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230553 · Mitteilungsvorlage

Forum Exilkultur Bonn - Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Windeckbunker

Nummer
230553
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
29.03.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Rates 19.06.2023 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.05.2023 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Unterausschusses Denkmalschutz 01.06.2023 Kenntnisnahme
  4. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 18.04.2023 Kenntnisnahme
  5. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 25.04.2023 Kenntnisnahme
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  1. 230553-01 ST Forum Exilkultur Bonn - Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Windeckbunker

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
230553
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Dezernat IV
Dezernat:
Dez. IV
Forum Exilkultur Bonn - Ergebnisse der
Machbarkeitsstudie zum Windeckbunker
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 18.04.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 25.04.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
17.05.2023 Kenntnisnahme
Unterausschuss Denkmalschutz 01.06.2023 Kenntnisnahme
Rat 13.06.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Der Rat hat in seiner Sitzung am 10. Februar 2022 die Verwaltung beauftragt,
eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die unter Berücksichtigung
denkmalrechtlicher Erfordernisse die erforderlichen baulichen Maßnahmen für
die Nutzbarmachung des Windeckbunkers als künftigen Ausstellungsort für das
Forum Exilkultur eruiert und eine erste Kosten- und Zeitprognose erstellt
(DS 220064).
Forum Exilkultur
Das Forum Exilkultur Bonn versteht sich als Ort der Geschichte, Gegenwart
und Zukunft, der den Diskurs anregt und sich aktiv mit dem Thema
Menschenrechte auseinandersetzt. Mit der Transformation des
Windeckbunkers zum Forum für Exilkultur entsteht mitten in der Stadt ein
besonderer Ort für Erinnerungskultur in Bonn. Dort kann die höchst relevante
Auseinandersetzung mit Emigration und Exil in unserer Gegenwart
vorangetrieben und bewusst gegenübergestellt werden. Wechselnde
Ausstellungen von heute in Deutschland im Exil lebenden Künstler*innen,
schaffen einen Perspektivwechsel, mit dem die Relevanz der Vergangenheit für
die Gegenwart sichtbar werden kann. Menschen mit Flucht- und
Migrationserfahrung sollen aktiv in die Arbeit des Hauses eingebunden werden
und die Möglichkeit bekommen, sich künstlerisch zu entfalten und ihr Werk zu
präsentieren.
Machbarkeitsstudie
Die Verwaltung hat im Mai 2022 das Architekturbüro cheret bozic architekten
bda dwb mit der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie beauftragt und in
Abstimmung mit dem Architekturbüro folgende Fachplanungsbüros beauftragt:
HALFKANN + KIRCHNER PartGmbB, Brandschutz
Horz + Ladewig Ingenieurgesellschaft für Baukonstruktionen mbH,
TragwerksplanungSeite 1 von 4
Seite 2
TRANSSOLAR Energietechnik GmbH, Technische
Gebäudeausstattung/Energiekonzept
Die Machbarkeitsstudie wurde im Laufe der Erarbeitung kontinuierlich mit dem
Sport- und Kulturdezernat abgestimmt, darüber hinaus hat im Oktober 2022
eine Abstimmungsrunde stattgefunden, an der das Planungsamt, die Untere
Denkmalbehörde, das Tiefbauamt, das Amt für Umwelt und Stadtgrün, die
Untere Naturschutzbehörde, das Städtisches Gebäudemanagement, das
Zentrum für Stadtgeschichte und Erinnerungskulturen, das Sport- und
Kulturdezernat, die Architekt*innen und die Fachplaner teilgenommen haben.
Das Architekturbüro cheret bozic architekten bda dwb wird in der Sitzung des
Kulturausschusses am 28. März 2023 die Machbarkeitsstudie vorstellen; sie
kann hier bis Ende des Jahres heruntergeladen werden.
Die wesentlichen Ergebnisse können wie folgt zusammengefasst werden:
Architektonisches Konzept
Ziel ist es, den Bunker als wichtigen historischen Baustein wieder in das
Stadtbild zurückzuholen und ihn in Dialog mit dem unmittelbaren Kontext treten
zu lassen. Um seiner zukünftigen Nutzung als Forum für Exilkultur gerecht zu
werden, soll der Baukörper sowohl programmatisch, als auch durch gezielte
bauliche Eingriffe geöffnet werden. Die besondere Atmosphäre des Bunkers
soll dabei erhalten bleiben. Insbesondere die exponierte Position an der
historischen Bastionsmauer soll für den künftigen Besucher des Forums
erfahrbar werden. Der Windeckbunker verfügt gegenwärtig lediglich über zwei
bauzeitliche Zugänge. Um schwellenlose Übergänge zwischen innen und
außen zu schaffen sind einige wenige, präzise gesetzte Öffnungen in der
Gebäudehülle notwendig. Es bietet sich an, den Bunker in drei unterschiedlich
genutzte Raumbereiche zu untergliedern: die flexiblen, nutzungsoffenen
Bereiche im Erd- und ersten Untergeschoss. Die Sammlung Memoria in den
insgesamt fünf Obergeschossen und die dienenden Räume im zweiten
Untergeschoss. Das bestehende Dach wird begehbar gemacht und bietet sich
als begrünter Rückzugsraum mitten in der Stadt an. Der großzügige
Dachgarten bietet in zentraler Lage Aussicht auf die Bonner Innenstadt und
darüber hinaus Außenflächen für vielfältige Nutzungen. Die Dachfläche wird in
einem Teilbereich mit einer Pergola überdeckt, auf der Photovoltaikelemente
aufgebracht sind.
Der neue Haupteingang erfolgt über die Südseite. Die neugestaltete
Parkanlage dient als grünes Vorfeld. Der außenliegende Aufzugsturm dient der
barrierefreien Erschließung aller Stockwerke und wirkt als Landmarke in den
Stadtraum hinein.
Ausstellungskonzept
Ein konkret ausgearbeitetes Konzept für die künftige Ausstellung war nicht
Gegenstand der Machbarkeitsstudie. Aufgrund der Abhängigkeit zwischen
Raumangebot, baulichen Interventionen und Präsentation der Sammlung
Memoria wird empfohlen, eine*n dafür qualifizierte*n Gestalter*in von Beginn
an in den weiteren Planungsprozess zu integrieren.
Statik
Aus Sicht des Tragwerkplaners sind sämtliche im Entwurf vorgeschlagenen
Öffnungen in statischer Hinsicht verträglich. Um im weiteren Planungsprozess
die Lastannahmen für die bestehenden Decken berechnen zu können, müssenSeite 2 von 4
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Betonuntersuchungen angestellt werden. Dasselbe gilt auch für Wände aus
Beton mit Anforderungen aus dem Brandschutz.
Baulicher Brandschutz
im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde ein Brandschutzkonzept erarbeitet
und im Detail mit der Brandschutzdienststelle abgestimmt. Für den aktuellen
Stand der Planung kann die Umsetzbarkeit des Projektes bescheinigt werden.
Energie- und Technikkonzept
CO2-neutraler Betrieb ist möglich. Der Windeckbunker steht unter
Denkmalschutz. Eine außenseitige Wärmedämmung ist daher nicht möglich.
Außerdem würde die Kunst am Bau von Martin Noel visuell verlorengehen. Als
Grundlage eines nachhaltiges Energie- und Haustechnikkonzepts wurde eine
dynamische Gebäudesimulation durchgeführt, auf deren Basis drei Varianten
für die energetische Ertüchtigung erarbeitet wurden. Die hiervon
Weitestgehende kann dank einer reversiblen Wärmepumpe aus einem
Eisspeicher auf den Anschluss an die Fernwärme verzichten. Der Eisspeicher
regeneriert sich über Photovoltaik als PVT (thermisch hybride Photovoltaik).
Der ehemalige Hochbunker kann mit dieser Technologie energetisch autark
betrieben werden.
Denkmalschutz und Naturschutz
Die konzeptionellen Ansätze der Machbarkeitsstudie wurden der Unteren
Denkmalbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde vorgestellt. Alle
weiteren Planungs- und Realisierungsschritte sind unabhängig davon im
Einzelnen von beiden Behörden zu genehmigen.
Fassadenbegrünung
Die Fassadenbegrünung mit Efeu und Wildem Wein auf drei Seiten des
Windeckbunkers ist ein naturschutzfachlich wertvolles und schützenswertes
Biotop. Es bietet Lebensraum für Vögel und Insekten und hat gerade im
Innenstadtbereich eine hohe Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz. Mit
Erhalt aller Haupttriebe der Begrünung auf der Nord-, Ost- und Südseite des
Gebäudes und dem vollständigen Bewuchs bis zur oberen Mauerkante dient er
weiterhin als Beispiel für Fassadenbegrünung und bleibt als Station „Grüne
Fassaden“ des städtischen Lehrpfads „Artenvielfalt in der Stadt“ erhalten.
Erster Kostenrahmen
Für die Realisierung des Forums Exilkultur im Windeckbunker kann nach
heutigem Kenntnisstand mit folgendem ersten Kostenrahmen gerechnet
werden:
Kostenschätzung Machbarkeitsstudie (DIN 276) CO2-neutrale Variante:
4.183.127,00 € netto 4.977.921,13 € brutto
Ermittelte Kosten für Ausstellungsarchitektur und Leitsystem:
2.466.750,00 € netto 2.935.432,50 € brutto
Zwischensumme 6.649.877,00 € netto 7.913.353,63 € brutto
Risikozuschlag 30% 1.994.963,10 € netto 2.374.006,09 € bruttoSeite 3 von 4
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Gesamt 8.644.840,10 € netto 10.287.359,72 € brutto
Hinweis: Diese Kosten müssen auf den Zeitpunkt der Realisierung indiziert
werden. Hierzu müssen durchschnittliche Baukostensteigerungen von 5% pro
Jahr berücksichtigt werden.
Erste Zeitprognose
Für die bauliche Realisierung wird von den Architekt*innen auf dem aktuellen
Stand der Machbarkeitsstudie ein Zeitraum von 12 bis 14 Monaten
angenommen. Für die Fertigstellung der Ausstellungsarchitektur werden
nachlaufend noch ca. 2 bis 3 Monate benötigt.
Hinzu kommen erforderliche Zeiten für Planungen, Genehmigungen und
Gremienbeschlüsse, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht präzise ermittelt
werden können.
Hinweis: Auf Grund aktuell nicht vorhandener personeller Ressourcen ist eine
Umsetzung dieses Projektes durch das SGB nicht möglich.
Nächste Schritte
Die Verwaltung prüft, ob und in welchem Umfang Fördermittel für die
Realisierung des Forum Exilkultur beantragt werden können.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 21:30 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de