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222472 · Beschlussvorlage

Bürger*innenbeteiligung zum Parkraumkonzept Südstadt

Nummer
222472
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
10.01.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 31.01.2023 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 26.01.2023 Empfehlung
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Beschlussvorlage
öffentlich
222472
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Bürger*innenbeteiligung zum Parkraumkonzept
Südstadt
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 26.01.2023 Empfehlung
Bezirksvertretung Bonn 31.01.2023 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Parkraumuntersuchung für das Untersuchungsgebiet „Südstadt“ des
Ingenieurbüros Runge IVP wird der Öffentlichkeit im Rahmen einer
Informationsveranstaltung mit sich anschließender Beteiligungsmöglichkeit
vorgestellt.
Begründung
Die Verwaltung wurde aufbauend auf dem Beschluss zur Vergabe eines
Ingenieurauftrages zur Erstellung eines Parkraum- / Mobilitätskonzeptes für ein
Gebiet in der Weststadt / Poppelsdorf (sh. DS 1611378NV&, nicht öffentlich)
damit beauftragt, eine entsprechende Untersuchung ergänzend auch für ein
Gebiet in der Bonner Südstadt durchzuführen.
Die Verwaltung beauftragte daraufhin, analog zum Untersuchungsgebiet
Weststadt sowie vorlaufend am Venusberg, das Planungsbüro Runge IVP aus
Düsseldorf mit den erforderlichen Parkraumuntersuchungen.
Das untersuchte Gebiet ist nicht deckungsgleich mit dem Stadtteil Südstadt,
sondern umfasst nur den südwestlich der Bahntrasse gelegenen Teil. Das
Untersuchungsgebiet wird durch die Reuterstraße im Süden, den Botanischen
Garten und die Poppelsdorfer Allee im Westen sowie die Bahntrasse im
Nordosten begrenzt. Das Gebiet umfasst dabei eine Fläche von ca. 0,8 km².
Die Südstadt grenzt an die Bonner Innenstadt und zeichnet sich durch eine
dichte, überwiegend gründerzeitliche Bebauungsstruktur sowie eine hohe
Bevölkerungsdichte aus. Darüber hinaus prägen jedoch auch der Bonner
Talweg als zentrale Achse und Stadtteilzentrum mit vielen Geschäften und
Restaurants sowie einige große Arbeitsgeber (Deutsche Telekom,
Fermeldeamt und ITENOS) im Süden das Untersuchungsgebiet.
Die Bestandserhebungen wurden im Herbst 2020 durchgeführt. Zudem fandenSeite 1 von 128
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am 22. und 24. September 2020 ganztägige Analysen der Parkraumnachfrage
statt. Neben der Belegung der Parkstände wurden dabei auch die
Nutzergruppen, die den Parkraum nachfragen, erfasst und in ihrem Verhalten
analysiert. Zum Erhebungszeitraum galt zwar eine Corona-Schutzverordnung in
NRW, allerdings bestanden Einschränkungen vornehmlich für
Großveranstaltungen und private Feiern. Einzelhandel und Gastronomie waren,
wenn auch unter Auflagen, geöffnet. Das Mobilitätsverhalten war im September
2020 nur in geringem Maße beeinflusst, sodass die Ergebnisse grundsätzlich
repräsentativ sind.
In der Südstadt standen zum Erhebungszeitraum ca. 1.850 Parkstände auf
öffentlichen Verkehrsflächen zur Verfügung sowie ca. 850 öffentlich
zugängliche Stellplätze. Überdies wurden ca. 950 private Stellplätze ermittelt.
Dem gegenüber stehen ca. 2.900 zugelassene Fahrzeuge. Der private
Kraftfahrzeugbestand liegt bei einem vergleichsweise niedrigen Wert von 360
PKW / 1.000 Einwohner (Durchschnitt Stadt Bonn 2020: 532 PKW / 1.000
Einwohner). Aufgrund der geringen Anzahl von privaten Stellplätzen ergibt sich
allerdings insgesamt ein Stellplatzdefizit.
Zum Erhebungszeitpunkt waren ca. 65 % der vorhandenen, öffentlichen
Stellplätze bereits bewirtschaftet. Dabei ist zwischen einer Bewirtschaftung
mittels Parkscheibenregelung (ca. 8 %), gebührenpflichtigen Stellplätze (ca. 4
%), einer Bewohnerparkbevorrechtigung in den Nachtzeiten (ca. 33 %) sowie
einer ganztägigen Bewohnerparkregelung (ca. 21 %) zu differenzieren.
Der Untersuchungsraum wurde entsprechend der Struktur und der örtlichen
Zusammenhänge in 5 Verkehrszellen untergliedert. In allen Teilbereichen
wurde zunächst die tatsächlich vorhandene Anzahl an legalen Parkständen im
öffentlichen Straßenraum erfasst. Die Parkraumerhebungen fanden in der
Nachtzeit zwischen 2:00 und 4:00 Uhr und dann stündlich von 6:00 – 20:00 Uhr
statt. Aufgrund der engmaschigen Erfassung in den Straßenzügen kann das
Parkverhalten (Parkdauer, Umschlag, etc.) relativ gut nachvollzogen bzw.
analysiert werden und mit Hilfe der Standzeiten der Fahrzeuge und der
jeweiligen An- und Abfahrtszeiten einer bestimmten Nutzergruppe zugeordnet
werden. Fahrzeuge, die über die gesamte Nacht im Straßenraum stehen,
können z.B. „Bewohner*innen“ zugeordnet werden. Fahrzeuge, die tagsüber
den Straßenraum länger belegen (z.B. zwischen 8:00 – 16:00 Uhr), deuten auf
die Nutzergruppe „Beschäftigte“ hin. Fahrzeuge mit kürzeren Standzeiten – für
rund ein bis drei Stunden – können als „Besucher*innen“ eingestuft werden.
Innerhalb der Erhebungen wurden so in den jeweiligen Teilbereichen die
Gesamtauslastung zu den verschiedenen Uhrzeiten und der Anteil der
einzelnen Nutzergruppen (Bewohner*innen, Beschäftigte und Besucher*innen)
ermittelt.
Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist nicht nur die Ordnung des Verkehrs und
die Reduzierung von Behinderungen und illegaler Inanspruchnahme
öffentlicher Flächen, sondern in einem integrierten Parkraumkonzept erfolgt
auch eine Beschränkung sowie räumliche und zeitliche Zuordnung des
Parkraumangebots nach Verkehrszwecken und Nutzergruppen.
Ausgehend von den in der Analyse aufgezeigten Defiziten und den derzeitigen
Verhältnissen im ruhenden Verkehr im Untersuchungsgebiet Südstadt wurdeSeite 2 von 128
Seite 3
ein Parkraumkonzept mit einem veränderten Parkraumangebot sowie einer
konsequenten Bewirtschaftung im Untersuchungsgebiet erarbeitet. Die
wesentlichen Aspekte des Konzeptes sind:
- Vereinheitlichung der Parkregelungen,
- Sicherung des Bewohnerparkens durch die Einführung von
Bewohnerparkregelungen mit der Anwendung des Mischprinzips,
- Verdrängung eines Großteils der Nutzergruppe der Beschäftigten auf
private (in der Regel vorhandenen) Stellplatzanlagen,
- Wiedergewinnung von Verkehrsflächen für Fußgänger sowie von
Aufenthaltsflächen durch eine Reduktion des Parkraumangebotes
- Integration alternativer Mobilitätsangebote (Fahrradabstellanlagen, E-
Ladestationen, Carsharing, etc.)
- Erhöhung der Verkehrssicherheit
Die Bestandsaufnahme des derzeitigen Parkraumangebotes zeigt, dass sowohl
Bewohner*innen als auch Besucher*innen und Kunden*innen der Geschäfte
teils erhebliche Probleme haben, einen freien Parkstand in der Nähe ihres Ziels
zu finden. Vor allem am Nachmittag, wenn die Anwohnenden nach Hause
zurückkehren, kommt es häufig zu Konfliktsituationen. Insbesondere für die
Bewohner*innen des Untersuchungsgebietes ist festzustellen, dass ein
grundsätzlicher Mangel an Parkraum besteht. Allerdings zeigt die Analyse
auch, dass kein großes Verlagerungspotential von parkenden Kfz in den
privaten Bereich besteht. Vor allem in den gründerzeitlich geprägten
Bereichen sind kaum Stellplätze oder private Garagen vorhanden. Tiefgaragen
sind meist nur bei Neubauten vorhanden.
Daher wird abschließend eine vollständige Bewirtschaftung der
vorhandenen, öffentlichen Stellplätze mit Bewohnerparkregelung
empfohlen. Aufgrund der sehr guten ÖPNV-Anbindung innerhalb des Quartiers
können in Verbindung mit Maßnahmen des betrieblichen
Mobilitätsmanagements Umstiegseffekte bei der Nutzergruppe der
Beschäftigten erreicht und Konflikte zwischen Anwohnenden und Beschäftigten
minimiert werden.
Auf Basis der Untersuchungsergebnisse zur Parkraumerhebung in der
Südstadt soll eine digitale Informationsveranstaltung für alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger stattfinden, in der die Ergebnisse sowie die
Planungsziele durch das Gutachterbüro und die Verwaltung präsentiert und
erläutert werden. Im Anschluss können die Teilnehmenden Fragen stellen und
Anregungen für die weitere Konzepterstellung geben. Darüber hinaus besteht
im Nachgang zur Informationsveranstaltung für 14 Tage die Möglichkeit
Anregungen über das städtische Beteiligungsportal „Bonn-macht-mit“
einzureichen, die im weiteren Planverfahren berücksichtigt werden können.
Die Informationsveranstaltung wird noch im 1. Quartal 2023 stattfinden.
Das geplante Verfahren hat sich bei diversen Projekten innerhalb der letzten 12
Monate, u.a. auch beim Parkraumkonzept Nordstadt bzw. beim
Masterplanprojekt Kölnstraße, bewährt.Seite 3 von 128
Seite 4
Anlage/n
1 IVP_Parkraumuntersuchung Südstadt (öffentlich)Seite 4 von 128
Runge IVP
Ingenieurbüro für
integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung
Bonn-Südstadt
Februar 2022Seite 5 von 128
Parkraumuntersuchung
Bonn-Südstadt
Februar 2022
Bearbeitung:
M. Sc. Julia Eberts
B. Sc. Katrin Müller
Dipl.-Ing. Hans-Rainer Runge
Runge IVP
Ingenieurbüro für
Integrierte Verkehrsplanung
Düsseldorfer Straße 132
D-40545 Düsseldorf
Tel. 0211-553350
Fax 0211-553558
Mail info@runge-ivp.de
www.runge-ivp.deSeite 6 von 128
I N H A L T
1 Allgemeines 1
2 Struktur des Untersuchungsgebietes 4
3 Parkraumangebot 7
3.1 Öffentliches Parkstandangebot 10
3.2 Privates Stellplatzangebot 10
3.3 Zeitliche Verteilung des Verkehrsaufkommens 9
4 Parkraumnachfrage 16
4.1 Parkraumnachfrageerhebung 17
4.2 Parkraumnachfrage am 22. und 24.09.2020 17
4.3 Parkraumnachfrage im Tagesverlauf 19
5 Parkraumbilanzen 21
5.1 Parkverhalten der Nutzergruppen 22
5.2 Parkraumbilanz Gesamtgebiet 23
5.3 Parkraumbilanz für einzelne Bereiche 26
5.3.1 Verkehrszelle 1, Prinz-Albert-Straße 26
5.3.2 Verkehrszelle 2, Bonner Talweg Nord 28
5.3.3 Bonner Talweg (Königstraße - Weberstraße) 29
5.3.4 Verkehrszelle 3, Venusbergweg 31
5.3.5 Verkehrszelle 4, Bonner Talweg Süd 32
5.3.6 Verkehrszelle 5, Schumannstraße 33
5.4 Parksuchverkehr 35
6 Ziele und Empfehlungen für ein Parkraumkonzept 38
6.1 Ziele und Strategien eines Parkraumkonzeptes 39
6.2 Anpassung der Parkraumbewirtschaftung 41
6.3 Bewirtschaftung und Gebührenhöhe 44
6.4 Überprüfung Parkraumangebot 44
6.5 Parkraumüberwachung 45
6.6 Evaluierung 45
ANLAGEN
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte VerkehrsplanungSeite 7 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 1
1 AllgemeinesSeite 8 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 2
1 Allgemeines
1.1 Aufgabenstellung
Die Südstadt liegt am Rand der Bonner Innenstadt und zeichnet sich durch
eine dichte Bebauungsstruktur, überwiegend aus der Gründerzeit, und ei-
ne hohe Bevölkerungsdichte aus. Die Bewohner klagen über einen hohen
Parkdruck in den Straßenräumen und einen starken Parksuchverkehr.
Auch im Geschäftsbereich am Bonner Talweg klagen die Einzelhändler
und Dienstleister über einen Mangel an Parkplätzen. Teilweise ist der
Parkraum bewirtschaftet.
Um Kenntnisse über die Parkraumnutzung in der Bonner Südstadt zu er-
langen, wurde im Herbst 2020 eine Parkraumuntersuchung durchgeführt.
Dabei wurde das Parkraumangebot der öffentlichen Parkstände und der
privaten Stellplätze nach Anzahl und Bewirtschaftungsform erhoben. Au-
ßerdem fanden am 22. und 24. September 2020 ganztägige Analysen der
Parkraumnachfrage statt. Neben der Belegung der Parkstände, wurden
dabei auch die Nutzergruppen, die den Parkraum nachfragen, erfasst und
in ihrem Verhalten analysiert.
Auf Grundlage der erstellen Parkraumbilanzen werden Empfehlungen zu
einer Überarbeitung der Parkraumbewirtschaftung erarbeitet.
Das Untersuchungsgebiet wird durch die Reuterstraße im Süden, den Bo-
tanischen Garten und die Poppelsdorfer Allee im Westen und die Bahn-
trasse im Nordosten begrenzt (siehe Bild 1). Das Gebiet ist rund 0,8 km²
groß.
Zum Zeitpunkt der Erhebungen bestand in Deutschland die Covid 19-
Pandemie und es galt eine Corona-Schutzverordnung in NRW. Einschrän-
kungen bestanden insbesondere für Großveranstaltungen und private Fei-
ern. Supermärkte, Einzelhandel und Gastronomie waren unter Auflagen
geöffnet. Das Mobilitätsverhalten war im September 2020 nur in geringem
Maße beeinflusst, sodass die Ergebnisse weitgehend repräsentativ sind.
Venusberg
Kessenich
Poppelsdorf
Dottendorf
Lengsdorf
Ippendorf
Endenich
Weststadt
Südstadt
Bonn
Bild 1: Lage Untersuchungsgebiet Bonn SüdstadtSeite 9 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 3
Parkraumbilanz: Ergebnis der Gegenüberstellung von Park-
raumangebot und Parkraumbedarf aller
Nutzergruppen.
Parkraumbedarf: Parkraumnachfrage, die in Abhängigkeit
von planerischen Zielvorstellungen und
Randbedingungen aus der Verkehrsinfra-
struktur ( z.B. ÖPNV-Erschließung) ge-
deckt werden soll und kann.
Parkraummanagement: Organisation des Parkierungsbetriebes so
wie Festlegung von Parkstandarten und
mengenmäßiger Zusammensetzung.
1.2 Begriffe
Zum besseren Verständnis ist es erforderlich, die im Folgenden verwende-
ten Begriffe zu definieren:
Parkraum: Gesamtheit der öffentlichen Parkstände
und privaten Stellplätze.
Parkstand: Abstellmöglichkeit für Kfz im öffentlichen
Bereich (öffentlicher Straßenraum, öffent-
lich zugängliche Parkierungsanlagen).
Stellplatz: Abstellmöglichkeit für Pkw auf privatem Grund.
Parkraumnachfrage: Nachfrage nach Parkraum zum Zeitpunkt
der Erhebung unter den gegebenen Rahmen-
bedingungen (Attraktivität des Gebietes;
Parkraumverfügbarkeit).Seite 10 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 4
2 Struktur des
UntersuchungsgebietesSeite 11 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 5
Das hier untersuchte Gebiet ist nicht zu 100 % deckungsgleich mit dem
Stadtteil Südstadt und umfasst rund 8.100 Einwohner. Es sind etwa 2.900
Kfz im Untersuchungsgebiet angemeldet. Der private Kraftfahrzeugbe-
stand in diesem Bereich liegt bei 361 Pkw/1.000 Einwohner und ist somit
vergleichsweise niedrig (Durchschnitt Stadt Bonn 2020: 532 Pkw/1.000
Einwohner).
Das Bild 2 auf der folgenden Seite zeigt die Nutzungsverteilung im Unter-
suchungsgebiet der Bonner Südstadt.
2 Struktur des Untersuchungsgebietes
Die Bonner Südstadt liegt südlich der Bonner Innenstand und des Haupt-
bahnhofes und ist sehr zentral gelegen. Der überwiegende Teil ist durch
Wohnnutzung geprägt. Es handelt sich um ein Gründerzeit-viertel, das von
rund 10.000 Einwohnern bewohnt wird. Der hohen Baudichte stehen stark
durchgrünte Innenhöfe und Straßen mit Alleenbepflanzung gegenüber.
Auch die vielen Restaurants und Geschäfte tragen zu einem hohen Wohn-
wert für Familien und Studenten der nahen Universität bei.
Das hier zu untersuchende Gebiet umfasst nur den südwestlich der
Bahntrasse gelegenen Teil der Südstadt. Im nördlichen Teil des Untersu-
chungsgebietes liegen die zwei Gemeinschaftskrankenhäuser, St. Petrus
und St. Elisabeth. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Clara-
Schumann-Gymnasium mit rund 1.000 Schülerinnen und Schülern und das
Liebfrauen Mädchengymnasium mit rund 550 Schülerinnen.
Annähernd von Norden nach Süden verläuft der Bonner Talweg durch die
Südstadt, eine Geschäftsstraße mit vielen Einzelhandelsgeschäften und
Gastronomiebetrieben. Über den Bonner Talweg verkehren auch die Stra-
ßenbahnlinien 61 und 62. Sie verfügen über keinen eigenen Gleiskörper,
sondern verkehren in der Fahrbahn im Mischverkehr mit den Kfz sowie
den Radfahrern.
Im Süden des Untersuchungsgebietes, zwischen den Straßen Reuterstra-
ße, Bonner Talweg, Ermekeilstraße und Argelanderstraße, sind große Fir-
men wie die Deutsche Telekom, das Fernmeldeamt und ITENOS ansäs-
sig. Auch die seit 2013 nicht mehr militärisch genutzte Ermekeilkaserne
und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind dort zu finden.Seite 12 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 6
Bild 2: Nutzungsstruktur Bonn SüdstadtSeite 13 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 7
3 ParkraumangebotSeite 14 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 8
Das Untersuchungsgebiet wurde entsprechend der Struktur und der örtli-
chen Zusammenhänge in Verkehrszellen aufgeteilt. Das Bild 3 auf der fol-
genden Seite zeigt die Aufteilung des Untersuchungsgebietes.
Zum Erhebungszeitpunkt im Sommer 2020 wurden im Untersuchungsge-
biet 1.855 öffentliche Parkstände und etwa 1.770 private Stellplätze (davon
837 öffentlich zugänglich) ermittelt. Das Parkraumangebot in den einzel-
nen Verkehrszellen ist der folgenden Tabelle 1 zu entnehmen.
Wie bereits erwähnt, sind rund 2.900 private Kfz im Untersuchungsgebiet
zugelassen. Dem gegenüber stehen rund 940 private Stellplätze und rund
1.860 öffentliche Parkstände, sodass rechnerisch ein Stellplatzdefizit für
das Abstellen der Privat-Pkw in Höhe von 100 Abstellplätzen besteht.
3 Parkraumangebot
Das Angebot an öffentlichen Parkständen und privaten Stellplätzen wurde
im Untersuchungsgebiet durch Begehungen im Sommer 2020 erhoben.
Nicht zugängliche private Bereiche wurden über Luftbilder ausgewertet
oder abgeschätzt.
Neben der Anzahl der Parkstände und Stellplätze wurde auch die Art der
Bewirtschaftung (unbe-wirtschaftet, kostenpflichtig, Parkscheibe, Bewoh-
nerparken) erhoben. Die privaten Stellplätze wurden getrennt nach eben-
erdigen Stellplätzen im Straßenraum, auf Parkplätzen oder in Hinterhöfen
ermittelt. Die meisten Garagen und Tiefgaragen konnten nicht eingesehen
werden, sodass das private Stellplatzangebot zahlenmäßig nur geschätzt
werden konnte.
Verkehrszellen öffentliche
Parkstände
private
Stellplätze Summe
1 Prinz-Albert-Str. 276 179 552
2 Bonner Talweg Nord 295 81 534
3 Venusbergweg 371 171 652
4 Bonner Talweg Süd 249 362 1036
5 Schumannstr. 664 143 857
Summe Südstadt 1.855 936 3.628
Anteil 51,2 % 25,8 % 100 %
öffentlich zugängliche
Stellplätze
(Parkhäuser)
0
0
90
350
0
440
12,1 %
öffentlich zugängliche
Stellplätze
(Kunden / Mitarbeiter)
97
155
20
75
50
397
10,9 %
Tabelle 1: Parkraumangebot Bonn SüdstadtSeite 15 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 9
Bild 3: Verkehrszellen Bonn SüdstadtSeite 16 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 10
 Bei 622 Parkständen (33 %) gilt eine Bewohnerparkbevorrechtigung in
den Abend– und Nachtstunden zwischen 16 und 9 Uhr. Dort kann in
dieser Zeit nur mit einem gültigen Bewohnerparkausweis geparkt wer-
den. Zwischen 9 und 16 Uhr sind die Parkstände unbewirtschaftet und
frei nutzbar.
 Für die restlichen 386 Parkstände (21 %) gilt ganztägig die Bewohner-
parkbevorrechtigung
 Im Untersuchungsgebiet wurden 16 Behindertenparkstände festge-
stellt.
Ein Bewohnerparkausweis kann beantragt werden, wenn der Kfz-Halter in
einem Bewohnerparkgebiet mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, dauernd ein
auf sich als Halterin oder Halter zugelassenes Fahrzeug besitzt und keine
Garage oder sonstige Abstellmöglichkeit hat. Die Kosten für einen Bewoh-
nerparkausweis liegen bei 15 € für 6 Monate, 30 € für 12 Monate und 55 €
für 24 Monate.
3.2 Privates Stellplatzangebot
Das private Stellplatzangebot in den Verkehrszellen wurde in Tabelle 1
vereinfacht dargestellt. Das Bild 5 auf Seite 15 schlüsselt auf, wie viele
private Stellplätze je Verkehrszelle im Straßenraum, in Garagen bzw. Hin-
terhöfen, auf ebenerdigen Parkplätzen oder in Parkhäusern und Tiefgara-
gen ermittelt wurden. Hinzuweisen ist auf gewisse Ungenauigkeiten, da für
die Erhebung nicht immer eine Zugänglichkeit in beispielsweise Innenhö-
fen oder Garagen / Tiefgaragen bestand. Auch konnte nicht beurteilt wer-
den, ob Garagenstellplätze tatsächlich als Abstellort für ein Kfz genutzt
wurden oder eine anderweitige Nutzung bestand.
3.1 Öffentliches Parkraumangebot
Das Bild 4 auf Seite 12 zeigt die Anzahl, Verortung und Bewirtschaftungs-
form des ermittelten öffentlichen Parkraumangebotes.
Die darauf folgenden Tabellen 3 und 4 stellen das öffentliche Parkrau-
mangebot tabellarisch dar und differenzieren das aufgezeigte Parkrauman-
gebot für die einzelnen Straßenabschnitte sowie die 5 Verkehrszellen und
machen Angaben zur Art der Bewirtschaftung bzw. vorherrschenden Ein-
schränkungen.
628 der 1.855 öffentlichen Parkstände (34 %) werden nicht bewirtschaftet.
Die restlichen 66 % teilen sich wie folgt auf die unterschiedlichen Bewirt-
schaftungsformen auf:
 148 Parkstände (8 %) sind über eine Parkscheibenregelung nur zeitlich
beschränkt nutzbar. Bei den meisten gilt eine maximale Parkdauer von
2h und die Bewirtschaftung wird auf die Zeit zwischen 8 und 19 Uhr
begrenzt. In der restlichen Zeit sind die Parkstände unbewirtschaftet.
Teilweise ist die Parkscheibenregelung für Bewohner ausgenommen.
Der Großteil der Parkstände mit Parkscheibenregelung liegt im Bereich
des Gemeinschaftskrankenhauses St. Elisabeth. Die restlichen vertei-
len sich auf den Bonner Talweg und die Argelanderstraße.
 71 Parkstände (4 %) werden über eine gebührenpflichtige Parkschein-
regelung bewirtschaftet. Diese Regelung gilt montags bis freitags zwi-
schen 9 und 18 Uhr bzw. 20 Uhr und samstags zwischen 9 und 13 Uhr.
Entsprechende Parkstände befinden sich ausschließlich entlang der
Geschäftsstraße Bonner Talweg zwischen Poppelsdorfer Allee und
Weberstraße. 30 Minuten Parkzeit kosten 0,60 € und die maximale
Parkdauer ist auf 2h begrenzt.Seite 17 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 11
kommen, die zahlenmäßig nicht bekannt sind (Südstadt Garage und Park-
haus an der Königstraße).
Aber auch unter Hinzurechnung des gesamten öffentlichen Parkraumange-
botes zeigt sich ein Abstelldefizit. Die Gesamtzahl der im Untersuchungs-
gebiet zugelassenen Kfz kann nicht auf die Summe der vorhandenen Pri-
vatstellplätze und des öffentlichen Parkraumangebotes abgestellt werden.
Außer Acht gelassen werden dabei die öffentlich zugänglichen Privatstell-
plätze, in denen Teilweise Mietmöglichkeiten bestehen, die teilweise aber
auch nachts abgeschlossen sind.
Die weiteren Analysen in den kommenden Kapitel werden Aufschluss dar-
über geben, welche Straßenabschnitte wann wie stark aus– bzw. überlas-
tet sind.
Neben den rein privaten Stellplätzen wurden auch öffentlich zugängliche
Stellplätze erhoben. Dazu zählen Mitarbeiter– und Kundenstellplätze, so-
wie beispielsweise Stellplätze, die für Ärzte oder andere Bertufsgruppen
reserviert sind. Diese Stellplätze sind für Anwohner nicht verfügbar. Aber
auch Stellplätze in Parkhäusern, in denen sich Anwohner einmieten kön-
nen, zählen zu den öffentlich zugänglichen Stellplätzen.
Die folgende Tabelle 2 stellt das Stellplatz– und Parkstandangebot den
Einwohnerzahlen und der Anzahl der gemeldeten Kfz in den Verkehrszel-
len gegenüber. Daraus ergibt sich, dass bei 936 privaten Stellplätzen und
2.907 zugelassenen Kfz ein rechnerisches Defizit von 1.971 Kfz-
Stellplätzen im privarten Bereich besteht. Die Bewohnerparker müssen
auf den öffentlichen Parkraum ausweichen. Es ist zu beachten, dass zu
den privaten Stellplätzen weitere angemietete Parkhausstellplätze hinzu-
Verkehrszelle Einwohner zugelassene Kfz private Stellplätze öffentliche Park-
stände
Summe Stellplätze
und Parkstände
1 Prinz-Albert-Str. 1401 506 179 276 455
2 Bonner Talweg Nord 1115 403 81 295 379
3 Venusbergweg 1627 587 171 371 542
4 Bonner Talweg Süd 1866 674 362 249 611
5 Schumannstr. 2045 738 143 664 807
Südstadt gesamt 8054 2907 936 1855 2791
öffentlich zugäng-
liche Stellplätze
97
155
110
425
50
837
Tabelle 2: Parkraumangebot Bonn Südstadt im Vergleich zur Anzahl Einwohner und zugelassener KfzSeite 18 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 12
Bild 4: Öffentliches Parkraumangebot Bonn SüdstadtSeite 19 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 13
Tabelle 3: Öffentliches Parkraumangebot Bonn Südstadt
1 S1 Poppelsdorfer Allee (nördl. Prinz-Albert-Straße) 10 0 0 9 0 0 1 9 Mo-Sa 9-20, 30min 1€
Poppelsdorfer Allee (Prinz-Albert-Straße - Bonner Talweg) 0 0
S3 Prinz-Albert-Straße (Poppelsdorfer Allee - Königstraße) 44 0 10 0 34 0 0 44 Mo-Fr 8-19, Bewohner frei
S4 Heinrich-von-Kleist-Straße 43 25 0 0 0 18 0 43
S5 Königstraße (Bonner Talweg - Prinz-Albert-Straße) 17 10 0 0 5 0 2 15
S6 Königstraße (Prinz-Albert-Straße - Bahntrasse) 11 5 0 0 6 0 0 11
S7 Prinz-Albert-Straße (Königstraße - Loestraße) 53 2 36 0 13 0 2 51 Mo-Fr 8-19
S8 Loestraße 29 2 27 0 0 0 0 29 Mo-Fr 8-19, Bewohner frei
S9 Prinz-Albert-Straße (Loestraße - Weberstraße) 36 0 5 0 31 0 0 36 Mo-Fr 8-19
S10 Weberstraße (Bonner Talweg - Bahntrasse) 38 7 6 0 15 10 0 38
2 S11 Poppelsdorfer Allee (Bonner Talweg - Argelanderstraße) 26 0 0 0 24 0 2 24
S12 Bonner Talweg (Poppelsdorfer Allee - Königstraße) 51 7 0 43 0 0 1 50 Mo-Fr 9-18, Sa 9-13 Scheibe 2h; absolutes HV westlich
S13 Argelanderstraße (Poppelsdorfer Allee - Königstraße) 26 15 0 0 11 0 0 26 Parken am Straßenrand zwischen 18 und 8 Uhr möglich
S14 Königstraße (Argelanderstraße - Bonner Talweg) 39 26 0 0 13 0 0 39
S15 Bonner Talweg (Königstraße - Weberstraße) 46 0 0 19 16 10 1 45 Mo-Fr 9-18, Sa 9-13 Scheibe 2h
S16 Argelanderstraße (Königstraße - Bismarckstraße) 13 7 0 0 0 6 0 13 Parken am Straßenrand zwischen 18 und 8 Uhr möglich
S17 Bismarkstraße (Argelanderstraße - Bonner Talweg) 40 14 0 0 12 14 0 40
S18 Argelanderstraße (Bismarckstraße - Weberstraße) 13 0 0 0 0 13 0 13 Parken am Straßenrand zwischen 18 und 8 Uhr östl. möglich
S19 Weberstraße (Argelandestraße - Bonner Talweg) 20 0 0 0 13 7 0 20
S20 Goebenstraße (Bismarckstraße - Weberstraße) 25 9 0 0 6 10 0 25
3 S21 Poppelsdorfer Allee (Argelander Straße - Königstraße) 29 18 0 0 11 0 0 29
S22 Venusbergweg (Poppelsdorfer Allee - Königstraße) 12 12 0 0 0 0 0 12 Baustelle bis 2021: 2 unbew. und 5 Anwohner fallen weg
S23 Königstraße (Poppelsdorfer Allee - Venusbergweg) 9 3 0 0 6 0 0 9
S24 Königstraße (Venusbergweg - Argelanderstraße) 22 22 0 0 0 0 0 22 +3 Plätze im eingeschr. Halteverbot
S25 Venusbergweg (Königstraße - Schloßstraße) 20 19 0 0 0 0 1 19 absolutes HV westlich
S26 Schloßstraße (Venusbergweg - Kurfürstenstraße) 15 9 0 0 0 6 0 15 Anliegerstraße
S27 Kurfürstenstraße (Schloßstraße - Argelanderstraße) 70 14 0 0 22 34 0 70
S28 Schloßstraße (Kurfürstenstraße - Argelanderstraße) 38 16 0 0 0 21 1 37 +8 Plätze im eingeschr. Halteverbot
S29 Wilhelm-Levison-Straße 46 5 0 0 21 20 0 46
S30 Venusbergstraße (Reuterstraße - Schloßstraße) 57 35 0 0 22 0 0 57
S31 Kurfürstenstraße (Reuterstraße - Schloßstraße) 49 17 0 0 32 0 0 49
Reuterstraße (Venusbergweg - Argelandestraße) 0 0
S33 Hartsteinstraße 6 0 0 0 0 6 0 6 absolutes HV westlich, ca. +3 Plätze im eingeschr. HV
Auswertungsbereich Parkraumangebot im öffentlichen Raum
Gesamt-
zahl Einschränkung
Park-
scheibe
Park-
automat
Bewohnerparken
von
16-9 Uhr
Bewohner-
parken
Behinderten-
parken
öffentlich nutzbar eingeschränkt
Summe unbewirt-
schaftet
Verkehrs-
zelle
Ab-
schnitt NameSeite 20 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 14
Tabelle 4: Öffentliches Parkraumangebot Bonn Südstadt
4 S34 Argelanderstraße (Weberstraße - Schloßstraße) 27 0 12 0 0 14 1 26 Mo-Fr 8-19 Scheibe 2h
S35 Ermekeilstraße (Argelandstraße - Bonner Talweg) 64 12 0 0 41 11 0 64 absolutes HV nördlich, eingeschr. HV südlich
S36 Goebenstraße (Ermekeilstraße - Weberstraße) 51 17 0 0 34 0 0 51
S37 Bonner Talweg (Weberstraße - Ermekeilstraße) 20 0 4 0 0 16 0 20 Mo-Fr 9-18, Sa 9-13 Scheibe 1h
S38 Argelanderstraße (Schloßstraße - Reuterstraße) 31 0 5 0 18 8 0 31 +6 Plätze im eingeschr. Halteverbot
S39 Reuterstraße (Argelanderstraße - Bonner Talweg) 19 0 0 0 5 14 0 19 Südseite absol.HV 14-10, eingeschr.HV 10-14
S40 Bonner Talweg (Ermekeilstraße - Lessingstraße) 23 5 17 0 0 0 1 22 Mo-Fr 8-18 Scheibe 2h, Bewohner frei
S41 Bonner Talweg (Reuterstraße - Lessingstraße) 16 5 11 0 0 0 0 16 Mo-Fr 8-18 Scheibe 2h, Bewohner frei
5 S42 Schumannstraße (Lessingstraße - Weberstraße) 68 8 0 0 60 0 0 68
S43 Goethestraße 67 16 9 0 17 22 3 64 Mo-Fr 8-18 Scheibe 2h, Bewohner frei
S44 Clausiusstraße 21 9 0 0 0 12 0 21
S45 Lessingstraße (Bonner Talweg - Schumannstraße) 58 5 6 0 0 47 0 58 Mo-Fr 8-18 Scheibe 2h, Bewohner frei
S46 Lessingstraße (Schumannstraße - Bahntrasse) 11 4 0 0 7 0 0 11
S47 Oskar-Walzel-Straße (An der Elisabethkirche - Thielstraße) 22 9 0 0 0 13 0 22
S48 An der Elisabethkirche (Lessingstraße - Oskar-Walzel-Straße) 42 42 0 0 0 0 0 42
S49 Diezstraße 31 20 0 0 6 5 0 31
S50 Schumannstraße (Bernard-Custodis-Straße - Lessingstraße) 57 40 0 0 17 0 0 57
S51 Bernard-Custodis-Straße 14 3 0 0 11 0 0 14
S52 An der Elisabethkirche (Oskar-Walzel-Straße - Thielstraße) 36 16 0 0 13 7 0 36
S53 Thielstraße 28 25 0 0 3 0 0 28
S54 Rittershausstraße 61 31 0 0 0 30 0 61
S55 Schumannstraße (Reuterstraße - Bernard-Custodis-Straße) 31 3 0 0 28 0 0 31 nicht alle Parkplätze nutzbar wegen Baustelle
S56 An der Elisabethkirche (Thielstraße - Reuterstraße) 42 17 0 0 25 0 0 42 Bewohnerparken 18-8 statt 16-9 Uhr
S57 Wernher-von-Braun-Straße 21 21 0 0 0 0 0 21 Parken am westlichen Rand zwischen Einfahrten
S58 Oskar-Walzel-Straße (Thielstraße - Reuterstraße) 45 21 0 0 24 0 0 45
S59 Reuterstraße (Bonner Talweg - Schumannstraße) 12 0 0 0 0 12 0 12
1.871 628 148 71 622 386 16 1.855
Auswertungsbereich Parkraumangebot im öffentlichen Raum
Gesamt-
zahl Einschränkung
Park-
scheibe
Park-
automat
Bewohnerparken
von
16-9 Uhr
Bewohner-
parken
Behinderten-
parken
öffentlich nutzbar eingeschränkt
Summe unbewirt-
schaftet
Summe Südstadt
Verkehrs-
zelle
Ab-
schnitt NameSeite 21 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 15
Bild 5: Privates Stellplatzangebot Bonn SüdstadtSeite 22 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 16
4 ParkraumnachfrageSeite 23 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 17
Ab 7 Uhr kommt es verstärkt zu einpendelndem Berufsverkehr, wodurch
die Auslastung ab 8 Uhr bei rund 92 % liegt und bis 11 Uhr gehalten wird.
Ab 11 Uhr fällt die Auslastung minimal, aber stetig auf durchschnittlich
89 % um 15 Uhr ab. In dieser Zeit verlassen weiterhin Anwohner das Un-
tersuchungsgebiet (z.B. für Einkäufe oder Besuche außerhalb) und die ers-
ten Beschäftigten machen Feierabend.
Ab 15 Uhr steigt die Auslastung, trotz abfahrender Beschäftigter, durch die
zurück kommenden Anwohner konstant an, bis sie um 20 Uhr wieder bei
95 % liegt. Um 20 Uhr konnten 1.771 parkende Kfz ermittelt werden. Die
restlichen rund 90 Anwohner kommen nach 20 Uhr von der Arbeit oder
Freizeitaktivitäten nach Hause.
4 Parkraumnachfrage
4.1 Parkraumnachfrageerhebung
Die Parkraumnachfrage im öffentlichen Bereich (Straßen und Plätze) wur-
de flächendeckend am 22. und 24.09.2020 für je eine Hälfte des Untersu-
chungsgebietes erhoben. Dabei wurden stündlich zwischen 06:00 und
20:00 Uhr Begehungen der Straßenräume durchgeführt, bei denen die
Kennzeichen der parkenden Kfz festgehalten wurden. Weiterhin fand eine
zusätzliche Erhebung in der Nachtzeit zwischen 02:00 und 04:00 Uhr statt,
um das maximale Anwohnerparkbedürfnis festzustellen.
Neben der Auslastung des Parkraums in der Bonner Südstadt lassen sich
über die Verhaltensweisen der Parker (Ankunfts– und Abfahrtszeiten,
Parkdauern) Rückschlüsse auf die Nutzer der Parkstände (Anwohner, Be-
schäftigter oder Besucher) ziehen.
4.2 Parkraumnachfrage am 22. und 24.09.2020
An den beiden Erhebungstagen standen 1.855 öffentliche Parkstände zur
Verfügung. Die Parkraumbelegung in den einzelnen Straßenabschnitten
und zusammenfassend für die einzelnen Verkehrszellen wird in den Anla-
gen 19 bis 75 detailliert dargestellt. Neben den absoluten Zahlen der Park-
raumbelegung ist die prozentuale Parkraumauslastung zu unterschiedli-
chen Tageszeiten den Anlagen 1 bis 8 grafisch für die eingelnen Stra-
ßenräume dargestellt. Für das gesamte Untersuchungsgebiet der Südstadt
zeigt das nebenstehende Bild 6 die durchschnittliche prozentuale Park-
raumauslastung im Tagesverlauf.
Die nächtliche Erhebung hat gezeigt, dass die Parkraumnachfrage der An-
wohner etwas über dem Parkraumangebot liegt (Auslastung 101 %). Es
wurden 1.879 parkende Kfz festgestellt (1.855 legale Parkstände stehen
zur Verfügung). Bis 8 Uhr fällt die durchschnittliche Auslastung auf 92 %
durch den ausfahrenden Berufsverkehr der Anwohner. Bild 6: Parkraumnachfrage Südstadt am 22. und 24.09.2020
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
3 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
Auslastung [%]
UhrzeitSeite 24 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 18
Insgesamt wurden während der Parkraumerhebung 4.638 Parkvorgänge
erfasst. Unberücksichtigt bleiben dabei Kurzzeitparkvorgänge mit einer
Parkdauer unter einer Stunde, die mit Ankunfts– und Abfahrtszeit außer-
halb der stündlichen Erhebungsintervalle lagen. Erfahrungsgemäß kann
die Anzahl der Kurzzeitparkvorgänge um rund 10 % erhöht werden, um die
Gesamtzahl korrekt zu beschreiben.
Bei einer angenommenen Anzahl an Parkvorgängen von rund 4.800 Kfz
ergibt sich ein mittlerer Umschlag je Parkstand von etwa 2,58 Kfz. Bei den
Erhebungen wurde ein mittlerer Umschlag von 2,5 Kfz je Parkstand er-
fasst.
Immerhin rund 760 Kfz wurden während der Beobachtungstage nicht be-
wegt und standen zu allen Zeiten auf dem gleichen Parkstand. Der Abteil
der nicht mobilen Parker beträgt somit 16,3 %. Diese Dauerparker belegen
40 % des öffentlichen Parkraums ganztägig.Seite 25 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 19
4.3 Parkraumnachfrage im Tagesverlauf
Uhrzeit: 03:00 Uhr
Das Bild 7 zeigt die nächtliche Auslastung des
Parkraums im Untersuchungsgebiet. In weiten
Teilen der Südstadt liegt die durchschnittliche
Auslastung der Straßenrandparkplätze bei über
90 %, häufig sogar über 100 % (rot). In diesen
Bereichen kommt es zu illegalen Parkvorgän-
gen, indem beispielsweise in Halteverbotszonen
oder in Kurvenbereichen geparkt wird.
Eine durchschnittliche Auslastung zwischen 75
und 89 % liegt ausschließlich im südöstlichen
Bereich auf der Oskar-Walzel-Straße, der
Wernher-von-Braun-Straße, der Diezstraße und
der Straße An der Elisabethkirche vor. Die ge-
ringere Auslastung ist damit zu erklären, dass
es sich bei der Straßenrandbebauung in diesem
Bereich vornehmlich um Einfamilienhäuser han-
delt. Der restliche Teil des Untersuchungsgebie-
tes ist eher durch eine Mehrfamilienhausbebau-
ung charakterisiert.
Die geringste durchschnittliche Auslastung, mit
50 bis 74 % wurde im Bereich der Poppelsdor-
fer Allee und im Nordabschnitt des Bonner Tal-
wegs verzeichnet.
Bild 7: Parkraumauslastung 03:00 UhrSeite 26 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 20
Uhrzeit: 15:00 Uhr
Das Bild 8 zeigt die geringste am Erhebungstag
festgestellte Auslastung. Diese liegt im Schnitt
bei 89 % und somit 12 % unterhalb derer von
03:00 Uhr nachts.
Die Mehrheit der Straßenräume weist jetzt eine
Auslastung von 75 bis 89 % auf (gelb).
Straßenabschnitte die nachts bereits eine gerin-
ge Auslastung aufwiesen, tun dies auch um 15
Uhr. Ebenso sind Straßenabschnitte, die selbst
um 15 Uhr überlastet sind, ebenfalls in der
Nacht überlastet.
Da sich die Auslastung über den gesamten Tag
auf einem hohen Level befindet, wird an dieser
Stelle darauf verzichtet, jede Zeitscheibe zwi-
schen 3 und 19 Uhr zu beschreiben.
In den Anlagen 1 bis 8 sind die Auslastungs-
zeitscheiben für 3, 7, 9, 11, 13, 15, 17 und 19
Uhr abgebildet.
Bild 8: Parkraumauslastung 15:00 UhrSeite 27 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 21
5 ParkraumbilanzenSeite 28 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 22
 Beschäftigte
Diee Nutzergruppe der Beschäftigten beansprucht den Parkraum haupt-
sächlich tagsüber. Dabei werden die Parkstände meist in den Morgenstun-
den (zwischen 5 und 9 Uhr) zu Arbeitsbeginn angefahren, über einen lan-
gen Zeitraum (etwa 5 bis 11 Stunden) belegt und erst zum Feierabend am
Nachmittag bzw. Abend wieder verlassen. Die Mindestparkdauer zur Klas-
sifizierung der Beschäftigtenparker beträgt 4 Stunden.
Die Kostenakzeptanz ist bei Beschäftigten gering. Deswegen werden bei
kostenfreien Parkmöglichkeiten auch lange Fußwege akzeptiert.
 Besucher und Kunden
Zu der Nutzergruppe der Besucher zählen sowohl die Besucher der An-
wohner, die Kunden der Geschäfte und Dienstleistungseinrichtungen im
Untersuchungsgebiet als auch die Besucher der Patienten in den beiden
Gemeinschaftskrankenhäusern sowie ambulante Patienten mit einer gerin-
gen Aufenthaltsdauer im Krankenhaus.
Besucherverkehr kann bereits relativ früh in den Morgenstunden (in der
Regel ab 8 Uhr) auftreten. Der Kundenverkehr beschränkt sich auf die je-
weiligen Öffnungszeiten der Einrichtungen. In der Auswertung der Park-
raumerhebungen werden Kurzzeitparkvorgänge unterhalb einer Parkdauer
von 4 Stunden als Besucherparker identifiziert.
Die Ansprüche an den Parkraum ist bei den einzelnen Besuchergruppen
sehr unterschiedlich ausgeprägt. Privatbesucher von Anwohnern bean-
spruchen in der Regel einen Kfz-Parkstand in direkter Nähe ihres Zieles.
Auch Kunden haben bei Kurzzeitparkvorgängen nur eine geringe Entfer-
nungsakzeptanz. Bei Patienten und Besuchern der Krankenhäuser werden
5 Parkraumbilanzen
5.1 Parkverhalten der Nutzergruppen
In der Parkraumbilanzierung werden grundsätzlich drei Nutzergruppen un-
terschieden:
 Anwohner,
 Beschäftigte und
 Besucher.
Diese Nutzergruppen haben unterschiedliche Ansprüche an den Park-
raum, welche aufgrund des beschränkten Parkraums in der Südstadt nicht
umfassend erfüllt werden können. Das Parkverhalten und die Ansprüche
der einzelnen Nutzergruppen können wie folgt beschrieben werden:
 Anwohner
Anwohner sind Langzeitparker und benötigen den gesamten Tag über
Parkraum. Die höchste Nachfrage findet allerdings in den Nachmittags-,
Abend– und Nachtstunden, also zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn
am nächsten Tag statt. Dabei fragen Anwohner Parkstände nach, die mög-
lichst nah zu ihrer Wohnung stehen. Umso weniger verdichtet das Stadtge-
biet ist, desto geringer ist die Akzeptanz von Fußentfernungen zum Park-
stand. Die Kostenakzeptanz der Anwohner ist gering.
Bei der Parkraumnachfrageerhebung wurden alle nächtlichen Parker in
den Straßenräumen der Nutzergruppe Anwohner zugeordnet, unabhängig
vom Ortskennzeichen des Kfz. Weiterhin ist das Anwohnerparkverhalten
durch die Ankunft am Nachmittag und eine Parkraumbelegung bis in den
Abend zu kennzeichnen. Durch ein Kennzeichen, das bereits einem An-
wohner zugeordnet wurde, können zusätzlich kürzere Parkvorgänge im
Laufe des Tages dieser Nutzergruppe zugeordnet werden.Seite 29 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 23
Werden alle Parkvorgänge überlagert, ist zu erkennen, dass in den Nacht-
stunden bis morgens um 6 Uhr eine Vollauslastung des Parkraums im öf-
fentlichen Bereich vorliegt (siehe Bild 9). Der mittlere Umschlag je Park-
stand liegt bei 2,5 Parkvorgängen und die mittlere Parkdauer beträgt 4
Stunden und 40 Minuten.
auch größere Entfernungen zu Fuß in Kauf genommen, wenn dadurch
Parkgebühren auf dem Krankenhausgelände vermieden werden können.
Im Folgenden erfolgt eine Bilanzierung gemäß der einzelnen Nutzergrup-
pen. Dabei werden auch festgestellte Mängel und Probleme aufgezeigt.
5.2 Parkraumbilanz Gesamtgebiet
An einem typischen Werktag (Montag bis Freitag) können im Untersu-
chungsgebiet Südstadt rund 4.600 Parkvorgänge im öffentlichen Straßen-
raum festgestellt werden. Daraus resultiert ein Kfz-Verkehrsaufkommen in
Höhe von rund 9.200 Kfz-Fahrten. Im Jahr 2020 lag in Deutschland, be-
dingt durch die Corona-Pandemie, eine Sonderlage vor. Zum Erhebungs-
zeitpunkt im September befand sich die Stadt Bonn jedoch in keinem Lock-
down. Trotzdem ist durch Homeoffice und Kurzarbeit von einer etwas ge-
ringeren Parkraumnachfrage in Höhe von 5 % bis 10 % auszugehen.
Aus den rund 1.800 privaten Stellplätzen kann ein zusätzliches Verkehrs-
aufkommen von 5.400 Kfz-Fahrten abgeleitet werden, sodass für das Un-
tersuchungsgebiet Südstadt ein Gesamtverkehrsaufkommen von rund
14.600 Kfz-Fahrten an einem typischen Werktag abgeschätzt werden
kann.
Die Parkvorgänge im öffentlichen Raum teilen sich wie folgt auf die einzel-
nen Nutzergruppen auf:
 ca. 2.820 Parkvorgänge (61 %) werden durch Anwohner verursacht.
Darunter sind rund 760 Kfz, die über den Tag nicht bewegt wurden.
 ca. 370 Parkvorgänge (8 %) werden durch Beschäftigte und langzeit-
parkende Patienten der Krankenhäuser durchgeführt.
 ca. 1.450 Parkvorgänge (31 %) verursachen Besucher, Kunden und
kurzzeitparkende Patienten der Krankenhäuser.
Anwohner Beschäftigte Besucher
Uhrzeit
03:00
06:00
07:00
08:00
09:00
10:00
11:00
12:00
13:00
14:00
15:00
16:00
17:00
18:00
19:00
Bild 9: Durchschnittliche Parkraumnachfrage der NutzergruppenSeite 30 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 24
Schumannstraße, Goethestraße, Clausiusstraße, Lessingstraße, Oskar-
Walzel-Straße und die Straße An der Elisabethkirche.
Die stärkste Überlastung wurde auf der Argelanderstraße zwischen Bis-
marckstraße und Weberstraße mit 162 % festgestellt. Dort wurden neben
13 legal abgestellten Kfz auch 8 illegal abgestellte Fahrzeuge festgestellt.
In der mittäglichen bis nachmittäglichen Zeit von 10 bis 16 Uhr werden am
wenigsten Parkstände durch Anwohner belegt, knapp unter 1.300. Dies
entspricht einer prozentualen Gesamtauslastung von 65 bis 70 %.
 Anwohner
Die Tagesganglinie für die Belegung der Parkstände durch Anwohner zeigt
das Bild 10. An einem typischen Werktag werden etwa 2.820 Anwohner-
parkvorgänge festgestellt, die 5.640 Kfz-Fahrten erzeugen. Die mittlere
Parkdauer aller Anwohnerfahrzeuge beträgt 6 Stunden und 38 Minuten
innerhalb des Untersuchungszeitraums von 14 Stunden..
Die maximale Parkraumbelegung tritt in der Nacht auf und umfasst 1.879
Anwohner-Kfz. Dadurch sind durchschnittlich 101 % des Parkraumes be-
legt und es zeigt sich eine Überlastung. Rechnerisch handelt es sich nur
um 21 illegal abgestellte Kfz. Faktisch ist die Zahl illegaler Parker höher,
da es Bereiche in der Südstadt gibt, wo es auch nachts freie Parkstände
gibt.
Im Untersuchungsgebiet sind rund 2.900 Kfz zugelassen. Die nicht festge-
stellten rd. 1.000 zugelassenen Kfz in diesem Bereich sind auf den priva-
ten Stellplätzen zu vermuten. Diese wurden mit einer Anzahl von rund 940
ermittelt, jedoch waren die meisten Garagen und Hinterhöfe, wie bereits in
Kapitel 3 erläutert, nicht einsehbar und es mussten Abschätzungen getrof-
fen werden. Außerdem haben eine unbekannte Anzahl an Anwohnern ei-
nen Stellplatz in der Südstadt Garage angemietet. Es ist somit durchaus
plausibel, dass im Untersuchungsgebiet der Südstadt rund 1.000 Kfz in der
Nacht auf privaten Stellplätzen abgestellt waren.
Betrachtet man die einzelnen Straßenabschnitte, sind vor allem die folgen-
den Straßen zumindest in Teilen überlastet: Heinrich-von-Kleist-Straße,
Königstraße, Prinz-Albert-Straße, Weberstraße, Argelanderstraße, Bonner
Talweg zwischen Königstraße und Bismarckstraße (Westseite) und zwi-
schen Weberstraße und Ermekeilstraße, Schloßstraße, Wilhelm-Levison-
Straße, Hartsteinstraße, Ermekeilstraße, Goebenstraße, Reuterstraße,
0 20 40 60 80 100
19
18
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
3
Auslastung [%]
Uhrzeit
Bild 10: Parkraumnachfrage AnwohnerSeite 31 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 25
Beispielsweise steht für die rund 80 Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasi-
ums steht eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen zur Verfügung. Am Gemein-
schaftskrankenhaus St. Petrus (Bonner Talweg) existiert eine Tiefgarage
mit rund 40 Stellplätzen die vermutlich für Beschäftigte zur Verfügung
steht. Am Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth konnten 12 private
Stellplätze für Ärzte ausfindig gemacht werden.
Eine Zuordnung der festgestellten Beschäftigtenparker zu einzelnen Ein-
richtungen kann nicht vorgenommen werden. Jedoch zeigen die Beispiele,
dass ein geringes Stellplatzangebot von Arbeitgebern für die Mitarbeiter
zu einem Ausweichen in den öffentlichen Raum führt.
 Beschäftigte
Dem Bild 11 ist die Tagesganglinie für die Parkraumauslastung durch die
Nutzergruppe der Beschäftigten zu entnehmen. An einem typischen Werk-
tag treten rund 370 Parkvorgänge durch Beschäftigte im Untersuchungs-
gebiet der Südstadt auf. Dies entspricht einem Verkehrsaufkommen von
740 Kfz-Fahrten. Die durchschnittliche Parkdauer der Beschäftigten be-
trägt 5 Stunden und 47 Minuten im Untersuchungszeitraum von 14 Stun-
den.
Die Beschäftigten fahren zu einem Großteil zwischen 6 und 9 Uhr in das
Untersuchungsgebiet ein. Beschäftigte, die zwischen 6 und 7 Uhr zur Ar-
beit kommen, haben aufgrund der hohen nächtlichen Parkraumauslastung
durch Anwohner Schwierigkeiten einen Parkstand zu finden.
Ab 7 Uhr wird die Parkraumsuche einfacher, da ab dann vermehrt Anwoh-
ner das Untersuchungsgebiet verlassen. Ab 8 Uhr sind bis in die frühen
Abendstunden immer durchschnittlich rund 10 % der Parkstände frei. In
dem Areal zwischen Reuterstraße, Bonner Talweg, Ermekeilstraße und
Argelanderstraße sind große Arbeitgeber wie z.B. die Deutsche Telekom
ansässig. Dort scheinen ausreichend viele private Stellplätze für Mitarbei-
ter angeboten zu werden, da die Straßenabschnitte rund um dieses Areal
im Laufe des Tages eher unterdurchschnittlich ausgelastet sind. Die De-
tailbetrachtung der Straßenabschnitte zeigt, dass dort eher Anwohner und
nur wenige Beschäftigte parken.
Anders scheint dies im nördlichen Untersuchungsgebiet zu sein, wo die
beiden Gemeinschaftskrankenhäuser und das Clara-Schumann-Gym-
nasium ansässig sind. Dort werden die Straßen rund um diese Einrichtun-
gen verstärkt von Beschäftigten nachgefragt. Andere größere Arbeitgeber
gibt es in diesem Bereich nicht, wodurch entsprechend viele Beschäftigten-
parker zu erklären wären.
0 20 40 60 80 100
19
18
17
16
15
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7
6
3
Auslastung [%]
Uhrzeit
Bild 11: Parkraumnachfrage BeschäftigteSeite 32 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 26
hen keine Besucherparkplätze. Es ist zu vermuten, dass deren einzige
Parkmöglichkeit die umliegenden Straßenabschnitte sind.
Die maximale Anzahl von abgestellten Besucher-Kfz wurde mittags um 11
Uhr mit 237 Kfz festgestellt. Dadurch wurden 13 % des Parkraumes belegt.
Über den Tag verteilt waren meist zwischen 100 und 200 Besucher-Kfz im
Untersuchungsgebiet abgestellt.
5.3 Parkraumbilanzen für einzelne Bereiche
5.3.1 Verkehrszelle 1, Prinz-Albert-Straße (vgl. Anlagen 10 bis 19)
Die Verkehrszelle 1 wird durch die Poppelsdorfer Allee, die Bahntrasse,
die Südseite der Weberstraße und die Ostseite des Bonner Talwegs be-
grenzt. Neben der Wohnnutzung wird dieser Bereich durch das Gemein-
schaftskrankenhaus St. Elisabeth, das Clara-Schumann-Gymnasium, zwei
Kindergärten und eine Versicherung geprägt.
Dieses Areal verfügt insgesamt über 276 Parkstände, davon 51 unbewirt-
schaftet, 84 mit Parkscheibenregelung, 9 kostenpflichtige und 132 Bewoh-
nerparkstände (davon 104 Parkstände, die nur zwischen 16 und 9 Uhr den
Bewohnern prioritär zur Verfügung stehen).
In der nächtlichen Erhebung wurden 285 parkende Kfz und somit eine
durchschnittliche Überlastung von 3 % festgestellt. Dies stellt gleichzeitig
auch die höchste Auslastung im Tagesverlauf dar. Allerdings liegt die Park-
raumauslastung über den gesamten Tag auf einem sehr hohen Niveau
und liegt nie unter durchschnittlich 93 %. Dieser geringste Wert wurde um
14 Uhr festgestellt. Für einen Parkplatzsuchenden ist es nahezu unmöglich
einen der theoretisch 18 freien Parkstände zu finden. Theoretisch deshalb,
weil je nach Größe des Kfz und dem Parkverhalten (große Lücken zwi-
schen den parkenden Kfz) auch deutlich weniger Parkstände frei sein kön-
nen. In der Verkehrszelle 1 besteht ein außerordentlich hoher Parkdruck.
 Besucher / Kunden
Die Tagesganglinie für die Besucherparker ist dem Bild 12 zu entnehmen.
Im Rahmen der Parkraumerhebung wurden rund 1.450 Besucherparker
mit einer mittleren Parkdauer von 1 Stunde und 9 Minuten festgestellt. Un-
ter Berücksichtigung von Kurzzeitparkvorgängen, die außerhalb der stünd-
lichen Erhebungsrunden des Zählpersonals stattfanden, kann von rund
1.600 Besucherparkern ausgegangen werden, die 3.200 Kfz-Fahrten im
Untersuchungsgebiet erzeugen.
Es ist zu vermuten, dass ein großer Teil der Besucherparker ein Anliegen
im Wohngebiet der Südstadt hat, z.B. den Besuch von Anwohnern. Kun-
den sind vor allem im Geschäftszentrum der Südstadt, entlang des Bonner
Talweges zu erwarten. Außerdem ist mit Besucherverkehr rund um die bei-
den Gemeinschaftskrankenhäuser zu rechnen, der die dortigen Parkge-
bühren umgehen will. Am Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth beste-
0 20 40 60 80 100
19
18
17
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6
3
Auslastung [%]
Uhrzeit
Bild 12: Parkraumnachfrage BesucherSeite 33 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 27
Königstraße (Bonner Talweg - Bahnübergang)
Dieser Abschnitt der Königstraße liegt in unmittelbarer Nähe zum Gemein-
schaftskrankenhaus St. Elisabeth und bietet tagsüber 15 unbewirtschaftete
Parkstände an. Im Rahmen der Nachterhebung konnten 3 illegal abgestell-
te Kfz festgestellt werden, wodurch sich eine Auslastung von 120 % ergibt.
Über den Tag verteilt waren maximal 4 Parkstände durch Beschäftigte und
3 durch Besucher belegt. 12 Parkstände wurden durchgehend von Anwoh-
nern nachgefragt. Die Auslastung liegt kontinuierlich über 100 % und er-
reicht zwischen 13 und 15 Uhr das Maximum von 127 % (19 Kfz bei 15
legalen Parkständen, siehe Anlage 14).
Prinz-Albert-Straße (Loestraße - Weberstraße)
Die Prinz-Albert-Straße verfügt auf diesem Abschnitt über 36 legale Park-
stände, wovon für 5 eine Parkscheibenregelung und für 31 eine Anwohner-
parkregelung zwischen 16 und 9 Uhr gilt. Besonders für Beschäftigte und
Besucher des Krankenhauses St. Elisabeth ist dieser Parkraum attraktiv,
da er eingangsnah liegt und 31 Parkstände zwischen 9 und 16 Uhr unbe-
wirtschaftet sind. Nachts wird der Parkraum von 42 Anwohnern nachge-
fragt (117 % Auslastung). Gegen Mittag werden rund 10 Parkstände durch
Beschäftigte besetzt. Besucher fragen den Parkraum ab 14 Uhr verstärkt
nach und belegen knapp 10 Parkstände. Zwischen 13 und 18 Uhr liegt die
Auslastung für kurze Zeit etwas unter 100 %. Sobald Anwohner wieder
verstärkt in das Untersuchungsgebiet zurückkehren, ist der Parkraum er-
neut überlastet (siehe Anlage 18).
Weberstraße (Bonner Talweg - Bahntrasse)
Ähnliches gilt für die Weberstraße zwischen dem Bonner Talweg und dem
Bahnübrgang. Dort stehen 38 Parkstände, davon 22 zwischen 9 und 16
Uhr unbewirtschaftet, zur Verfügung. In den Nachtstunden konnten dort 5
illegal abgestellt Kfz festgestellt werden (113 % Auslastung). Ab 13 Uhr
werden rund 15 Parkstände durch Beschäftigte belegt und auch knapp 10
Besucher fragen diesen Straßenabschnitt zur Mittagszeit nach. Dadurch
Für Patienten oder Besucher des Krankenhauses ist es ebenfalls nahezu
unmöglich zu sein, einen freien Parkstand in Eingangsnähe zu finden. Dies
stellt vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen ein Problem dar. Auf
der Internetseite des Krankenhauses wird darauf verwiesen, dass wenn
möglich der ÖPNV zur Anreise genutzt werden soll.
Der mittlere Umschlag je Parkstand beträgt 2,98 Pkw und die mittlere
Parkdauer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr liegt bei 4:05 h. Im Vergleich zu
den anderen Verkehrszellen ist hier ein erhöhter Umschlag und eine gerin-
gere mittlere Parkdauer festzustellen, was zeigt, dass der Parkraum hier
verstärkt von Kurzzeitparkern nachgefragt wird.
Hohe Auslastungen konnten vor allem auf folgenden Straßenabschnitten
festgestellt werden:
Anwohner Beschäftigte Besucher
Uhrzeit
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Auslastung der Parkstände in %
Bild 13: Parkraumnachfrage Verkehrszelle 1Seite 34 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 28
Reihe am Westrand des Bonner Talweges mit erhoben. Die Anzahl war
jedoch gering. Dies mag an der damaligen Corona-Lage gelegen haben.
Ein Lockdown herrschte im Erhebungszeitraum allerdings nicht.
Der mittlere Umschlag je Parkstand beträgt 3,28 Pkw und die mittlere
Parkdauer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr liegt bei 3:32 h. Im gesamten Un-
tersuchungsgebiet ist dies der höchste festgestellt Umschlagswert in Kom-
bination mit der geringsten festgestellten Parkdauer. Die Verkehrszelle 2
wird rund um das Krankenhaus und den Bonner Talweg verstärkt von
Kurzzeitparkern nachgefragt. Hohe Auslastungen konnten vor allem auf
folgenden Straßenabschnitten festgestellt werden:
liegt die Auslastung kontinuierlich über 100 % und ist immer voll ausgelas-
tet. Anwohner belegen durchgängig mindestens 29 der 38 Parkstände und
haben trotz Bewohnerparkregelung kaum eine Chance nach Feierabend
am Nachmittag einen freien Parkstand zu finden (siehe Anlage 19).
5.3.2 Verkehrszelle 2, Bonner Talweg Nord (vgl. Anlagen 20 bis 34)
Die Verkehrszelle 2 wird durch die Poppelsdorfer Allee, die Ostseite des
Bonner Talwegs, die Südseite der Weberstraße und die Westseite der Ar-
gelanderstraße begrenzt. In diesem Bereich liegen neben Wohnbebauung
auch das Gemeinschaftskrankenhaus St. Petrus, das Nebenzentrum der
Südstadt mit vielen Geschäften und Gastronomie sowie das Studierenden-
sekretariat der Universität Bonn.
Die Verkehrszelle 2 verfügt über 295 Parkstände, davon 78 unbewirtschaf-
tet, 62 kostenpflichtige und 158 Bewohnerparkstände (davon 95 nur zwi-
schen 16 und 9 Uhr).
In der nächtlichen Erhebung wurden 294 parkende Kfz festgestellt. Dies
entspricht nahezu einer Vollauslastung (99 %) im Durchschnitt der Ver-
kehrszelle. Die höchste Auslastung im Tagesverlauf konnte um 6 bzw. 11
Uhr ermittelt werden. Der Parkraum war jeweils zu 101 % ausgelastet. Die
besten Chancen auf einen freien Parkstand bestehen zwischen 15 und 17
Uhr. Hier beträgt die durchschnittliche Auslastung des Parkraumes 86 %,
was immer noch recht hoch ist. Für Anwohner die nach 17 Uhr nach Hau-
se kommen, ist es trotz zahlreicher Bewohnerparkstände nahezu unmög-
lich einen freien Parkstand in Wohnungsnähe zu finden.
Der Bonner Talweg wurde durch unser Büro bereits im Jahr 2014 detail-
liert untersucht. Zum damaligen Zeitpunkt gab es große Probleme mit par-
kenden Kfz in 2. Reihe auf der Fahrbahn des Bonner Talwegs. Bei der Er-
hebung im September 2020 wurden haltende bzw. parkende Kfz in der 2.
Bild 14: Parkraumnachfrage Verkehrszelle 2
Anwohner Beschäftigte Besucher
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 29
von 2h auf. Dadurch sind diese Parkstände vor allem für Kurzzeitparker
interessant und es ist ein hoher Parkstandwechsel zu verzeichnen. In der
Nacht, außerhalb der Parkscheinregelung, werden die Parkstände von An-
wohnern nachgefragt. Tagsüber sind fast ausschließlich Kunden mit einer
kurzen Parkdauer in diesem Bereich festzustellen.
Auf der Ostseite, zwischen Königstraße und Weberstraße, sind tagsüber
unbewirtschaftete Parkstände und solche, die Bewohnern vorbehalten
sind, zu finden. Dadurch kommt es vornehmlich zu Langzeitparken und
einem geringem Parkstandumschlag im Tagesverlauf. Der Großteil der
abgestellten Kfz ist aufgrund der Parkdauer auf Bewohner zurückzuführen.
Gelegentlich sind auch Kfz von Beschäftigten oder Kunden hier zu finden.
Aufgrund der Nähe zum Clara-Schumann-Gymnasium, sind dies sicherlich
auch attraktive Parkstände für dort angestellte Lehrerinnen und Lehrer. Die
Bilder 15 bis 18 auf der nächsten Seite zeigen die Parkraumnachfrage auf
den vier Parkabschnitten zwischen Königstraße und Weberstraße.
Auf dem Bonner Talweg kommt es, mangels freier Parkstände, immer wie-
der zum Parken 2. Reihe auf der Fahrbahn. Diese Parker stellen ein be-
sonderes Verkehrssicherheitsrisiko für Radfahrer dar. Radfahrer müssen
den parkenden Kfz ausweichen, wofür ihnen nur die benachbarte Fahr-
spur, die wiederum von der Straßenbahn genutzt wird, bleibt. Radfahrer
sollten nicht dazu gezwungen sein, auf eine Fahrspur mit Straßenbahn-
schienen auszuweichen, da dies immer ein hohes Sicherheitsrisiko dar-
stellt. Ebenso wird der Verkehrsfluss dadurch behindert, da die Straßen-
bahn die Radfahrer nicht überholen kann und ihre Geschwindigkeit diesem
anpassen muss (siehe hierzu auch die Verkehrsuntersuchung „Kapazitäts–
und Beschleunigungsmöglichkeiten der Straßenbahnen auf dem Bonner
Talweg“, September 2014, Runge + Küchler).
Argelanderstraße (Poppelsdorfer Allee - Weberstraße)
Die Argelanderstraße weist auf dem gesamten Abschnitt zwischen Pop-
pelsdorfer Allee und Weberstraße eine hohe Auslastung des Parkraums
auf. Dies ist auf eine hohe Nachfrage der Anwohner in Kombination mit
Beschäftigten- und Besucherparkern zurückzuführen. In der Summe ste-
hen 52 Parkstände zur Verfügung, wovon 22 unbewirtschaftet und 11 zu-
mindest zwischen 16 und 9 Uhr unbewirtschaftet sind. 19 Parkstände ste-
hen den gesamten Tag nur Bewohnern zur Verfügung.
Die Nachterhebung hat ergeben, dass neben 52 legal abgestellten Kfz
noch 22 weitere Kfz illegal im Straßenraum abgestellt wurden. Das ent-
spricht einer Auslastung von rund 140 %. Dies ist durch das Zuparken von
Garageneinfahrten und dem Parken auf der Fahrbahn vor Bäumen mög-
lich. Vor allem nördlich der Bismarckstraße fragen auch vermehrt Beschäf-
tigte ab 6 Uhr bis in die Abendstunden den Parkraum nach. Ebenfalls
konnten Besucher festgestellt werden, die sich tagsüber trauen, für eine
kurze Parkzeit ihr Kfz illegal abzustellen. Im nördlichen Teil, oberhalb der
Königstraße, fällt die Auslastung über den gesamten Tag nicht unter
104 %, was an der Nähe zum Krankenhaus St. Petrus liegen mag. In Rich-
tung Süden kann die Auslastung zwischen 14 und 18 Uhr auch mal bis auf
80 % fallen (siehe Anlagen 23, 30 und 32
5.3.3 Bonner Talweg im Geschäftsbereich
Der Bonner Talweg ist die zentrale Achse in der Südstadt und bildet das
Geschäftszentrum des Stadtteils. Das Parken in diesem Bereich ist durch
eine Vielfalt an unterschiedlichen Parkregelungen charakterisiert, was sich
auch im Parkverhalten widerspiegelt.
Die Westseite des Bonner Talweges weist nördlich der Weberstraße aus-
schließlich gebührenpflichtige Parkstände mit einer maximalen ParkdauerSeite 36 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 30
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Auslastung der Parkstände in %
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Anwohner Beschäftigte Besucher
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Auslastung der Parkstände in %
Anwohner Beschäftigte Besucher
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Anwohner Beschäftigte Besucher
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Auslastung der Parkstände in %
Bild 15: Parkraumnachfrage Bonner Talweg
Westseite, Königstr. - Bismarckstr.
Bild 16: Parkraumnachfrage Bonner Talweg
Westseite, Bismarckstr. - Weberstr.
Bild 18: Parkraumnachfrage Bonner Talweg
Ostseite, Loestr. - Weberstr.
Bild 17: Parkraumnachfrage Bonner Talweg
Ostseite, Königstr. - Loestr.Seite 37 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 31
5.3.5 Verkehrszelle 4, Bonner Talweg Süd (vgl. Anlagen 48 bis 56)
Die Verkehrszelle 4 wird durch die Südseite der Weberstraße, der Ostseite
des Bonner Talwegs, die Reuterstraße und die Westseite der Argelander-
straße begrenzt. Dieser Bereich ist im Norden durch Wohnnutzung und im
Süden durch große Gewerbe– und Verwaltungseinheiten (Deutsche Tele-
kom, Fernmeldeamt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) geprägt.
Dieses Areal verfügt über 249 Parkstände, wovon 39 unbewirtschaftet, 49
mit Parkscheibenregelung und 161 Bewohnerparkstände (davon 98 nur
zwischen 16 und 9 Uhr) sind.
5.3.4 Verkehrszelle 3, Venusbergweg (vgl. Anlagen 35 bis 47)
Die Verkehrszelle 3 wird durch die Poppelsdorfer Allee, die Argelanderstra-
ße (exklusive), die Reuterstraße und den Botanischen Garten begrenzt. In
diesem Bereich besteht neben einer Kirche und einem Lebensmittelhänd-
ler fast ausschließlich Wohnnutzung. Hier stehen 371 legale Parkstände
zur Verfügung, wovon 170 unbewirtschaftet und 201 Bewohnerparkstände
(davon 114 nur zwischen 16 und 9 Uhr) sind.
Während der Nachterhebung wurden 366 Kfz und somit eine nahezu Voll-
auslastung der Verkehrszelle mit einer durchschnittlichen Auslastung von
99 % festgestellt. Da es sich hier um ein Wohngebiet handelt, ist es nicht
verwunderlich, dass dies die höchste festgestellte Auslastung im Tages-
verlauf darstellt. Am Tage verlassen Anwohner ihre Parkstände und nur
wenige Beschäftigte und Besucher befahren das Untersuchungsgebiet. In
den Tagesstunden liegt die durchschnittliche Auslastung bei rund 85 %.
Zum Abend hin, wenn die Anwohner nach Hause kommen, steigt die Aus-
lastung gegen 19 Uhr wieder auf 98 % an. Zu späteren Stunden ist es An-
wohnern kaum möglich einen wohnungsnahen Parkstand zu finden. Die
Parkraumauslastung ist zu allen Zeiten zur Argelandstraße am höchsten
und nimmt zur Reuterstraße hin ab.
Der mittlere Umschlag je Parkstand beträgt nur 2,26 Pkw und die mittlere
Parkdauer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr liegt bei 4:58 h. Ähnliche Werte
sind auch in den Verkehrszellen 4 und 5 zu finden. Dies zeigt, dass diese
Bereiche überwiegend durch Anwohnerparken geprägt sind und die Kfz
eher länger abgestellt und seltener bewegt werden.
Insgesamt hat die Verkehrszelle 3 vergleichsweise geringe Probleme in
der Parkraumauslastung.
Bild 19: Parkraumnachfrage Verkehrszelle 3
Anwohner Beschäftigte Besucher
Uhrzeit
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 32
Kfz auch 5 illegal abgestellte Kfz beobachtet. Beschäftigte und Kunden
sind hier kaum zu finden. Allein die Anwohner lasten den Parkraum min-
destens zu 84 % aus, über viele Stunden des Tages sogar zu über 100 %
(siehe Anlage 53).
In der nächtlichen Erhebung wurden 243 abgestellte Kfz und somit eine
durchschnittliche Auslastung von 98 % festgestellt. Dies stellt gleichzeitig
auch die höchste Auslastung im Tagesverlauf dar, was ein Zeichen dafür
ist, dass die großen Gewerbebetriebe ausreichend private Stellplätze für
ihre Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Andernfalls würde der Parkraum im
Tagesverlauf stärker nachgefragt werden. Hier sind jedoch im Schnitt nur
80 % bis 85 % der Parkstände belegt. Zwischen 7 und 19 Uhr konnten nur
31 Beschäftigten-Parkvorgänge anhand des Parkverhaltens im öffentlichen
Straßenraum ermittelt werden. Zum Abend hin fragen Anwohner wieder
vermehrt Parkraum nach und die Auslastung steigt auf 89 %.
Der mittlere Umschlag je Parkstand beträgt 2,08 Pkw und die mittlere
Parkdauer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr liegt bei 5:09 h.
In dieser Verkehrszelle gibt es nur kleinräumige Probleme mit der Park-
raumauslastung. Die am stärksten betroffenen Straßenabschnitte sind:
Bonner Talweg (Weberstraße - Ermekeilstraße)
Auf diesem Abschnitt des Bonner Talweges gibt es 16 Bewohnerparkstän-
de (24h) und 4 Parkstände mit einer Parkscheibenregelung. Durch Anwoh-
ner werden über den gesamten Tag mindestens 16 Parkstände belegt, in
der Nacht sogar 23 (Auslastung von 115 %). Neben wenigen Beschäftig-
ten (1 bis 2 Pkw) fragen viele Kunden diese Parkstände nach, da auch in
diesem Abschnitt des Bonner Talweges Handels– und Dienstleistungsein-
richtungen ansässig sind. Die Auslastung liegt im Tagesverlauf nie unter
110 %, teilweise konnten 7 Kunden-Kfz gleichzeitig festgestellt werden
(siehe Anlage 52).
Argelanderstraße (Schloßstraße - Reuterstraße)
Auch im südlichsten Abschnitt der Argelanderstraße ist eine Überlastung
des Parkraums festzustellen. Nachts wurden neben 31 legal abgestellten
Bild 20: Parkraumnachfrage Verkehrszelle 4
Anwohner Beschäftigte Besucher
Uhrzeit
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 33
Goethestraße
Hier konnte in der Nacht eine Auslastung des Parkraums von 125 % fest-
gestellt werden. Neben 64 legalen Parkständen und 3 Behinderten-
Parkständen waren 13 Kfz illegal vor Garagenzufahrten oder auf dem Geh-
weg abgestellt. In den Tagesstunden fällt die Auslastung zwar durch ab-
fahrende Anwohner etwas ab, jedoch liegt sie nie unter 102 %. Allein
durch Anwohner werden in diesem Areal zu jeder Tageszeit mindestens
92 % des Parkraums nachgefragt. Durch die wenigen Beschäftigten und
Besucher wird dann durchgängig die Kapazität überschritten (siehe Anla-
ge 59).
5.3.6 Verkehrszelle 5, Schumannstraße (Anlagen 57 bis 75)
Die Verkehrszelle 5 wird durch die Weberstraße (Südseite), die Bahntras-
se, die Reuterstraße und den Bonner Talweg (Ostseite) begrenzt. Dieser
Bereich wird hauptsächlich durch die Wohnnutzung geprägt. Daneben
existieren 2 Kindergärten, eine Kirche und ein Lebensmittelhändler im Un-
tersuchungsgebiet.
Dieses Areal verfügt über 664 Parkstände, wovon 290 unbewirtschaftet, 15
mit Parkscheibenregelung und 359 Anwohnerparkstände (davon 211 nur
zwischen 16 und 9 Uhr) sind.
Das Parkverhalten kann, wie zu erwarten, als typisch für ein Wohngebiet
beschrieben werden. Die höchste durchschnittliche Auslastung wurde in
der Nacht mit 655 Kfz (99 % Auslastung) festgestellt. Über den Tag verlas-
sen viele Anwohner ihr Wohngebiet und nur wenige Beschäftigte und Be-
sucher fragen einen Parkstand nach. Zu jeder Tageszeit werden durch An-
wohner mindestens 70 % des Parkraumes beansprucht. Durch Beschäftig-
te und Besucher liegt die Auslastung in den Tagesstunden bei knapp unter
90 %. Zum Abend hin kommen die Anwohner wieder in das Wohngebiet
zurück und bis zur Nacht wird die Auslastung wieder auf fast 100 % anstei-
gen.
Der mittlere Umschlag je Parkstand beträgt 2,06 Pkw und die mittlere
Parkdauer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr liegt bei 5:39 h. Hierbei handelt es
sich um den geringsten festgestellten Parkstandumschlag in Kombination
mit der längsten festgestellten mittleren Parkdauer innerhalb der Südstadt.
Dies zeigt, dass der Parkraum in der Verkehrszelle 5 vornehmlich von An-
wohnern nachgefragt wird, die ihren Pkw über längere Zeit abstellen und
seltener bewegen als beispielsweise Beschäftigten- oder Besucherparker.
Hohe Auslastungen konnten vor allem auf folgenden Straßenabschnitten
festgestellt werden:
Bild 21: Parkraumnachfrage Verkehrszelle 5
Anwohner Beschäftigte Besucher
Uhrzeit
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Lessingstraße (Schumannstraße - Bahntrasse)
Die Lessingstraße verfügt auf dem Abschnitt zwischen der Schumannstra-
ße und der Bahntrasse über 11 legale Parkstände. Im Rahmen der nächtli-
chen Erhebung konnten 4 und um 13 Uhr sogar 5 illegal abgestellt Kfz
festgestellt werden. Dadurch kommt es zu Auslastungen von bis zu 145 %.
Durch Anwohner werden hier durchgehend mindestens 9 Parkstände be-
legt. Hinzu kommen wenige Beschäftigte und noch weniger Besucher, so-
dass der Parkraum durchgehend überlastet ist (siehe Anlage 62).
An der Elisabethkirche (Oskar-Walzel-Straße - Thielstraße)
Auf diesem Abschnitt der Straße An der Elisabethkirche wird der Parkraum
in der Nacht neben 36 legal abgestellten Kfz von weiteren 7 illegal abge-
stellten Kfz nachgefragt. Ab 8 Uhr kommen noch einige Beschäftigte und
wenige Besucher hinzu, sodass der Parkraum über den gesamten Tag zu
mehr als 110 % ausgelastet ist. Erst ab 17 Uhr, wenn die Beschäftigten
Feierabend machen und noch nicht alle Anwohner wieder Zuhause sind,
liegt eine Auslastung von nur 81 % vor (siehe Anlage 68).
5.4 Parksuchverkehr
Parksucherverkehr entsteht vor allem in den Morgenstunden durch Be-
schäftigte, die bereit sind für einen unbewirtschafteten Parkstand einen
längeren Fußweg in Kauf zu nehmen und am Nachmittag durch Anwohner,
die einen Parkstand in Wohnungsnähe nachfragen. Anwohner sind emp-
findlich, wenn es um die Entfernung des Parkstandes zur Wohnung geht.
Wie die Analysen gezeigt haben, wird der Pkw in den Wohngebieten eher
illegal abstellt, anstatt weiter entfernt nach einem freien Parkstand zu su-
chen. Vor allem wenn die Besitzer am nächsten Morgen wieder früh zur
Arbeit aufbrechen, wird das Risiko für einen Strafzettel meist als gering
eingeschätzt und eingegangen.
Im gesamten Untersuchungsgebiet konnten keine starken Schwerpunkte
festgestellt werden, wo Beschäftigtenparker zu finden sind. Allein auf den
Straßenabschnitten Schloßstraße (Kurfürstenstraße - Argelanderstraße),
Venusbergweg (Reuterstraße - Schloßstraße) und Bonner Talweg
(Poppelsdorfer Allee - Königstraße) konnte eine etwas höhere Anzahl er-
mittelt werden.
Auf der Schloßstraße und dem Venusbergweg stehen viele unbewirtschaf-
tete Parkstände zur Verfügung und durch abfahrende Anwohner-Kfz am
Morgen entstehen hier freie Parkraumkapazitäten die vermehrt durch Be-
schäftigte genutzt werden. Wo diese Beschäftigten arbeiten, war durch die
Parkraumerhebung nicht zu ermitteln. Es ist zu vermuten, dass diese Par-
ker vermehrt Parksuchverkehr erzeugen, da keine größeren Arbeitgeber in
der unmittelbaren Umgebung liegen.
Entlang des Bonner Talweges, auf dem nördlichen Abschnitt zwischen
Poppelsdorfer Allee und Weberstraße, liegt größtenteils eine gebühren-
pflichtige Parkraumbewirtschaftung vor. Um dieser zu entgehen, suchen
manche Kunden des dort ansässigen Einzelhandels einen kostenfreienSeite 41 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 35
Rund um das Krankenhaus St. Elisabeth an der Prinz-Albert-Straße ste-
hen, neben 12 Stellplätzen die für Ärzte reserviert sind, keine Parkstände
für weitere Beschäftigte, Patienten oder Besucher zur Verfügung. Hier
kommt es unausweichlich zu Parksuchverkehr auf den umliegenden Stra-
ßen. Zwischen 9 und 16 Uhr gibt es einige unbewirtschaftete Parkstände.
Weitere sind montags bis freitags zwischen 8 und 19 Uhr auf eine Park-
dauer von 2h reguliert. Der Parkraum in diesem Bereich, ist über den ge-
samten Tag stark ausgelastet. Es ist unklar, wie weit sich der Parksuchver-
kehr ausbreitet.
Parkstand in den angrenzenden Straßen. Allerdings sind Kunden entfer-
nungsempfindlich, wenn es nur um einen kurzen Einkauf z.B. beim Bäcker
geht. In der Vergangenheit konnte beobachtet werden, dass es hier häufig
zu Falschparken in der 2. Reihe kommt. Bei der aktuellen Analyse war das
2. Reihe-Parken weniger ausgeprägt, jedoch führt bereits ein einziger Pkw
in der 2. Reihe dazu, dass Radfahrer in die Gleistrasse der Straßenbahn
ausweichen müssen, sich somit in eine gefährliche Situation begeben.
Widererwartens haben die Analysen auch ergeben, dass die kostenpflichti-
gen Parkstände entlang des Bonner Talweges verstärkt durch Beschäftigte
genutzt werden. Dies ist ungewöhnlich, da die Beschäftigten dort im Mittel
6:50 h parken und dadurch, vor allem bei täglichem Gebrauch, hohe Park-
kosten zusammen kommen. Es kann nur vermutet werden, dass das Kran-
kenhaus und oder der Bürokomplex rund um die Versicherung keine aus-
reichende Anzahl an Beschäftigtenstellplätzen zur Verfügung stellt und die
Beschäftigten aus Mangel an Alternativen dort parken. Ob es eventuell Ab-
sprachen mit dem jeweiligen Arbeitgeber zur Übernahme der Parkkosten
gibt, ist nicht bekannt. Auch muss vermutet werden, dass keine ausrei-
chenden Kontrollen stattfinden, um dieses Langzeitparken verhindern.
Vereinzelt kann es sich bei den Langzeitparkern auch um ambulante Pati-
enten handeln, die durch eine Parkdauer von über 4h im Rahmen der Un-
tersuchung in die Kategorie der Beschäftigten fallen. Bei dieser Nutzer-
gruppe kann es durchaus sein, dass Einzelne bereit sind, bei einem ein-
maligen Besuch zur ambulanten Behandlung, höhere Parkkosten zu zah-
len. Eher ist jedoch damit zu rechnen, dass durch die Besucher und ambu-
lanten Patienten des Krankenhauses St. Petrus am Bonner Talweg Park-
suchverkehr entsteht. Der Parkplatz, ebenso wie die Parkstände entlang
der Straße, sind gebührenpflichtig. Die Parkstände entlang der Straßen um
den Krankenhausblock (Königstraße, Argelanderstraße und Poppelsdorfer
Allee) sind allesamt zwischen 9 und 16 Uhr unbewirtschaftet. Erst ab 16
Uhr gilt auf einem Teil der Parkstände Anwohnerparken.Seite 42 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 36
5.5 Fazit der Parkraumanalyse
Bei dem Untersuchungsgebiet der Bonner Südstadt handelt es sich um ein
Gebiet, das größtenteils durch eine dichte Wohnnutzung geprägt ist. Aus-
nahmen stellen der mittig gelegene Bonner Talweg mit seinen Einzelhan-
delsgeschäften und Gewerbebetrieben und die zwei Krankenhäuser am
Bonner Talweg und der Prinz-Albert-Straße dar. Im Süden bestehen groß-
flächige Büro– und Gewerbeeinheiten. Der öffentliche Parkraum im Unter-
suchungsgebiet verfügt über 1.855 Parkstände, welche zu einem großen
Teil von Bewohnern nachgefragt werden. Über den Tag verteilt, waren am
Erhebungstag im September 2020 immer mindestens 65 % (rund 1.200
Kfz) der Parkstände durch Bewohner belegt. Rund 760 Kfz wurden über
den gesamten Tag nicht bewegt, was dazu führte, dass rund 40 % des
Parkraumes der Öffentlichkeit zu keinem Zeitpunkt zur Verfügung stand.
Die Parkraumnachfrageerhebung hat ergeben, dass zwischen 8 und 19
Uhr, durchschnittlich rund 10 % (150 - 200) der Parkstände theoretisch frei
standen. Kleinräumig bestehen aber sowohl für Bewohner als auch Besu-
cher und Kunden der Geschäfte teils erhebliche Probleme, einen freien
Parkstand nahe ihres Ziels zu finden. Vor allem am Nachmittag, wenn Be-
wohner nach Hause zurückkehren, kommt es zu Konfliktsituationen der
Bewohnerparker mit den über den Tag eingetroffenen Beschäftigten– und
Besucherparkern.
In der Nacht besteht nahezu eine Vollauslastung des Parkraums in der
Südstadt. Abschnittsweise sind Straßenräume überlastet, was sich in
Falschparken (vor Einfahrten, in Eckausrundungen, auf Gehwegen …) äu-
ßert. Nachts wuede rechnerisch eine leichte Überlastung von 101 % des
öffentlichen Parkraumes festgestellt .
Die Analyse der privaten Stellplatzsituation im Vergleich zur Anzahl der
zugelassenen Kfz im Untersuchungsgebiet hat ergeben, dass kein großes
Verlagerungspotential von parkenden Kfz aus dem öffentlichen Straßen-
raum in den privaten Bereich besteht. Die Abschätzung der Anzahl privater
Stellplätze kam zu dem Ergebnis, dass rund 940 private Kfz-Stellplätze
vorhanden sind. Die nächtliche Parkraumerhebung hat rund 1.900 parken-
de Kfz im öffentlichen Raum erfasst. Da im Untersuchungsgebiet rund
2.900 Kfz zugelassen sind, ist die Differenz von rund 1.000 Kfz im privaten
Raum zu vermuten. Den Bewohnern bleibt aufgrund dieses Defizites, kei-
ne andere Möglichkeit, als den öffentlichen Parkraum in der Nacht kom-
plett auszunutzen. Dies führt dazu, dass Beschäftigte in den frühen Mor-
genstunden Probleme haben, einen freien Parkstand zu finden.
Für die Bewohner des Untersuchungsgebietes ist festzustellen, dass ein
grundsätzlicher Mangel an Parkraum besteht. Durch die gründerzeitliche
Bebauung aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sind
kaum Stellplätze oder Garagen in den Innenhöfen vorhanden, da diese bei
der Errichtung der Gebäude keine Rolle spielten. Tiefgaragen sind nur bei
Neubauten zu finden. Mit Ausnahme der Südstadt-Garage (Quartiersga-
rage mit 350 Stellplätzen am Bonner Talweg) sind keine größeren Parkie-
rungsanlagen vorhanden. Somit sind die Bewohner auf den Parkraum des
öffentlichen Straßenraumes angewiesen, wenn sie ein Fahrzeug halten
bzw. nutzen möchten.
Dabei sind die Voraussetzungen zum Verzicht auf das eigene Auto in der
Bonner Südstadt sehr gut. Das funktionierende Nebenzentrum am Bonner
Talweg bietet ein gutes Nahversorgungsangebot in zentraler Lage und ist
zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar. Auch mehrere Kindergärten
und zwei weiterführende Schulen sind im Untersuchungsgebiet vorhanden.
Die Stadtbahnlinien 61 und 62 bieten Verbindungen unter anderem zum
Hauptbahnhof und in die Bonner Innenstadt. Mit dem Fahrrad ist man
schnell am Hauptbahnhof und es lassen sich wesentliche Bereiche des
Stadtgebietes erreichen. Auch die Regionalverbindungen sind ohne eige-
nes Auto leistbar. Prinzipiell kann für viele Fahrtzwecke auf ein eigenesSeite 43 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 37
Beschäftigten im Untersuchungsgebiet umfasst, liegt unweit des Bonner
Hauptbahnhofes und ist gut an den ÖPNV angebunden. Für langzeitpar-
kende Beschäftigte, sollte es im öffentlichen Straßenraum der Südstadt
grundsätzlich keinen Parkraum geben. Der Parkraumbedarf von Beschäf-
tigten muss in Wohnquartieren grundsätzlich auf Firmenstellplätzen oder
auf angemieteten Stellplätzen gedeckt werden. Rund um den Arbeitgeber
der Deutschen Telekom, im Süden des Bonner Talweges, konnte keine
erhöhte Nachfrage der Parkstände durch Beschäftigte festgestellt werden.
Die privaten Stellplätze, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wer-
den, scheinen ausreichend zu sein.
Anders sieht dies bei den beiden Krankenhäusern im Untersuchungsgebiet
aus. Vor allem das Haus St. Elisabeth an der Prinz-Albert-Straße weist le-
diglich 12 private Stellplätze für das Ärztepersonal auf. Weder für weitere
Angestellte noch für Besucher oder ambulante Patienten werden hier Stell-
plätze vorgehalten. Unweigerlich kommt es zu Parkdrucksituationen auf
den umliegenden Straßen. Dazu beitragen kann auch das Clara-
Schumann-Gymnasium (rund 90 Mitarbeiter) an der Loestraße, welches 20
Tiefgaragenstellplätze für die Mitarbeiter zur Verfügung stellt und die Lieb-
frauenschule (rund 40 Angestellte) an der Königstraße, die keine erkenn-
baren Mitarbeiterstellplätze vorhält.
Am benachbarten Krankenhaus Haus St. Petrus, am Bonner Talweg, ste-
hen 40 kostenpflichtige Stellplätze auf dem Krankenhausgelände für Besu-
cher und Patienten zur Verfügung und eine Parkgarage mit weiteren 40
Stellplätzen bietet den Angestellten die Möglichkeit ihr Kfz abzustellen.
Auto verzichtet werden und für die seltene Erfordernis gibt es in der Bun-
desstadt Bonn Sharing-Angebote.
Dennoch gibt es Erfordernisse oder auch private bzw. berufliche Zwänge
über ein eigenes Auto zu verfügen, nur eben nicht ausreichend Parkraum
in der Bonner Südstadt. Flächen für weitere Quartiersgaragen, in denen
Privatfahrzeuge auch über längere Zeiten eingestellt werden können, sind
im engen Gründerzeitgrundriss der Südstadt auf den ersten Blick nicht zu
erkennen.
Die Konflikte zwischen Anwohnern und Beschäftigten bzw. Besuchern sind
zu mindern. Das Bewohnerparken hat in einem Wohnquartier die oberste
Priorität. Dabei ist zu erläutern, dass ein „wohnungsnaher“ Parkstand aus
den oben erläuterten Gründen, in einem Quartier wie der Südstadt, nicht
immer gewährleistet werden kann.
Für die Besucher der Bewohner bzw. Kunden der Geschäfte sind bewirt-
schaftete gebührenpflichtige Parkstände für das Kurzzeitparken anzustre-
ben. Eventuell sind für die Besucher auch Tagestickets anzubieten, um
längere Besuche der Bewohner zu ermöglichen. Die Parkstände im Ne-
benzentrum, entlang des Bonner Talweges, sind von Langzeitparkern frei-
zuhalten. Unbewirtschaftete und Anwohnerparkstände sind in gebühren-
pflichtige Parkstände umzuwandeln, damit Kunden hier ein größeres Park-
standangebot erhalten.
Einer nicht ausreichenden Anzahl an Stellplätzen für Beschäftigte ist mit
einem betrieblichen Mobilitätsmanagement entgegen zu wirken. Darunter
sind alle Maßnahmen zu verstehen, die Unternehmen ergreifen können,
um den durch ihren Betrieb verursachten Verkehr zu lenken und möglichst
gering zu halten. Für Beschäftigte kommt am ehesten ein Wechsel auf an-
dere Verkehrsmittel wie das Fahrrad (Pedelec, E-Bike) oder den öffentli-
chen Personennahverkehr in Frage. Der Bonner Talweg, der die meistenSeite 44 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 38
6 Ziele und Empfehlungen für
ein ParkraumkonzeptSeite 45 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 39
Die Strategie des Parkraummanagements berücksichtigt dabei die folgen-
den Punkte:
 Priorität für Bewohner durch Bewohnerparkquartiere,
 Sicherung des Liefer– und Wirtschaftsverkehrs,
 Sicherung des Besucherparkens,
 aber: Keine vollständige Abdeckung des theoretischen Parkraumbe-
darfs.
 Verhinderung des gebietsfremden Langzeitparkens.
Die Steuerung des ruhenden Verkehrs erfolgt über 5 Stellschrauben:
 Durch die Steuerung des Parkraumangebotes in Hinblick auf die
Menge, Zugänglichkeit und Kosten können das Parkverhalten, der
Parksuchverkehr sowie die Verkehrsnachfrage und das Verkehrsver-
halten beeinflusst werden.
 Das Konzept wird insbesondere auf die Nutzergruppe der Bewohner
abgestellt, die bevorzugt behandelt werden.
 Über die Beschränkung der Parkdauer lassen sich Langzeitparkplät-
ze in Kurzzeitparkplätze umwandeln und das Beschäftigtenparken weit-
gehend ausschließen.
 Mit Hilfe von Parkgebühren, wird auch das Besucherparken weitge-
hend auf den qualifizierten Bedarf des Wohnquartiers beschränkt.
 Eine effektive Überwachung des Parkraummanagements ist not-
wendig, genauso wie die konsequente Ahndung von Verstößen, um die
Parkregelungen durchzusetzen.
6.1 Ziele und Strategien eines Parkraumkonzeptes
Steigende Kfz-Zulassungszahlen und größere Fahrzeugtypen führen dazu,
dass in den verdichteten Quartieren im Innenstadtbereich die Parkproble-
me immer größer werden. Dies gilt auch für die Bonner Südstadt, die noch
eine vergleichsweise geringe Pkw-Dichte aufweist, allerdings aufgrund der
Bebauungsstruktur auch nur ein vergleichsweise niedriges privates Stell-
platzangebot besitzt. Mit Hilfe der vorliegenden Parkraumuntersuchung
kann für die Bonner Südstadt ein bestehender Parkdruck nachgewiesen
werden, der die zwingende Voraussetzung für die Einführung einer Bewirt-
schaftung von öffentlichen Parkständen in Form von Bewohnerparken ist.
Das Oberziel eines Parkraumkonzeptes liegt darin, die Lebensqualität in
den Quartieren zu erhöhen. Dazu zählen:
 Reduzierung des Parkdrucks und des damit zusammenhängenden
Parksuchverkehrs,
 Sicherung von öffentlichem Parkraum für das Bewohnerparken gegen-
über dem Fremdparken, insbesondere langzeitparkenden Beschäftig-
ten,
 Sicherung von Gehwegen und Überquerungsstellen für die Nutzbarkeit
durch Passanten, insbesondere auch mobilitätseingeschränkten Per-
sonengruppen (z.B. Rollatorenbenutzer) und Familien (Kinderwagen)
und Verhinderung des Parkens an diesen empfindlichen Stellen,
 Wiedergewinnung von Freiräumen für den Aufenthalt, Gastronomieflä-
chen und das Kinderspiel in den Straßenräumen,
 Schaffung von Potentialflächen für das Fahrradparken sowie für Car-
Sharing und Mobilstationen und somit Alternativen zum individuellen
Kfz,
 Beeinflussung des Mobilitätsverhaltens im Stadtverkehr, insbesondere
im Beschäftigten– und Ausbildungsverkehr.Seite 46 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 40
Bild 22: Heutiger Beschilderungsaufwand und zukünftige Parkzonenbeschilderung in der Bonner SüdstadtSeite 47 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 41
ner und Besucher / Kunden frei und der Parksuchverkehr nimmt in vielen
Fällen ab.
Die Beschilderung kann für die zusammenhängenden Gebiete (wie in Bild
22 unten dargestellt) mit Zeichen 314.1 StVO „Beginn einer Parkraumbe-
wirtschaftungszone“ erfolgen, wobei per Zusatzzeichen auf die Gebühren-
pflicht und das Bewohnerparken hinzuweisen ist.
Es ist sinnvoll an den Parkscheinautomaten, eventuell nur in begrenzten
Bereichen, Tagestickets anzubieten, um längere Besuche von Bewohnern
zu ermöglichen. Der zeitliche Einsatz des gebührenpflichtigen Parkens in
den Wohnquartieren sollte mit den Parkzeiten auf dem Bonner Talweg ab-
gestimmt erfolgen.
Prinzipiell ist im südlichen Bereich der Südstadt auch ein Verzicht auf eine
Gebührenerhebung möglich, da der Parkdruck deutlich geringer als im üb-
rigen Bereich ist. Das Bild 23 auf der folgenden Seite zeigt die flächende-
ckende gebührenpflichtige Bewirtschaftung nur bis zur Achse Schloßstra-
ße, Ermekeilstraße, Lessingstraße. In dieser Variante 1 würde ein einge-
schränktes Zonenhaltverbot gelten mit zeitlich geregelten Ausnahmen
(Parkscheibenregelung) und einer Bewohnerparkbevorrechtigung.
Konsequenter ist die Variante 2, die in Bild 24 dargestellt ist, und zwei
Parkraumbewirtschaftungszonen mit gleichen Bewirtschaftungsformen mit
einer Parkgebührenpflicht bei einer Bewohnerparkbevorrechtigung beider-
seits des Bonner Talweges ausweist.
6.2 Anpassung der Parkraumbewirtschaftung
Die aktuelle Parkraumbewirtschaftung in der Bonner Südstadt ist durch die
Vielfalt ihrer Regelungen, die sich oft innerhalb von Straßenabschnitten
unterscheiden, unübersichtlich. Für die Autofahrer ist kein Beschilderungs-
system in der Vielfalt der Beschilderungen (siehe Bild 22) erkennbar, so-
dass Parksuchverkehr auftritt. Im Rahmen des Parkraumkonzeptes ist des-
halb eine Vereinheitlichung der Parkregelungen zu empfehlen.
Die Parkstände entlang des Bonner Talweges sollen allesamt kosten-
pflichtig, mittels Parkschein bewirtschaftet werden. Es wird empfohlen, die
maximale Parkzeit entlang des Bonner Talwegs auf 2 Stunden zu begren-
zen. Diese konsequente Regelung soll insbesondere das Kundenparken
der Einzelhandelsgeschäfte und das Besucherparken der Krankenhäuser
und Dienstleistungseinrichtungen fördern. Das Bewohnerparken (mit Be-
wohnerparkausweis) soll deshalb hier ausgeschlossen werden.
Für die Wohngebiete südwestlich und nordöstlich des Bonner Talweges
wird eine allgemeine Gebührenpflicht in Kombination mit einer Bewohner-
bevorrechtigung empfohlen (Beschilderungsbeispiel Bild 22, unten), so-
dass Mischparkgebiete entstehen. Beim Mischparken mit Gebührenpflicht
darf entweder per Gebühr (Parkschein oder Handyparken) oder mit Be-
wohnerparkausweisen oder Ausnahmegenehmigungen geparkt werden.
Insbesondere das Bewohnerparken soll durch diese Maßnahme gefördert
werden. Bewohner, die einen Bewohnerparkausweis erworben haben, sind
von der Parkgebührenpflicht und der Höchstparkdauer ausgenommen.
Grundsätzlich stehen die mit diesem Mischprinzip bewirtschafteten Gebie-
te allen Nutzern frei. Die Gebührenpflicht bewirkt vor allem, dass gebiets-
fremde Langzeitparker wie Berufspendler auf die Nutzung des Autos ver-
zichten und stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad
oder zu Fuß zur Arbeit anreisen. Dadurch werden Parkstände für Bewoh-Seite 48 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 42
Bild 23: Parkraumbewirtschaftung Südstadt - Variante 1Seite 49 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 43
Bild 24: Parkraumbewirtschaftung Südstadt - Variante 2Seite 50 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 44
Juni 2022 die doppelte Gebühr in Höhe von zukünftig 2,00 € je angefange-
ner halber Stunde verlangt.
Ein Tagesticket in der Südstadt würde analog zur Bewirtschaftszone auf
dem Venusberg 12,00 € kosten. Insbesondere für die Besucher der Kran-
kenhäuser aber auch für die Besucher der Anwohner ist die Möglichkeit
des Erwerbs eines Tagestickets eine sinnvolle Maßnahme.
Bei neuen Parkautomaten soll neben der Barzahlung auch digitales Be-
zahlen und Zahlungen mit EC- bzw. Kreditkarte möglich sein.
6.4 Überprüfung Parkraumangebot
Angelehnt an die verkehrstechnischen Richtlinien (RASt, Richtlinien für die
Anlage von Stadtstraßen) hat die Stadt Bonn Mindestgehwegbreiten defi-
niert. Diese gelten insbesondere bei hohem Parkdruck, wenn auch das
Gehwegparken zugelassen wird. Vor der Zulassung des Parkens auf den
Gehwegen sind die Belange der Fußgänger zu prüfen. Grundsätzlich ist
eine Mindestgehwegbreite von 1,50 m sicherzustellen. In besonders stark
frequentierten Bereichen wird ein Mindestmaß von 1,80 m angesetzt. Die-
se Breite reicht in der Regel für das Begegnen zweier Fußgänger.
Vor der Anpassung der Parkraumbewirtschaftung sind die Straßenräume
in Hinblick auf die nutzbaren Gehwegbreiten zu prüfen. Auch Eckausrun-
dungen und sonstige Querungsstellen für Fußgänger sind vom ruhenden
Verkehr freizuhalten. In der vorliegenden Untersuchung konnte dieser Ar-
beitsschritt nicht durchgeführt werden. In der Verkehrsuntersuchung unse-
res Planungsbüros zum Bonner Talweg (2014) wurde bereits festgestellt,
dass in dieser Geschäftsstraße aufgrund des bislang zugelassenen Geh-
wegparkens nur Gehwegbreiten von teilweise 1,17 m zur Verfügung ste-
hen.
6.3 Bewirtschaftungszeiten und Gebührenhöhe
Die Regelungszeiten der Parkraumbewirtschaftung sollen sich auf die Ta-
geszeiten beschränken, zu denen Nutzungskonkurrenzen zwischen dem
Bewohnerparken sowie dem Besucher- und dem Beschäftigtenparken be-
stehen und in denen mit der Bewirtschaftung tatsächlich spürbare ver-
kehrslenkende Effekte erzielt werden können.
Aktuell bestehen unterschiedliche Regelungen für die Gebührenpflichtig-
keit und das Bewohnerparken, mit und ohne Einbeziehung des Samstags.
Eine einheitliche Regelung für die Südstadt kann eine Gebührenpflicht
montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr vor-
sehen. Unterschiedliche Bewirtschaftungszeiten, insbesondere wenn diese
für unmittelbar angrenzende Bereiche gelten, sind für die Nutzer nicht
nachvollziehbar und führen zu zusätzlichem Parksuchverkehr.
Zum Zeitpunkt der Erstellung der vorliegenden Parkraumuntersuchung und
nach bestehender Parkgebührenordnung Anfang des Jahres 2022 (gültig
seit 1996) kosten 30 Minuten Parken 0,60 €. Entsprechend der Knappheit
des Gutes Parken und zur Steigerung der Einnahmen ist eine Anpassung
der Parkgebührenordnung überfällig.
Entsprechend hat der Rat der Stadt Bonn am 10.02.2022 Änderungen der
Parkgebührenordnung beschlossen, die zum 1. Juni 2022 in Kraft treten.
Die Gebühren für das Parken im öffentlichen Raum werden erhöht, um die
klimafreundliche Mobilität zu stärken, indem Mehreinnahmen für den Aus-
bau des ÖPNV bzw. vergünstigte Ticketangebote genutzt werden.
Der Bonner Talweg gehört bislang zur Gebührenzone 3 der Parkgebühren-
ordnung, sodass die Parkgebühr auf 1,00 € je angefangener halber Stunde
erhöht wird. In Anbetracht der relativ niedrigen Anzahl an Beschäftigten-
parkvorgängen in der Südstadt (8 %) erscheint dies angemessen. Zum
Vergleich: In den Gebührenzonen 1 und 2 im Stadtbezirk Bonn wird amSeite 51 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 45
Für eine konsequente Parkraumüberwachung im Untersuchungsgebiet ist
es notwendig, dass das Ordnungspersonal zweimal täglich (montags bis
samstags) Kontrollen durchführt. Weiterhin sind sporadisch Kontrollen an
Sonntagen und nachts notwendig. Dafür erscheinen für den Ordnungs-
dienst zusätzlich 4 Stellen für die mobile Überwachung in der Südstadt
erforderlich.
6.6 Evaluierung
Die Erfahrung mit der Umsetzung des Parkraumkonzeptes Venusberg hat
gezeigt, dass eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wertvolle Hin-
weise in Vorbereitung der Umsetzung eines Parkraumkonzeptes erbringen
kann. Deshalb sollte mit der Konkretisierung des Ausführungskonzeptes
der Parkregelungen bis nach der Durchführung der Bürgerinformation ge-
wartet werden.
Darüber hinaus sollten Wirkungen, die mit der Umsetzung des Parkraum-
konzepts einhergehen, beobachtet werden, damit potentielle negative Ef-
fekte frühzeitig erkannt werden. Wenn nötig, ist eine frühzeitige Nachjustie-
rung anzustreben. Das Konzept soll somit nicht als „in Stein gemeißelt“
angesehen werden, sondern als Instrument zur Neuorientierung und Ver-
besserung des ruhenden Verkehrs in der Südstadt.
Eine Evaluierung der Parkregelungen ist etwa ein Jahr nach deren Einset-
zung vorzunehmen.
Gerade auf Schulwegabschnitten (von den Straßenbahnhaltestellen zum
Clara-Schumann-Gymnasium) sind aufgrund von Schülerpulks mindestens
Gehwegbreiten von 1,80 m freizuhalten. Auch Querungsstellen über die
Fahrbahn des Bonner Talwegs (z.B. im Einmündungsbereich der Loeh-
straße) sind von parkenden Kfz freizuhalten.
Flächen, die zukünftig nicht mehr als Parkraum zur Verfügung stehen, sol-
len revitalisiert werden, indem sie zu Fläche für alternative Mobilitätsange-
bote, Begrünung bzw. für das Kinderspiel (Spielpunkte) sowie kulturelle
und gastronomische Zwecke umgewandelt werden.
6.5 Parkraumüberwachung
Wie die Erfahrung zeigt, werden Parkregelungen nur dann eingehalten,
wenn diese auch regelmäßig durch die Ordnungsbehörden kontrolliert wer-
den. Die aktuelle Situation in der Südstadt zeigt, dass dies bislang nicht
effektiv gelingt.
Bei der Umsetzung des vorliegenden Parkraumkonzeptes ist die regelmä-
ßige Kontrolle der Parkregelungen und die Ahndung von Verstößen die
wesentliche Stellschraube für eine geordnete Parkraumnachfrage. Durch
Verwarnungen mit entsprechenden Geldzahlungserfordernissen lässt sich
das Parkverhalten der regelmäßigen Parker, in diesem Fall insbesondere
die Nutzergruppen der Beschäftigten und Besucher beeinflussen.
Bei einer Vielzahl von vorhandenen Parkständen auf den Gehwegen ist
die zur Verfügung stehende Fläche für den ruhenden Verkehr markiert.
Das Ordnungspersonal sollte bei der Überwachung kontrollieren, ob die
Markierung eingehalten wird, um unnötige Verengungen des Gehwegs zu
verhindern.Seite 52 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt 46
AnlagenSeite 53 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 1
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 3 UhrSeite 54 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 2
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 7 UhrSeite 55 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 3
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 9 UhrSeite 56 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 4
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 11 UhrSeite 57 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 5
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 13 UhrSeite 58 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 6
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 15 UhrSeite 59 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 7
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 17 UhrSeite 60 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 8
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - 19 UhrSeite 61 von 128
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Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 9
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - Gesamt
Straßenabschnitt Gesamt Anzahl der Parkvorgänge Gesamt 4638 Pkw
Anwohner 2820 Pkw
Beschäftigte 364 Pkw
Kunden/Besucher 1454 Pkw
mittlerer Umschlag je Parkstand 2,50 Pkw
Anwohner Beschäftigte Besucher
Std:min Std:min Std:min
628 148 71 386 622 6:38 5:47 1:09
Uhrzeit
abs % abs % abs % abs % abs %
03:00 1879 101 0 0 0 0 1879 101 1.855 100
06:00 1790 96 42 2 22 1 1854 100 1.855 100
07:00 1629 88 75 4 66 4 1770 95 1.855 100
08:00 1473 79 120 6 109 6 1702 92 1.855 100
09:00 1364 74 179 10 171 9 1714 92 1.855 100
10:00 1283 69 220 12 213 11 1716 93 1.855 100
11:00 1229 66 245 13 237 13 1711 92 1.855 100
12:00 1212 65 243 13 234 13 1689 91 1.855 100
13:00 1223 66 259 14 193 10 1675 90 1.855 100
14:00 1248 67 238 13 178 10 1664 90 1.855 100
15:00 1261 68 214 12 173 9 1648 89 1.855 100
16:00 1275 69 172 9 202 11 1649 89 1.855 100
17:00 1336 72 124 7 201 11 1661 90 1.855 100
18:00 1410 76 89 5 197 11 1696 91 1.855 100
19:00 1495 81 72 4 204 11 1771 95 1.855 100
Anwohner Beschäftigte Besucher * bezogen auf das Zeitintervall von 06:00 bis 19:00 Uhr
1.855 16 4:40
belegte Parkstände durch Parkraum-
Anwohner Beschäftigte Besucher insgesamt angebot
Parkraumauswertung Gesamt 22.+24.09.2020
Anzahl der legalen Parkstände Behinderten-
Parkstände
Art der Parkraumbewirtschaftung mittlere Parkdauer*
unbewirt-
schaftet
Park-
scheibe
kosten-
pflichtig Bewohner Bewohner
16-9
Parkdauer im Mittel
Std:min
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 120 130
Auslastung der Parkstände in %Seite 62 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 10
Straßenabschnitt Verkehrszelle 1 Anzahl der Parkvorgänge Gesamt 823 Pkw
Anwohner 424 Pkw
Beschäftigte 74 Pkw
Kunden/Besucher 325 Pkw
mittlerer Umschlag je Parkstand 2,98 Pkw
Anwohner Beschäftigte Besucher
Std:min Std:min Std:min
51 84 9 28 104 6:28 5:54 1:08
Uhrzeit
abs % abs % abs % abs % abs %
03:00 285 103 0 0 0 0 285 103 276 100
06:00 267 97 10 4 4 1 281 102 276 100
07:00 239 87 18 7 15 5 272 99 276 100
08:00 208 75 28 10 27 10 263 95 276 100
09:00 190 69 40 14 39 14 269 97 276 100
10:00 182 66 44 16 50 18 276 100 276 100
11:00 173 63 45 16 49 18 267 97 276 100
12:00 172 62 44 16 47 17 263 95 276 100
13:00 169 61 50 18 44 16 263 95 276 100
14:00 170 62 45 16 43 16 258 93 276 100
15:00 175 63 42 15 46 17 263 95 276 100
16:00 178 64 39 14 53 19 270 98 276 100
17:00 195 71 27 10 41 15 263 95 276 100
18:00 214 78 22 8 34 12 270 98 276 100
19:00 223 81 20 7 40 14 283 103 276 100
Anwohner Beschäftigte Besucher * bezogen auf das Zeitintervall von 06:00 bis 19:00 Uhr
276 5 4:05
belegte Parkstände durch Parkraum-
Anwohner Beschäftigte Besucher insgesamt angebot
Parkraumauswertung Verkehrszelle 1 22.+24.09.2020
Anzahl der legalen Parkstände Behinderten-
Parkstände
Art der Parkraumbewirtschaftung mittlere Parkdauer*
unbewirt-
schaftet
Park-
scheibe
kosten-
pflichtig Bewohner Bewohner
16-9
Parkdauer im Mittel
Std:min
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 120 130
Auslastung der Parkstände in %
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - Verkehrszelle 1Seite 63 von 128
Runge IVP, Ingenieurbüro für integrierte Verkehrsplanung
Parkraumuntersuchung Bonn-Südstadt Anlage 11
Parkraumauslastung Bonn Südstadt - S1
Straßenabschnitt Poppelsdorfer Allee (nördl. Prinz-Albert-Straße) Anzahl der Parkvorgänge Gesamt 57 Pkw
Anwohner 6 Pkw
Abschnittslänge 50 m Beschäftigte 5 Pkw
Nordseite: 10 Parkstände Kunden/Besucher 46 Pkw
Südseite: 0 Parkstände
mittlerer Umschlag je Parkstand 6,33 Pkw
Anwohner Beschäftigte Besucher
Std:min Std:min Std:min
0 0 9 0 0 0:30 5:30 1:01
Uhrzeit
abs % abs % abs % abs % abs %
03:00 6 67 0 0 0 0 6 67 9 100
06:00 1 11 0 0 0 0 1 11 9 100
07:00 0 0 1 11 4 44 5 56 9 100
08:00 0 0 2 22 6 67 8 89 9 100
09:00 0 0 2 22 7 78 9 100 9 100
10:00 0 0 2 22 6 67 8 89 9 100
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Datenstand: 02.11.2026, 17:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de