222376-02 · Beschlussvorlage
Beschlussvorschlag zum Bürgerantrag: "Beauftragung von Bonn-Netz im Rahmen der zukünftigen Wärmeplanung"
Kerndaten
- Nummer
- 222376-02
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 20.03.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 222376-02 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue- rung Dezernat: Dez. OB Beschlussvorschlag zum Bürgerantrag: "Beauftragung von Bonn-Netz im Rahmen der zukünftigen Wärmeplanung" Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 26.04.2023 Empfehlung Rat 27.04.2023 Entscheidung Beschlussvorschlag Die derzeitige Aufgabenverteilung innerhalb des SWB-Konzerns, insbesondere die Zusammenarbeit zwischen der EnW GmbH sowie der BonnNetz GmbH, wird bestätigt. Die Inhalte aus dem Bürgerantrag, der im Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger angenommen wurde, werden abgelehnt. Begründung Die Verwaltung empfiehlt, die Inhalte des Bürgerantrages, der vom Bürgerausschuss angenommen wurde, abzulehnen, da es sinnvoll ist, die derzeitige Aufgabenverteilung zwischen der EnW GmbH mit der Erzeugung und der BonnNetz GmbH als dienstleistender Betriebsführer für die EnW GmbH auch zukünftig weiter zu führen. Es gibt weder aus technischer noch aus wirtschaftlicher Sicht eine Notwendigkeit für eine Umstrukturierung. Der Bürgerantrag 9225/2022 (DS222376) hatte folgenden Wortlaut: Hiermit beantrage ich, dass der Rat der Stadt Bonn, im Rahmen der zukünftigen Wärmeplanung, BonnNetz mit der Planung, Errichtung und Wartung der Wärmenetze in Bonn und somit auch mit der Finanzierung, für alle Haushalte beauftragt.Seite 1 von 4 Seite 2 Die zu diesem Bürgerantrag erfolgte ablehnende Stellungnahme der SWB GmbH lautet wie folgt: Die Fernwärmeversorgung ist innerhalb des SWB-Konzerns eine Sparte der Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH (EnW). Im Auftrag der EnW führt die BonnNetz alle erforderlichen Planungs- , Bau- und Betriebsführungsarbeiten dienstleistend durch. Seitens der Stadt Bonn wurde eine Konzession zur Verlegung der Fernwärmeleitung im öffentlichen Bereich ausgeschrieben und im Rahmen des öffentlichen Ausschreibungsverfahrens an die EnW vergeben. Mit der Vergabe dieser Konzession von der Stadt an die EnW ist geregelt, dass diese die Fernwärmeversorgung im Stadtgebiet betreibt. Dies betrifft analog zur Wasserversorgung, bei der es auch keine Möglichkeit zur Einspeisung von Wasser Dritter gibt, sowohl den Leitungsbetrieb als auch den Endkundenvertrieb. Daher können in der Fernwärme- und Wasserversorgung keine gesondert ausgewiesenen Netzentgelte durch die Kunden entrichtet werden. Die Sparten Erdgas, Strom sowie Telekommunikation sind liberalisiert mit dem Ergebnis, eines vom Vertrieb und der Erzeugung losgelösten Netzbetriebs nach den „Unbundling- Vorgaben“ der Bundesnetzagentur (BNetzA). Die Fernwärmeversorgung fällt nicht unter die Regelungen des § 6 EnWG zur Entflechtung, so wie es für Gas- und Stromnetzbetreiber gesetzlich geregelt ist. Vielmehr handelt es sich bei der Fernwärmeversorgung um ein vollintegriertes Endkundenprodukt der EnW, das alle Kostenbestandteile von der Energieerzeugung bis zur Lieferung und Abrechnung mit dem Kunden sowie die Finanzierung des Netzes beinhaltet. Die BonnNetz GmbH führt lediglich die technische Betriebsführung als technischer Dienstleistungspartner für die EnW durch. Eine Entflechtung von Erzeugung, Verteilung, und Vertrieb sowie eine Einspeisung von Energie Dritter ist in dieser Versorgungssparte schon rein aus physikalischen und abrechnungstechnischen Gesichtspunkten nicht möglich. Im Rahmen der Fernwärmeprojektes 2035 soll sowohl ein massiver Ausbau des Fernwärmenetzes als auch eine Erweiterung und Dezentralisierung der Erzeugungsanlagen sowie eine Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung erfolgen. Allein der Standort in Endenich (HKW-Nord) wird zentral betrieben, damit die Energie der MVA, die bei der Müllverwertung gewonnen wird, weiterhin im Sinne der Energieeffizienz genutzt und in die Fernwärme eingespeist werden kann. Weiterhin werden durch die angewandte Kombination von Stromerzeugung und Fernwärmeauskopplung (KWK) an diesem Standort höchste Wirkungsgrade erzielt. Die vorhandenen Erzeugungsanlagen sind dabei zukünftig für den Einsatz von Wasserstoff als CO2-freier Energieträger ausgelegt. Eine Einspeisung Dritter würde sich hier kontraproduktiv auswirken da diesesSeite 2 von 4 Seite 3 einen negativen Einfluss auf die Effizienz der heutigen und zukünftig geplanten Versorgungsinfrastruktur hätte. Ferner würden Einspeisungen Dritter zu hydraulischen Problemen im Verteilungsnetz führen, was wiederum einem effizienten und effektiven Betrieb der Fernwärmeversorgung widersprechen würde. Derzeit erfolgen die ersten Vorplanungen für den Einsatz von Großwärmepumpen mit unterschiedlichen Umweltwärmequellen (z.B. Fluss- und/oder Abwasser) für die Fernwärmeversorgung. Hierdurch wird die Fernwärmeversorgung sukzessive klimaneutral. Für die klimaneutrale Transformation der Energieversorgung in Bonn stellt der Ausbau des bestehenden Fernwärmenetzes eine große Chance dar. Im Rahmen der kommunalen Wärmeleitplanung für das gesamte Stadtgebiet sollen weitere Potentiale für das Ziel einer klima- bzw. CO2-neutralen Stadt identifiziert werden. Derzeit laufen hierzu in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn die notwendigen Vorbereitungen. Unter anderem wurde diesbezüglich Ende Dezember ein Antrag auf Förderung im Rahmen des zum Jahreswechsel aufgelegten Förderprogramms gestellt. Zwischenzeitlich wurde seitens des Fördergebers ein frühzeitiger förderunschädlicher Maßnahmenbeginn genehmigt. Die Förderung beträgt 90% der anrechenbaren Kosten. Aufgrund von mehr als 100 Jahren Erfahrungen in der Planung, dem Betrieb und dem Bau von unterschiedlichsten, leitungsgebundenen Versorgungsnetzen kann die EnW für die zukünftigen Herausforderungen der Energiewende auf umfangreiches KnowHow zurückgreifen. Dieses kann im Stadtwerke- Konzern durch die synergetische Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Fachabteilungen und, aufgrund der kurzen internen Entscheidungswege sowie der gebündelten, fachlichen Kompetenzen optimal eingesetzt werden. Ferner kann so gewährleistet werden, dass über die Fernwärmeversorgung ein großer Anteil zur Dekarbonisierung des Wärmemarktes in Bonn durch die EnW beigetragen wird. Aus den zuvor genannten Gründen ist es aus Sicht des Stadtwerke Konzerns daher weiterhin sinnvoll die derzeitige Aufgabenverteilung zwischen EnW mit der Erzeugung und der BonnNetz als dienstleistender Betriebsführer für die EnW auch zukünftig weiter zu führen. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag komplett (nichtöffentlich)Seite 3 von 4 Datum 25.11.2022 Anrede Frau Herr ohne Anrede Vorname Nachname Straße Hausnummer Postleitzahl Ort Telefon E-Mail Betreff BonnNetz und Wärmenetze Ihr Antrag Hiermit beantrage ich, dass der Rat der Stadt Bonn, im Rahmen der zukünftigen Wärmeplanung, BonnNetz mit der Planung, Errichtung und Wartung der Wärmenetze in Bonn und somit auch mit der Finanzierung, für alle Haushalte beauftragt. Seitens der Wärmeversorgung werden in Zukunft entweder Nahwärme-, Nahkälte-, Fernwärme- und Fernkältenetze erforderlich sein. Bisher werden die meisten Netze von der BonnNetz, teil des SWB-Konzerns errichtet und betrieben. Als Gegenleistung werden Netzentgelte gezahlt. Dies ist seitens des Wasser- und Stromnetzes zurzeit unstrittig. Bei den Wärme- und Kältenetzen jedoch gibt es in aller Regel nur einen Betreiber, der die Wärme oder Kälteversorgung anbietet. Bei der Fernwärme in Bonn z. B. der SWB-Konzern. Ein zweiter Anbieter zu diesem Netz, kann nicht zugelassen werden. Sollten laut Auffassung des Rates auch andere Anbieter für die Wärmeversorgung z. B. Bürgerenergie in Frage kommen, stellt sich die Frage: wer ist für die Errichtung und das Betreiben der Netze verantwortlich? Soll es, wie bei den Kommunikationsnetzen, der Telefonanbieter sein oder wie beim Gas- oder Stromnetz die BonnNetz. Wenn der Rat der Auffassung ist, dass es die Anbieter, wie Bürgerenergie sein sollen, die die Netze planen, bauen und betreiben sollen, dann beantrage ich seitens des Rates zu kontrollieren, ob BonnNetz finanzielle und personelle Mittel beim Planen, Installieren und Betreiben des Fernwärmenetzes der SWB dem Konzern zur Verfügung stellt und diese Kosten spätestens ab dem Jahr 2022 wieder dem SWB-Konzern und nicht BonnNetz im Allgemeinen zugeordnet werden, da dies zu einer Verzerrung des Wettbewerbs im Wärmemarkt führt. BonnNetz dürfte dann mit diesem Wärmenetz, als neutraler Netzbetreiber nichts mehr mit Wärme zu tun haben. Noch zwei Anmerkungen: Die Fernwärmestrategie des SWB-Konzerns allein auf Müllverbrennung plus Gas (später Wasserstoff) zu setzen, halte ich aus ökonomischer und ökologischer Sicht für eine Sackgasse, da der Müll ja in Zukunft drastisch weniger werden soll, der Preis für Wasserstoff noch gar nicht feststeht, weil bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff und weiter wieder in Wärme hohe Verluste auftreten und weil der Wasserstoff in der Zukunft hauptsächlich für die Industrie verbleiben soll. In diesem Zusammenhang sollte auch nochmal der Verbleib der BonnNetz im SWB-Konzern überlegt werden. Begründung des Antrags Zukunft der Bonner Wärmeversorgung und die Errichtung von Wärmenetzen Hiermit bestätige ich, dass ich seit mindestens drei Monaten in Bonn wohne. Seite 1 von 2 PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_01_002 ID=KFAS_01_002 CV7WkMJ3 25.11.22 14:32Seite 4 von 4
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