222489-02 AA · Änderungsantrag
Grüne/SPD/u.w.-AA: Masterplan 2.0 Uni trifft City - Grundsatzbeschluss zur Querschnittsaufteilung Antrag zur Vorlage 222489
Kerndaten
- Nummer
- 222489-02 AA
- Art
- Änderungsantrag
- Veröffentlicht
- 31.01.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Übergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (6.891 Zeichen)
Änderungsantrag öffentlich 222489-02 AA Antragsteller/in: Grüne Bezirksfraktion Bonn Rolf Beu SPD Bezirksfraktion Bonn Sabrina Lipprandt Hanno von Raußendorf 31.01.2023 gez. Reeh-Schall Grüne/SPD/u.w.-AA: Masterplan 2.0 Uni trifft City - Grundsatzbeschluss zur Querschnittsaufteilung Antrag zur Vorlage 222489 Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 31.01.2023 Anhörung Inhalt des Änderungsantrags Die Verwaltung wird gebeten, die Ausführungsplanung unter den folgenden Maßgaben zu erstellen: 1. Es wird eine ebene Fläche geschaffen, die keine Barrieren und Kanten enthält. Wo notwendig, werden bodengleiche taktile Leitsysteme vorgesehen (bspw. für sehbehinderte Menschen). 2. Der städtebauliche Aspekt und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität nehmen bei der Planung wesentliche Rollen ein. Eine größtmögliche Anzahl an Baumpflanzungen ist vorzusehen. Ziel soll ein möglichst geschlossenes Kronendach sein. 3. Es wird insgesamt ein homogenes Gesamtbild umgesetzt. Die einzelnen Verkehrsflächen (motorisierter Verkehr, Radverkehr, Fußgängerbereich) können mit unterschiedlichen Oberflächen gestaltet werden, sie bleiben jedoch farblich aufeinander abgestimmt (angelehnt an die Koblenzer Straße in der Innenstadt von Bad Godesberg). Auf gesondert gestaltete weitere Flächen (bspw. farblich/materiell abgehobene Multifunktionsflächen) soll verzichtet werden. 4. Es wird eine Geschwindigkeitsreduzierung des motorisierten Verkehrs umgesetzt, die dem Radverkehr zuträglich ist und die objektive Sicherheit sowie das Sicherheitsempfinden fördert. Zur Durchsetzung der Geschwindigkeitsreduzierung sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. 5. Sobald wie möglich/mittelfristig, wird das Liniennetz der Busse mit dem Ziel geändert, die Achse Rathausgasse/Am Hof/Am Neutor stark zu entlasten. Die Umplanung einzelner Linien kann beispielsweise durch eine alternative Führung zum Hauptbahnhof oder durch eine Umwandlung zu Tangentiallinien umgesetzt werden. 6. Das Ziel ist ein sicherer „shared space“ aller verbliebenen Verkehrsteilnehmer*innen. 7. Über die Ergebnisse der unter diesen Maßgaben fortschreitenden Planung werden die politischen Gremien noch im Jahr 2023 unterrichtet.Seite 1 von 3 Seite 2 Begründung Wie die Verwaltungsvorlage treffend darstellt, unterliegt der Straßenzug Wesselstraße/ Am Hof/ Rathausgasse einem vielfältigen Nutzungs- und Anforderungsprofil und ist zentral für die Innenstadt des Stadtbezirks Bonn. Das Ziel, diesen bedeutenden Straßenzug im Rahmen des Masterplans Innere Stadt Bonn 2.0 aufzuwerten, befürwortet die Koalition ausdrücklich. Die Universität und die Stadt sollen näher zusammenrücken und ein verbindender Raum geschaffen werden. Gleichzeitig liegen dabei wesentliche Zielkonflikte auf der Hand: Die Förderung der Aufenthaltsqualität und des Fußverkehrs auf der einen und der Ausbau des Radverkehrsnetzes und des ÖPNVs auf der anderen Seite. Hinzukommend besteht das Ziel, Stockenstraße, Am Hof, Wesselstraße (und weitere) langfristig in die bestehende Fußgängerzone der Innenstadt zu integrieren. Das Kurfürstliche Schloss (das heutige Universitäts-Hauptgebäude) und der Hofgarten sollen mit der engeren Innenstadt verbunden werden, statt sie durch eine Straßenachse zu trennen. Dies gibt zumindest indirekt auch der Projekttitel „Uni trifft City“ wieder. Im Rahmen der weiteren Ausführungsplanung soll dieses Ziel im wahrsten Sinne des Wortes nicht verbaut werden. Eine geförderte Neubauplanung rein verkehrlich fixierter Straßen würde wegen der Bindungsfrist der Fördergelder die Gefahr beinhalten, dass eine entsprechende Weiterentwicklung für Jahrzehnte blockiert würde. Nichts desto trotz muss die zukünftige Umgestaltung den derzeit existierenden (verkehrlichen) Anforderungen gerecht werden. Neben den Interessen der Fußgänger*innen, die vorrangig betrachtet werden sollen, muss insbesondere der Tatsache Rechnung getragen werden, dass hier eine Hauptverkehrsroute für Radfahrer*innen besteht, die weiter gefördert werden soll. Deshalb soll eine dem Radverkehr zuträgliche Geschwindigkeitsreduzierung vorgenommen werden. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) soll reduziert und die Strecke langfristig vom motorisierten Verkehr entlastet werden. Für Lieferverkehr könnten die Regeln der Fußgängerzone greifen. Für den Busverkehr wäre es auch im Hinblick auf eine verbesserte Erschließungsfunktion sinnvoll, diese nicht nur über einen einzigen Linienweg zu führen. Des Weiteren ist anzustreben, dass die Markt-Tiefgarage für die Nutzung als Fahrradabstellanlage geöffnet wird und Abstellmöglichkeiten in großer Zahl geschaffen werden. Denkbar wäre auch die komplette Umwidmung zum Fahrradparkaus und/oder eine geänderte Ein- und Ausfahrtsituation, die die Erreichbarkeit optimiert und die Befahrung von Am Hof und Am Neutor durch den MIV erübrigt. Als städtebauliches Ziel verfolgen wir eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Begrünung im Sinne von Klimaanpassungsmaßnahmen. Dies gilt insbesondere, aber nicht nur für den Bischofsplatz, der erstmalig auch als Platz gestaltet werden soll. Die bisher ins Auge gefassten Kanten, die das Risiko von stolpernden und stürzenden Fußgänger*innen beinhalten und die insbesondere die nicht erwünschte Trennwirkung hervorrufen sind nicht vorzusehen. Es istSeite 2 von 3 Seite 3 ein möglichst einheitliches, nicht zu gegliedertes Erscheinungsbild vorzusehen. Vorbildhaft kann hier auf die Koblenzer Straße in der Innenstadt des Stadtbezirks Bad Godesberg verwiesen werden. Um die Interessen von behinderten oder beeinträchtigten Personen zu berücksichtigen, sind entsprechende Verbände/Vertretungen in die Planung mit einzubeziehen. Durch neue Baumstandorte und ein möglichst geschlossenes Kronendach wird in Hitzesommern Schatten gespendet und eine klimaregulierende Wirkung erzeugt. Dafür sollen alle denkbaren Varianten, technischen Hilfsmittel und Finanzierungsmöglichkeiten durch Zuschüsse geprüft werden. Insbesondere gilt dies auch für die Anordnung einer Baumreihe auf und nicht nur am Rand der zu planenden Fläche. Da die Umsetzung des Projektes „Uni trifft City“ im geteilten Interesse von Stadt und Universität steht und sich voraussichtlich mit der Sanierung des Universitäts-Hauptgebäudes überschneiden wird, soll die zukünftige Umgestaltung in enger Absprache mit der Universität geschehen. Abschließend: Da davon ausgegangen werden kann, dass eine Überarbeitung des innerstädtischen Busnetzes genauso wenig kurzfristig umgesetzt werden kann, wie die Optimierung der baulichen Ausfahrtsituation der Markt- Tiefgarage, um die Verkehrsmenge zeitnah erheblich zu reduzieren, muss aktuell für das Masterplanprojekt „Uni trifft City“ und die dort in Rede stehenden Straßen eine Lösung gewählt werden, die die Erreichung des gewünschten Zielzustandes nicht verbaut. Deshalb sprechen wir uns für die Lösung eines barrierefreien Raums im Sinne eines „shared space“ aus. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 21:35 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de