230637 · Beschlussvorlage: Einleitung
Einleitung des Vergabeverfahrens zur Baumersatzpflanzung in Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf
Kerndaten
- Nummer
- 230637
- Art
- Beschlussvorlage: Einleitung
- Veröffentlicht
- 16.04.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage: Einleitung öffentlich 230637 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Einleitung des Vergabeverfahrens zur Baumersatzpflanzung in Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 03.05.2023 Entscheidung Beschlussvorschlag Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Ausschreibung „Baumersatzpflan- zung in Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf“ wird zugestimmt. Begründung Bei dieser Maßnahme handelt es sich um landschaftsbautechnische Arbeiten zur Wiederherstellung bzw. Vervollständigung der Baumstandorte und Alleen- Abschnitte in Bad Godesberger Stadtteilen Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf. Insgesamt werden 28 bestehende Baumstandorte im Verkehrsgrün saniert, bzw. hergestellt und mit Alleebäumen bepflanzt. Die Maßnahme umfasst im Detail folgende Straßenabschnitte: *** Übersicht siehe Anlage „Baumliste Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf“ *** Viele Baumarten im Bonner Baumbestand bieten bereits ein hohes Angebot an Nektar und Pollen für die heimischen Insekten und stellen wertvolle ökologische Nischen dar. Hervorzuheben sind hier bei den Straßenbäumen insbesondere nahezu alle Linden-Arten, Spitz-Ahorn, Feld-Ahorn, Rotblühende Rosskastanie, Vogel-Kirsche, Tupelo-Baum, Elsbeere, Apfel-Dorn, Lederhülsenbaum, Robinie, Tulpenbaum, Trompetenbaum und einige Baumarten mehr. Diese Bienennährgehölze warten mit Nektarwerten von 2-4 und mit Pollenwerten bis 3 auf, wobei „4“ als Bestnote und „1“ als immerhin noch geringer Pollen-, bzw. Nektarlieferant zu werten ist. Die meisten dieser Baumarten bieten durch ihre Fruchtbildung zudem auch einSeite 1 von 6 Seite 2 breites Nahrungsangebot für Vögel und andere Wildtiere. Diese Bäume tolerieren ebenfalls noch die zunehmend trockenen Sommer und verschärften Standortbedingungen im Verkehrsgrün. Wo immer es aus gestalterischen Aspekten bei der Ergänzung des Bestandes in vorhandenen Baumalleen möglich ist oder wo ein Baumartenwechsel im Sinne der Klimaanpassungsstrategie erforderlich ist, wird bei den Maßnahmen zu Baumersatzpflanzungen auf hitze-, staub- und insbesondere trockenheitstolerierende Baumarten und –sorten (sogenannte „Klimabäume“) mit breitem Insektennährangebot zurückgegriffen. Auch bei der Unterpflanzung der neuangelegten Baumstandorte wird, wo immer dies möglich ist, auf eine vielfältige, blühfreudige und insektenfreundliche Bepflanzung geachtet. Trotz umfangreicher Vorprüfungen zu dieser Maßnahme kann es im Bauablauf vereinzelt - durch z.B. Maßtoleranzen von vorliegenden Plänen - vorkommen, dass ehemalige Baumstandorte nicht wieder mit Bäumen bepflanzt werden können. Dies ist meist dann der Fall, wenn in den entsprechenden Bereichen Versorgungsleitungen – oft einschließlich der Hausanschlüsse – verlaufen. Auf die Straße ragender Überhang privaten Baumbestandes, der Abstand zu städtischen Bestandsbäumen oder die Nähe zu Grundstückseinfahrten und Straßenlaternen sind ebenfalls Gründe dafür, dass ein ehemaliges Baumbeet nicht wiederbepflanzt werden kann. Vorhandene Bäume genießen Bestandsschutz, können aber nach Abgang dann mitunter nicht wieder ersetzt werden. Wenn eine Ersatzpflanzung an alter Stelle aus oben genannten Gründen nicht mehr möglich ist, wird generell die Verschiebbarkeit einer Baumscheibe geprüft. In Ausnahmefällen müssen Standorte geschlossen werden. Dies ist notwendig, wenn die Standorte im Bereich von Grundstückszufahrten oder anderen unübersichtlichen Stellen liegen und die Einsicht in den fließenden Verkehr dadurch behindert würde oder auch, wenn das Platzangebot im Gehwegbereich nicht erweiterbar ist und somit eine Nachpflanzung auch nach einem Mindeststandard nicht möglich wäre. Strauchpflanzungen in zu schließenden Baumscheiben im Verkehrsraum sind relativ problematisch, da sie generell mehr Platz im unteren Bereich beanspruchen, meist breitwüchsig sind und im Sichtbereich zum Verkehrsraum stark belaubt sind. Im Zuge der Planung von Ersatzpflanzungen in einem Abschnitt oder einer Straße wird generell auch überprüft, ob sich an anderen Stellen zusätzliche neue Baumbeete errichten lassen. Im Zuge dieser Maßnahme konnte ein neuer Baum-Standort in der Mainzer Straße realisiert werden. Dreizehn Standorte können nicht mit Bäumen wiederbepflanzt werden. Elf dieser Standorte bleiben als Grünbeete erhalten und werden nach Möglichkeit teilweise durch Strauchpflanzungen ergänzt. Im Rahmen einer späteren Straßenraumumgestaltung oder Neuaufteilung, sowie nach etwaigen Kanal- oder Leitungsarbeiten, nach Veränderungen im angrenzenden derzeit überragenden städtischen oder privaten Baumbestand und sonstigen Änderungen der Örtlichkeiten werden die Möglichkeiten zur Etablierung weiterer Baumstandorte erneut geprüft. Eine Übersicht der nicht wiederbepflanzbaren Standorte ist in folgender TabelleSeite 2 von 6 Seite 3 aufgelistet: *** Übersicht siehe Anlage „Ersatzpflanzung Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf – nicht wiederbepflanzbare Standorte“ *** Baumpflanzungen – insbesondere im Verkehrsgrün – sind so zu planen, dass sich die Bäume gemäß ihrer ökologischen und gestalterischen Funktionen möglichst lange am Standort entwickeln und etablieren können. Die meisten vorhandenen Baumstandorte im Bereich dieser Maßnahme wurden unzureichend groß vorgefunden. Aufgrund der örtlichen Begebenheiten können die neuen Baumbeete zum größten Teil erheblich aufgeweitet werden. So steht künftig für die neuen Bäume auch mehr Fläche bzw. Wurzelraum zur Verfügung. Sollten im Einzelfall Standorte geschlossen werden müssen, so werden die daraus resultierenden Verluste an Vegetationsflächen in der Regel durch die Standortvergrößerungen wie nachfolgend beschrieben vollumfänglich kompensiert. Somit können durch Ersatzpflanzungen im Verkehrsgrün mehr Flächen entsiegelt als versiegelt werden. Beeterweiterungen erfolgen in der Regel auf eine Größe von mindestens 2,00 m x 4,00 m. Bei einer Baumgrubentiefe von 1,50 m ergibt sich daraus eine 12 m³ große Pflanzgrube. Die Tiefe von 1,50 m soll dabei für Bäume nicht unterschritten werden. Gemäß der aktuellen FLL- (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) Richtlinie stellt eine Pflanzgrubengröße von 12 m³ lediglich das Minimum dar. Größere Pflanzgruben sind je nach Pflanzenauswahl bis zu 36 m³ anzustreben, im Verkehrsraum jedoch in den wenigsten Fällen zu realisieren. Selbst durch die Vergrößerung der aktuell vorhandenen Pflanzgruben auf ein gefordertes Minimum kann es in einigen Bereichen durch eine Baumersatzpflanzung zur Verringerung des Parkraumes kommen. Die technischen Regelwerke der FLL beschreiben die „anerkannten Regeln der Technik“. Die Vorbereitung eines Baumstandortes umfasst zumeist eine Vergrößerung der Pflanzgrube, einen entsprechenden Erd-/ Substrataustausch, den Einbau von Wurzelschutzeinrichtungen zum Schutz benachbarter Leitungen, Arbeiten an der befestigten Oberfläche von angrenzenden Gehwegen, die Sicherung der Baumscheibe mit Anfahrschutz, die standortgerechte Unterpflanzung des Beetes und natürlich – als finanziell kleinsten Faktor – die Baumpflanzung selbst. In der Nachsorge erfolgt – auch aus Gewährleistungsgründen - eine 2- jährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege, eine 4-jährige Wässerung und nach Erfordernis eine jährliche Düngung der Bäume bis zur Übernahme in die Unterhaltung der Stadt. Die Maßnahme soll unmittelbar nach der Beschlussfassung im Mai 2023 ausgeschrieben und nach Beauftragung auch unmittelbar begonnen werden. Die sehr umfangreichen vorbereitenden Arbeiten an den Baumstandorten (Standortsanierung) erfolgen dann spätestens im Juli 2023 und die eigentliche Baumpflanzung in die dann fertig hergestellten Baumbeete – je nach Witterungsverlauf – bis Ende Dezember 2023. Aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung im Jahr 2023 gemäß § 82 GO NRWSeite 3 von 6 Seite 4 erfolgt der bauliche Beginn der Maßnahme frühestens nach Genehmigung des Haushalts 2023/2024. Vergabeart öffentlich offen (EU) 7 aufgeforderte Firmen X beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb Freihändig bzw. Verhandlungsver- gabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der vorgeschriebenen Vergabeart Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto BN-2023-1112 X VOB UVgO VgV Juli – Dezember 2023 160.000 € Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto (konsumtiv) / Finanzposition (investiv) CO-Kontierung (konsum- tiv) / Finanzstelle (investiv) 1.12.01 Gemeindestrassen 785200 5680712013000 Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von Haushaltsresten Mittel ja X nein ja X nein freigegeben X vorgesehen Anlage/n 1 Baumliste Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf (öffentlich) 2 Rüngsdorf Pennenfeld und Muffendorf - nicht wieder bepflanzbar (öffentlich)Seite 4 von 6 Ersatzpflanzung Rüngsdorf, Pennenfeld und Muffendorf Straße: Hausnummer: Baum-ID: Baumart - Deutscher Name: Baumart - Botanischer Name: Albertus-Magnus-Straße 66 42905 Spitz-Ahorn Acer platanoides 'Deborah' An der Kelter schräg gegenüber Nr. 2 41778 Frühe Zier-Kirsche Prunus subhirtella 'Accolade' Basteistraße 79a 43964 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Rotterdam' Basteistraße 62 44285 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Rotterdam' Deutschherrenstraße 124 3611 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Louisa Lady' Deutschherrenstraße 126 3612 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Louisa Lady' Deutschherrenstraße 138 3615 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Louisa Lady' Deutschherrenstraße 160 3593 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Louisa Lady' Gringstraße Ecke Deutschherrenstraße 41162 Japanische Nelken-Kirsche Prunus serrulata 'Kanzan' Gutenbergallee Ecke Rolandstraße 45543 Scharlachkastanie Aesculus carnea 'Briotii' Gutenbergallee 24 45536 Scharlachkastanie Aesculus carnea 'Briotii' Hohle Gasse 62 39492 Zier-Kirsche Prunus incisa 'Umineko' Konstantinstraße 117 45770 Hainbuche Carpinus betulus Konstantinstraße 78 45203 Hainbuche Carpinus betulus Mainzer Straße Höhe Bushaltestelle Deichmanns Aue 68509 Ahornblättrige Platane Platanus x hispanica Mainzer Straße 46254 Ahornblättrige Platane Platanus x hispanica Mainzer Straße 46466 Ahornblättrige Platane Platanus x hispanica Mainzer Straße keine ID - NEU Ahornblättrige Platane Platanus x hispanica Rheinstraße 19 44504 Kugel-Ahorn Acer platanoides 'Globosum' Rheinstraße 21 44564 Kugel-Ahorn Acer platanoides 'Globosum' Rüngsdorfer Straße 22 42572 Winter-Linde Tilia cordata 'Greenspire' Sedanstraße Ecke Ubierstraße 43881 Schein-Akazie Robinia pseudoacacia Seufertstraße Richtung Kapellenweg 44075 Amerikanische Roteiche Quercus rubra Telemannstraße 35 43786 Hainbuche Carpinus betulus Theodor-Heuss Straße 4 41354 Amberbaum Liquidambar styraciflua 'Worplesdon' Theodor-Heuss Straße Höhe Spielplatz 40629 Sand-Birke Betula pendula Von Groote Platz 8 40900 Winter-Linde Tilia cordata 'Greenspire' Wielandstraße 14 43538 Blumen-Esche Fraxinus ornus 'Louisa Lady' Mittelstreifen zwischen Erdbeerfeld und AustraßeSeite 5 von 6 Seite 6 von 6
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