
Kreisbauernschaft, der Landwirtschaftskammer (LWK) NRW, dem Amt für Umwelt und
Stadtgrün und dem Amt für Wirtschaftsförderung der Bundesstadt Bonn bereits im Jahr
2020. Pandemiebedingt musste der Termin vier Mal verschoben werden.
Am 27. April fand die Informations-
veranstaltung „Umsetzung des
Ratsbeschlusses
„Landwirtschaftliche Pachtverträge“
– Chancen und Perspektiven“ im
Haus der Bildung statt. Ca. 20
Personen nahmen an dem Termin
teil. Nach Impulsvorträgen seitens
der Stadtverwaltung zu
landwirtschaftlichen städtischen
Flächen in Bonn und zum
Ratsbeschluss zur Verpachtung
dieser Flächen, hat auch die LWK
ein kurzes Statement zu
Naturschutz- und Biodiversitäts-
beratung/Vertragsnaturschutz
vorgestellt und auf die bestehenden
Beratungsangebote hingewiesen.
Eine lebendige und produktive
Diskussion mit allen Beteiligten
rundete die Informations-
veranstaltung ab. Das Fazit des
Treffens war der Vorschlag seitens
der teilnehmenden Landwirte,
Folgetermine unter Beteiligung der
politischen Vertreterinnen und
Vertreter durchzuführen. Außerdem
soll die Stadtverwaltung Kriterien für Neuverpachtung (gemeinsam mit LWK,
Kreisbauernschaft, Bio-Station) erarbeiten.
3.3 Mehr Bio für Bonnerinnen und Bonner
Im Februar 2022 wurde die Infobroschüre zu regionalen Wertschöpfungsketten in Bonn und
Rhein-Sieg-Kreis veröffentlicht. An dem Produkt hat die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn
mit zwei von der Stadt Bonn im Rahmen der Förderfinanzierung BÖLN beauftragten
externen Kräften das komplette vergangene Jahr gearbeitet. Die Broschüre „Regional und
bio – das gibt es in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis“ ist online abrufbar und auch als
Druckversion über die Koordinierungsstelle Bio-Stadt erhältlich. Konkretisiert wird das
Foto: Erik BarteltSeite 8 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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Angebot für das Bonner Stadtgebiet durch den Bio-Einkaufsführer auf der Homepage der
Stadt Bonn.
Sowohl im Winter- als auch Sommersemester der VHS gab es wieder eine Reihe
„Biologische Vielfalt in der Stadt“, die gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde
der Stadt Bonn und der Koordinationsstelle Bio-Stadt thematisch gestaltet wird. Im
Berichtsjahr wurden folgende Beiträge in der Kooperation mit der Bio-Stadt Bonn vorgestellt:
Spurensuche Gartenschläfer, Klimaacker Biohof Bursch als Exkursion, Schulprojekt
„Grünes Klassenzimmer“, Klimaangepasste Landwirtschaft Obsthof Rönn als Exkursion,
Kompostgewinnung mit der Wurmkiste als Online-Workshop, Der Biolandhof Luhmer und
die Hühnerhaltung im eigenen Garten, lebendige Böden, Marktgärten als alternative
Versorgungsmodelle.
Die Kampagne „Bonn i(s)st gut“ wurde im September 2022, pünktlich zum
Nachhaltigkeitsfestival „Bonn-Rundum nachhaltig“ gestartet. Im Mai des Berichtsjahres
wurde die Konzeption und grafische Umsetzung der Kampagne ausgeschrieben und eine
Agentur beauftragt. Mit der Kampagne „Bonn isst gut“ möchte die Stadt Bonn auf regionale
und saisonale Obst- und Gemüsesorten aufmerksam machen. Gleichzeitig wirbt sie für den
bewussten Einkauf und die Wertschätzung von regionalen und saisonalen Obst- und
Gemüsesorten.
Mit Plakaten auf verschiedenen Werbeflächen in der
Öffentlichkeit werden die Bonner*innen quartalsweise über
saisonale Gemüse- und Obstsorten informiert. Zusätzlich
gibt es Tipps zur Lagerung, Haltbarmachung und
Verwertung. Beworben wird durch Megalights für die Dauer
von einer Woche, Infoscreens an Hauptbahnhof und
Stadthalle Bad Godesberg für die Dauer von zehn Tagen
und Innenwerbung in Stadtbussen für die Dauer von einem
Monat. Zu jedem geschalteten Motiv wird eine
entsprechende Aktualisierung auf der Landing Page der
Kampagne durch die Koordination der Bio-Stadt Bonn
konzipiert und eingepflegt.
Die Initiative „Foodsharing Bonn“ hatte die Idee für die
Kampagne im Bürger*innendialog zum Haushalt 2021/2022
vorgeschlagen. Der Rat der Stadt Bonn hat in seiner
Sitzung am 16. September 2021 entschieden, sich für
diesen Vorschlag einzusetzen.
Die Kampagne "Bonn isst gut" wird seitens der Stadtverwaltung durch die Bio-Stadt Bonn
gemeinsam mit Bonner Akteur*innen der Nachhaltigkeit umgesetzt.
Die infolge der Pandemie eingeführten Online-Vorträge wurden im Berichtsjahr
beibehalten. Zum Weltbodentag am 5. Dezember hat die Bio-Stadt Bonn in Kooperation mit
der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) - GIZ Sektorvorhaben
Bodenschutz, Desertifikationsbekämpfung, Nachhaltiges Landmanagement - und dem
Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE)sowie der Hochschule Bonn-
Rhein/Sieg zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Guter Boden – Gesundes Leben“
eingeladen. In dem Online-Workshop kamen Redner*innen zu Wort, welche den Blick aus
unterschiedlichsten Ebenen und Perspektiven (lokal, national und international) auf die
Foto: menschenskinderSeite 9 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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Thematik lenken. Die Veranstaltung fand in deutscher Sprache statt und wurde mit ca. 25
Teilnehmenden sehr gut besucht.
3.4 Sonstige Bio-Stadt-Aktivitäten
Internationale Grüne Wochen und BioFach
Im Rahmen der Bio-Stadt-Tätigkeit gibt es eine Reihe an Aktivitäten, die für die Mitglieder
obligatorisch sind und der Vertiefung des Netzwerkgedankens dienen. Dazu gehören die
Teilnahme an den Internationalen Grünen Wochen in Berlin und an der BioFach-Messe
in Nürnberg. Im Rahmen der Nürnberger Messe findet jedes Jahr der Kongress für die Bio-
Städte „StadtLandBio“ statt. Im Berichtsjahr sind die Internationalen Grünen Wochen
pandemiebedingt ausgefallen. Der Kongress „StadtLandBio“ fand genauso wie die
BioFach im Juni statt. Die Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn trug zu einem Video-Interview
mit ausgewählten Vertreter*innen der Biostädte bei. Mit den Videos möchte die Initiative
BioBitte Interessierten auf ihren Kommunikationskanälen hilfreiche Impulse und
Erfahrungen rund um den Bio-Einsatz in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung geben.
Das BioBitte-Video „Warum setzen Kommunen Bio-Lebensmittel ein?“ ist Online hier
abrufbar.
Bio-Städte-Netzwerktreffen
Halbjährlich (ca. Mai und ca. November) versammeln sich alle Bio-Städte zu einem
Netzwerk-Treffen. Im Berichtsjahr fand das Netzwerktreffen im Zeitraum 16. bis 18.
November in Bonn in Präsenz statt. Es war eines der größten Netzwerk-Treffen seit zwei
Jahren. Mittlerweile sind im Netzwerk 25 Städte und ein Bezirk vertreten. 17% der
Einwohner Deutschlands (ca. 14 Mio. Menschen) leben in einer Bio-Stadt.
Das Treffen in Bonn ging über zwei Arbeitstage. Wie bei allen Netzwerk-Treffen war die
meiste Zeit für den netzwerkinternen Austausch eingeplant. Es gab auch ein Zeitfenster mit
eingeladenen sowohl internationalen (Herr Claudio Serafini vom Europäischen Netzwerk
der Bio-Städte, OCNE) als auch nationalen (Herr Dr. Karl Kempkens vom
Bundeslandwirtschaftsministerium -BMEL, Herr Burkhard Kappe von der Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung) externen Gästen. Auch Kolleg*innen vom Schulamt der
Stadt Bonn haben an dem Netzwerktreffen teilgenommen. Als Best Practice aus Bonn
wurde vom Büro für lokale Nachhaltigkeit eine Exkursion zu einem Bonner Bio-Caterer
organisiert. Die Vertreter*innen des Bio-Städte-Netzwerkes hatten nach einer
Betriebsführung die Möglichkeit viele Fragen zu stellen, wodurch eine angeregte Diskussion
stattfand.
Teilnehmende des Bio-Städte-Netzwerktreffens, Foto: Erik BarteltSeite 10 von 18
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Bundesweite Initiative vom Unternehmen Too Good To Go (TGTG Germany) „Städte
gegen Food Waste“
Am 10. Februar wurde die Initiative vom Too Good to go (TGTG) „Städte gegen Food
Waste“ bundesweit gestartet. Mit dem Launch der Initiative wird die breite Öffentlichkeit auf
das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wird
erklärt, wie das Netzwerk dagegen vorgeht. Am 26. Juli wurde von der TGTG Germany ein
Online-Netzwerk-Event organisiert. Acht von zehn Partnerstädten (auch Bonn) haben an
dem Event teilgenommen. Nach einer Vorstellungsrunde zu den eigenen Aktivitäten gegen
Food Waste wurde in Kleingruppen an der Entwicklung weiterer Ideen gearbeitet und Best
Practices ausgetauscht. Das am 15. November geplante Online-Treffen wurde
krankheitsbedingt abgesagt.
Teilnahme am Frühlingsmarkt
Am 07. Mai fand auf dem Münsterplatz der Bonner Frühlingsmarkt, organisiert durch das
Amt für Umwelt und Stadtgrün statt. Das Büro für lokale Nachhaltigkeit wurde mit dem
Themenschwerpunkt Bio-Stadt für den Markt ausgewählt und präsentierte die ganze Fülle
an Aktivitäten den in Bonn lebenden Menschen: neben einer Übersicht zu den
landwirtschaftlichen städtischen Flächen, Informationen zur regionalen
Lebensmittelversorgung mit dem Hinweis auf den eigenen digitalen bio-regionalen
Einkaufsführer sowie einem Angebot zur Wichtigkeit der Böden und dem Bodenschutz mit
dem Anschauungsbeispiel einer Wurmkiste.
Der Stand der Bio-Stadt auf dem Frühlingsmarkt wurde gut besucht.
Mitarbeit, AG Aktionsprogramm Biodiversität
Seit Juni 2021 arbeitet die Koordinatorin der Bio-Stadt an der Weiterentwicklung des
Aktionsprogramms Biodiversität mit. Der Beitrag der Bio-Stadt-Koordinatorin bestand in der
Formulierung von Leitgedanken, strategischen Zielen und ausgewählten Projekten in den
Bereichen Landwirtschaft und Umweltbildungsmaßnahmen.
Klimaschutzbeirat
Am 22.Februar wurde u.a. über eine Empfehlung zum Thema Ernährung & Landwirtschaft
diskutiert und abgestimmt. Die Koordination der Bio-Stadt wurde zur Sitzung eingeladen,
um aus Sicht der Verwaltung die Empfehlung zu kommentieren und für Fragen zur
Verfügung zu stehen.
Vorträge/Präsentationen
Am 9. März gab die Koordination der Bio-Stadt Bonn ein Interview an die Vertreter*innen
der Initiative „Bonn4Future“ zum Thema „Biostadt Bonn: Was passiert da eigentlich?“ für die
Plattform Bonn4Future - Wir machen Wandel. Das Interview ist online abrufbar.
Am 16.Mai wurde die Koordination der Bio-Stadt als Vertreterin des Bio-Städte-Netzwerks
nach Gütersloh eingeladen, um einen Vortrag über das Netzwerk der Bio-Städte und die
Erfahrungen in Bonn in der Sitzung des Klimabeirats in Gütersloh zu berichten. Es fand
auch eine spannende Diskussion statt und wurden viele Fragen u.a. zum Haushalt, einem
Budgetrahmen für Bio-Stadt-Aktivitäten und Personal gestellt.Seite 11 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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4. Festival „Bonn – Rundum Nachhaltig“ 2022
Nach zwei pandemiegeprägten Jahren mit dem Schwerpunkt Online-Veranstaltungen
konnte 2022 erstmals wieder eine Präsenz-Veranstaltung das Nachhaltigkeitsengagement
der Stadt Bonn verdeutlichen. Mit dem Dreiklang bio, regional und fair wendet sich das Büro
für lokale Nachhaltigkeit auf dem nichtkommerziellen Festival Bonn – Rundum nachhaltig
gegen Ausbeutung von Mensch und Natur und spricht sich für eine andere Art der
Lebensführung aus. Auf der diesjährigen Veranstaltung waren insgesamt mehr als 50
Initiativen, Vereine, Organisationen, Geschäfte und städtische Abteilungen der Einladung
gefolgt, ihr Wirken und ihre Ideen den Bonner Bürger*innen zu präsentieren.
Eröffnet wurde das Festival von der Oberbürgermeisterin und der Vorstandsvorsitzenden
der diesjährigen Jahrespartnerin Femnet, Dr. Gisela Burckhardt. Mehr als 700
Besucher*innen informierten sich an den Ständen über die Bandbreite des lokalen
Engagements zugunsten der Nachhaltigkeit – so zum Beispiel über die Möglichkeit, selbst
Dinge aus dem Haushalt zu reparieren, über den wichtigen Einsatz für Wild- und
Honigbienen, über faire Fußbälle oder über ökologische und faire Lebensmittel.
Auf der Bühne waren die lokalen Musikbands Kültürklüngel Orkestra und Saragina zu
sehen, die mitreißend Weltmusik präsentierten, ebenso wie eine Kochshow mit öko-fairen
Zutaten. Einer der Höhepunkte war die Verleihung der Gewinnerpreise an zwei Bonner
Schulklassen, die sich durch einen besonderen Einsatz bei der Bonner-Recycling-
Challenge ausgezeichnet hatten – ihnen war es gelungen, in den Kategorien ausrangierte
Handys und zerschlissene Jeans die höchste Anzahl zu sammeln und durch eine Rallye
den Abgabeort zu erschließen. Dafür erhielten sie einen finanziellen Zuschuss für die
Klassenkasse und einen fairen Fußball. Ein weiterer Höhepunkt war die bereits traditionelle
Modenschau, bei der Models für die Bonner Labels und Geschäfte Kiss the Inuit, Alma &
Lovis, Maas Natur und La Creole schicke und gleichzeitig öko-faire Kleidung vorführten.
Inhaltlich führten Interviews auf der Bühne stärker in das Thema Nachhaltigkeit ein. Mit
Bonner Vertreter*innen von Nichtregierungsorganisationen und Initiativen ging es in
Gesprächen um Menschenrechte weltweit, um Gesundes für Mensch und Natur und um
lokales Engagement zu Gunsten von Nachhaltigkeit. Für das Festival 2023 konnte der
Münsterplatz bereits für den 16. September reserviert werden.
Festival „Bonn – Rundum nachhaltig“, Foto: Erik BarteltSeite 12 von 18
Jahresbericht Büro für lokale Nachhaltigkeit 2022
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5. Weitere Handlungsfelder / Projekte
5.1 „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier
Das Umweltbildungsprojekt „Paper Angels: Wir für Recyclingpapier“, führt das Büro für
lokale Nachhaltigkeit der Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post DHL
Group als Sponsor und der in Bonn ansässigen Tropenwaldstiftung OroVerde als
Fachpartner und Bildungsexperte bereits seit 2008 durch - im Jahr 2012 zum 14. Mal. Die
Aktion rund um die Themen Papierverbrauch, Papierrecycling und dem Blauen Engel als
Güte- und Prüfsiegel für Recyclingpapier richtet sich an alle fünften Klassen von Bonner
Schulen. Es geht darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler anhand der
bereitgestellten Materialien (Geschichtenposter mit spannenden wirklichkeitsnahen
Geschichten sowie farbenfrohe Tierpostkarten mit kniffligen Rätseln) mit einem
ressourcenschonenden Verbrauchsverhalten und insbesondere mit dem Thema
Recyclingpapier vertraut machen. Nach erfolgreichem Bearbeiten der Materialien und
Rätsel können die Klassen einen Lösungssatz einreichen. Unter allen richtigen
Einsendungen wurden in diesem Jahr wieder sechs Geldpreise à 150 Euro sowie zwei
Baumpflegeaktionen im Kottenforst (so war es geplant) verlost. 2022 haben 29 Bonner
fünfte Klassen teilgenommen mit 787 Kindern.
Bei der Abschlussveranstaltung am 19. Mai 2022 im Post Tower stellten die ausgelosten
Gewinner-Klassen der sechs Geldpreise ihr erworbenes Fachwissen den erwachsenen
Fachleuten vor. In kleinen Theaterstücken, Mitmachaktionen und selbstgedrehten
Erklärvideos machten sie kreativ und fantasiereich deutlich, dass wir in Deutschland durch
unseren sehr hohen Papierverbrauch dazu beitragen, den Lebensraum von Tieren und
Pflanzen in anderen Teilen der Welt zu zerstören. Wer dagegen den Wald und die Umwelt
schonen möchte, sollte schon beim Einkauf von Papierprodukten auf Recyclingpapier mit
dem Blauen Engel achten. Die Presse war eingeladen, aber erstmalig in den 14 Jahren, in
denen die Aktion regelmäßig stattfand, war kein/e Pressevertreter*in vor Ort.
Die zwei ausgelosten Baumpflegeaktionen mussten – mit Einverständnis der beiden
Lehrpersonen - in Waldspaziergänge umgeändert werden, da die ursprünglich dafür
vorgesehene Fläche wegen Bruchgefahr nicht mit Schüler*innengruppen betreten werden
konnte. Unter Anleitung des Waldpädagogen Manfred Hören von Wald und Holz NRW
konnte ein Spaziergang mit den Themenschwerpunkten Klimawandel und Tiere im Winter
im November durchgeführt werden. Sehr zur Freude der Schüler*innen wurde als
Überraschung gemeinsam auch ein Baum gepflanzt. Die Aktion für die zweite Klasse ist in
Absprache und auf Wunsch des Lehrers auf das nächste Jahr verschoben worden.
Die Preisgelder und die Druckkosten für die Materialien wurden von der Deutschen Post
DHL Group übernommen. Die Entwicklung der aktuellen Wettbewerbsmaterialien und
weiterer ergänzender Unterrichtsmaterialien erfolgte durch OroVerde. Die komplette
Koordination des Wettbewerbs liegt in den Händen des Büros für lokale Nachhaltigkeit.
Insgesamt haben die Veranstalter Stadt Bonn, Deutsche Post DHL Group und OroVerde
mit der Aktion „Paper Angels“ in den 14 Jahren über 12.000 Schülerinnen und Schüler in
Bonner Schulen erreicht.
Auch im Jahr 2023 wird die Aktion wieder stattfinden. Neben den Geldpreisen werden
wieder zwei Waldaktionen verlost. Die Stadtförsterei hat die Durchführung bereits
zugesagt. Was genau angeboten werden kann, muss dort noch überlegt werden. Zeitpunkt
der Durchführung soll im Mai/Juni 2023 sein.Seite 13 von 18
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5.2 Städtewettbewerb „Papieratlas“
Die Stadt Bonn ist im Rahmen des „Papieratlas“-Wettbewerbs
zum 13. Mal in Folge für ihren Einsatz von Recyclingpapier mit
dem Blauen Engel als eine der
„Recyclingpapierfreundlichsten Städte Deutschlands“
ausgezeichnet worden.
Bonn nutzt in Verwaltung und Hausdruckerei ausschließlich
Papier mit dem Blauen Umweltengel, dem Güte- und Prüfsiegel
für Papiere, die zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt werden.
Die Herstellung von Recyclingpapier spart rund 70 Prozent
Wasser und 60 Prozent Energie gegenüber Frischfaserpapier. Die Verwendung von
Altpapier leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Wälder.
2022 beteiligten sich 102 Groß- und Mittelstädte an dem Wettbewerb, der von der Initiative
Pro Recyclingpapier in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem
Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und
Gemeindebund seit 2008 jährlich durchgeführt wird.
In den vergangenen zwölf Jahren bewirkte Bonn durch den Einsatz von Recyclingpapier
eine Einsparung von mehr als 74 Millionen Litern Wasser und über 15 Millionen
Kilowattstunden Energie. Die Einsparungen entsprechen dem täglichen Wasserbedarf von
mehr als 610.000 Bundesbürger*innen und dem jährlichen Energieverbrauch von rund
4.300 Drei-Personen-Haushalten in Deutschland. Weitere Informationen hier abrufbar.
Abschlussveranstaltung Paper Angels, Foto: Sascha EngstSeite 14 von 18
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Weiterhin achtet das Büro für lokale Nachhaltigkeit darauf, dass hausintern
Recyclingpapier mit Blauem Umweltengel eingesetzt wird und gibt diese Anregung auch
an Kooperationspartner weiter.
Seit 2019 können sich auch Schulen von der Initiative Pro Recyclingpapier in Kooperation
mit dem Bundesumweltministerium als „Recyclingpapierfreundliche Schule“ auszeichnen
lassen (wenn die Schule mindestens 70 Prozent Büropapier mit dem Blauen Engel
verwendet). Das Büro für lokale Nachhaltigkeit weist die Schulen jährlich darauf hin.
Die Bonner Grundschulen Am Domhof, Michaelschule sowie Münsterschule erhielten
bereits 2019 diese Auszeichnung, das Friedrich-List-Berufskolleg folgte 2021. Im
Berichtszeitraum ließen sich die Robert-Koch-Schule und der Grundschulverbund
Marienschule-Nordschule als „Recyclingpapierfreundliche Schule“ auszeichnen.
Nähere Infos hierzu hier abrufbar.
5.3 Ökoprofit
Bereits seit 2007 wird Ökoprofit (Ökologisches Projekt für Integrierte
Umwelttechnik) in Bonn durchgeführt. Ziel von Ökoprofit ist, durch ein modular
aufgebautes Beratungs- und Qualifizierungsprogramm, das von einem
Umweltberatungsunternehmen durchgeführt wird, die teilnehmenden Betriebe bei der
Einführung und Verbesserung des betrieblichen Umweltmanagements zu unterstützen.
Die Maxime ist: Umweltmanagement verbessern und gleichzeitig die Kosten senken! Die
Palette der Umweltschutzprojekte in den Unternehmen reicht von Maßnahmen der
Energieeffizienz wie Heizungsoptimierung über die Einführung von Videokonferenzen
statt Dienstreisen bis hin zum Abfallmanagement.
Bisher gab es fünf Projektrunden: Die Projektrunden 2007/2008, 2008/2009 und
2011/2012 schlossen insgesamt 38 Bonner Unternehmen erfolgreich mit der
Auszeichnung „Ökoprofit-Betrieb“ ab. In der Projektrunde 2014 (gemeinsam mit dem
Rhein-Sieg-Kreis) waren es vier Unternehmen aus Bonn und zehn Betrieben aus dem
Kreis. An der 5. Projektrunde 2018/2019 konnten drei interessierte Unternehmen (zwei
davon aus Bonn) trotz Nichterreichens der geforderten Mindestanzahl an Unternehmen
für eine Förderung durch das Land NRW durch eine leichte Veränderung des Formats
(Zusammenlegung mit dem Ökoprofit-Klub) teilnehmen.
Im Ökoprofit-Klub beschäftigten sich bereits zertifizierte Unternehmen mit der
Weiterentwicklung ihrer Umweltprogramme. An der Ökoprofit-Klubrunde Bonn/Rhein-
Sieg-Kreis nahmen im Jahr 2021 neun Unternehmen teil (davon acht aus Bonn) und
erlangten ihre Rezertifizierung.
Auch im Jahr 2022 fanden sich trotz erneuter Bewerbung des Projektes unter anderem
im Rahmen der Bonner Wirtschaftsgespräche und der Durchführung eines Online-
Seminars nicht genügend Unternehmen für eine neue Einsteigerrunde.
Anfang 2023 wird deshalb eine weitere Hybridrunde mit Klubbetrieben und Einsteigern
starten. Weitere Informationen unter diesem Link abrufbar.Seite 15 von 18
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6. Veröffentlichungen
6.1 Newsletter
6.1.1 Newsletter „Agenda 21 aktuell“ jetzt umbenannt in Newsletter „Bonn –
Rundum nachhaltig“
Alle zwei Monate gibt das Büro für lokale Nachhaltigkeit den allgemeinen Newsletter zu
Nachhaltigkeitsthemen in Bonn heraus. Der Newsletter bietet Informationen zu den
Aktivitäten sowohl der Stadt Bonn selbst als auch der in Bonn aktiven Agenda-Initiativen, -
Gruppierungen, Vereine und Institutionen. Aktuelle Veranstaltungs- und Terminhinweise
runden die einzelnen Ausgaben ab.
Da sich das ehemals Lokale Agenda-Büro im Jahr 2021 umbenannt hat in das Büro für
lokale Nachhaltigkeit, war es naheliegend, auch dem Newsletter einen neuen Namen zu
geben. Mit dem neuen Titel „Bonn – Rundum nachhaltig / Newsletter“ wird die Marke „Bonn
– Rundum nachhaltig“ (bisher gibt es das Festival und den Instagram-Kanal) um ein
weiteres Produkt ergänzt.
Unter diesem Link („Büro für lokale Nachhaltigkeit“) kann der Newsletter kostenlos abonniert
werden. Neben dem Online-Newsletter gibt es weiterhin eine Druckversion in kleiner
Auflage um auch interessierte Menschen ohne Internetzugang zu erreichen
Die jeweils aktuelle Ausgabe des Newsletters „Bonn – Rundum nachhaltig“ ist unter diesem
Link hinterlegt.Seite 16 von 18
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6.1.2 Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“
Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind integrale Bestandteile der
Erziehung im Kindergarten und in der Schule. Mit dem Newsletter „Nachhaltigkeit lernen“
bietet das Lokale Agenda-Büro einen besonderen Informationsservice für Pädagoginnen
und Pädagogen in der schulischen und vorschulischen Bildung. Es wird auf neue
Unterrichtsmaterialien, interessante Veranstaltungen und Termine, aktuelle Wettbewerbe
und vieles mehr mit Bezug zu den Themenbereichen Nachhaltigkeit, Fairer Handel sowie
Klimaschutz hingewiesen; viele Angebote sind kostenlos.
Im Jahr 2022 erschienen 21 Ausgaben des Newsletters „Nachhaltigkeit lernen“. Einsehbar
sind die letzten und noch aktuellen Ausgaben hier. Unter diesem Link („Büro für lokale
Nachhaltigkeit“) kann der Newsletter kostenlos abonniert werden.
Instagram
Um eine größere und auch eine jüngere Zielgruppe im Bonner Raum zu erreichen, wurde
der im Vorjahr gestartete Instagram-Kanal @bonnrundumnachhaltig vom Büro für lokale
Nachhaltigkeit weiter bedient. In der Regel zwei Mal pro Woche werden neue Posts
veröffentlicht. Im Vorfeld des Festivals Bonn – Rundum nachhaltig wurden täglich die
teilnehmenden Initiativen und Organisationen vorgestellt, ebenso gab es in der
Vorweihnachtszeit wieder in einem virtuellen Adventskalender täglich Beiträge zu
nachhaltigen Themen, so zum Beispiel zu nachhaltigen Geschenkideen,
Weihnachtsbäumen, fairen Weihnachtssternen oder auch Rezeptvorschlägen. Darüber
hinaus wurde über den Kanal auf Veröffentlichungen des Büros für lokale Nachhaltigkeit
aufmerksam gemacht, so auf den Newsletter Bonn – Rundum nachhaltig, der
Saisonkalender für Gemüse und Obst präsentiert und zu Veranstaltungen eingeladen.
Insgesamt wurden 157 Stories (Kurzveröffentlichungen für 24 Stunden) und 64 Beiträge
veröffentlicht. Die Gesamtzahl der Follower ist 676 (+181 Follower im Vergleich zu 2021).
Microsite
Als digitales Medium wurde außerdem die Microsite rundum-nachhaltig.bonn.de stetig
aktualisiert. Hierzu gehörte die Erweiterung der Unterseite Initiativen A-Z um jene, die neu
zu den Kooperationspartner*innen bei dem Festival Bonn – Rundum nachhaltig
dazugestoßen waren. Darüber hinaus sind auf der Seite alle Veranstaltungen des Büros für
lokale Nachhaltigkeit aufgeführt ebenso wie alle aktuellen Hinweise zum
Nachhaltigkeitsfestival.
YouTube
Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie wurde auf Social Media mehr geachtet. Um seine
Online-Aktivitäten sichtbarer zu machen wurde von den Mitarbeitenden des Büros für lokale
Nachhaltigkeit ein YouTube-Kanal eingerichtet. Zum Ende des Berichtsjahrs wurde der
Kanal von 45 Follower abonniert und hatte 2829 Aufrufe. Besonders beliebt waren die
Image-Filme, wie z.B. der Film zum Festival „Bonn-Rundum nachhaltig“, der extra für das
Festival BRN2021 gedreht wurde. Die hochgeladenen Mitschnitte von Online-
Veranstaltungen wurden jeweils zwischen ca. 20 bis ca.80 Mal angeklickt.Seite 17 von 18
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Facebook
Parallel zu Instagram und YouTube führt das Büro für lokale Nachhaltigkeit einen Facebook-
Kanal „Bonn-Rundum nachhaltig“. Dieser Kanal wird mehr für die Bewerbungszwecke des
Nachhaltigkeitsfestivals „Bonn-Rundum nachhaltig“ genutzt. Im Berichtsjahr sind dem Kanal
191 Abonnenten gefolgt. Die Bewerbung des Festivals und Reaktionen auf Beiträge ist
mäßig und deutlich uneffektiver als beim Instagram-Kanal. Insgesamt 29 Beiträge und keine
Stories veröffentlicht.Seite 18 von 18

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Datenstand: 03.11.2026, 10:27 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de