222312 · Beschlussvorlage
Einleitungsbeschluss sowie Beschluss zur öffentlichen Auslegung des Entwurfs des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 6224-2 "Im Dahl", Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Buschdorf im Straßengeviert Im Dahl
Kerndaten
- Nummer
- 222312
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 21.12.2022
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage öffentlich 222312 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Einleitungsbeschluss sowie Beschluss zur öffentlichen Auslegung des Entwurfs des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 6224-2 "Im Dahl", Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Buschdorf im Straßengeviert Im Dahl Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.01.2023 Anhörung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 18.01.2023 Empfehlung Bezirksvertretung Bonn 31.01.2023 Anhörung Rat 09.02.2023 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Dem Antrag der Montana Wohnungsbau GmbH vom 25.11.2016 auf Einleitung des Planverfahrens zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes (Nr. 6224-2) für ein Gebiet im Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Buschdorf, im Straßengeviert Im Dahl, wird gemäß § 12 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) entsprochen. Das Planverfahren wird in einem beschleunigten Verfahren gemäß § 13a Baugesetzbuch (BauGB) durchgeführt. 2. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 6224-2 der Bundesstadt Bonn für ein Gebiet im Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Buschdorf, im Straßengeviert Im Dahl ist gemäß § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) einschließlich seiner Begründung öffentlich auszulegen. Begründung Plangebiet Das ca. 0,3 ha große Plangebiet liegt im Stadtbezirk Bonn und dort im südöstlichen Bereich des Stadtteils Buschdorf und umfasst das Grundstück Gemarkung Buschdorf (4303), Flur 4 Flurstück 439. Der zu überplanende Bereich stellt sich derzeit überwiegend als Wiesenfläche dar. Ergänzend befinden sich im Norden des Gebietes vereinzelnd Baumbestände. Das Planungsgebiet wird im Norden durch die Bestandsbebauung des Straßenzugs ‚Im Dahl‘ bestehend aus Garagen undSeite 1 von 52 Seite 2 zweigeschossiger Wohnbebauung begrenzt. Im Osten, im Süden und im Westen des Plangebietes befindet sich die Straße ‚Im Dahl‘. Die unmittelbare Umgebung des Straßenzuges setzt sich ebenfalls aus ein- bis zweigeschossigen Wohngebäuden zusammen. Planungsvorgaben und geltendes Planungsrecht Der Flächennutzungsplan (FNP) der Bundesstadt Bonn stellt das Plangebiet als eine Wohnbaufläche mit der Zweckbestimmung Kindergarten dar. Die Neuaufstellung des Bebauungsplans ist daher nicht aus dem FNP entwickelt. Der FNP wird deshalb im Wege der Berichtigung angepasst. Die Flächendarstellung Wohnbaufläche bleibt bestehen, die Zweckbestimmung Kindergarten entfällt jedoch. Eine Darstellung der Berichtigung ist Anlage beigefügt. Für das Plangebiet liegt derzeit der rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 7425-19 vom 27.11.1981 mit diversen Änderungen vor, die für den Geltungsbereich des aufzustellenden Bebauungsplans nicht relevant sind. Dort wird das Plangebiet als Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung Kindergarten festgesetzt. Innerhalb einer großen überbaubaren Grundstücksfläche sind maximal 2 Vollgeschosse zulässig. Zur Realisierung einer Wohnbebauung ist für diesen Bereich somit die vorliegende Neuaufstellung des Bebauungsplanes erforderlich, der in seinem Geltungsbereich den rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 7425-19 überplant. Städtebauliche Ziele und Auswirkungen Im Bebauungsplan Nr. 7425-24 ‚Otto-Hahn-Straße‘, der im Jahre 2016 Rechtskraft für das Baugebiet ‚Apfelgarten‘ der Firma Montana Wohnungsbau GmbH erlangt hat, wurde u.a. eine Gemeinbedarfsfläche für eine Kindertageseinrichtung festgesetzt. Diese 4-gruppige Kindertagesstätte mit einem Angebot für ca. 72 Kinder wurde in der Zwischenzeit in Betrieb genommen. Aufgrund der räumlichen Nähe zur existierenden Kindertageseinrichtung im Baugebiet "Apfelgarten", ist die im rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 7425-19 "Im Dahl" festgesetzte Gemeinbedarfsfläche - Kindergarten -, nicht mehr erforderlich. Ziel ist es daher, eine wohnungsbauliche und nachverdichtende Entwicklung im Ortsteil Buschdorf zu ermöglichen und dabei zeitgemäße Wohnformen zu fördern, die vor allem ältere Bewohnergruppen ansprechen. Im Bonner Stadtgebiet besteht ein erheblicher Bedarf an Wohnraum. Das Verfahren zielt im öffentlichen Interesse darauf ab, die vorliegende Fläche einer städtebaulichen Neuordnung zuzuführen und den Wohnstandort Buschdorf zu stärken. Somit entspricht das Bauvorhaben dem Ziel der Bundesstadt Bonn, bevorzugt bereits erschlossene Grundstücke und bebaute Stadtbereiche zu entwickeln und damit der weiteren Zersiedlung der Landschaft entgegenzuwirken. Die Planung steht im Kontext der städtebaulichen Zielsetzung, dem dringenden Wohnbedarf durch eine maßvolle Innenentwicklung gerecht zu werden. So sollen Neuausweisungen von Bauflächen in den Stadtrandbereichen minimiertSeite 2 von 52 Seite 3 und der Landschaftsverbrauch sowie die weitere Zersiedlung der Landschaft eingeschränkt werden. Es sollen bereits erschlossene Grundstücke und bebaute Stadtbereiche im Innenbereich entwickelt werden. Denn dort kann auf bereits vorhandene Erschließungsinfrastrukturen, ÖPNV-Haltepunkte und soziale Einrichtungen des Gemeinbedarfs zurückgegriffen werden. Darüber hinaus entspricht die Planung dem im Baugesetzbuch definierten Planungsgrundsatz, mit Grund und Boden sparsam umzugehen. Aufgrund der Baumaßnahmen sind keine städtebaulichen Auswirkungen auf die Nachbarbebauung zu erwarten. Die Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung tragen dazu bei, dass sich das Gebäude in das vorhandene Bauvolumen der näheren Umgebung einfügt. Die Planung gliedert sich auch mit der festgesetzten Art der baulichen Nutzung in die Eigenart des Baugebiets der Umgebung ein; für das Wohngebiet untypische Belästigungen oder Störungen sind nicht zu erwarten. Vorhabenbeschreibung Auf dem Grundstück wird ein Mehrfamilienhaus mit 2 Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss geplant. Um die Anzahl der Geschosse abbilden zu können, ist eine maximale Gebäudehöhe von 10,8 m vorgesehen. Die Dächer sind als Flachdächer mit einer extensiven Dachbegrünung sowie Photovoltaikanlagen zu versehen. Im Mehrfamilienhaus sind insgesamt zehn 1-2 Zimmer-Wohnungen mit einer durchschnittlichen Größe von ca. 65 m² sowie sechs 3-4 Zimmer-Wohnungen mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von ca. 103 m² vorgesehen. Das Angebot an kleineren Wohnungen richtet sich v.a. an ältere Bevölkerungsgruppen, die im Stadtteil ein neues Zuhause suchen. Diese vorgesehene Nutzergruppe entspricht damit den Zielen der Perspektivwerkstatt Buschdorf. Zum barrierefreien Erreichen aller Wohnungen ist für dieses Gebäude ein Aufzug vorgesehen. Der Baukörper soll mit einer hellen und freundlichen Fassadengestaltung als Putzfassade verwirklicht werden. Als Freisitze sind im Erdgeschoss Terrassen und im Obergeschoss Balkone geplant. Der ruhende Verkehr wird überwiegend in der geplanten Tiefgarage untergebracht. Zusätzlich sind oberirdisch zwei Besucherparkplätze vorgesehen. Um die Fahrräder im Plangebiet unterzubringen, ist die Errichtung eines Fahrradstellplatzes beabsichtigt. Die Erschließung der geplanten Stellplätze erfolgt über den nordwestlichen Straßenzug ‚Im Dahl‘. Das geplante Mehrfamilienhaus wird im Effizienzhaus-40-Standard errichtet. Zur Versorgung des Gebäudes ist eine Luft/Wasser Wärmepumpe in Kombination mit einer Solaranlage vorgesehen, die als eine Handlungsempfehlung aus dem erstellten Energiekonzept abgeleitet wurde. Öffentlicher geförderter Wohnungsraum Der Entwurf unterliegt dem Bonner Baulandmodell (BBLM) in der bis zum 27.06.2021 geltenden Fassung, da mehr als 11 Wohnungen bzw. mehr als 1.100 m² Bruttogrundfläche (BGF) vorgesehen sind. Der Ratsbeschluss zur Modifizierung des BBLM vom 28.06.2021 (DS-Nr.201298) greift hier nicht, daSeite 3 von 52 Seite 4 die Planungsvereinbarung zum Verfahren vor dem Ratsbeschluss unterschrieben wurde. Gemäß den Vorgaben des anzuwendenden BBLM sind mindestens 20 % der geplanten Wohnungen für den öffentlich geförderten Wohnungsbau vorzusehen. Im vorliegenden Fall sind ca. 17 Wohneinheiten im Plangebiet geplant, demnach sind mindestens 3 Wohnungen als geförderte Wohneinheiten zu errichten. Baumschutz / Prüfung Fassadenbegrünung Das Planungsgebiet stellt sich größtenteils als eine intensiv gepflegte Rasenfläche dar. An der östlichen Plangebietsgrenze befindet sich ein Laubbaum (Vogelkirsche), der unter die Baumschutzsatzung der Bundesstadt Bonn fällt. Dieser bleibt auch bei Umsetzung des Vorhabens erhalten. Die weiteren Bäume im Plangebiet fallen nicht unter die Baumschutzsatzung, da sie Nadelbäume unter 1,5 m Stammumfang darstellen. Westlich außerhalb des Plangebiets befinden sich drei Straßenbäume, die unter die Baumschutzsatzung fallen, jedoch nicht von der Planung betroffen sind. Dennoch ist ein Hinweis auf die einschlägigen Vorschriften zum Baumschutz bei Baumaßnahmen in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen worden. Die Vorhabenträgerin hat die Umsetzung einer Fassadenbegrünung geprüft (DS-Nr. 200165) und schließt diese aus konstruktiven Gründen aus. Die übersichtliche Form des Gebäudes und der hohe Anteil an Fensterflächen (Verglasung) lassen eine Begrünung nicht oder nur in sehr begrenzten Umfang zu. Auf der Südseite befindet sich die Tiefgaragen-Rampe und auf der Ost- und Westseite sind jeweils Balkone, Terrassen, Fensteranlagen etc. geplant, welche ebenfalls eine Fassadenbegrünung nicht erlauben. Auch um die Nebenkosten für das Wohnen gering zu halten (hier: die erhöhten Pflegekosten von Rankgewächsen), schließt die Vorhabenträgerin eine Fassadenbegrünung aus. Planungsablauf Die Montana Wohnungsbau GmbH hat am 25.11.2016 einen Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens gestellt, mit dem Ziel, die Fläche einer wohnungswirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Der Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz hat in seiner Sitzung am 25.04.2018 unter Vorberatung in der Bezirksvertretung Bonn am 10.04.2018 sowie dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz am 24.04.2018 den Zielbeschluss (DS-Nr.1810802) für die Entwicklung der Fläche mit einer Wohnnutzung gefasst. Das erforderliche Bebauungsplanverfahren wird im Sinne einer Innenentwicklung unter Schonung der Freiräume am Siedlungsrand im beschleunigten Verfahren als Bebauungsplan mit frühzeitiger Bürgerbeteiligung durchgeführt. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass durch die Vorhabenträgerin Planungsalternativen zu erarbeiten sind, welche sich mit den Zielen der Perspektivwerkstatt Buschdorf und den damit verknüpften Themen Barrierefreiheit, Mehrgenerationen, besondere Wohnformen sowie der demographischen Entwicklung von Buschdorf befassen. In Abstimmung mit der Verwaltung hat die Montana Wohnungsbau GmbH zweiSeite 4 von 52 Seite 5 Alternativen eines städtebaulichen Konzepts erarbeitet: • Alternative 1 stellte ein Mehrfamilienhaus mit 2 Vollgeschossen und zusätzlichem Staffelgeschoss dar. • Alternative 2 plante auf dem Grundstück 8 Haustypen mit je 1,5 Geschossen zu errichten. Auf Grundlage von zwei Alternativen eines städtebaulichen Konzepts hat die Bezirksvertretung Bonn in ihrer Sitzung am 05.10.2021 die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB zum Bebauungsplan Nr. 6224-2 ‚Im Dahl‘ in Buschdorf mit nachfolgend benannten Maßgaben beschlossen (DS-Nr. 210472). • In der Öffentlichkeitsbeteiligung wird ausschließlich das städtebauliche Konzept, welches als Wohnform ein Mehrfamilienhaus vorsieht, eingebracht. • Das Gebäude ist im Effizienzhausstandard 40 zu errichten. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB fand im Zeitraum vom 02.12.2021 bis einschließlich 17.12.2021 statt. Die Planung konnte im Stadthaus, Etage 2 (vor dem Ratssaal) bzw. durch Präsentation auf der Internetseite der Stadt Bonn (www.Bonn-macht-mit.de) eingesehen werden. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung wurden insgesamt 18 Stellungnahmen seitens der Öffentlichkeit eingereicht. Die geäußerten Anregungen und Bedenken, die zur Planung geäußert wurden, bezogen sich insbesondere auf folgende Themen: • Versiegelung • Versickerung • Nachverdichtung • Verkehrsbelastung • Verschiebung der geplanten Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage • Gebäudehöhe • Mikroklima • Artenschutz • Starkregenereignisse • Errichtung einer Kindertagesstätte • negative Auswirkungen einer Photovoltaikanlage • Folgekosten für die Wohnnachbarschaft (bspw. Verkehrswertminderung). Neben den dargelegten Themen wurde angeregt das geplante Mehrfamilienhaus u.a. aufgrund der kleinen Vorgärten der nordwestlich angrenzenden 1½-geschossigen Wohnbebauung in die Mitte des Grundstücks zu verschieben. Diese Anregung wurde im Rahmen der Überarbeitung des Bebauungsplans berücksichtigt, indem die Baugrenzen weitere 2,5 m nach Südosten verschoben wurden. Eine weitere Verschiebung ist aufgrund der Ausrichtung des Bauköpers auf dem Baugrundstück nicht möglich. Weitere Änderungen des städtebaulichen Konzepts erfolgen nicht. PlanverfahrenSeite 5 von 52 Seite 6 Da im Planverfahren eine Nachverdichtung eines bereits bestehenden Siedlungsgebietes und somit eine Innenentwicklung beabsichtigt ist, wird die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 6224-2 in einem beschleunigten Verfahren gemäß § 13a Baugesetzbuch (BauGB) durchgeführt. Die Voraussetzungen für die Durchführung des beschleunigten Verfahrens sind gegeben, da der vorgeschriebene Schwellenwert der Grundflächengröße (< 2 ha) eingehalten wird, das Plangebiet nicht im relevanten Abstand eines Störfallbetriebes liegt und keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung vorhandener Natura 2000-Gebiete vorliegen. Ein Umweltbericht gem. § 2a Nr. 2 BauGB ist im beschleunigten Verfahren nicht erforderlich. Eingriffe in Natur und Landschaft, die aufgrund der Aufstellung des Bebauungsplans zu erwarten sind, gelten als vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig. Dennoch sind die wesentlichen Umwelt- und Naturschutzbelange im Rahmen der vorliegenden Planung zu berücksichtigen und die Planungsauswirkungen teilweise durch gutachterliche Untersuchungen, zu beschreiben und zu bewerten. Durchführungsvertrag Noch vor Fassung des Satzungsbeschlusses wird zwischen der Vorhabenträgerin und der Bundesstadt Bonn ein Durchführungsvertrag abgeschlossen. In diesem sollen die zentralen Elemente des dem Bebauungsplan zu Grunde liegenden städtebaulichen Konzepts, welche nicht ohnehin durch Festsetzungen verbindlich sind, vertraglich vereinbart werden: • Ein wesentlicher Regelungsinhalt ist die Verpflichtung zur Durchführung des Vorhabens mit der Errichtung von öffentlich gefördertem Wohnraum • Weitere Regelungsinhalte sind Maßnahmen zur Energieeffizienz (Ratsbeschluss vom 22.10.2015, DS-Nr.: 1512547) und die Erstellung einer Konzeption zur Energieversorgung (Hauptausschuss vom 14.11.1995, DS-Nr.9500876NV2) sowie die Verpflichtung zur Errichtung von PV-Anlagen (Ratsbeschluss vom 16.09.2021, DS-Nr.:210919). Diese Vertragsbestandteile werden zum Satzungsbeschluss konkretisiert. Das Vorhaben im Kontext der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie Nachhaltige Entwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe aller an der Bauleitplanung beteiligten Akteure. Einzelne Fachinteressen sollen vor allen Dingen im Hinblick der Ziele der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie (DS- Nummer:1812770) sowie des Leitbildes zu Klimaschutz und Klimaanpassung, mit dem Vorhaben bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden auch in der Bauleitplanung bestmöglich in Einklang gebracht werden bzw. bei Interessenskonflikten abgewogen werden. Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen wird entsprechend der Mehrstufigkeit von Planverfahren ein ebenfalls mehrstufiger Nachhaltigkeitscheck durchgeführt (DS-Nummer: 220501). Zu Beginn der vorliegenden Planung lag der Beschluss zur Durchführung eines Nachhaltigkeitschecks noch nicht vor. Es wurden jedoch notwendige Gutachten erstellt und bei den Planfestsetzungen berücksichtigt. Die Planbegründung enthält detaillierte Aussagen zu allen Belangen, die bei der Planerstellung zu berücksichtigen sind. Auf dieser Grundlage wird der Nachhaltigkeitscheck direktSeite 6 von 52 Seite 7 durch Stufe III durchgeführt. Hier steht die Frage im Vordergrund, welche im Verfahren erreichten Qualitäten im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsstrategie sich durch Festsetzungen im Bebauungsplan oder durch Vereinbarungen im Städtebaulichen Vertrag verbindlich sichern lassen. Hinweis: Die angehängte Übersicht des Nachhaltigkeitschecks Stufe III stellt keine „Nachhaltigkeitsbescheinigung“ dar, sondern stellt das beabsichtigte Vorhaben im Kontext der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie dar. Planentwurf Der vorhabenbezogene Bebauungsplanentwurf Nr. 6224-2 wird hiermit zur Beratung und Beschlussfassung der öffentlichen Auslegung vorgelegt. Die Begründung zum Bebauungsplanentwurf sowie die Auswertung der Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung sind als Anlage beigefügt. Die Originale der eingereichten Stellungnahmen und die Gutachten liegen eine Viertelstunde vor und während den Sitzungen den Mitgliedern der Ausschüsse sowie der Bezirksvertretung zur Einsicht bereit. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes Nr. 6224-2 haben die Öffentlichkeit und die Behörden sowie sonstigen Träger öffentlicher Belange erneut Gelegenheit, sich über die Planung zu informieren und hierzu gegebenenfalls eine Stellungnahme abzugeben. Anlage/n 1 Übersichtsplan - B-Plan 6224-2 Im Dahl (öffentlich) 2 Offenlagebegründung - B-Plan 6224-2 Im Dahl (öffentlich) 3 Bebauungsplanentwurf - B-Plan 6224-2 Im Dahl (öffentlich) 4 VEP-Planentwurf - B-Plan 6224-2 Im Dahl (öffentlich) 5 Abwägung frühz. Beteiligung Öffentlichkeit - B-Plan 6224-2 Im Dahl (öffentlich) 6 Flächennutzungsplan Darstellung Alt und Neu - B-Plan 6224-2 Im Dahl (öffentlich) 7 Checkliste Nachhaltige Planung (öffentlich)Seite 7 von 52 Bebauungsplan Nr. 6224-2 Bundesstadt Bonn, Stadtplanungsamt Geltungsbereich des Bebauungsplans Stadtbezirk Bonn Ortsteil Buschdorf Maßstab 1: 2500 Datum: 14.09.2020 100 m Seite 11 von 12Seite 8 von 52 Bundesstadt Bonn Bebauungsplan Nr. 6224-2. „Im Dahl“ Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Buschdorf BegründungSeite 9 von 52 Inhalt 1 Allgemeine Vorgaben ........................................................................................... 1 1.1 Plangebiet ............................................................................................................... 1 1.2 Planungsvorgaben .................................................................................................. 1 1.2.1 Regionalplan .................................................................................................... 1 1.2.2 Flächennutzungsplan ....................................................................................... 1 1.2.3 Geltendes Planungsrecht ................................................................................. 1 1.2.4 Sonstige Planungen / Satzungen / Nachrichtliche Übernahmen ....................... 1 1.2.4.1 Bonner Baulandmodell .............................................................................. 1 1.2.4.2 Baumschutz .............................................................................................. 2 1.3 Planungsanlass und Erfordernis der Planaufstellung............................................... 2 1.4 Planungsablauf / Planverfahren............................................................................... 2 2 Inhalt der Planung ................................................................................................ 4 2.1 Ziele und Zwecke des Bebauungsplans .................................................................. 4 2.2 Vorhabenbeschreibung ........................................................................................... 4 2.3 Festsetzungen des Bebauungsplans ....................................................................... 5 2.3.1 Art der baulichen Nutzung ................................................................................ 5 2.3.2 Maß der baulichen Nutzung ............................................................................. 5 2.3.2.1 Grundflächenzahl / Geschossflächenzahl.................................................. 5 2.3.2.2 Vollgeschosse / maximale Gebäudehöhen................................................ 6 2.3.3 Überbaubare Grundstücksfläche ...................................................................... 6 2.3.4 Höhenlage baulicher Anlagen (Geländehöhe) .................................................. 6 2.3.5 Grün- und Freiflächen / Pflanzgebote ............................................................... 7 2.3.5.1 Begrünung von Flachdächern ................................................................... 7 2.3.5.2 Begrünung von Tiefgaragendächern ......................................................... 7 2.3.6 Verkehrliche Festsetzung ................................................................................. 7 2.3.7 Stellplätze und Tiefgaragen .............................................................................. 7 2.3.8 Anlagen und Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen 7 2.3.9 Örtliche Bauvorschriften ................................................................................... 8 2.4 Erschließung ........................................................................................................... 8 2.4.1 Äußere Erschließung........................................................................................ 8 2.4.1.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV) ......................................................... 8 2.4.1.2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)................................................. 8 2.4.2 Ruhender Verkehr ............................................................................................ 8 2.4.3 Technische Infrastruktur ................................................................................... 8 2.4.3.1 Strom-, Gas- und Wasserversorgung, Telekommunikation ....................... 8Seite 10 von 52 2.4.3.2 Energiekonzept ......................................................................................... 8 2.4.3.3 Entwässerung / Kanal ............................................................................... 9 2.4.3.4 Abfallentsorgung ....................................................................................... 9 2.4.3.5 Soziale Infrastruktur .................................................................................. 9 3 Auswirkungen der Planung ................................................................................ 10 3.1 Städtebauliche Auswirkungen ................................................................................10 3.2 Verkehrliche Auswirkungen ....................................................................................10 3.3 Auswirkungen auf die Umwelt ................................................................................10 3.3.1 Mensch / Gesundheit ......................................................................................10 3.3.2 Klima / Luft ......................................................................................................11 3.3.3 Flora / Fauna / Artenschutz .............................................................................12 3.3.4 Boden / Wasser...............................................................................................14 3.3.4.1 Böden ......................................................................................................14 3.3.4.2 Niederschlagswasser ...............................................................................14 3.3.4.3 Starkregen ...............................................................................................14 3.3.4.4 Altlasten / Altablagerung ..........................................................................15 3.3.5 Kultur- und Sachgüter .....................................................................................15 3.4 Auswirkungen auf die soziale Infrastruktur .............................................................15 3.5 Kosten und Finanzierung........................................................................................15 Anhang ..................................................................................................................... 16 3.6 Auflistung der verwendeten Gutachten ...................................................................16Seite 11 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 1 1 Allgemeine Vorgaben 1.1 Plangebiet Das ca. 0,3 ha große Plangebiet liegt im Stadtbezirk Bonn und dort im südöstlichen Bereich des Stadtteils Buschdorf und umfasst das Grundstück Gemarkung Buschdorf, Flurstück 439. Der zu überplanende Bereich stellt sich derzeit überwiegend als Wiesenfläche dar. Ergänzend befinden sich im Norden des Gebietes vereinzelnd Baumbestände. Das Planungsgebiet wird im Norden durch die Bestandsbebauung des Straßenzugs ‚Im Dahl‘ bestehend aus Garagen und zweigeschossiger Wohnbebauung begrenzt. Im Osten, im Süden und im Westen des Plangebietes befindet sich die Straße ‚Im Dahl‘. Die unmittelbare Umgebung des Straßenzu- ges setzt sich ebenfalls aus ein- bis zweigeschossigen Wohngebäuden zusammen. 1.2 Planungsvorgaben 1.2.1 Regionalplan Im Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Bonn/Rhein- Sieg ist das Plan- gebiet als Allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) ausgewiesen. Die Planung entspricht damit den Zielen der Raumordnung. 1.2.2 Flächennutzungsplan Der wirksame Flächennutzungsplan (FNP) der Bundesstadt Bonn stellt für das Plangebiet eine Wohnbaufläche mit der Zweckbestimmung Kindergarten dar. Die Neuaufstellung des Bebau- ungsplans ist daher nicht aus dem FNP zu entwickeln. Der FNP wird deshalb im Wege der Berechtigung angepasst. 1.2.3 Geltendes Planungsrecht Für das Plangebiet liegt derzeit der rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 7425-19 vom 27.11.1981 mit diversen Änderungen vor, die für den Geltungsbereich des aufzustellenden Bebauungsplans nicht relevant sind. Dort wird das Plangebiet als Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung Kindergarten festgesetzt. Innerhalb einer großen überbaubaren Grund- stücksfläche sind maximal 2 Vollgeschosse zulässig. Zur Realisierung einer Wohnbebauung ist für diesen Bereich somit die Neuaufstellung des Bebauungsplanes erforderlich, der in seinem Geltungsbereich den rechtskräftigen Bebau- ungsplan Nr. 7425-19 überplant. 1.2.4 Sonstige Planungen / Satzungen / Nachrichtliche Übernahmen 1.2.4.1 Bonner Baulandmodell Der Entwurf unterliegt dem Bonner Baulandmodell (BBLM) in der bis zum 27.06.2021 gelten- den Fassung, da mehr als 11 Wohnungen bzw. mehr als 1.100 m² Bruttogrundfläche (BGF) vorgesehen sind. Der Ratsbeschluss zur Modifizierung des BBLM vom 28.06.2021 (DS-Nr. 201298) greift hier nicht, da die Planungsvereinbarung zum Verfahren vor dem Ratsbeschluss unterschrieben wurde. Gemäß den Vorgaben des anzuwendenden BBLM sind mindestens 20 % der geplanten Wohnungen für den öffentlich geförderten Wohnungsbau vorzusehen. Im vorliegenden Fall sind ca. 17 Wohneinheiten im Plangebiet geplant, demnach sind mindes- tens 3 Wohnungen als geförderte Wohneinheiten zu errichten.Seite 12 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 2 Die Folgekosten sozialer Infrastruktur, die durch das Vorhaben ausgelöst werden, sind nicht durch die Vorhabenträgerin zu übernehmen. 1.2.4.2 Baumschutz Gemäß der Bonner Baumschutzsatzung sind Bäume mit einem Stammumfang von 100 cm und mehr, bei Nadelbäumen 150 cm und mehr gemessen in einer Höhe von 100 cm über dem Erdboden geschützt. Diese Vorschriften gelten nicht für Obstbäume, mit Ausnahme von Nuss- bäumen und Esskastanien. Im Plangebiet befindet sich ein Laubbaum (Vogelkirsche), welcher der Baumschutzsatzung unterliegt und auch bei Realisierung des Vorhabens erhalten bleibt. Alle bestehenden Bäume werden durch entsprechende Maßnahmen während der gesamten Vorhabenumsetzung, die in der DIN 18920 (Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Schutz von Bäumen, Pflanzbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen), der RAS-LP 4 (Schutz von Bäumen, Vegetationsbeständen und Tieren bei Baumaßnahmen) und der ZTV- Baumpflege (Zusätzliche technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) dargelegt sind, geschützt. 1.3 Planungsanlass und Erfordernis der Planaufstellung Im Bebauungsplan Nr. 7425-24 ‚Otto-Hahn-Straße‘, der im Jahre 2016 Rechtskraft für das Baugebiet ‚Apfelgarten‘ der Firma Montana Wohnungsbau GmbH erlangt hat, wurde u.a. eine Gemeinbedarfsfläche für eine Kindertageseinrichtung festgesetzt. Diese 4-gruppige Kinderta- gesstätte mit einem Angebot für ca. 72 Kinder wurde in der Zwischenzeit in Betrieb genommen. Aufgrund der räumlichen Nähe zur existierenden Kindertageseinrichtung im Baugebiet ‚Apfel- garten‘, ist die im rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 7425-19 ‚Im Dahl‘ festgesetzte Gemein- bedarfsfläche -Kindergarten-, nicht mehr erforderlich. Das Plangebiet eignet sich daher für eine wohnbauliche und nachverdichtende Entwicklung. Im Bonner Stadtgebiet besteht ein erheblicher Bedarf an Wohnraum. Das Verfahren zielt im öffentlichen Interesse darauf ab, die vorliegende Fläche einer städtebaulichen Neuordnung zuzuführen und den Wohnstandort Buschdorf zu stärken. Um die planungsrechtlichen Voraus- setzungen für eine Wohnbebauung zu schaffen, ist eine Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. 6224-2 erforderlich. 1.4 Planungsablauf / Planverfahren Da im Planverfahren eine Nachverdichtung eines bereits bestehenden Siedlungsgebietes und somit eine Innenentwicklung beabsichtigt ist, wird die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 6224-2 in einem beschleunigten Verfahren gemäß § 13a Baugesetzbuch (BauGB) durchge- führt. Die Voraussetzungen für die Durchführung des beschleunigten Verfahrens sind gege- ben, da der vorgeschriebene Schwellenwert der Grundflächengröße (< 2 ha) eingehalten wird, das Plangebiet nicht im relevanten Abstand eines Störfallbetriebes liegt und keine Anhalts- punkte für eine Beeinträchtigungen vorhandener Natura 2000-Gebiete vorliegen. Ein Umwelt- bericht gem. § 2a Nr. 2 BauGB ist im beschleunigten Verfahren nicht erforderlich. Eingriffe in Natur und Landschaft, die aufgrund der Aufstellung des Bebauungsplans zu erwarten sind, gelten als vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig. Dennoch sind die wesent- lichen Umwelt- und Naturschutzbelange im Rahmen der vorliegenden Planung zu berücksich- tigen und die Planungsauswirkungen teilweise durch gutachterliche Untersuchungen, zu be- schreiben und zu bewerten. Die Montana Wohnungsbau GmbH hat am 25.11.2016 einen Antrag auf Einleitung eines Be- bauungsplanverfahrens gestellt, mit dem Ziel, die Fläche einer wohnungswirtschaftlichen Nut- zung zuzuführen.Seite 13 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 3 Der Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz hat in seiner Sitzung am 25.04.2018 unter Vorberatung in der Bezirksvertretung Bonn am 10.04.2018 sowie dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz am 24.04.2018 den Zielbeschluss (DS-Nr. 1810802) für die Entwicklung der Fläche mit einer Wohnnutzung gefasst. Das erforderliche Bebauungsplanver- fahren wird im Sinne einer Innenentwicklung unter Schonung der Freiräume am Siedlungsrand im beschleunigten Verfahren als Bebauungsplan mit frühzeitiger Bürgerbeteiligung durchgeführt. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass durch die Vorhabenträgerin Planungs- alternativen zu erarbeiten sind, welche sich mit den Zielen der Perspektivwerkstatt Buschdorf und den damit verknüpften Themen Barrierefreiheit, Mehrgenerationen, besondere Wohnfor- men sowie der demographischen Entwicklung von Buschdorf befassen. In Abstimmung mit der Verwaltung hat die Montana Wohnungsbau GmbH zwei Alternativen eines städtebaulichen Konzepts erarbeitet: • Alternative 1 stellt ein Mehrfamilienhaus mit 2 Vollgeschossen und zusätzlichem Staffelge- schoss vor. • Alternative 2 plant auf dem Grundstück 8 Haustypen mit je 1,5 Geschossen zu errichten. Auf dieser Grundlage hat die Bezirksvertretung Bonn in ihrer Sitzung am 05.10.2021 die früh- zeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB zum Bebauungsplan Nr. 6224- 2 ‚Im Dahl‘ in Buschdorf mit nachfolgend benannten Maßgaben beschlossen (DS-Nr. 210472). Die Beschlussfassung entspricht dem Beratungsergebnis des Ausschusses für Wohnen, Pla- nung und Bauen vom 02.09.2021: • In der Öffentlichkeitsbeteiligung wird ausschließlich das städtebauliche Konzept, welches als Wohnform ein Mehrfamilienhaus vorsieht, eingebracht. • Das Gebäude ist im KfW-Effizienzhausstandard 40 zu errichten. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB fand im Zeitraum vom 02.12.2021 bis einschließlich 17.12.2021 statt. Die Planung konnte im Stadthaus, Etage 2 (vor dem Ratssaal) bzw. durch Präsentation auf der Internetseite der Stadt Bonn (‚www.Bonn- macht-mit.de‘) eingesehen werden. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung wurden insgesamt 18 Stellungnahmen seitens der Öffentlichkeit eingereicht. Die geäußerten Anregungen und Bedenken, die zur Planung geäußert wurden, bezogen sich insbesondere auf folgende The- men: Versiegelung, Versickerung, Nachverdichtung, Verkehrsbelastung, Verschiebung der geplanten Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage, Gebäudehöhe, Mikroklima, Artenschutz, Starkre- genereignisse, Errichtung einer Kindertagesstätte, negative Auswirkungen einer Photovoltaik- anlage und Folgekosten für die Wohnnachbarschaft (bspw. Verkehrswertminderung). Die dar- gelegten Anmerkungen konnten im Rahmen der Abwägung überwiegend nicht berücksichtigt werden. Neben den dargelegten Themen wurde angeregt das geplante Mehrfamilienhaus u.a. auf- grund der kleinen Vorgärten der nordwestlich angrenzenden 1 ½ -geschossigen Wohnbebau- ung in die Mitte des Grundstücks zu verschieben. Diese Anregung wurde im Rahmen der Überarbeitung des Bebauungsplans berücksichtigt, indem die Baugrenzen weitere 2,5 m nach Südosten verschoben wurden. Eine weitere Verschiebung ist aufgrund der Ausrichtung des Bauköpers auf dem Baugrundstück nicht möglich.Seite 14 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 4 2 Inhalt der Planung 2.1 Ziele und Zwecke des Bebauungsplans Das Bauvorhaben entspricht dem Ziel der Bundesstadt Bonn, bevorzugt bereits erschlossene Grundstücke und bebaute Stadtbereiche zu entwickeln und damit der weiteren Zersiedlung der Landschaft entgegenzuwirken. Mit dem neuen Gebäude entstehen insgesamt ca. 17 Woh- nungen, wobei 20 % für geförderten Wohnraum zur Verfügung stehen. Die Montana Woh- nungsbau GmbH verpflichtet sich im Durchführungsvertrag, den festgelegten Anteil der Woh- nungen für den sozialen Wohnungsbau zu errichten. Ziel ist es daher, eine wohnungsbauliche und nachverdichtende Entwicklung im Ortsteil Busch- dorf zu ermöglichen und dabei zeitgemäße Wohnformen zu fördern, die vor allem ältere Be- wohnergruppen ansprechen. 2.2 Vorhabenbeschreibung Auf dem Grundstück wird ein Mehrfamilienhaus mit 2 Vollgeschossen und einem Staffelge- schoss geplant. Um die Anzahl der Geschosse abbilden zu können, ist eine maximale Gebäu- dehöhe von 10,8 m vorgesehen. Die Dächer sind als Flachdächer mit einer extensiven Dach- begrünung sowie Photovoltaikanlagen zu versehen. Im Mehrfamilienhaus sind insgesamt zehn 1-2 Zimmer-Wohnungen mit einer durchschnittli- chen Größe von ca. 65 m² sowie sechs 3-4 Zimmer-Wohnungen mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von ca. 103 m² vorgesehen. Das Angebot an kleineren Wohnungen richtet sich v.a. an ältere Bevölkerungsgruppen, die im Stadtteil ein neues Zuhause suchen. Diese vorgesehene Nutzergruppe entspricht damit den Zielen der Perspektivwerkstatt Buschdorf. Zum barrierefreien Erreichen aller Wohnungen ist für dieses Gebäude ein Aufzug vorgesehen. Der Baukörper soll mit einer hellen und freundlichen Fassadengestaltung als Putzfassade ver- wirklicht werden. Als Freisitze sind im Erdgeschoss Terrassen und im Obergeschoss Balkone geplant. Der ruhende Verkehr der Bewohner*innen wird überwiegend in der geplanten Tiefgarage un- tergebracht Zusätzlich sind oberirdisch zwei Besucherparkplätze vorgesehen. Um die Fahrrä- der im Plangebiet unterzubringen, ist die Errichtung eines Fahrradstellplatzes beabsichtigt. Die Erschließung der geplanten Stellplätze erfolgt über den nordwestlichen Straßenzug ‚Im Dahl‘. Das geplante Mehrfamilienhaus wird im KfW-40-Standard errichtet. Zur Versorgung des Ge- bäudes ist eine Luft/ Wasser Wärmepumpe in Kombination mit einer Solaranlage vorgesehen.Seite 15 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 5 2.3 Festsetzungen des Bebauungsplans 2.3.1 Art der baulichen Nutzung Allgemeines Wohngebiet Im Hinblick auf das Planungsziel der Wohnraumschaffung soll das Plangebiet insbesondere dem Wohnen dienen und wird insofern als Allgemeines Wohngebiet (WA) gemäß § 4 der Baunutzungsverordnung (BauNVO) festgesetzt. Neben der Hauptnutzungsart Wohnen sind in diesem Baugebietstyp, im Hinblick auf eine Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten grund- sätzlich auch Nutzungen zulässig, die das Wohnen ergänzen, jedoch nicht stören. Die in einem Allgemeinen Wohngebiet gemäß § 4 Abs. 3 BauNVO ausnahmsweise zulässigen Nutzungen Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige nicht störende Gewerbebetriebe Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe oder Tankstellen sind im vorliegenden Bebau- ungsplan ausgeschlossen. Solche Nutzungen zeichnen sich im Allgemeinen durch einen er- höhten Flächenbedarf aus, dem im Plangebiet nicht entsprochen wird. Das Planungsziel, eine noch zur Verfügung stehende Wohnbaulandreservefläche einer Wohnbebauung zuzuführen und damit insgesamt dem Bedarf an Wohnbauland Rechnung zu tragen, könnte bei Zulässig- keit derartiger Nutzungen nicht mehr realisiert werden. Zudem würde sich vermutlich die er- höhten Verkehrsbelastungen, die in Folge derartiger Nutzungen hervorgerufen werden, nach- teilig auf das Plangebiet und die Nachbarschaft auswirken. Durch den Ausschluss der gemäß § 4 Abs. 3 BauNVO ausnahmsweise zulässigen Nutzungen sind auch Ferienwohnungen ausgeschlossen. Mit der Zielsetzung im Plangebiet preiswerten Wohnraum zu schaffen setzt der Bebauungs- plan fest, dass im Allgemeinen Wohngebiet 260 m² der Bruttogrundfläche so herzustellen sind, dass sie mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung gefördert werden können. 2.3.2 Maß der baulichen Nutzung 2.3.2.1 Grundflächenzahl / Geschossflächenzahl Die bauliche Dichte der Planung lässt sich mit einer Grundflächenzahl (GRZ) von maximal 0,35 für das gesamte Plangebiet ermitteln. Diese liegt unterhalb den Orientierungswerten für Allgemeine Wohngebiete des § 17 BauNVO und ermöglicht eine aufgelockerte Bebauung. Durch die Festsetzung der GRZ wird dem Ziel des schonenden und sparsamen Umgangs mit Grund und Boden im Sinne des § 1a Abs. 2 BauGB Rechnung getragen und eine ausreichende Belichtung, Belüftung und Besonnung gewährleistet. Es ist ein planerisches Ziel, eine gute Ausnutzbarkeit der Grundstücke in Bezug auf die geplante Nutzung zu ermöglichen und gleichzeitig die Inanspruchnahme der Flächen zu reglementieren. Die Geschossflächenzahl (GFZ) beträgt 0,8. Somit wird der Orientierungswert der GFZ für Allgemeine Wohngebiete gemäß § 17 BauNVO unterschritten und eine maßvolle Verdichtung ermöglicht. Zur Minimierung von dauerhaften Auswirkungen auf die Umwelt, durch die Bebauung der Flä- che, tragen die Pflanzung von neuen Gehölzen, der Erhalt des bestehenden Laubbaums sowie die vorgesehene Dachbegrünung als Maßnahmen bei. Wesentliches städtebauliches Ziel ist es, das Plangebiet weitestgehend von oberirdischen Stellplatzflächen freizuhalten und den ruhenden Verkehr in einer Tiefgarage unterzubringen. Oberirdisch soll nur eine geringe Anzahl an Besucherstellplätzen errichtet werden. Die Freian- lagen sollen qualitätsvoll im Sinne der dreifachen Innenentwicklung, der Klimaanpassung und Biodiversität gestaltet werden.Seite 16 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 6 2.3.2.2 Vollgeschosse / maximale Gebäudehöhen Die direkte Umgebung des Plangebiets wird u.a. durch zweigeschossige Reihenhäuser mit giebelständigen Satteldächern bestimmt. Das geplante Mehrfamilienhaus ist ebenfalls mit maximal zwei Vollgeschossen und einem zu- sätzlichen Staffelgeschoss vorgesehen. Vor dem Hintergrund der Standortvorzüge des Plan- gebietes und des im Bonner Raum bestehenden Wohnraumbedarfes, wird das Maß der bau- lichen Nutzung, auch unter dem Gesichtspunkt der Nachverdichtung festgelegt. Das Gebot des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden wird wirksam umgesetzt. Vor diesen Hinter- grund ist es angemessen, die Anzahl der zulässigen Geschosse -auch im Verhältnis der Nach- barbebauung- in der vorgesehen Dichte zuzulassen. Um die Höhenentwicklung der Gebäude neben der Anzahl der zulässigen Vollgeschosse im Detail zu steuern, wird eine maximale Gebäudehöhe in Metern über Normalnull (üNHN) fest- gesetzt. Hierbei ist berücksichtigt, dass das Staffelgeschoss des Gebäudes mit einem Flach- dach errichtet wird. Aus städtebaulicher Sicht wird somit ein abgestimmtes Einfügen in das Ortsbild erreicht. Als oberer Bezugspunkt für die festgesetzten Gebäudehöhe von 69,0 m üNHN gilt dabei die Oberkante von baulichen Anlagen. Sie bildet den eindeutigen Rahmen für das Bauantragsver- fahren. Um noch einen geringen Gestaltungsspielraum bei der Bauausführung zu belassen, dürfen die in der Planzeichnung festgesetzten maximalen Gebäudehöhen z.B. durch Fahrschächte und dem Gebäude städtebaulich untergeordnete technische Anlagen um bis zu 1,5 m über- schritten werden. Technische Anlagen und Einrichtungen wie Solaranlagen müssen aus orts- gestalterischen Gründen um das Maß ihrer Höhe von der Dachkante zurücktreten. Aus gestalterischen Gründen ist es zudem verpflichtend, mit Ausnahme der Anlagen für die Nutzung von Solarenergie sowie Photovoltaik, eine Einhausung der technischen Anlagen und Einrichtungen vorzunehmen. 2.3.3 Überbaubare Grundstücksfläche Durch die Festsetzung von Baugrenzen wird innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes eine überbaubare Grundstücksfläche definiert, innerhalb derer das geplante Gebäude errichtet wer- den darf. Die Dimensionierung stimmt mit den Außenkanten des Vorhabens überein. Um einen ausreichenden Abstand zwischen den Baugrenzen und den Kronentraufbereichen der Stra- ßenbäume sicherstellen zu können, wird ein Mindestabstand von 4,0 m eingehalten. Aufgrund der Übereinstimmung des geplanten Gebäudes mit den festgesetzten Baugrenzen ist von der Festsetzung einer Bauweise abgesehen - zudem legt der Vorhaben- und Erschließungsplan die beabsichtigte Gebäudeform und -größe dar. Zur Sicherstellung eines geringen Flächenverbrauchs ist festgesetzt, dass die Abstellplätze Müllbehälter innerhalb der festgesetzten überbaubaren Grundstücksfläche und der Fläche für Abfallsammelbehälter zulässig sind. Im Sinne einer gewissen Gestaltungsfreiheit bei der Bauausführung ermöglicht der Bebau- ungsplan, dass Balkone und Vordächer bis zu 2,0 m sowie Terrassen um bis zu 3,0 m die festgesetzten Baugrenzen überschreiten dürfen. Diese Anlagen sind städtebaulich von unter- geordneter Bedeutung, sodass eine solche Abweichung angemessen ist. 2.3.4 Höhenlage baulicher Anlagen (Geländehöhe) Um ein möglichst einheitliches Geländeniveau zu erhalten, ist eine geplante Geländehöhe von 58,2 m üNHN festgesetzt. Zur Angleichung der Geländeoberfläche bedarf es im Norden desSeite 17 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 7 Plangebietes teilweise der Durchführung von Geländemodellierungen. Daher ist festgesetzt, dass Aufschüttungen, Böschungen, Stützmauern, Treppen und Rampen zur Angleichung an das festgesetzte Höhenniveau zugelassen sind. Das festgesetzte Gelände wiederum darf durch Geländemodellierungen ausnahmsweise um geringfügige 0,5 m über- oder unterschrit- ten werden. 2.3.5 Grün- und Freiflächen / Pflanzgebote 2.3.5.1 Begrünung von Flachdächern Zur Minderung der nachteiligen Auswirkungen der geplanten Gebäude auf das Klima und den Wasserhaushalt ist festgesetzt, dass die Dächer des Mehrfamilienhauses mit Ausnahme von Lichtkuppeln, Glasdächern, Terrassen, technischen Aufbauten und sofern brandschutzrechtli- che Bestimmungen nicht entgegenstehen, extensiv zu begrünen sind (Substratdicke 10-15 cm, Abflussbeiwert 0,4). Die Pflanzenarten sind gemäß der Pflanzenliste auszuwählen. Dies sichert die Umsetzung der ökologischen und gestalterischen Ziele der Dachbegrünung. 2.3.5.2 Begrünung von Tiefgaragendächern Um eine negative städtebauliche Wirkung der Unterbauung des Baugrundstücks mit Tiefgara- gen wirksam zu vermeiden, setzt der Bebauungsplan fest, dass die Dächer der Tiefgarage, sofern sie nicht überbaut wird, mit einer mindestens 0,5 m Substratschicht zzgl. einer Drain- schicht abzudecken und, soweit sie nicht als Platz- oder Terrassenfläche oder als Zuwegung genutzt werden, als Grünfläche fachgerecht anzulegen und zu pflegen sind. Zur Schaffung von günstigen Wuchsbedingungen für die Pflanzung von Bäumen wird die Erdüberdeckung dafür auf 1,2 m zzgl. Drainschicht erhöht. 2.3.6 Verkehrliche Festsetzung Die Verkehrserschließung des Grundstücks erfolgt über den westlich verlaufenden Straßen- zug ‚Im Dahl‘. Der Ein- und Ausfahrtsbereich der Tiefgarage ist zeichnerisch festgesetzt, um diese eindeutig zu definieren und die Aussagen des Lärmgutachtens sicherzustellen. Die Fest- setzung schließt weitere Ein- und Ausfahrten an der Straße ‚Im Dahl‘ aus. 2.3.7 Stellplätze und Tiefgaragen Stellplätze für die Bewohner*innen sind innerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche und innerhalb der zeichnerisch festgesetzten Tiefgarage zulässig. Ausnahmsweise können in den zeichnerisch festgesetzten Flächen zwei oberirdische Besucherstellplätze errichtet werden. Die Umgrenzung der Fläche für die Tiefgarage entspricht dem im Vorhaben- und Erschlie- ßungsplan dargelegten Abgrenzung. Außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche können ausnahmsweise, auch im Bereich der festgesetzten Stellplatzfläche für Fahrräder, überdachte Fahrradabstellplätze errichtet werden. 2.3.8 Anlagen und Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen Zum Schutz der Nachtruhe im Bereich der Tiefgaragenzufahrt ist festgesetzt, dass im Bebau- ungsplan zeichnerisch gekennzeichneten Baukörperabschnitt „A“ im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss Fenster von Räumen, die der Schlafnutzung dienen bzw. überwiegend zum Schlafen genutzt werden, sowie Fenster von Kinderzimmern mit einer Festverglasung verse- hen oder sonstige, geeignete Maßnahmen (z.B. Prallscheiben) vorgesehen werden.Seite 18 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 8 2.3.9 Örtliche Bauvorschriften Innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes ist die Errichtung von Flachdächern zugelassen. Dadurch ist gesichert, dass das Gebäude auch nach erstmaliger Errichtung in einer einheitli- chen Architektursprache erhalten wird. Die Dächer werden für die mögliche Installation solar- genetischer Anlagen vorgerüstet. Hierbei wird die geplante Dachbegrünung berücksichtigt. Zur Sicherstellung eines optisch positiven Erscheinungsbildes des Quartiers ist die Eingrünung der oberirdischen Fahrradstellplätze und der Abfallsammelbehälter im rückwärtigen und seitli- chen Bereich mit Hecken textlich festgesetzt. 2.4 Erschließung 2.4.1 Äußere Erschließung 2.4.1.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV) Die verkehrliche Anbindung des Plangebietes erfolgt über die Straßenzüge ‚Im Dahl‘, die als Mischverkehrsflächen verkehrsberuhigt ausgebaut sind. In südwestlicher Richtung erreicht man die ‚Otto-Hahn-Straße‘, die als Hauptverkehrszug für den Stadtteil Buschdorf gilt. Von dort aus erfolgt die weitere örtliche Anbindung. Aufgrund der kleinräumigen Planung ist davon auszugehen, dass der indizierte Verkehr über die bestehenden Knotenpunkte leistungsfähig abgebildet werden kann. 2.4.1.2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Die nächstgelegene Bushaltestelle ‚Peter-Klein-Straße‘ des öffentlichen Personennahver- kehrs (ÖPNV) liegt an der ‚Otto-Hahn-Straße‘ ca. 250 m Luftlinie vom Plangebiet entfernt. Dort verkehren die Buslinien 604 (Hersel – Ückesdorf) und 630 (Tannenbusch – Bundesviertel) im 20- bzw. 30- Minuten- Regeltakt, so dass das Plangebiet vergleichsweise gut an den ÖPNV angebunden ist. 2.4.2 Ruhender Verkehr Die im Zusammenhang mit dem Vorhaben erforderlichen 17 Kfz-Stellplätze (1 Stellplatz pro Wohnung) werden in einer Tiefgarage angeordnet, so dass die das Gebäude umgebenden Freiflächen -bis auf 2 vorgesehene Besucherstellplätze- als Gartenflächen begrünt und von den Bewohnern genutzt werden können. Das Konzept sieht vor, dass Fahrradstellplätze für die neuen Bewohner*innen und die Besu- cher*innen oberirdisch in Hauseingangsnähe und/oder in der Tiefgarage errichtet werden. Die erforderliche Anzahl an Fahrradstellplätzen wird im Bauantragsverfahren nachgewiesen. Die Vorhabenträgerin wird auch Maßnahmen der E-Mobilität für Pkws und Fahrräder umset- zen und sich hierzu im Durchführungsvertrag verpflichten. 2.4.3 Technische Infrastruktur 2.4.3.1 Strom-, Gas- und Wasserversorgung, Telekommunikation Eine Versorgung des Plangebietes mit technischer Infrastruktur erscheint leistungsfähig mög- lich, da das Plangebiet in einem Bestandsgebiet liegt. 2.4.3.2 Energiekonzept Auf der Grundlage des Hauptausschussbeschlusses vom 14.11.1995 wurde ein Energiekon- zept erstellt, dass verschiedene Energieversorgungsvarianten miteinander vergleicht. Vor demSeite 19 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 9 Hintergrund des Ratsbeschlusses ‚Unsere Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral‘ (DS 190232) wird dabei das Ziel einer bilanziell klimaneutralen Versorgung verfolgt. Das Energie- konzept kommt zu dem Ergebnis, dass zur Versorgung des Gebäudes der Einsatz einer Luft/ Wasser Wärmepumpe in Kombination mit einer Solaranlage empfohlen wird. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Wärmeversorgung mit dem Einsatz von Holzpellets sicherzustellen. 2.4.3.3 Entwässerung / Kanal Das Schmutzwasser der Wohnbebauung soll der bestehenden Kanalisation zugeleitet werden. Ein ungedrosselter Anschluss ist aus hydraulischer Sicht möglich und es wird kein städtischer Kanal gebaut. Eine Versickerung von Niederschlagswasser kommt nach § 55 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Betracht, da dies die Bodeneigenschaften und Grundwasserstände zulassen. Zur Klärung des Sachverhaltes wurde im Januar 2021 hydrogeologisches Gutachten angefertigt, das die Versickerung des Niederschlagswassers über Rigolen empfiehlt. Die Rigolen binden in die erbohrten, stark durchlässigen Kies- und Sandschichten ein. Entsprechende Abstände der Rigolen zu den Grundstücksgrenzen und dem geplanten Gebäude werden bei der Umset- zung berücksichtigt. Die entwässerungstechnische Erschließung ist damit gesichert. 2.4.3.4 Abfallentsorgung Im Bereich der Neubebauung ist eine Stellfläche für Müllgefäße vorgesehen, die mit einer He- cke mit einer maximalen Höhe von 1,5 m eingefriedet wird. 2.4.3.5 Soziale Infrastruktur In Buschdorf befinden sich vier Kinderbetreuungseinrichtungen (‚FRÖBEL Kindergarten Am Apfelbaum‘, ‚Katholische Kindertagesstätte St. Aegidius‘, ‚Städtische Kita Von-den-Driesch- Straße 59‘, ‚Evangelische Kita Buschdorf der evangelischen Kirchengemeinde Hersel‘) mit zu- sammen neun Gruppen. Im laufenden Kindergartenjahr fehlen momentan in Buschdorf Be- treuungsplätze für Kinder bis zur Einschulung. Im Umkreis von ca. 1 km befinden sich zwei Grundschulen (‚Grundschule Peter-Klein-Straße‘ (GGS) und ‚Städtische katholische Grundschule Buschdorf‘ (KGS)), welche den Bedarf im Pri- marbereich in der näheren Umgebung des Plangebietes abdecken.Seite 20 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 10 3 Auswirkungen der Planung 3.1 Städtebauliche Auswirkungen Die Planung steht im Kontext der städtebaulichen Zielsetzung, dem dringenden Wohnbedarf durch eine maßvolle Innenentwicklung gerecht zu werden. So sollen Neuausweisungen von Bauflächen in den Stadtrandbereichen minimiert und der Landschaftsverbrauch eingeschränkt werden. Zudem kann hier im Innenbereich auf bereits vorhandene Erschließungsinfrastruktu- ren, ÖPNV-Haltepunkte und soziale Einrichtungen des Gemeinbedarfs zurückgegriffen wer- den. Darüber hinaus entspricht die Planung dem im Baugesetzbuch definierten Planungs- grundsatz, mit Grund und Boden sparsam umzugehen. Aufgrund der Baumaßnahmen sind keine städtebaulichen Auswirkungen auf die Nachbarbe- bauung zu erwarten. Die Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung tragen dazu bei, dass sich das Gebäude in das vorhandene Bauvolumen der näheren Umgebung einfügt. Die Planung gliedert sich auch mit der festgesetzten Art der baulichen Nutzung in die Eigenart des Baugebiets der Umgebung ein; für das Wohngebiet untypische Belästigungen oder Störungen sind nicht zu erwarten. 3.2 Verkehrliche Auswirkungen Die verkehrlichen und leistungstechnischen Auswirkungen des Bauvorhabens wurden im Rah- men einer Stellungnahme vom Büro AB Stadtverkehr aus Bornheim im März 2021 beschrieben und bewertet. Insgesamt löst das Vorhaben eine tägliche Anzahl von neuen Fahrten in einer Größenordnung von 36 bis 58 Kfz aus, welche sich in der morgendlichen- bzw. nachmittags- täglichen Spitzenstunde auf ca. 4 bzw. 5 Fahrten verteilen. Die Baumaßnahme hat verkehrlich sehr geringe Auswirkungen. Das Straßennetz kann die geringe Mehrbelastung durch das Neubauvorhaben induzierte Verkehr leistungsfähig aufneh- men. Bei den abgeschätzten Verkehrsstärken während der Tagesspitzenstunden kann eben- falls mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die zusätzlichen Verkehre keine negativen Beeinträchtigungen auf die Leistungsfähigkeit der umliegenden Knotenpunkte ha- ben werden. Für den ruhenden Verkehr werden im Rahmen der weiteren Planung 17 PKW- Stellplätze in der Tiefgarage sowie 2 oberirdische Besucherstellplätze geschaffen. Das Kon- zept sieht vor, dass Fahrradstellplätze für die neuen Bewohner*innen und die Besucher*innen oberirdisch in Hauseingangsnähe und/oder in der Tiefgarage errichtet werden. Die konkrete Anzahl der erforderlichen Fahrradabstellplätze wird im Baugenehmigungsverfahren geklärt. 3.3 Auswirkungen auf die Umwelt 3.3.1 Mensch / Gesundheit Verkehrslärm Aufgrund der abgeschirmten Lage des Plangebietes zu den Hauptverkehrszügen ‚Schlesien- straße‘ und ‚Otto- Hahn- Straße‘ ist das Plangebiet kaum durch Straßenverkehrslärm betrof- fen. Bewertung nach TA Lärm - außerhalb des Plangebietes In einem schalltechnischen Gutachten des Büros Accon aus Köln (Stand: September 2022) wurde die Einfahrt der Tiefgarage nach TA Lärm bewertet, um mögliche Auswirkungen auf die bestehende Wohnnachbarschaft zu ermitteln. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass keine lärmseitigen Beeinträchtigungen auf die bestehende Wohnnachbarschaft zu erwarten sind.Seite 21 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 11 Bewertung nach TA Lärm - innerhalb des Plangebietes Die schalltechnische Beurteilung der Tiefgaragenzufahrt hat oberhalb der Tiefgaragenein- und -ausfahrt an der südwestlichen Fassadenseite im Erdgeschoss des geplanten Wohngebäudes (IP1) im Beurteilungszeitraum nachts eine Überschreitung des herangezogenen Richtwertes der TA Lärm für ein allgemeines Wohngebiet von 5 dB(A) festgestellt. Auch im ersten Ober- geschoss dieses Fassadenabschnittes wird der Richtwert geringfügig (um 1 dB(A)) überschrit- ten. Die ermittelten Geräuschimmissionen können in dem Fassadenabschnitt, in dem die Über- schreitungen zu erwarten sind, im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss die Fenster von Räu- men, die der Schlafnutzung bzw. die überwiegend zum Schlafen genutzt werden oder Fenster von Kinderzimmern mit einer Festverglasung versehen werden oder es sind sonstige, geeig- neten Maßnahmen (z.B. Prallscheiben) vorzusehen. Im Bebauungsplan sind diese Anlagen und Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen entsprechend textlich festgesetzt. Somit muss der Vorhabenträger im Bauantragsverfahren mittels einer der o.g. Maßnahmen nachweisen, dass die Richtwerte der TA Lärm im genannten Bereich eingehalten bzw. unterschritten werden. 3.3.2 Klima / Luft Der Planungsraum weist laut Klimaanalyse für sommerliche austauscharme Hochdruckwet- terlagen (ZURES, 2018) am Tag eine starke Wärmebelastung auf. In der Nacht tritt mit 4,5-5 K Temperaturabweichung zur durchschnittlichen Temperatur der Bonner Freiflächen ein mä- ßiger bis hoher Wärmeinseleffekt auf. Die Fläche wirkt als Kaltluftentstehungsgebiet mit über- durchschnittlich hoher Kaltluftproduktionsrate. Vor dem Hintergrund der vorgesehenen Wohnnutzung im Planungsraum ist bei der Planung und Bauausführung der thermische Komfort am Tag und in der Nacht, gerade auch im Hinblick auf den sich weiter intensivierenden Klimawandel und dem damit einhergehenden Trend zur weiteren Zunahme der jährlichen Anzahl von Hitzetagen und Tropennächten sowie der zuneh- menden Intensität der Wärmebelastung relevant und zu berücksichtigen. Die Flachdächer des Gebäudes sind mit einer mindestens extensiven Dachbegründung aus- zustatten. Bei der Freiflächengestaltung ist auf die Schaffung bzw. den Erhalt verschatteter Bereiche zu achten. Um die Flächenversiegelung zu minimieren, sind nicht überbaute Flächen wie Frei-, Verkehrs-, Erholungsflächen nach Möglichkeit unversiegelt herzustellen. Oberirdische Stell- plätze und deren Zufahrten sind mit wasserdurchlässigen Materialien auszuführen und nicht überbaute Flächen, die nicht als Wege, Zu- und Ausfahrten, Stellplätze, Garagen oder Neben- anlagen genutzt werden, sind zu begrünen und mit Sträuchern und standortgerechten Laub- bäumen zu bepflanzen. Im Bereich der Gartenfläche sind neue Bäume zu pflanzen, um zu einer Verbesserung des Mikroklimas im Plangebiet beizutragen. Auf der Grundlage des Hauptausschussbeschlusses vom 14.11.1995 wurde im Dezember 2021 ein Energiekonzept erstellt, dass verschiedene Energieversorgungsvarianten miteinan- der vergleicht. Vor dem Hintergrund des Ratsbeschlusses ‚Unsere Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral‘ (DS 190232) wird dabei das Ziel einer bilanziell klimaneutralen Versorgung verfolgt. Das Energiekonzept kommt zu dem Ergebnis, dass zur Versorgung des Gebäudes eine Luft/ Wasser Wärmepumpe in Kombination mit einer Solaranlage angestrebt wird. Das ausgewählte Energiekonzept wird im Durchführungsvertrag festgeschrieben. Gemäß dem Beschluss der Bezirksvertretung Bonn vom 05.10.2021 soll das Gebäude im Ef- fizienzhaus 40 Standard realisiert werden.Seite 22 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 12 Gemäß Ratsbeschluss zur Solarverpflichtung im Rahmen städtebaulicher Verträge und vor- habenbezogener Bebauungspläne (DS201919) vom 16.09.2021, wird auf den Dachflächen eine Photovoltaikanlage in Kombination mit der geplanten Dachbegrünung errichtet. Aus lufthygienischer Sicht kann davon ausgegangen werden, dass ein unkritisches Belas- tungsniveau hinsichtlich der Luftschadstoffe vorhanden ist. 3.3.3 Flora / Fauna / Artenschutz Flora / Fauna Das Plangebiet liegt nicht im Geltungsbereich eines Landschaftsplans, in einem Natura- 2000, Natur- oder Landschaftsschutzgebiet. Gesetzlich geschützte oder schutzwürdige Bio- tope sowie Flächen mit besonderer Bedeutung für den Biotopverbund sind von der Aufstel- lung des Bebauungsplans nicht betroffen. Es weist randlichen Baumbestand auf, der sat- zungsgeschützt und artenschutzrechtlich relevant sein kann. Das Integrierte Freiraumsystem der Stadt Bonn, Stand 2012 trifft keine Aussagen zum Plan- gebiet. Im beschleunigten Verfahren (§ 13a Abs.2 Nr. 4 BauGB) gelten Eingriffe, die auf Grund der Aufstellung des Bebauungsplans zu erwarten sind, als im Sinne des § 1a Abs.3 BauGB vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig. Die Abhandlung der Eingriffsregelung und ein Ausgleich ist dann nicht erforderlich und von einer Umweltprüfung mit Umweltbericht (gem. § 2 Abs. 4 BauGB) kann abgesehen werden. Das Planungsgebiet setzt sich größtenteils aus einer intensiv gepflegten Rasenfläche zu- sammen. Ergänzend befindet sich gemäß dem amtlichen Lageplan ein Laubbaum, der unter die Baumschutzsatzung der Bundesstadt Bonn fällt. Dieser Laubbaum (Vogelkirsche) besitzt laut gutachterlicher Bewertung eine sehr gute Vitalität und ist erhaltungswürdig. Der Baum wird daher erhalten. Das Gutachten schlägt vor, dass das am Stamm hochwachsende Efeu stetig beseitigt werden soll. Die weiteren Bäume im Plangebiet fallen nicht unter die Baum- schutzsatzung, da sie Nadelbäume unter 1,5 m Stammumfang darstellen. Straßenbäume werden durch die Planung nicht betroffen. Eine Betroffenheit der nach § 41 LNatSchG NRW bzw. § 29 Abs. 3 BNatSchG gesetzlich ge- schützten Allee aus Spitzahorn-Bäumen wird im Rahmen des Vorhabens, zum Beispiel durch die Planung von Zufahrten zum Plangebiet, nicht eintreten. Während der gesamten Bauphase werden ausreichende Maßnahmen zum Schutz der Alleebäume gem. ZTV-Baum- pflege 3.11 und DIN 18920 ergriffen. Die nicht überbebauten Grundstücksflächen sollen als private Grünflächen gestaltet werden. Darüber hinaus ist eine Hecke mit einer maximalen Höhe von 1,5 m um die Grundstücks- grenzen sowie um den Müllplatz und die Fahrrad- und Besucherstellplätze vorgesehen. Ge- sichert wird dies als Darstellung im Vorhaben- und Erschließungsplan, der Bestandteil des vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist. Artenschutz Zur Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Belange im Zusammenhang mit der Aufstel- lung des Bebauungsplans wurde im Februar 2021 eine Artenschutzprüfung (ASP - Stufe I) durch das Büro Ginster aus Meckenheim durchgeführt. Diese ermittelt und bewertet, ob es durch die Planung zu Konflikten mit den Verbotstatbeständen für planungsrelevante Tierar- ten nach § 44 Abs. 1, Nr. 1-3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) kommen kann.Seite 23 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 13 Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass aufgrund des hohen anthropogenen Einflus- ses und der stark eingeschränkten Habitatqualitäten im Plangebiet artenschutzrechtliche Konflikte ausgeschlossen werden können. Für Vögel (‚Allerweltsarten‘) und Zwergfleder- mäuse wird die Situation so bewertet, dass die im Rahmen der Realisierung hergestellten Gärten und Freiflächen höhere Nahrungshabitat- Qualitäten haben werden als der vorgefun- dene Bestand an Scherrasenflächen. Vertiefende Untersuchungen (ASP Stufe II) oder vor- gezogene Ausgleichsmaßnahmen sind daher nicht erforderlich. Bzgl. der Bauzeitenregelung gilt aufgrund der Regelungen des Bundesnaturschutzgebietes, dass im Zeitraum vom 01.03. bis 30.09. keine Rodungsarbeiten und Baufeldfreimachungen erfolgen dürfen, um Konflikte mit Vogelbruten zu vermeiden. Zur Vermeidung von Vogelschlag und damit der Vorbeugung des Eintretens von Verbotstat- beständen nach §39, 44 BNatSchG wird empfohlen großflächigen Verglasungen zu vermei- den und an Gebäudeteilen mit verglasten Sichtachsen Maßnahmen nach dem Leitfaden der Vogelschutzwarte Sempach durchzuführen. Auch wenn der Einsatz von großflächigen Glaselementen aufgrund der vorgesehenen Ge- bäudeformen nicht vorgesehen ist, so wird rein vorsorglich auf den entsprechenden Leitfa- den hingewiesen. Zusätzlich und nach der Veröffentlichung des Leitfadens zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen des Bundesamts für Naturschutz (BfN-Skript Nr. 543, 2019) trat im März 2022 nach der Novellierung des BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) auch das dazugehörige Gesetz in Kraft. Zum Schutz von Tieren und Pflanzen vor den Auswirkun- gen von Beleuchtungen sollen neu zu errichtende Beleuchtungen an Straßen und Wegen – ebenso wie Außenbeleuchtungen baulicher Anlagen und Grundstücke und beleuchtete oder lichtemittierende Werbeanlagen - konstruktiv so gestalten und mit Leuchtmitteln ausgestattet werden, dass Tiere und Pflanzen vor Lichtimmissionen umfassend geschützt werden. Bei der Beleuchtung des Geländes, auch während der Bauphase, sind generell insektenfreundli- che Leuchtmittel mit staubdichter Abdeckung zum Schutz von Insekten zu verwenden. Es sind Lichtquellen mit geringem UV-Anteil und einer warm-weißen Lichtfarbe zu verwenden. Die Lampen dürfen nur nach unten abstrahlen (keine vertikalen Glasflächen) und einen Streulicht-Anteil von < 3 % aufweisen. Als Maßnahme zum Artenschutz und zur Habitatverbesserung, wird empfohlen an geeigne- ten Baumstandorten sowie an geeigneten Fassaden Nisthilfen für Fassadenbrüter und Fle- dermäuse fachgerecht anzubringen. In Fassaden integrierte Nisthilfen sind bereits bauseitig mit zu planen. Fassadenbegrünung Die Errichtung einer Fassadenbegrünung wurde durch die Montana Wohnungsbau GmbH geprüft. Da die Plastizität des geplanten Mehrfamilienhauses sowie der hohe Anteil an Fens- terflächen eine Begrünung nicht oder nur in sehr begrenzten Umfang zulassen, ist die Pflan- zung einer Fassadebegrünung nicht vorgesehen. Zudem befinden sich auf der Südseite des Gebäudes die vorgesehene Tiefgaragenrampe und auf der Ost- und Westseite sind jeweils Balkone, Terrassen sowie Fensteranlagen geplant, welche die Errichtung einer Fassadenbe- grünung ebenfalls nicht ermöglichen. Die Pflanzung von Fassadenbegrünungen bieten insbesondere in verdichteten, städtischen Räumen die Möglichkeit Natur in der Senkrechten umzusetzen. Das Plangebiet ist jedochSeite 24 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 14 nicht in einem sogenannten urban verdichteten Bereich angesiedelt. Zudem hat die Montana Wohnungsbau GmbH im Planungsverlauf bereits die GRZ zugunsten der Schaffung von Freiflächen reduziert. Die Pflege von sogenannten Rankgewächsen sind mit erhöhten Pflegekosten verbunden und führen somit zu einer Steigerung der Nebenkosten. Auf Grundlage der genannten Argu- mente hat sich die Montana Wohnungsbau GmbH dazu entschlossen, eine Fassadenbegrü- nung im Plangebiet nicht weiterzuverfolgen. 3.3.4 Boden / Wasser 3.3.4.1 Böden Die Böden des Plangebietes sind durch eine Mutterbodenschicht und darunter liegende Kiese, Schluffe und Sande geprägt. Im Plangebiet lagern natürlich, nur geringfügig beeinflusste Bö- den, die im Falle einer Bebauung des Grundstücks weitgehend zerstört würden. Mittels der Begrenzung der GRZ auf 0,35 und mit der Herstellung der geplanten grünordnerischen Maß- nahmen (bspw. Dachbegrünung) wird der Eingriff minimiert. 3.3.4.2 Niederschlagswasser Das Plangebiet liegt außerhalb von gesetzlich festgelegten Überschwemmungsgebieten und auch außerhalb von Wasserschutzzonen. Eine Versickerung von Niederschlagswasser kommt -wie bereits dargestellt- nach § 55 Abs. 2 WHG über Rigolen auf dem Baugrundstück in Betracht. Zur Sammlung des Niederschlags- wassers wird vor der jeweiligen Rigole ein Absetzschacht vorgesehen, welcher ggf. als Zis- terne zur Gartenbewässerung genutzt werden kann. Weitere Details werden im Rahmen des wasserrechtlichen Antragsverfahrens mit der Unteren Wasserschutzbehörde der Bundesstadt Bonn abgestimmt. 3.3.4.3 Starkregen Starkregenereignisse mit extremen Niederschlägen haben in den letzten Jahren immer wieder zu erheblichen Überflutungen geführt. Die Erkenntnisse aus den hierdurch entstandenen Schäden sind bei der Objektplanung für neue Bauvorhaben zu berücksichtigen. Die Forderung entspricht den Vorgaben des Baugesetzbuches (Beachtung der Anpassung an den Klima- wandel) § 1 Abs. 5 BauGB. Dies bedeutet, dass bei der Planung eines Bauvorhabens auszuschließen ist, dass Gefähr- dungen durch Überflutungen auf dem eigenen Grundstück sowie bestehender Baukörper be- nachbarter Grundstücke entstehen. Neben der Betrachtung von Grundstückslagen ist auf den objektbezogenen Schutz hinzuweisen. Hierzu gehört die Rückstausicherung des Kanalan- schlusses aber auch der Schutz vor oberflächlichen Überflutungen. Typische Schwachpunkte wie • ebenerdige Eingänge und Terrassen • befestigte Flächen mit Gefälle zum Haus • Einfahrten mit Gefälle zum Haus • Souterrainwohnungen • tiefliegende Einfahrten sind möglichst zu vermeiden oder mit geeigneten Mitteln zu sichern. Die Schwachpunkte wer- den in der Planung berücksichtigt und bis zum Bauantragsverfahren entsprechend eingear- beitet.Seite 25 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 15 Empfehlungen zum Umgang mit den Gefährdungen aus Starkregenereignissen sind im dem DWA Themenband T1/2013 „Starkregen und urbane Sturzfluten - Praxisleitfaden zur Überflu- tungsvorsorge“ zusammengefasst. Weitere Hinweise können auch auf der Internetseite der Stadt unter folgendem Link aufgerufen werden: www.bonn.de/hochwasser. 3.3.4.4 Altlasten / Altablagerung Es liegen keine Informationen über Altlasten (Altablagerungen, Altablagerungs- Verdachtsflä- chen, Altstandorte, Altstandort-Verdachtsflächen) oder schädliche Bodenveränderungen vor. 3.3.5 Kultur- und Sachgüter Denkmäler jeglicher Art kommen im Plangebiet und seiner näheren Umgebung nicht vor. 3.4 Auswirkungen auf die soziale Infrastruktur Bzgl. der Ausstattung mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur ist generell zu berücksichti- gen, dass sich die Planung insb. an ältere Zielgruppen richtet. In Buschdorf befinden sich vier Kinderbetreuungseinrichtungen (‚FRÖBEL Kindergarten Am Apfelbaum‘, ‚Katholische Kindertagesstätte St. Aegidius‘, ‚Städtische Kita Von-den-Driesch- Straße 59‘, ‚Evangelische Kita Buschdorf der evangelischen Kirchengemeinde Hersel‘) mit zu- sammen neun Gruppen. Im laufenden Kindergartenjahr fehlen momentan in Buschdorf Be- treuungsplätze für Kinder bis zur Einschulung. Das Plangebiet eignet sich jedoch wegen der ungünstigen Zuwegung nicht für die Errichtung einer Kindertagesstätte und löst durch die ge- plante Zielgruppe selbst kaum Bedarf an Kitaplätzen aus. Im Umkreis von ca. 1 km befinden sich zwei Grundschulen (‚Grundschule Peter-Klein-Straße‘ (GGS) und ‚Städtische katholische Grundschule Buschdorf‘ (KGS)), welche den Bedarf im Pri- marbereich in der näheren Umgebung des Plangebietes abdecken. 3.5 Kosten und Finanzierung Die Vorhabenträgerin übernimmt die Kosten des Aufstellungsverfahrens für den Bebauungs- plan. Der Bundesstadt Bonn entstehen keine Kosten. Bonn, den 17.11.2022Seite 26 von 52 Bundesstadt Bonn, Bebauungsplan Nr.6224-2– Begründung 16 Anhang 3.6 Auflistung der verwendeten Gutachten • AB Stadtverkehr - Büro für Stadtverkehrsplanung: Stellungnahme zu den verkehrlichen Auswirkungen zur 6. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 7425-19, „Im Dahl“ in Bonn- Buschdorf; Bornheim im März 2021 • Accon Köln GmbH: Schalltechnische Beurteilung der geplanten Tiefgaragenzufahrt inner- halb des Plangebietes des Bebauungsplanes Nr. 6224-1 „Im Dahl“; Köln im September 2022 • Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn mbH (EGM): Für eine umwelt- schonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung – Energiekonzept für das Mehrfamilienhaus „Im Dahl“; Bonn im Dezember 2021 • Geologie Bau & Umweltconsult GmbH (GBU): Hydrogeologische Beurteilung zur Versicke- rungsfähigkeit des Untergrundes; Alfter im Januar 2021 • Ginster Landschaft + Umwelt: Änderung des Bebauungsplanes Nr. 7425-19, Artenschutz- rechtliche Prüfung; Meckenheim im Februar 2021 • Ginster Landschaft + Umwelt: Änderung des Bebauungsplanes Nr. 7425-19, Stellung- nahme zu einem gemäß Baumschutzsatzung der Stadt Bonn geschützten Baum; Mecken- heim im April 2021Seite 27 von 52 Seite 28 von 52 Seite 29 von 52 1 Bundesstadt Bonn Bebauungsplan Nr. 6224-2, Im Dahl Auswertung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB Meinungsäußerung Stellungnahme Stellungnahme 1, Schreiben vom 05.12.2021 Laut Planungsentwurf für das Mehrfamilienhaus soll die gesamte Wiese eingefriedet werden. Das finde ich sehr schade, da die Wiese im ohnehin stark verdichteten Wohngebiet eine der wenigen Flächen darstellt, die Kinder noch frei nutzen können. Mein bescheidener Wunsch und Vorschlag wäre es daher, den Teil der Wiese, der nicht bebaut wird, nicht einzuzäunen und somit für alle Kinder weiterhin zugänglich zu machen. Das bestehende Planungsrecht sieht für das Plangebiet die Realisierung einer Kindertageseinrichtung vor. Daher war die bauliche Entwicklung des Plangebietes bereits seit Jahrzehn- ten absehbar. Die nicht für eine Bebauung vorgesehenen Freiflächen sind Teil des Baugrundstückes und können nicht für eine öffentli- che Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Stellungnahme 2, Schreiben vom 06.12.2021 (25 Einwendende mit gleichlautender Stellungnahme) Ich beziehe mich auf unseren telefonischen Austausch vom 15. November 2021 10.30 Uhr sowie den vorliegenden Bürgerbrief, Veröffentlichung 14. November 2021 https/www.bonn.sitzung-online.de/public/vo020?VQLFDNR=2003713&refresh=false Wie mit Ihnen besprochen möchten wir als Nachbarschaft folgende Einsprüche gegen die Errichtung des geplanten Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage (2 Vollgeschosse, ein Staffelgeschoss) vorbringen. Darüber hinaus möchten wir Sie bitten, das massive Verkehrsaufkommen der Peter-Klein-Straße durch die minütige Be- und Entladung der Schüler wäh- rend der Stoßzeiten (08.00 Uhr, 12.00 Uhr, 16.00 Uhr) umgehend zu stoppen. Verkehrsbelästigung: - Erhöhtes Verkehrsaufkommen und Prüfung der Auslastung des Verkehrs - Störungen im Fußgängerverkehr, spielende Kinder, ältere Menschen, Haustierbesitzer Die verkehrlichen Auswirkungen des Bauvorhabens wurden im Rahmen einer Stellungnahme vom Büro AB Stadtverkehr aus Bornheim bewertet. Insgesamt löst das Vorhaben eine tägliche Anzahl von neuen Fahrten in einer Größenordnung bis zu 58 Kfz aus, welche sich in der morgendlichen- bzw. nachmittäglichen Spitzenstunde auf bis zu 5 Fahrten vertei- len. Zum Vergleich hat der Gutachter ermittelt, welches Ver- kehrsaufkommen durch die ursprünglich geplante, 4- grup- pige Kindertageseinrichtung ausgelöst worden wäre. In der Summe der Hol-/Bringverkehre und der Beschäftigtenver- kehre würden ca. 130 Kfz-Fahrten am Tag erzeugt. In der morgendlichen- bzw. nachmittäglichen Spitzenstunde der Verkehre der Kindertageseinrichtung betrüge das Verkehrs- aufkommen über 30 Kfz-Fahrten/h. Die Baumaßnahme hat daher verkehrlich sehr geringe Aus- wirkungen. Das Straßennetz kann die geringe Mehrbelastung durch das Neubauvorhaben induzierte Verkehr leistungsfähig aufnehmen. Daher sind die erheblichen Beeinträchtigungen für die in der Stellungnahme erwähnten Anlieger nicht zu erwarten.Seite 30 von 52 2 - Reduktion von Wohnraum und Erholungsfläche, Grünfläche, Kaltluftzufuhr durch das Gebäude nicht mehr gegeben. - Prüfung Kanalisation, Abwassersystem, Starkregen, - ggf. Folgekosten, - mögliche Wertminderung Immobilien Der Bebauungsplan kann die Verkehrsbelastung im Umfeld des Geltungsbereiches nicht lösen oder abmildern. Dies ist darüber hinaus auch nicht das Ziel der Planung. Das bestehende Planungsrecht sieht für das Plangebiet die Realisierung einer Kindertageseinrichtung vor. Daher war die bauliche Entwicklung des Plangebietes bereits seit Jahrzehn- ten absehbar. Die kleinklimatischen Eingriffe durch das Vor- haben werden, durch eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,4, begrünte Freiflächen um das Mehrfamilienhaus und eine Dachbegrünung des Neubaus abgemildert. Das unbelastete Niederschlagswasser wird auf dem Bau- grundstück versickert. Es ist daher nur ein Schmutzwasser- Anschluss notwendig. Hydraulisch ist das Plangebiet in das Abwassernetz eingerechnet, da hier eine Kindertageseinrich- tung vorgesehen war. Folgekosten für die Wohnnachbarschaft sind nicht zu erken- nen. Grundsätzlich sind behauptete Verkehrswertminderungen von Grundstücken in der Abwägung nur beachtlich, wenn sie von Festsetzungen des Bebauungsplans unmittelbar betroffen sind. Nur mittelbare Auswirkungen stellen grundsätzlich kei- nen beachtlichen Abwägungsbelang dar (vgl. z.B. VGH Mün- chen, Urt. V. 16.7.2019 -9 N 17.2391-). Es ist auch nicht er- kennbar, dass die Planung zu einer Wertminderung der Grundstücke außerhalb des Plangebiets führen wird: Die Art der Nutzung fügt sich mit einer Wohnnutzung in die direkte Nachbarschaft ein. Der geplante Entwurf zeichnet sich durch eine ansprechende Architektur aus. Die attraktive Freiraum- gestaltung trägt ebenfalls zu einer hohen Wohnqualität im Quartier bei. Es werden in der Regel ältere Bewohner*innen erwartet, die ebenfalls ein hohes Maß an Wohnruhe präferie- ren. Die Verringerung der Freiflächen bezieht sich alleine auf das Grundstück im Plangebiet und lässt die Freiflächen auf den Grundstücken der Nachbarschaft unberührt. Es bestehen weiterhin großzügige Abstände zwischen dem geplanten Ge- bäude und der bestehenden Nachbarbebauung, die weit über die bauordnungsrechtlich notwendigen Abstandsflächen hin- ausgehen.Seite 31 von 52 3 Folgekosten: - Städtebauliche Maßnahmen passen nicht in die umliegende Bebauung, die Optik passt nicht zu den Bauweisen - Damit einhergehend eine mögliche Wertminderung der Bestandsobjekte - Objektbauweise und Wohnklientel passen nicht zum Rest des Wohnviertels Wir möchten darum bitten, ein verkehrliches Gutachten zur Prüfung der Verkehrsbelastung und ein Mobilitätskonzept bezogen auf den Fußgängerverkehr einzuholen. Ergänzend dazu ist aus unserer Sicht ein Gutachten zur Prüfung des Tiefbauamtes im Besonderen Starkregenbetrach- tung, Kanal- und Abwassersystem sowie eine Prüfung bezüglich der Grünflächen und Raum zur Luftzufuhr Gesund- heitskonzept erforderlich. Ferner wären aus unserer Sicht wäre bezüglich der möglichen Wertminderungen der Gutachterausschuss der Stadt Bonn zu befragen. Rush-Hour Peter-Klein-Straße Be- und Entladen der Schüler. Verkehrsaufkommen: - Während der Stoßzeiten 08.00 Uhr, 12.00 Uhr 16.00 Uhr kommt es zu einem massiven (!) Verkehrsaufkommen, da die Kinder von den Eltern direkt vor der Schule be- und entladen werden. Wir bitten ebenfalls um die Erstellung eines verkehrlichen Gutachtens. Der rechtsgültige Bebauungsplan setzt für das Plangebiet so- wie seine umgebende Wohnbebauung als maximale Höhe baulicher Anlagen 2 Vollgeschosse fest. Außerdem ist ein Nicht- Vollgeschoss zulässig. An dieser Festsetzung soll im Sinne der Gleichbehandlung festgehalten werden. Dem Vor- haben kann des Weiteren nicht angelastet werden, dass die umliegende Wohnbebauung diese Festsetzung nicht vollstän- dig ausgeschöpft hat. Das vorgesehene Angebot an kleineren Wohnungen soll sich v.a. an ältere Bevölkerungsgruppen richten, die im Stadtteil ein neues Zuhause suchen. Diese vorgesehene Nutzergruppe entspricht damit den Zielen der Perspektivwerkstatt Busch- dorf. Eine verkehrliche Stellungnahme liegt bereits vor. Es wird auf die o.g. Ausführungen verwiesen. Es wird auf die o.g. Ausführungen verwiesen. Weitergehende Untersuchungen sind daher nicht erforderlich. Zum Thema Wertminderung wird auf die o.g. Ausführungen verwiesen. Diese Anregungen sind für das vorliegende Planverfahren nicht relevant.Seite 32 von 52 4 Stellungnahme 3, Schreiben vom 09.12.2021 Als direkte Anwohnerin der Wiese (…) bin ich von der Bebauung der Wiese unmittelbar betroffen. Mit wachsender Beunruhigung habe ich die bisherigen Entscheidungen und Planungen für die Wiese verfolgt, für die -wie der noch gültige Bebauungsplan ausweist- ein Kindergarten vorgesehen war. - 2015/16: Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgte der „Tausch“ mit dem Bauträger Montana: Der Kindergarten kam in den „Apfelgarten“. Im Gegenzug erwarb Montana die Wiese für eine Wohnbebauung. Die Wiese hätte ich zu diesem „Vorzugpreis“ auch gerne erworben. - 2017: erste Entwürfe von Montana zu einer Wohnbebauung - 2021: zwei neue Vorschläge, erstellt unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt. Aktuell steht nur Alternative B „Mehrfamilienhaus“ zur Diskussion. Positiv möchte ich hervorheben, dass Alternative B den Versuch für eine verträgliche Lösung zeigt. - Dennoch kann ich dem vorliegenden Entwurf so nicht zustimmen. - Mit zwei Vollgeschossen plus Staffeldach ist das Mehrfamilienhaus deutlich höher als alle umliegenden Häuser. Es fügt sich nicht in die umliegende Häuserhöhe ein. Auch ist die Platzierung des Mehrfamilienhauses in direkter Nähe zu den 1-geschossigen Ein-Familien-Reihenhäusern Im Dahl 51-55 ist erdrückend, unfair und liegt außerhalb der festen Baulinien im derzeit gültigen Bebauungsplan. Daher fordere ich, - die Gebäudehöhe der umliegenden Häuserhöhe anzupassen und - die Baugrenzen mittig auf die Wiese zu verschieben (s. Abb.), wie es der noch geltende Bebauungsplan für den Kindergarten vorsieht. Die festen Baulinien sollten bei der Bebauungsplanänderung so platziert sein, dass das Mehr- familienhaus in der Mitte der Wiese steht. Der rechtsgültige Bebauungsplan setzt für das Plangebiet so- wie seine umgebende Wohnbebauung als maximale Höhe baulicher Anlagen 2 Vollgeschosse fest. Außerdem ist ein Nicht- Vollgeschoss zulässig. An dieser Festsetzung soll im Sinne der Gleichbehandlung festgehalten werden. Dem Vor- haben kann des Weiteren nicht angelastet werden, dass die umliegende Wohnbebauung diese Festsetzung nicht vollstän- dig ausgeschöpft hat. Wenngleich die erforderlichen Abstandsflächen bereits ein- gehalten wurden, wird eine zusätzliche Verschiebung des Baukörpers um 2,5 m von der vorhandenen 1 ½- geschossigen Wohnbebauung weg vorgenommen. Die Baugrenze der Kin- dertageseinrichtung war ca. 14 m von der besagten Wohnbe- bauung entfern; nunmehr sind es ca. 12 m. Eine weitere Ver- schiebung ist wegen der Ausrichtung des Baukörpers auf dem Baugrundstück nicht möglich.Seite 33 von 52 5 Diese Lösung wäre fair für alle Anwohner, da nun alle Häuser im Carré etwa gleich betroffen sind. Meine Gründe für die geforderte Verschiebung: 1. Das 2,5 geschossige Mehrfamilienhaus (faktisch 3-geschossig) steht wie ein Klotz vor den eingeschossigen, etwa halb so hohen Einfamilienhäusern und hat erdrückende Wirkung. 2. Zusätzlich zur Höhe steigt mein Leidensdruck durch die „nahen“ Fenster und Balkone des Mehrfamilienhauses, die eine direkte Einsicht auf die Dachflächenfenster (Schlaf- und Badezimmer) der niedrigen Einfamilienhäuser ermög- lichen. 3. Die Kaltluftzufuhr und Luftzirkulation zwischen den Häusern wäre ohne die Verschiebung in die Mitte gering und ließe sich bei größerem Abstand zwischen den Häusern problemlos verbessern. 4. Der geringe Abstand zwischen dem Mehrfamilienhaus und unserer Häuserreihe „verschlingt“ Grünflächen, die für den Artenschutz und vor allem als Versickerungsfläche bei Starkregenereignissen zwingend notwendig sind. Statt an der Seite Im Dahl 51-55 mehr Fläche zuzupflastern (s. Ihr Vorschlag), würde eine breitere Grünfläche zwischen dem Mehrfamilienhaus und der Häuserreihe Im Dahl 51-55 ein besseres Luftklima, mehr Artenschutz und einen besseren Hochwasserschutz bedeuten. Statt der überproportionalen Versiegelung vor Im Dahl 51-55 sollte hier eine größere Fläche artenreich bepflanzt werden. 5. Die aktuelle Platzierung ist unfair, da die niedrigsten Häuser durch die Bebauung besonders benachteiligt sind. Die Verschiebung in die Tiefe hätte für die gegenüberliegende Häuserreihe keine erkennbaren Nachteile. Mein Anliegen bitte ich ernsthaft zu prüfen und bei Änderung des Bebauungsplanes unbedingt zu berücksichtigen. Stellungnahme 4, Schreiben vom 10.12.2021 Gegen die vorgesehene Änderung des Bebauungsplans für die Wiese „Im Dahl in Bonn-Buschdorf und gegen einzelne Aspekte der veröffentlichten Planungen für die Bebauung (Flurstück 412) erhebe ich Einwände und mache folgende Änderungsvorschläge: (1) Der Bedarf an einer Kindertagesstätte Im Dahl ist groß Nach dem geltenden Bebauungsplan ist für das o.g. Flurstück Im Dahl in Bonn-Buschdorf eine Kindertageseinrichtung mit umgebenden Spielflächen vorgesehen. An dieser geplanten Nutzung hat sich auch die umliegende Wohnbebauung orientiert: Auf unserer Seite Im Dahl 51 bis 55 wurde eingeschossig gebaut, auf den übrigen drei Seiten anderthalbge- schossig. Diese Festlegung für eine Kindertageseinrichtung soll nun zugunsten einer Wohnbebauung aufgegeben werden. Das ist sozial- und familienpolitisch kontraproduktiv und letztlich nicht gerechtfertigt: Denn trotz des Neubaus einer Kinderta- gesstätte im Wohngebiet Im Apfelgarten (2020) besteht konkreter Bedarf an einer Kinderbetreuungseinrichtung in un- serem Wohngebiet. Auf der Wiese Im Dahl spielen bei gutem Wetter täglich kleine Kinder. Außerdem ziehen seit kur- zem vermehrt junge Familien ins hiesige Wohngebiet. Dieser Trend wird sich mit Blick auf die Altersstruktur unserer Siedlung fortsetzen und sich durch die Grundschule an der Peter-Klein-Straße, die derzeit weiter ausgebaut wird, sicher- lich noch verstärken. Werden darüber hinaus die Entwicklungskonzepte realisiert und zwischen Buschdorf und Auerberg weitere Wohnsiedlungen entstehen, ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf an Kitaplätzen. Schon heute wird aufgrund des Rechtsanspruchs auf U3-Betreuung der Bedarf bei uns in Buschdorf nicht gedeckt. Ich gehe davon aus, dass sich bei der von mir als notwendig angesehenen erneuten Bedarfsprüfung weitere Lücken in der Das Plangebiet eignet sich wegen der ungünstigen Zufahrt nicht mehr für die Errichtung einer Kindertageseinrichtung, da heutzutage vermehrt Kinder von außerhalb des Wohnquar- tiers Im Dahl mit dem Pkw gebracht würden. Gutachterlich wurde ermittelt, welches Verkehrsaufkommen durch die ursprünglich geplante, 4- gruppige Kindertagesein- richtung ausgelöst worden wäre. In der Summe der Hol- /Bringverkehre und der Beschäftigtenverkehre würden ca. 130 Kfz-Fahrten am Tag (anstatt bis zu 58 Kfz- Fahrten am Tag für das Mehrfamilienhaus) erzeugen. In der morgendli- chen- bzw. nachmittäglichen Spitzenstunde der Verkehre der Kindertageseinrichtung betrüge das Verkehrsaufkommen über 30 Kfz-Fahrten/h (anstatt bis zu 5 Kfz- Fahrten/h für dasSeite 34 von 52 6 Kinderbetreuung zeigen werden. Deshalb bitte ich, die Änderung des Bebauungsplans Im Dahl nicht zu unterstützen, sondern die im geltenden Bebauungsplan vorgesehene Kindertagesstätte umzusetzen und diese Entscheidung durch eine aktuelle Bedarfsanalyse abzusichern. Diese muss die Gegenwart und zukünftige Entwicklungen erfassen. Die Wiese Im Dahl ist aufgrund guter Erreichbarkeit und sicherer Zuwege ein guter und planerisch abgesicherter Standort für eine Kita. Die hohe Akzeptanz und das Wachstum der neuen, direkt benachbarten Grundschule belegen dies zusätzlich. (2) Die Bebauung widerspricht Umweltschutzbelangen Die Wiese Im Dahl ist natur-, umwelt- und sozialgerecht! Hier spielen täglich Kinder, abends jagen im Sommer Fle- dermäuse, die Fläche dient der Versickerung von Niederschlagswasser und als Frischluftschneise. Buschdorf hat bereits jetzt ein ungünstiges Stadtklima, wie die früheren Analysen für das Mehrgenerationen-Haus in Buschdorf gezeigt haben. (3) Die Kanalisationskapazitäten sind erneut zu prüfen Da die Kanalisation für einen Kindergarten konzipiert wurde, ist bei einer Bebauungsplanänderung der Nachweis über eine leistungsfähige Kanalisation auf der Basis neuer Prognosemodelle für das neue Bauprojekt zwingend notwendig, um Hochwassergefahren bei Starkregenereignissen zu minimieren. Diese Verantwortung muss die Stadt gegenüber allen Anwohnerinnen und Anwohnern wahrnehmen. Denn angesichts vermehrter Starkregenereignisse infolge des Klima- wandels ist das Risiko relevant, wie die soeben in der Nähe erlebten Flutkatastrophen zeigen. (4) Die geplante Platzierung des Mehrfamilienhauses ist „erdrückend und unfair Mehrfamilienhaus). Dies wird für das Wohnquartier Im Dahl nicht mehr als verträglich angesehen. Das bestehende Planungsrecht sieht für das Plangebiet die Realisierung einer Kindertageseinrichtung vor. Daher war die bauliche Entwicklung des Plangebietes bereits seit Jahrzehn- ten absehbar. Zur Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Belange wurde eine Artenschutzprüfung (ASP - Stufe I) durch das Büro Ginster aus Meckenheim durchgeführt. Diese bewertet, ob es durch die Planung zu Konflikten mit den Verbotstatbe- ständen für planungsrelevante Tierarten nach § 44 Abs. 1, Nr. 1-3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) kommen kann. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass aufgrund des hohen anthropogenen Einflusses und der stark eingeschränk- ten Habitatqualitäten im Plangebiet artenschutzrechtliche Konflikte ausgeschlossen werden können. Für Vögel (‚Aller- weltsarten‘) und Zwergfledermäuse wird die Situation so be- wertet, dass die im Rahmen der Realisierung hergestellten Freiflächen höhere Nahrungshabitat- Qualitäten haben wer- den als der vorgefundene Bestand an Scherrasenflächen. Das unbelastete Niederschlagswasser wird auf dem Bau- grundstück versickert. Es ist daher nur ein Schmutzwasser- Anschluss notwendig. Es ist nur ein Schmutzwasser-Anschluss notwendig, da das unbelastete Niederschlagswasser auf dem Baugrundstück versickert wird. Hydraulisch ist das Plangebiet in das Abwas- sernetz eingerechnet, da hier eine Kindertageseinrichtung vorgesehen war. Der rechtsgültige Bebauungsplan setzt für das Plangebiet so- wie seine umgebende Wohnbebauung als maximale HöheSeite 35 von 52 7 Sofern dennoch die Wiese mit einem Mehrfamilienhaus bebaut werden soll, darf dieses weder höher noch breiter sein als im Plan ausgewiesen und muss sich bezüglich der Abstände zu den umliegenden Häusern gerecht einfügen. Deshalb fordere ich im Sinne einer ausgewogenen Planung, das Gebäude in die Mitte des Flurstücks zu verschieben. Das heißt konkret: Das Baufenster, also die überbaubare Fläche, und die Baulinie, die (im Nord-Westen) zu den Häusern Im Dahl 51 bis 55 weist, muss im Interesse einer ausgewogenen Planung in die Mitte des Flurstücks verschoben werden. Dieser Abstand wäre angemessen und fair für „unsere Seite sowie für die rundum vorhandene Wohnbebauung. Begründung: Im vorgelegten Planungsentwurf ist ein Mehrfamilienhaus mit zwei Geschossen plus Staffelgeschoss hin zur Seite Im Dahl 51 bis 55 platziert. Dies führt zu einer ungleichen, nicht gerechtfertigten Benachteiligung „unserer Seite. Erschwerend kommt hinzu, dass die hohe Bebauung ausgerechnet in nächster Nähe zur niedrigsten (eingeschos- sigen) Häuserreihe vorgesehen ist. Für unsere Wohnsituation entstünde so ein „wandartiger Eindruck mit optisch be- drängender Wirkung. Fakt ist auch, dass vom neuen hohen Gebäude aus -sozusagen von oben- in unsere Fenster, ein- schließlich der Dachflächenfenster von Schlafzimmer und Bad, hineingesehen würde. Ich bitte die Verwaltung und die politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, meine im Rahmen der Bürgerbeteili- gung vorgebrachten Argumente und Begründungen, insbesondere auch zur erforderlichen Anordnung des Mehrfamili- enhauses in der Mitte der jetzigen Wiesenfläche, im weiteren Verfahren mit dem gebührenden Gewicht zu berücksich- tigen. baulicher Anlagen 2 Vollgeschosse fest. Außerdem ist ein Nicht- Vollgeschoss zulässig. An dieser Festsetzung soll im Sinne der Gleichbehandlung festgehalten werden. Dem Vor- haben kann des Weiteren nicht angelastet werden, dass die umliegende Wohnbebauung diese Festsetzung nicht vollstän- dig ausgeschöpft hat. Wenngleich die erforderlichen Abstandsflächen welche ge- mäß Bauordnung NRW bereits einen adäquaten Sozialab- stand gewährleisten, eingehalten wurden, wird eine zusätzli- che Verschiebung des Baukörpers um 2,5 m von der vorhan- denen 1 ½- geschossigen Wohnbebauung weg vorgenommen. Die Baugrenze der Kindertageseinrichtung war ca. 14 m von der besagten Wohnbebauung entfernt; nunmehr sind es ca. 12 m. Eine weitere Verschiebung ist wegen der Ausrichtung des Baukörpers auf dem Baugrundstück nicht möglich. Stellungnahme 5, Schreiben vom 10.12.2021 Soweit uns bekannt, wurden für das Plangebiet anfänglich zwei Alternativen diskutiert, nämlich die Errichtung von Reihenhäusern oder die Errichtung eines Mehrfamilienhauses. Die Zielgruppen für die beiden Planungsalternativen sind unterschiedlich. Im Fall der Ergänzung der bestehenden Be- bauung durch weitere, ähnliche Objekte, würden wohl eher Familien mit bis zu 2 Kindern angesprochen, wohingegen sich das geplante Mehrfamilienhaus eher an Menschen richtet, die vielleicht schon älter sind oder an Menschen, die als Single oder als Paar Zusammenleben. Dies hängt aber sicherlich von der Größe der einzelnen Wohnungen ab. Das insbesondere ältere Bürger angesprochen werden sollen ist sicherlich ein lobenswertes Ziel. Allerdings haben wir Zweifel, dass Montana dazu verpflichtet werden kann, diese Gruppe vorzuziehen. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir hier später eine Mischung von älteren aber auch jüngeren, kinderlosen Menschen antreffen werden. 1. Warum sich Politik, die Verwaltung oder der Planungsausschuss (?) für das Mehrfamilienhaus und gegen zusätzliche Reihenhäuser entschieden hat ist uns nicht bekannt und transparent. Hier würden wir die Argumente „Für und Wider gerne kennen und verstehen und bitten um einen Hinweis wer die Entscheidung getroffen hat und wo wir ein Protokoll der entsprechenden Sitzung einsehen können. Wie Sie selbst schreiben, besteht die umliegende Bebauung aus eingeschossigen Doppelhäusern oder zweigeschossigen Reihendoppel- bzw. Reihenhäusern. Die Reihenhäuser haben eine Höhe von ca. 7,30 m, die eingeschossigen Doppel- häuser sind niedriger. Geplant ist nunmehr ein Mehrfamilienhaus mit zwei Vollgeschossen und einem weiteren, zurück- versetzen Geschoss, welches in älteren Bauordnungen des Landes Nordrhein-Westfalens auch als Staffelgeschoss be- zeichnet wurde. Die aktuelle Bauordnung verwendet diesen Begriff nicht mehr. Auch muss ein solches Geschoss nicht mehr allseitig zurückversetzt sein. Unterstellen wir, wie in den Reihenhäusern, eine Deckenhöhe von 2,47 m und eine Decke von jeweils 0,30 m sowie die Mindesthöhe von 2,30 m für das „Staffelgeschoss, dann dürfte das geplante Objekt Das vorgesehene Angebot an kleineren Wohnungen soll sich v.a. an ältere Bevölkerungsgruppen richten, die im Stadtteil ein neues Zuhause suchen. Diese vorgesehene Nutzergruppe entspricht damit den Zielen der Perspektivwerkstatt Busch- dorf. Die Niederschriften der politischen Stadtratsgremiensitzun- gen sind im Ratsinformationssystem der Bundesstadt Bonn einsehbar. Der rechtsgültige Bebauungsplan setzt für das Plangebiet so- wie seine umgebende Wohnbebauung als maximale Höhe baulicher Anlagen 2 Vollgeschosse fest. Außerdem ist ein Nicht- Vollgeschoss zulässig. An dieser Festsetzung soll im Sinne der Gleichbehandlung festgehalten werden. Dem Vor- haben kann des Weiteren nicht angelastet werden, dass die umliegende Wohnbebauung diese Festsetzung nicht vollstän- dig ausgeschöpft hat.Seite 36 von 52 8 eine Höhe zwischen 8,14 m und 8,30 m aufweisen. Damit ist es deutlich höher als die umliegende Bebauung im Plan- gebiet. Der derzeit gültige Bebauungsplan schreibt für die das Plangebiet umfassenden Wohngebiete (WR bzw. WA) eine ausschließlich zweigeschossige Bebauung vor. Auch wenn es sich nach der Bauordnung bei einem „Staffelgeschoss nicht um ein Vollgeschoss handelt, ist dieses zurückversetzte Geschoss eben ein weiteres Geschoss. 2. Da die konkrete Höhe des geplanten Neubaus uns unbekannt ist, bitten wir Sie um Informationen zur tatsächlichen Höhe des Objektes. Die Vorhabenträgerin ist, wie Sie schreiben, offen für die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Flachdach. Wir gehen davon aus, dass sich die Errichtung einer solchen Anlage und die Begrünung des Flachdachs gegenseitig aus- schließen. Solarmodule auf dem Flachdach müssten gegen SW geneigt aufgestellt werden, was a) das neue Objekt noch- mals höher werden lässt und b) es zu Blend- und Spiegelungseffekten für die gegenüberliegenden Gebäude kommen könnte. 3. Sosehr es wünschenswert ist mehr Sonnenenergie zu nutzen, befürworten wir die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem geplanten Objekt derzeit nicht, sondern bitten darum, eventuelle Blend- und Spiegelungseffekte vorab prüfen zu lassen. Unter Punkt Nr. 6 der Ziele und Zwecke der Planung gehen Sie u.a. auf das Thema Stellplätze ein. Geplant sind je einen Stellplatz pro Wohnung in einer Tiefgarage sowie zwei zusätzliche öffentliche Stellplätze für Besucher und Gäste. Die aktuelle Stellplatzsituation möchten wir heute schon als problematisch bezeichnen. Viele Anwohner parken bereits teilweise auf der Wiese, was insbesondere in Haushalten der Fall ist, in denen beide Partner arbeiten und ein Auto besitzen oder volljährige Kinder im Haushalt leben. Diese Situation würde sich bei aktuell vorliegender Planung für den Bestand nochmals verschärfen. Da sich nicht nur ältere Menschen oder Singles, die tatsächlich nur ein Auto haben mögen, für das Objekt interessieren werden, sondern auch Paare, die vielleicht beide aus beruflichen Gründen auf ein Auto angewiesen sind, ist nach unserer Meinung die Anzahl der Parkplätze weit unterdimensioniert. 4. Wir bitten aus vorgenannten Gründen die Anlage weiterer öffentlicher Stellflächen im Plangebiet zu prüfen. Im städ- tebaulichen Konzept werden Möglichkeiten zur E-Mobilität berücksichtigt. Es geht daraus nicht hervor, ob diese Mög- lichkeit nur in der Tiefgarage realisiert werden soll und/oder auf öffentlich zugänglichen Stellplätzen. E-Mobilität wird in den nächsten Jahren definitiv deutlich zunehmen, ja zunehmen müssen. Im erweiterten Plangebiet liegen viele Garagenhöfe, die allesamt nicht elektrifiziert sind. Vor vielen Gebäuden existiert zudem kein Raum, um privat für eine Ladeeinrichtung zu sorgen, was den Erwerb eines E-Autos zumindest erschweren wird. Insofern halten wir es für sinnvoll, wenn im konkreten Plangebiet auch auf mindestens einem öffentlichen Stellplatz die Möglichkeit geschaffen wird ein E-Auto zu laden. 5. Wir bitten zu prüfen, ob mindestens einer der öffentlichen Stellplätze als Ladeplatz für E-Autos im Plangebiet reali- siert werden kann. Im Kapitel 7 gehen Sie auf das Thema der technischen Infrastruktur ein und schreiben, dass die bestehende Infrastruktur, insbesondere die Kanalisation, leistungsfähig genug „erscheint. Diese Formulierung ist sehr schwach und erzeugt bei uns den Eindruck, dass das nicht endgültig geklärt und sichergestellt ist. Über die Festsetzung der geplanten Geländehöhe in NHN und eine maximale Gebäudehöhe in NHN lässt der Bebauungs- plan eine maximale Bauhöhe von 10,8 m über Gelände zu. - Die Errichtung der Photovoltaik- Anlage wird in geneigter Form auf dem Dach des Mehrfamilienhauses ausgeführt. Ein erheblicher blendender oder spiegelnder Effekt ist aufgrund der Höhenlage der Anlage grundsätzlich nicht zu erwarten. Des Weiteren kann davon ausgegangen werden, dass dieser Effekt nur kurzzeitig auftreten kann, da der Effekt durch den Lauf der Sonne beeinflusst ist. Das Vorhaben kann keinen Beitrag liefern, den bestehenden Druck auf die öffentlichen Parkplätze zu mindern. Im Sinne einer angestrebten Verkehrswende sollen in der Bundesstadt Bonn vielmehr die erforderlichen Stellplätze über eine in Aufstellung befindliche Stellplatzsatzung so ge- mindert werden, dass breite Schichten der Bevölkerung mög- lichst Verkehrsmittel des sog. Umweltverbundes (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr) nutzen. Insb. durch die geplante Ver- längerung der Straßenbahnlinie 61 werden sich die Voraus- setzungen zur Nutzung des ÖPNV in Buschdorf deutlich ver- bessern. Öffentliche Ladeinfrastruktur wird nicht Gegenstand der vor- liegenden Planung sein. Dies schließt nicht aus, dass weitere öffentliche Ladepunkte in Buschdorf zukünftig realisiert wer- den sollen. Im Plangebiet werden keine öffentlichen Parkplätze vorgese- hen.Seite 37 von 52 9 In diesem Zusammenhang möchten wir zusätzlich darauf hinweisen, dass während des Starkregenereignisses im Som- mer 2021 zumindest bei einem unserer Nachbarn Klarwasser im Keller eingedrungen ist. Bei Klarwasser dürfte es sich um Grundwasser gehandelt haben, sodass wir Zweifel an den Aussagen im Kapitel 7 haben. 6. Wir bitten um eine eingehendere Betrachtung und Begutachtung des Kanal- und Abwassersystems sowie um Mittei- lung, welche Folgekosten sich ggf. bei Änderungen auch für den Bestand ergeben würden. Unter Kapitel 8 beschreiben Sie verschiedene Umweltbelange, in 8.1 insbesondere das Thema Lärm. Hier zielen Sie hauptsächlich auf die geplante Tiefgarage ab, berücksichtigen aber nicht die Auswirkungen des erhöhten Verkehrsauf- kommens auf den Bestand. Was uns beim Thema Lärm weiterhin fehlt ist die Berücksichtigung der geplanten Reaktivierung der Bahntrasse und deren Auswirkungen auf das Plangebiet und auch den Bestand. Wir denken nicht, dass dieses Thema erst dann berück- sichtigt werden sollte, wenn die Planung der Trasse konkretere Züge annimmt. Zum „Schutzgut Mensch gehört ganz besonders die Betrachtung von Auswirkungen auf Kinder. Die Wiese und die umliegenden Straßen werden heute von vielen Kind
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:05 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de