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230469 · Mitteilungsvorlage

Schaf- und Ziegenbeweidung im Bereich des Rauchlochweges im Ennert

Nummer
230469
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
28.02.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Naturschutzbeirates 15.03.2023 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.05.2023 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
230469
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Schaf- und Ziegenbeweidung im Bereich des
Rauchlochweges im Ennert
Beratungsfolge
Naturschutzbeirat 15.03.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
17.05.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Chance7 ist für 2023 eine
Probebeweidung auf Flächen im Naturschutzgebiet „Siebengebirge –
Teilbereich Ennert“ geplant. Die Beweidung befindet sich derzeit in der
Ausschreibung. Mit den im Rhein-Sieg-Kreis vorgesehenen Flächen
ergibt sich eine Gesamtflächengröße von 35,19 Hektar für das
Beweidungsprojekt. Für Bonn sind folgende Flächen ausgeschrieben:
Rauchlochweg, Sportplatz Ennert und Steinbruch Stingenberg (s.
Anlage).
Chance7 ist ein vom Bund gefördertes Naturschutzgroßprojekt.
Bewilligungsbehörde für Fördermittel ist das Bundesamt für Naturschutz.
Die Durchführung des Chance7 Naturschutzgroßprojektes wurde
seinerzeit politisch beschlossen und einvernehmlich abgestimmt. Das
Förderprojekt läuft noch bis 2025.
Gemäß des Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) ist auf den Flächen
eine Ziegenbeweidung zur nachhaltigen Offenhaltung der
wärmebegünstigten Bereiche durchzuführen. Hierbei handelt es sich um
eine Artenschutzmaßnahme für wärmeliebende Arten (z.B.
Schlingnatter). Entwicklungsziel der Flächen sind vor allem „halboffene
Hänge – lichter Mittelwald“. Durch die Beweidung soll der
Bestockungsgrad abgesenkt werden (Überschirmungsgrad ca. 30%) und
überwiegend standortfremde Gehölze (insb. Robinie) entlang der B42
zurückgedrängt werden. Erhalten bleiben sollen vorrangig Elsbeere,
Speierling, Traubeneiche. Steinriegel und Steinhaufen sollen für die
Reptilien freigehalten werden. Im Steinbruch Stingenberg sollen die
Flächen durch die Beweidung entbuscht und die Felsen freigestellt
werden.
Die Flächen befinden sich im Geltungsbereich des LandschaftsplanSeite 1 von 5
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Ennert und hier im Naturschutzgebiet „Ennert – Teilbereich
Siebengebirge“. Die Maßnahme entspricht der Festsetzung 5.4.15
(Entbuschung entsprechend des Biotopmanagementplans) des
rechtskräftigen Landschaftsplans Ennert.
Der ehemalige Sportplatz Oberkassel am Rauchlochweg befindet sich in
städtischem Eigentum, die Flächen nördlich des Rauchlochwegs und im
Steinbruch sind Flächen der Landesforstverwaltung NRW.
Die Flächen sind u.a. für streng geschützte wärmeliebende
Reptilienarten dauerhaft offen zu halten, was aufgrund der Bedingungen
vor Ort nur per Handmahd oder extensiver Beweidung möglich ist. Die
Beweidung von Flächen durch Schafe oder Ziegen bietet die Möglichkeit,
ertragsarme oder schwer zugängliche Standorte naturverträglich zu
pflegen, die biologische Artenvielfalt zu fördern und der Verbrachung und
Verbuschung von Flächen entgegenzuwirken. Durch die extensive
Flächenbewirtschaftung wird die strukturelle Vielfalt erhöht. Neben
unterschiedlichen Vegetationshöhen, können zum Beispiel Trittschäden
der Grasnarbe konkurrenzschwächeren Pflanzenarten neue Standorte
zum Wachsen bieten und durch den Transport von Samen, Sporen und
Insekten kann die Beweidung durch eine Wanderschäferei einen Beitrag
zur Biotopvernetzung leisten.
Das Weidemanagement ist naturschutzfachlich angepasst. Auf den
Flächen ist eine „Stoßbeweidung“ angestrebt, sodass die Flächen von
vielen Tieren über einen kurzen Zeitraum beweidet werden. Sensible
und zu erhaltende Gehölzbereiche werden temporär ausgezäunt.
Pferchflächen (gelbe Flächen in den Übersichtsplänen im Anhang)
dienen der Unterbringung der Tiere bei Nacht. Es werden mobile
Weidezäune genutzt, sodass keine dauerhafte Zaunanlage wie
ursprünglich geplant erforderlich ist. Aufgrund des steinigen Untergrunds
sind ggfls. Punktfundamente für die Stromlitzen erforderlich. Ein
wolfssicherer Zaun ist nicht erforderlich, da zur Herde auch
Herdenschutzhunde gehören, die nachts gemeinsam mit dem Schäfer
auf der Fläche verbleiben.
Ein Beweidungsstart ist für Anfang April 2023 angestrebt. In diesem
Zusammenhang ist ein Pressetermin, sowie begleitende
Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Pro Jahr sollen auf der Fläche zwei
Beweidungsgänge erfolgen.
Im Jahr 2020 wurde die geplante Beweidung dem Naturschutzbeirat
vorgestellt (DS- Nr. 201768). Die Beschlussfassung wurde vertagt, bis
die Probebeweidung abgeschlossen ist. Die Schaf-/Ziegenbeweidung im
Rahmen des Chance7-Projekts wird derzeit öffentlich ausgeschrieben.
Für 2023 ist eine Probebeweidung angestrebt, die über das
Naturschutzprojekt Chance7 finanziert wird. Es ist vorgesehen die
Beweidung auch über den Projektzeitraum von Chance7 hinwegSeite 2 von 5
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durchzuführen – später mit einer Finanzierung z.B. über
Vertragsnaturschutz.
Anlage/n
1 2023_MVL_Beweidung Rauchlochweg_Anhang (öffentlich)Seite 3 von 5
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Datenstand: 02.11.2026, 21:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de