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230009 · Beschlussvorlage

Messeauftritt der Stadt Bonn auf der Immobilienmesse Expo Real 2023 bis 2025

Nummer
230009
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
17.01.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 31.01.2023 Empfehlung
  2. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 01.02.2023 Empfehlung
  3. Sitzung des Rates 09.02.2023 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
230009
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Messeauftritt der Stadt Bonn auf der
Immobilienmesse Expo Real 2023 bis 2025
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
31.01.2023 Empfehlung
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
01.02.2023 Empfehlung
Rat 09.02.2023 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Messeauftritt der Stadt Bonn auf der
Immobilienmesse Expo Real im Jahr 2023 und optional 2024 und 2025
umzusetzen, der in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln (KölnBusiness
Wirtschaftsförderung-GmbH) und dem Region Köln/Bonn e.V. realisiert werden
soll.
2. Die hierfür erforderlichen zusätzlichen finanziellen Mittel von jährlich maximal
70.430,00 € werden im Haushalt 2023/2024 bereitgestellt.
Begründung
Zu 1.: Die Expo Real ist die für den europäischen Markt führende Messe für
Investitionen, Immobilien und Standortpräsentationen. Seit 1998 wird auf dieser
Messe für die Investitionspotentiale in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler
geworben. Seit 2003 erfolgt die Präsentation in einem Gemeinschaftstand mit
der Stadt Köln und dem Region Köln/Bonn e.V., mit drei Teilbereichen (Region
Bonn, Stadt Köln und Region Köln/Bonn).
Mit Beschluss des Ausschusses für Wirtschaft, Digitalisierung und Tourismus
vom 20.12.2022 hat der Rhein-Sieg Kreis entschieden, die bisherige
Kooperation als Region Bonn beim Messeauftritt auf der Expo Real nicht weiter
fortzuführen und stattdessen vor allem aus Kostengründen als Aussteller auf
dem Standbereich des Region Köln/Bonn e.V. aufzutreten. Infolge des
Ausstiegs ist ein Auftritt unter der bisherigen Marke „Region Bonn“ auf der
Messe nicht mehr möglich. Zudem ändern sich mit dem Austritt aus der
Kooperation auch das Kostenmodell, da eine Einnahme wegfällt.
Aus Sicht der Verwaltung ist auch nach dem Austritt des Rhein-Sieg-Kreises
aus der Kooperation eine Teilnahme an der Messe Expo Real mit einemSeite 1 von 5
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eigenständigen Auftritt als Stadt Bonn innerhalb des Gemeinschaftsstandes
dringend geboten. Die Verwaltung bedauert die Entscheidung des Rhein-Sieg-
Kreises. Gleichzeitig birgt ein eigenständiger Auftritt mit dem Absender Stadt
Bonn, gemeinsam mit Mitausstellenden, die Chance einer stärkeren
Profilierung Bonns als Wirtschafts- und Immobilienstandort.
92,8 % aller Beschäftigten Bonns arbeiten im tertiären Sektor und die
Dienstleistungsunternehmen und -einrichtungen (insbes. Bund und
Wissenschaft) mieten zum größten Teil flexibel ihre Büroimmobilien an. Ein
attraktiver und gut funktionierender Büromarkt ist daher eine absolute
Schlüsselstelle der lokalen Wirtschaftspolitik in Bonn. Insgesamt verfügt der
Bonner Büromarkt aktuell mehr als 4 Millionen qm Mietflächen, wobei sich der
Gesamtbestand an Büroflächen auf über 3 700 Objekte verteilt. Bonn verfügt im
Vergleich zu anderen Städten über einen hohen Anteil an Büroflächen über 5
000 qm und hat damit eine ähnliche Größenstruktur wie Standort Düsseldorf.
Aufgrund der regen Bautätigkeit in den vergangenen Jahren verfügt Bonn im
Städtevergleich über einen hohen Anteil an sehr modernen Büroflächen.
Zudem wird der Bonner Büroflächenmarkt von einer kontinuierlich hohen
Vermietungsleistung und geringen Leerständen geprägt. Die geringe
Leerstandsquote führt allerdings dazu, dass vielfach Flächengesuche von
ansiedlungs- oder expansionswilligen Unternehmen und Einrichtungen nicht
leicht bedient werden können, weil eine zu kleine Auswahl verfügbarer
Büroflächen ohne Vorvermietung existiert.
Um die Ziele der Stadt Bonn, bis 2035 klimaneutral zu werden, die
Energieversorgung auf regenerative Energien umzustellen und sich parallel
kontinuierlich zu einer bestmöglich an die Folgen der Klimakrise angepassten
Stadt zu entwickeln, und um den dringend benötigten Wohnraum, sowohl im
Bereich des sozial geförderten als auch des frei finanzierten Wohnens zu
schaffen, spielt die Immobilienwirtschaft ebenfalls eine Schlüsselrolle. Vor
diesem Hintergrund ist ein intensiver Austausch auch mit der
Immobilienbranche unverzichtbar, weil die oben skizzierten Herausforderungen
nur gemeinsam mit der Branche umsetzbar sind.
Eine stetige Wahrnehmung der Attraktivität des Bonner Wirtschaftsstandorts
und eine rege Investitionstätigkeit der Immobilienwirtschaft gilt es daher zu
wecken. Dies ist allerdings kein Selbstläufer. Nach Überzeugung der
Wirtschaftsförderung, und bestätigt durch Einschätzungen durch überregionale
Investoren und Projektentwickler, hat die kontinuierliche Präsens auf dieser
jährlichen Messe die Beurteilung der Stadt als solider und attraktiver Büro- und
Wohnimmobilienmarkt maßgeblich und positiv beeinflusst.
Die Expo Real bietet für den Dialog und Austausch eine einzigartige
Möglichkeit, sowohl für die Stadt Bonn als auch für ihre Mitausstellenden. In der
Mitteilungsvorlage (Ds.-Nr. 222078) vom 22.11.2022 wird die Bedeutung der
Messe mit Blick auf den Messeauftritt 2022 ausführlich dargestellt.
Im Jahr 2022 wurden insgesamt 33 Gesprächstermine bereits im Vorfeld der
Messe vereinbart. In den Jahren zuvor lag die Zahl der Gespräche bei
durchschnittlich 25. Lediglich im Pandemiejahr 2021, als die Messe eine
deutlich geringere Besucherzahl hatte, wurden nur 15 Gespräche im Vorfeld
vereinbart.
Die Kontinuität des Auftritts ist auch für die Mitausstellenden sehr bedeutend,
da die Stadt den Mitausstellenden eine verlässliche Plattform bietet und damit
der Stadt gleichzeitig auch die notwendigen Einnahmen zur Refinanzierung desSeite 2 von 5
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Messeauftritts sichert. Die Einnahmen durch Mitausstellende refinanzieren im
Durchschnitt der letzten Jahre ca. die Hälfte der Standkosten. Schon für das
Jahr 2023 haben einige Mitausstellende wieder ihr Interesse an einer
Teilnahme bekundet. Und das, obwohl das eigentliche Akquiseverfahren erst
im Februar beginnt.
Eine Nichtteilnahme am Messeauftritt hätte auch einen erheblichen
Imageverlust und Schaden für den Immobilienstandort Bonn zur Folge, da zu
befürchten ist, dass die Immobilienbranche Bonn nicht mehr adäquat
wahrnehmen würde.
Zu 2.:
Gesamtfinanzierung des Messestands Region Bonn und Folgen des
Ausstiegs des Rhein-Sieg-Kreises
Die Differenz aus Ausgaben und Einnahmen bilden die Gesamtkosten, den die
3 Gebietskörperschaften als Verlustausgleich für den Messeauftritt tragen.
Diese Gesamtkosten wurden bislang nach folgendem Schlüssel verteilt. Die
Stadt Bonn trug dabei bisher 50 %, der Rhein-Sieg Kreis 37 % und der Kreis
Ahrweiler 13 % der Kosten.
Für Bonn ergaben sich für beispielhaft für 2022 Kosten in Höhe von 56.839,73
€. Im aktuell geplanten Haushalt sind folgende Ansätze bisher angemeldet.
Kosten des Messeauftritts Haushaltsansätze
innerhalb der Kooperation 2023 2024 2025
56.839,73 € 77.563,92 € 78.922,92 € 80.296,82 €
Der Wegfall des 37-%igen Anteils des Rhein-Sieg-Kreises (= 42.061,40 €)
verursacht bei Berücksichtigung von erwarteten Kostensteigerungen im
Messebusiness (Standgebühren und Messebau) einen jährlichen Mehrbedarf
zwischen 21.337,- € (Best-Case) und maximal 70.434,- € (Worst-Case). Die
Mittel müssten im Haushalt nachgemeldet werden. Eine finanzielle Beteiligung
des Kreises Ahrweiler als Mitaussteller in der bestehenden Höhe von ca.
15.000 € ist nach letztem Informationsstand weiterhin vorgesehen. Eine
Kostenübersicht mit Erläuterung des Best-Case und des Worst-Case-Szenarios
ist als Anlage beigefügt.
Weitere verfahrenstechnische Schritte bei der europaweiten
Ausschreibung des Messebaus
Durch die kurzfristig erfolgte Entscheidung des Rhein-Sieg-Kreises zum
Ausstieg aus der Kooperation vom 12.12.2022 wurden zeitnahe
Entscheidungen in Bezug auf den Prozess der europaweiten Ausschreibung
notwendig.
Eine zeitliche Verschiebung des Verfahrens ist aufgrund einzuhaltender
gesetzlicher Fristen bei der Ausschreibung, des notwendigen Vorlaufs zur
Konzeptionierung und Umsetzung des Messestands und nicht zuletzt wegen
der zwingend einzuhaltenden Anmeldefristen bei der Messe München nicht
möglich.Seite 3 von 5
Seite 4
Die Zeitplanung des Ausschreibungsverfahrens wurde mit Hilfe einer
anwaltlichen Beratung von der KölnBusiness GmbH ausgearbeitet.
Wichtige Eckpunkte der Zeitplanung sind im Folgenden genannt:
• Absendung und Veröffentlichung der europaweiten
Auftragsbekanntmachung mit der Aufforderung an interessierte
Unternehmen zur Abgabe von Teilnahmeanträgen – Mitte Januar 2023
• Zuschlagserteilung – Mai 2023
• verbindliche Buchung der Standflächen bei der Messe München im Mai
2023
Da die Kooperationsvereinbarung mit der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-
GmbH eine Ausstiegsmöglichkeit auch nach dem Beginn des
Ausschreibungsverfahrens enthält, beabsichtigt die Verwaltung zur Wahrung
der Teilnahmemöglichkeit den Einleitungsbeschluss als
Dringlichkeitsentscheidung auf den Weg zu bringen (Ds.-Nr. 222455), bevor die
Grundsatzentscheidung über die neue Konstellation im Rat am 09.02. getroffen
wird.
Die Maßnahme entspricht den Regelungen des § 82 GO NRW zur vorläufigen
Haushaltsführung.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.15.01 Wirtschaft und Tourismus 1.03.00.15.01.03 Wirtschaftsförderung BgA
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
70.430 € p.a. 103001501/72.1000 2023: 70.430 €
2024: 70.430 €
2025: 70.430 €
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
Anlage/n
1 Tabelle_Preissteigerung EXPO REAL (öffentlich)Seite 4 von 5
2022 2023 (Best Case) 15 % Annahmen 2023 (Worst Case) 35 % Annahmen
Ist Plan Plan
Ausgaben insgesamt (Messebau und
Anmietung
Messeflächen)
235.995,01 € 268.261,31 €
Kostensteigerung von 15 % bei
Messebau und
Standmiete/Servicegebühren
der Messe München. Catering
ist nicht mehr Bestandteil der
Ausschreibung zum Messebau
und beherbergt
Einsparpotenziale, daher keine
Kostensteigerung für Catering
ggü. 2022 anzunehmen.
312.219,94 €
Kostensteigerung von 35 % bei
Messebau und
Standmiete/Servicegebühren
der Messe München. Catering
ist nicht mehr Bestandteil der
Ausschreibung zum Messebau
und beherbergt
Einsparpotenziale, daher keine
Kostensteigerung für Catering
ggü. 2022 anzunehmen.
Einnahmen durch Mitausstellende 79.522,00 € 120.710,30 €
Gestiegene Einnahmen durch
einen zusätzlichen
Mitaussteller verglichen mit
2022: 6 Stelenpartner, 6
Logopartner. Komplette
Weitergabe der
Kostensteigerung von 15 % an
Mitausstellende, somit 15 %
Preiserhöhung. Kreis Ahrweiler
ist beteiligt.
106.450,30 €
Gleiche Anzahl Mitausstellender
wie 2022: 5 Stelenpartner, 6
Logopartner. Preissteigerung
von 15 % ggü. 2022 für die
Mitausstellenden. Kreis
Ahrweiler ist beteiligt.
Einnahmen durch Gemeinschaftskosten 42.793,55 € 48.649,71 €
Erhöhung der Einnahmen aus
Gemeinschaftskosten um 15 %
entsprechend der
Kostensteigerung.
57.771,29 €
Erhöhung der Einnahmen aus
Gemeinschaftskosten um 35 %
entsprechend der
Kostensteigerung.
Saldo 113.679,46 € 98.901,30 € 147.998,35 €
Bonn 56.839,73 € 98.901,30 € 147.998,35 €
RSK 42.061,40 €
AW 14.778,33 €
Haushaltsansatz 77.563,92 € 77.563,92 € 77.563,92 €
Finanzieller Mehraufwand 21.337,38 € 70.434,43 €
Hinweise zur Kalkulation der Kostensteigerungen: Durch den fixen Kostenanteil der Cateringkosten in beiden Szenarien 2023 und die Gemeinkostenanteile bei den Einnahmen und Ausgaben
sind diese nicht unmittelbar anhand der Prozentangaben miteinander vergleichbar.Seite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 06:01 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de